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  Achim Kranefeld schrieb am 28.05.2015 - 14:52 Uhr:
Frage:2452 BETREFF: CT Raum mit Überwachungskamera statt Sichtfenster
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Wie erwägen, ein CT in einem Raum zu installieren, der ursprünglich als Afterloading-Bunker geplant worden war. Die nötigen Installationen sind vorhanden, die Strahlenschutz-Abschirmung wäre kein Problem, nur das sonst allerorten übliche Sichtfenster zwischen CT-Raum und CT-Schaltraum ist nicht realisierbar. Ist ein solches Fenster in irgendeiner deutschen Norm vorgeschrieben, oder ließe es sich durch eine Videoüberwachung ersetzen? Vielen Dank, mit freundlichen Grüßen Achim Kranefeld


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kranefeld, man findet in der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie, das Regelwerk, nach dem ein Sachverständiger eine Röntgeneinrichtung vor Inbetriebnahme und dann alle 5 Jahre überprüft, im CT-Berichtsmuster 2.2.7 die Prüfposition 07D03 ´Optische Verbindung zum Patienten vorhanden´. Aus diesem Wortlaut kann man entnehmen, dass diese Sichtverbindung nicht unbedingt ein Sichtfenster sein muss. Eine Videoverbindung würde auch akzeptabel sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Nils Wagner schrieb am 28.05.2015 - 12:00 Uhr:
Frage:2451 BETREFF: Konstanzprüfung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, für die Konstanzprüfungen von Röntgengeräten gibt es ausführliche DIN-Normen (6868-x). Aber welche Norm gilt für die Konstanzprüfung von C-Bögen und mobilen Röntgengeräten? Mit freundlichen Grüßen, Nils Wagner


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wagner, die KP von mobilen C-Bogengeräten und C-Bogengeräten an Deckenstativen geschieht nach DIN 6868-4 (´Sicherung der Bildqualität in röntgendiagnostischen Betrieben - Teil 4: Konstanzprüfung an medizinischen Röntgeneinrichtungenne zur Durchleuchtung´). Die KP an mobilen Röntgenaufnahmegeräten erfolgt nach DIN 6868-3 (´ ... Teil 3: Konstanzprüfung bei Direktradiographie´) für ´analog´und nach DIN 6868-13 (´... Teil 13: Konstanzprüfung bei Projektionsradiographie mit digitalen Bildempfänger-Systemen´) für ´digital´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Schumann schrieb am 28.05.2015 - 10:42 Uhr:
Frage:2450 BETREFF: Richtlinie Ärztliche und Zahnärztliche Stellen
Wann tritt die neue Richtlinie zur Qualitätssicherung durch Ärztliche Stellen in Kraft?


1. Antwort: .... die Richtlinie befindet sich bei den Ländern im sog. Umlaufverfahren. Mit einem Inkrafttreten wird im Sommer 2015 gerechnet. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jacqeline schrieb am 27.05.2015 - 19:47 Uhr:
Frage:2449 BETREFF: Dosimeter
Ich arbeite an zwei Arbeitsstätten (ein Arbeitgeber),muß ich mein Dosimeter immer mit hin und her nehmen oder ist der Arbeitgeber verpflichtet mir 2 Dosimeter zu stellen? Vielen Dank


1. Antwort: Hallo Jacqeline, für die Einhaltung der entsprechenden Vorschriften zur ´Ermittlung der Körperdosis´ (§ 35 RöV), was in der Regel mit Hilfe von Personendosimetern durchgeführt wird (s. § 35 Abs. 4 RöV), ist nach § 15 Abs. 1 Nr. 4 RöV der Strahlenschutzverantwortliche (ich nehme in Ihrem Fall an, das ist der von Ihnen erwähnte Arbeitgeber) verantwortlich. Sie arbeiten zwar an zwei Arbeitsstätten, beide unterstehen aber einem Strahlenschutzverantwortlichen, so dass auch ein Dosimeter ausreichend ist. Bei der Gelegenheit möchte ich nur darauf hinweisen, dass Personendosimetrie nur erforderlich ist, wenn man im Kontrollbereich tätig ist. Vielleicht ist das ja bei Ihnen nicht der Fall (oder nicht an beiden Arbeitsstätten), so dass sich die Angelegenheit damit erledigen würde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  C. Müller schrieb am 27.05.2015 - 19:10 Uhr:
Frage:2448 BETREFF: Strahlenschutzmittel Kopf
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich wende mich mit einer Fragestellung an Sie, da mir bisher niemand eine zufriedenstellende Auskunft geben konnte. Es geht um „Strahlenschutzhauben“ oder „Kappen“, die die Exposition des Kopfes der beruflich strahlenexponierten Personen bei interventionellen Eingriffen reduzieren sollen. Die Industrie bewirbt diese Produkte intensiv und bezieht sich wohl sogar auf eine veröffentlichte Studie, die zeigen soll, dass Gehirntumore bei Ärzten, die regelmäßig Expositionen ausgesetzt sind, vermehrt auftreten. Die Konsequenz daraus ist nun, dass die in unserem Hause tätigen Ärzte die Anschaffung der Produkte fordern. Trotz intensiver Recherchen sehe ich bisher keine Möglichkeit eine objektive Entscheidung bzgl. der Anschaffung zu treffen. Kurz zusammenfassen möchte ich meinen derzeitigen Wissenstand wie folgt: 1) Die SSK gibt diesbezüglich leider keine Empfehlung. 2) In der SV Richtlinie werden diese Hauben nicht gefordert. 3) Nach Rücksprache mit verschiedenen Sachverständigen gemäß RöV wollen diese sich über den Nutzen nicht festlegen. 4) § 2c RöV: „Wer eine Tätigkeit … ist verpflichtet, jede Strahlenexposition von Mensch … unter Beachtung des Standes der Technik und unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles auch unterhalb der Grenzwerte so gering wie möglich zu halten.“. Die konkrete Einschätzung dieses Paragraphen ist jedoch ebenfalls nicht trivial. Meine konkrete Frage an Sie wäre: Ist die Anschaffung anzuraten oder gar erforderlich? Eine ausführliche Begründung Ihrer Antwort würde sehr weiterhelfen. Auch im Zusammenhang mit Interventionen ist eine weitere Frage aufgetreten: Es gibt, beispielsweise von Mavig, „femorales“ und „radiales Drape“. Dies sind Einwegabdeckungen, die auf den Patienten gelegt werden und die Strahlenexposition des Arztes ebenfalls weiter reduzieren sollen. Wie ist hier Ihre Einschätzung? Bringen diese Produkte etwas und sollten genutzt werden? Vielen Dank für Ihre Bemühungen. Mit freundlichen Grüßen, C. Müller


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Müller, da sprechen Sie ein sicherlich nicht triviales Problem an, da es hier um die Möglichkeit der Induktion sog. stochastischer Strahlenwirkungen geht, wozu auch die strahlenbedingte Verursachung von Krebs bzw. Tumoren gehört. Stochastische Strahlenwirkungen gehorchen statistischen Gesetzen, wobei also keine eindeutigen Aussagen in Einzelfällen sondern nur kollektive Risikoabschätzungen möglich sind, mit welchen Wahrscheinlichkeiten bestimmte Dosiswerte z.B. eine Krebserkrankung induzieren können. Diese grundsätzliche ´unscharfe´ Risikoaussage muss auch einer Antwort auf Ihre Frage zu Grunde gelegt werden, ob bei bestimmten Röntgenuntersuchungen mit möglicherweise nicht geringen Dosiswerten für das im Röntgenraum befindliche Personal das Tragen dieser Schutzhauben aus prophylaktischen Gründen (Dosisreduzierung des Gehirns zwecks Reduzierung des Tumorrisikos dort) angeraten, wenn nicht sogar notwendig sein sollte. Bisher gibt es, wie Sie ja auch angemerkt haben, diesbezügliche Forderungen nicht (SSK, SV-Richtlinie, Sachverständige). In der zurzeit in der Novellierungsphase befindlichen SV-Richtlinie ist es auch nicht vorgesehen, eine derartige Forderung mit aufzunehmen. Nochmals: Es ist wirklich schwierig, angesichts des stochastischen Charakters einer strahlenbedingten Tumorinduktion die Anwendung einer bestimmten strahlenschutztechnischen Maßnahme (hier: Schutzhaube) zu fordern oder nicht. Bei welcher Dosis legt man das noch akzeptable Strahlenrisiko fest? Eine Frage, die mich während meines (langen) ´Strahlenschutzlebens´ immer wieder beschäftigt hat. Die neuste Tabelle der sog. Gewebewichtungsfaktoren zur Ermittlung der (´stochastisch signifikanten´) effektiven Dosis aus der EURATOM-Richtlinie 2013/59 gibt für das Gehirn den im Vergleich zu anderen Geweben (z.B. Knochenmark, Lunge, Brust) kleinen Wert von 0,01 an. Daraus muss man schließen, dass für dieses Organ das stochastische Strahlenrisiko als relativ gering eingestuft wird. Fazit für mich: Strahlenschutzhauben kann man empfehlen, sollte sie aber nicht fordern. Was die Drapes betrifft, so sind diese zusammen mit dem (oft an der Decke angebrachten, schwenkbaren) Streustrahlenschutz zu nutzen. Sie vergrößern durchaus die Schutzwirkung dieses Streustrahlenschutzes (´sie bringen etwas´). Nutzung bei Hochdosisarbeitsplätzen empfehlenswert, wird aber bisher nicht gefordert. Sehr wichtig in eigener Sache: Hier wird von der anfragenden Person die Fa. Mavig angesprochen. Es gibt noch andere Firmen, die ebenfalls auf diesem Gebiet des Strahlenschutzes (Patienten- und Personalschutzkleidung, usw.) tätig sind! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  J. Spranz schrieb am 27.05.2015 - 12:34 Uhr:
Frage:2447 BETREFF: Prüfungen nach DIN 6868-157 durch IT-Systemhaus
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ein IT-Systemhaus beabsichtigt Techniker aus seinem Unternehmen die nach DIN 6868-157 geforderten Abnahme- bzw. Konstanzprüfungen an Befundungsmonitoren durchführen zu lassen. Nicht vorgesehen sind Prüfungen an ´strahlenden´ Baugruppen (z.B. Röntgengerät selbst). Meine Fragen: 1. Welche Grundqualifikation muss dieser Techniker besitzen? Üblicherweise absolviert ein derartiger Techniker die Ausbildung zum Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration, also keine medizinische Ausbildung. 2. Inwieweit muss dieser Techniker die spezielle Fachkunde nach § 18a RöV nachweisen? 3. Hat das IT-Systemhaus einen Strahlenschutzbeauftragten oder -verantwortlichen zu bestellen? 4. Wird bei den zuvor gestellten Fragen unterschieden in Abnahme- und Konstanzprüfung? Vielen Dank und viele Grüße J. Spranz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Spranz, wenn es bei der sog. geschäftsmäßigen Durchführung von Abnahme- und Konstanzprüfungen nicht erforderlich ist, Röntgenstrahlung einzuschalten, sich diese Prüfungen auf Anwendungs- und Zusatzgeräte, ..., auf Vorrichtungen zur medizinischen Befundung ... beschränken und wenn keine Strahlenschutzmaßnahmen erforderlich sind, muss diese Tätigkeit nicht nach § 6 Abs. 1 und 2 RöV bei der zuständigen Behörde angezeigt und keine Fachkunde im Strahlenschutz erworben werden. Diesen Text finden Sie in der sog. Qualitätssicherungs-Richtlinie vom 23. 6. 2014, dort in Abschnitt 1.6. Zu den Fragen: 1) Die hier von Ihnen genannte Grundqualifikation reicht aus. Natürlich muss der Techniken informiert sein, wie diese Prüfungen an Bildwiedergabesystemen nach DIN 6868-157 durchgeführt werden. Das kann ihm firmenintern beigebracht werden. 2) Kein Fachkundenachweis erforderlich (s.o.). 3) Keine Strahlenschutzbeauftragten und -verantwortlichen erforderlich. 4) Einziger Unterschied: Die Abnahmeprüfung ist komplexer und technisch aufwändiger als die Konstanzprüfung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Thorsten Lange schrieb am 26.05.2015 - 10:57 Uhr:
Frage:2446 BETREFF: Digitalvolumentomographie Zahnheilkunde
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich bin Zahnarzt und überweise an ein Röntgenzentrum für die Ausführung von DVT`s. Die Befundung sollte meines Wissens nach so erfolgen, dass alle auf dem Bild ersichtlichen pathologischen Fakten erfasst werden. Leider erhalte ich keine vollständigen Befunde und finde dazu keinen Rat. Der Betreiber gibt mir die Auskunft, dass nur die Regio befundet wird, wegen der ich überweise. Gibt denn die Röntgenverordnung dazu keine genaue Anweisung, ich finde nichts eindeutiges.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Lange, nach Meinung eines von mir zur Beantwortung Ihrer Fragen hinzugezogenen zahn/ärztlichen Kollegen sind zahnärztliche Leistungen nur dann abrechenbar, wenn der jeweilige Leistungsinhalt vollständig erbracht wurde. Bei einer Röntgenuntersuchung gehören Befund und Dokumentation dazu, die technische Ausführung einer Aufnahme reicht nicht. Die in der Anfrage geschilderte ´Teil-Befundung´ gibt in der Tat immer wieder Anlass zu Missverständnissen. Wenn ein Zahnarzt mit DVT-Fachkunde aber ohne eigenes Gerät z.B. von einem Kollegen mit Gerät eine DVT-Aufnahme anfertigen lässt, mag man dies im Einzelfall noch dann hinnehmen können, wenn diese Aufnahme qualifiziert nachbefundet werden kann. Bei einer Überweisung an ein ´Röntgen-Zentrum´ sollte man jedoch von diesem immer den vollständigen Leistungsumfang fordern. Dies gilt insbesondere, wenn ein Zahnarzt ohne DVT-Fachkunde eine entsprechende Überweisung veranlasst. Vorschlag zu einer praktischen Lösung: Einen anderen DVT-Anbieter suchen (diese gibt es inzwischen reichlich) oder im Einzelfall ganz gezielt die unvollständig erbrachte Leistung nicht bezahlen und in Ruhe abwarten, wie das wohl für das ´Röntgen-Zentrum´ ausgehen wird. In der RöV findet man zu diesem Fragenkomplex nichts Konkretes. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marie schrieb am 21.05.2015 - 14:16 Uhr:
Frage:2445 BETREFF: Strahlendivergens
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich arbeite als ltd. MTA in einem kleinen Krankenhaus ohne Radiologen. Die Röntgenanforderungen werden von den Ärzten mit der nötigen Fachkunde gestellt, mit der recht. Indikation. Leider kommt es vor, dass Röntgenaufnahmen angefordert werden, die meiner Meinung nach nicht richtig sind. Bsp. 10 jähriges Kind mit einer Schürfwunde am Ellenbogen. Bekommt 6 Röntgenaufnahmen. HG 2 Eb Unterarm 2 Eb und Ellenbogen 2 Eb. Wenn ich dem Arzt dann versuche zu erklären, dass ich das HG 2 Eb mit Anteil Unterarm röntge und den Ellenbogen mit Anteil Unterarm (4 Aufnahmen)bekomme ich zur Antwort, das möchte er nicht. Er könnte die Gelenke dann wegen der Strahlendivergens nicht nicht beurteilen. 1. habe ich gelernt, dass man Extremitäten immer mit einem angrenzenden Gelenk röntgt (hat sich vielleicht in den letzten 20 Jahren ohne mein Wissen geändert ??) 2. kommt die Strahlendivergens erst bei z.b. Ganzbeinaufnahmen zum tragen. Da ich nur MTA bin, und nichts schriftliches habe sind mir die Hände gebunden und ich musste dieses Kind röntgen. Wie kann ich dagegen argumentieren? Wo kann ich etwas wegen der Strahlendivergens nachlesen? Ich habe schon viel im Internet geschaut, finde aber nichts was mir weiter hilft. Wo steht es, dass man Extremitäten nur mit einem Gelenk röntgen darf? Vielen Dank.


1. Antwort: Hallo Marie, ich selbst bin zwar kein Radiologe (sondern Physiker), weiß aber ganz gut, wen ich bei Anfragen dieser Art zu Rate ziehen kann. Hier die Antworten: 1) Bei einer reinen Schürfwunde ist eigentlich eine Röntgenaufnahme nicht indiziert. 2) Skelettanteile werden immer mit einem angrenzenden Gelenk geröntgt, soweit natürlich die Indikation für die Röntgenuntersuchung besteht. Also ist Ihre Meinung durchaus korrekt. 3) Was die Beurteilbarkeit einer Röntgenaufnahme betrifft, so hat die sog. Strahlendivergenz keinen Einfluss darauf. Da müssen Sie auch nichts nachlesen. Noch etwas ganz allgemein: Es ist sicherlich zu begrüßen, wenn in einer Röntgenabteilung eine kritische MTA oder MTRA tätig ist, aber die ´letzte Entscheidung´ über die Art und Weise, ob und wie eine Röntgenuntersuchung durchgeführt werden soll, hat der im Strahlenschutz fachkundige Arzt, der die rechtfertigende Indikation nach § 23 Abs. 1 RöV gestellt hat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dieter Arenhold schrieb am 21.05.2015 - 11:30 Uhr:
Frage:2444 BETREFF: Betrieb Angiographieanlage
Sehr geehrter Prof Ewen, wir hatten vor kurzen eine Sachverständigen prüfung für eine Angiogrphiegerät mit der folgerung unter Punkt N ´Die Grenzwerte für die Darstellung der Niedrigkontrastauflösung und des Dynamikbereich werden nicht erreicht. Dies gilt sowohl für Durchleuchtung wie auch für den Cine Mode. Die Linienpaarauflösung (bei Durchleuchtung min. 1,0 LP bezogen auf 25 cm BV-Durchmesser) wird ebenfalls nicht erreicht. Die Bildqualität ist beim Cine Mode innerhalb einer Serie sehr unterschiedlich, bei Durchleuchtung ist das Bild stark verrauscht.´ Muss das Gerät sofort stillgelegt werden kann mann bis zur zeitnahen Reparatur oder Austausch mit dem Gerät noch weiter arbeiten? Vielen Dank und freundliche Grüße Dieter Arenhold


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Arenhold, ich nehme mal an, dass es sich hier um eine sog. Wiederholungsprüfung gehandelt hat (§ 18 Abs. 1 Nr. 5 RöV). Hier ist ja gefordert, dass der ´Betreiber´ der Röntgeneinrichtung (der Strahlenschutzverantwortliche) den Prüfbericht vom Sachverständigen (SV) zugesandt bekommt und er diesen dann weiter an die zuständige Behörde übersenden muss. Nur diese hat grundsätzlich darüber zu entscheiden, was zu geschehen hat, wenn in diesem Bericht Mängel festgestellt werden. Sie wird die Abstellung dieser Mängel um so kurzfristiger fordern, je gewichtiger diese Mängel sind (sicherlich vor allem Mängel der Kategorie I). Im Extremfall einer möglichen relevanten und akuten Gefährdung des Personals oder der Patienten kann sie auch den Betrieb der Einrichtung untersagen, bis die Mängel abgestellt sind. Bei schwerwiegenden Mängeln sollte der SV in seinem Bericht auf diesen Umstand hinweisen. Auch der Betreiber selbst hat eine Überwachungspflicht: ´Bei jeder Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen muss die ordnungsgemäße Funktion der Röntgeneinrichtung sichergestellt sein´ (§ 25 Abs. 1a RöV). Ich persönlich bewerte die von Ihnen geschilderten Mängel als durchaus kritisch, denn die beiden wichtigen Parameter, welche die Bildqualität beschreiben, und zwar sowohl die Ortsauflösung (zu wenige LP/mm) als auch die Kontrastauflösung (Bild stark verrauscht), liegen im Argen. Ich will auch nicht verschweigen, dass sich beim einfachen Weiterbetrieb der Röntgeneinrichtung sogar strafrechtliche oder zivilrechtliche Konsequenzen ergeben könnten. Man stelle sich vor, dass ggf. aufgrund der vorliegenden Mängel eine Erkrankung möglicherweise nicht oder nicht vollständig erkannt wird und der Patient dadurch weiteren Schaden nimmt. In einem solchen Fall und mit dem Wissen über die vorhandenen Mängel wäre der Verdacht auf grob fahrlässiges oder vorsätzliches Handeln sicherlich nicht auszuschließen. Wenn schon keine sofortige Stilllegung, so sollte die Reparatur bzw. die Mängelbeseitigung doch ohne zeitlichen Verzug erfolgen und dann der Vollzug dieser Maßnahme der Behörde mitgeteilt werden. Es sollte erwogen werden, dass bis dahin der Anwendungsumfang der betroffenen Röntgeneinrichtung durch den Strahlenschutzverantwortlichen oder den Strahlenschutzbeauftragten zumindest eingeschränkt werden sollte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  T. Müller schrieb am 16.05.2015 - 12:44 Uhr:
Frage:2443 BETREFF: Fachkunde MPE RöV
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, welche (Teil-)Fachkunden nach der RöV existieren für MPEs und welche Fachkunde ist insbesondere für die IORT mit einem IORT-Gerät erforderlich, welches mit Röntgenstrahlung arbeitet? Welche Kurse sind ggf. erforderlich, um diese Fachkunde zu erwerben? Vielen Dank und freundliche Grüße! T. Müller


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Müller, um die Tätigkeit eines MPE ausüben zu dürfen, müssen zwei Erfordernisse erfüllt sein, und zwar der Nachweis der erforderlichen Ausbildung und der Nachweis der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz. Zum Nachweis der notwendigen Ausbildung verweisen wir auf § 2 Nr. 11 RöV bzw. § 3 Abs. 2 Nr. 21 StrlSchV. Da dieser Nachweis von verschiedenen Faktoren abhängt, ist es ratsam, die örtlich zuständige Aufsichtsbehörde zu befragen. Wenn allerdings schon die Tätigkeit des MPE in der Strahlentherapie (z.B. Teletherapie oder NUK) ausgeübt wird, dann gilt der Nachweis der erforderlichen Berufsausbildung auf jeden Fall als erbracht. Für die Fachkunde Röntgentherapie muss bei bereits vorliegender Fachkunde für die Teletherapie nach StrlSchV nur noch die Sachkundezeit in der Röntgentherapie von 6 Monaten nachgewiesen werden, damit die zuständige Stelle auch die Fachkundebescheinigung für diesen Bereich ausstellen kann. Wenn die Fachkunde des MPE bisher für die Tätigkeit nur in der NUK oder nur in der Röntgendiagnostik bescheinigt ist, dann muss zusätzlich zu den 6 Monaten Sachkunde in der Röntgentherapie auch der Spezialkurs Teletherapie nachgewiesen werden. Dieser Kurs gilt sowohl für die Teletherapie nach StrlSchV als auch für die Röntgentherapie (z.B. IORT). Wenn - im Extrenfall - bisher keinerlei Fachkunde vorliegt, dann müssen alle Kurse (Grundkurs, Spezialkurs Teletherapie) und 24 Monate Sachkunde (davon mindestens 6 Monate in der Röntgentherapie) nachgewiesen werden. Für die MPE-Fachkunde in der Röntgendiagnostik gilt Vergleichbares, wobei mindestens 6 Monate Sachkunde in der Röntgendiagnostik nachzuweisen sind und auf jeden Fall (auch bei schon tätigen MPE) ein Spezialkurs Röntgendiagnostik für Ärzte nach der Fachkunderichtlinie zur RöV erfolgreich zu absolvieren ist. In allen Fällen gilt: Die erworbene bzw. zusätzlich erworbene Fachkunde muss immer von der zuständigen Stelle bescheinigt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Ricken schrieb am 12.05.2015 - 13:20 Uhr:
Frage:2442 BETREFF: Organigramm
Wir müssen für unsere Klinik ein Organigramm zur Organisation der Verantwortlichkeiten im Strahlenschutz erstellen. Hier bitte ich um Zusendung entsprechender Vorlagen bzw. um Rückmeldung bezgl. der Einbindung von angeschlossenen Praxen / MVZ bzw. kooperierenden externen Praxen. Herzlichen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Ricken, die Abbildung einer Strahlenschutzorganisation in Kliniken oder größeren Praxen kann beliebig komplex und variabel sein. Dies ist abhängig von der Unternehmensform (z.B. AG, GmbH, GbR o.ä.), von den innerbetrieblich tätigen Personen, wie beispielsweise Strahlenschutzverantwortlicher, Strahlenschutzbeauftragter, Bevollmächtigter, sonstige Mitarbeiter in verschiedenen Hierarchiestufen, Arbeitsschutzorganisationen, Betriebs- oder Personalratsstrukturen. Daneben sind auch noch landesrechtlich unterschiedliche Sichtweisen bei Festlegung und Abgrenzung von Strahlenschutzverantwortlichen (z.B. bei einer GbR oder bei Mehrfachnutzung einer Einrichtung) zu berücksichtigen. All diese möglichen Ebenen innerhalb von Strahlenschutzorganisationen machen es dem Forum RöV unmöglich, hierzu allgemeingültige Aussagen zu machen. Formblätter oder Vorlagen halten wir im Forum RöV auch nicht vor, und diese, so sie überhaupt existieren, könnten aus oben genannten Gründen sicherlich nur sehr allgemein formuliert sein. Wir empfehlen Ihnen, sich mit der örtlich zuständigen Strahlenschutzbehörde zwecks Beratung in Verbindung zu setzen oder einen Sachverständigen hinzuzuziehen, der mit den örtlichen und landesrechtlichen Gegebenheiten vertraut ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frank Rost schrieb am 09.05.2015 - 11:00 Uhr:
Frage:2441 BETREFF: Einweisung vor Inbetriebnahme Gammakamera
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich kann leider nirgends Informationen bezüglich folgender Fragestellung zur Gammakamera mit SPECT System erhalten und wende mich deshalb an Sie. Bedarf dieses Medizinprodukt einer Einweisung durch den Hersteller bzw. qualifizierten Person? Fällt eine Gammakamera unter die RÖV(da nur Detektor)? Laut MPBetreiberV gilt diese Einweisungspflicht nur für MP der Anlage 1. Dieser Anlage kann ich keine Zweckbestimmung einer Gammakamera zuordnen. Unter welcher Verordnung würden Sie dieses Medizinprodukt dann zuordnen oder an wen würden Sie sich wenden? Viele Grüße und vielen Dank,F.Rost


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rost, eine Gammakamera an sich ist ja kein strahlenerzeugendes System sondern eins, mit dem man Strahlung (Gammastrahlung) nachweisen kann. Also fällt dieses System (für sich alleine) weder unter die StrlSchV, aber erst recht nicht unter die RöV, denn Röntgenstrahlung ist keineswegs im Spiel. Eine Gammakamera, als Messeinrichtung in der Nuklearmedizin, kann natürlich in ein entsprechendes Genehmigungsverfahren nach StrlSchV für den Umgang mit in der Nukmed genutzten radioaktiven Stoffen integriert sein. In § 5 der MPBetreibV wird die Einweisung für den Betrieb von Medizinprodukten gefordert, die in Anlage 1 der MPBetreibV aufgeführt sind. In der dortigen Liste sind die Gammakamera oder ähnlich arbeitende Systeme allerdings nicht aufgeführt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Walter Huhn schrieb am 08.05.2015 - 15:49 Uhr:
Frage:2440 BETREFF: Forumanfrage 2432 vom 24.4.2015
Lieber Klaus, ich habe an dieser Stelle eine Anmerkung zur Forumanfrage 2432 vom 24. April 2015 und auf die Antwort zu dieser Frage. Diese Anmerkung betrifft nicht die Ausführungen, die zur Anwendbarkeit von Richtlinien und Normen erfolgt sind. Ich denke, diese sind ausführlich und beschreiben die Bedeutung dieser Regelwerke, aber auch die Möglichkeiten, Nachweise auf anderem Weg zu führen. Meine Anmerkung ist, dass die Mitteilungen der obersten Landesbehörden zur Umsetzung der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) und insbesondere zu DIN 6868-157 vom November und Dezember 2014 aus bestimmten Gründen, die nicht vernachlässigt werden durften, angepasst werden mussten. Diese Anpassungen wurden von den Vertretern der obersten Landesbehörden für die Durchführung der RöV beraten, mit den v.g. Mitteilungen aus dem November und Dezember 2014 zusammengefasst und am 6. Mai 2015 als zusätzliche Festlegung zur QS-RL beschlossen. Somit liegt eine aktuelle Regelung vor, die die QS-RL ergänzt und bei Bedarf bei den örtlich zuständigen Behörden abgefragt werden kann. Ich gehe davon aus, dass diese zusätzliche Festlegung in Kürze auch auf den Fachseiten im Internet oder den entsprechenden Informationsseiten der Strahlenschutzbehörden zu finden sein wird. Gruß Walter Huhn


1. Antwort: Lieber Walter, Danke für diesen aktuellen Hinweis zu gewissen Umsetzungsmodalitäten im Zusammenspiel zwischen QS-RL und DIN 6868-157. Diese als ´zusätzliche Festlegung zur QS-RL´ bezeichnete Ergänzung zur QS-RL ersetzt jetzt den Text, der zum Zeitpunkt der Formanfage Nr. 2432, also am 24.4.2015, noch Gültigkeit hatte und damals von mir zitiert wurde. Wichtig für die an dieser Thematik interessierten Forum-User ist: Der neue Text kann jetzt bundesweit bei den örtlich zuständigen Behörden abgefragt werden, ggf. mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auch im Internet. Viele Grüße Klaus Ewen



  B.Russ schrieb am 07.05.2015 - 22:40 Uhr:
Frage:2439 BETREFF: Kinderfilter
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, Bisher wurden bei uns keine Kinder geröntgt, was sich aber wohl ändern wird. An dem Bucky Gerät können wir die gewünschte Cu Filterung(0,1-0,4) eingeben. Aber wie komme ich an die 1mm Al? Die zu bestellenden Pädiatriefilter bestehen wohl alle aus 0,1mm Cu+1mm Al. Dh wenn ich diesen Filter einschiebe, brauche ich doch nicht mehr den Cu Filter am Gerät. Ich hätte dadurch den doppelten Cu -Filter. Oder hab ich jetzt einen Denkfehler? Herzlichen Dank im Voraus B. Russ


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Russ, die Forderung nach Zusatzfilterung in der Pädiatrie, z.B. nach der Leitlinie der Bundesärztekammer, beträgt 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu. Dabei entspricht 1 mm Al etwa einer Cu-Dicke von 0,03 mm. Sie sehen also, dass 1 mm Al im Vergleich zu 0,1 mm Cu (oder mehr) keine große Rolle spielt. Üblicherweise haben Aufnahmegeräte eine Mindestfilterung von 2,5 mm Al. Wenn Sie also an Ihrem Gerät Zusatzfilterungen von 0,1 - 0,4 mm Cu anwählen können, ist ja alles in Ordnung. Wenn man andererseits ein ´Pädiatriefilter´ von ´0,1 mm Cu + 1 mm Al´ (irgendwo im Strahlenaustrittsbereich des Röntgenstrahlers) einschieben würde, dann reicht das natürlich und man benötigt (irgendwo anders im Strahlengang, also ´am Gerät´) kein weiteres Cu-Filter. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Uwe Zeilinger schrieb am 07.05.2015 - 14:09 Uhr:
Frage:2438 BETREFF: Bedienoberfläche einer Durchleuchtungsanlage
Sehr geehrter Hr.Prof. Ewen, wir haben seit kurzem eine Durchleuchtungsanlage in Betrieb der zwar eine deutsche Bedienungsanlage beiliegt aber deren bedieneroberfläche und Tastatur komplett in Englisch ist und die laut Hersteller nicht umzustellen ist. Ist solch eine Anlage MPG und Röv konform. Gruß Uwe Zeilinger


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Zeilinger, die RöV schreibt in ihrem § 18 Abs. 1 Nr. 1 eine deutschsprachige Gebrauchsanweisung vor, aber nicht, dass Bedieneroberfläche und Tastatur nicht in Englisch ausgelegt sein dürfen. Ich stecke nicht so tief drin im Medizinprodukterecht, kann mir aber nicht denken, dass dort etwas anderes verlangt wird. In einer Zeit, in der auch das Strahlenschutz- und Medizinprodukterecht von EU-Richtlinien bestimmt werden, kann ich mir auch gar nichts anderes vorstellen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ronny Rhinow schrieb am 30.04.2015 - 08:52 Uhr:
Frage:2437 BETREFF: 5-Jahres-Frist überziehen möglich?
Ich habe vier SSB, die im März 2016 ihre Fachkunder erneuern müssen. Der nächste Kurs am Institut meiner Wahl ist im Mai 2016. Hat jemand Erfahrungen damit, ob eine solche Überziehung der 5-Jahres-Frist von den Behörden akzeptiert wird? Gruß, Rhinow


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rhinow, auf Ihre Frage gibt es nur eine Antwort: Bei der zuständigen Behörde nachfragen. Denn die Auslegung, was im Zusammenhang mit der Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz eine ´Überziehung´ ist, wird von den Behörden - in einem gewissen Rahmen natürlich - ein wenig unterschiedlich gehandhabt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Nils Wagner schrieb am 29.04.2015 - 14:21 Uhr:
Frage:2436 BETREFF: Prüfung Befundungsmonitore
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen. Welche rechtlichen Voraussetzungen muss ich erfüllen, um Befundungsmonitore in einer Arztpraxis prüfen zu können?Prüfen bedeutet an der Stelle: Konstanzprüfungen im Sinne der neuen DIN 6868-157 als Wiederholungsprüfung. Nicht: Abnahmeprfungen bei Inbetriebnahme. Die Fachkunde im Strahlenschutz nach R6.1 besitze ich bereits. Brauche ich dann auch den Nachweis der praktischen Tätigkeit nach Fachkunde-Richtlinie Technik nach der RöV? Und an welcher Stelle gibt es dafür rechtssichere Aussagen? Herzlich, Nils Wagner


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wagner, werfen Sie bitte einen Blick in die Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) vom 23.6.2014, und zwar dort in den Abschnitt 1.6. Die QS-RL ist im Internet auffindbar, aber auch hier im Forum RöV (forum-roev.de; dann auf der Startseite den Link ´7.Richtlinien ...´ anwählen; mit Datum 23.6.2014 ist dort ganz oben in der Tabelle die QS-RL eingeordnet). Aus dem besagten Abschnitt 1.6 geht hervor, dass für die Durchführung von Konstanzprüfungen, zu deren Durchführung die Röntgenstrahlung nicht eingeschaltet werden muss und die sich auf Anwendungsgeräte, Zusatzgeräte, ..., wozu auch Befundungsmonitore gehören, beschränken, keine Fachkunde im Strahlenschutz erforderlich ist. Ich kann aus der DIN 6868-157 (Anhang C.2) keine Prüfposition erkennen, zu deren Durchführung Röntgenstrahlung eingeschaltet werden müsste. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. C. Ahlers schrieb am 29.04.2015 - 13:05 Uhr:
Frage:2435 BETREFF: Ausbildungsvoraussetzungen DXA
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Ich habe eine Mitarbeiterin mit der Ausbildung zur ZFA (Zahnmedizinische Fachangestellte). Sie verfügt über den ´Röntgenschein´ für den Bereich Zahnmedizin. Darf Sie mit der entsprechenden Herstellereinweisung DXA-Messungen bei uns durchführen? Falls nein, welche Qualifikation müsste sie erwerben? Perspektivisch würde ich Sie auch gerne im konventionellen Röntgen einsetzen. Wie sieht es da aus? Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Ahlers, seitens einer ZFA reicht der Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz für das Gebiet der Zahnmedizin zur technischen Durchführung von DXA-Messungen nicht aus. Es gibt 2 Möglichkeiten: Entweder sie erwirbt diese speziellen ´DXA-Kenntnisse´ (10 Unterrichtsstunden nach Anlage 8.1 der Fachkunde-Richtlinie Medizin RöV) oder, falls spätere Tätigkeiten in der konventionellen Röntgendiagnostik nicht ausgeschlossen sein könnten, sie erwirbt die Kenntnisse im Strahlenschutz für das gesamte Gebiet der Röntgendiagnostik (90 Uh nach Anlage 8 der genannten Richtlinie). Letztgenannte Kenntnisse schließen DXA-Messungen mit ein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ralf Stolpe-Jazbinsek schrieb am 27.04.2015 - 13:07 Uhr:
Frage:2434 BETREFF: zu Frage 2432
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank für Ihre superflotte Beantwortung! Nun ist das geklärt, für alle die noch Zweifel hatten zum nachlesen. Vielen Dank! MfG Ralf Stolpe-Jazbinsek


1. Antwort: ... gern geschehen. Das Thema DIN 6868-157 ist ja auch nicht ganz so trivial. Gruß K. Ewen



  Boris Russ schrieb am 25.04.2015 - 09:00 Uhr:
Frage:2433 BETREFF: Rasterschacht
Sehr geehrter Herr Prof. Even, Wir sollen im Ausnahmezustand im Schockraum Schwerstverletzte die Basisuntersuchung mit der Mobilette durchfüheren. Allerdings nur Thorax und Becken. Müssen bei CR Technik (digitalisierte Speicherfolietechnik)noch Rasterschächte benutzt werden? Ich hatte mich mal so umgehört und erfahren, dass nach der Umstellung von Film-Folien Systeme auf CR, Rasterkassetten bzw Rästerschächte nicht mehr notwendig sind. Genauso wie Ausgleichsfilter oder Tubus.Vielleisvht können Sie mir falls es so ist, schreiben ob und warum es so ist. Und wo ich ggf nachlesen kann Vielen Dank für Ihre Mühe B. Russ


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Russ, Sie haben ja Ihre Frage ´Raster ja oder nein´ ganz konkret auf Röntgenaufnahmen mit einem fahrbaren Röntgengerät ausgerichtet. Auch in der analogen Zeit (FFS) wurden diese Aufnahmen weitgehend ohne Nutzung einer Rasterkassette durchgeführt. Bei adipösen Patienten führte diese Technik dann zu kontrastarmen Röntgenbildern. Zur Nutzung digitaler Systeme, also von DR- oder CR-Systemen (Speicherfolien), schreibt die Leitlinie der BÄK (diese finden Sie im Internet) folgendes (Auszug): ´Für digitale Abbildungssysteme gilt: ... kann vor allem bei schlanken Patienten auf ein Raster verzichtet werden. Der dadurch bedingte Kontrastverlust wird durch digitale Kontrastanhebung bei der Bildverarbeitung ausgeglichen.´ Zusätzlich empfehlen wir immer, sich bei derartigen Fragestellungen (wie hier z.B. ´Thorax, Becken mit einer mobilen Röntgeneinrichtung und das ohne Raster´) mit der zuständigen ärztlichen Stelle abzusprechen. Nit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ralf Stolpe-Jazbinsek schrieb am 24.04.2015 - 23:36 Uhr:
Frage:2432 BETREFF: DIN 6868-157, Gültig ab 1.5.2015? Wodurch?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zu o.g. kurzen Fragen finde ich keine Antwort. Es wird zwar viel darüber geredet, aber wo steht es das die neue Norm DIN 6868-157 ab 1.5.2015 verbindlich umgesetzt werden muss? Es ist zwar ein Schreiben im Umlauf mit Namen ´TOP C 06 der 73. Sitzung des LA RöV am 4.11.2014 Mitteilung zur Änderung der Qualitätssicherungsrichtlinie (QS-RL)´, aber hierzu fehlt jede gesetzliche Verbindlichkeit, auch im Schreiben selbst! Ich hätte erwartet das zum 1.5.2015 eine verbindliche und neue QS-RL vorliegt,die letzte Änderung vom 23. Juni 2014 ist aber noch gültig und somit kann wohl auch über den 1.5.2015 nach DIN V 6868-57 geprüft werden! Momentan gehe ich davon aus das wir noch keine verbindliche Rechtssicherheit zu o.g. Norm, DIN 6868-157, haben und Einigkeit darin besteht das die alte Norm DIN V 6868-57 bis zum Inkrafttreten der neuen QS-RL auch an Neugeräten ab 1.5.2015 noch immer verwendet werden darf bzw. muss. Noch fehlt der entsprechende Eintrag DIN 6868-157 als Prüfnorm in Tabelle ´Normen´ auf Seite 34 der QS-RL Fassung 23.6.2014. Der Eintrag: DIN V 6868-57 (zukünftig DIN 6868-157) in Tabelle Anhang A, Seite 37 der QS-RL Fassung 23.6.2014. kann das nicht ersetzen. Was wir hier brauchen ist gesetzliche Klarheit! MfG Stolpe-Jazbinsek
Dateianhang: anzeigen

1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stolpe-Jazbinsek, bei einer Richtlinie (z.B. hier: bei der QS-RL) geht es nicht um die Frage nach deren rechtlichen Verbindlichkeit. Das sind Richtlinien im Strahlenschutzrecht in der Regel nämlich nicht, da sie in den Verordnungen (hier: in der RöV) explizit nicht als Regelungen aufgeführt sind (Ausnahme sind die Allgemeinen Verwaltungsvorschriften -AVV-, die mit Zustimmung des Bundesrates erlassen werden können). Entsprechendes kann man auch aus dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs für Baden-Württemberg herauslesen, der eine Festlegung zur Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin beschreibt. Genauso wenig verbindlich sind Normen (national und international). Allerdings beschreiben Richtlinien und Normen oder Rundschreiben der obersten Bundesbehörden oder Landesbehörden häufig den aktuellen Stand der Technik, und genau dieser ist z.B. nach der RöV nachzuweisen (§ 3 Abs. 2 Nr. 5 bzw. § 4 Abs. 2 Nr. 1c). Wenn nun eine Norm einen bestimmten Stand der Technik beschreibt, so geben die Behörden normalerweise vor, ab wann dieser Stand vom Strahlenschutzverantwortlichen nachzuweisen ist. Um das Verfahren für alle Beteiligten handhabbar zu machen, wird häufig eine gewisse Übergangszeit eingeräumt. Die obersten Landesbehörden teilen den atomrechtlichen Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden, den Sachverständigen, den ärztlichen Stelle und den Messstellen mit, dass sie bei der Erfüllung einer gewissen Norm, einer Richtlinie oder eines Rundschreibens davon ausgehen können, dass der Stand der Technik erfüllt ist. Natürlich ist es auch möglich, auf ganz andere Weise nachzuweisen, dass der Stand der Technik an einer Röntgeneinrichtung vergleichbar zu einer Norm erfüllt ist. Allerdings ist dann mit einem aufwändigen Gutachten oder einer Stellungnahme einer sachverständigen Person der Behörde nachzuweisen, dass das vorgegebene Ziel vergleichbar zur Norm auf anderem Weg erreicht wird. Dieser Vorgang ist meistens sehr aufwändig und ggf. auch kostenintensiv. Die Verbindlichkeit eines Rundschreibens der obersten Landesbehörden ergibt sich dann, wenn dieses Schreiben in den Ländern umgesetzt wurde, also dem Vollzug zugrunde liegt. Dann werden die Genehmigungsbehörden den entsprechenden Nachweis verlangen. Wenn also nach Ablauf der Übergangsfrist am 1.5.2015 weiterhin die DIN V 6868-57 angewendet wird, dann werden sich die Behörden dezidiert nachweisen lassen, dass der Stand der Technik tatsächlich erfüllt wird. Als Fazit kann man sagen, dass eine Richtlinie genauso viel oder wenig verbindlich ist wie ein Rundschreiben, Gesetzes- oder Verordnungskraft haben beide nicht - Normen natürlich auch nicht. Allein die Beschreibung des Stands der Technik gibt diesen Regelungen ihre große Bedeutung. Zusammenfassung zu Ihrer Fragestellung: Es liegt ein Schreiben an die obersten Landesbehörden zur Durchführung der RöV vor, das sich auf den TOP C 06 der 73. Sitzung des LA RöV bezieht und eine Mitteilung zur Änderung der QS-RL zum Thema BWS beinhaltet. Diese daraus resultierenden Änderungen der QS-RL sind spätestens ab dem 15.12.2014 anzuwenden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Werner Betz schrieb am 23.04.2015 - 20:54 Uhr:
Frage:2431 BETREFF: Röntgenforum aktuell?
Sehr geehrtes Röntgenforum-Team, äuscht mich mein Eindruck, dass die Website des Röntgenforums nicht mehr aktualisert wird? Das wäre wirklich schade. Mit freundlichen Grüßen Werner Betz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Betz, zunächst vielen Dank für Ihr fürsorgliches Interesse am Röntgenforum. Wir haben Ihren Beitrag intern besprochen und verabredet, diesem Aspekt des Forums, der ja neben der aktuellen und möglichst zeitnahen Beantwortung der eingehenden Fragen auch wichtig ist, (wieder) mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Heinrich Mertens schrieb am 23.04.2015 - 11:07 Uhr:
Frage:2430 BETREFF: Einweisung in die Bedienung
Sehr geehrte Damen und Herren, gemäß § 18 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Röntgenverordnung (RöV) ist dafür zu sorgen, dass die beim Betrieb einer Röntgeneinrichtung beschäftigten Personen anhand einer deutschsprachigen Gebrauchseinweisung durch eine entsprechend qualifizierte Person in die sachgerechte Handhabung eingewiesen werden. Gemäß Kapitel 2.1 der Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV muss bei Erstinbetriebnahme die Einweisung durch entsprechend qualifizierte Personen des Herstellers oder Lieferanten erfolgen; im weiteren Betrieb können die ersteingewiesenen Personen die Einweisung durchführen. Ein Durchleuchtungssystem kann als ein Medizinprodukt nach Anlage 1 der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) eingeordnet sein. Gemäß § 5 Abs. 2 MPBetreibV dürfen so eingeordnete Röntgendiagnostikeinrichtungen nur von Personen angewendet werden, die die Voraussetzungen nach § 2 Abs. 2 erfüllen und die durch den Hersteller oder durch eine nach Abs. 1 Nr. 2 vom Betreiber beauftragte Person unter der Berücksichtigung der Gebrauchsanweisung in die sachgerechte Handhabung dieses Medizinproduktes eingewiesen worden sind. Fragen: 1) Besteht ein qualitativer Unterschied zwischen einer ersteingewiesenen Person im Sinne der RöV und einer vom Betreiber beauftragten Person im Sinne der MPBetreibV? Wenn ja, welcher? 2) Gibt es eine Quelle, in der steht, welche Röntgendiagnostikeinrichtungen als Medizinprodukt nach Anlage 1 der MPBetreibV eingeordnet sind? 3) Hat eine Einweisung durch entsprechend qualifizierte Personen des Herstellers oder Lieferanten im laufenden Betrieb dieselbe Qualität wie die Einweisung zum Zeitpunkt der Erstinbetriebnahme, d.h. gelten die dann eingewiesenen Personen ebenfalls als ersteingewiesene Personen? Für die Beantwortung meiner Fragen möchte ich Ihnen im Voraus danken. Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, zur Frage 1 : Wenn die beauftragte Person nach MPBetreibV auch das notwendige Wissen nach der RöV, vor allem bezüglich der betroffenen Röntgeneinrichtung, hat, dann besteht nach unserer Meinung kein qualitativer Unterschied. Die RöV schließt nicht aus, dass die Einweisung von neuem Personal durch einen qualifizierten Dienstleister erfolgt. Die notwendige Qualifikation muss diese Person im Einzelfall ggf. nachweisen (z.B. durch eine Fachkundebescheinigung, Lehrgangszeugnisse, o.ä.). Dies gilt natürlich auch umgekehrt. Zur Frage 2: Dass Röntgendiagnostikeinrichtungen (hier Durchleuchtungseinrichtungen) in die Anlage 1 der MPBetreibV eingeordnet sind, ist uns nicht erkenntlich. Da wir im Forum RöV (!) aber nicht unbedingt die Fachkompetenz für die Regelungen des MP-Rechts haben, empfehlen wir Ihnen, sich mit der zuständigen Aufsichtsbehörde für das Medizinprodukterecht in Verbindung zu setzen (z.B. in NRW mit den Dezernaten 24 der Bezirksregierungen). Ein Blick in die Anlage 1 zur MPBetreibV zeigt, dass darin als bildgebendes Verfahren nur die Kernspintomographie aufgeführt ist, die aber nicht unter den Geltungsbereich der RöV fällt. Zur Frage 3: Der § 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV legt fest, dass die beim Betrieb der Röntgeneinrichtung beschäftigten Personen durch eine entsprechend qualifizierte Person in die sachgerechte Handhabung eingewiesen werden. Festgelegt ist, dass diese Einweisung vor der ersten Inbetriebnahme durch qualifizierte Personen des Herstellers oder Lieferanten erfolgen muss. Später, z.B. beim Hinzukommen weiterer Personen, kann diese Einweisung dann auch durch bereits eingewiesenes qualifiziertes Personal des Betreibers erfolgen. Es ist jedoch jederzeit möglich, dass solche Einweisungen von neuem Personal auch durch qualifizierte Personen des Herstellers oder Lieferanten erfolgen können. Der Betreiber (der Strahlenschutzverantwortliche) muss dafür sorgen, dass die erforderliche Dokumentation über diese Einweisungen erfolgt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 19.04.2015 - 21:48 Uhr:
Frage:2429 BETREFF: Rechtfertigende Indikation
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, rein hypothetisch: wenn eine Röntgenuntersuchung durchgeführt wurde, ohne dass ein Arzt mit Fachkunde die rechtfertigende Indikation gestellt hat, wer ist dann im Falle eines Falles haftbar zu machen? Nur der Arzt mit Fachkunde? Auch der Arzt mit Fachkenntnissen, der die Untersuchung angeordnet hat? Und wie ist es mit der MTRA, die die technische Durchführung gemacht hat? Vielen Dank für Ihre Antwort, herzliche Grüße Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, hier unsere Meinung zu Ihren Fragen: Man muss zwischen den Regelungen des Strahlenschutzrechts, des Strafrechts und des Zivilrechts unterscheiden. Nach den Regelungen des Strahlenschutzrechts sind immer die Strahlenschutzverantwortlichen (´Anlagenbetreiber´ bzw. ´-besitzer´) und die für den jeweiligen Bereich bestellten Strahlenschutzbeauftragten die verantwortlichen Personen. Die zuständige Strahlenschutzbehörde wird sich zur Klärung strahlenschutzrechtlicher Probleme mit diesen Personen auseinandersetzen. Wenn tatsächlich Verstöße festgestellt werden, können auf diese Personen Bußgelder bis zu € 50.000,- zukommen. Außerdem könnte die atomrechtliche Zuverlässigkeit dieser Personen auf dem Prüfstand stehen. Sollte es jedoch durch eine unrechtmäßig gestellte rechtfertigende Indikation zu einem Personenschaden kommen, dann könnte daraus auch eine unrechtmäßige Körperverletzung resultieren, die ggf. von der Staatsanwaltschaft verfolgt wird. Wer dann die Verantwortung übernehmen muss, wird von der Staatsanwaltschaft festgelegt bzw. eingegrenzt werden. Hierbei ist nicht auszuschließen, dass auch der die rechtfertigende Indikation stellende Arzt, der das ohne Fachkunde im Strahlenschutz gar nicht hätte tun dürfen, zur Verantwortung gezogen wird. Vergleichbares gilt nach unserer Meinung auch im Zivilverfahren, z.B. in Schadensersatz- oder Schmerzensgeldprozessen. Eine MTRA ist bei Problemen im Zusammenhang mit der Stellung der rechtfertigenden Indikation rechtlich gesehen außen vor, denn diese Berufsgruppe ist nur für die technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung verantwortlich (§ 24 Abs. 2 RöV). Man muss hinzufügen, dass auch diese Antworten rechtlich ungesichert sind und nur den nach unserer Auffassung vorstellbaren Rahmen beschreiben. Im konkreten Fällen sind sicherlich noch diverse andere Einzelheiten zu betrachten, die weitere Möglichkeiten nicht ausschließen. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 19.04.2015 - 21:07 Uhr:
Frage:2428 BETREFF: Zutritt von KrankenpflegerschülerInnen im Kontrollbereich
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, laut RöV ist Auszubildenden zur Erreichung des Ausbildungszieles der Zutritt zum Kontrollbereich erlaubt. Mir ist nicht klar und ich konnte noch keine eindeutige Antwort darauf finden, ob dies auf die Ausbildung zum/zur KrankenpflegerIn bzw. GesundheitspflegerIn zutrifft. Gleichermaßen stellt sich mir die Frage bei der Ausbildung zur MFA. Man kann sicherlich diese Ausbildung absolvieren, ohne dass man je im Kontrollbereich war. Wie ist es aber, wenn eine MFA eine Ausbildung zB. bei einem Chirurgen macht, der mit einem C-Bogen durchleuchtet. Gehört dieser Bereich dann zur praktischen Ausbildung? Denn die MFA- Auszubildende darf ja ohnehin den C-Bogen nicht bedienen, geschweige denn, Strahlung auslösen. Ganz herzlichen Dank und viele Grüße Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, ja, richtig: Auszubildenden ist zur Erreichung ihres Ausbildungszieles der Zutritt zu Kontrollbereichen erlaubt. Das gilt auch für Kranken- und Gesundheitspflegerinnen, wenn zu deren zukünftiger Berufsausübung eine radiologische Tätigkeit gehören würde. Es könnte durchaus sein, dass dieser Aufenthalt im KB im Rahmen der Ausbildung einer MFA sogar erforderlich sein muss (!), wenn sie z.B. bei einem Chirurgen an einem mobilen C-Bogengerät mit der technischen Durchführung (siehe § 2 Nr. 7 RöV) beschäftigt werden soll. Nach dieser Definition darf sie (mit Kenntnissen im Strahlenschutz) durchaus ein derartiges Röntgengerät bedienen und auch (z.B. auf Kommando des Chirurgen) dort die Strahlung auslösen. Dabei muss der (im Strahlenschutz fachkundige Chirurg) die ständige Aufsicht und Verantwortung ausüben (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV), was ja schon dadurch gegeben ist, dass er aus ersichtlichen Gründen sowieso mit im Raum (OP) anwesend sein muss. Mit freundlichen Gruß K. Ewen



  Marie schrieb am 17.04.2015 - 18:22 Uhr:
Frage:2427 BETREFF: Schädel Röntgen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei uns gibt es leider keinen Radiologen. Die Röntgenanforderungen werden von einem Arzt mit Fachkunde gestellt. Nun bekommen wir hin und wieder einen Auftrag Schädel in 2 Eb. wenn man dann anfängt mit dem Arzt zu diskutieren, dass man das heutzutage nicht mehr röntgt, bekomme ich zur Antwort. Ich bin der Arzt und will diese Aufnahme. Gibt es dazu Literatur, die ich dem Arzt zeigen kann? Da wir eine CT haben, ist es kein Problem ein CCT zu fahren.


1. Antwort: Hallo Marie, ich unterstelle mal, Sie sind keine Ärztin. Dass es in Ihrem Haus keinen Radiologen gibt, ist aus der Sicht der Röntgenverordnung (RöV) nicht wichtig. Entscheidend ist nur, dass es entsprechend im Strahlenschutz fachkundige Ärzte/Ärztinnen gibt, die für die Röntgenuntersuchungen, die bei Ihnen anfallen, die rechtfertigende Indikation stellen dürfen und können. Ich denke, dass Sie das mit ´Röntgenanforderungen´ meinen. Natürlich dürfen Sie, so Sie MTRA oder MFA sind, mit einem (fachkundigen) Arzt über die Durchführung einer Röntgenuntersuchung diskutieren, aber das ´letzte Wort´ über die Art und Weise, wie die Untersuchung durchgeführt werden soll, hat eindeutig er. Das gehört zu seinem Berufsbild und nicht zu demjenigen einer Assistentin. Ja, es gibt natürlich Literatur zum Thema Indikation und Durchführung von Röntgenuntersuchungen - in rauhen Mengen. Es ist aber oft durchaus sinnvoll, mit einer diesbezüglichen Literaturrecherche im Internet zu beginnen. Ich mache das auch oft so. Wenn ein CT im Haus ist, bedeutet das natürlich eine positive Ausweitung der verfügbaren Indikationsstellungen, aber nicht vergessen: Trotz moderner Gerätetechnik ist für die Untersuchung einer bestimmten Körperregion die CT-Dosis signifikant höher als die Dosis bei der entsprechenden Projektionsradiographie. Das muss bei der Stellung der rechtfertigenden Indikation auch bedacht werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  A. Fuchs schrieb am 17.04.2015 - 16:58 Uhr:
Frage:2426 BETREFF: Zeitpunkt der Indikationsstellung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer radiologischen Abteilung ist 24h ein fachkundiger Arzt vor Ort. Rechtfertigende Indikationen für Röntgenuntersuchungen (konventionell und CT) werden normalerweise zeitnah vor der Untersuchung z.B. morgens und tagsüber gestellt. Nun ist der Nachtdienst angehalten, die rechtfertigenden Indikationen für die Untersuchungen des Folgetages in der Nacht zu stellen. Während der Untersuchung am Tag nach dem Nachtdienst wird der Nachtdientsarzt, welcher die rechtfertigende Indikation gestellt hat, jedoch nicht mehr anwesend sein. Patienten befinden sich zum Zeitpunkt der Indikationsstellung in der Nacht auf den Stationen und sind nur im entfernten Sinne ´vor Ort´. Auch Rückfragen bezüglich der angefortderten Untersuchungen sind nicht möglich, weil ein großer Teil der zuweisenden Ärzte in der Nacht nicht in Hause und damit nicht erreichbar ist. Ist er problemlos möglich, dass der Nachtdienst diese Indikationen stellt und während der Untersuchung dann nicht mehr im Hause ist? Muss er theoretisch die Patienten auf der Station gesehen haben, um die Indikation zu stellen? Oder reicht es, dass die Patienten bereits in der Klinik aufgenommen sind? Wie sieht es aus bei Indikationen für Untersuchungen geplanter poststationärer oder ambulanter Patienten, die zum Zeitpunkt der Indikationsstellung nicht vor Ort sind? Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen. Arnold Fuchs


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Fuchs, hier die Meinung des Forum RöV zu Ihrem Fragenkomplex: Grundsätzlich kann die rechtfertigende Indikation zur Röntgenuntersuchung auch im Nachtdienst gestellt werden, wenn eine entsprechende medizinische Indikation gegeben ist und die Untersuchung dann am nächsten Tag durchgeführt wird. Dies ist vergleichbar mit der Stellung der rechtfertigenden Indikation im Frühdienst und der technischen Durchführung der Röntgenuntersuchung im Spätdienst (mit unterschiedlichem Personal). Wenn eine Rücksprache mit dem ´Überweiser´ oder ´Zuweiser´ erforderlich sein sollte, dann gilt in jedem Fall, dass ein Aufschub der rechtfertigenden Indikation erfolgen muss, bis diese medizinisch notwendige Rücksprache erfolgt ist (kein Unterschied zwischen dem Tag- oder Nachdienst). Sofern der fachkundige Arzt den Patienten vor Stellung der rechtfertigenden Indikation sehen bzw. untersuchen muss, so gilt dieses Erfordernis natürlich auch im Nachtdienst. Wenn eine solche medizinisch notwendige Untersuchung vor der rechtfertigenden Indikation nicht durchgeführt wird, könnte dies ggf. eine Ordnungswidrigkeit sein, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann oder bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz vielleicht sogar eine Straftat darstellt. Allerdings schreibt die RöV nicht für jeden Fall eine vorlaufende Untersuchung durch den ´rechtfertigenden´ Arzt vor sondern nur in den medizinisch relevanten Fällen. Dass der ´rechtfertigende´ Arzt bei der technische Durchführung nicht anwesend ist und auch nicht selbst befundet, muss nicht unbedingt ungewöhnlich sein, solange ein entsprechend fachkundiger Kollege die Aufsicht führt und die Erstbefundung durchführt oder überwacht (vgl. hierzu § 24 der RöV). Mit freundlichem Gruß K.Ewen



  Wilfried Schröter schrieb am 15.04.2015 - 22:20 Uhr:
Frage:2425 BETREFF: Frage:2424 BETREFF: Gerätepass
Erläuterung Ein Gerätepass ist der umgangssprachlich verwendete Begriff für einen Einweisungsnachweis nach Medizinprodukterecht, im Bereich der Anwender von Medizinprodukten, die auch nach RöV oder StrlSchV angewendet werden, wird dieser Begriff eher seltener angetroffen Gruß Wilfried Schröter Fachverband Biomedizinische Technik e.V. fbmt


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schröter, das ist das lebendige Forum RöV! Wenn ich mal nicht weiter weiß, dann wissen das andere! Aber dieser Gerätepass ist für die beruflichen Belange der medizinischen Fachangestellten, die hier im Forum die Frage Nr. 2424 gestellt hatte, wohl nicht von Bedeutung. Vielen Dank und herzliche Grüße K. Ewen



  Irene Zumbusch schrieb am 15.04.2015 - 12:53 Uhr:
Frage:2424 BETREFF: Gerätepass
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, es tut mir leid, dass ich Sie mit Fragen bombardiere. Brauche ich, um meinen Beruf in der Radiologie ausüben zu können zwingend einen Gerätepass? Darf ich ohne Gerätepass nicht arbeiten? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Zumbusch, nun muss ich mal (ganz dumm und sozusagen in aller Öffentlichkeit) zugeben, dass ich nicht weiß, was ein Gerätepass ist und welchen Zweck dieser erfüllen soll. Meinen Sie Ihre Bescheinigung über die erworbenen Kenntnisse im Strahlenschutz, ohne diese Sie in der Tat ihre Tätigkeit in der Radiologie gar nicht ausführen dürften? Oder könnte Ihre Einweisung in die sachgemäße Handhabung eines Röntgengerätes durch eine entsprechend qualifizierte Person gemeint sein (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV)? Dafür benötigt man aber keine persönlich ausgestellte Bescheinigung oder einen Pass. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Zumbusch schrieb am 15.04.2015 - 12:08 Uhr:
Frage:2423 BETREFF: Ergänzung Frage 2422
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, kurzes Beispiel im Bereitschaftsdienst: Ein Chirurg(Fachkunde?) oder Internist(Fachkunde?) meldet mit Orbis ein CT - Abdomen - Angio an, ich fordere den Arzt, der die Untersuchung angeordnet hat auf, bei der Untersuchung anwesend zu sein. Er spritzt Kontrastmittel, weil er der Meinung ist, dass es erforderlich ist und ich erledige den technischen Teil(Teleradiologie, der Radiologe wir telefonisch nach dem Befund gefragt) Ist diese Situation für mich bedenklich? Im konventionellen Röntgen-Bereitschaftsdienst meldet der Chirurg oder Internist eine Röntgenaufnahme an und befundet diese sofort im Anschluß selbst. Ist diese Situation im konventionellen Bereich juristisch für mich in Ordnung, ich denke ja, oder? Herzlichen Dank für Ihre Hilfe


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Zumbusch, zunächst muss man etwas abklären: Wenn Sie schreiben, dass ein Chirurg oder Internist eine Röntgenuntersuchung ´angemeldet´ hat, dann unterstelle ich mal, dass diese Ärzte die rechtfertigende Indikation dazu gestellt haben (§ 23 Abs. 1 RöV). Das dürfen sie aber nur, wenn sie für diese Art der Röntgenuntersuchungen die Fachkunde im Strahlenschutz aufweisen. Die Ärzte sind nicht verpflichtet, Ihnen gegenüber, die diese Röntgenuntersuchungen technisch durchführt, ihre Fachkunde nachzuweisen, noch haben Sie die Aufgabe, die Ärzte danach zu fragen. Sie erledigen nur die technische Durchführung. Dabei aber immer bedenken: Dazu muss für Sie als MFA die ´ständige Aufsicht und Verantwortung´ gegeben sein (siehe meine Ausführungen zu Ihrer Forumanfrage Nr. 2422). Die Befundungsmodalitäten sind ein anderes Thema, das nur die Ärzte und nicht Ihre Berufsgruppe betrifft. Soweit sollte der Ablauf des Geschehens - wohl gemerkt außerhalb der Teleradiologie - für Sie unbedenklich sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Zumbusch schrieb am 15.04.2015 - 10:37 Uhr:
Frage:2422 BETREFF: Haftbarkeit in der Radiologie
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin von Beruf MFA, erfülle aber seit vielen Jahren die Aufgaben einer MTRA im Krankenhaus. Seit kurzer Zeit bin ich in einem Krankenhaus tätig, in dem ich nachts Bereitschaftsdienste ohne einen Radiologen (Teleradiologie) mache. Meine Frage: Bin ich in irgendeiner Form haftbar, bei einem Kontrastmittelzwischenfall oder ähnlichem? Es gibt in diesem Krankenhaus keinen radiologischen Chefarzt, meine Vorgesetzte ist einzig und allein eine MTRA. Schon im Voraus besten Dank für Ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Zumbusch, zunächst einmal grundsätzlich Vorsicht mit der RöV, wenn Sie seit vielen Jahren die Aufgaben einer MTRA erfüllen. Eine MTRA darf ohne ´ständige Aufsicht und Verantwortung´ seitens eines im Strahlenschutz fachkundigen Arztes eine Röntgenuntersuchung technisch durchführen (§ 24 Abs. 2 Nr. 1 RöV), eine MFA darf das nicht (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Definition ´technische Durchführung´: siehe § 2 Nr. 7 RöV. ´Ständige Aufsicht und Verantwortung´ wird zwar etwas unterschiedlich ausgelegt, aber zumindest muss dazu ein entsprechend fachkundiger Arzt in der Praxis oder auf dem Klinikgelände sein. Im Rahmen der nach § 3 Abs. 4 RöV genehmigten Teleradiologie müssen am Ort der Untersuchung ein Arzt mit irgendeiner Teilfachkunde oder ein Arzt mit spezifischen Kenntnissen in der Teleradiologie sowie eine MTRA (!) für die technische Durchführung anwesend sein. Eine KM-Applikation bzw. daraus eventuell resultierende Zwischenfälle können nicht einer MFA übertragen bzw. angelastet werden. Das gilt aber auch für eine MTRA (siehe die erwähnte Definition der technischen Durchführung). Überhaupt kann man einer MFA oder MTRA keine Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Aufrechterhaltung einer funktionierenden Strahlenschutzorganisation z.B. in einem Krankenhaus auferlegen. Dafür sind die Strahlenschutzverantwortlichen und Strahlenschutzbeauftragten zuständig. Ihre Tätigkeit und Verantwortung als MFA erschöpft sich auf diejenigen Gebiete, für deren Ausführung Sie die Kenntnisse im Strahlenschutz erworben und diese (hoffentlich) auch aktualisiert haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Yvonne Knoll schrieb am 14.04.2015 - 10:58 Uhr:
Frage:2421 BETREFF: bleifreie Röntgenschürzen im Herzkatheterlabor
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, ich bin kardiologische Fachassistentin und arbeite seit vielen Jahren im Herzkatheterlabor. Zu meinem Arbeitgebiet gehören die verschiedensten invasiven kardiologischen Eingriffe ( Schrittmacherimplantationen, HK, TAVI, etc.). Das heisst ich trage meinen Röntgenschutz zeitlich gesehen unterschiedlich lang (ca 4-5 Stunden netteo) und stehe auch zeitweise recht nah am Bildwandler. Wie sicher ist der Gebrauch von bleifreien Schürzen im alltäglichen Einsatz im Herzkatheterlabor. Gibt es Produktempfehlungen? Stehen möglicherweise auch neue Richtlinien zur Verfügung? Vielen Dank für Ihre Unterstützung und Ihre Bemühungen. Mit besten Grüßen aus München, Yvonne Knoll


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Knoll, es gibt immer wieder Kritik an der Nutzung von bleifreier Schutzkleidung (Entstehung sehr niederenergetischer sog. Röntgenfluoreszenzstrahlung durch Auftreffen der Streustrahlung auf das Schürzenmaterial, was zu einer gewissen zusätzlichen Exposition beitragen kann), aber entscheidend ist der Bleigleichwert der Schürze (Abschirmwirkung einer Schürze, ausgedrückt durch einen Zahlenwert in mm Blei - also so, als ob die Schürze aus Blei hergestellt wäre). Dieser Bleigleichwert ist im Inneren der Schürze auf einem Schildchen angegeben und er sollte 0,35 mm betragen (DIN 6815), und zwar egal, aus welchem Material die Schürze tatsächlich hergestellt ist. Es gibt auch Schürzen mit einem Bleigleichwert von 0,5 mm oder solche, die auch den Rücken abdecken (sog. Mantelschürzen), aber alle sind natürlich entsprechend schwerer. Wenn wir schon über Schutzkleidung in einem vielbeschäftigten Herzkatheterlabor reden, denken Sie auch an den Schilddrüsenschutz und, wenn möglich, auch an eine Schutzbrille. Und das gilt für das gesamte Team im Röntgenraum! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Miriam Caesar schrieb am 14.04.2015 - 07:52 Uhr:
Frage:2420 BETREFF: Strahlenexposition
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, ich habe eine Frage bezgl. der Strahlenexposition. Röntgen wir z.B. ein Handgelenk - darf ich den Patienten doch am oberen bzw. unteren Ende des Tisches positionieren?! (Beine natürlich nicht unter des Tischplatte). Oder ist die Strahlenexposition dann höher als wenn der Patient seitlich am Tisch sitzt? Die zweite meiner Fragen bezieht sich auf das Umlagern des Patienten auf den Tisch. Passiert dies mittels Rollboard,das ja strahelndurchlässig ist, so kann ich dieses doch unter dem dem Patienten ´liegen´ lassen, während ich die Aufnahmen anfertige? Mit freundlichem Gruss, Miriam Caesar


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Caesar, Sie haben im Zusammenhang mit der Positionierung des Patienten z.B. bei einer Handgelenkaufnahme schon die wichtige Regelung genannt: ´Beine natürlich nicht unter der Tischplatte´. Alle anderen Fragen (Positionierung seitlich oder am oberen bzw. unteren Tischende) spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle und können sozusagen je nach Bequemlichkeit für den Patienten ausgeführt werden. Ein Rollboard ist in der Tat so strahlendurchlässig und erzeugt im Vergleich zum Patienten so wenig Streustrahlung, dass seine Entfernung bei der Röntgenaufnahme keine Vorteile bringt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Jochen Bauer schrieb am 13.04.2015 - 12:25 Uhr:
Frage:2419 BETREFF: erforderliche Qualifikation für Durchführung der prakt. Einweisung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, laut Richtlinie Ziff. 6.2.1. kann für den Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz die 4-std. praktische Einweisung durch den fachkundigen Arzt (hier der Radiologe)oder eine ´beauftragte Person mit der entsprechenden Fachkunde im Strahlenschutz´ durchgeführt werden. Muss dies ebenfalls zwingend ein Arzt sein oder kann die beauftragte Person auch die leitende MTRA (selbst Referentin in Kursen zum Erwerb der Fachkunde) sein, zumal die praktischen Abläufe im Vordergrund stehen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Bauer, der praktische Teil der Kenntnisvermittlung im jeweiligen Anwendungsgebiet erfolgt vor Ort durch einen Arzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz, unter dessen Aufsicht der Arzt bei der Anwendung steht, oder durch eine von diesem fachkundigen Arzt beauftragte Person, welche die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzt. Diese Formulierung in der Nummer 6.2.1 der Fachkunde-Richtlinie lässt nach unserer Meinung deutlich erkennen, dass der aufsichtführende Arzt mit Fachkunde entscheiden kann, vielleicht sogar entscheiden soll, wer bestimmte Teile der praktischen Kenntnisvermittlung zu übernehmen hat. Dabei ist es aus unserer Sicht häufig sehr sinnvoll, wenn er z.B. für den Bereich der technischen Durchführung die fachkundige MTRA mit der Wahrnehmung dieser Aufgabe beauftragt. Es mag andere Aufgaben bei dem praktischen Kenntniserwerb geben, die sich mit ärztlicher Tätigkeit befassen und die dann ein fachkundiger Arzt übernehmen muss (z.B. im Zusammenhang mit der rechtfertigenden Indikation und der Befundung). Die einzelnen Teile müssen zum Schluss zusammengefasst und vom aufsichtführenden fachkundigen Arzt bestätigt werden. Diese Bestätigung wird neben der Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme an dem theoretischen Teil des Kenntniserwerbs für die zuständige Stelle die Grundlage bilden, das Vorhandensein der notwendigen Kenntnisse im Strahlenschutz bescheinigen zu können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  M. Schaufler schrieb am 10.04.2015 - 22:17 Uhr:
Frage:2418 BETREFF: Prüfungen Befundungsmonitore
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Klinik überlegt man, die vierteljährlichen Konstanzprüfungen an unseren PACS Befundungs Monitoren durch die IT-Abteilung selbst vorzunehmen. Hierzu hätte ich drei Fragen: 1.) Welche Voraussetzungen / Ausbildung sind hier nötig, um dies von einem IT Mitarbeiter durchführen zu lassen? 2.) Wo kann man solche Kurse am besten machen? 3.) Wie sieht es außerdem mit den Abnahmeprüfungen aus, wenn man die Rechner z.B. von WinXP auf Win7 updatet. Muss da eine Abnahmeprüfung stattinden und wenn ja, darf man die dann selbst durchführen wenn man die nötigen Kenntnisse / Ausbildung hat? Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort. mit freundlichen Grüßen Martin Schaufler


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schaufler, zu Ihren 3 Fragen: 1) Ich gehe mal davon aus, dass die genannte IT-Abteilung zu Ihrer Klinik gehört, also die dort tätigen Personen Mitarbeiter/innen der Klinik sind. Für diese würde der Tatbestand der geschäftsmäßig durchzuführenden Prüfung (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV) nicht zutreffen, und diese Tätigkeit müsste daher nicht bei der zuständigen Behörde angezeigt werden. Daher ist auch keine Fachkunde im Strahlenschutz für die diese Tätigkeit ausführenden Personen im Sinne der ´Fachkunde-Richtlinie Technik RöV´ (FK-Gruppe 6) erforderlich. Entscheidend ist dann nur, dass für diese Personen eine (wie auch immer erworbene) ausreichende Qualifikation gegeben ist, die Konstanzprüfung an BWS durchführen zu können. 2) Der Besuch eines ´offiziellen´ Strahlenschutzkurses ist daher nicht notwendig. 3) Was das Update der Software betrifft, so sollten Sie einen Blick in die DIN 6868-157 (´AP und KP von Bildwiedergabesystemen´) werfen, und zwar in das Kapitel 11 (´Wesentliche Änderungen am BWS´), speziell in den Abschnitt a). Ich erkenne dort nicht, dass der Anwender das nicht selbst durchführen darf. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Becher schrieb am 09.04.2015 - 12:33 Uhr:
Frage:2417 BETREFF: Quallifikationsvoraussetzungen für Strahlenschutzkurse
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Klinik arbeitet im Steri eine Mitarbeiterin als Sterilgutassistentin in leitender Funktion. Diese Assistentin hat als Basisberuf keine medizinische Ausbildung, Sie ist gelernte Diplom Leder Technikerin. Besteht dennoch für Sie die Möglichkeit eine Quallifikation zu erlangen, die es Ihr ermöglicht einen C-Bogen bei Schmerzmittelinfiltrationen zu bedienen? Nach §24 RöV scheint dieses nicht möglich zu sein.b Herzlichen Dank! M.Becher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Becher, im Grundsatz teilen wir Ihre Auffassung, dass der § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV für eine Person mit der hier von Ihnen beschriebenen Ausbildung diese Tätigkeit nicht zulässt. Die einzige Möglichkeit, die theoretisch besteht, wäre eine Ausnahme durch die zuständige Behörde. Diese kann nach § 33 Abs. 6 RöV im Einzelfall gestatten, dass man von bestimmten Vorschriften der RöV abgeweicht, wenn z.B. die Sicherheit der Tätigkeit durch diese Abweichung nicht beeinträchtigt wird. Auch in Bezug auf die Regelungen des o. g. § 24 RöV könnte eine solche Abweichung gestattet werden. Allerdings müsste man einen entsprechenden Antrag wirklich gut begründen (z.B. durch besonders erworbene Qualifikation der betroffenen Person). Da ein derartiger Vorgang immer eine behördliche Entscheidung im Einzelfall ist, rate ich, mit der zuständigen Landesbehörde Kontakt aufzunehmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Jochen Bauer schrieb am 08.04.2015 - 17:03 Uhr:
Frage:2416 BETREFF: Kurs Teleradiologie?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wie ist Absatz 3 der Ziff. 6.2.2 der Fachkunde-Richtline von 2012 hinsichtlich der Anforderungen an den Arzt am Ort der teleradiologischen Untersuchung zu interpretieren: ´Der Arzt am Untersuchungsort hat die erfolgreiche Teilnahme an einem von der zuständigen Stelle anerkannten Kurs nach Anlage 7.2 nachzuweisen.´ Frage 1: Braucht ein Arzt ohne Fachkunde, aber mit Kenntnissen im Strahlenschutz zusätzlich zur 14-tägigen Einweisung noch einen 8-stündigen Kurs Teleradiologie nach Anlage 7.2? Frage 2: Sind die Form und Mindestinhalte der teleradiologischen Einweisung für fachkundige Ärzte (siehe RL 6.2.2.Abs. 4) in irgendeiner Form definiert? Frage 3: Wie soll eine 14-tägige praktische Einweisung in die Teleradiologie im Klinikalltag umzusetzen sein? Diese Regelung erscheint weder von den Radiologen noch von den einzuweisenden Ärzten in der Praxis leistbar zu sein.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Bauer, hier die Beantwortung Ihrer 3 Fragen, zu der ich auch einen Experten im Strahlenschutzrecht hinzugezogen habe: Zur Frage 1: Der Arzt vor Ort braucht nach § 3 Abs. 4 Nr. 3 RöV die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz. Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, dass für diese Tätigkeit ein Nachweis des Kenntniserwerbs i.S. der Anlage 7.2 der ´Fachkunde-Richtlinie Med RöV´ erforderlich ist. Die Inhalte der Kenntnisse nach den Anlagen 7.1 und 7.2 der RL unterscheiden sich. In der Anlage 7.1 geht es um grundsätzliche Themen und um Standardanwendungen. Die Anlage 7.2 hat als Schwerpunkt den Bereich Teleradiologie, also eine Anwendung außerhalb des sogenannten Facharztstandards. Dies gilt natürlich auch für den praktischen Kenntniserwerb, der ja nur einen Überblick über die Verfahren geben kann. Auch hier steht die Teleradiologie bei der Anlage 7.2 im Mittelpunkt. Sollte es anerkannte Kombinationskurse geben, die sowohl die Kenntnisse nach Anlage 7.1 als auch nach Anlage 7.2 vermitteln, dann ist eine (zeitliche) Erleichterung vorstellbar.Zur Frage 2: Die ´Fachkunde-Richtlinie Med RöV´ erkennt sinnvollerweise unter der Nummer 6.2.2 an, dass Ärzte mit ´Teilgebietsfachkunde´ schon über viel Erfahrung verfügen (z.B. aus der absolvierten Sachkundezeit). Diese Ärzte brauchen keine zusätzlichen Kenntnisse nach Anlage 7.2 nachzuweisen. Hier reicht die vorhandene Fachkundebescheinigung als entsprechender Nachweis. Auch für die notwendigen praktischen Erfahrungen in der Teleradiologie sind für diesen Personenkreis explizit keine zwei Wochen vorgeschrieben. Auch gibt es keine festgelegten Inhalte für den Erwerb der notwendigen praktischen Erfahrungen. Hier muss der ausbildende Teleradiologe oder der fachkundige Strahlenschutzbeauftragte entscheiden, wann das notwendige praktische Wissen vorhanden ist und dies mit einem entsprechenden formlosen Zeugnis dokumentieren. Zur Frage 3: Die festgelegten zwei Wochen entstammen den praktischen Erfahrungen der an der Erarbeitung des Regelwerks beteiligten Fachärzte. Es ist sicherlich nicht gemeint, dass diese praktischen Erfahrungen ´permanent´ erworben werden müssen. Allerdings muss in den zwei Wochen bei den Untersuchungen, die durchgeführt werden und bei denen man teleradiologische Aspekte berücksichtigen kann, diese auch entsprechend erörtert werden. Nach Ablauf von zwei Wochen muss dann der ausbildende Kollege entscheiden, ob die notwendigen praktischen Erfahrungen nun tatsächlich vorhanden sind. Die Zeit von zwei Wochen dient hier auch dazu, unerfahrenen Kollegen die Möglichkeit zu geben, bestimmte Untersuchungen, die auch teleradiologisch möglich sind, mehrfach zu begleiten und Fachfragen auch noch ein paar Tage später zu diskutieren. Sofern im konkreten Einzelfall Abweichungen oder Veränderungen erforderlich sind, rate ich, mit der örtlich zuständigen Behörde oder Stelle Kontakt aufzunehmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bettina Lang schrieb am 08.04.2015 - 16:20 Uhr:
Frage:2415 BETREFF: Auszubildende im Kontrollbereich
Guten Tag, in unserem Krankenhaus sollen Krankenpflegeschüler zu Ausbildungszwecken bei Bronchoskopien mit Durchleuchtung oder ERCP dabei sein. Der gesamte Einsatz dauert evtl. nur 4 Wochen. Müssen für diese Schüler Personendosimeter beschafft werden und müssen diese einem ermächtigten Arzt vorgestellt werden?Wie verhalten wir uns da rechtlich korrekt? Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Lang, an Personen, die sich aus beruflichen Gründen (dazu gehört auch die Ausbildung) im Kontrollbereich aufhalten, muss die Körperdosis ermittelt werden (§ 35 Abs. 1 Satz 1 RöV). Von gewissen Ausnahmen abgesehen (siehe § 35 Abs. 1 Satz 2 RöV), die man für Schüler, also für junge Leute, nicht anwenden sollte, muss die Körperdosis mittels Personendosimetern ermittelt werden (§ 35 Abs. 4 Nr. 1 RöV). Da dieser Einsatz ca. 4 Wochen dauern wird, bietet es sich an, die Dosimeter bei der für Ihr Haus zuständigen Messstelle zu besorgen, so dass sie von Anfang bis Ende dieser Zeitdauer getragen und danach ausgewertet werden können. Sollten diese Schüler unter 18 Jahre alt sein, beträgt der Grenzwert für die effektive Dosis 1 mSv im Kalenderjahr (§ 31a Abs. 3 RöV). Ich denke nicht, dass für diese Krankenpflegeschüler im Rahmen dieser Ausbildung eine effektive Dosis von mehr als 6 mSv im Kalenderjahr erreicht werden kann, so dass sie dann nicht beruflich strahlenexponiert nach Kategorie A wären (siehe § 31 RöV) und eine Vorstellung bei einem ermächtigten Arzt nicht erforderlich sein würde (siehe § 37 Abs. 1 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rita W. schrieb am 05.04.2015 - 19:50 Uhr:
Frage:2414 BETREFF: Strahlenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen Unser Röntgenraum ist vor einigen Wochen in einen anderen Raum umgezogen. Aus Gründen von Platzmangel verlasse ich jetzt zum Auslösen der Strahlung den Röntgenraum nicht mehr sondern befinde mich in einer Nische mit Glasscheibe im Raum. Diese Glasnische umgibt mich aber nicht komplett und bei Stativaufnahmen stehe ich fast frei im Raum, quetsche mich in diese Ecke und kann mir unmöglich vorstellen hier keine Streustrahlung mehr abzubekommen. Obwohl ich hoffe, dass dies durch eine Teilabnahmeprüfung im Vorfeld ausgeschlossen worden ist, kann ich trotzdem ein zusätzliches nichtamtliches Dosimeter verlangen um die mögliche Strahlenbelastung zu überprüfen? Zudem ist es seit dem Umzug nicht mehr möglich richtig Einzublenden da keine ausreichende Verdunklungsmöglichkeit des Raumes vorliegt und ich das Lichtvisier nicht erkennen kann. Unterliegt dies nicht auch einer Teilabnahmeprüfung?


1. Antwort: Hallo Rita, der Umzug einer stationären Röntgeneinrichtung in einen anderen Raum muss auf jeden Fall bei der zuständigen Behörde angezeigt (§ 4 Abs. 5 RöV) und im Rahmen dieser eine Sachverständigenprüfung durchgeführt werden. Der Prüfbericht und die Bescheinigung des Sachverständigen (siehe § 4 Abs. 2 Nr. 1 RöV) muss dann an die Behörde übersandt werden. Ein wichtiger Punkt besonders beim Ortswechsel einer stationären Röntgeneinrichtung ist die Überprüfung des baulichen Strahlenschutzes durch den Sachverständigen (unter anderem durch Ortsdosis/leistungsmessungen der Streustrahlenumgebung). Dabei ist natürlich auch die ausreichende Abschirmung des Ortes zu verifizieren, von dem aus die Strahlung ausgelöst wird, in Ihrem Fall also auch die ausreichende Abschirmung und Nutzungsmöglichkeit der sog. Glasnische. Sollte dies alles strahlenschutzmäßig in Ordnung sein, dann dürfte dort kein Kontrollbereich festgestellt werden und es wären auch keine Personendosimeter erforderlich. Auch die ausreichende Erkennbarkeit des Lichtvisierfeldes muss durch den Sachverständigen überprüft werden, und wenn diese Erkennbarkeit mangelhaft sein sollte, hätte der Sachverständigen das in seinem Bericht kritisieren müssen. Nun hoffe ich, dass diese Sachverständigenprüfung ordnungsgemäß durchgeführt worden ist und Sie die Möglichkeit haben, nach Rücksprache mit dem für Sie zuständigen Strahlenschutzbeauftragten (SSB) einen Einblick in diesen Bericht zu bekommen. Sie müssen also in jedem Fall bezüglich Ihrer Befürchtungen den SSB ansprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Boris Rus schrieb am 04.04.2015 - 15:49 Uhr:
Frage:2413 BETREFF: Traumazentrum
Sehr geehrter Herr Professor, unsere Klinik soll als Traumazentrum zertifiziert werden. Im Schockraum ist nur ein einfacher mobiler C-Bogen (für Stellungs.-Gipskontrollen etc.) ohne Befundungsmonitore. 1.Darf mit diesem C Bogen die Lunge und das Becken geröntgt werden bevor der Pat ins CT geschoben wird? 2. Muss ein Radiologe vor Ort sein (Hausdienst oder Rufbereitschaft) oder dürfen Polytraumen via teleradiologisch befundet werden. Die Datenübertragung bzw Leitungen müssen sicher bestimmte Vorraussetzungen erfüllen ( Schnelligkeit etc.) Herzlichen Dank Boris Rus


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rus, hier zusammengefasst Antworten zu Ihren Fragen, die ich von einer ärztlichen Stelle erhalten habe: 1) Ein C-Bogengerät ist zur primären Röntgenaufnahmediagnostik nicht geeignet. 2) Ein CT-fachkundiger Arzt muss vor Ort sein oder es liegt eine nach § 3 Abs. 4 RöV genehmigte Teleradiologie vor. Dazu müssen unter anderem die Voraussetzungen der Kenntnisse/Fachkunden der vor Ort Tätigen erfüllt sein (siehe § 3 Abs. 4 Nrn. 2 und 3 und RöV). Auch ein Polytrauma kann per Teleradiologie befundet werden. Der hierbei zu erwartende maximale Bilddatensatz muss in einer bestimmten Zeit übertragen werden können. Siehe hierzu die Vorgaben der diesbezüglichen DIN 6868-159 (´Sicherung der Bildqualität in röntgendiagnostischen Betrieben - Teil 159: Abnahme- und Konstanzprüfungen in der Teleradiologie nach RöV´). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Simon Eckelmeier schrieb am 02.04.2015 - 10:07 Uhr:
Frage:2412 BETREFF: Strahlenschutzkurz Auffrischung R6.1
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, wissen Sie ob im 1. Halbjahr 2015 noch irgendwo ein Auffrischungskurs für die Fachgruppe R6.1 Strahlenschutz angeboten wird? MfG Simon Eckelmeier


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Eckelmeier, Sie werden verstehen, dass ich im Forum RöV diese Auskunft nicht geben kann. Ich kenne die Termine der verschiedenen Kursanbieter bundesweit auch nicht vollständig und kann daher zwangsläufig hier nur eine Auswahl nennen. Haben Sie mal diesbezüglich ins Internet geschaut? Ich schicke Ihnen eine Mail. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kolb Rudolf schrieb am 01.04.2015 - 16:55 Uhr:
Frage:2411 BETREFF: Frage 2402
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, Bildwiedergabesysteme im Dentalbereich haben doch mit der Röntgenanlage an sich nichts zu tun. Das Bildwiedergabesystem greift auf ein Datenarchiv zu (welches von der Röntgenanlage mit Bildern gefüllt wird) und ist doch unabhängig von der Röntgenanlage zu betrachten. Bei einer Abnahme- oder Teilabnahmeprüfung muss doch lediglich sichergestellt sein, dass vor der Inbetriebnahme ein geprüftes Bildwiedergabesystem vorhanden ist. mfG Kolb


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, hier nochmals unsere Meinung zu dieser Problematik, die doch ein wenig im Gegensatz zu der Ihrigen steht. Aber wir befinden uns ja in einem Forum! Zu einer Röntgeneinrichtung gehören neben dem Teil, der zum Zwecke der Erzeugung von Röntgenstrahlung betrieben wird, auch Anwendungsgeräte, Zusatzgeräte und Zubehör, die erforderliche Software und die Vorrichtungen zur medizinischen Befundung. Dies ist nachzulesen in den Begriffsbestimmungen (§ 2 Nr. 14). Damit dürfte geklärt sein, dass Bildwiedergabegeräte/systeme, die zur medizinischen Befundung (wozu natürlich auch die zahnmedizinische gehört) genutzt werden, ein Teil der Röntgeneinrichtung sind. Wenn das BWG/BWS nicht Teil der Röntgeneinrichtung wäre, wie man aus Ihrem Beitrag ggf. ableiten könnte, dann wäre überhaupt keine AP oder KP erforderlich, denn der § 16 RöV bezieht sich auf Röntgeneinrichtungen zur Untersuchung von Menschen. Da der § 16 RöV bei diesen Röntgeneinrichtungen (wozu das BWG/BWS gehört) zu beachten ist, dann ist auch die Regelung, dass bei einer Änderung auch die Auswirkungen der Änderung zu beachten sind, anzuwenden. Dieses ist aber nur möglich, wenn alle Schnittstellen mit betrachtet werden können. Darüber hinaus verlangt die RöV den Nachweis, dass der Stand der Technik eingehalten wird. Dieser Nachweis ist aber dann nicht mehr zu führen, wenn man sogenannte Vorratsprüfungen zulassen würde. Das Scenario könnte z. B. so ablaufen: Heute wird eine Komponente beschafft, es folgt ein Teil einer AP, dann lagert man diese Komponente ein. Später, wenn ein Teil an der Einrichtung defekt ist, nutzt man dann die bis dahin eingelagerte Komponente mit dem Hinweis, dass eine aktuelle AP nicht notwendig sei, da eine solche ja – mindestens teilweise - bereits vor längerer Zeit durchgeführt worden wäre. Dass sich in dieser Zeit der Stand der Technik und das Regelwerk geändert haben könnten, würde keinerlei Berücksichtigung finden. Diese theoretische Möglichkeit scheidet nach unserer Meinung aus, da die RöV nach einer Änderung die AP fordert und diese Änderung ist dann gegeben, wenn die neue Komponente mit den vorhandenen Teilen der Röntgeneinrichtung zusammen genutzt wird. Die vorhandene Übergangsfrist von 6 Monaten zur Anwendung neuer Normen ist nur geschaffen worden, um den Herstellern und Lieferanten einen angemessenen Zeitraum für die Umrüstung ihres Prüfequipments einzuräumen. Ich glaube, die verschiedenen Aspekte dieser problematischen Situation sind hier ausgiebig diskutiert worden. Ich kann mir vorstellen, dass darüber anderswo (z.B. im AK RöV) auch nochmal diskutiert und ein Beschluss formuliert werden wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexander Wolge schrieb am 01.04.2015 - 09:02 Uhr:
Frage:2410 BETREFF: DIN6868-150
Sehr geehrte Herren, ich habe eine Frage zur Abnahmeprüfung nach der o.g. Norm. Der Teil 150 umfasst ja seit letztem Jahr die Abnahme von Bildempfänger und Strahlenerzeuger. Muss denn jetzt, falls nur der Bildempfänger ausgetauscht wird, auch eine neue Strahlerabnahme erfolgen? Oft sind es ja unterschiedliche Hersteller für Erzeuger und Entwickler. Die ´alte´ Abnahme des Strahlers verliert ja durch einen neuen/anderen Entwickler nicht die Gültigkeit, oder? Vielen Dank im voraus.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wolge, im Zusammenhang mit der Frage nach Abnahme- bzw. Teilabnahmeprüfungen bei Änderungen an der Röntgeneinrichtung (z.B. Strahler- oder Bildempfängertausch) schaut man am besten zunächst einmal in die Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL), dort in die Anlage II (Tab. II.1). Die SV-RL können Sie hier im Forum RöV unter www.forum-roev.de einsehen, indem Sie auf der Startseite den Link ´7. Richtlinien ...´ aufsuchen. In der sich öffnenden Tabelle finden Sie ´25.08.2011 - konsolidierte Fassung der SV-RL...´. Dort in der Tab. II.1 mit den Überschriften ´Art der Änderung, Teil-/Abnahmeprüfung, Parameter der Teil ..., Sachverständigenprüfung ...´ ist alles zusammengestellt, was bei entsprechenden Änderungen an Röntgeneinrichtungen zu beachten ist, u.a. was den Strahlertausch und den Tausch von Bildempfängern betrifft (lf. Nrn. 6, 9, 12 und 13). Wenn z.B. der Bildempfänger austauscht wird, ist es nicht zwingend erforderlich, dass auch der ´alte´ Rö-Strahler wieder abnahmegeprüft werden muss. Entscheidend ist die Spalte ´Parameter der Teil...´ in der Tab. II.1! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Götze schrieb am 31.03.2015 - 20:08 Uhr:
Frage:2409 BETREFF: Leuchtdichteabfall von Monitoren
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen ich habe vergeblich im Internet Informationen gesucht, aus denen sich der zeitliche Verlauf der maximalen Leuchtdichte über die Nutzungsstunden/ Nutzungsjahre ablesen lässt. Im Klartext : Durch welche Daten wird die Forderung nach halbjährlicher bzw. jährlicher Messung der Leuchtdichte gestützt ? Können Sie mir Quellen nennen ? Für den zahnärztlichen Bereich, der diese Messungen in Fremdleistung machen lassen wird, schafft das erhebliche Probleme.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Götze, ich habe bei einer Expertin auf diesem Gebiet nachgefragt und hier ist ihre Meinung dazu: ´Für den zahnmedizinischen Bereich ist eine jährliche Konstanzprüfung gefordert. Neben visuellen Prüfungen (DIN 6868-157, Tabelle 6) ist die messtechnische Prüfung der Minimalleuchtdichte und Maximalleuchtdichte durchzuführen (DIN 6868-157, Tabelle 7). Die DIN 6868-157 formuliert folgende Anforderungen an die Maximalleuchtdichte: 1) Bei einer Abweichung der Messwerte um mehr als 20 % von den Bezugswerten aus der Abnahmeprüfung wird empfohlen, Maßnahmen zu ergreifen, die weitere Abweichungen verhindern (DIN 6868-157, 10.). 2) Bei Abweichungen der Messwerte um mehr als 30 % von den Bezugswerten aus der Abnahmeprüfung oder Nichteinhaltung des Grenzwertes muss eine Fehlerbehebung vorgenommen werden (DIN 6868-157,10.). 3) Außerhalb der Zahnmedizin sind auch die Anforderungen an die sogenannte DICOM-Kurve (GSDF) mit niedrigeren Toleranzbereichen zu beachten (siehe Tabelle 7 mit Verweis zu Tabelle 4 und Beispiel Anhang C.2) und die Konstanzprüfung ist halbjährlich durchzuführen. Unabhängig von den Toleranzen sind aber Mindestanforderungen (Tabelle 1 und Tabelle 4) zu beachten.´ Jetzt noch eine Anmerkung von mir: Leider kann ich nicht mit konkreten Daten dienen, mit denen man die halbjährlichen bzw. jährlichen Messungen der Leuchtdichte quantitativ begründen kann. Es liegen eben nur Erfahrungen vor, dass die Leuchtdichten im Verlaufe der Nutzungszeiten nicht konstant bleiben, was Anlass genug war, diese hier diskutierten Prüfungen in diese Norm mit aufzunehmen. Aber wie gesagt, konkrete quantitative Werte liegen uns nicht vor. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sören Ehlers schrieb am 31.03.2015 - 13:56 Uhr:
Frage:2408 BETREFF: Kontrollbereich C-Bogen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zunächst vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage zur DIN 6868-157. Ich freue mich, wenn Sie mir zudem zwei Fragen zum Strahlenschutz bei C-Bögen beantworten können: 1. Wird der Kontrollbereich nur Aufgrund des Bildempfängerdurchmessers festgelegt oder spielt hierbei auch der Anwendungszweck (Streustrahlung bei unterschiedlich dicken Objekten) eine Rolle? 2. Ist bei Personen die sich im Rahmen einer kurzen Demonstration (Messung von Streustrahlung bei unterschiedlich dicken Objekten) im Kontrollbereich befinden eine Personendosismessung mit amtl. Dosimetern notwendig, oder genügen hier elektronische Dosimeter?. Nochmals vielen Dank für Ihre Antworten. Sören Ehlers


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Ehlers, zu den beiden Fragen: 1) Sicherlich hat die Dicke des Objekts einen Einfluss auf die Streustrahlenintensität (´je dicker um so mehr´), aber bei der Messung der Streustrahlenumgebung bei Durchleuchtungsgeräten benutzt der Sachverständige in der Regel die Prüfkörper (Absorber, Phantome) nach DIN 6815 (Wasserphantom oder PMMA-Phantom). Damit erreicht man in etwa den Mittelwert aus den üblicherweise von den Patienten ´angebotenen´ Objektdicken. 2) Normalerweise benutzt man amtliche Dosimeter für die Personendosimetrie in Kontrollbereichen (§ 35 Abs. 4 RöV). Bei kleinen Dosiswerten (z.B. für die effektive Dosis nicht höher als 1 mSv/a) kann die zuständigen Behörde Ausnahmen zulassen (siehe § 35 Abs. 1 Satz 2 RöV). Also stellen Sie bitte Ihre Frage 2 an die für Sie zuständige atomrechtliche Behörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  S. Ehlers schrieb am 31.03.2015 - 12:05 Uhr:
Frage:2407 BETREFF: DIN 6868-157 - Raumklassen und Zuordnung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in der neuen DIn 6868-157 sind zwar Raumklassen definiert, es findet jedoch (im Vergleich zum Normenentwurf)keine Zuordnung zu Modalitäten statt. In welche Raumklasse würden Sie ein CT einordnen - ist Raumklasse 2 ´geeignet´ oder kann auch Raumklasse 3 Anwendung finden? Vielen Dank und freundliche Grüße, S. Ehlers


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Ehlers, ich beantworte mal Ihre Frage so, wie Sie diese formuliert haben: ´In welche Raumklasse würden Sie ein CT einordnen?´ Also wie würde ich (Ewen) diese Einordnung vornehmen? Antwort: Wenn die CT-Bilder in einem speziellen Befundungsraum befundet werden, dann RK1. Sollte dies im Untersuchungsraum mit sofortiger Befundung geschehen, dann RK2. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jan Zwingenberger schrieb am 31.03.2015 - 11:06 Uhr:
Frage:2406 BETREFF: baulicher Strahlenschutz beim Betrieb von Röntgen C-Bogen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, der Hersteller eines C-Bogen gibt den Kontrollbereich mit Radius 2,5m an. Wenn der OP-Raum 5,5m x 5,5m gross ist und der C-Bogen im Zentrum steht, kann man dann u.U. auf zusätzlichen baulichen Strahlenschutz verzichten, wenn in den Nachbarräumen keine Dauer-Arbeitsplätze sind ? Der OP-Raum existiert bereits, ein Umbau wäre sehr aufwändig. Die OP-Wände sind Leichtbauwände mit Bleigleichwert=0 nach einer Seite, nach den anderen Seiten ca. 24cm Ziegelmauerwerk. GGf. könnte man im OP auch zusätzliche mobile Strahlenschutz-Trennwände aufstellen. Vielen Dank für Ihre Stellungnahme. Mit freundlichen Grüssen Jan Zwingenberger


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Zwingenberger, zunächst einmal rein formal: Antworten auf Fragen im Forum RöV, wie z.B. diese hier, besitzen natürlich keinen gutachterlichen Charakter, der von einer zuständigen Behörde als solcher offiziell anerkannt werden kann. Deshalb empfehle ich, diese von Ihnen geschilderte Fragestellung mit einem behördlich bestimmten Sachverständigen zu besprechen, und zwar möglichst mit demjenigen, der hinterher auch vor Ort die Prüfung durchführen wird. Meine Kommentare: 1) Die Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL; s. Internet)), nach der ein Sachverständiger eine Röntgeneinrichtung überprüft, legt im Berichtsmuster 2.2.4 (mobile C-Bogengeräte) folgende Kontrollbereichsgrenzen fest (Radius): 3 m für Bildempfänger-Nennwertdurchmesser bei Vollfeld <= 25 cm und 4 m bei Bildempfänger-Nennwertdurchmesser bei Vollfeld > 25 cm. Das ist nicht identisch mit den Angaben, die Ihnen der Hersteller genannt hat. Dieser Unterschied sollte zumindest abgeklärt bzw. begründet werden. 2) Über die Wandstärken von 24 cm Ziegel müssen wir nicht mehr reden. Die sind für den Betrieb eines C-Bogengerätes in der von Ihnen genannten Raumgeometrie ´dicke´ ausreichend. 3) Etwas Sorge könnte die Wand mit dem Bleigleichwert 0 mm bereiten. Dabei kommt es sehr darauf an, was unter ´keine Dauer-Arbeitsplätze´ verstanden wird. Nehmen wir für den betreffenden Ort einen Grenzwert (effektive Dosis) von 1 mSv/a und einen sog. Aufenthaltsfaktor nach DIN 6812 von 0,1 an, dann müsste dort de facto eine Dosis von 1/0,1 = 10 mSv/a eingehalten werden. Das Einhalten dieser Dosis könnte an dem besagten Ort ohne zusätzliche Wandabschirmungen (knapp) möglich sein. Die letzte Entscheidung darüber muss aber der Sachverständige bei seiner Prüfung treffen (Ortsdoisleistungsmessung, Festlegung von Einschaltzeit und Aufenthaltsfaktor, ggf. Nutzung mobiler Strahlenschutzwände). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Chris Decker schrieb am 30.03.2015 - 13:50 Uhr:
Frage:2405 BETREFF: Röntgen von Kindern
Vielen dank für die schnelle Antwort. Gruß Familie Decker


1. Antwort: ... gern geschehen und alles Gute für den Sohn! K. Ewen



  Chris Decker schrieb am 27.03.2015 - 15:44 Uhr:
Frage:2404 BETREFF: Röntgen von Kindern
Hallo. Ich habe ein kleines Planungs- bzw. Vorbereitungsproblem. Bei unserem Sohn(6) wird demnächst ein Kotrastmittelröntgen der Harnblase durchgeführt, mit Katheter usw. Daher folgende Frage: Werden Kinder heutzutage dafür in Narkose versetzt oder müssen sie es ´so´ ertragen? Es wäre gut zu wissen, worauf ich ihn seelisch vorbereiten muss. Danke im Voraus Gruß Familie C.Decker


1. Antwort: Diese Frage wurde doppelt gestellt. Antwort: siehe Frage mit der Nr. 2403. K. Ewen



  Chris Decker schrieb am 27.03.2015 - 15:43 Uhr:
Frage:2403 BETREFF: Röntgen von Kindern
Hallo. Ich habe ein kleines Planungs- bzw. Vorbereitungsproblem. Bei unserem Sohn(6) wird demnächst ein Kotrastmittelröntgen der Harnblase durchgeführt, mit Katheter usw. Daher folgende Frage: Werden Kinder heutzutage dafür in Narkose versetzt oder müssen sie es ´so´ ertragen? Es wäre gut zu wissen, worauf ich ihn seelisch vorbereiten muss. Danke im Voraus Gruß Familie C.Decker


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Decker, bei Röntgenuntersuchungen der Harnblase mit Kontrastmitteln an männlichen Kindern erfolgt in der Regel eine Sedierung. Diese Maßnahme führt zu einer Beruhigung des Patienten (lat.: sedare = beruhigen) und damit zu einem vollkommen erträglichen Ablauf dieser Untersuchung. Eine Narkose ist nicht üblich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rudolf Kolb schrieb am 27.03.2015 - 14:09 Uhr:
Frage:2402 BETREFF: Monitorabnahmeprüfung im Dentalbereich
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, lt. Änderung der QS RL dürfen Bildwiedergabesysteme die vor dem 01.05.15 in Berieb genommen werden und nach den bisherigen Vorgaben (DIN 6868-57 und QS-RL) abgenommen sind bis 2025 weiterbetrieben werden. Erforderliche Teil- und Abnahmeprüfungen dürfen weiterhin (bis 2025) nach DIN 6868-57 bzw. QS-RL durchgeführt werden. Jetzt möchten verschiedene Zahnärzte (die im Moment noch nicht digital Arbeiten) noch vor dem 01.05. Monitore abnehmen lassen, um die Vorgaben der neuen DIN /z.B. erhöhter Aufwand für die Konstanzprüfung) bis 2025 zu umgehen. Auf diesen Monitoren wird dann ein Testbild aufgespielt und die Abnahmeprüfung durchgeführt. Eine entsprechende Software zum Befunden von Patientenaufnahmen fehlt. Wie sehen Sie die Sache? Ist diese Vorgehensweise legitim? Was spricht gegen diese Vorgehensweise? mfG


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, wir haben mit der Antwort auf Ihre Frage etwas ausgeholt, und zwar weil auch Personen das Forum RöV verfolgen, die nicht so ganz tief in der Materie stecken wie das sicherlich bei Ihnen der Fall ist. Hier unsere Meinung zu dieser rechtlich wirklich interessanten Situation: Der § 16 Abs. 2 RöV schreibt vor, dass vor Inbetriebnahme einer Röntgendiagnostikeinrichtung eine Abnahmeprüfung durch den Hersteller oder Lieferanten erfolgen muss. Nach jeder Änderung, die die Bildqualität oder die Höhe der Strahlenexposition beeinflussen kann, ist ebenfalls eine Abnahmeprüfung durch den Hersteller oder Lieferanten durchzuführen, die sich allerdings auf die Änderung und deren Auswirkungen beschränken kann. Diese Prüfung muss auch vom Hersteller oder Lieferanten durchgeführt werden. Nur wenn die Abnahmeprüfung durch diesen nicht mehr möglich ist, darf ein anderes Unternehmen die Abnahmeprüfung durchführen, das dann aber die Bedingungen des § 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV erfüllen muss. Bei neu gekauften Bildwiedergabesystemen (BWS) lässt sich nach unserer Auffassung nicht begründen, warum nicht der Hersteller oder Lieferant die Abnahmeprüfung durchführt (den gibt es ja noch). Ein Abweichen von dieser Regelung ist nur zulässig, wenn die zuständige Behörde dies nach § 33 Abs. 6 RöV im Einzelfall gestattet. In der Konsequenz bedeuten die Regelungen der RöV, dass bei Röntgeneinrichtungen, die in Betrieb genommen werden (Definition Betrieb einer Röntgeneinrichtung: § 2 Nr. 3 RöV), vor Inbetriebnahme eine Abnahmeprüfung der gesamten Röntgeneinrichtung erfolgen muss (siehe § 16 Abs. 2 Satz 1 RöV: ´... Röntgeneinrichtungen ... ´). Bei Änderungen muss nach erfolgter Änderung und vor der (Wieder-)Anwendung am Menschen die Abnahmeprüfung (´Teilabnahmeprüfung´) erfolgen. Dabei ist auch die Auswirkung der Änderung auf den Rest der Röntgeneinrichtung zu betrachten. Ggf. ist in diesem Zusammenhang sogar eine Änderungsgenehmigung oder eine Änderungsanzeige erforderlich. Nur so sind auch die ´Übergangsregelungen´ zur QS-RL zu verstehen. Hiernach darf bei einer Inbetriebnahme oder einer Änderung vor dem 1. Mai 2015 die Abnahmeprüfung bzw. Teilabnahmeprüfung noch nach der DIN V 6868-57 (Humanmedizin) bzw. nach Anhang C.1.1 der QS-RL (Zahnmedizin) erfolgen. Dabei sind immer auch die Auswirkungen auf einen schon vorhandenen Teil der Röntgeneinrichtung zu betrachten. Eine ´Vorratsprüfung´ allein des BWS (welches dann ggf. später eingebaut wird) ist schon aus diesem Grund nicht möglich. Würde man ein BWS jetzt einer Abnahmeprüfung nach C.1.1 der QS-RL unterziehen und es nach dem 1. Mai 2015 an die vorhandene Röntgeneinrichtung anbauen, dann müsste die (Teil-)Abnahmeprüfung anschließend durch den Hersteller oder Lieferanten nach der dann anzuwendenden Norm noch einmal durchgeführt, um auch die Auswirkungen der Änderungen festzustellen. Erst danach dürfte die Anwendung am Menschen erfolgen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wolfgang bachert schrieb am 26.03.2015 - 10:37 Uhr:
Frage:2401 BETREFF: Frage 2397
Hallo Herr Prof. Ewen, ´ich wollte mal ganz vorsichtig und höflichst´ anfragen, ob es (noch) eine Antwort zur Frage gibt ? Herzliche Grüße Wolfgang Bachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, in habe Sie nicht vergessen. Aber ich wollte vor der Veröffentlichung meiner Antwort auf Ihre Frage noch einen Experten auf dem Gebiet des Fachkundeerwerbs kontaktieren. Dieser ist aber erst in der nächsten Woche aus dem Urlaub zurück. Also bitte noch ein wenig Geduld. Viele Grüße K. Ewen



  Lutz, Volker schrieb am 25.03.2015 - 10:53 Uhr:
Frage:2400 BETREFF: digitale Signatur der rechtfertigende Indikation
Sehr geehrte Herr Prof. Ewen, vielen Dank für die prompte Antwort, somit ist unsere Unsicherhait ausgeräumt. Mit freundlichen Grüßen, V. Lutz


1. Antwort: ... immer zu Diensten! Gruß K. Ewen



  Awe Holger schrieb am 24.03.2015 - 15:41 Uhr:
Frage:2399 BETREFF: Baulicher Strahlenschutz mobiles Röntgengerät
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, welchen baulichen Strahlenschutz muss eine Zwischenwand besitzen, wenn in zwei benachbarten Zimmern die Patienten quasi Kopf gegenüber Kopf liegen (wenige 1,5m, Zwischenwand Gips) und mit einem mobilen Aufnahmegerät geröntgt wird. Im Musterprüfbericht 2.2.1 habe ich sogar gefunden, dass die bautechnischen Strahlenschutzvorkehrungen mit ´entfallen´ durch den Sachverständigen angekreuzt werden können!? Wenn ein 2. Patient im Zimmer liegt, dann wird darauf geachtet, dass entweder die 1,5m eingehalten werden oder man Abschirmungen erhält, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man im Nachbarzimmer nachschaut, ob da auch ein Patient liegt ... oder ist es vernachlässigbar, wenn man annimmt, dass die Köpfe jeweils 50cm entfernt voneinander liegen und die Gipswand zusätzlich abschirmt? Besten Dank und viele Grüße


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Awe, die Abschirmung von medizinisch genutzten Röntgeneinrichtungen wird üblicherweise nach der DIN 6812 berechnet. In die Berechnung gehen als wesentliche Parameter Röhrenspannung, Einschaltzeit bzw. Betriebsbelastung (in mA min/Woche), Abstand zwischen Strahlenquelle und zu schützendem Ort und der dort geltende Grenzwert (mSv pro Jahr oder pro Woche) ein. Bei mobilen Röntgendiagnostikgeräten ist normalerweise die Einschaltzeit bzw. Betriebsbelastung nicht so hoch anzusetzen wie bei stationären Einrichtungen, so dass es durchaus sein kann, dass in bestimmten Einzelfällen (ausreichend große Abstände zu den Aufenthaltsplätzen von Personen) auf eine bauliche Abschirmung verzichtet werden kann. Wenn wir für den von Ihnen geschilderten Fall mal eine Abschirmung zwischen diesen beiden Räumen abschätzen wollen, dann gehe ich mal von folgenden Parametern aus: Röhrenspannung: 90 kV, Betriebsbelastung: 1/6 des Wertes bei stationären Geräten, also sagen wir: 70 mA min/Woche, Abstand Patient zu Patient in den beiden Räumen (´von Mitte zur Mitte´): 2 m, Grenzwert: 1 mSv/a (= 0,02 mSv/Woche). dann sollte die Wand, so sie aus Gips besteht, etwa 10 cm dick sein (10 cm Gips entspricht in etwa 0,4 mm Blei). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Lutz, Volker schrieb am 24.03.2015 - 14:56 Uhr:
Frage:2398 BETREFF: digitale Signatur der rechtfertigende Indikation
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen,in unserem Krankenhaus möchten wir die Rö-Anforderung durch einen fachkundigen Arzt digital ausführen und archivieren.Es besteht die Unsicherheit ob eine qualifizierte Signatur im elektronischen System notwendig ist, oder ob eine einfache Signatur mit Zeitstempel ausreicht. Für Ihre möchte ich mich im Voraus bedanken, mit freundlichen Grüßen. V. Lutz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Lutz, wenn ich in Ihrem Text den Begriff ´Röntgenanforderung´ durch ´Stellung der rechtfertigenden Indikation´ ersetze - und ich denke, das ist so gemeint -, sucht man in der RöV vergeblich eine Vorschrift, die explizit verlangt, dass der die rechtfertigende Indikation stellende, entsprechend fachkundige Arzt diesen Vorgang mit seiner Unterschrift (Signatur) belegen muss. Sein Name muss bekannt sein und aufgezeichnet werden, damit man bei eventuell später sich ergebenden Rückfragen weiß, wer die rechtfertigende Indikation gestellt hat. Vielleicht ist mit dieser Antwort die von Ihnen erwähnte Unsicherheit ausgeräumt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wolfgang Bachert schrieb am 23.03.2015 - 15:37 Uhr:
Frage:2397 BETREFF: Stellung der rechtfertigenden Indikation
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, darf ein Anästhesist, der die Fachkunde für den Bereich ´Notfalldiagnostik - Rö2´ erworben hat, die Indikation für chir. und int. Patienten im Bereitschaftsdienst (Notfalldienst) stellen ? Wie sieht es aus, wenn er nur die ´Rö4 - Röntgendiagnostik in einem sonstigen begrenzten Anwendungsbereich, z.B. einfache intraoperative Röntgendiagnostik, Thoraxdiagnostik auf der Intensivstation´ ? Darf die (Vor-) Befundung unabhängig vom Indikationsstellenden erfolgen - z.B. nachts durch den Ass.-Arzt (Innere oder Chirurgie) jeweils ohne komplette Fachkunde und am nächsten Morgen qualifiziert durch einen facharzt der jeweiligen Disziplin ? Vielen Dank für ihre Bemühungen im Voraus Wolfgang Bachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, sorry, hat etwas länger gedauert. Aber jetzt: Ein Arzt (Anästhesist, Chirurg, Internist oder ...), der über die Fachkunde im Strahlenschutz Rö2 (Notfalldiagnostik bei Erwachsenen und Kindern - Röntgendiagnostik ohne CT im Rahmen der Erstversorgung) verfügt, darf die rechtfertigende Indikation zur Strahlenanwendung in den Fällen der Erstversorgung stellen. Dabei ist es unerheblich, ob dies im Bereitschaftsdienst oder in den normalen Dienstzeiten erfolgt. Ärzte, die nicht über Fachkunde im Strahlenschutz verfügen, dürfen diese rechtfertigende Indikation zur Strahlenanwendung nicht stellen. Sie dürfen aber die medizinische Indikation stellen, d.h. eine Abklärung beauftragen. Die Entscheidung, ob diese Abklärung dann mittels ionisierender Strahlung erfolgt, bleibt dem fachkundigen Arzt vorbehalten. Dabei regeln die entsprechenden Teilgebietsfachkunden den zulässigen Anwendungsbereich, d.h. Rö2 für Notfalldiagnostik nur im Rahmen der Erstversorgung ohne CT, Rö3.1 für Skelett, Rö5.1 für CT-Untersuchungen. Die Fachkundegruppe Rö4 ermöglicht es, für ganz bestimmte eingeschränkte Untersuchungfelder in recht kurzer Zeit die notwendige Fachkunde zu erwerben. Mit einer solchen eingeschränkten Fachkunde darf man aber im beschriebenen Bereich sowohl die rechtfertigende Indikation stellen als auch befunden und die Röntgenuntersuchung technisch durchführen. Eine Befundung ohne Fachkunde im Strahlenschutz oder mit einer Fachkunde für ein anderes Teilgebiet ist unserer Meinung nach rechtlich nur zulässig, wenn der Arzt mindestens über bescheinigte Kenntnisse im Strahlenschutz verfügt und die ständige Aufsicht durch einen entsprechend fachkundigen Kollegen gewährleistet ist. Das bedeutet, dass Ihre Konstruktion, Vorbefundung durch einen nicht fachkundigen Arzt im Nachtdienst und qualifizierte Nachbefundung am nächsten Morgen, wenn der fachkundige Kollege wieder anwesend ist, ausscheidet, da in diesem Fall die ständige Aufsicht nicht sichergestellt werden kann (vergl. § 24 Abs. 1 Nr. 3 RöV). Ein erläuternder Hinweis hierzu: Befundung ist ein Teil der Anwendung nach § 2 Nr. 1 a) der RöV und für die Anwendung gilt der vg. § 24 Abs. 1 RöV. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Guggenbichler schrieb am 23.03.2015 - 10:15 Uhr:
Frage:2396 BETREFF: Din 6868-157
Guten Morgen Herr Ewen, von einem namhaften Hersteller von Monitoren wurde mir mitgeteilt, dass selbst ein Monitor der die Kriterien für die Befundung erfüllen würde, hierfür nicht verwendet werden darf wenn dieser vom Hersteller nicht als Befundungsmonitor und somit ´zweckbestimmt´ ausgewiesen wurde. mfg Michael Guggenbichler


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Guggenbichler, die Aussage des Herstellers ist dann richtig, wenn er, gebunden an die Zweckbestimmung beispielsweise ´Monitor für die Befundung in der Röntgendiagnostik´, die Verantwortung für diese Art Nutzung übernehmen muss. Bei einem Monitor, der seitens des Herstellers nicht diese oder eine ähnlich lautende Zweckbestimmung aufweist, aber sonst alle Kriterien für eine Nutzung als Befundungsmonitor erfüllt (z.B. Bestehen der Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157) wird der Hersteller diese Verantwortung nicht übernehmen (können). Diese würde dann auf den Anwender übergehen und dort auch verbleiben, falls bei Nutzung des betreffenden Monitors für die Befundung in der Röntgendiagnostik eventuell (strahlenschutz)technische Problemfälle auftreten würden. Diese hier geäußerte Meinung resultiert unter anderem aus einer Interpretation vor allem des § 2 Abs. 5 MPBetreibV seitens eines Experten für Medizinprodukterecht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  I. Maria Schäfer schrieb am 18.03.2015 - 10:35 Uhr:
Frage:2395 BETREFF: Tätigkeiten von MTRA Schülern
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ist es zulässig, dass MTRA Schüler alleine auf der Intensivstation röntgen dürfen? MfG Inge Schäfer


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schäfer, diese Personengruppe fällt unter die Bestimmungen des § 24 Abs. 2 (´technische Durchführung´), dort unter die lf. Nr. 2 (´in der beruflichen Ausbildung befindlich´). Die Tätigkeit ist für diese Personen zulässig, wenn Kenntnisse im Strahlenschutz vorliegen und wenn eine ständige Aufsicht und Verantwortung eines im Strahlenschutz entsprechend fachkundigen Arztes gegeben ist. Diese ´ständige Aufsicht ... ´ ist es, die oft zu Diskussionen führt, in denen auch das Wort ´alleine´ vorkommen kann. Der Rechtsbegriff ´ständige Aufsicht ... ´ wird nach meiner Auffassung richtig interpretiert, wenn man unterstellt, dass dieser Arzt sich in der Abteilung aufhält (muss nicht unbedingt direkt am Untersuchungsort sein) und bei einem Problem schnell eingreifen kann. In diesem Sinne muss man den Zustand ´alleine´ ablehnen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Prof. Dr. R. Köster schrieb am 16.03.2015 - 19:01 Uhr:
Frage:2394 BETREFF: Hodenschutz bei CT-Untersuchungen
Lieber Herr Ewen, in den Leitlinien zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik wird unter den aufnahmetechn. Qualitätsanforderungen bei Hüftgelenk u. OS und Becken explizit: Strahlenschutz Hodenkapsel gefordert. In den Leitlinien zur Qualitätssicherung in der CT findet sich keine explizite diesbezügliche Forderung für Untersuchungen des Abdomens und Beckens. Und auch sonst finde ich keine diesbezügliche Forderung in der Literatur, was ich umso erstaunlicher finde, als ja die Hodenkapsel eine Strahlenreduktion bis zu 95 % bringt! Ist dies mit § 25 Abs. 1 RöV abgedeckt? Braucht es auch nicht explizit in den geforderten Arbeitsanweisungen für MTRA´s aufgeführt sein? Herzliche Grüße, R. Köster


1. Antwort: Lieber Herr Köster, in der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) zur RöV, nach der die Sachverständigen Röntgeneinrichtungen vor Inbetriebnahme und dann alle 5 Jahre Überprüfen müssen, gibt es eine Anlage III, in der die Patientenschutzmittel für die Röntgendiagnostik zusammengestellt sind, die der Sachverständige auch abfragen wird. Die SV-RL wird zurzeit gerade novelliert und in der neuen Fassung wird das Vorhandensein des ´Hodenschutzes´ für folgende Untersuchungen gefordert: LWS, Wirbelsäulenganzaufnahme, Becken- u. Sacrumaufn., Kolon- u. Rectumuntersuchung, Dünndarmuntersuchung, urologische Röntgenuntersuchungen, Gefäße, Abdomen, Gallenwege, Pankreas, Ösophagus, Magen, Duodenum, Angiographie, Untersuchungen am Herzen, Thoraxaufnahme, Schulter, Arme, Klavikula, Rippen, Sternum, Füße, Hand, CT, Zahnheilkunde, Pädiatrie. Sie sehen, wir haben schon eine lange Liste aufgeführt. Ob der Hodenschutz auch überall genutzt wird, ist eine andere Sache. Darauf haben wir als externe Strahlenschützer keinen großen Einfluss. Sicherlich wäre in dieser Hinsicht eine kleine ´Arbeitsanweisung´ an das Assistenzpersonal ganz nützlich. Der § 25 Abs. 1 RöV ist formalrechtlich natürlich sinnvoll, geht aber, vollkommen normal für Verordnungstexte, nicht in die Details. Viele Grüße K. Ewen



  K. Müller schrieb am 13.03.2015 - 08:41 Uhr:
Frage:2393 BETREFF: Konstanzprüfungen an Röntgengeräten
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserem Haus existieren eine ganze Reihe von Röntgengeräten (C-Bogen, Mammografiegerät, CT, Durchleuchtung etc.) in verschiedenen Abteilungen. Derzeit werden die Konstanzprüfungen von einem MPE mit Fachkunde nach RöV durchgeführt. In Zukunft soll dies aber von einem Mitarbeiter der Medizintechnik erledigt werden, wobei der MPE weiterhin im Unternehmen beschäftigt wäre. Da dies natürlich auch die selbstständige Bedienung der Geräte erfordert daher meine Frage: Werden Kenntnisse mit entsprechenden Kenntniskursen nach Fachkunde-Richtlinie Medizin benötigt, und ist dann ein Arbeiten nur unter Aufsicht eines fachkundigen Arztes oder MPE möglich? Wie wäre in diesem Fall die Aufsicht bzw. ständige Aufsicht definiert? Oder benötigt der Medizintechniker eine Fachkunde R6.2 nach Fachkunde-Richtlinie Technik? Wo findet man die entsprechende Regelung? Mit freundlichen Grüßen, K. Müller


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Müller, ich kann aus dem Text nicht ganz genau erkennen, ob der MPE und dieser ´Mitarbeiter der Medizintechnik´ in Ihrem Haus beschäftigt sind oder einem externen ´Unternehmen´ angehören, das im Auftrag Ihres Hauses dort die Konstanzprüfung durchführt. Im ersteren Fall muss für den betreffenden Mitarbeiter keine explizite Fachkunde im Strahlenschutz vorliegen. Entscheidend wäre nur, der Mitarbeiter ist so geschult, dass er in qualifizierter Weise die Konstanzprüfungen durchführen kann. Im letzteren Fall müsste dieses Unternehmen, das Konstanzprüfungen (KP) geschäftlich anbietet und abwickelt, diese Tätigkeit nach § 6 RöV bei der zuständigen Behörde anzeigen und für diejenige Person, welche dort die Leitung der gesamten Tätigkeiten innehat, die Fachkunde im Stahlenschutz nach FK-Gruppe 6.1 und für Personen, die zur Durchführung der KP ´vor Ort´ tätig sind, die Fachkunde nach FK-Gruppe 6.2 nachweisen. Kenntniskurse werden in diesem Zusammenhang nicht angeboten und sind auch nicht erforderlich. Bei der Durchführung der KP wird Röntgenstrahlung ja auf völlig andere Weise angewendet als in der Röntgendiagnostik, so dass der vor Ort fachkundige Arzt hier keine Aufsichtspflicht vornehmen muss und kann. Wo findet man entsprechende Regelungen? In entsprechenden Stellen der RöV und in der von Ihnen genannten FK-Richtlinie Medizin RöV. Daneben empfiehlt es sich grundsätzlich immer, bei Fragen Kontakt mit der zuständigen Behörde aufzunehmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Siemens schrieb am 09.03.2015 - 21:37 Uhr:
Frage:2392 BETREFF: Betriebsärztliche Untersuchung
Hallo , ich arbeite im Op und bin täglich den Röntgenstrahlung ausgesetzt. Ist es irgendwo festgelegt wie oft man eine betrieblich ärztliche Untersuchung durchlaufen muss? Aus einem anderen Haus ist mir bekannt dass der Op-Personal jährlich untersucht wird. Ich bedanke mich im Voraus . Hochachtungsvoll E.Siemens


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Siemens, wenn Sie viel im OP mit Röntgenstrahlung zu tun haben (wahrscheinlich arbeiten Sie an einem sog. mobilen C-Bogengerät), dann sollte Sie der für Sie zuständige Strahlenschutzbeauftragte in die Klasse der beruflich Strahlenexponierten der Kategorie A einteilen (siehe § 31 Nr. 1 RöV). Dann müsste er Sie nach § 37 Abs. 1 RöV einmal im Jahr zu einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung bei einem ermächtigten Arzt schicken. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Siemens schrieb am 09.03.2015 - 21:36 Uhr:
Frage:2391 BETREFF: Betriebsärztliche Untersuchung
Hallo , ich arbeite im Op und bin täglich den Röntgenstrahlung ausgesetzt. Ist es irgendwo festgelegt wie oft man eine betrieblich ärztliche Untersuchung durchlaufen muss? Aus einem anderen Haus ist mir bekannt dass der Op-Personal jährlich untersucht wird. Ich bedanke mich im Voraus . Hochachtungsvoll E.Siemens


1. Antwort: Frage wurde zweimal gestellt. Antwort siehe Fragen-Nr. 2392. K. Ewen



  Beate Korus schrieb am 06.03.2015 - 21:19 Uhr:
Frage:2390 BETREFF: Röntgengerätegenehmigung
Sehr geehrte Professor Even, Ich habe eine Frage ob das Vorgehen des Regierungspräsidium Darmstadt in meinem Fall nachvollziehbar ist und ob ich es so annehmen muss oder brauche ich einen anwaltlichen Beistand und mit welchen Bußgeldern ist da zu rechnen? Ich bin seit ca. 6 Jahren Juniorpartnerin in einer zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis. Die Praxis verfügt über Röntgeneinrichtung Heliodent MD und Orthophos. Die Geräte waren bis zum meinen Eintritt in der Praxis auf meine Kollegin angemeldet und genehmigt und auch regulär nach der Röntgenverordnung geprüft. Am 12.04.2011 wurde die erste TÜV Prüfung durch einen Sachverständigen der TÜV Hessen durchgeführt innerhalb der Gemeinschaftspraxis. In fast zwei Jahren nach der Prüfung ( am 21.01.2013 wurde ich von Regierungspräsidium Darmstadt Abteilung Arbeitsschutz und Umweltschutz angeschrieben, dass der Sachverständigenprüfbericht MEINER Röntgeneinrichtung Orthophos und Heliodent bei Regierungspräsidium eingegangen ist. Mit der Information: ´Damit Sie Röntgenanlagen in Betrieb nehmen dürfen, ist die Inbetriebnahme mindestens 2 Wochen vor Inbetriebnahme hier anzuzeigen bzw. die Genehmigung zu beantragen´ Die Information erreicht mich nach zwei Jahren nach der Prüfung. Mit der Information kommen alle Formblätter und Hinweise welche Unterlagen erforderlich sind um Antrag auf Genehmigung des Betriebes der Röntgeneinrichtung erforderlich sind. Die erforderlichen Unterlagen waren bei mir vorhanden und ich konnte sie unverzüglich der Sachbearbeiterin des Regierungspräsidiums einreichen. Die Sachbearbeiterin hat mich drauf angewiesen dass falls ich die angeforderten Unterlagen bis zum genannten Termin nicht vorlege ist das Schreiben als Anhörung i.S.v.&28 Hessisches Verwaltungsverfahrensgesetz zu betrachten. Das eine eventuelle Anordnung wäre kostenpflichtig für mich. Ich habe die Unterlagen vollständig eingereicht damit konnte die Anmeldung und Genehmigung erfolgen was ich im telefonischem Gespräch mit der Sachbearbeiterin bestätigt bekommen habe . In 2 Jahren am 4.03.2013 erhalte ich eine Anhörung in Ordnungswidrigkeitenverfahren. Betreiben der Röntgeneinrichtung ohne Genehmigung in der Zeit von 12.04.2011 bis 28.03.2013. Das ist der Zeitraum zwischen der TÜV Prüfung und erfolgte Anmeldung. Ich weiß Unwissen schützt nicht vor Strafen so viel Lebenserfahrung hab ich schon. Ich muss aber trotzdem Fragen warum kann nach paar Jahren so eine unerwartete Anschuldigung bekommen? Anmeldung meinerseits war jede Zeit möglich weil es an keinen Unterlagen fehlte . Ich wurde nicht darüber Informiert auch nicht von der Landeszahnärztekammer dass wäre doch sofort möglich für die Zahnärzte entsprechende Anmeldung Vorzunehmen wenn wir von der Kammer bei der Bildung eine GP entsprechende Anmeldungsformulare bekommen hätten. Auch in der Aktualisierung der Fachkunde was wir zusammen mit meiner Gemeinschaftspraxiskollegin vor 4 Jahren besucht haben wurde so eine wichtige Information uns nicht vermittelt. Vielen Dank im Voraus.Mit freundlichen Grüßen.Beate Korus


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Korus, bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir hier im Forum RöV keine Rechtsberatung in Einzelfällen geben dürfen und können. Insoweit können wir Ihnen wirklich nur raten, das Gespräch mit der zuständigen Behörde zu suchen und im Bedarfsfall eine Rechtsberatung durch einen Rechtsanwalt einzuholen. Wir können an dieser Stelle nur über bekannte Erfordernisse und Erfahrungen berichten. Wie man aus den Vorschriften des § 3 RöV erkennen kann, macht die Röntgenverordnung die Inbetriebnahme einer Röntgeneinrichtung von einer personengebundenen Konzession abhängig, d.h. wer eine Röntgeneinrichtung betreibt oder deren Betrieb wesentlich verändert, bedarf der Genehmigung. Vergleichbares gilt für den anzeigebedürftigen Betrieb einer Röntgeneinrichtung (§ 4 RöV). Die Genehmigung hat der Strahlenschutzverantwortliche (Betreiber) vor der Inbetriebnahme oder vor der Inbetriebnahme nach einer wesentlichen Änderung zu beantragen bzw. dort, wo der anzeigebedürftige Betrieb nach § 4 RöV in Betracht kommt, mit einem Vorlauf von zwei Wochen anzuzeigen. Der Prüfbericht eines Sachverständigen ersetzt diesen Genehmigungsantrag oder die notwendige Anzeige nicht. Dies ist auch nachvollziehbar, da es nicht sichergestellt ist, dass der Prüfbericht eines Sachverständigen der zuständigen Genehmigungsbehörde überhaupt zugeht und diese dann daraus die möglichen Schlüsse ziehen kann. Auch gibt es verständlicherweise nirgendwo die Verpflichtung, dass einem Strahlenschutzverantwortlichen (Betreiber) seine Pflichten von der Behörde aufgezeigt werden müssen. Mit einer solchen Verpflichtung kämen Behörden in eine Garantenstellung, der sie nicht gerecht werden könnten. Vielmehr ist es im Strahlenschutzrecht so, dass es fachkundige Personen gibt und dass diese fachkundigen Personen durch ihre Aus- und Fortbildung im Strahlenschutz auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb von Röntgeneinrichtungen kennen müssen. Ob in dem von Ihnen beschriebenen Fall ein Bußgeld möglich ist, kann natürlich von hier aus auch nicht beurteilt werden. Auch hier kann es wieder nur eine grundsätzliche Antwort geben. Die RöV legt in § 44 Nr. 1a fest, dass derjenige, der vorsätzlich oder fahrlässig ohne Genehmigung nach § 3 Abs. 1 RöV eine Röntgeneinrichtung betreibt oder deren Betrieb verändert, ordnungswidrig handelt. Da der anzeigebedürftige Betrieb einer Röntgeneinrichtung nach § 4 RöV nur eine Ausnahme von der Genehmigungspflicht nach § 3 Abs. 1 RöV darstellt, ist es aus unserer Sicht wahrscheinlich, dass bei nicht fristgemäß erstatteter Anzeige eine Genehmigung erforderlich gewesen wäre und der Betrieb der Röntgeneinrichtung ohne diese Genehmigung die Ordnungswidrigkeit darstellt. Ob hier mögliche Verjährungsfristen zum Tragen kommen, entzieht sich unseren Kenntnissen. Frau Korus, an dieser Stelle will ich nochmals darauf hinweisen, dass diese Beschreibung die Auffassung der Bearbeiter des Forums RöV darstellt und keinerlei rechtliche Relevanz hat oder als Gutachten angesehen werden kann. Die rechtliche Klärung in den Einzelfällen ist nur mit den zuständigen Behörden u.U. unter Einschaltung der Rechtswege möglich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jörn Bartelheimer schrieb am 05.03.2015 - 08:23 Uhr:
Frage:2389 BETREFF: DIN 6868-157
Sehr geehrter Prof. Ewen, unser Aufgabenfeld ist der Vertrieb und Service von gebrauchten mobilen C-Bögen.Bezgl ihrer Antwort an Dr. Seyfarths Anliegen habe ich folgende Frage in Bezug auf die DIN 6868-157 : 1. Wie verhält es sich mit schon in den Verkehr gebrachten C- Bogensystemen ? 2. Was ist mit der Sachverständigenprüfung bei Ortsveränderung ? 3. Was passiert bei der 5 Jahresprüfung Die Thematik der neuen DIN hat sowohl hinsichtlich des Verkaufes durch Händler, als auch für den Kunden ( in der Mehrzahl Praxen, aber mittlerweile auch immer mehr Kliniken ) enorme Konsequenzen. Wir bekommen als Händler etliche Anfragen nach gebrauchten Systemen. Wenn ich die neue Norm nun richtig interpretiere ist der Gebrauchtmarkt praktisch, Stand jetzt, nicht mehr seriös zu bedienen. Vielen Dank im voraus und mit freundlichen Grüssen Jörn Bartelheimer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bartelheimer, zur Frage 1): Für mobile C-Bogengeräte, die vor dem 01 Mai 2015 erstmalig in Betrieb genommen wurden und an denen keine Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157 erfolgte, dürfen erforderliche Abnahme- oder Teilabnahmeprüfungen nach DIN V 6868-57 durchgeführt werden. Es sind die Testbilder nach dieser Norm einzuspeisen und darzustellen. Bei der Prüfung sind die Raumklassen und Tätigkeitsarten nach DIN 6868-157 zu Grunde zu legen. Anforderungen an das Bildwiedergabegerät: Kontrastverhältnis ≥ 40, Leuchtdichte ≥ 120 cd/m2. Zur Frage 2): Die zweite Frage ist leider etwas unspezifisch. Unter der Voraussetzung, dass eine Abnahmeprüfung nach DIN V 6868-57 oder DIN 6868-157 durchgeführt wurde, ist keine Sachverständigenprüfung erforderlich, wenn sich Raumklasse und Tätigkeitsart nicht geändert haben. Sonst siehe das Procedere nach Antwort zur Frage 1. Zu Frage 3): Der Sachverständige prüft im Rahmen der wiederkehrenden Prüfung den aktuellen Stand der Technik ab. Wenn das mobile C-Bogengerät die Möglichkeit bietet, Testbilder nach DIN V 6868-57 einzuspeisen, wird geprüft, ob der Stand der Technik eingehalten wird. Bei mobilen C-Bogengeräten, bei denen die Einspeisung von Testbildern nicht möglich ist, erfolgt die Prüfung mittels Durchleuchtung eines Prüfkörpers. Diese Variante ist aber nur bis 30.06.2018 möglich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kai-J. Seyfarth schrieb am 04.03.2015 - 17:32 Uhr:
Frage:2388 BETREFF: Neue DIN 6868-157
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Chirurgischen Praxis hat der BV leider seinen Betrieb eingestellt. Nun steht die Anschaffung eines neuen (gebrauchten) Gerätes an. Im Mai 2015 steht die DIN 6868-157 an. Nach div. Gesprächen mit Sachverständigen soll nächstes Jahr dort auch eine neue Handlungsanweisung in Kraft treten. Können Sie mir eine Empfehlung hinsichtlich eines auch in Zukunft noch zugelassenen Gerätes geben? Flachbildschirm o. Röhrenmonitor ? Was tun ? Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank, Dr. Kai-J. Seyfarth


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Seyfarth, grundsätzlich gilt die DIN 6868-157 nicht für Bildwiedergabegeräte, die auf der Basis von Kathodenstrahlröhren (CRTs) arbeiten (siehe ´Anwendungsbereich´ der Norm). Da Sie die mögliche Anschaffung eines gebrauchten C-Bogengerätes angesprochen haben: In der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) ist nachträglich folgender Passus eingeführt worden: ´Bei C-Bögen, die nicht die Möglichkeit zur Einspeisung digitaler Testbilder haben, darf eine ... Abnahmeprüfung sowie die Konstanzprüfung nach der jeweiligen Gerätenorm durchgeführt werden.´ Das wäre die DIN 6868-150 für die Abnahme- und die DIN 6868-4 für die Konstanzprüfung. Die DIN 6868-157 wäre nicht im Spiel. Diese Regelung gilt aber nur für Systeme, die bis zum 30.6.2018 betrieben werden. Deshalb besser eine neues C-Bogengerät anschaffen und die Prüfung des Bildwiedergabesystems nach DIN 6868-157 durchführen. Von einer angeblich im nächsten Jahr in Kraft tretenden neunen Handlungsanweisung habe ich bisher nichts gehört. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Prof. Saleh schrieb am 04.03.2015 - 13:55 Uhr:
Frage:2387 BETREFF: Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, eine Ärztin war 12 Jahre im Erziehungsurlaub und hat ihre Fachkunde 14 Jahre lang nicht aktualisiert. Die Landesärztekammer Bayern hat mir zu meiner großen Überraschung auf Anfrage mitgeteilt, dass ein erneuter Aktualisierungskurs ausreicht, um die Fachkunde wieder gültig zu machen. Ich dachte immer, wer die Aktualisierung verpasst (es hieß immer: auch nur um einen Tag) muß zurück auf Start, von vorn anfangen und die Fachkunde neu erwerben. Offensichtlich ist das, zumindest in Bayern, anders und die Legende diente nur dazu, die Fachkundebesitzer zu disziplinieren? Vielen Dank für eine kurze Bestätigung. Herzliche Grüße Andreas Saleh


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Prof. Saleh, das von Ihnen beschriebene Beispiel zeigt, dass die Fragen zur Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz nicht pauschal beantwortet werden können. Der von Ihnen geschilderten Fall ist nach unserer Auffassung wie folgt zu bewerten: Die genannte Ärztin hat ihre Fachkunde im Strahlenschutz nach Ihren Angaben seit 14 Jahren nicht aktualisiert. Daraus folgt, dass die Fachkunde im Strahlenschutz vor dem 1. Juli 2002 erworben wurde. Die erste Aktualisierung hätte somit nach den Übergangsvorschriften des § 45 Abs. 6 der RöV bis zum 1. Juli 2007 erfolgen müssen. Nur wenn dieser Termin eingehalten worden wäre, hätte die vor dem 1. Juli 2002 erworbene Fachkunde im Strahlenschutz fortgelten können. Nach unserer Auffassung, die auch von den zuständigen Bundes- und Landesbehörden sowie von Fachgutachtern geteilt wird, hätte die Überschreitung des Aktualisierungstermins 1. Juli 2007 bedeutet, dass die Fachkunde im Strahlenschutz neu erworben werden muss. In NRW gab es z.B. besondere Fachkundelehrgänge zum „Wiedererwerb“ der Fachkunde im Strahlenschutz. Anders stellt sich die Situation dar, wenn die Fachkunde im Strahlenschutz nach dem 1. Juli 2002 erworben wurde oder die erste Aktualisierung fristgemäß erfolgt ist. In diesen Fällen tritt der o.g. Automatismus nicht ein, d.h. bei einer Fristüberschreitung der notwendigen Aktualisierung entscheiden die zuständigen Behörden(z.B. Gewerbeaufsicht) und Stellen (z.B. Ärztekammer) in der Regel im Einzelfall, wie der vorhandene Mangel der Fristüberschreitung behoben werden kann. Hier könnte bei kurzer Fristüberschreitung das Nachholen des Aktualisierungskurses oder ein entsprechender Spezialkurs in Betracht kommen, aber auch ein vorübergehendes Ruhenlassen der Fachkunde oder sogar die Entziehung der Fachkunde im Strahlenschutz sind vorstellbar und bereits praktiziert worden. In Fällen, in denen die Fristüberschreitung nicht mehr als kurz anzusehen ist, kann man nur den Rat erteilen, mit der örtlich zuständigen Behörde Kontakt aufzunehmen. Die meisten Behörden sind nicht kleinlich ... !Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  M. Beecken schrieb am 03.03.2015 - 17:09 Uhr:
Frage:2386 BETREFF: Prüfkörper 3D Konstanzprüfung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei der Durchführung der KP von 3D fähigen Anlagen ist bei uns eine gewaltige Diskussion entbrannt. Es ist uns nicht klar welche Prüfkörper für die KP verwendet werden muss. Laut DIN 6868-150 wird ein bestimmter Prüfkörper verlangt. Allerdings auch nur für die AP. Kann oder darf dieser auch für die KP verwendet werden oder bin ich da frei in meiner Entscheidung welchen der zahlreichen am Markt verfügbaren Prüfkörpern ich verwenden darf. Mit freundlichen Grüßen M. Beecken


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Beecken, es ist ratsam, auch die Konstanzprüfung mit dem in DIN 6868-150 beschriebenen Prüfkörper nach den Vorgaben der -150 durchzuführen. Das geht offensichtlich schneller und einfacher als mit anderen Prüfkörpern - so die mir mitgeteilten Erfahrungen aus der ´Szene´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  W.Bachert schrieb am 27.02.2015 - 09:57 Uhr:
Frage:2385 BETREFF: Aufenthalt im Kontrollbereich
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir haben in unserer Klinik Schüler zur Ausbildung in der Gesundheits-und Krankenpflege. Im Rahmen ihrer Ausbildung müssen sie auch im OP eingesetzt werden. Was müssen wir beachten,bzw. tun wenn Schüler während einer Durchleuchtung (Chirurgisch oder bei SM-Implantation)im OP Saal anwesend sind ? Besonders, wenn die Schüler noch keine 18 Jahre alt sind ? Mit freundlichen Grüßen W. Bachert Ltd. MTRA


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, man muss damit rechnen, dass sich dieser Schüler bei Anwesenheit im OP mit eingeschalteter Röntgenstrahlung im Kontrollbereich aufhalten wird. Das darf er auch (siehe § 22 Abs. 1 Nr. 2c RöV). Dazu muss er Personendosimeter (§ 35 Abs. 1 und 4 RöV) und Schutzkleidung (§ 21 Abs. 1 RöV) tragen. Der Dosisgrenzwert z.B. für die effektive Dosis 1 mSv/a darf, falls die Behörde keine höheren Werte zulässt, nicht überschritten werden (§ 31a Abs. 3 RöV). Außerdem muss der Schüler in die Unterweisung nach § 36 RöV mit einbezogen werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heinrich Merten schrieb am 26.02.2015 - 18:24 Uhr:
Frage:2384 BETREFF: Zeitangabe für die Befundung in der Teleradiologie
Sehr geehrter Damen und Herren, im Kapitel 6.2 ´Durchführung der Qualitätsprüfungen´ der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) vom 23. Juni 2014 findet sich der Hnweis: Die Übertragung des größten teleradiologisch verwendeten Bilddatensatzes innerhalb von 15 Minuten impliziert, dass eine Befundung innerhalb von ca. 30 Minuten gewährleistet ist. Frage: Kann dieser Hinweis dahingehend gedeutet werden, dass gemäß der Richtlinie für die Befundung des teleradiologischen Bilddatensatzes 15 Minuten anzusetzen sind und somit zwischen dem Beginn der Bilddatenübertragung und dem Ende der Befundung nur ca. 30 Minuten liegen dürfen? Bitte: Können Sie diesen Hinweis kommentieren. Für die Beantwortung meiner Frage möchte ich Ihnen im Voraus danken. Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Merten, eine CT-Untersuchung mit modernen Scannern dauert nur maximal einige wenige Minuten. Bei einer Notfalluntersuchung kann der Radiologe nach Durchführung der Untersuchung dann mit der Befundung beginnen. Denn bei Notfalluntersuchungen ist aus naheliegenden Gründen eine zeitnahe Befundung nach geltenden Leitlinien erforderlich. Bei der Teleradiologie kommen noch die Übertragungszeiten hinzu, sodass diese Zeiten von den ca. 30 Minuten bis zur Erstellung des Befundberichts abzuziehen sind. Es gilt der Grundsatz, dass durch die Teleradiologie keine nennenswerte Abstriche in der radiologischen Versorgung erfolgen dürfen, daher diese Reglementierung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sven Rahn schrieb am 17.02.2015 - 09:58 Uhr:
Frage:2383 BETREFF: RöV §16 (2) - Definition Hersteller oder Lieferant in Bezug auf BWS
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, mit der Einführung der neuen DIN 6868-157 und der Ausweitung der Betrachtung der für die Bildqualität maßgeblichen Bestandteile eines Befundarbeitsplatzes, auf das Bildwiedergabesystem, ergibt sich folgende Fragestellung: Wer ist nach §16 (2) RöV alles als Hersteller und Lieferant eines BWS anzusehen und wer explizit nicht? Mich würde Ihre Abgrenzung sehr interessieren, da in der Praxis durchaus auch verschiedene Hersteller oder Lieferanten an einem BWS beteiligt sein können. Mit freundlichen Grüßen Sven Rahn


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rahn, Ihre Anfrage betrifft ein immer schon latent vorhandenes Problem, was zum Teil auch aus dem von Ihnen genannten Grund häufig nicht so ganz sauber und klar gehandhabt worden ist bzw. werden konnte. Und auch jetzt im Rahmen der neuen DIN 6868-157 ist die Vorschrift des § 16 Abs. 2 Satz 1 RöV (´Abnahmeprüfung durch Hersteller oder Lieferant´) nicht optimal umsetzbar. Ich habe unter anderem auch bezüglich Ihrer Forumanfrage diesbezüglich mal in der ´Szene´ nachgefragt. Es gibt folgende ´Formel´, die sich auch aus der neusten Fassung der QS-RL (mit Berücksichtigung eines Rundschreibens an die Länder vom 05.12.2014) ableiten lässt: Man muss folgende Systeme unterscheiden: a) Befundungsmonitore, die unabhängig von der bilderzeugenden Modalität sind, und b) es gibt ortsfeste Aufnahme- und Durchleuchtungseinrichtungen einschließlich des zur Systemkonfiguration gehörenden Befundungsmonitors und mobile C-Bogengeräte. Bei a): Abnahmepüfung durch Hersteller oder Lieferant des Befundungsmonitors, ggf. auch durch den PACS-Hersteller oder -Lieferant. Bei b): Abnahmeprüfung durch den Hersteller/Lieferant der bilderzeugenden Modalität. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Nicole schrieb am 13.02.2015 - 20:49 Uhr:
Frage:2382 BETREFF: Richtlinien zur Wartung Röntgen digital
Hallo, Meine Frage: Digitales Röntgen und C-Bogen in Praxis. gibt es eine gesetzlich vorgeschriebene Wartungspflicht? Muss dies jährlich vorgenommen werden und wer überprüft dies? Ist die Sicherheitstechnische Kontrolle auch jährlich Vorschrift, oder entspricht dies einer Wartung. Mit welcher Konsequenz ist zu rechnen, wenn man nicht regelmäßig wartet. Gruß N.


1. Antwort: Hallo Nicole, eine Wartung wie nach § 66 Abs. 2 StrlSchV z.B. jährlich an einem Elektronenlinearbeschleuniger (Linac) in der Strahlentherapie ist in der RöV nicht vorgeschrieben. Die sicherheitstechnische Prüfung durch einen Sachverständigen, die nach StrlSchV z.B. an einem Linac ebenfalls jährlich gefordert wird (siehe auch § 66 Abs. 2 StrlSchV), muss an medizinisch genutzten Röntgeneinrichtungen nur alle 5 Jahre durchgeführt werden (§ 18 Abs. 1 Nr. 5 RöV) durchgeführt werden. Wird aber eine sog. wesentliche Änderung an einer Röntgeneinrichtung vorgenommen, die Bildqualität und/oder Dosis beeinflussen könnte, kann eine Abnahmeprüfung im Sinne des § 16 Abs. 2 Satz 2 RöV und/oder eine Sachverständigenprüfung (§ 4 Abs. 5 RöV) erforderlich sein (siehe auch Anlage II in der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie; diese kann man im Internet finden). Sollten derartige Änderungen seitens des Betreibers einer Röntgeneinrichtungen ignoriert werden, könnte es Ärger mit der zuständigen Behörde geben. Zum Schluss: Man sollte bei medizinischen Röntgeneinrichtungen auch an die regelmäßigen Überprüfungen durch die Ärztlichen Stellen nach § 17a RöV denken (ca. alle 2 Jahre). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Patient DG schrieb am 13.02.2015 - 14:05 Uhr:
Frage:2381 BETREFF: Röntgenaufnahme fehlgeschlagen
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, ich weiß nicht ob ich in diesem Forum richtig bin, da es hier scheinbar um Themen zur Röntenverordnung geht. Ich habe als Patient eine konkrete Frage zu einer kürzlich fehlgeschlagenen Röntgenaufnahme (digitales Gerät). Es sollte bei meinem Zahnarzt eine Röntgenaufnahme meines Zahn/Kieferbereichs gemacht werden. Nachdem die Arzthelferin alles eingestellt und den Raum verlassen hatte, ist der Aufnahmebereich des Röntgengeräts (aus meiner Sicht) wahllos angefangen, sich um meinen Kopfbereich zu bewegen und ab und zu auch zu stoppen. Einige Sekunden später kam es zu einem Abbruch (ich weiß jetzt nicht ob von der Arzthelferin oder von der Computersteuerung veranlaßt - auf dem Monitor war glaube ich eine Abbruchmeldung zu erkennen). Die Arzthelferin hat darauf gesagt, dass das gerät manchmals ´spinnt´. Es war aber laut Ihrer Aussage noch keine Röntgenstrahlung aktiv. Beim zweiten Versuch hat sich dann der Aufnahmebereich des Gerätes entlang meines Kiefers bewegt, und eine erfolgreiche Aufnahme erstellt. Ich bin aber bzgl. der fehlgeschlagenen Aufnahme sehr besorgt. Was kann bei einem Fehlverhalten des Geräts schlimmsten falls passieren, wenn die Strahlung dabei aktiv ist. Es entstehen bei einer durchschnittliche Aufnahme zwar nur 0,006 mSv. Was aber, wenn das Gerät an einer bestimmten Stelle hält und diese Dosis genau auf einen konzentrierten Punkt für mehrer Sekunden strahlt. Ich weiß wirklich nicht, was dieses Gerät in diesen paar Sekunden gemacht hat und ob es theoretisch sein kann das ein falsches Programm abgelaufen ist oder es durch eine Fehleinstellung zu einer riskanten Strahlendosis kommen kann? Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar! MFG Patient DG


1. Antwort: Hallo, aus dem, was Sie hier geschildert haben, gehe ich davon aus, dass eine sog. Panoramaschichtaufnahme durchgeführt worden ist. Dabei dreht sich der Röntgenstrahler um den Kopf des Patienten, und während dieses Vorgangs wird Röntgenstrahlung erzeugt, die wegen dieser Drehung den Kopf des Patienten aus unterschiedlichen Winkeln durchstrahlt und dadurch im Rahmen der von dem Zahnarzt gestellten Fragestellung die gewünschte Bildinformation erzeugt. Ich will nicht und kann aus der Entfernung auch nicht die Ursache für diesen offensichtlich mechanischen Zwischenfall bei der Strahlerbewegung erklären. Sie sollten aber wissen, dass Röntgengeräte vor ihrer Inbetriebnahme und regelmäßig alle 5 Jahre von besonders qualifizierten Sachverständigen überprüft werden müssen, die dabei eine umfangreiche Checkliste abzuarbeiten haben. Diese Liste enthält eine Reihe von Vorgaben für die mechanische, elektrische und strahlenschutztechnische Sicherheit von Röntgeneinrichtungen, die in der Zahn-(Medizin) eingesetzt werden und die auch von den Herstellern derartiger Geräte beachtet werden müssen. In der für Panoramaschichtgeräte zuständigen Checkliste gibt es eine Prüfposition, die folgendermaßen lautet: ´Bei umlaufendem Strahler ... Strahlung nur bei Bewegungsablauf oder Abschaltung durch Loslassen des Aufnahmeschalters oder durch Notschalter möglich´. Also gehe ich zunächst einmal davon aus, dass mit großer Wahrscheinlichkeit während der von Ihnen geschilderten Bewegungsunterbrechung die Röntgenstrahlung nicht eingeschaltet war. Seitens der betreffenden Praxis hätte man natürlich abklären lassen müssen, wenn das Gerät manchmal ´spinnt´. Aber das Forum RöV hat keine Sachverständigen- oder Behördenfunktion. Zum Schluss zur Beruhigung: Selbst wenn während des Bewegungsstopps die Strahlung nicht ausgeschaltet worden sein sollte, wäre eine gesundheitlich besorgniserregende Strahlendosis nicht zu erwarten gewesen, denn im Vergleich zu fast allen anderen Röntgendiagnostikgeräten bewegt sich der Dosisbereich bei einem Panoramaschichtgerät am unteren Ende der Expositionsskala. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  S. Hünnebeck schrieb am 13.02.2015 - 12:51 Uhr:
Frage:2380 BETREFF: AC-Gelenk - Panoramaaufnahme
Guten Tag, ich komme aus dem Fachgebiet Orthopädie/Unfallchirurgie. Auf den letzten Kongressen habe ich vernommen, dass aus strahlenschutztechnischen Gründen die Panorama-Aufnahme des AC-Gelenkes bei V.a. ACG-Sprengung obsolet ist. Hierzu finde ich jedoch keinerlei Hinweise in der Literatur. Ist dies eine offizielle Empfehlung? Vielen Dank. Herzliche Grüße, Sophia Hünnebeck


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Hünnebeck, der von mir angesprochene Experte (siehe meine Mail an Sie) hat sich zu Ihrer Frage folgendermaßen geäußert: Die Aussage, dass aus Strahlenschutzgründen keine Panoramaaufnahmen der Schultern mit der Frage nach Schultereckgelenkssprengung gemacht werden sollen, ist auch in einer Veröffentlichung des Thieme Verlags (Orthopädie und Unfallchirurgie up2date, 2012 oder 2014) zu entnehmen. Wie schon bei den Bandläsionen im Sprunggelenk hat sich auch beim Schultereckgelenk die Indikation zur OP geändert, so dass hauptsächlich konservativ behandelt wird (Ausnahme zum Beispiel Sportler, beispielsweise Speerwerfer, oder schwere körperliche Arbeit) Wenn schon bei der klinischen Untersuchung eine gröbere Schultereckgelenkssprengung ausgeschlossen werden kann, besteht keine Indikation zur Anfertigung einer zusätzlichen Panoramaaufnahme. Die Einteilung der Schwere der Verletzung erfolgt nach Rockwood oder Tossy. Wenn der Seitenvergleich dennoch indiziert ist, kann man beide Schultern getrennt unter Belastung röntgen. Hierdurch wird dann die unnötige Exposition von Sternum und Brustwirbelsäule vermieden. Eine Alternative wäre es, eine Panoramaaufnahme unter Ausblockung der vorgenannten anatomischen Strukturen vorzunehmen. In der ´analogen´ Zeit wurde diese Aufnahme mittels einer Spezialkassette (20cmx60cm), die an einer Aufhängevorrichtung vor das Rasterwandstativ befestigt wurde, mit freier Belichtung durchgeführt. In der heute üblichen Digitaltechnik ist ein solches Kassettenformat kaum vorhanden, um beide Schultern gleichzeitig darzustellen, außer bei möglichen Spezialanfertigungen mit Kassetten größer 43 cm. Also dürfte die Durchführung einer derartigen Röntgenuntersuchung schon meistens an den technischen Grundvoraussetzungen scheitern. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Michael Krellmann schrieb am 12.02.2015 - 14:05 Uhr:
Frage:2379 BETREFF: Intraoperatives CT
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, mit dem technischen Fortschritt kommen immer neue Herausforderungen auf uns zu. Unsere Neurotraumatologen beabsichtigen, ein intraoperativ zu nutzendes transportables CT-Gerät anzuschaffen,keiner der Chirurgen verfügt aber bisher über die CT-FK im Strahlenschutz , die ja unabdingbar für den Betrieb ist. Zur Erlangung der FK wäre eine 12-monatige Ausbildung am CT unter Leitung eines fachkundigen Arztes erforderlich. Könnte Ihrer Meinung nach eine Röntgenassistentin die Durchführung der intraoperativen CT`s übernehmen, ohne daß der indikationsstellende Chirurg die entsprechende FK besitzt ? Reicht die Anwesenheit eines fachkundigen Radiologen irgendwo im Haus aus , um den Betrieb zu sanktionieren ( ähnlich wie bei Teleradiologie ) ? Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüßen, Michael Krellmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Krellmann, hier meine Antwort, zu deren Formulierung ich auch einen Experten im Strahlenschutzrecht einbezogen habe. Direkt vorweg: Ganz so einfach, wie von Ihnen beschrieben, wird ein solches Verfahren nicht funktionieren. Grundsätzlich benötigt man für die Inbetriebnahme und den laufenden Betrieb eines solchen Computertomographen einen im Strahlenschutz CT-fachkundigen Arzt, der die Aufgaben des Strahlenschutzbeauftragten wahrnimmt. Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, dann muss im Rahmen des täglichen medizinisch-radiologischen Betriebs die rechtfertigende Indikation, welche u.a. die Anwendungsmethode und eine Risikoabwägung beinhaltet, durch einen für CT-Anwendungen fachkundigen Arzt gestellt werden. Dazu muss der fachkundige Arzt – außerhalb der Teleradiologie - die Möglichkeit haben, den Patienten zu sehen, ggf. auch körperlich untersuchen zu können. Diese Forderung gilt auch, wenn es eine Überweisung oder Zuweisung von medizinischen Spezialisten gibt. Nach gestellter rechtfertigender Indikation durch den CT-fachkundigen Arzt (,die zeitnah zu dokumentieren ist,) darf die technische Durchführung durch eine/n MTRA erfolgen, die/der für diese Tätigkeit fachkundig ist, d.h. diese Person muss dabei nicht seitens eines fachkundigen Arztes beaufsichtigt werden. Technisch durchführen dürfen auch medizinische Fachangestellte mit Kenntnissen im Strahlenschutz, die aber „ständig“ von einem fachkundigen Arzt beaufsichtigt werden müssen. An dieser Stelle gibt es ein Problem, das eine pauschale Aussage hier im Forum RöV erschwert, wenn nicht sogar verhindert. Der Begriff ständige Aufsicht ist bisher nicht eindeutig definiert (auch nicht durch Obergerichte). Daher ist es unbedingt erforderlich, mit der örtlich zuständigen Strahlenschutzbehörde die Aufsichtsmöglichkeiten bzw. -modalitäten durch den CT-fachkundigen Arzt zu besprechen. Das gilt im Übrigen auch, wenn die Befundung durch einen Arzt ohne CT-Fachkunde (mit Kenntnissen im Strahlenschutz oder Fachkunde nur für konventionelle Anwendungen) erfolgen soll. Da die Befundung ein Teil der Anwendung ist, dürfen Ärzte ohne die zutreffende Fachkunde dies auch nur unter ständiger Aufsicht eines CT-fachkundigen Kollegen tun. Hier ist ebenso der Zeitraum zur Wahrnehmung der ständigen Aufsicht mit der Behörde zu klären. Problemlos wäre nach unserer Meinung folgende Fallkonstruktion: Der fachkundige Radiologe (vorausgesetzt, er besitzt auch die CT-Fachkunde) stellt die rechtfertigende Indikation auf der Grundlage der Anforderung des Spezialisten (er prüft dabei natürlich, ob er den Patienten sehen muss), die technische Durchführung geschieht durch eine/einen MTRA, die verantwortliche Erstbefundung erfolgt anschließend durch den fachkundigen Radiologen an „irgendeinem“ geeigneten qualitätsgesichertem Bildwiedergabegerät innerhalb des Krankenhauses. Der Befund und die weitere Behandlungsschritte können dann natürlich auch telefonisch oder mit Mail vereinbart werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Becher schrieb am 11.02.2015 - 09:23 Uhr:
Frage:2378 BETREFF: Schüler Praktikum in der Radiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, leider kann ich in der Strahlenschutzverordnung keine eindeutige Aussage finden, ob minderjährige Schüler ein Schulpraktikum ( berufsorientiert) in einer Röntgenabteilung absolvieren dürfen bzw. können. Wenn ja, welche Bedingungen, welche Punkte müssen beachtet werden? Vielen Dank im vorraus und mit freundlichen Grüßen Michael Becher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Becher, Ihre Frage ist mit ´ja´ zu beantworten, und zwar unter folgenden Bedingungen: 1) Rücksprache mit der zuständigen Aufsichtsbehörde zwecks Gestattung einer Erlaubnis durch den Strahlenschutzverantwortlichen oder Strahlenschutzbeauftragten, ´auch anderen Personen den Zutritt zu Strahlenschutzbereichen zu erlauben´ (§ 22 Abs. 1 vorletzter Satz RöV). 2) Einhaltung des Grenzwertes z.B. für die effektive Dosis von 1 mSv/Kalenderjahr für Personen unter 18 Jahren (§ 31a Abs. 3 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Katja Moch schrieb am 10.02.2015 - 21:49 Uhr:
Frage:2377 BETREFF: MTA-F und Angiographien
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meine Kolleginnen und ich sind MTA für Funktionsdiagnostik und arbeiten im Rechtsherzkatheterlabor. Seit Ende letzten Jahres werden bei uns Angiographien durchgeführt, bei denen wir dem Arzt assistieren. Unsere Mitarbeiter fragen sich jedoch, ob wir hier anreichen dürfen, oder diese Untersuchungen ausschließlich den Radiologieassistentinnen vorbehalte sind? Einen Kurs zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz haben wir absolviert. Wir hoffen, sie können uns Auskunft geben. Vielen Dank. Mit freundlichem Gruß Katja Moch


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Moch, nach Auffassung der Heilberufskammern (Ärztekammern) ist die erfolgreich absolvierte ´sonstige medizinische Ausbildung´ zur MTA für Funktionsdiagnostik geeignet, um Kenntnisse im Strahlenschutz zu erwerben und im Sinne des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV tätig zu werden. Ja, sie dürfen also bei Angiographien assistieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Antje Richter schrieb am 10.02.2015 - 20:31 Uhr:
Frage:2376 BETREFF: BWS Teleradiologie
Sehr geehrter Prof.Ewen, darf man in der Teleradiologie einen beliebigen Laptop( welcher die Mindestanforderungen Befundung DIN 6868-157 erfüllt) einsetzen? Wenn ja, wer führt dann die Abnahmeprüfung durch? Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Richter, zunächst ist es grundsätzlich wichtig festzuhalten, dass Teleradiologie genehmigungspflichtig ist (§ 3 Abs. 4 RöV). Im Gegensatz zu Anzeigeverfahren (siehe dort § 4 Abs. 2 Nr. 1d RöV) wird bei Genehmigungsverfahren nicht auf den § 16 Abs. 2 Satz 1 RöV verwiesen, als auch nicht auf die Tatsache, dass Abnahmeprüfungen nur durch den Hersteller oder Lieferanten durchgeführt werden dürfen. Also ist es zunächst einmal offen, wer in dem von Ihnen geschilderten Fall die Abnahmeprüfung durchführt. Nach Rücksprache mit der Genehmigungsbehörde kann dann eine entsprechend qualifizierte Person oder Institution, die nicht Hersteller oder Lieferant des Laptops ist, mit der Abnahmeprüfung betraut werden. Und diese Prüfung kann auch bei einem Laptop erfolgreich verlaufen, wenn dieser die Anforderungen der DIN 6868-157 erfüllt. Allerdings, so die Experten, sollte sich aus bildtechnischen Gründen die Befundung an einem Laptop auf Schnittbilder beschränken. Details zu diesem letzten Satz können Sie vielleicht auch selbst recherchieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Cathrin schrieb am 10.02.2015 - 10:31 Uhr:
Frage:2375 BETREFF: Arzthelferin und Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Arzthelferinnen mit Röntgenschein dürfen ja keine CT´s mit Teleradiologie im Bereitschaftsdienst durchführen. Nun steht uns nur eine Handvoll MTRA´s im Rufdienst zur Verfügung, so dass ca. 80% des Monats abgedeckt wäre. Die restlichen 20% sollen weiterhin von den diensthabenden Arzthelferinnen durchgeführt werden. Wie sollen wir uns verhalten, und darf der Arbeitgeber eine solche Anordnung über bestehende Gesetze hinaus, tätigen. Wir sind total verunsichert. Was ist, wenn was passiert? Danke im Voraus. Catherin


1. Antwort: Hallo Cathrin, es ist richtig, dass eine MFA, also auch beispielsweise eine Arzthelferin, im Rahmen der Teleradiologie nicht mit der technischen Durchführung einer Röntgenuntersuchung betraut werden darf, sondern nur eine MTRA (siehe § 3 Abs. 4 Nr. 2 RöV). Die RöV lässt zwar zu (siehe § 33 Abs. 6), dass die zuständige Behörde gestatten kann, von gewissen, in diesem Absatz aufgezählten Regelungen der RöV abweichen zu dürfen, aber der § 3 Abs. 4 ist in dieser Aufzählung nicht enthalten. Fazit: Auch Ihr Arbeitgeber muss einen Verordnungstext (hier denjenigen der RöV) einhalten und darf eine Berufsgruppe, wie die Ihre, im Rahmen der Teleradiologie für die technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung nicht einsetzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jan Hanis schrieb am 09.02.2015 - 14:36 Uhr:
Frage:2374 BETREFF: TG18-Testbilder nach DIN 6868-157 / Konstanzprüfung
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, für die zukünftige Abnahme- und Konstanzprüfung müssen die neuen TG18-Testbilder verwendet werden. Die Bezeichnungen der Testbilder, die wir in unserer Arbeitsgruppe finden konnten, weichen von den in der oben genannten DIN ab. So haben wir hier z.B. in mehreren Herstellersoftware-Programmen ein Testbild ´TG18-QC´ zur Verfügung, in der DIN 6868-157 lautet die Bezeichnung ´TG18-OIQ´. Beide Testbilder sind zwar sehr ähnlich, weisen aber signifikante Unterschiede auf, die uns bezüglich der Verwendbarkeit leicht verunsichert haben. Daher meine Frage: Ist es in der Praxis der Konstanz- und Abnahmeprüfung akzeptabel, auch die ´TG18-QC´-Bilder zu verwenden oder ist dies unzulässig? Falls die Antwort unzulässig lautet, wo können wir die ´originalen´ Testbilder bekommen? Vielen Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüßen, Jan Hanis mts Medizintechnische Gesellschaft Zechenstr. 3a 45768 Marl


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hanis, ich selbst habe bei der Erstellung der DIN 6868-157 nicht mitgearbeitet, kenne aber Kollegen, die an der Formulierung dieser Norm beteiligt waren. Von dort kommt die dringende Empfehlung, nur die Testbilder zu nutzen, die man beispielsweise über Verfolgung des Weges mit der Einstiegsadresse www.nar.din.de als ´DIN-konform´finden kann. Ich z.B. bin auch über die Eingabe ´Testbilder nach DIN 6868-157´ über Google fündig geworden. Das Argument war, dass auch kleinere Unterschiede zwischen den Testbildern einen Einfluss auf das Bestehen bzw. Nichtbestehen einer Abnahmeprüfung haben könnte. Es wurde außerdem gesagt, dass man bei Nutzung anderer (DIN-konformer) Testbilder diese ggf. an die Matrixgröße anpassen muss, ein Vorgang, den die Hersteller von BWS beherrschen sollten. Zum Schluss muss noch gesagt werden, dass die Frage, ob die Nutzung von Testbildern außerhalb des Dunstkreises der DIN 6868-157 ´zulässig´ sei, mit dem Hinweis beantwortet werden muss, dass eine Norm eine technische Empfehlung ist und kein Verordnungstext. Klar, man kann abweichen, wenn das betreffende Schutzziel auch anderweitig erreicht wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jörg Meyer schrieb am 05.02.2015 - 11:40 Uhr:
Frage:2373 BETREFF: Schwestern und Konstanzprüfung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, dürfen Schwestern die Konstanzprüfung an Röntgeneinrichtungen durchführen, wenn ja, welche Anforderungen müssen sie erfülleb? Der Fall: Da der beauftragte Röntgentechniker dem Verwaltungsleiter des Krankenhauses auf Dauer zu teuer war, wurde dieser Aufgabenbereich neu geregelt. In diesem zusammenhang wurde festgelegt, daß die Konstanzprüfung in der Angio sowie am Linksherzkatheter-Arbeitsplatz von den dort arbeitenden Schwestern durchgeführt werden soll. Diese Schwestern arbeiten an diesen Arbeitsplätzen, zu ihren Aufgaben gehört es auch, die administrativen Dinge an diesen Maschinen zu bearbeiten, also bearbeitung der Patientendaten u.ä. Ich halte es für bedenklich, daß sie Aufgaben übernehmen sollen, zu denen ihnen fachlich das Verhältnis fehlt, da sie aus einer anderen Berufsgruppe stammen. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mich bei der Klärung der Situation unterstützen könnten. Mit freundlichen Grüßen Jörg Meyer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Meyer, die Röntgenverordnung verpflichtet den Strahlenschutzverantwortlichen (´Betreiber´) dafür Sorge zu tragen, in regelmäßigen Zeitabständen Konstanzprüfungen an der Röntgeneinrichtung durchzuführen. Dabei ist nicht beschrieben, wer diese Konstanzprüfungen tatsächlich durchführt. Wenn man davon ausgeht, dass die Konstanzprüfung im Rahmen des bestimmungsgemäßen Betriebs nach den §§ 3 oder 4 der RöV erfolgt, also mit eigenem Personal (und nicht durch einen externen Dienstleister nach § 6 RöV), dann müssen die Personen, die diesen Teil der Tätigkeit durchführen, dafür die notwendigen Kenntnisse über mögliche Strahlengefährdungen und die anzuwendenden Schutzmaßnahmen besitzen. Diese Qualifikation muss aber nicht, wie bei der Anwendung am Menschen, in besonderen Ausbildungskursen erworben werden. Vielmehr kann man diese speziellen Kenntnisse durch Einweisungen, Unterweisungen und praktische Übungen erwerben. Diese Einweisungen und Unterweisungen müssen zwar auch ausreichend dokumentiert werden, sie können aber durchaus betriebsintern erfolgen, und es ist hierfür auch keine Mindestqualifikation vorgeschrieben wie bei der o.g. Anwendung am Menschen. Es stellt sich sicherlich die Frage, ob es sinnvoll ist, die Konstanzprüfungen, die zum Teil ja auch technisch komplex sind, durch entsprechend eingewiesene Schwestern durchführen zu lassen. Grundsätzlich verboten ist das aber nicht. Die zuständige Behörde könnte unserer Meinung nach erst eingreifen, wenn die ärztliche Stelle im Rahmen ihrer Qualitätssicherungsüberprüfungen Mängel feststellt, die auf die ungenügende Qualifikation des Personals zurückzuführen sind. Es bleibt natürlich auch im Fall der Konstanzprüfung durch Schwestern dabei, dass die Aufsicht und Verantwortung beim fachkundigen Arzt oder auch, falls vorhanden, beim Medizinphysikexperten verbleibt. Dies ist abhängig von der Regelung zur Festlegung der hausinternen innerbetrieblichen Entscheidungsbereiche. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  iris Frings schrieb am 04.02.2015 - 11:58 Uhr:
Frage:2372 BETREFF: nochmals Nachfrage zu 2367 / 2358
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, vielen Dank für Ihre Antwort, die uns erhellt und weiterbringt. Aber aufgrund der vielen offenen MTRA-Stellen ergeben sich immer wieder neue Fragen! Anerkennungskandidaten erfüllen meist die Anforderungen für den Bereich der Radiologischen Diagnsotik. Für den Bereich Strahlentherapie und Nuklearmedizin müssen oft aufwendige Nachschulungen oder Praktika absolviert werden. Daraus ergibt sich meine folgende Frage: Kann eine Person, die also in der Radiologischen Diagnostik nicht nachgeschult werden muss,in der Rad. Diagn. selbstständig nach RöV §24,2,2 arbeiten, wenn die Behörde nach erfolgter Fachkundeschulung die Fachkunde nach RÖV ausstellt? Oder erscheint Ihnen dieses Konstrukt zu gewagt? Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, wenn eine Person die Voraussetzungen des § 24 Abs. 2 Nr. 2 der RöV erfüllt, d.h. eine staatlich geregelte, staatlich anerkannte oder staatlich überwachte Ausbildung, die die technische Durchführung von Röntgenstrahlenanwendungen als Gegenstand der Ausbildung und Prüfung beinhaltete, erfolgreich abgeschlossen hat, und sie zusätzlich über die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz für die technische Durchführung verfügt, dann ist diese Person auch vergleichbar mit einer MTRA (§ 24 Abs. 2 Nr. 1 RöV) in der Röntgendiagnostik einsetzbar. Die Randbedingungen zum Erwerb der Fachkunde für diese Personengruppe finden Sie unter der Nr. 4.8 der Richtlinie „Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin nach RöV“. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Roberto Schubert schrieb am 03.02.2015 - 14:36 Uhr:
Frage:2371 BETREFF: Wer darf den Röntgenschein erwerben?
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, eine Mitarbeiterin der Rezeption in unserer radiologischen Gemeinschaftpraxis interessiert sich für den Erwerb des ´Röntgenscheins´, d.h. Sie möchte den 90-Stunden-Kurs im Stahlenschutz für medizinsiches Assistenzpersonal absolvieren. Allerdings hat sie keinen Abschluß als MFH/Arzthelferin, sondern als ´staatlich geprüfte Sekretärin im Gesundheitswesen´. 1. Erfüllt Sie die Zugangsvoraussetzungen für den 90-Stunden-Kurs? 2. Darf sie nach Kursabschluss unter fachkundiger Aufsicht Röntgenuntersuchungen technisch durchführen? Vielen Dank für ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Schubert, wir hier im Forum RöV vertreten die Meinung dass - bei allem Respekt - die Berufsausbildung einer staatlich geprüften Sekretärin im Gesundheitswesen nicht die Bedingungen für die in § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV genannte ´sonstige medizinische Ausbildung´ erfüllt. Wenn das so ist, darf diese Mitarbeiterin auch nicht eine Röntgenuntersuchung im Sinne des § 2 Nr. 7 RöV technisch durchführen, selbst wenn sie den 90-Stunden-Kurs erfolgreich absolviert und die technische Durchführung nur unter fachkundiger Aufsicht geschieht. Also, wie gesagt, dass ist die Meinung hier im Forum RöV. Vielleicht lohnt es sich, auch noch woanders nachzufragen, z.B. bei der zuständigen Ärztekammer. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Nina schrieb am 03.02.2015 - 13:28 Uhr:
Frage:2370 BETREFF: Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen,bisweilen haben wir Abnahmeprüfungen von Befundmonitoren immer von Externen durchführen lassen, da es in der DIN 5858-157 heißt, dass die Abnahme von ´Hersteller und Anwender oder Sachverständigen´ durchzuführen ist. In der neuen Norm DIN 6868-157 ist ein solcher Satz nicht zu finden. Ist es nun möglich, die Abnahmeprüfung selber durchzuführen? Fachkunde nach Fachkundegruppe R6.1 ist vorhanden.Lieben Dank! Mit freundl. Gruß Nina Sancken


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Sancken, zunächst einmal muss man davon ausgehen, dass Abnahmeprüfungen, auch an Befundungsmonitoren, vom Hersteller oder Lieferanten durchgeführt werden müssen. Das steht so in der RöV (§ 16 Abs. 2 Satz 1 RöV). Diese Regelung in einer Verordnung kann auch nicht durch eine Norm aufgehoben werden. Unter den in dem besagten Text der RöV genannten Begriff ´Röntgeneinrichtung´ fallen nach § 2 Nr. 14 RöV auch die Vorrichtungen zur medizinischen Befundung. Man kann im Einzelfall bei der örtlich zuständigen Aufsichtsbehörde versuchen, nach § 33 Abs. 6 RöV eine Ausnahmeregelung zu erhalten. Grundsätzlich gibt die RöV das her. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Eva Korb schrieb am 02.02.2015 - 22:08 Uhr:
Frage:2369 BETREFF: Röntgenschürzen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, müssen Röntgenschürzen alle 5Jahre durch einen SV geprüft werden? Die ÄK hat noch nie eine Prüfung eingefordert. Es sollte doch eine DIN erstellt werden, was die Schürzenprüfung angeht - oder habe ich das falsch in Erinnerung. Herzlichen Dank Mit freundlichen Grüßen Eva Korb


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Korb, der zweite Norm-Entwurf der DIN 6857-2, der sich - ganz im Sinne Ihrer Erinnerung - mit der ´Schürzenprüfung´ beschäftigt (u.a. in welchen Zeitabständen und Prüfmethoden) wird mit Ausgabedatum 2015-03 veröffentlicht. Sie können den aktuellen, zweiten Norm-Entwurf unter http://www.nar.din.de/cmd;jsessionid=OGNLFGOIGAWTAGBZSZXGWYEO.4?level=tpl-artdetailansicht&committeeid=54739011&artid=227763202&languageid=de&bcrumblevel=2 vorbestellen (Beuth-Verlag Berlin) oder auch bereits unter https://secure.beuth.de/cmd?servicerefname=dino&contextid=neport&level=tpl-anmelden-fehler&languageid=de&errmsg=-10010 lesen und kommentieren. Es tut mir leid, aber ich habe diese extrem langen Adressen nicht erfunden. Unabhängig davon gehört zum Überprüfungsprogramm bei den alle 5 Jahre erforderlichen Sachverständigenprüfungen auch die Inspektion der Schutzkleidung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  M.Wolf schrieb am 02.02.2015 - 17:29 Uhr:
Frage:2368 BETREFF: Prüfnorm Röntgenschutzkleidung DIN 6857-2
Hallo, wir wollen nach der neuen Norm unsere Röntgenschürzen prüfen gibt es genaue Vorgaben, die ich beachten muss? - Rö Schürzen alle eigene Nr. (Beschriftung) - Überpüfung erfolgt 50 - 120 KV (0,25 - 0,55mm PB) - Äusserliche Betrachtung - alle 1 - 2 jahre - Dokumentation gibt es noch weitere Richtlinien an die ich mich halten muss bzw. Vordrucke zur Dokumentation oder ähnliches? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Wolf, der zweite Norm-Entwurf zur DIN 6857-2 wird mit Ausgabedatum 2015-03 veröffentlicht. Darin finden Sie wohl die Antworten auf alle Fragen, die Sie hier gestellt haben, und noch ein paar mehr. Wie kommen Sie an diese Norm? Sie können den aktuellen, zweiten Norm-Entwurf unter http://www.nar.din.de/cmd;jsessionid=OGNLFGOIGAWTAGBZSZXGWYEO.4?level=tpl-art-detailansicht&committeeid=54739011&artid=227763202&languageid=de&bcrumblevel=2 vorbestellen oder auch bereits unter https://secure.beuth.de/cmd?servicerefname=dino&contextid=neport&level=tpl-anmelden-fehler&languageid=de&errmsg=-10010 lesen und kommentieren. Weitere Richtlinien zu diesem Thema, die ähnlich gehaltvoll sind wie diese Norm, sind mir nicht bekannt. Ein Vordruck zur Dokumentation der Prüfungen ist in dieser Norm auch enthalten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Iris Frings schrieb am 02.02.2015 - 14:53 Uhr:
Frage:2367 BETREFF: Nachfrage 2358
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, vielen Dank für Ihre Ausführung. Habe dazu noch eine konkrete Nachfrage: In unserem Fall geht es um eine Anerkennungskandidatin aus Kroatien, die 2011 einen Anschluss als Baccalaurea der Radiologischen Diagnostik absolviert hat. Ihr Anerkennungsverfahren absolviert sie nun über unsere MTA-Schule. Wenn sie dieses abgeschlossen hat, bekommt sie zwar die Berusfbezeichnung MTRA anerkannt, besitzt aber dennoch noch keine Fachkunde (nicht nach RöV sowie nicht nach StrSchV), da sie die nationalen Gesetze und Regelungen nicht kennt. Sehe ich das so richtig? Sie haben mir dazu geantwortet: ´Diese Personen können dann durch Teilnahme an entsprechenden Strahlenschutzkursen die Fachkunde erwerben und nach § 24 Abs. 2 Nr. 2 RöV tätig werden´. Können Sie mir bitte sagen, welcher Kurs nach Fachkunderichtlinie dafür vorgesehen ist? Kann es sein, dass es dafür gar keinen passenden Kurs gibt? Falls dies so ist, wie könnte die kroatische Kollegin die beiden Fachkunden erhalten? Freue mich nochmals über eine Antwort und bedanke mich, Iris Frings


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, Sie sehen die Problematik der Kollegin aus Kroatien vollkommen richtig. Jetzt kommt, was Sie auch richtig sehen, das Problem auf diese Dame zu, die ´entsprechenden´ Strahlenschutzkurse zu besuchen, wo die nationalen Strahlenschutzgesetze und -regelungen angeboten werden. Aber ich kenne keinen Kurs, der genau das und nur das vermittelt. Unser Vorschlag ist folgender: Die kroatische Kollegin oder vielleicht Sie selbst sollten mit der für Sie zuständigen Stelle Kontakt aufnehmen, die Fachkunde- und Kenntnisbescheinigungen ausstellt. Das sind in den meisten Bundesländern (wie auch bei uns in NRW) die Ärztekammern. Dort könnte man anfragen, ob der erfolgreiche Besuch (zunächst einmal) des Spezialkurses Röntgendiagnostik plus des CT-Spezialkurses für diese Zwecke akzeptiert wird. Die zuständige Stelle könnte dann danach die Fachkunde im Strahlenschutz (wie gesagt, zunächst einmal für die Röntgendiagnostik) bestätigen. Wenn die Kollegin weitere Fachkunden erwerben möchte, müsste sie auch die anderen Spezialkurse (Therapie und Nukmed) besuchen. Bei allen Spezialkursen werden die strahlenschutzrechtlichen Aspekte angesprochen. Uns hier im Forum RöV fällt leider kein einfacherer Weg ein, aber vielleicht hat die o.g. zuständige Stelle eine weniger aufwändigere Lösung parat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kai Gottwals schrieb am 02.02.2015 - 12:31 Uhr:
Frage:2366 BETREFF: Sachkundeerwerb FK-RL Gruppe R1.1
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, es geht um den Betrieb einer Anlage nach Prüfberichtsmuster 2.1.1 - techn. CT im Röntgeraum. Kann die Sachkunde hier nachgewiesen werden, wenn die Ausbildung an einer Anlage nach Prüfberichtsmuster 2.1.8 (begehbare Kabine mit Eigenschaften eines Hochschutzgerätes) erfolgte, für welche die Fachkunde nach Gruppe R3 ausreichend ist? Oder muss die Sachkunde zwingend an einer Anlage nach PB-Muster 2.1.1 erfolgen? Mit freundlichen Grüßen Kai Gottwals


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gottwals, ich bin bestimmt kein ´strahlenschutzrechtlicher Scharfmacher´, aber in diesem Fall muss man eine der FK-Gruppe R1.1 gemäße Sachkunde fordern, und zwar im Sinne des Abschnitts 3.2 der ´FK-RL Technik RöV´: ´... Inhalt und zeitlicher Umfang sind abhängig von der Fachkundegruppe und von der Art der Ausbildung ... ´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Younis Rais schrieb am 02.02.2015 - 08:50 Uhr:
Frage:2365 BETREFF: Schwangerschaft und Aktivierungsschwelle
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich nehme Bezug auf die Frage Nr. 2312 ´BETREFF: Schwangere Mitarbeiterin´. Entschuldigen Sie auch von meiner Seite, dass es eher ein StrlSchV und keine RöV Frage ist, aber da ich das Thema hier schon fand, möchte ich Sie gerne konsultieren und bedanke mich schon sehr für Ihre Antwort im Voraus! Wir haben zwei Linearbeschleuniger, bei denen Energien von 6 MV und 15 MV Photonen genutzt werden zur Therapie der Patienten. Die Energie der 15 MV Strahlung liegt eindeutig über der Aktivierunsgschwelle für Stickstoff (auch wenn es ein Energiespektrum ist und die Maximalenergie, also die 15 MV, sehr geringe Intensität aufweist). Laut Richtilinie Strahlenschutz in der Medizin 4.4.3 ist die Beschäftigung von Schwangeren und Stillenden in Bestrahlungsräumen mit Photonenenergien > Aktivierungsschwelle nicht vorzusehen (aufgrund § 43 StrlSchV). Bedeutet dies im Endeffekt, dass zur Maximierung der Sicherheit eine schwangere Mitarbeiterin nicht mehr den Bestrahlungsraum betreten darf (gesetzlich)? D.h. sie darf dann nur in den Schalträumen arbeiten (außerhalb des Bestrahlungsraumes). Mit freundlichen Grüßen Hr. Younis Rais


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rais, macht nichts: Wir bearbeiten auch die StrlSchV, wenn es sein muss! Für Tätigkeiten von schwangeren Frauen im Kontrollbereich nach der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) gilt grundsätzlich, dass der fachkundige Strahlenschutzverantwortliche oder der Strahlenschutzbeauftragte eine solche Tätigkeit gestatten muss. Er darf sie allerdings nur gestatten, wenn durch geeignete Überwachungsmaßnahmen sichergestellt wird, dass der besondere Dosiswert für das ungeborene Kind nach § 55 Abs. 4 Satz 2 StrlSchV eingehalten wird und entsprechende Dokumentationen erfolgen. Dies ist in § 37 Abs. 1 Nr. 2 d) der StrlSchV geregelt. Als Besonderheit ist weiter zu beachten, dass bei schwangeren oder stillenden Frauen eine innere berufliche Strahlenexposition ausgeschlossen werden muss (§ 43 Abs. 2 StrlSchV). D.h. der Strahlenschutzverantwortliche und der Strahlenschutzbeauftragte müssen durch entsprechende Gestaltung der Arbeitsbedingungen dafür sorgen, dass eine Inkorporation nicht möglich ist. Beim Betrieb von Elektronen- Beschleunigern mit entsprechenden Energien müssen die genannten verantwortlichen Personen durch diesbezügliche Arbeitsanweisungen und Überwachungsmaßnahmen dafür sorgen, dass die schwangere oder stillende Frau den Kontrollbereich erst dann betritt, wenn ´inkorporationsrelevante´ Luftaktivierungen (Schwerpunkt: N 13, HWZ: ca. 10 min) ausgeschlossen werden können (z.B. Photonenenergien nicht höher als 10 MeV, bei höheren Photonenenergien ggf. gewisse Wartezeiten, Luftwechselzahl der RLT-Anlage mindestens 8 pro Stunde; siehe Kap. 13 in DIN 6847-2). Allerdings gilt immer, dass Regelungen in der Betriebsgenehmigung beachtet werden müssen. Wenn die Genehmigungsbehörde in der entsprechenden Genehmigung ausgeschlossen hat, dass schwangere oder stillende Frauen aus beruflichen Gründen in diesen Bereichen tätig werden dürfen, dann sind die Regelungen der Strahlenschutzverordnung durch die Auflagen in der Genehmigung entsprechend eingeschränkt. Hier bleibt nur der Rat, mit der zuständigen Genehmigungsbehörde über mögliche Änderungen zu sprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kathrin Respondek schrieb am 01.02.2015 - 14:21 Uhr:
Frage:2364 BETREFF: Strahlenschutz CT
Sehr geehrter Herr Ewen, es entstand letzthin ein Streitgespräch wie sinnvoll ist der Strahlenschutz im CT z.B. beim Thorax-CT ( Frauen im gebärfähigen Alter ). Bezogen auf die Arbeit von PD Dr.Walz... Wie sieht es aus mit der neuen CT-Generation ?? Vielen Dank für Ihre Mühe mit freundlichen Grüßen Kathrin Respondek


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Respondek, sind Sie mir nicht böse, aber Ihre Frage ist für mich nicht klar genug gestellt. Welche Art ´Strahlenschutz im CT´ ist gemeint? Gerätetechnischer Strahlenschutz, untersuchungsbedingter Strahlenschutz (Pitch, Schichtdicke, mAs-Produkt, usw.)? Strahlenschutz für Patienten oder Personal (in beiden Fällen kann es Frauen im gebärfähigen Alter geben)? Welche Arbeit von Dr. Walz? ´Wie sieht es aus mit der neuen CT-Generation?´ Über diese Frage könnte man ein Buch schreiben. Was meinen Sie genau mit dieser Frage? Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Björn Carstens schrieb am 01.02.2015 - 12:21 Uhr:
Frage:2363 BETREFF: Wer darf Röntgen ?
Sehr geehrter Professor Ewen. In meiner Zahnarztpraxis arbeitet seit mehreren Jahren eine Mitarbeiterin in der Assistenz, die allerdings keine medizinische Ausbildung abgeschlossen hat. Dürfte diese Mitarbeiterin - das Bestehen eines entsprechenden Kurses vorausgesetzt - Röntgenaufnahmen nach meiner Anweisung erstellen ? Wenn ´ja´, welcher Kurs müsste erfolgreich abgeschlossen werden ? Vielen Dank für Ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Carstens, die besagte Assistentin darf eine Röntgenuntersuchung nicht technisch durchführen, auch nicht unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines im Strahlenschutz fachkundigen Zahnarztes, weil sie ihre medizinische Ausbildung nicht abgeschlossen hat (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Dabei hilft auch nicht ein erfolgreich besuchter Kenntniskurs. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sabrina Rudolph schrieb am 31.01.2015 - 18:26 Uhr:
Frage:2362 BETREFF: (Rechtfertigende) Indikation
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, unsere Röntgenabteilung verfügt derzeit über keinen Radiologen mehr. Die Röntgenuntersuchungen werden von den Fachabteilung angeordnet und selbst befundet. Zunehmend werden Röntgenanforderungen gestellt, deren Fragestellung aus einnem einzelnen Wort besteht (Fraktur? Präoperativ; Verlaufskontrolle). Die MTRA müssen sich darauf verlassen, das die angeforderte Untersuchung stimmt. Sind solche Anforderungen (z.B. die genannten Fragestellungen) ausreichend, um eine Untersuchung durchzuführen? Vielen Dank fpr Ihre Antwort


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Rudolph, ich bin der Meinung, dass ein/e MTRA nicht die Fachkunde des Anfordernden und dessen medizinisch-radiologische Qualifikation hinterfragen muss. Dies gehört, strahlenschutzrechtlich gesehen (RöV!), nicht zum Berufsbild eines/r MTRA. Da in diesem Fall der Anforderer ebenfalls Befunder ist, der auch die Klinik kennt, kann die Anforderung auch aus einem einzigen Wort bestehen.Bei bestimmten Fragestellungen wird dies aber nicht ausreichend sein. So wird die Thoraxaufnahme bei einer Verlaufskontrolle z.B. bei Pneumonie in Inspiration und beim Pneumothorax in Expiration geröntgt. Auch bei der Verlaufskontrolle von Frakturen können bestimmte Einstellungen kontraindiziert sein. Weiterhin ist bei Überweisungen, oder wenn im Krankenhaus eine andere Person als der Anforderer befundet, dieses ´einzelne Wort´ als Anforderung unzureichend. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sabine schrieb am 30.01.2015 - 19:25 Uhr:
Frage:2361 BETREFF: Mammografie - Ausschluß der Schwangerschaft
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, ich habe eine eher prinzipielle Frage. Folgender Sachverhalt: Der Patientin wurde ein Befragungsformular (Ankreuzform) vorgelegt mit Fragen wie ´Wann war Ihre letzte Menstruation?´, ´Nehmen Sie Kontrazeptiva (Pille) ein?´(Antwort: nein), ´Sind Sie schwanger?´ (Antwort: nein), ´Können Sie eine Schwangerschaft ausschließen?´ (Antwort: nein). Auf Grund der angekreuzten Antwortvorgaben wurde der Patientin die ärztliche Untersuchung (Mammografie, Kontrolluntersuchung wegen der seit mehreren Jahren bestehenden Mastopathie) verweigert, weil sie den Schwangerschaftsausschluß nicht mit ´JA´ beantwortete, weil sie eine Schwangerschaft eben nicht 100-%ig ausschließen konnte. Meine Frage bezieht sich hier hauptsächlich auf das Prinzip, denn welche Frau im gebärfähigen Alter und gesundheitlichem Zustand, mit regelmäßigem Geschlechtsverkehr kann trotz Verhütungsmaßnahmen mit 100-%iger Sicherheit eine Schwangerschaft ausschließen? Technisch betrachtet würde dies ja bedeuten, dass jede dieser Frauen vor dem Röntgen einen Schwangerschaftstest machen muß (am besten vor Ort) bzw. geradewegs vom Gynokologen kommen muß. Ist es also tatsächlich aus medizinischer Sicht vertretbar, die Behandlung zu verweigern? Wäre die Frage nach der Aufklärung über die Risiken einer Röntgenuntersuchung bei einer möglicherweise doch bestehenden Schwangerschaft nicht wesentlich sinnvoller und ausreichend? Schließlich wurde die Frage nach einer festgestellten Schwangerschaft ja schon mit ´nein´ beantwortet. Bei der oben beschriebenen Vorgehensweise kommt doch schnell der Verdacht auf, dass hier jegliche ärztliche und medizinische Verantwortung dem Patienten gegenüber, dem Patienten selbst auferlegt werden soll. Im Umkehrschluß bedeutet dies schließlich auch, dass jede verantwortungsvolle Frau erst ab 65+ mit ruhigem Gewissen zur Brustkrebsvorsorgeuntersuchung gehen könnte. So wird Präventionsmedizin - Vorbeugung und Früherkennung - nach meinem Verständnis mit Füßen getreten. Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antwort.


1. Antwort: Hallo Sabine, ich übersende Ihnen über Ihre Mailadresse als Anlage zu Ihrer Fragestellung ´Schwangerschaft´ einen Beitrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS). Aus technischen Gründen kann ich diesen Text meiner Antwort hier im Forum RöV nicht beifügen. In dem BfS-Papier ist auf Seite 2 das Thema ´Schwangerschaft´ und das im Rahmen einer radiologischen Maßnahme rechtlich korrekte Verhalten einer anschließend bekannt gewordenen Schwangerschaft angesprochen. Nach meiner Meinung lässt sich daraus erkennen, dass der Arzt in der Regel die Frage nach dem Bestehen einer Schwangerschaft stellt, sich auf die Antwort verlässt, nicht noch weitergehende Untersuchungen durchführt und keine intimere Befragungen vornimmt. Daraus entnehme ich aber auch, dass eine besondere Rechtfertigung erforderlich ist, wenn die Patientin angibt, dass sie schwanger sein könnte (!). In einem solchen Fall würde ich als im Strahlenschutz fachkundiger Arzt eine planbaren Untersuchung verschieben - falls (auch aus medizinischen Gründen) möglich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Stephan Christoph schrieb am 28.01.2015 - 12:17 Uhr:
Frage:2360 BETREFF: Ständige Aufsicht des Fachkundigen gem. RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserem Klinikverbund setzten wir zum 1.2.15 konsequent die Regelung durch, dass nur noch fachkundige Ärzte die Vidierung von Rö-Anforderungen im RIS tätigen dürfen. Kann die Anforderung auch von Ärzten mit Kenntnissen erfolgen, wenn die ständige Aufsicht des zuständigen fachkundigen Ärztes garantiert ist? Können Sie mir darüber hinaus Rechtskommentare nennen, die die ständige Aufsicht für die Behörden in NRW genau umschreiben?


1. Antwort: Anfrage wurde zweimal gestellt. Antwort: Siehe Anfrage Nr. 2359. K. Ewen



  Dr. Stephan Christoph schrieb am 28.01.2015 - 09:00 Uhr:
Frage:2359 BETREFF: Ständige Aufsicht des Fachkundigen gem. RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserem Klinikverbund setzten wir zum 1.2.15 konsequent die Regelung durch, dass nur noch fachkundige Ärzte die Vidierung von Rö-Anforderungen im RIS tätigen dürfen. Kann die Anforderung auch von Ärzten mit Kenntnissen erfolgen, wenn die ständige Aufsicht des zuständigen fachkundigen Ärztes garantiert ist? Können Sie mir darüber hinaus Rechtskommentare nennen, die die ständige Aufsicht für die Behörden in NRW genau umschreiben?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Christoph, um Ihnen eine einigermaßen verlässliche Antwort geben zu können, muss man den Begriff „Vidierung“ hier unterschiedlich interpretieren. Sollten Sie mit „Vidierung“ allein die Anforderung einer Abklärung (medizinische Indikation mit Fragestellung) meinen, so gilt eindeutig, dass diese medizinische Indikation durch jeden Arzt erfolgen darf. Die medizinische Indikation mit einer entsprechenden Fragestellung enthält keine explizite Festlegung für die Durchführung einer Untersuchung mit Röntgenstrahlung, daher ist dieser Teil des gesamten Untersuchungsverfahrens auch nicht durch die RöV reglementiert. Wenn „Vidierung“ aber die rechtfertigende Indikation zur Anwendung von Röntgenstrahlung (Festlegung) bedeutet, dann beinhaltet dies sowohl die Nutzen-Risiko-Abwägung und die Anwendungsmethode als auch die Anweisungen an das technisch durchführende Personal. Die rechtfertigende Indikation darf nur von Ärzten gestellt werden, die für die vorgesehene Untersuchungsmethode die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzen. Aus der notwendigen Dokumentation muss erkennbar sein, wer die rechtfertigende Indikation gestellt hat. Darüber hinaus sollte auch der zeitlich Zusammenhang zwischen rechtfertigender Indikation und technischer Durchführung erkennbar sein. Ein nicht fachkundiger Arzt darf bei der Stellung der rechtfertigenden Indikation nur mitwirken, was man hier als „lernen“ bezeichnen könnte. Eine Stellung der rechtfertigenden Indikation durch einen nichtfachkundigen Arzt ist auch bei ständiger Aufsicht und Verantwortung durch einen fachkundigen Kollegen nicht zulässig (siehe auch § 23 Abs. 1 RöV, dort ist der Hinweis auf ständige Aufsicht und Verantwortung im Gegensatz zu § 24 Abs. 1 Nr. 3 RöV nicht enthalten). Zu Ihrer Frage nach Rechtskommentaren für die Einhaltung der ständigen Aufsicht kann ich Sie insbesondere auf das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs für das Land Baden-Württemberg vom 17.12.2012 (Az.:10 S 1340/12) hinweisen, das auch über Baden-Württemberg hinaus weitreichende Bedeutung hat. Für den Bereich der Röntgenuntersuchungen hat man in NRW (wie in einigen anderen Ländern auch) festgelegt, dass im Rahmen der ständigen Aufsicht sichergestellt werden muss, dass der aufsichtsführende fachkundige Arzt entsprechend des Risikos schnell am Untersuchungsort sein muss. Zeiten über 15 Minuten bis zum Eintreffen des fachkundigen Arztes am Untersuchungsort werden auch bei Verfahren mit geringerem Risikopotential nicht akzeptiert. Mit dieser Regelung ist NRW den Weg der Praktikabilität gegangen und hat die geringen Interpretationsräume im Sinne der tatsächlichen Machbarkeit ausgelegt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Iris Frings schrieb am 27.01.2015 - 08:55 Uhr:
Frage:2358 BETREFF: RÖV §24, Absatz 2, 2 Berechtigte Personen
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, welche Personen bzw. welche Berufsgruppe oder welche Ausbildung könnte mit §24, Absatz 2,2 gemeint sein? Können Sie mir bitte auf die Sprünge helfen? Vielen Dank hierfür, I. Frings


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, der § 24 Abs. 2 Nr. 2 RöV soll Personen, in deren staatlich geregelten, anerkannten oder überwachten und erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen Gegenstand der Ausbildung und Prüfung war, die technische Durchführung ohne ständige Aufsicht und Verantwortung ermöglichen, sofern sie die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzen. Wie man leicht erkennt, sind hier zwei Voraussetzungen nachzuweisen: Die entsprechende Berufsausbildung und die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz. Nicht gemeint sind hier MTA oder MTRA, die ihre Ausbildung nach dem deutschen MTA-Gesetz erfolgreich abgeschlossen haben. Diese Personen besitzen im Rahmen der gesetzlichen Regelungen und Übergangsvorschriften die Fachkunde im Strahlenschutz für die technische Durchführung nach der RöV oder der technischen Mitwirkung nach der StrlSchV. Gemeint sind hier Personen, die die technische Durchführung zwar im Rahmen der entsprechend überwachten Ausbildung erlernt haben, die aber nicht uneingeschränkt die Randbedingungen des MTA-Gesetzes erfüllen. Dies können sein: MTRA/MTA, die im Ausland ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und deren Berufsabschluss im Grundsatz in Deutschland anerkannt wird. Mit der Anerkennung ist aber nicht der Bereich der atomrechtlichen Regelungen erfasst. Diese Personen können dann durch Teilnahme an entsprechenden Strahlenschutzkursen die Fachkunde erwerben und nach § 24 Abs. 2 Nr. 2 RöV tätig werden. Ähnliches wäre auch vorstellbar, wenn z.B. eine staatlich geregelte, anerkannte oder überwachte nichtärztliche Hochschulausbildung die technische Durchführung nach der RöV als Gegenstand der Ausbildung und der Abschlussprüfung beinhaltete und diese Personen zusätzlich die entsprechende Fachkunde im Strahlenschutz erwerben. Diesbezügliche Formulierungen finden sich in § 10 Nr. 5 MTA-Gesetz. Nicht gemeint sind hier Personen mit einer abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung (medizinische Fachangestellte – MFA), da es für diese Personengruppe bestimmte Einschränkungen in § 10 Nr. 6 MTA-Gesetzt gibt (Aufsicht und Verantwortung). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  karin wald schrieb am 25.01.2015 - 12:44 Uhr:
Frage:2356 BETREFF: computer Ct schaedel
Sehr geehrter Herr Dr.Ewen. Ich hoffe Sie koennen mir helfen. Ich bin sehr beunruhigt wegen eines Schaedel CTs und eines Knie CTs welche ich vor ca 20 jahren ohne bleischuerze und ohne Schilddruesenschutz gemacht habe. Wurden damals die Vorkehrungen nicht so eng gesehen. Muss ich mir jetzt Sorgen wegen Schilddruesenkrebs und gehirntumor machen oder sind die Risken nach so langer Zeit vernachlässigbar. Ausserdem wurden auch zweimal Mammographien bei mir ohne bleischuerze gemacht. Sind meine Ängste berechtigt und soll ich irgendwelche untersuchungen machen lassen. Vielen Dank im voraus


1. Antwort: Frage wurde zweimal gestellt. Antwort: siehe Frage Nr. 2357! K. Ewen



  karin wald schrieb am 25.01.2015 - 12:44 Uhr:
Frage:2357 BETREFF: computer Ct schaedel
Sehr geehrter Herr Dr.Ewen. Ich hoffe Sie koennen mir helfen. Ich bin sehr beunruhigt wegen eines Schaedel CTs und eines Knie CTs welche ich vor ca 20 jahren ohne bleischuerze und ohne Schilddruesenschutz gemacht habe. Wurden damals die Vorkehrungen nicht so eng gesehen. Muss ich mir jetzt Sorgen wegen Schilddruesenkrebs und gehirntumor machen oder sind die Risken nach so langer Zeit vernachlässigbar. Ausserdem wurden auch zweimal Mammographien bei mir ohne bleischuerze gemacht. Sind meine Ängste berechtigt und soll ich irgendwelche untersuchungen machen lassen. Vielen Dank im voraus


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Wald, grundsätzlich sind Strahlenexpositionen von Patienten in der Röntgendiagnostik nie vollkommen risikofrei. Aber die Frage ist, auch für Ihren Fall, ob man über die Auswirkungen dieser für die Erzeugung eines Röntgenbildes nun mal notwendige Strahlendosis beunruhigt sein oder sich sogar darüber Sorgen machen muss. Dies könnte bei einer Röntgenuntersuchung dann der Fall sein, im Rahmen derer außergewöhnliche, also den in der Röntgendiagnostik üblichen Standardbereich deutlich überschreitende Dosiswerte appliziert worden sind. Zugegebenerweise sind heutzutage die CT-Expositionen gemäß der technischen Entwicklungen geringer als vor 20 Jahren, aber auch damals gab es schon ernst zu nehmende Vorschriften zum Strahlenschutz in der Röntgendiagnostik, auch für CT-Untersuchungen. Was die Mammographie betrifft, so konzentriert sich die dort applizierte Dosis im Wesentlichen auf die zu untersuchende Brustregion. Ob hier eine Schutzschürze wirklich einen nennenswerten Beitrag zur Dosisreduktion für andere Körperbereiche liefern kann, ist ziemlich fraglich. Bei den CT-Untersuchungen hätte man sicherlich mit abdeckenden Patientenschutzmitteln eine gewisse Dosisverringerung erreichen können. Fazit: Machen Sie sich keine Sorgen bezüglich eventuell jetzt noch auftretender gesundheitlicher Auswirkungen dieser Röntgenuntersuchungen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr gering. Sie sollte Sie nicht beunruhigen. Ich nehme mal an, dass die Ergebnisse dieser Röntgenuntersuchungen für Sie auch positive Ergebnisse gebracht haben, so dass deren Nutzen deutlich höher gelegen hat als das Strahlenrisiko. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kolb Rudolf schrieb am 23.01.2015 - 20:58 Uhr:
Frage:2355 BETREFF: Fischertisch
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, Ich habe eine Frage zu einem Fischertisch. Der Fischertisch wurde 2005 mit einem Anzeigeverfahren nach § 4 Röv in Betrieb genommen (Anlage hat CE Zeichen). Eine mAs Nachanzeige ist vorhanden. Eine Dosisanzeige fehlt. Die Anlage wird kurativ betrieben. Muss eine Dosisanzeige nachgerüstet werden?? 2011 wurde die Röntgenverordung geändert. Für Anlagen die im Screening eingesetzt werden ist die Nachrüstung einer Dosisanzeige gemäß § 3 Pflicht. Anlagen die nach § 3 in Betrieb genommen wurden benötigen ebenfalls eine Dosisanzeige(§3 Abs. 3 RöV) wenn es nach dem Stand der Technik möglich ist (es ist möglich). Für Anlagen, die nach § 4 in Betrieb genommen wurden fehlen entsprechende Vorgaben zur Dosisanzeige. mfG Kolb


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, nach § 3 Abs. 3 Nr. 2b RöV müssen Röntgeneinrichtungen zur Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen (und dazu gehört auch ein Fischertisch), die ab dem 1.6.2002 erstmalig in Betrieb gegangen sind, über Vorrichtungen zur Anzeige der Patientenexposition verfügen oder es muss, falls nach Stand der Technik nicht möglich, diese Exposition auf andere Weise unmittelbar ermittelbar sein (z.B. rechnerisch aus den technischen Aufnahmeparametern). Diese Regelung ist unabhängig davon, ob die Röntgeneinrichtung im Rahmen einer Genehmigung nach § 3 Abs. 1 RöV oder eines Anzeigeverfahrens nach § 4 Abs. 1 RöV in Betrieb genommen wird (siehe den Hinweis auf Einhaltung des § 3 Abs. 3 Nr. 2b in § 4 Abs. 2 Nr. 1d RöV). Das heißt, die ´entsprechenden Vorgaben´ fehlen also nicht für Anlagen, die nach § 4 RöV in Betrieb genommen werden. Eine Ausnahme gibt es beim Screening: Dort muss in jedem Fall eine Vorrichtung zur Anzeige der Exposition vorhanden sein (siehe § 3 Abs. 4a Nr. 4b RöV). Die Prüfposition 01H23 in der SV-RL lässt für kurativ genutzte Mammographiegeräte die o.g. ´Alternativregelung´ zu, wobei ich einen Fischertisch für die mammographische Stereotaxie auch in die Gerätegruppe ´Mammographie´ einordnen würde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Miriam schrieb am 21.01.2015 - 11:34 Uhr:
Frage:2354 BETREFF: Archivierung von Fehlaufnahmen
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, ich habe eine Frage an Sie. Wenn wir eine Fehlaufnahme machen (digitales System), muss diese dann aufbewahrt werden? Sprich im System gespeichert werden oder darf sie gelöscht werden? Hier scheiden sich bei uns die Geister. Mit freundlichen Grüssen, Miriam Caesar


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Caesar, § 28 RöV (´Aufzeichnungspflichten´´) gilt auch für Fehlaufnahmen (Anzahl und technische Daten). Man wird sie später sicherlich nicht mehr befunden, aber es muss sichergestellt werden, dass man die Patientenexposition ermitteln kann. Und dazu tragen Fehlaufnahmen ja auch bei. Informationen zum Thema Fehlaufnahmen findet man im Abschnitt 4.3.6.1 (´Röntgenbilder´) der ´Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV´ (findet man im Internet). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andreas Brockmann schrieb am 19.01.2015 - 17:58 Uhr:
Frage:2353 BETREFF: DIN 6868-157 Messung der Raumbeleuchtung
Sehr geehrter Herr Damen und Herren, in der DIN 6868-157 wird beschrieben, wie die Raumbeleuchtung in dem ein BWG steht gemessen werden soll. Zum einen ist die Rede von orthogonal zur Bildschirmfläche zum anderen wird senkrecht zur Bildschirmfläche. In beiden Fällen ist nicht beschrieben ob die Lichtrichtung gemeint ist, welche gemessen werden soll. Kann ich davon ausgehen, das ich das, im 90° Winkel zur Bildwiedergabefläche (Bildschirm) einfallende Licht messen soll ? Nimmt die 6868-157 Einfluss auf die Anzahl der Befundungsmonitore im dentalen Bereich ? Bislang reichte ja ein Befundungsmonitor aus. freundliche Grüße Andreas Brockmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Brockmann, gemessen werden muss in orthogonaler Geometrie. Messgerät auf Bildschirm aufsetzen und das von dort ausgehende Licht messen. Sollte in der Norm noch irgendwo ´senkrecht´ stehen, so ist das eine versehentlich nicht korrigierte Textstelle. Die zweite Frage, also nach der Zahl der Befundungsmonitore, ist nicht Gegenstand der DIN 6868-157. Ich persönlich gehe immer noch davon aus, dass es in der Regel mindestens einer sein muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Christian Wolter schrieb am 19.01.2015 - 14:27 Uhr:
Frage:2352 BETREFF: Anwendung der DIN 6868-157
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, da nun die DIN 6868-157 erschienen ist muss diese nun auch schon in der Zahnmedizin Anwendung finden? Oder kann hier noch die DIN 6868-57 verwendet werden, wenn ja wie lang noch? MFG Christian Wolter


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wolter, den Text der sog. Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL), um die es hier neben den von Ihnen genannten Normen geht, finden Sie im Internet oder aber auch auf der Startseite des Forums RöV unter ´neu eingestellt´. Was nun die Bildwiedergabesysteme (BWS) betrifft, so ist die QS-RL ´brandneu´ geändert worden (findet man aber noch nicht in den o.g. Versionen der QS-RL). 1) Abschnitt 3.15.3 Bildwiedergabesysteme für die Befundung: ´Die Abnahmeprüfung (AP) für BWS zur Befundung in der Human- und Zahnmedizin ist nach DIN 6868-157 durchzuführen. Die Konstanzprüfungen (KP) sind nach DIN 6868-157 durchzuführen.´ Weiterhin wurde ein Abschnitt 4.4. in die QS-RL eingeführt, dessen Teil für BWS folgendermaßen lautet: ´An BWS, die vor dem 01. Mai 2015 in Betrieb genommen wurden und an denen bisher keine AP nach DIN 6868-157 erfolgte, dürfen erforderliche Teil- oder Abnahmeprüfungen nach DIN V 6868-57 (Humanmedizin) und nach Anhang C.1.1 (Zahnmedizin) durchgeführt werden. Die KP erfolgen in diesen Fällen weiterhin nach Anhang B dieser Richtlinie. .... Falls diese Ausnahmeregelung in Anspruch genommen wird, dürfen diese Systeme bis 01.01.2025 betrieben werden.´ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Weber schrieb am 15.01.2015 - 08:54 Uhr:
Frage:2351 BETREFF: Ersatzdosis/Berufslebensdosis
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen; bei einer Mitarbeiterin wurde nach Radiojodtherapie auf der Plakette im ersten Folgemonat 2,7 , im nächsten 0,3 mSv registriert. Jetzt bietet die Überwachungsbehörde an: ´Sie können beim LAGetSi die Festlegung einer Ersatzdosis (0,0 mSv) für den Überwachungsmonat 10/2014 beantragen (schriftlich und formlos, gern auch per Mail). Die 2,7 mSv erhöhen ja sonst nur unnötig die Berufslebensdosis. Mit dem Antrag bitte nochmal kurz darlegen, dass die mit dem Dosimeter ermittelte Dosis nicht aus der beruflichen Tätigkeit der Frau ...., sondern aus der Radiojodtherapie im Monat Oktober stammt. Die Ersatzdosis wird durch uns festgelegt und in einem gebührenpflichtigen (ca. 50,-) Feststellungsbescheid bescheinigt.´ dies befremdet mich, msG Weber, StrSchB


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Weber, die zuständige Behörde kann nach § 41 Abs. 1 der Strahlenschutzverordnung (in der RöV wäre es der § 35 Abs. 8) bei unterbliebener oder fehlerhafter Messung der Personendosis eine Ersatzdosis festlegen. Diese Regelung dient dem Schutz der Beschäftigten in zweierlei Hinsicht: 1) Bei unterbliebenen Messungen oder bei Messergebnissen mit offensichtlich zu geringen Dosisanzeigen sowie beim Abhandenkommen von Dosimetern kann für die exponierte Person eine Ersatzdosis festgelegt werden, mit der die Überwachung in Bezug auf den Dosisgrenzwert für beruflich strahlenexponierte Personen im Interesse der Gesundheit der Beschäftigten sichergestellt wird. D.h. man erreicht mit dieser Möglichkeit, dass eine tatsächlich aufgetretene Dosis nicht einfach unberücksichtigt bleibt und dadurch der Jahresgrenzwert unbemerkt überschritten werden könnte. 2) Diese Regelung hilft aber auch dann, wenn eine Dosis ermittelt wird, die eine dosimetrisch überwachte Person tatsächlich nicht erhalten haben kann, z.B. wenn das Dosimeter am Kittel befestigt ist und dieser in einem Bestrahlung-, Applikations- oder Messraum verbleibt. Würde man die dann die von dem Dosimeter angezeigte Personendosis als tatsächliche Körperdosis annehmen, dann wäre der Grenzwert für das gesamte Kalenderjahr vielleicht schon erreicht oder gar überschritten und die betroffene strahlenexponierte Person dürfte nicht mehr oder nur noch mit Einschränkungen tätig werden. Unabhängig vom Grund für die Festlegung einer Ersatzdosis ist dieser behördliche Akt mit einem größeren Zeitaufwand für die zuständige Behörde verbunden. In vielen Bundesländern gibt es die Regelung, dass der entsprechende Aufwand durch die Festlegung einer Gebühr abgegolten werden soll. In der Regel wird die Behörde auf Antrag des Strahlenschutzverantwortlichen oder seines Beauftragten tätig. Sie kann aber durchaus auch von „Amtswegen“ , d.h. ohne einen von außen kommenden Antrag, eine Ersatzdosis festlegen. Aus meinen persönlichen Erfahrungen kann ich Ihnen versichern, dass die beim LAGetSi erhobenen Gebühren von etwa € 50,- moderat sind. Betrachtet man den tatsächlich Aufwand für eine solche Festlegung oder schaut man in die Gebührenordnungen anderer Bundesländer, so erkennt man, dass die Gebühren durchaus auch höher sein könnten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr Neuhaus schrieb am 13.01.2015 - 15:42 Uhr:
Frage:2350 BETREFF: Strahlenschutzbeauftrageter Rönten in der Unfallchirurgischen Praxis
Sehr geehrter Herr Professor, muss bei Betrieb eines stationären Röntgengerätes in einer unfallchirurgischen Praxis ein Strahlenschutzbeauftragter benannt werden; und wenn ja sind dann besondere Kurse zu absolvieren oder reicht die Fachkunde Stahlenschutz. Vielen Dank für Ihre Bemühungen. MFG


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Neuhaus, ja, in jedem Fall! Normalerweise übernimmt der Praxisinhaber diese Rolle. Wie auch immer, es muss jedenfalls ein/e Arzt/Ärztin sein und diese Person muss über Fachkunde im Strahlenschutz verfügen (schauen Sie auch in den § 13 RöV, unter anderem in die dortigen Absätze 2 und 3). Irgendwelche anderen Kurse, die speziell besucht werden müssten, damit man Strahlenschutzbeauftrager werden kann, sieht die RöV nicht vor. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rudolf Kolb schrieb am 12.01.2015 - 21:46 Uhr:
Frage:2349 BETREFF: Frage zur DIn 6868-157
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, in der neuen Norm für die Abnahmeprüfung von Bildwiedergabegeräten ist eine Prüfvoraussetzung, dass ein Pixel des Testbildes ein Pixel auf dem BWG repräsentieren muss. Im Dentalbereich werden Monitore mit unterschiedlichsten Auflösungen eingesetzt(z.B. Auflösung 1920 x 1080) Gehe ich recht in der Annahme, dass für solche Monitore auch Testbilder eingesetzt werden müssen, welche die gleiche Bildmatrix aufweisen (im oben genannten Beispiel also 1920 x 1080). Wenn dem so ist, wo bekommt man solche Testbilder her? mfG Kolb


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, ich habe mich auch erkundigen müssen und von einem, der es wissen muss, folgende Antwort auf Ihre Frage erhalten: Die Testbilder müssen an die jeweilige Auflösung des Monitors angepasst werden. Sie sind unter www.nar.din.de mit dem Suchbegriff Testbilder DIN 6868-157 abrufbar. Leider steht dort kein Testbildgenerator zur Verfügung, der eine Anpassung an das jeweilige Auflösungsvermögen des Monitors ermöglicht. Diesbezüglich sollten die Hersteller von Bildwiedergabegeräten kontaktiert werden, die eigentlich über derartige Testbildgeneratoren verfügen müssten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr . Weber schrieb am 12.01.2015 - 15:09 Uhr:
Frage:2348 BETREFF: Begleitung von CT-Transporten durch schwangere Ärztinnen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Klinik kam die Frage auf, ob schwangere Ärztinnen CT-Transporte zwecks Überwachung von intensivpflichtigen Patienten durchführen dürfen. Natürlich soll dabei gewährleistet sein, dass die Kolleginnen sich während der eigentlichen Untersuchung im Bedienerraum aufhalten. Die Frage ist, ob die Kolleginnen bei der Vor- und Nachbereitung der Untersuchung im CT-Raum anwesend sein dürfen, sprich dass bei den modernen CT-Geräten grundsätzlich außerhalb des eigentlichen CT-Scans ein erhöhte Strahlenbelastung ausgeschlossen werden kann! Für Ihre Antwort besten Dank!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dr. Weber, in Umgebung einer medizinischen Röntgeneinrichtung, also auch eines Computertomographen, kann dann und nur dann eine Strahlenemission auftreten, wenn die Röntgenstrahlung explizit eingeschaltet wird. Und nur dann ist eine Exposition des Personals im Röntgenraum, der jetzt zum Kontrollbereich wird, möglich, und zwar durch die hauptsächlich vom Patienten ausgehende Röntgenstreustrahlung, gegen die man sich durch Tragen entsprechender Schutzkleidung schützen muss. Alle Räume außerhalb des Röntgenraumes (auch der sog. Bedienraum) sind in der Regel durch bauliche Maßnahmen (z.B. abgeschirmte Wände, Bleifolien in den Türen) geschützt, so dass dort Strahlenexpositionen vernachlässigbar sind und sich schwangere Ärztinnen oder Assistentinnen gefahrlos aufhalten können. Fazit: Außerhalb der Einschaltzeiten, z.B. zur Erzeugung von CT-Scans, ist diagnostisch genutzte Röntgenstrahlung aus eindeutigen physikalischen Gründen nicht existent. Nirgendwo! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Julia Provenzano schrieb am 11.01.2015 - 16:48 Uhr:
Frage:2347 BETREFF: Strahlenschutzmaßnahmen im CT
Hallo! Könnten Sie mir bitte die aktuell empfohlenen Strahlenschutzmaßnahmen für CT-Untersuchungen nennen? Sind außer Augenschutz und Hosenkapseln z.B. Schilddrüsenabdeckungen und Mammaschutz obligat und wenn, für welche Altersgrenzen? Und: wo kann ich das am besten nachlesen? Vielen Dank für Ihre Antwort!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dr. Provenzano, in der so genannten Sachverständigen-Prüfrichtlinie (dort in der Anlage III) werden als Patientenschutzmittel bei CT-Untersuchungen verlangt: Hodenschutz, Schilddrüsenschutz und (wenn möglich, also wenn die Untersuchung nicht störend) Augenschutz bei Schädeluntersuchungen. Altersgrenzen sind nicht angegeben. Diese Richtlinie ist im Internet aufsuchbar. Allerdings befindet sie sich zurzeit in einem Novellierungsstadium, das aber öffentlich noch nicht zugänglich ist. Darin wird dann der oben erwähnte Augenschutz mit aufgenommen werden, der in der bisher noch geltenden alten Fassung noch nicht enthalten ist. Mammaschutz ist bisher nicht vorgesehen. Es gibt eine Publikation, an die Sie vielleicht rankommen können: B. Madsack, M. Walz: Strahlenschutz in der Computertomographie - Anwendung von Patientenschutzmitteln, radiologie/assistent 4/2009, S. 4-7. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Boris Rus schrieb am 08.01.2015 - 06:59 Uhr:
Frage:2346 BETREFF: Kinder Körperstamm
Sehr geehrter Herr Prof Even, in unserer Klinik röntgen wir sehr selten ( vielleicht 4 X im Jahr) den Körperstamm bei Kindern (unter 12 Jahren). Wir arbeiten Digital, an unsererm Buckyplatz lässt sich aber das Raster nicht entfernen. 1. Kann ich auch ohne Automatik, sprich Übertisch röntgen und frei belichten? 2. Ab wieviel Jahren muss ich mit Vollautomatik arbeiten ? 3. Darf ich überhaupt Kinder unter 12 Jahren röntgen, wenn das Raster nicht zu entfernen ist? 4. Und ... was ist , wenn wir in Zukunft mehr Kinder zum Röntgen bekommen ( ein Kinderchirurg soll eingestellt werden...). Vielen Dank für Ihre Antwort Boris Rus


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rus, zu Ihren 4 Fragen: 1) Wenn ich in Ihrer Frage das Wort ´Kann´ durch ´Darf´ ersetze, dann wäre die Frage mit ´ja´ zu beantworten. 2) Es gibt diesbezüglich in der ´Leitlinie der BÄK zur QS in der Röntgendiagnostik´ (im Internet einsehbar) kein ´muss´. Es wird dort empfohlen, in Abhängigkeit von Untersuchungsart, Alter und Körperdurchmesser des Kindes frei zu belichten, was eine gewisse Erfahrung voraussetzt. Wenn die Leitlinie in bestimmten Fällen nicht dagegen spricht, sollte man bei mangelnder Erfahrung lieber mit Belichtungsautomatik arbeiten. 3) Das Raster muss bei pädiatrischen Röntgenuntersuchungen nur dann entfernbar sein, wenn durchleuchtet werden soll (siehe E 14 der Anlage I in der Sachverständigen-Prüfrichtlinie, SV-RL; diese ist im Internet einsehbar). Wenn wir schon beim Raster sind, dann sollte das üblicherweise in einem Bucky-Tisch vorhandene Standard-Raster 12/40 bei pädiatrischen Röntgenaufnahmen durch ein Raster mit dem Schachtverhältnis R = 8 ersetzt werden (weniger Dosis). 4) Weder in der besagten Leitlinie noch in der SV-RL gelten die speziellen pädiatrischen technischen Aufnahmeregelungen grundsätzlich unabhängig von der Zahl der zu untersuchenden Kinder. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sabrina Rudolph schrieb am 05.01.2015 - 18:07 Uhr:
Frage:2345 BETREFF: MFA in der Teleradiologie
Sehr geehrer Herr Professor Ewen, an unserem Haus ist für die Nachtstunden Teleradiologie beantragt wurden. Bisher war ein Radiologe immer vor Ort, so dass auch MFAs für Nachtdienste eingesetzt wurden. Aus Personalgründen muss dies auch in Zukunft so erfolgen. Ich habe unseren Strahlenschutzverantwortlichen darüber informiert, das MFAs keine Teilereadiologie durchführen dürfen. Eine Antwort erhielt ich trotz Nachfrage nicht, nur ein Kopie des Genehmigungsbescheides der Aufsichtsbehörde. Habe ich irgendwelche als Leitende Assistentin irgendwelche Konsequenzen zu befürchten, wenn ich die MFAs trotz bessen Wissens weiter zu Nachtdiensten einteile? Wie gesagt, aus personellen Gründen ist dies anders gar nicht machbar. Vielen Dank für Ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Rudolph, die Röntgenverordnung beschreibt in § 3 Abs. 4, dass eine Genehmigung zur Teleradiologie nur erteilt werden kann, wenn die technische Durchführung durch eine Person nach § 24 Abs. 2 Nr. 1 oder 2 RöV erfolgt. Diese Personen müssen über die notwendige Fachkunde im Strahlenschutz nach dieser Regelung verfügen. D.h., der Einsatz von MFA, die ja keine Fachkunde im Strahlenschutz haben, ist nicht zulässig. Sofern diese Vorgaben nicht beachtet werden, kann die zuständige Behörde die Genehmigung widerrufen oder die Nichteinhaltung von Auflagen mit einem Bußgeld ahnden. Vertreten müssen dies der Strahlenschutzverantwortliche und der Strahlenschutzbeauftragte. Sie können in der Tat nicht mehr tun, als auf den Mangel hinzuweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Claudia Schneider schrieb am 05.01.2015 - 12:58 Uhr:
Frage:2344 BETREFF: Röntgenschein
Sehr geehrte Damen und Herren, gerne würde ich bei einem Radiologen in der Röntgenassistent beginnen. Als Voraussetzung bringe ich eine abgeschlossene Ausbildung zur Zahnarzthelferin. Leider habe ich eine lange Pause hinter mir. Vor zwanzig Jahren habe ich wegen dreifacher Mutterschaft beruflich pausiert. Welche Voraussetzungen bezüglich des Röntgens benötige ich. Ich lebe in Rheinland-Pfalz. Lieben Dank im Voraus. Claudia Schneider


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schneider, die Röntgenverordnung schreibt in § 24 Abs. 2 Nr. 4 vor, dass im Rahmen der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen Röntgenuntersuchungen auch von Personen technisch durchgeführt werden dürfen (Positionieren, Einstellen, Auslösen), die eine sonstige medizinische Ausbildung erfolgreich (!) abgeschlossen haben, sofern sie unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes tätig sind und die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz besitzen. In diesem Zusammenhang muss man berücksichtigen, dass die entsprechende sonstige medizinische Ausbildung (die Ausbildung zur Zahnarzthelferin gehört auch dazu) erfolgreich abgeschlossen sein muss, d.h. die Abschlussprüfung muss bestanden sein. Der Erwerb der erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz muss dem vorgesehenen Arbeitsgebiet entsprechen. Für den Bereich der Humanmedizin ist hierfür eine Ausbildung von 90 Stunden Theorie und Praxis vorgeschrieben (siehe Anlage 8 der Richtlinie Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin; siehe Internet). Nach erfolgreicher Teilnahme an einer solchen Ausbildung müssen die Kenntnisse dann von der zuständigen Stelle (häufig Ärztekammern) bescheinigt werden. Das Erfordernis der ständigen Aufsicht und Verantwortung durch den im Strahlenschutz entsprechend fachkundigen Arzt in Übereinstimmung mit der jeweiligen Aufgabenwahrnehmung ist seitens des Strahlenschutzverantwortlichen zu regeln. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass Sie mit einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zur Zahnarzthelferin auch die Kenntnisse im Strahlenschutz für die Humanmedizin erwerben können. Da eine Strahlenschutzausbildung aber immer mit zeitlichen und finanziellen Aufwänden verbunden ist, empfehle ich Ihnen, sich vorab bei dem in Rheinland-Pfalz für den Strahlenschutz zuständigen Ministerium (MINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFT, KLIMASCHUTZ, ENERGIE UND LANDESPLANUNG in Mainz) zu informieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Katina Norkowski schrieb am 22.12.2014 - 10:48 Uhr:
Frage:2343 BETREFF: Cu/Al-Filter in der Pädiatrie
Sehr geehrter Herr Prof.Dr. Ewen, in einer kürzlich stattgefundenen Fortbildung wurde gesagt, dass alle Röntgenbilder bei Kindern mit einer Zusatzfilterung geröntgt werden sollten. Stimmt das so oder gilt das nur für das Röntgen des Körperstammes? Mit freundlichen Grüßen K. Norkowski


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Norkowski, nach der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie, SV-RL (im Internet aufsuchbar oder auch hier im Forum RöV unter www.forum-roev.de, dann auf der Startseite: Link: ´7. Richtlinien/BMU Schreiben´) sind bezüglich Ihrer Anfrage folgende Regelungen festgelegt: 1) Aufnahmebetrieb: Körperstamm bei Säuglingen und Kindern Zusatzfilter mit mind. 0,1 mm Cu-Äquivalent (siehe Anlage I der SV-RL, Tab. I1, lf. Nr. 6). 2) Durchleuchtung:in der Pädiatrie mit Geräten, die nach dem 31.12.2001 in Betrieb gegangen sind, Zusatzfilter mit mind. 0,1 mm Cu-Äquivalent verfügbar (siehe Anlage I der SV-RL, dort: Erläuterung E 14). Ähnliche Regelungen zu ´pädiatrischen Filterungen´ findet man auch in der ´Leitlinie der Bundesärztekammer´ (auch im Internet auffindbar). Ich persönlich sehe die Nutzung von Zusatzfiltern in der Pädiatrie nicht als unbedingten Zwang an. Der im Strahlenschutz fachkundige Arzt sollte auch die Freiheit haben, auf dieses Zusatzfilter in Einzelfällen verzichten zu dürfen, denn die Kontrastauflösung sinkt ja bekanntermaßen mit Erhöhung der Filterung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Oliver Krischek schrieb am 19.12.2014 - 08:03 Uhr:
Frage:2342 BETREFF: Gewerbeaufsichtsamt DXA-Gerät
Sehr geehrte Damen und Herren, ich wurde als aktuell Verantwortlicher einer Apparategemeinschaft eines DXA-Knochendichte-Messgerätes vom Gewerbeaufsichtsamt (nach Ausscheiden des bisherig Verantwortlichen, dem Radiologen der hiesigen Krankenhaus-Radiologie) angeschrieben und soll jetzt alle beteiligten Ärzte samt Approbation, Strahlenschutznachweis und Aktualisierungen und auch die durchführenden Helferinnen/RTAs samt entsprechender Unterlagen vorlegen; lt. Radiologen sind die DXA-Geräte ´zulassungsfrei´, wie sieht die Rechtslage aus?? Dank im Voraus


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Krischek, wenn Sie oder der besagte Radiologe mit ´zulassungsfrei´ verstehen sollten, der Betrieb eines Knochendichtemessgerätes, wie hier eines DXA-Gerätes, sei - im Gegensatz zu anderen Röntgendiagnostikeinrichtungen - ohne die in der Röntgenverordnung (RöV) vorgegebenen Voraussetzungen (Anzeige bei der Behörde nach § 4 Abs. 1 RöV mit Benennung von im Strahlenschutz fachkundigen Strahlenschutzbeauftragten und Überprüfung durch einen behördlich bestimmten Sachverständigen) möglich, dann ist das nicht zutreffend. Knochendichtemessgeräte auf der Basis von Röntgenstrahlung sind grundsätzlich von den Vorschriften der RöV genauso betroffen wie alle anderen medizinisch/zahnmedizinisch genutzten Röntgeneinrichtungen auch. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Miriam schrieb am 18.12.2014 - 11:42 Uhr:
Frage:2341 BETREFF: Bearbeitung von digitalen Röntgenbildern
Sehr geehrter Prof. Dr. Ewen, ich habe eine Frage bezüglich der Nachbearbeitung von digitalen Röntgenbildern. Eine meiner Kolleginnen war zur Erneuerung der Fachkunde auf einem Strahlenschutzkurs. Dort sagte man ihr, das nachbearbeiten der digital erstellten Röntgenbilder sei Dokumentenfälschung. Man müsse das Bild so zustellen wie es auf dem Bildschirm erscheint. Möchte man es nachbearbeiten, sei zuerst das Original zuzustellen und anschliessend müsse man eine Kopie machen und diese dann nachbearbeiten bevor man sie ebenfalls zustellt. Ist das so korrekt? Vielen Dank, freundliche Grüsse


1. Antwort: Hallo Miriam, zu der Anfrage im Forum möchte ich zunächst auf § 28 Abs. 5 RöV verweisen. Hier ist festgelegt, was wie aufbewahrt werden muss. Im Grundsatz gilt, dass das Basisbild mit den bei der Nachbearbeitung verwendeten Bildbearbeitungsparametern unverändert aufbewahrt werden muss. Dieses zeigt, dass die Bildbearbeitung durchaus zulässig ist, man muss nur erkennen, was man dabei verändert hat. Ich denke, dass in der Praxis bei den heutigen enormen Speichermöglichkeiten die Aufbewahrung sowohl von Basisbild als auch von bearbeitetem Bild problemlos möglich sein müsste. Allerdings würde ich hierzu eine Rückfrage bei der zuständigen Aufsichtsbehörde oder bei der ärztlichen Stelle empfehlen. Die Nachbearbeitung digitaler Röntgenbilder ist nach Rücksprache mit einem entsprechend qualifizierten Kollegen sicherlich keine Dokumentenfälschung im Sinne der RöV (siehe § 28 Abs. 5). Wenn mit dem von Ihnen benutzten Begriff ´Zustellung´ die Weitergabe an eine/n nachbehandelnde/n ärztliche/n Kollegin/Kollegen gemeint ist, dann kommt hierfür der § 28 Abs. 6 RöV in Betracht. Hiernach müssen die Daten mit den Ursprungsdaten zwar übereinstimmen, aber auf eventuell vorgenommenen Nachbearbeitungen ist sicherlich hinzuweisen, da der Befundbericht in der Regel auch die Nachbearbeitung berücksichtigt und daher eine Übereinstimmung gegeben sein sollte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  guido Kindervater schrieb am 18.12.2014 - 09:47 Uhr:
Frage:2340 BETREFF: Strahlenschutz anästhesie
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, im Rahmen der jährlichen Unterweisungen des Anästhesiepersonals ergaben sich folgende Fragen: Müssen Anästhesisten bei interventionellen OPs z.B. Gefäß-Ops mit Durchleuchtung und Portanlagen Strahlenschutzschürzen mit Pb-Gleichwert 0,5 tragen und reichen bei traumatologischen OPs Schürzen mit 0,25 Pb-Gleichwert und sollten das in beiden Fällen nicht am besten Rundumschürzen sein, da das Anästhesiepersonal nicht immer garantieren kann sich ständig mit der Vorderseite zur Strahlenquelle aufhalten kann? Als Radiologe würde ich alle Fragen mit ja beantworten.Können Sie mir zustimmen oder habe ich etwas übersehen. Vielen Dank für Ihre Antworten. Guido Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, Schürzen mit einem Bleigleichwert von 0,5 mmm haben natürlich eine höhere Abschirmwirkung als solche mit 0,35 mm (´Standard´), aber sie sind natürlich auch schwerer, vor allen Dingen dann, wenn es sich um geschlossene Strahlenschutzschürzen (´Rundumschürzen´). handelt. In der DIN 6815 (Medizinische Röntgenanlagen bis 300 kV - Regeln für die Prüfung des Strahlenschutzes nach Errichtung, Instandsetzung und wesentlicher Änderung von Juni 2013) gibt es eine Tabelle (A.1), in der die Art der Schutzkleidung für die verschiedenen radiologischen Tätigkeiten mit Röntgenstrahlung empfohlen wird. Danach sollten bei Untersuchungen mit relativ langen Durchleuchtungszeiten, wozu auch z.B. Angiographien und Interventionen gehören, geschlossene Schürzen mit einem Bleigleichwert von 0,35 mm getragen werden. Schutzbrillen und Schilddrüsenschutz möglichst nicht vergessen! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexander Türk schrieb am 17.12.2014 - 13:07 Uhr:
Frage:2339 BETREFF: Strahlenschutzbeauftragter/Überwachungsbereich
Sehr geeherter Herr Prof.Ewen, ich habe zwei Fragen. 1. Der Kontrollbereich eines mobilen Röntgengerätes ist mit 1,5 mfestgelegt, wie groß ist der Überwachungsbereich? 2. Kann ich als gelerneter MTRA als Strahlenschutzverantwortlicher ernannt werden? Wenn ja, brauche ich dazu einen zusätzliche Kurse, bzw Seminar? Vielen Dank im voraus. MfG Alexander Türk


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Türk, man hat für den Überwachungsbereich eine derartige Abstandsangabe wie für den Kontrollbereich (hier: 1,5 m) offiziell nirgendwo festgelegt. Aber man kann das - wenigstens grob - über das sog. Abstands-Quadrat-Gesetz abschätzen: Der Kontrollbereich beginnt bei 6 mSv/a (effektive Dosis), der Überwachungsbereich entsprechend bei 1 mSv/a. Setzt man den Quotienten 6/1 ins Verhältnis zu den Quadraten der Abstände, dann errechnet sich der fragliche Abstand zu etwa 3,7 m. Was die Benennung eines/r MTRA zum Strahlenschutzverantwortlichen (aber Sie haben doch bestimmt gemeint: zum Strahlenschutzbeauftragten, denn der Verantwortliche repräsentiert den Besitzer einer Röntgeneinrichtung) betrifft, so ist das nur für die Bereiche möglich, die nicht das Arzt-Patienten-Verhältnis betreffen. Denn der Strahlenschutzbeauftragte ist für die Leitung oder Beaufsichtigung des Röntgenbetriebs zuständig (§ 13 Abs. 2 RöV) und das gehört nicht zum Berufsbild eines/r MTRA sondern zu dem eines Arztes/Zahnarztes. Für bestimmte Teilbereiche jedoch kann ein/e MTRA als Strahlenschutzbeauftragte/r tätig sein, z.B. für die Durchführung und Organisation der Qualitätssicherung (Konstanzprüfungen). Wenn diese Tätigkeit im eigenen Haus geschieht, wird nichts Weiteres, auch z.B. kein besonderer Kurs, etc. verlangt. Die Fachkunde im Strahlenschutz eines/r MTRA reicht dafür aus. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rehbock, Beate schrieb am 14.12.2014 - 14:06 Uhr:
Frage:2338 BETREFF: Strahlenschutzanweisung
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, Nach §15a der RöVerordnung kann die zuständige Behörde den SSV verpflichten, eine Strahlenschutzanweisung zu erlassen. 1.Muß man beim Betreiben (nur) eines diagn. CT eine Strahlenschutzanweisung formulieren und griffbereit hinterlegen oder ist dies eine ´Kann´-Bestimmumg? 2.Wenn man eine Strahlenschutzanweisung formulieren muss, wo findet man eine Muster-Anweisung? Die im Internet verfügbaren scheinen alle für Strahlentherapie und Umgang mit radioaktiven Stoffen zu gelten? Oder muss diese auf diagnostische Belange umformuliert werden?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Rehbock, das Erlassen einer Strahlenschutzanweisung ist nicht auf den Betrieb von bestimmten Röntgeneinrichtungen beschränkt. Aber wichtig: § 15a RöV ist in der Tat eine ´Kann-Bestimmung´, und zwar in dem Sinne, dass die Verpflichtung an den Strahlenschutzverantwortlichen, eine Strahlenschutzanweisung zu erlassen, von der zuständigen Behörde ausgehen muss. Und wenn das nicht geschehen ist, müssen Sie auch keine Strahlenschutzanweisung formulieren. Leider kann auch ich nicht mit einem Hinweis auf die Existenz eines schon existierenden Musters einer Strahlenschutzanweisung für die Röntgendiagnostik dienen. Vielleicht kann das jemand aus der Forumgemeinde? Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Carmen schrieb am 10.12.2014 - 03:43 Uhr:
Frage:2337 BETREFF: Mobiles Röntgengerät
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, derzeit werden die CT- Räumlichkeiten unserer Klinik umgebaut. Bis dato stand das mobile Röntgengerät im gleichen Raum wie das CT. Doch nun soll ein neues CT aufgebaut werden und dies benötigt mehr Platz. Jetzt zu meiner Frage: Ist es möglich, dass das mobile Röntgengerät im ausgeschaltetem Zustand auch in einem Raum steht, der nicht zum Kontrollbereich erklärt wurde und nur zum eigentlichen Röntgen in einen freigegeben Bereich gebracht wird? Vielen Dank für Ihre Hilfe, Mit freundlichen Grüßen, Carmen


1. Antwort: Hallo Carmen, solange die Strahlung bei einem Röntgengerät nicht eingeschaltet wird, kann es sozusagen an jedem Ort stehen, ohne dass irgendwelche Strahlenschutzmaßnahmen erforderlich sind. Wenn, wie in Ihrem Fall , dann bei einem mobilen Röntgengerät in irgendeinem Raum die Strahlung eingeschaltet wird, muss allerdings beachtet werden, dass ein Kontrollbereich entstehen kann. Dessen Grenze liegt für ein mobiles Aufnahmegerät bei einem Abstand von 1,5 m, bezogen auf den Röntgenstrahler bzw. Patienten. Sollte es sich um ein mobiles Durchleuchtungsgerät handeln (mobiles C-Bogengerät) beträgt dieser Abstand, je nach Bildempfängerdurchmesser, jedoch 3 bzw. 4 m. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dirk Sanner schrieb am 09.12.2014 - 19:23 Uhr:
Frage:2336 BETREFF: Fachkunde Notfallröntgen / CT
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich bin Facharzt für Neurologie und habe die Fachkunde Notfallröntgen. Ich würde nun gerne die Fachkunde CT-Diagnostik ebenfalls erlangen. Ich meine, es gibt Ärztekammern, die schon allein aufgrund der Facharztanerkennung als Neurologe diese Fachkunde bescheinigen. Können Sie mir einen Rat geben, wie ich dies am, besten berücksichtigen lassen kann, ohne dass ich für ein Jahr nur noch CT-Befunde beurteilen muss ?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Sanner, nach den aktuellen Regeln (´Fachkunde-Richtlinie Medizin nach RöV´; siehe Internet) kann die CT-Fachkunde nur bescheinigt werden, wenn Thorax-, Abdomen- und Skelett-Fachkunden vorliegen und die CT-Sachkunde nachgewiesen wird. Andere Entscheidungen würden den aktuellen Regelungen widersprechen. Die Facharztanerkennung hat keinen Einfluss auf das Vorhandensein von Fachkunde im Strahlenschutz (weder CT- oder eine andere Fachkunde). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ellen Spies schrieb am 06.12.2014 - 22:02 Uhr:
Frage:2335 BETREFF: Änderung Strahlenschutzverordenung vom 6/7.Mai 14 ?
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ist es richtig dass eine Änderung der Strahlenschutzverordnung vom 06/07.Mai 2014 in Kraft ist, die es MFAs mit Kenntnissen im Strahlenschutz untersagt, ohne ständige physische ! Anwesenheit eines/r MTRA oder eines Arztes mit Fachkundenachweis, ionisierende Strahlung anzuwenden? Ich finde hier dazu noch nichts, also glaub ich es noch nicht, was ich gerade woanders veröffentlich sah.Nicht dass andere auch verwirrt sind. Mfg Ellen Spies


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Spies, es wurde nicht die Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) sondern die Richtlinie ´Strahlenschutz in der Medizin´ geändert, und zwar so, dass MFAs in Zukunft auch bei der technischen Durchführung von Bestrahlungen mit Beschleunigern mitwirken dürfen. Details dazu finden Sie am besten, wenn Sie ins Internet gehen (Google) und eingeben: ´richtlinie strahlenschutz in der medizin 2014´. Dort schauen Sie in den Punkt 6. ´Kapitel 5.2.2: Technische Mitwirkung ...´ und in den Punkt 16. ´Anlage B 10 (dort den letzten Absatz)´. Fazit: Diese Mitwirkung einer MFA darf geschehen, wenn Sie die entsprechenden Kenntnisse im Strahlenschutz erwirbt und eine ständige Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Arztes (nicht einer MTRA!) vorliegt. Diese ständigen Aufsicht ... hat aber so zu erfolgen, dass der betreffende Arzt unmittelbar vor Ort (sozusagen am Gerät) sein muss. Diese direkte Anwesenheit des fachkundigen Arztes am Arbeitsplatz kann im Einzelfall nach Rücksprache mit der zuständigen Behörde entbehrlich sein, wenn eine MTRA/MTA mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz auch technisch mitwirkt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andian schrieb am 02.12.2014 - 16:59 Uhr:
Frage:2334 BETREFF: Bildwandler
Sehr geehrter Herr Prof Ewen! Leider finde ich keine konkrete Antwort auf meine Fragen in Ihren Ausführungen! Also Bildwandler muss(!) einen Ton beim Duchleuchten abgeben? Der Anwender muss warnen vor Durchleuchtung? Bleischürzen snd immer zu tragen, Auch wenn aktuell nicht geröntgt wird im Op?? Mfg Andi


1. Antwort: Hallo Andi, so ganz kann ich nach den Antworten, die ich auf Ihre beiden Anfragen 2332 und 2333 gegeben habe, nicht verstehen, dass Sie diese nicht als ´konkret´ empfinden. Nochmals: Im 1. und 2. Satz der Antwort 2332 wird darauf hingewiesen, dass bei einem mobilen C-Bogengerät die Einschaltung der Röntgenstrahlung für alle im Raum befindlichen Personen erkennbar (und zwar in optischer oder akustischer Form) sein muss. De facto geschieht das meistens in optischer Form (´Warnlampe´). Ferner wird in beiden Antworten (2332 und 2333) auf die Rolle des Strahlenschutzbeauftragten hingewiesen, der die Modalitäten beim Tragen von Schutzkleidung (wann ja, wann nicht erforderlich) für den betreffenden OP-Betrieb festlegen und mit den dort tätigen Ärzten besprechen muss. Das kann man nicht sozusagen von außen bei den teilweise komplexen Vorgängen des Ein- und Ausschaltens von Röntgenstrahlung während der Durchführung operativer Röntgenuntersuchungen pauschal festlegen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anästhesist schrieb am 27.11.2014 - 20:44 Uhr:
Frage:2333 BETREFF: Op Röntgen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort! Ein Geräusch erklingt bei unseren C-Bogen nur, wenn schon geröntgt wird. Oder anders ausgedrückt- erklingt der Ton, ist die Strahlung schon im Raum und für den vielleicht gerade arbeitenden Anästhesisten zu spät zu hören. Längst nicht alle C-Bogen machen ein Geräusch beim Durchleuchten. ´Böhmische Dörfer´ sind es nicht, aber eine jährliche Unterweisung habe ich in jetzt 10 Jahren dort noch nie bekommen. Wenn ich mich im Op beschwere , das ohne ´Vorwarnung ´ durchleuchtet wurde, bekomme ich die Antwort damit in einem Op rechnen zu müssen. Ich halte das mal abgesehen von einer RöV für skandalös, da trotz aller Sicherheitsvorkehrungen der Anwender einer theoretisch gesundheitsgefährdenden Maßnahme in meinen Augen diese Anwendung ankündigen muss. Es gibt dafür sicherlich in einem OP mehrere Gründe. Also noch einmal die konkrete Frage, ob der Anwender vor jede Durchleuchtung , so wie es manche Chirurgen gewissenhaft tun, die Warnung aussprechen muss ´es wird geröntgt´! Ich kann mich an einen Fall erinnern, in dem ich in tiefster NAcht in ein Kathterlabor zu einer Wiederbelebung auf dem Herzkathtertisch gerufen wurde. Während ich einen lebenswichtigen Atemweg etablierte, wurde ich permanent von oben mit massiver RÖntgenstrahlung belastet. In disen 2 Minuten hätte die Untersuchung unterbrochen werden müssen, wovon ich eigentlich ausgegangen bin. Erst der Hinweis einer Mitarbeiterin führte zum beenden der massiven Durchleuchtung. Auf meine massive Beschwerde bekam ich ein Schulterzucken des Untersuchers. Vielleicht wird damit der Hintergrund meiner Frage etwas deutlicher. Wie kann man in so einem Fall der Anwenderverletzung vorgehen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Andi An, die von Ihnen dargestellten Zustände hören sich ziemlich dramatisch an. Diesen Eindruck hatte ich schon bei Beantwortung Ihrer ersten Forumanfrage. Deswegen muss ich grundsätzlich auch nicht von meinen Anmerkungen zu Ihrer ersten Frage (Nr. 2332) abweichen. Konkret an dieser Stelle noch ein paar zusätzliche Hinweise zu den Vorschriften der RöV: Der § 21 der RöV schreibt z.B. ein bestimmtes Vorgehen beim Aufenthalt im Kontrollbereich vor. Sowohl der Strahlenschutzverantwortliche als auch die bestellten Strahlenschutzbeauftragten müssen dafür sorgen, dass sichergestellt ist, dass die Personen, die sich im Kontrollbereich aufhalten (auch die Anästhesisten), die erforderliche Schutzkleidung tragen und ggf. auch noch andere Schutzausrüstungen nutzen. Da mit dem Vorgang des Anlegens von Schutzkleidung nicht jedesmal erst dann begonnen werden soll, wenn die Röntgenstrahlung eingeschaltet wird, denn so würde man sich ja jedesmal für eine bestimmte kurze Zeit des Anlegens ohne Schutzkleidung im Kontrollbereich befinden, muss dies sinnvollerweise jeweils vor Beginn der gesamten in sich abgeschlossenen Untersuchung geschehen. Natürlich gibt es oft innerhalb einer Untersuchung auch Phasen, während derer die Strahlung ausgeschaltet wird, dabei die Schutzkleidung aber nicht abgelegt wird. Über notwendige Unterweisungen und das Tragen von Dosimetern hatte ich bereits in meiner letzten Antwort unterrichtet. Ich könnte Ihnen empfehlen, die zuständige Aufsichtsbehörde einzuschalten, was sicherlich die einfachste und zielführendste Methode zur Herstellung einer radiologischen Tätigkeit wäre, die in Übereinstimmung mit den Vorgaben der RöV ablaufen würde. Allerdings sollte man diesen Weg erst dann wählen, wenn die hausinterne Strahlenschutzorganisation (Strahlenschutzverantwortlicher und -beauftragter) wirklich nicht ansprechbar wäre. Denn sonst könnte man Ihnen arbeitsrechtlich den Vorwurf machen, nicht die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber oder seinem Beauftragten gesucht zu haben, was von Gerichten bekanntermaßen sehr kritisch gesehen wird. Daher bleibt es bei dem Rat, den Strahlenschutzbeauftragten in Ihrem Haus anzusprechen und, wenn dies nicht zum Erfolg führt, mit dem Betriebs- oder Personalrat Kontakt aufzunehmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anästhesist schrieb am 26.11.2014 - 15:08 Uhr:
Frage:2332 BETREFF: Anwendung von Röntgenstrahlung Hinweispflicht
Guten Tag! Im täglichen Op-Ablauf kommt es immer wieder zu Situationen in denen man in bestimmten Situationen keine Röntgenschürze als Anästhesist an hat. Viele Anwender des Bildwandlers weisen laut und deutlich drauf hin, wenn Röntgenstrahung angewendet wird. MAnche aber eben nicht und Röntgen ohne Versicherung der ordnungsgemäßen BEschürzung aller Anwesenden. Gibt es eine Art Hinweispflicht für den Anwender im Op-Bereich, das jetzt geröngt wird, oder muss in solchen Bereichen immer eine Schutzkleidung getragen werden, weil mit der ANwendung von Röntgenstrahlen gerechnet werden muss? Letzteres wäre im Op-ABlauf sehr unrealistisch und hinderlich. Mfg Andi An.


1. Antwort: Hallo Herr Anästhesist, an jedem C-Bogengerät, das im OP eingesetzt wird, muss bei Einschaltung der Röntgenstrahlung (wesentlich ist die Durchleuchtung) ein optisches oder akustisches Signal, das nicht abstellbar ist, für alle im Raum anwesenden Personen eindeutig erkennbar sein. Existenz und korrekte Funktionsweise dieser Anzeige müssen von dem Sachverständigen, der das Röntgengerät vor seiner Inbetriebnahme und dann alle 5 Jahre überprüfen muss, in seinem Prüfbericht eindeutig beschrieben sein. Wichtig ist natürlich, dass auf Einrichtungen dieser Art z.B. vom für den betreffenden Bereich zuständigen Strahlenschutzbeauftragten im Rahmen seiner jährlich durchzuführenden Unterweisung (§ 36 RöV) hingewiesen wird. In diesem Zusammenhang müsste er auch klar machen, dass Schutzkleidung dann (und nur dann) getragen werden muss, wenn die Röntgenstrahlung eingeschaltet ist. Das wiederum setzt voraus, dass, wie Sie richtig geschrieben haben, alle im Raum erkennen können, wann dies der Fall ist. Auch das gehört unbedingt zum Programm der oben genannten Unterweisung. Auch Anästhesisten müssen unterwiesen werden, wenn sie sich bei eingeschalteter Strahlung im OP, der dann ein Kontrollbereich ist, aufhalten. Und noch etwas: Jeder (außer Patienten), der sich im Kontrollbereich aufhält, muss Personendosimeter tragen. Wenn alles das, was ich hier kurz zusammengefasst habe, für Sie böhmische Dörfer sein sollten, muss sich der für Sie zuständige Strahlenschutzbeauftragte mal etwas mehr um Sie und Ihre Kollegen/innen kümmern. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kai Gottwals schrieb am 24.11.2014 - 17:05 Uhr:
Frage:2331 BETREFF: Anmerkung zu Antwort 2326
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, als Sachverständiger sehe ich die Sache mit der Messkammer so: Eine Beckenübersicht wird in aller Regel mit beiden seitlichen Messkammern angefertig - außer, der Patient trägt beispielsweise eine Hüftprothese links. Dann wird meines Wissens NUR die rechte seitliche Messkammer verwendet. Wenn also die rechte seitliche Messkammer defekt ist, muss meines Erachtens die Anwendung so eingeschränkt werden, dass ALLE Techniken, die die seitlichen Messkammern erfordern, untersagt werden. Weiter ist die Anwahl der seitlichen MK zu blockieren, am Gerät eine Kennzeichnung anzubringen und eine entsprechende Arbeitsanweisung zu erfassen. Ich würde bei defekter rechter Messkammer die Mangelkategorie 2 vergeben. Sehe ich das richtig? Grüße aus Stuttgart Kai Gottwals


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gottwals, ich verstehe Sie so richtig: Sie würden als Sachverständiger hier bei einer defekten rechten Messkammer einen Mangel der Kat. 2 im Prüfbericht vermerken. Dieser Mangel kann dann in für Sie akzeptabler Weise behoben sein, wenn die von Ihnen in Ihrem Forum-Text aufgezählten Maßnahmen durchgeführt worden sind. Damit kann ich leben. Viele Grüße K. Ewen



  Wolfgang Bachert schrieb am 24.11.2014 - 16:32 Uhr:
Frage:2330 BETREFF: Frage 2329
Sehr geehrter Her Prof. Ewen, jetzt muss ich doch nochmal ´nachhaken´: Entsprechend ihrer Auskunft - analog der Gesetzeslage - dürfte in der Klinik also ein Assistenzarzt ohne Fachkunde keinen Patienten ´zum Röntgen schicken´ - sondern er müsste jeden Patienten, wo er meint eine Röntgenaufnahme sei indiziert, einem diensthaben (Fach- ?) Arzt mit entsprechender Fachkunde (z.B. Notfallmedizin) vorzustellen. Dieser müsste auch noch auf dem Klinikgelände anwesend sein ? Habe ich ihre Ausführungen so richtig verstanden ?? Herzliche Grüße W. Bachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, so ganz richtig ist das von Ihnen noch nicht ausgedrückt. Ihr 1. Satzteil ´... dürfte ... ein Assistenzarzt ohne Fachkunde keinen Patienten zum Röntgen schicken ...´ ist in der Fachterminologie nicht korrekt. Es muss heißen ´... dürfte ... ein Assistenzarzt ohne Fachkunde für keinen Patienten die rechtfertigende Indikation zu einer Röntgenuntersuchung stellen´. Es könne so weitergehen: ´... sondern er muss jeden seiner Patienten einem Arzt mit der entsprechenden Fachkunde im Strahlenschutz vorstellen, der dann die rechtfertigende Indikation stellen muss.´ Das muss kein Facharzt sein. Entscheidend ist nur das er die für die betreffenden Untersuchungen erforderliche Fachkunde aufweist. Wichtig ist auch, dass dieser Arzt am Ort des Patienten ist, wenn er die rechtfertigende Indikation stellt, damit er, falls nach seiner Meinung erforderlich, den Patienten (nochmals) untersuchen kann. Wo er sich vorher aufgehalten hat oder danach aufhalten wird, ist prinzipiell unwichtig. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wolfgang Bachert schrieb am 24.11.2014 - 15:11 Uhr:
Frage:2329 BETREFF: Stellung der rechtfertigenden Indikation unter Aufsicht
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Klinik mit Notfallambulanz haben noch nicht alle Assistenzärzte die komplette Fachkunde nach Röntgenverordnung sondern nur den Kenntnisnahmekurs. Wenn sie nun unter ´Aufsicht´ die Indikation stellen, wo darf/muss sich der aufsichtsführende aufhalten ? Darf er auch nur telefonisch kontaktiert werden oder muss er sich in der Klinik aufhalten ? Vielen Dank im Voraus Wolfgang Bachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, nur damit in diesem Punkt Klarheit herrscht: Ärzte mit Kenntnissen im Strahlenschutz (also ohne Fachkunde im Strahlenschutz) dürfen in keinem Fall die rechtfertigende Indikation stellen (§ 23 Abs. 1 Satz 1 RöV) - egal ob ohne oder mit ständige/r Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Arztes. Ärzte mit Kenntnissen im Strahlenschutz dürfen befunden (´anwenden´: 24 Abs. 1 Nr. 3 RöV in Verb. mit § 2 Nr. 1a RöV), aber das nur unter o.g. ständiger Aufsicht und Verantwortung. Dazu muss der die betreffende Aufsicht habende Arzt ´im Haus bzw. auf dem Klinikgelände´ sein. Eine telefonische Aufsicht ist laut entsprechenden Rechtskommentaren zur RöV nicht erlaubt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  G. Sack schrieb am 21.11.2014 - 21:44 Uhr:
Frage:2328 BETREFF: QS-RL: AP und KP an Biopsiegeräten
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) hat bei einer Überprüfung von Konstanzprüfungen (monatliche Konstanzprüfung an einem Fischertisch) folgendes beanstandet: ´Der Bezugswert für die Einfalldosis ist mit 44mGy angegeben. Laut QS-RL (vom 15.07.10 siehe Tabelle 3.1.3.12) darf die Einfalldosis jedoch den Wert 15mGy bei einer Strahlenqualität von 28kV Mo/Mo nicht überschreiten.´ Meiner Meinung nach liegt die BLÄK in der Interpretation von Tabelle 3-1-3-12, Nr. 16 nicht richtig. Ich meine, der Grenzwert 15mGy ist nur auf die Abnahmeprüfung anzuwenden (und dieser Grenzwert wird lt. AP-Protokoll von diesem Gerät auch eingehalten).Für die Konstanzprüfung gilt dieser Grenzwert m.E. nicht. Ich denke, man hat nicht umsonst die Prüfposition Nr. 16 in zwei Abschnitte aufgeteilt. Wie ist nun die korrekte Interpretation von Tabelle 3.1.3.12 Nr. 16 ? Viele Grüße und ein schönes Wochenende wünscht G.Sack


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Sack, ich denke, dass Sie mit Ihrer Interpretation bei dieser Regelung der QS-RL richtig liegen. Inzwischen gibt es zwar eine neue Fassung der QS-RL (vom 23.06.2014), aber an diesem Punkt hat sich nichts Grundsätzliches geändert. Jetzt ist es die Nr. 16 in der Tab. 3.6. Den 1. Teil der lf. Nr. 16 betrifft die Durchführung der Abnahmeprüfung, wobei unter den dort genannten Bedingungen die Einfalldosis den Wert von 15 mGy nicht überschreiten darf. Das ist, wie Sie geschrieben haben, in dem vorliegenden Fall auch eingehalten. Den Bezugswert für die Konstanzprüfung legt man dann mit einem Dosimeter fest, das für eine bestimmte Konstellation (Mindestsichtbarkeit bestimmter Strukturen eines Testeinsatzes bei einer definierten Strahlenqualität) eine ´Hausnummer´ (hier z.B. 44 mGy) anzeigt. Im Rahmen der Konstanzprüfungen muss jeweils die Sichtbarkeit dieser Strukturen bei der Hausnummerdosis reproduzierbar sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Martina schrieb am 20.11.2014 - 21:48 Uhr:
Frage:2327 BETREFF: Dosisindikator
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, auch uns beschäftigt der Dosisindikator. Wir stehen vor der Röntgenprüfung sowohl Zahnärztlich und Ärztlich. Wir haben ein Planmeca Promax 3D Gerät und sollen für unsere Aufnahmen den Dosisindikator angeben. Dieser ist ja herstellerspezifisch und sollte für jede Aufnahme ( in unserem Fall:OPG,NNH,DVT) auf dem DICOM Datensatz vorhanden sein. Nur finden wir diesen nicht. Es gibt dort einige Angaben, zB auch den Röntgenqualitätswert für jede Aufnahme. Ist das der gesuchte Dosisindikator?Oder müssen wir diesen errechnen?? Freundliche Grüße Martina


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Haase, am Anfang nochmals gesagt, was ein Dosisindikator (DI) aussagen soll: Bei Nutzung eines digitalen Bildempfängers mit einem für diese Systeme sehr großen Dynamikbereich (es existiert de facto keine Beziehung mehr zwischen der Dosis am Bildempfänger und der dort resultierenden Signalstärke, erkennbar z.B. durch die Leuchtdichte am BWG) liefert die Anzeige des DI auf dem Bilddokument einen (leider vom Hersteller abhängigen) Zahlenwert, der bei konstanten Aufnahmebedingungen ein Maß für die Dosis am Bildempfänger darstellt. Der DI müsste eigentlich im DICOM-Header gespeichert sein. Die Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL; kann im Internet aufgesucht werden) legt fest, an welchen Röntgenuntersuchungsgeräten der DI (oder der ähnliche Aussagen liefernde Exposure-Index) gefordert wird: Aufnahmegeräte (Prüfposition 01H24 im Berichtsmuster 2.2.1) und sog. kombinierte Aufnahme- und Durchleuchtungsgeräte (Prüfposition 03H30 im Berichtsmuster 2.2.3, und zwar nur für den Aufnahmebetrieb, der nicht im Rahmen der Durchleuchtung erfolgt). Er wird nicht gefordert für zahnmedizinisch genutzte Geräte (z.B. OPG), DVT und CT. Hier gibt es andere Anforderungen (z.B. Anzeige des CTDI). Zum Schluss: Welche Angaben an Ihren Geräten den DI oder eine mit ihm verwandte Größe darstellen sollen, müsste man beim Hersteller bzw. über seinen Kundendienst erfahren können. Selbst errechnen können Sie den DI so ohne Weiteres nicht. Eigentlich müsste auch der Sachverständige, der Ihre Anlagen überprüft hat, darüber Bescheid wissen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Christos Chatzipanagiotis schrieb am 20.11.2014 - 19:18 Uhr:
Frage:2326 BETREFF: rechte Meßkammer am Röntgenstativ
Sehr geehrte Damen und Herren, i.R. der 5-jährigen Strahlenschutzprüfung meiner Röntgenanlage fiel auf, dass die rechte Meßkammer am Stativ defekt ist. Nun ist die Frage, ob man sie reparieren muss (Meinung der Strahlenschutzfirma), oder ob man sie stilllegt/ignoriert (Meinung eines Technikers). In meiner Praxis (unfallchirurgisch-orthopädisch) werden ausschließlich Aufnahmen des Stütz- und Bewegungsapparates angefertigt. Für eine Information wäre ich ihnen sehr dankbar. Mit freundlichen Grüßen Dr. Chatzipanagiotis


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Chatzipanagiotis, bei orthopädischen Untersuchungen sieht die Leitlinie der BÄK eine Nutzung der beiden seitlichen Messkammern nur für Beckenaufnahmen vor.´Becken mit Belichtungsautomatik: mittleres oder beide seitlichen Messfelder.´ Bei Verwendung eines Ovarialschutzes sollte die alternativ mögliche Verwendung der mittleren Messkammer nicht genutzt werden. Begründung: Dosiserhöhung durch Überlagerung der Messkammer. Werden derartige Aufnahmen nicht durchgeführt, kann nach unserer Auffassung auf die Reparatur einer seitlichen Messkammer verzichtet werden. Es kann von der Leitlinie, da es sich nicht um einen Verordnungstext handelt, mit entsprechender Begründung durchaus abgewichen werden. Nutzt man bei Verwendung des Ovarialschutzes nur die linke Messkammer und die Bildqualität ist ausreichend und die Dosis nicht erhöht (dafür gibt es an sich keinen Grund), kann man ein solches Vorgehen akzeptieren. Es muss aber - wie auch immer - gewährleistet sein, dass die defekte Messkammer nicht mehr angewählt werden kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Nadine B. schrieb am 19.11.2014 - 20:32 Uhr:
Frage:2325 BETREFF: Endorektalspule
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich arbeite in einer radiologischen Praxis als MTRA. Wir untersuchen die Prostata mit einer Endorektalspule. Nun ist das Streitthema entstanden ob wir MTAs oder weiterhin die Ärzte diese legen/einführen sollen. Könnten Sie mir da einen Rat geben ob diese Aufgabe an MTRAs delegierbar ist? Mit freundlichen Grüßen Nadine B.


1. Antwort: Hallo Nadine, Folgendes sagt ein von mir angesprochener Experte zu Ihrer Frage: Im Kassenarztrecht gibt es Regelungen über delegierbare Leistungen, die man wohl auch verallgemeinern kann: ´Vereinbarung über die Delegation ärztlicher Leistungen an nichtärztliches Personal in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung gemäß § 28 Abs. 1 S. 3 SGB V vom 1. Oktober 2013´. Darin steht folgender Passus: ´§ 4 Allgemeine Anforderungen an die Delegation: (1) Der Arzt entscheidet, ob und an wen er eine Leistung delegiert. (2) Der Arzt hat sicherzustellen, dass der Mitarbeiter aufgrund seiner beruflichen Qualifikation oder allgemeinen Fähigkeiten und Kenntnisse für die Erbringung der delegierten Leistung geeignet ist (Auswahlpflicht). Er hat ihn zur selbständigen Durchführung der zu delegierenden Leistung anzuleiten (Anleitungspflicht) sowie regelmäßig zu überwachen (Überwachungspflicht). Die Qualifikation des Mitarbeiters ist ausschlaggebend für den Umfang der Anleitung und der Überwachung.´ Auch die nicht zu delegierenden Leistungen werden hier definiert: ´§ 2 Nicht delegierbare (höchstpersönliche) Leistungen des Arztes: Der Arzt darf Leistungen, die er aufgrund der erforderlichen besonderen Fachkenntnisse nur persönlich erbringen kann, nicht delegieren. Dazu gehören insbesondere Anamnese, Indikationsstellung, Untersuchung des Patienten einschließlich invasiver diagnostischer Leistungen, Diagnosestellung, Aufklärung und Beratung des Patienten, Entscheidungen über die Therapie und Durchführung invasiver Therapien und operativer Eingriffe.´ Das Legen einer Endorektalspule ist wohl durchaus vergleichbar mit der endorektalen Applikation von Kontrastmittel bei CT-Untersuchungen, die normalerweise auch von den MTRA durchgeführt werden. Fazit: Das Legen einer Endorektalspule kann - nach entsprechender ärztlicher Anleitung - von einer MTRA erwartet werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  M. Scheithauer schrieb am 19.11.2014 - 13:17 Uhr:
Frage:2324 BETREFF: Schutz der Augenlinse
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, mich erreichen immer wieder ´verlockende´ Angebote über Schutzvisiere zur Linsenschonung, die auf dem Kopf getragen werden. Der Bleigleichwert des Plexiglases beträgt allerdings nur 0,1 mm. In Tabellen sind Schwächungswerte für Streustrahlung bei üblichen Energien (Herzkatheterlabor 90 kV) von etwa 80% angegeben. Die Visiere sind zwar gerade für Brillenträger sehr praktisch, ich scheue mich aber diese anzuschaffen, weil ich befürchte, dass mit der geplanten Neuregelung der Grenzwerte für die Augenlinse Bleigleichwerte von 0,1 mm nicht ausreichen werden. Eigene Messungen der Linsendosis plane ich nicht, gerade hier derzeit sogar die wirklichen Experten Schwierigkeiten haben. Wie sehen Sie den Sachverhalt? Wird es in Zukunft auch für den Linsenschutz (so wie bereits jetzt für die Schutzkleidung) Kategorien und Vorgaben geben, welche Bleigleichwerte bei welchen Anwendungen eingesetzt werden sollen? Werden sich die Behörden mit 0,1 mm Bleigleichwert „zufriedengeben“?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Scheithauer, ich habe mich auch mit den persönlichen Schutzeinrichtungen und den geräteintegrierten Streustrahlenabschirmungen beschäftigt, die es gestatten, die Exposition des Personals durch Streustrahlung bei den sog. Hochdosisgeräten, wie angiographische, kardiologische, interventionelle und zum Teil auch intraoperative Arbeitsplätze, zu reduzieren, und zwar unter dem speziellen Aspekt der Linsendosis, deren Grenzwert mit der neu zu konzipierenden RöV mit Sicherheit von 150 auf 20 mSv/a verringert werden wird. Nachfolgend sind die möglichen Schutzmöglichkeiten mit großenordnungsmäßigen Angabe des Schwächungsfaktors (im Klammern) zusammengestellt: Schutzvisier mit 0,1 mm Pb-Gleichwert (3), Schutzbrille mit 0,5 mm Pb (8), z.B. an der Decke befestigter Streustrahlenschutz aus Bleiacrylglas (25). Ohne irgendwelche Schutzeinrichtungen können an den genannten Arbeitsplätzen in extremen, aber durchaus realistischen Fällen Dosiswerte an der Augenlinse zwischen 300 und 600 mSv/a erwartet werden. Dafür benötigen wir also Schwächungsfaktoren von 15 bis 30, also so etwas wie den geräteintegrierten Streustrahlenschutz und, wenn möglich, auch eine Schutzbrille. Visiere reichen, wie Sie richtig vermutet haben, in solchen Fällen sicherlich nicht aus. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Verena Scholz-Roskos schrieb am 18.11.2014 - 18:49 Uhr:
Frage:2323 BETREFF: Auflösung einer Rö.-Anlage
Sehr geehrte Damen und Herren, leider hat mein Chef Anfang des Jahres das Röntgen in unserer Praxis eingestellt. Die Bilder der Patienten müssen 10 Jahre aufgehoben werden, von Kindern bis zum 28. Lebensjahr. Wie ist das mit den Rö.-Unterlagen. Qualitätsmanagement, tägliche Aufbelichtung eines Rö.-Films und Dokumentationen, die vierteljährliche Kontrolle der Rö.-Röhre usw. usw. Kann das alles entsorgt werden. Ich habe mehrmals versucht, Stellen des Regierungspräsidiums Darmstadt, Abt. Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik zu erreichen. Entweder geht niemand ans Telefon, oder die Mitarbeiter, die Auskunft geben können, sind im Außendienst. Alles etwas mühsam. Können Sie mir Auskunft geben, was ich alles wegwerfen kann? Viele Grüsse Verena Scholz-Roskos


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Scholz-Roskos, was die Aufbewahrungszeiten von Unterlagen betrifft, die im Rahmen röntgendiagnostischer Maßnahmen anfallen, so gibt es im Wesentlichen zwei Gruppen: 1) Aufzeichnungen über die Röntgenuntersuchungen (siehe § 28 Abs. 3 RöV), wozu auch die Röntgenbilder gehören. Die Aufbewahrung dieser Unterlagen haben Sie ja in Ihrem Anfragetext richtig beschrieben. 2) Was die Aufzeichnungen aus dem Bereich der Qualitätssicherung betrifft, so geht es hier im Wesentlichen um die Durchführung der sog. Konstanzprüfungen. Aufbewahrungszeit: 2 Jahre nach Abschluss der Aufzeichnungen (§ 16 Abs. 4 Satz 2 RöV). Die Aufbewahrungspflicht für die sog. Abnahmeprüfung (§ 16 Abs. 2 RöV) gilt nur für die Dauer des Betriebs (§ 16 Abs. 4 Satz 1). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Urs Elke schrieb am 18.11.2014 - 15:37 Uhr:
Frage:2322 BETREFF: Schilddrüsen- und Linsenschutz beim Schädel-CT
Sehr geehrter Prof. Ewen. In einem kürzlich erschienen Artikel in der RöFo hierß es, dass ein Schilddrüsenschutz für den Patienten beim CCT durch Deutsche Richtlinien gefordert ist. Stimmt das? und wenn ja in welcher Richtlinie/Verordnung steht es. Und ist es eine obligate Regelung? Gilt für den Linsenschutz dasselbe? Vielen Dank für Ihre Hilfe Mit freundlichen Grüßen Urs Elke


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Urs, diese Forderung finden Sie in der so genannten Sachverständigen-Prüfrichtlinie, korrekt: Richtlinie für Sachverständigenprüfungen nach der Röntgenverordnung (SV-RL), und zwar dort in der Anlage III. Diese Richtlinie kann man im Internet finden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frau Jelitte schrieb am 17.11.2014 - 16:31 Uhr:
Frage:2321 BETREFF: Gipskartonwände zu Nachbarwohnungen bei digitalem Röntgen zulässig?
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ein Familienmitglied ist in eine 1-Zi.-Altbauwohnung gezogen, in deren direkt angrenzender, sich auf derselben Etage befindlichen Nachbarwohnung eine Zahnarztpraxis arbeitet. Nun stellte sich durch eine entsprechend laute Geräuschkulisse auf Nachfrage heraus, dass die Wand zwischen beiden Mieteinheiten lediglich aus Gipskarton besteht, da die ZA-Praxis bei Einzug vor reichlich 10 Jahren einen Raum unserer, ursprünglich aus 2 Zimmern bestehenden, Wohnung mitgemietet hat; die Wand eingerissen und damals komplett durch eine Trockenbauwand/Gipskarton mit angeblich 20 cm Schichtstärke incl. Wolle ersetzt wurde. Bleitapeten o.ä. Schutzvorrichtungen gibt es nicht, obwohl auch ältere Röntgengeräte im bewussten Raum in der Vergangenheit zum Einsatz kamen. Heute röntgt der Zahnarzt in diesem Raum seit ca. 3 Jahren mit einem Gerät namens Heliodent plus (Dentalgerät mit Tubus) und ist der Meinung, dass bei solch modernem Gerät die Wandstärke/-beschaffenheit egal seien, wenn das Gerät mindestens 1,40 m von der betreffenden Wand entfernt zum Einsatz komme. Uns ist allerdings bezüglich der Streustrahlung nicht ganz wohl, zumal sich Bett und Sofa der 1-Zi.-Wohnung direkt an der entsprechenden Wand in knapp 2 m Entfernung Luftlinie vom Zahnarztstuhl, an dem geröntgt wird, befinden. Es liegt ein Prüfbericht von 2011 zum heutigen Gerät vor, der dessen Betrieb als in Ordnung einstuft. Jedoch basiert diese Freigabe auf einer bei Einzug der ZA-Praxis erstellten baulichen Skizze, die die bewusste Wand zu unserer Wohnung fälschlicherweise als Hausaußenwand zum Nachbarhaus deklariert, was dann theoretisch eine Ziegelwand gewesen wäre. Der Röntgensachverständige hat die Freigabe für das aktuelle Röntgengerät auf Grundlage dieser alten Skizze erstellt, d.h. er hat die bauliche Umgebung nicht noch einmal geprüft, sondern sich auf die alte Skizze seines Röntgensachverständigen-Vorgängers gestützt, wie er uns mitteilte, und ist jetzt etwas ratlos. Was meinen Sie? Gibt es eindeutige gesetzliche Grundlagen zur Beschaffenheit der Wände zu Nachbarwohnungen bei Arbeit mit digitalen Röntgengeräten? Gern stelle ich Ihnen Skizze + Prüfbericht zur Verfügung. Ich bedanke mich herzlich im Voraus, Frau Jelitte


1. Antwort: Hallo Frau Jelitte, ja, es gibt ein eindeutiges Regelwerk zu Bestimmung von baulichen Abschirmdicken in der Röntgendiagnostik, auch für den zahnmedizinischen Bereich. Das ist die DIN 6812 (Medizinische Röntgenanlagen bis 300 kV - Regeln für die Auslegung des baulichen Strahlenschutzes). Der käufliche Erwerb von Normen dieser Art ist nicht ganz billig, aber auch für Sie persönliche nicht erforderlich. Die Nutzung dieser Norm ist für Fachleute auf diesem Gebiet vorgesehen, wie z.B. für einen Sachverständigen, den Sie in Ihrer Anfrage erwähnt haben. Rechnet man nach Ihren Angaben die erforderliche Abschirmung, und zwar für das Material Gips in diesem speziellen Fall nach DIN 6812 aus, so liegt die notwendige Dicke deutlich unter 20 cm. Das sollte zunächst einmal für Sie beruhigend sein. Aber es ist rechtlich nicht in Ordnung, dass früher irrtümlicherweise von einer Außenwand ausgegangen worden ist, hinter der eine Dosismessung wohl nicht notwendig wäre, in Wirklichkeit aber nur eine Gipswand mit angeblich 20 cm Dicke vorhanden ist, hinter der man als Sachverständiger die Dosis hätte messen müssen. Das ist eine sog. wesentliche Änderung in der Einschätzung der real vorhandenen baulichen Abschirmung, die einen erneuten Besuch eines Sachverständigen zur Folge haben müsste. Nach meiner Rechtsauffassung müsste der betreffende Zahnarzt einen Sachverständigen (sinnvollerweise denselben, der früher schon da war) zur Erledigung dieser Angelegenheit beauftragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marie schrieb am 14.11.2014 - 17:59 Uhr:
Frage:2320 BETREFF: Röntgenprüfung der ÄZK
Sehr geehrte Damen und Herren, im Oktober hatten wir die Röntgenprüfung der ÄZK. Beanstandet wurde: 1. Die Aufnahmen sollen allseits von einem unbelichteten Randsaum umgeben sein, damit die Größe des Nutzstrahlenfeldes und die Einblendung beurteilbar sind. Bitte zukünftig beim Einsatz der virtuellen Blende darauf achten, dass die realen Nutzstrahlengeldgrenzen erkennbar bleiben. Meine Frage: Was ist genau damit gemeint? 2. Warum sollen bei Kinderaufnahmen des peripheren Skeletts auf den Einsatz einer Pädiatriefilterung verzichtet werden? Für Ihre Bemühungen im voraus herzlichen Dank. Mit freundlichen Grüßen Marie


1. Antwort: Hallo Marie, zu Ihren beiden Fragen: 1) Die Forderung nach dem ´allseitig unbelichteten Rand´ kann aus der ´Leitlinie der Bundesärztekammer zur QS in der Röntgendiagnostik´ interpretiert werden. Dort findet man: ´Neben einer guten Lagerung und Einstellung ist eine korrekte objekt- und fragenstellungsbezogene Einblendung notwendig. Die Einblendung muss in der Regel auf dem Bild erkennbar sein.´ Und das kann man mit diesem Randsaum erreichen. Bei digital arbeitenden Röntgeneinrichtungen gibt es neben der konventionellen Einblendung, z.B. mittels einer Tiefenblende, die real das Nutzstrahlenbündel einschränkt und somit das Dosisflächenprodukt wirksam reduziert, eine elektronische Einblendung, die nur einen zu befundenen Ausschnitt aus dem Röntgenbild darstellt, ohne aber das reale Röntgenfeld zu verkleinern (´virtuelle Blende´). Diese Technik hat sicherlich Vorteile bezüglich des zu befundenden Bildeindrucks, hilft aber nicht beim Strahlenschutz. Deshalb verlangen die ärztlichen Stellen diesen ´unbelichteten Randsaum´. Zu 2) In der Tab I 1 (lf. Nr. 4) der Anlage I zur Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL; diese kann man im Internet einsehen) wird dieses Zusatzfilter bei pädiatrischen Aufnahmen am peripheren Skelett nicht gefordert, wohl aber bei Aufnahmen am Körperstamm (lf. Nr. 6). Auch die o.g. Leitlinie sieht das genauso. Begründung: Bedingt durch die von diesem Zusatzfilter vergrößerte mittlere Energie der Röntgenstrahlung wird der Bildkontrast zu schlecht. Denn es gilt ja generell: Bildqualität geht vor Dosis! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  J.Nischelsky schrieb am 13.11.2014 - 08:23 Uhr:
Frage:2319 BETREFF: Teleradiologie MTRA/MFA
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, gerade erhielt ich die folgende Antwort vom MAIS: Sehr geehrter Herr Dr. Nischelsky, für Assistenzpersonal, das in der Teleradiologie Röntgenuntersuchungen ´technisch durchführen´ soll gilt unverändert, dass die Berufserlaubnis als ´MTRA´ erforderlich ist und die darin enthaltene Fachkunde nach RöV aktuell sein muss. Theoretisch kämen auch Personen nach § 24 Abs. 2 Nr. 2 RöV in Betracht, die auch über eine Fachkunde für die technische Durchführung verfügen könnten. Solche Personen werden m.W. aber zurzeit in Deutschland nicht ausgebildet. Danach könnten es hier nur Personen sein, die eine MTRA-Ausbildung in einem Drittland gemacht haben, eine Gleichwertigkeitsanerkennung zur MTRA hier in Deutschland erhalten haben und die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz für die jeweilige Tätigkeit erworben und bescheinigt erhalten haben. MFA dürfen in der Teleradiologie bei der technischen Durchführung unverändert nicht tätig werden, da kein Arzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz am Untersuchungsort ist, um die notwendige Beaufsichtigung wahrzunehmen. Auch die Antragsunterlagen zur Mustergenehmigung enthält die Anforderung ´MTRA´. Mit freundlichen Grüßen Im Auftrag Walter Huhn Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW Referat III 3 (Technische Gestaltung der Arbeit)


1. Antwort: Lieber Herr Nischelsky, hätte Sie noch wenig mit Ihrer Anfrage bei dem zuständigen Ministerium bzw. mit dieser Ihrer 2. Mail an das Forum RöV gewartet, dann hätten Sie meine Antwort in einer sicherlich akzeptabel kurzen Zeit erhalten. Aber immerhin haben Sie dadurch erkannt, wie gut wir im Forum RöV mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten. Aber bitte für die Zukunft merken: Es sollen keine Namen im Forum RöV genannt werden! Gruß K. Ewen



  J.Nischelsky schrieb am 12.11.2014 - 17:11 Uhr:
Frage:2318 BETREFF: Teleradiologie MTRA/MFA
Sehr geehrter Herr Professor Even, auf dem Radiologie Kongress Ruhr wurde angeblich behauptet, dass auch MFAs (nach absolvieren eines besonderen Kurses)an der Teleradiologie aktiv teilnehmen können - gibt es dazu Informationen für uns? Mit freundlichem Gruß i.A. J.E.Nischelsky ______________________________ Dr. med. Johannes E. Nischelsky stellv. Vorsitzender ÄSt. (RöV) Sprecher des ZÄS Ärztekammer Westfalen-Lippe RS QS / ÄSt.en RöV & StrlSchV Gartenstr. 210 - 214 48147 Münster Tel.: +49 (0) 251 929-2611 Fax : +48 (0) 251 929-27 2611 E-Mail: Roentgen@aekwl.de


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Nischelsky, für Assistenzpersonal, das in der Teleradiologie Röntgenuntersuchungen ´technisch durchführen´ soll, gilt unverändert, dass die Berufserlaubnis als ´MTRA´ erforderlich ist und die darin enthaltene Fachkunde nach RöV aktuell sein muss. Theoretisch kämen auch Personen nach § 24 Abs. 2 Nr. 2 RöV in Betracht, die auch über eine Fachkunde für die technische Durchführung verfügen könnten. Solche Personen werden aber wohl zurzeit in Deutschland nicht ausgebildet. Danach könnten es hier nur Personen sein, die über eine MTRA-Ausbildung in einem Drittland verfügen, eine Gleichwertigkeitsanerkennung zur MTRA hier in Deutschland besitzen und die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz für die jeweilige Tätigkeit erworben und bescheinigt erhalten haben. MFA dürfen in der Teleradiologie bei der technischen Durchführung unverändert nicht tätig werden, da kein Arzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz am Untersuchungsort ist, um die notwendige Beaufsichtigung wahrzunehmen. Auch die Antragsunterlagen zur Mustergenehmigung ´Teleradiologie´ enthält die Anforderung ´MTRA´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Christian Herzberg schrieb am 12.11.2014 - 11:38 Uhr:
Frage:2317 BETREFF: Dosisindikatot GE
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meine Frage 2308 hatten Sie mir ja schon beantwortet. Wir haben ein Detektorsystem von GE, welches wohl wirklich keinen Dosisindikator liefen soll. Die Abnahme 2006 wurde noch nach den alten Bestimmungen vorgenommen. Diese haben sich ja nun wohl geändert und der Dosisindikator wird aus anderen Werten zusammengesetzt. GE ist hier leider nicht wirklich hilfreich. In welcher Verordnung ist die Änderung nachlesen kann? Besten Dank für Ihre Unterstützung. Mit freundlichen Grüßen Christian Herzberg


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Herzberg, damit wir nicht hin und her korrespondieren müssen, würde ich jetzt doch gern wissen, um welche Art Röntgengerät es hier geht. Sollte es sich um ein Mammographiegerät handeln, was ich in meiner Antwort zu Ihrer Frage 2308 angenommen hatte, weil Sie die Parenchymdosis erwähnt hatten, dann würde eigentlich nichts Weiteres hinzuzufügen sein. Denn die von Ihnen erfragte ´Verordnung´ ist in Wirklichkeit eine Richtlinie zur RöV und heißt ´Sachverständigen-Prüfrichtlinie´. Die für ein Mammographiegerät darin zutreffende Prüfposition hatte ich Ihnen in der Antwort 2308 schon genannt. Wenn ein andere Art Untersuchungsgerät gemeint ist, dann melden Sie sich nochmal. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Evamaria Glaser schrieb am 10.11.2014 - 11:27 Uhr:
Frage:2316 BETREFF: Einverständniserklärung bei Jugendlichen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, In der Forumfrage 246 wurde diese Fragestellung schon einmal beantwortet. Ich bin mir dennoch nicht sicher, wie ich mich als MTRA in einer orthopädischen und neuerdings mit zwei Unfallchirurgen (D-Ärzte) richtig verhalte. Bisher habe ich bei Kindern und Jugendlichen das Röntgeneinverständnis immer schriftlich, u. U. auch telefonisch eingeholt und mit meiner Unterscfhrift i. A. dokumentiert. Zuletzt hatte ich die Konstellation bei einer 17-jährigen so, dass kein Elternteil für das Röntgeneinverständnis erreichbar war. Von dieser 17-jährigen habe ich mir den Ausschluss einer Schwangerschaft unterschreiben lassen und von der beauftragenden D-Ärztin als Notfall unterschreiben lassen. Die Ärztin erklärte mir, dass die Unterschrift von Erziehungsberechtigten oder Vormund u. U., also ´Notfall´ für Jugendliche ab 14 Jahren nicht erforderlich ist. Habe ich alles richtig gemacht? Muss wenigstens diese Unfallchirurgin u. Fachkundeinhaberin im Strahlenschutz diese Einverständniserklärung als ´Notfall´ unterschreiben? Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Glaser, diese Frage können wir nicht direkt beantworten, da sie kein Thema anspricht, das sich speziell auf die Anwendung von Röntgenstrahlung bezieht. Ob ein Einverständnis der Erziehungsberichtigten erforderlich ist oder nicht, müsste jeweils in Abhängigkeit von der Art der unterschiedlichen Untersuchungen oder Behandlungen beantwortet werden. Eine Klärung wird sich hier aus dem BGB ergeben. Wenn man sich entsprechende Rubriken und Texte zu dieser Thematik im Internet ansieht, dann kommen wir zu der Auffassung, dass nur in Notfällen die Anwendung von Röntgenstrahlung an Minderjährigen ohne Zustimmung der Erziehungsberechtigten zulässig ist. Ich würde grundsätzlich empfehlen, eine solche Frage mit der Ärztekammer zu erörtern. Außerdem vertreten wir die Auffassung, dass die Klärung dieser Frage den Ärzten obliegt, die die rechtfertigende Indikation für die betreffende Untersuchung gestellt haben. Das heißt: Wenn eine rechtfertigende Indikation zur Röntgenuntersuchung vorliegt, muss sich die technisch durchführende MTRA oder MFA darauf verlassen können, dass alle Randbedingungen, wozu auch das hier diskutierte Thema gehört, schon geprüft worden sind. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Martin Müller schrieb am 10.11.2014 - 11:05 Uhr:
Frage:2315 BETREFF: Röntgengeräteschränke DIN 61010-2-91 Januar 2013
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, seit Januar 2013 gibt es die Norm 61010-2-091. Diese bezieht sich auf Röntgengeräteschränke. Als Beispiele werden Gepäckdurchleuchtungsgeräte genannt. Ich gehe deswegen auch davon aus, daß diese Norm auch für unsere Geräte zur Fremdkörperdetektion in Lebensmitteln gilt.(Unsere Geräte besitzen keine BAuartzulassung und müssen bei der Behörde angezeigt werden weil die Röhre bauartzugelassen ist). Die Norm enthält einige Festlegungen die der Röntgenverordnung widersprechen: So darf z.B laut Punkt 12.101.1 die Strahlung nicht mehr als 5µSv/h im Abstand 50mm betragen. Von einer Bauartzulassung wird überhaupt nicht gesprochen. Weitere Abweichungen gibt es im Bereich Kennzeichnung. Ich habe auch schon bei Sachverständigen nachgefragt. Jedenfalls wird diese Norm bei der Sachverständigenprüfung nicht angewendet.Können Sie mir etwas zum Hintergrund dieser Norm sagen? Viele Grüße MArtin Müller


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, die von Ihnen genannte Norm ist eine IEC-Norm, die mir zwar nicht zur Verfügung steht, in der aber nach Ihrer Aussage unter Abschnitt 12.101.1 festgelegt ist, dass die Ortsdosisleistung in 50 mm Abstand von der Oberfläche nicht mehr als 5 uSv/h betragen darf. Nach der in Deutschland geltenden RöV wird in Anlage 2, Nr. 6 für so genannte Basisschutzgeräte, unter die auch Röntgengeräteschränke fallen können, als Grenzwert in 10 cm Abstand von der Oberfläche ein Grenzwert für die Ortsdosisleistung von 10 uSv/h gefordert. Selbst für die als am sichersten einzuschätzenden Vollschutzgeräte beträgt nach Anlage 2, Nr. 3 RöV der Grenzwert für die Ortsdosisleistung in 10 cm Abstand 3 uSv/h. Der Wert in in der besagten IEC-Norm ist zwar anders als diejenigen nach RöV, aber er ist strenger als alles das, was diesbezüglich in der RöV steht. Insofern sehe ich vom Standpunkt des Strahlenschutzes keine Probleme, wenn eine Einrichtung die Bedingungen der Norm für den Grenzwert der Dosisleistung einhält. Mit einer etwas anders gehaltenen Kennzeichnung sollte ja ein Sachverständiger bzw. die Behörde keine großen Probleme haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Huber schrieb am 10.11.2014 - 09:04 Uhr:
Frage:2314 BETREFF: Strahlenschutz CT
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, etwas ratlos bin ich nach meinem Aktualisierungskurs (RÖV). Der Referent dort befand außer der Hodenkapsel alle Strahlenschutzmittel (Bleiwickel, Linsenschutz, Schilddrüsenschutz) für unnötig oder gar schädlich, wegen zusätzlich entstehender Streustrahlung. Bei MTRA-Fortbildungen werden aber genau diese Mittel zum Wohl des Patienten empfohlen. Wie machen wir es richtig?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau (richtig?) Huber, man kann sicherlich für die verschiedenen Röntgenuntersuchungen über die Art der Patientenschutzmittel nachdenken und ggf. auch mal unterschiedliche Meinungen über deren Bedeutung diskutieren. Aber eins ist Physik: Einrichtungen dieser Art enthalten ja meistens in irgendeiner Form Bleiverbindungen oder Ähnliches (´Materialien mit relativ hoher Ordnungszahl´). Und bei diesen ist die Absorptionswirkung durch Photoeffekt besonders hoch. Schließlich will man das ja auch. Streueffekte durch Comptoneffekte sind dagegen bei diesen Materialien im Vergleich zur Absorption viel seltener, so dass die betreffende Aussage des Referenten bei allem Respekt nicht richtig ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rainer Urban schrieb am 10.11.2014 - 00:03 Uhr:
Frage:2313 BETREFF: Spezialkurs Interventionsradiologie = Aktualisierungskurs
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meine Fachkunde für Strahlenschutz (Röntgendiagnostik) habe ich Januar 2011 anerkannt bekommen. Zur Zeit bin ich im Herzkatheterlabor tätig und beabsichtige in nächster Zeit den Spezialkurs Interventionsradiologie zu besuchen. Falls ich den Spezialkurs besuche und mir die Fachkunde für Strahlenschutz (Gefäßsystems des Herzens) anerkennen lasse, gilt dies dann als Aktualisierung oder bin ich trotzdem verpflichtet bis Januar 2016 den Aktualisierungskurs zu besuchen? Danke im Voraus. Mit freundlichen Grüßen R. Urban


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Urban, das Datum der Bescheinigung einer weiteren Fachkunde im Strahlenschutz (ggf. Kursteilnahme und Sachkunde) durch die Ärztekammer (oder sonstige zuständige Stelle) wäre dann das neue Bezugsdatum für die nächste Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz. Beispiel: Fachkundeerwerb im Bereich Röntgendiagnostik im Januar 2011, nächste turnusmäßige Aktualisierung wäre an sich im Januar 2016 fällig, Bescheinigung der Fachkunde Interventionsradiologie im April 2015, neuer Zeitpunkt für die Aktualisierung jetzt: April 2020. Diese Regelung gilt nur, wenn tatsächlich eine weitere Fachkunde erworben und bescheinigt wurde. Die alleinige Teilnahme an einem Spezialkurs reicht als Aktualisierung allerdings nicht aus. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  U. Riedel schrieb am 06.11.2014 - 14:32 Uhr:
Frage:2312 BETREFF: Schwangere Mitarbeiterin
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielleicht erlauben Sie ausnahmsweise eine Frage aus dem Gebiet der StrSchV und zug. RiLi.. In der RiLi findet man in Abschn. 4.4.3 die Aussage, dass eine Beschäftigung von Schwangeren in Bestrahlungräumen von Beschleunigern mit Photonenenergien oberhalb der Aktivierungsschwelle von Luft (10MeV) nicht vorzusehen ist und bei Energien unterhalb grundsätzlich zulässig ist. Unser Beschleuniger verfügt nun über eine (Nenn-)Energie von genau 10 MeV und ich vermisse bei einer der Bestimmungen ein ´oder gleich´. Dürfte ich unserer schwangeren Mitarbeiterin eine Beschäftigung in einem Bestrahlungsraum des Beschleunigers mit einer Photonenenergie von 10MeV erlauben? Mit freundlichen Grüßen und der Entschuldigung, dieses nicht ganz zutreffende Forum zu missbrauchen, um Sie als bekannten Experten auch für diesen Fragen zu erreichen. U. Riedel


1. Antwort: Sehr geehrte Frau (richtig?) Riedel, zunächst einmal: Sie müssen sich nicht entschuldigen, wenn Sie eine (vollkommen berechtigte) Frage im Forum RöV stellen. Dafür ist es ja da. Es ist tatsächlich richtig, dass sich in den Abschnitt 4.4.3 der Richtlinie ´Strahlenschutz in der Medizin´ ein kleines Fehlerchen eingeschlichen hat. Denn es fehlt im 1. Punkt ein ´größer gleich´ oder im 2. Punkt ein ´kleiner gleich´. Nun ist der Wert ´10 MeV´ relativ konservativ festgesetzt worden, denn real liegen die Aktivierungsschwellen für den Kernphotoeffekt oberhalb von 10 MeV (10,6 MeV für Stickstoff und 15,7 MeV für Sauerstoff). Wir können uns also erlauben, den 2. Punkt in Abschnitt 4.4.3 gedanklich so umzuformulieren: ´mit Photonenenergien unterhalb der Aktivierungsschwelle des Kernphotoeffektes (kleiner gleich 10 MeV Bremsstrahlung) aus Sicht ...´. Damit würde Ihre Maschine unter den 2. Punkt fallen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  KKRN Westerholt Röntgen schrieb am 06.11.2014 - 11:32 Uhr:
Frage:2311 BETREFF: Einweisung RÖ-Anlage
Sehr geeherter Herr Prof. Ewers, nach Inbetriebnahme der RÖ-Anlage wurden wir direkt vom Hersteller eingewiesen. Dürfen wir nun neue Kollegen(innen) einweisen? Wenn nicht wir,wer dann ? 2.Frage: Sind wir als MTRA bzw. Arzthelferinnen verpflichtet unsere Ärzte auf diagnostisch auffällige Röntgenaufnahmen aufmerksam zu machen? (In unserem Haus gibt es keine Radiologen) Mit freundlichen Grüßen das Team der Rö-Abt.


1. Antwort: Antwort: siehe Frage Nr. 2310 (Anfrage wurde zweimal gestellt). K. Ewen



  A. Göbel schrieb am 06.11.2014 - 10:54 Uhr:
Frage:2310 BETREFF: Einweisung RÖ-Anlage
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, nach der Inbertriebnahme unseres Röntgengerätes wurden wir vom Hersteller eingewiesen. Dürfen wir nun neue Kolleginnen einweisen? Wenn nicht, wer darf es dann? 2. Frage: Sind wir als MTRA und Arzthelferinnen verpflichtet, unsere Ärzte auf diagnostisch auffallende Röntgenaufnahmen aufmerksam zu machen (in unserem Haus gibt es keine Radiologen)? Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Göbel, 1) Die Einweisungspflicht findet man im § 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV. Danach muss die Einweisung von einer ´entsprechend qualifizierten Person´ durchgeführt werden. Dort steht nicht, dass dies eine Person vom Hersteller sein muss. Und das ´entsprechend qualifiziert´ zu interpretieren kann nur eine Angelegenheit des Anwenders sein, denn Tiefe und Qualität der Einweisung hängen von Gegebenheiten ab, der nur er beurteilen kann (z.B. Art des Untersuchungsgeräts, Art der damit durchgeführten Untersuchungen, etc.). Warum sollen das nicht eine MTRA und eine MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz können, wenn diese bei der Erstunterweisung seitens des Herstellers dabei waren? 2) Eine MTRA oder eine MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz kann (und sollte) einen Arzt (ob Radiologe oder nicht) auf ´diagnostisch auffallende Röntgenaufnahmen´ aufmerksam machen. An sich müsste dieser das begrüßen. Aber dazu verpflichtet ist dass Assistenzpersonal nicht. Denn das Erkennen und die Beurteilung von ´Auffälligkeiten´ bei einer Röntgenaufnahme fällt unter den Begriff Befundung und diese darf nach § 24 Abs. 1 (zur ´Anwendung´ gehört nach § 2 Nr. 1a RöV auch die Befundung) nur von Ärzten (mit Fachkunde oder Kenntnissen im Strahlenschutz) durchgeführt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marcel Herrmann schrieb am 05.11.2014 - 16:50 Uhr:
Frage:2309 BETREFF: Neue DIN 6868-167
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, die neue DIN ist ja nunmehr erschienen. Leider gibt es keinen Hinweis über die Gültigkeit bzw. zu Übergangsfristen. Ab wann müssen also die neu installierten Geräte zwingend nach der Norm abgekommen werden? Gruß Marcel Herrmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Herrmann, bestimmt haben Sie sich verschrieben, und es muss statt DIN 6868-167 heißen: DIN 6868-157 (´BWS´). Es ist verständlich, dass Sie nach Übergangsfristen fragen. Sicher ist, dass diese in die Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) aufgenommen werden sollen. Nur weiß ich nicht, wann das geschehen wird. Und ich weiß auch nicht, ob es jemanden gibt, der das jetzt schon weiß! Tut mir Leid, dass meine Antwort nicht genauer ausgefallen ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Christian Herzberg schrieb am 04.11.2014 - 19:45 Uhr:
Frage:2308 BETREFF: Dosisindikator
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, unserer digitale Röntgenanlage gibt keinen Wert für den Dosisindikator aus. In diverseb Verordnungen wird immer von einer durchschnittlichen Parenchymdosis als Ersatz für den Dosisindikator gesprochen. Leider habe ich bis jetzt keinerlei Anleitung gefunden, wie ich diesen Wert aus welchen Angaben errechenn kann. Da unsere Anlage von 2005 ist, kann ich mich nicht wirklich vorstellen, dass sie nicht mehr den Anforderungen entspricht. Hoffentlich können Sie ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Besten Dank für Ihre Mühe Christian Herzberg


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Herzberg, sollten Sie ein Mammographiegerät betreiben (weil Sie die Parenchymdosis erwähnen), dann reicht nach Prüfposition 01H24 der Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL; im Internet auffindbar) ersatzweise für den Dosisindikator auch die Angabe der Parenchymdosis auf dem Bilddokument. Eigentlich sollte bei einem digitalen Mammographiegerät mit Baujahr 2005 die mittlere Parenchymdosis (AGD) angegeben sein. Ihre Gerät muss ja vor Inbetriebnahme von einem Sachverständigen überprüft worden sein und fünf Jahre danach erneut. Diese Berichte müssten bei Ihnen vorliegen, so dass Sie mal ein Blick auf die o.g. Prüfposition 01H24 werfen sollten, um zu sehen, zu welchem Ergebnis der Sachverständige dabei gekommen ist. Man kann die AGD aus bestimmten Untersuchungsparametern auch berechnen, aber das ist kein triviales Unterfangen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Melanie schrieb am 29.10.2014 - 16:54 Uhr:
Frage:2307 BETREFF: Wie Schwangerschaft ausschließen?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, die Röntgenverordnung erwartet in § 23 Abs. 3 ja, dass Frauen in gebährfähigem Alter gefragt werden, ob eine Schwangerschaft besteht oder bestehen könnte. Darf ich mich da allein auf die ja/nein-Aussagen der Frauen verlassen? Oder gibt es Vorgaben in Richtlinien o.ä.? Muss ich den 1. Tag der letzten Regel erfragen? Gibt es Indikatoren, die lt. einer Richtlinie gegen die Röntgenuntersuchung sprechen, z.B. > 10. Zyklustag o.ä.? Im Voraus vielen Dank!


1. Antwort: Hallo Melanie, ja, Sie dürfen und müssen sich auf die ja/nein-Aussagen der betreffenden Frauen verlassen. Weitere Nachfragen bzw. Nachforschungen in dieser Hinsicht sind vor der medizinischen Anwendung von Röntgenstrahlung seitens des Personals nicht erforderlich bzw. gefordert. Aber nicht vergessen: Die Antwort zu dieser Befragung aufzeichnen (§ 28 Abs. 1 Nr. 1 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kunde schrieb am 28.10.2014 - 14:16 Uhr:
Frage:2306 BETREFF: Fahrbarer Röntgentisch Medizinproduktegesetz?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Wir haben einen Fahrbaren Röntgentisch gekauft, fällt dieser unter das Medizinproduktegesetz? Muss ich für diesen Tisch eine Einweisung und auch eine Abnahmeprüfung vorweisen können? Für Ihre Mühe danke ich Ihnen im Voraus.


1. Antwort: Hallo, 1) Einweisung? Ja, nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV. 2) Medizinprodukte-Gesetz? Röntgeneinrichtung ist ein Medizinprodukt, wenn es in der Medizin, z.B. in der Röntgendiagnostik, eingesetzt werden soll (§ 4 Abs. 2 Nr. 1b RöV; CE-Kennzeichnung erforderlich). 3) Abnahmeprüfung? Ja, nach § 16 Abs. 2 RöV erforderlich, wenn das Gerät zur Untersuchung von Menschen genutzt wird. 4) Weiterhin: Überprüfung durch Sachverständigen vor Inbetriebnahme (§ 4 Abs. 2 Nr. 1 RöV) und Anzeige der Inbetriebnahme bei zuständiger Behörde (§ 4 Abs. 1 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Heinrich Reike schrieb am 27.10.2014 - 10:53 Uhr:
Frage:2305 BETREFF: DSA/PTA mit MTRA?
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, wir führen regelmäßig und geplant DSA des Beckens bzw. der Beine, ggf. kombiniert mit einer PTA je nach Befund durch. Der Untersucher ist Angiologe mit der Fachkunde im Strahlenschutz für den Anwendungsbereich ´Anwendung von Röntgenstrahlen bei Interventionen der Gefäße´. Die Frage: Ist die Anwesenheit einer MTRA bei der DSA und/oder PTA notwendig oder reicht als Assistenz eine MFA? Ganz herzlichen Dank für Ihre Antwort und freundliche Grüße Dr. H. Reike


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Reike, auch eine MFA darf diese Assistenz ausführen (´technische Durchführung´ im Sinne des § 2 Nr. 7 RöV). Allerdings müssen dafür nach § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV zwei Bedingungen erfüllt sein: 1) Diese Person muss über die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen. 2) Es muss die ständige Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend im Strahlenschutz fachkundigen Arztes gegeben sein, was bei den von Ihnen geschilderten radiologischen Tätigkeiten sicherlich der Fall sein wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Friedrich Groß-Alltag schrieb am 25.10.2014 - 21:20 Uhr:
Frage:2304 BETREFF: Ärztliche Stelle widerspricht Minimierungsgebot !
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, seit mehr als 10 Jahren als Veranstalter von Aktualisierungskursen tätig, fiel mir schon bald durch Rückmeldungen der Teilnehmer auf, dass unterschiedliche Ärztlichen Stellen (z.B. in Bayern die der BLÄK und die der KV) teils gegensätzliche Standpunkte z.B. bzgl. der Vervollständigung von Urogramm-Untersuchungen vertreten. Während die eine dem Minimierungsgrundsatz entsprechend einen Stopp bei Beantwortung der Fragestellung fordert, will die andere in jedem Fall die ganze Serie laut Lehrbuch sehen! Vor 10 Jahren dachte ich noch, dass dies ´Anlaufschwierigkeiten´ seien, doch besteht dieser Widerspruch nun doch schon seit einer Dekade unverändert, wie mir aktuelle Rückmeldungen zeigen. Zwei Fragen stellen sich mir hierzu: 1.) gibt es eine Einrichtung, die die Qualität der Ärztlichen Stellen sichert? 2.) findet unter den Ärztlichen Stellen (bundesweit) ein Abgleich der Kriterien statt, nach denen die Überprüfungen bewertet werden? Mit freundlichen Grüßen Friedrich Groß-Alltag


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Groß-Alltag, es gibt eine Vereinigung, in der viele Kursveranstalter zusammengefasst sind, die sich ´Qualitätsverbund Strahlenschutzkursstätten´ nennt. Deren Internetadresse lautet: www.strahlenschutzkurse-qsk.de. Vielleicht noch wichtiger für Ihre Fragestellung könnte der ´Zentrale Erfahrungsaustausch der Ärztlichen Stellen nach § 17a RöV & § 83 StrlSchV´ sein. Kontakthinweise findet man im Internet, z.B. unter Google ´Zentraler Erfahrungsaustausch der Ärztlichen Stellen´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bernadette Gostner-MTRA schrieb am 23.10.2014 - 00:22 Uhr:
Frage:2303 BETREFF: Maximale lokale Hautdosis für Patienten
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Wie wird die maximale lokale Hautdosis in der Durchleuchtung für Patienten errechnet? Kann über das DFP von 5000 cGy x cm2 bei einer PTCA die maximale lokale Hautdosis für den Patienten errechnet werden? Wäre die lokale Hautdosis im Bereich bei gleichem DFP im Beckenbereich gleich oder höher bzw. geringer? Wenn möglich bitte Berechnungsformelangeben Danke für Ihre Antwort Bernadette Gostner


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Gostner, man muss für diese Rechnung (Abschätzung) folgendes beachten: 1) Das DFP ist unabhängig vom Fokus-Haut-Abstand. 2) Mit ´Dosis´ ist beim DFP die Einfalldosis gemeint. Die Hautdosis ist um einen gewissen Faktor, der u.a. von der Feldgröße abhängt, größer als die Einfalldosis - sagen wir mal im Mittel um einen Faktor 1,2. 3) Die Äquivalentdosis (in Sv) ist für diagnostische Röntgenstrahlung in etwa identisch mit der Energiedosis (in Gy). 4) Nehmen wir mal eine mittlere Feldgröße im Fokus-Haut-Abstand von F = 625 cm2 an. 5) Für das DFP wählen wir die auch von Ihnen angegebene Einheit cGy x cm2 (Vorsicht: es gibt auch andere Einheiten!). Dann ist die Hautdosis gleich (1,2 x DFP) / F in cSv oder (12 x DFP) / F in mSv. Als Beispiel: Hautdosis ist gleich (12 x 5000) / 625 = 96 mSv. Das ist die maximale Hautdosis, und zwar unter der Voraussetzung, dass während der Durchleuchtung dieses Hautareal immer in der Nutzstrahlung gelegen hat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Imke Rieksmeier schrieb am 21.10.2014 - 10:41 Uhr:
Frage:2302 BETREFF: mobiles Röntgen
Sehr geehrte Damen und Herren, Ich betreibe seit 10 Jahren eine mobile Tierarztpraxis in Hamburg. Nun möchten wir in unseren Praxiswagen, einen VW T5 ein Röntgengerät einbauen. Wir planen das Gerät an der Decke fest zu instalieren und nur vertikal Richtung Fußbden zu röntgen. Ist es möglich dafür eine Zulassung zu erhalten und wer muss diese erteilen? Die Dame von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz sagte mir, da ich auch in Schleßwig-Holstein fahre (allerdings in Hamburg niedergelassen bin) müsse ich eine überregionale Genhemigung haben, der ALLE! Bundesländer zustimmen müssten. Eine mobile Kollegin in Niedersachsen widerum hat ihr Gerät nur beim TÜV angezeigt und ohne weitere Nachfragen genehmigt bekommen. Mit freundlichen Grüßen Imke Bartels


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dr. Rieksmeier, die Betriebsgenehmigung muss bei der entsprechenden Behörde in Hamburg beantragt werden. Dabei ist der räumliche Tätigkeitsbereich zu beschreiben. Wenn, wie in Ihrem Fall, nur noch Schleßwig-Holstein als Einsatzgebiet hinzukommt, kann die Behörde in HH hierzu das Einvernehmen mit der Behörde aus SH herstellen und die notwendigen Auflagen in der Genehmigung festlegen. Eine Genehmigung für alle Bundesländer ist keineswegs erforderlich, es sei denn, jemand will in all diesen Ländern tätig werden. Die Aussage Ihrer ´mobilen´ Kollegin muss angezweifelt werden, denn der TÜV ist keine Behörde (sondern gehört zu den nach RöV behördlich bestimmten Sachverständigen). In Niedersachsen sind die Gewerbeaufsichtsämter die strahlenschutzrechtlich zuständigen Behörden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  F.Friedrich schrieb am 13.10.2014 - 16:17 Uhr:
Frage:2301 BETREFF: Teilradiologie
Sehr geehrte Damen und Herren, ich besitze die Zulassung der Teilradiologie in Sachsen-Anhalt. Auf Grund meiner Ausbildung in der Unfallchirurgie bekam ich jedoch nur die Zulassung der Skelettradiologie. Da ich mich in absehbarer Zeit niederlassen möchte wäre es mir wichtig,auch die Zulassung für das Thoraxröntgen zu erwerben. Können Sie mir mitteilen, welche Voraussetzungen zum Erwerb des Thoraxröntgen notwendig sind. Mit bestem Dank F.Friedrich


1. Antwort: Sehr geehrter Herr/Frau Friedrich, die entsprechenden Regelungen finden sich in der Richtlinie „Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin“ in der Fassung vom 27.06.2012. In der Tabelle 4.2.1 dieser Richtlinie sind die sogenannten „Sachkundezeiten“ und die notwendigen „dokumentierten Untersuchungen“ aufgelistet. Danach gilt für den Erwerb der Fachkunde für das Organsystem/Anwendungsgebiet Thorax eine Mindestsachkundezeit von 12 Monaten und eine nachzuweisende Anzahl von 1000 Untersuchungen. Da Sie aber bereits über eine Fachkunde in einem Anwendungsgebiet (Skelett) verfügen, reduziert sich die Mindestzeit für das Anwendungsgebiet Thorax um die Hälfte und die Anzahl der dokumentierten Untersuchungen reduziert sich entsprechend. Voraussetzung ist, dass die vorhandene Fachkunde aktuell ist. Im Klartext heißt diese Regelung, dass Sie unter der Leitung einer/eines im Anwendungsgebiet Thorax fachkundigen Kollegin/Kollegen bei den anfallenden Untersuchungen mindestens sechs Monate mitwirken und insgesamt 500 Untersuchungen nachweisen müssen. Da sich die dokumentierten Untersuchungen auf die Mitwirkung bei der rechtfertigenden Indikation, auf die technische Durchführung und auf die Befundung beziehen, die Verteilung dieser verschiedenen zu erlernenden Tätigkeiten aber nicht in allen Bundesländern gleich ist, empfehle ich Ihnen, bei der für Sie zuständigen Ärztekammer die nachzuweisende Verteilung zu erfragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  jeremies schrieb am 13.10.2014 - 13:55 Uhr:
Frage:2300 BETREFF: C-Bogen
Sehr geehrter Herr Professor, liefert ein vorhandener C-Bogen auch für eine Rö-Thorax-Aufnahme am Bett verwertbare Bilder oder brauche ich dafür ein anderes Gerät?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Jeremies, ich hatte Ihnen ja schon mitgeteilt, warum ich erst jetzt dazu gekommen bin, auf Ihre Frage einzugehen. Tut mir Leid. Nun aber: Grundsätzlich könnte man ein mobiles C-Bogengerät für Thoraxaufnahmen am Bett, also am liegenden Patienten, benutzen. Dazu müssten aber eine Reihe von technischen Qualitätsanforderungen erfüllt sein, wobei ich natürlich nicht weiß, ob diese von dem Ihnen verfügbaren Gerät eingehalten werden. Sicherlich müsste es ein modernes Gerät mit einem Flatpaneldetektor sein, der die für eine Thoraxaufnahme notwendige relativ große Feldgröße liefern kann. Dann kommen noch weitere Anforderungen hinzu, die man aus der Leitlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik (diese ist im Internet einsehbar) entnehmen kann (dort: ab S. 33 ´Thorax´, speziell auf S. 34 ´Besonderheiten bei Aufnahme im Liegen´): Aufnahmespannung: 70 - 110 kV; Brennflecknennwert: kleiner gleich 1,3; Fokus-Detektor-Abstand: 90 - 120 cm; Expositionszeit: < 20 ms; Bildempfängerdosis: kleiner gleich 5 uGy. Außerdem muss die Ortsauflösung größer gleich 2,4 Lp/mm sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  jeremies schrieb am 13.10.2014 - 13:54 Uhr:
Frage:2299 BETREFF: C-Bogen
Sehr geehrter Herr Profesor, liefert ein vorhandener C-Bogen auch für eine Rö-Thorax-Aufnahme am Bett verwertbare Bilder oder brauche ich dafür ein anders Gerät?


1. Antwort: Diese Frage wurde zweimal gestellt. Antwort: siehe Frage Nr. 2300. K. Ewen



  Kai Gottwals schrieb am 13.10.2014 - 09:01 Uhr:
Frage:2298 BETREFF: Konstanzprüfung Cine-Mode
Hallo Herr Prof. Ewen, bei C-Bögen mit Cine-Mode erhalten wir immer wieder die Frage, ob eine Festlegung von Bezugswerten und eine Konstanzprüfung erforderlich ist. Ich bin der Meinung, dies geht indirekt aus Tabelle 6 (DIN 6868-150) und Tabelle D.2 (DIN 6868-4) hervor - also JA! Hier sollte evtl. die Norm und / oder die QS-RL klarstellend ergänzt werden. Wie sehen Sie dies?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gottwals, wir können es knapp machen: Ich bin auch Ihrer Meinung. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Marie-Thesese Scheffler schrieb am 08.10.2014 - 21:40 Uhr:
Frage:2297 BETREFF: fehlender Röntgenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank für die prompte Antwort, sie wird mir weiterhelfen, den Patienten aufzuklären. Mit freundlichen Grüßen Marie Therese Scheffler Leitende MTRA Augusta Krankenhaus Düsseldorf


1. Antwort: .... trotzdem viel Spaß bei Ihrer Arbeit! K. Ewen



  Marie schrieb am 08.10.2014 - 17:59 Uhr:
Frage:2296 BETREFF: Arzthelferin
Hallo, Ich arbeite in einem Haus mit Teleradiologie. Da dadurch nie ein Radiologe vor Ort ist, stellt sich mir die Frage ob eine Arzthelferin mit Röntgenschein überhaupt röntgen darf. Tag,Nacht oder Bereitschaft Liebe Grüße


1. Antwort: Hallo Marie, im Zusammenhang mit der Teleradiologie nach § 3 Abs. 4 Röntgenverordnung (RöV) darf die sog. technische Durchführung der Röntgenuntersuchung nur durch einer MTRA erfolgen. Außerhalb der Teleradiologie darf eine MFA, also z.B. eine Arzthelferin mit ´Röntgenschein´, eine Röntgenuntersuchung technisch durchführen, vorausgesetzt aber, dass ein im Strahlenschutz entsprechend fachkundiger Arzt (muss nicht unbedingt ein Radiologe sein) ´im Haus´ ist und somit die ständige Aufsicht und Verantwortung für diese Tätigkeit übernehmen kann (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Das gilt ganz allgemein - also zu jeder Tages- und Nachtzeit. Viele Grüße K. Ewen



  Marie-Therese Scheffler schrieb am 07.10.2014 - 17:25 Uhr:
Frage:2295 BETREFF: fehlender Röntgenschutz
Sehr geehrter Prof.Ewen, in einer Auseinandersetzung mit einem Patienten wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir eine Quelle, besser noch eine schriftliche Grundlage, liefern könnten, die nachweist, dass für eine Torax-Aufnahme keine Röntgenschüze notwendig ist. Dies ist jedenfalls meine Erkenntis nach einer Strahlenschutzbelehrung Ihrerseits. Mit bestem Dank im voraus Marie-Therese Scheffler Leitende MTRA Augusta-Krankenhaus


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Scheffler, eine Thoraxaufnahme mit Hartstrahltechnik und möglicherweise mit einem digital arbeitenden Festkörperdetektor hoher DQE gehört mit zu den sog. Niedrigdosisuntersuchungen. Dementsprechend ist auch die durch Streustrahlung erzeugte Gonadendosis sehr gering. Diese geringe Gonadendosis kann nur in unzureichender Weise mit einer Gonadenschutzschürze abgeschirmt werden, weil ein nicht geringer Teil dieser Strahlung ihren Weg durch den Körper nimmt. Rechtlich wirklich belastbar ist nur die Forderung in § 25 Abs. 3 RöV, wonach Körperbereiche, die nicht von der Nutzstrahlung (!) getroffen werden müssen, entsprechend zu schützen sind. Ich sage in Strahlenschutzkursen im Zusammenhang mit manchmal aufkommenden Diskussionen um den Gonadenschutz bei Thoraxaufnahmen immer, dass man den Schutz (in der Regel die sog. Halb- oder Bügelschürze) anlegen sollte, dass er aber mehr der psychologischen Beruhigung der Patienten dienen würde als einer realen und einigermaßen wirksamen Reduzierung der Gonadendosis. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  H.Tobias schrieb am 06.10.2014 - 19:39 Uhr:
Frage:2294 BETREFF: mAs Anzeige im DICOM Header
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, gibt es irgendwelche gesetzliche Vorschriften bzw.Regelungen in Bezug auf die mAs Anzeige im DICOM Header? Ich habe neulich eine Software getestet und festgestellt, das obwohl mit 2,5mAs geröntgt wurde, der Wert im DICOM Header und damit auch im PACS auf 3mAs gerundet wird. Meine Frage ist nun, ob dies zulässig ist?


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Tobias, mir ist eine Regelung, dass man im DICOM Header den mAs-Wert nicht auf- bzw. abgerundet (also ohne Kommastelle) eintragen darf, nicht bekannt. Und wenn es eine derartige Regelung wirklich geben sollte, so würde ich nach dem strahlenschutztechnischen Sinn fragen, denn ein mAs-Produkt auf- bzw. abgerundetes ja oder nein ist für mich strahlenbiologisch gesehen dasselbe. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ilke Finkenstein schrieb am 02.10.2014 - 10:36 Uhr:
Frage:2293 BETREFF: Strahlenschutz beim Röntgen des Beckens
Muss beim Röntgen des Beckens oder einer tief eingestellten Beckenaufnahme mit liegender Hüft-TEP auf die An- bzw Abwahl einer Messkammer geachtet werden?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Finkenstein, wenn die Messkammer der Belichtungsautomatik über einer TEP (Totalen Endoprothese) ober über einem anderen Metallimplantat liegt, schaltet sie wegen der hohen Absorption der Röntgenstrahlung in dem Implantat die Aufnahme zu spät ab, und das dann logischerweise mit entsprechender Dosiserhöhung, so dass daraus, wenn man mit analoger Technik (Film-Folien-System) arbeitet, eine Überbelichtung resultiert. Die Aufnahme müsste somit wiederholt werden. Eine ´normale´ Beckenaufnahme wird üblicherweise mit Nutzung beider Seitenkammern angefertigt. Manchmal wird in diesem Fall nur mit der Mittelkammer gearbeitet. In beiden Fällen kommt es kaum zu Überlagerungen mit der TEP. Allerdings kann es beim ´tief eingestellten Becken´ zu Überlagerungen kommen, wenn man die Seitenkammern nutzt. Hier kann es also vorteilhaft sein, nur die Mittelkammer zu nutzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heiderose Hempel-Marchand schrieb am 01.10.2014 - 13:44 Uhr:
Frage:2292 BETREFF: Strahlenexposition der Pat. am DVT Geräten für Bereich Orthopädie/HNO
Hallo sehr geehrter Herr Prof. Ewen, aufgrund einer Anfrage einer befreundeten Orthopädin, die sich ein DVT Gerät( kein 3D-Cbogen) kaufen will, wende ich mich nun an Sie. Die Firma preist das Gerät mit sehr niedrigen Expositionsdaten für Patienten an( Faktor 4-5 geringer als konventionelle Röntgenaufnahmen und CT Aufnahmen). Sie als unabhängiger Medizin -Physiker können das bestimmt besser aufgrund von Messungen beurteilen, sind solche Aussagen über diese neuartigen Geräte wirklich stimmig? Wenn ja, wo können wir denn eine Übersichtstabelle über Pat.Expositionsdaten beziehen.? Ist die Bildqualität, dem eines MRT oder CT im Bereich von Extremitäten ( Hand, Fuß, Ellenbogen, Gesichtsschädel etc)gleich zu setzen? Sie wissen ja ,Gerätehersteller /Vertreiber wollen ihre Produkte verkaufen, aber wir wollen doch eine unabhängige Meinung dazu ´hören´.Der Strahlenschutz des Patienten sowie eine gute Bildqualität muss an erster Stelle stehen, und nicht die Wirtschaftlichkeit des Gerätes. Wo können diese DVT Kurse für Orthopäden/HNO besucht werden, um die Fachkunde zu beziehen.? Für einen Tipp wäre ich Ihnen sehr Dankbar. Schön, dass es das Forum gibt ;-), Bis dahin alles Gute.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Hempel-Marchand, es hat mit der Antwort etwas länger gedauert, weil ich mich, was die rein medizinisch-radiologischen Fragen betrifft, auch erst einmal schlau machen musste. Gehen wir Ihre Fragen der Reihe nach durch. 1) ´Die Firma preist das Gerät mit sehr niedrigen Expositionsdaten für Patienten an( Faktor 4-5 geringer als konventionelle Röntgenaufnahmen und CT Aufnahmen)´. Kommentar dazu: Das kommt darauf an. Informationen kosten immer Dosis. Der Orthopäde nutzt das Gerät vorwiegend für Hände, Füße und die HWS. So nur Hochkontraststrukturen interessieren, können die Untersuchungen natürlich mit einer relativ niedrigen Dosis durchgeführt werden. Allerdings gibt es keine Weichteilinformationen, die wir bei den deutlich aufwändigeren Verfahren, wie CT und MRT, erhalten würden. 2) ´Sie als unabhängiger Medizin-Physiker können das bestimmt besser aufgrund von Messungen beurteilen, sind solche Aussagen über diese neuartigen Geräte wirklich stimmig?´ Kommentar dazu: Aus der Sicht eines Arztes ist das Indikationsspektrum sehr gering. Hand und Fuß: Fraktur? Ist aber auch gut im CT zu klären, und zwar mit wahrscheinlich nur gering höherer Dosis, da der sog. Gewebe-Wichtungsfaktor im Bereich der Hand nur gering ist. HWS: Einengung der Neuroforaminae? Vermutlich ist diese Frage mit einem neuen DVT mit einer niedrigeren Dosis abzuklären als mit einem älteren ´Wald-und-Wiesen-CT´. Wenn man jedoch neue DVT-Technik mit neuer (allerdings viel teuerer) CT-Technik vergleicht, dann wird die benötigte Dosis bei beiden Verfahren etwa gleich sein. Dazu gibt es eine schöne Arbeit von W. Kalender 2012. Der Nachteil ist bei DVT jedoch, dass immer die Weichteile – auch die Bandscheiben – zu kurz kommen. Auch muss das konventionelle Röntgen natürlich bei einer Stufendiagnostik zuerst erfolgen. Sie wird nicht durch das DVT ersetzt. 3) ´Wenn ja, wo können wir denn eine Übersichtstabelle über Pat.Expositionsdaten beziehen?´ Antwort dazu: So aus dem Stand geht das bei mir auch nicht - zumindest was sehr neue Daten betrifft. Ich müsste mich also auch durch gewisse Recherchen z.B. im Internet schlau machen. 4) ´Ist die Bildqualität dem eines MRT oder CT im Bereich von Extremitäten (Hand, Fuß, Ellenbogen, Gesichtsschädel etc) gleich zu setzen?´ Kommentar dazu: Definitiv nein. DVT gibt derzeit keine Weichteilinformationen. Die Dichtewerte sind zudem nicht normiert, damit auch nicht für artdiagnostische Bestimmungen (Abszess? Knochendichteminderung?) verwertbar. Das aber kann das CT. 5) ´Sie wissen ja, Gerätehersteller/Vertreiber wollen ihre Produkte verkaufen, aber wir wollen doch eine unabhängige Meinung dazu hören. Der Strahlenschutz des Patienten sowie eine gute Bildqualität muss an erster Stelle stehen, und nicht die Wirtschaftlichkeit des Gerätes.´ Kommentar dazu: Zunächst einmal muss ich die Kollegen/innen aus der Industrie in Schutz nehmen. Ich arbeite mit vielen in Arbeitskreisen und anderen Gruppen zusammen. Der Strahlenschutz hat bei ihnen eine ziemlich hohe Priorität. Aber zum Thema hier: Es gibt bisher relativ wenige Situationen, in denen der Strahlenschutz wirklich durch das DVT in der Orthopädie profitiert. DVT ist aber immer eine Selbstzahlerleistung. Das ist natürlich ein Aspekt, welcher die Orthopäden vielleicht in Versuchung bringen könnte, ein derartiges Gerät zu beschaffen. Das Röntgen des Fußes z.B. für gesetzlich versicherte Patienten bringt weniger als 10 Euro, ein DVT vom Fuß wird mit 100 - 300 Euro berechnet. Zudem sind DVTs älteren Baudatums schon für geringe Preise (30 T€) erhältlich. Bei diesen kann dann natürlich auch nicht das niedrige Dosisniveau erwartet werden, was bei modernen Geräten (200 T€) erreichbar wäre. Operativ tätige Hand- und Fußchirurgen könnten vor und nach komplizierten Umstellungsosteotomien das DVT sinnvoll nutzen. Das ist aber bisher noch relativ selten der Fall. Es gibt Orthopäden, die z.B. selbst Füße operieren, die der Meinung sind, dass nahezu alle wichtigen Fragen in diesem Zusammenhang bereits durch das konventionelle Röntgen geklärt werden können und die deshalb die DVT nicht als bedeutend wichtig für die Orthopädie ansehen. 6) ´Wo können diese DVT Kurse für Orthopäden/HNO besucht werden, um die Fachkunde zu beziehen? Für einen Tipp wäre ich Ihnen sehr dankbar.´ Ich kann hier im Forum RöV keine derartigen Informationen geben, weil diese bundesweit gesehen nicht vollständig sein können und damit mein ´Tipp´ verständlicherweise als ´versteckte´ Werbung ausgelegt werden könnte. 7) ´Schön, dass es das Forum gibt.´ Danke dafür und viele Grüße K. Ewen



  Heiderose Hempel-Marchand schrieb am 01.10.2014 - 13:31 Uhr:
Frage:2291 BETREFF: Spezialkurs Interventionen Wer muss diesen besuchen?
Hallo Herr Prof.Ewen, stehe gerade im ´Streitgespräch´ mit einem SSB der Kardiologie einer Klinik. Folgendes:Ein Facharzt der Inneren Medizin hat seit 01/2013 seinen Kombikurs/ Spezialkurs und die Anzahl der Untersuchungen für den Bereich ´Herz´ erfüllt und möchte nun seine Fachkunde beantragen. Laut der Fachkunde Richtlinie von 2012 muss dieser Arzt zusätzlich den Spezialkurs Interventionen besuchen?. Der SSB meinte ´Nein´, muss er nicht, es bestehe keine Veranlassung. Aber, alle Ärzte im Bereich der Interventionellen Radiologie ( TIPPS ,Stents;Ports etc) müssen doch seit 1.3.2006 ( Stichtag) so einen Spezialkurs besuchen, wenn Sie auf diesem Gebiet arbeiten und eine Fachkunde beziehen wollen?!. oder ist das Länderspezifisch geregelt? Bitte um Stellungsnahme. Der Assistenzarzt ist ganz verunsichert, da der ltd. Oberarzt diese wichtige Fortbildung ablehnt, warum auch immer. Freue mich wieder was von Ihnen zu hören. Grüsse aus Bonn


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Hempel-Marchand, die Richtlinie „Fachkunde nach RöV/Medizin“ unterscheidet zwischen der ´reinen´ Diagnostik (Fachkundegruppe Rö 3.6) und den Interventionen (FKG Rö 7). Wenn eine ´reine´ Diagnostik am Herzen erfolgt und ausschließlich die FKG Rö 3.6 erworben werden soll, dann sind neben der praktischen Erfahrung (´Sachkunde´) der Grundkurs und der Spezialkurs Röntgendiagnostik (Anlage 1 und 2.1 der Richtlinie) erfolgreich zu besuchen. Wenn zusätzlich die Fachkunde für fluoroskopische Interventionen erworben werden soll, dann ist zusätzlich der Spezialkurs Interventionen erfolgreich zu besuchen und es ist die Sachkunde für diesen Bereich zu erwerben. Dies bedeutet, dass die Fachkunde für fluoroskopische Interventionen nicht isoliert sondern nur in Verbindung mit einer Fachkunde für das Gesamtgebiet oder einem entsprechendem Organgebiet oder einem begrenzten Anwendungsgebiet erworben werden kann und zusätzlich auch der Interventionskurs besucht werden muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Karl-Ludwig Stange schrieb am 01.10.2014 - 11:22 Uhr:
Frage:2290 BETREFF: Kursanerkennung
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, ich bin Kursveranstalter und möchte einen R3 Kurs in NRW durchführen. Die zuständige Stelle verlangt einen zweiten Dozenten, dies sei nach einem Beschluss durch den LA RöV notwendig. Falls das so sein sollte, würde mich die Begründung dafür interessieren. Mit freundlichen Grüßen Stange


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stange, in den Bundesländern gibt es regelnde Erlasse (Anweisungen) an die Behörden, die sich zum Teil an Festlegungen und inhaltlichen Diskussionen aus dem Länderausschuss RöV und dem Fachausschuss Strahlenschutz orientieren. Diese betreffen vielfältige Regelungsbereiche und u.a. auch die Durchführung von Strahlenschutzkursen. Für das Land NRW ist z.B. festgelegt, dass in Strahlenschutzkursen, die den medizinischen Bereich betreffen, in der Regel drei fachkompetente Referenten mitwirken müssen. Für Online-/Präsenzkurse ist als Regel festgelegt, dass in der Präsenzphase zwei fachkompetente Referenten mitwirken müssen, um insbesondere auch schwierige Fragen beantworten zu können. Man muss davon ausgehen, dass sich die zuständige Stelle für die Anerkennung von Strahlenschutzkursen an diesen Regelungen orientiert hat, im besonderen Fall (z.B. FK R3) aber von der Anforderung nach drei Referenten abgesehen hat. Es ist also nichts dagegen einzuwenden, dass an einem ´nichtmedizinischen´ Strahlenschutzkurs von mindestens acht Unterrichtseinheiten nur 2 Referenten mitwirken dürfen (z.B. einerseits für den rechtlichen Strahlenschutz und andererseits für den technisch-physikalischen Strahlenschutz). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Boris Wachert schrieb am 26.09.2014 - 13:01 Uhr:
Frage:2289 BETREFF: Personendosimetrie Röntgen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir haben in unserer Klinik (Grund - und Regelversorgung - 130 Betten) Mitarbeiter ohne Überwachung durch die Personendosimetrie, die gelegentlich in der Durchleuchtung tätig sind, dort aber sicher innerhalb eines Jahres keine Ganzkörperdosis erhalten, die über 6 mSv liegt, sondern nach Aussage des Sachverständigen weit darunter. Benötigen diese Mitarbeiter ein ´Tagesdosimeter´ oder reicht der Nachweis aus, dass dort während der z.B. 5 Durchleuchtungsuntersuchungen pro Jahr laut Sachverständigenbericht eine Dosis in Höhe von 6mSv nicht zu erwarten ist ? Herzliche Grüße B. Wachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wachert, nach § 35 Abs. 1 Satz 1 RöV muss bei allen Personen, die sich aus beruflichen Gründen im Kontrollbereich aufhalten, die Körperdosis ermittelt werden, was in der Regel mittels Personendosimetrie erfolgt. Das würde auch für die hier von Ihnen angesprochenen Mitarbeiter gelten. Bei sehr kleinen Dosiswerten, wie sie offensichtlich für Ihre Mitarbeiter laut Aussage des Sachverständigen vorliegen, besteht die Möglichkeit, dass die für Ihr Haus zuständige atomrechtliche Behörde nach § 35 Abs. 1 Satz 2 RöV eine Ausnahme von der Pflicht zur Durchführung der Personendosimetrie zulassen kann. Also mein Vorschlag: Kontakt mit dieser Behörde aufnehmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Prof. K. Ewen schrieb am 24.09.2014 - 08:26 Uhr:
Frage:2288 BETREFF: Ergänzung zur Frage Nr. 2253
Zusatzinformation zur Antwort auf die Frage von Herrn Pohlmann (Nr. 2253). K. Ewen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pohlmann, wir haben - leider mit einer ziemlichen Verspätung - noch eine Zusatzinformation zu Ihre Frage erhalten. Ihre Frage (Nr. 2253) lautete damals: ´Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Auf eine Stelle als MTAR habe ich eine Bewerbung aus den Niederlanden erhalten. Der Bewerber hat den 4jährigen Bachelor-Studiengang zum MBRT absolviert. Ist der Abschluss in Deutschland anerkannt? Gibt es Bedingungen die zusätzlich erfüllt werden müssen? Vielen Dank und freundliche Grüße“. Inzwischen hat ein Kollege aus Niedersachsen, den ich angesprochen hatte, weitere Informationen erhalten: Danach haben die Kollegen aus den Niederlanden die Ausbildung zur MBRT zusammenfassend wie folgt beschrieben: Der Bachelorkurs zur MBRT deckt die Inhalte der MTRA-Ausbildung ab. Für die praktische Erfahrung sind 2 x 720 Stunden im dritten Jahr der Ausbildung in Radiologie und Strahlentherapie oder Nuklearmedizin erforderlich. Daneben haben die Studenten in den ersten zwei Jahren 100 bis 150 Stunden für die praktischen Versuchen nachzuweisen. Daneben erfolgt auch die entsprechende theoretische Ausbildung. Außerdem hat der Kollege aus Niedersachsen in einem Gespräch mit der zuständigen Behörde in Niedersachsen erfahren, dass bei der Anerkennung der Gleichwertigkeit der niederländischen MBRT-Ausbildung zur deutschen MTRA-Ausbildung regelmäßig noch ´Zusatznachweise´ geführt werden müssen. Man erkennt, dass diese Frage nicht trivial ist und nicht durch die Strahlenschutzbehörden beantwortet werden kann. Man kann jedoch sicher sein, dass, sofern die Gleichwertigkeit der Berufsausbildung von der zuständige Behörde festgestellt wird, die Fachkunde im Strahlenschutz (MTRA-Fachkunde) durch den Besuch einiger Zusatzkurse, wie z.B. deutsches Strahlenschutzrecht, problemlos erworben werden kann. An dieser Stelle herzlichen Dank an den Kollegen aus Niedersachsen für seine Unterstützung. K. Ewen



  Martin S schrieb am 23.09.2014 - 15:46 Uhr:
Frage:2287 BETREFF: Rechnertausch an Befundworkstation
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, vielen Dank für die schnelle Antwort. Darf diese Teilabnahmeprüfung selbst, mit dem vorhandenen Messmittel durchgeführt werden oder darf dies auch nur durch solche Personen durchgeführt werden die eine Abnahme durchführen dürfen (mit evtl. geeichten Messmitteln?) Reicht einfach ausgedrückt für eine Teilabnahme eine Neufestlegung der Bezugswerte für die Konstanzprüfung aus unter der Voraussetzung dass die Grenzwerte aus der genannten Tabelle eingehalten werden?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stockinger, nach der reinen Lehre der RöV müssten auch Teilabnahmeprüfungen an Befundungsmonitoren vom Hersteller oder Lieferanten durchgeführt werden. Aber mein pragmatischer Sinn sagt mir, dass man das für Befundungsmonitore allein schon aus Kostengründen nicht konsequent durchhalten kann. Deshalb schlage ich vor -auch wenn ich dadurch vereinzelt Widerspruch ernten werde -, dass Sie diese Teilabnahmeprüfung selbst durchführen sollten (vorausgesetzt, Sie wissen, wie so etwas gemacht wird), und das mit den vorhandenen Messmitteln. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Martin S schrieb am 23.09.2014 - 09:35 Uhr:
Frage:2286 BETREFF: Rechnertausch an Befundworkstation
Hallo Hr. Prof. Ewen, auch nach Suche in alten Beiträgen bin ich mir leider nicht sicher: Wenn an einer Befundworkstation der Rechner komplett (inkl. Grafikkarte) getauscht wird, die Befundmonitore jedoch (an diesem neuen Rechner) weiter verwendet werden: Muss man dann eine neue Abnahme durch einen Dienstleister vornehmen lassen, eine Teilabnahme selbst durchführen (wie ist diese durchzuführen?) oder reicht es wenn man weiter Konstanzprüfungen macht und so lange die Werte im Rahmen liegen muss gar nichts geschehen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stockinger, Sie sprechen hier eine zurzeit heftig diskutierte Situation an, die unter anderem durch eine Übergangsphase zwischen der ´alten´ DIN V 6868-57 und der ´neuen´, aber noch nicht in Kraft getretenen DIN 6868-157 geprägt ist. Noch gilt aber die DIN V 6868-57! Und mein Rat an Sie, der auch durch auf dem Gebiet der BWG bzw. BWS fachlich gut informierte Kollegen gestützt wird, ist: Lassen Sie eine Teilabnahmeprüfung nach DIN V 6868-57 durchführen, wobei man sich an die Tab. B 4.1 der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) vom 23. Juni 2014 orientieren sollte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  M. Scheithauer schrieb am 22.09.2014 - 14:08 Uhr:
Frage:2285 BETREFF: Hodenkapsel bei CT schon in der Übersicht?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, es stellt sich bei uns immer dieser die Frage, ob wir bei einer CT-Untersuchung (Becken, LWS, Traumaspirale) die Hodenkapsel schon bei der TOPO- oder Scoutview-Aufnahme(n) anlegen sollten. Da laut Herstellerangabe bei unserem CT die Dosismodulation auch anhand der Scoutview-Aufnahme(n) erfolgt, beobachten wir, dass durch die mit der Kapsel erzeute artefaktreiche Scoutview-Aufnahme das Gerät den Bereich der Kapsel dann bei der Spirale mit höheren kV und mAs Werten fährt. Die Kapsel während der Scoutview-Aufnahme(n) kann also zu einer Erhöhung der effektiven Dosis führen, wenn auch die Organdosis der Hoden mit Kapsel bei der gesamten Untersuchung sicher keiner ist. Wie würden Sie hier abwägen? Schon jetzt besten Dank. M. Scheithauer, Jena


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Scheithauer, es entbehrt nicht einer gewissen Komik, wenn man eine Hodendosis gegenüber der den gesamten Organismus betreffenden effektiven Dosis abwägen möchte. Um in diesem Stil weiter fortzufahren, könnte man sagen: Es kommt auf den Standpunkt an. Aber im Ernst: Die Richtung meiner Abwägung, die Sie von mir erwarten, ist hiermit schon ein wenig angedeutet. Die effektive Dosis beschreibt das gesamte stochastische Strahlenrisiko einer Person bezüglich der letal verlaufenden Induktion von Krebs und Leukämie sowie strahlenbedingter ererbter Defekte in der 1. und 2. Folgegeneration der bestrahlten Person. Die genetische Komponente der effektiven Dosis ist also sozusagen nur eine Teilmenge des gesamten stochastischen Risikos. Schlussfolgerung: Ich bewerte eine Reduzierung der effektiven Dosis insgesamt als eine höherwertigere Strahlenschutzmaßnahme als eine Dosisreduzierung eines einzelnen Organs oder Gewebes. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Margrit Muehle schrieb am 21.09.2014 - 18:09 Uhr:
Frage:2284 BETREFF: Antwort CT NNH
Sehr geehrter Prof. Ewen,meinen Dank für Ihre schnelle Antwort.Sie war für mich sehr informativ. Bei ähnlichen Fragen darf ich mich wieder an Sie wenden.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Muehle, das Forum RöV ist für jeden offen. Insofern können Sie sich wieder an uns wenden. Bei rein medizinischen Fragestellungen kommen wir allerdings auch irgendwann an unsere fachliche Kompetenz - man wird es sehen. Viele Grüße K. Ewen



  Annegret Warai schrieb am 20.09.2014 - 00:41 Uhr:
Frage:2283 BETREFF: Uhrzeitangabe zu Röntgenuntersuchungen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen. In den Aufzeichnungsrichtlinien zur RöV ist in der Anlage ein Musterröntgenpass aufgeführt, auch dort sind nur Datumsangaben vorgesehen als Vordruck. Nur und ausschließlich findet man unter dem Punkt: 4.4 Überlassung von Aufzeichnungen an Patienten nach § 28 Abs. 2 RöV niedergeschrieben: Auf Wunsch des Patienten müssen ihm Abschriften oder Kopien der Aufzeichnungen - zu Zeitpunkt und Art der Anwendung, usw. [.....] ausgehändigt werden. Da müssten die Radiologen und Strahlenschützer in ihrem eigenen Interesse vielleicht noch ein klitze klein wenig nachrüsten (Röntgenpass uä), um mögliche Unstimmigkeiten zu verhindern. In allen anderen § ist nur die Rede von ´Zeit´--z.B. Dl-Zeit, Rotationszeit etc.. Trotzdem. Ich bin hoch erfreut, dass es für Patienten (oder auch Ärzte oder andere Interessierte) so ein wichtiges Forum gibt und alle Hochachtung für Ihre Mühe. Ich hoffe, dass man Ihnen das einmal gut macht! Bleiben Sie gesund!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Warai, ich weiß, dass diese Aufzeichnungsrichtlinie, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, novelliert werden soll. Wann, ist aber noch offen. Die Frage ist natürlich, was Datum und Uhrzeit einer Untersuchung betreffen, ob die Uhrzeit wirklich so wichtig ist und ob nicht das Datum, zumindest in der Regel, ausreichend sein kann. Vielen Dank für Ihr Lob in Richtung Forum. Das zeigt mir, dass wir damit einen zwar kleinen, aber sinnvollen Beitrag zum Strahlenschutz leisten. Viele Grüße K. Ewen



  Inge Schäfer schrieb am 19.09.2014 - 12:43 Uhr:
Frage:2282 BETREFF: Originalschein oder reicht Fax
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, wir haben öfter Pat. eines externen Krankenhauses. Die Anmeldung und Terminvergabe erfolgt per Fax. Für die Abrechung ist das Fax ausreichend. Aber wie sieht es mit der rechtlichen Seite aus? Die Termine der Pat. sind nach dem Faxeingang ca. 1 Woche später. Wenn nun auf dem Original, das der Pat. mitbringt (aber nicht immer übergeben wird) noch etwas nachgetragen wurde, was nicht auf dem Fax steht? Kurz gesagt: muss ich aus rechtlicher, medizinischer Sicht auf das Original bestehen oder reicht das Fax aus? Vielen Dank für Ihre Bemühungen. MfG Inge Schäfer


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schäfer, ich weiß jetzt nicht genau, was auf diesem Papier (Fax bzw. Original) genau steht. Ist das die Anforderung zu einer Röntgenuntersuchung mit der entsprechenden medizinischen Begründung (´medizinische Indikation´) oder ist es neben dieser Information auch noch die unbedingt notwendige Aussage, dass bei dieser Untersuchung deren Nutzen höher eingeschätzt werden kann als das Strahlenrisiko (´rechtfertigende Indikation´)? Die medizinische Indikation kann jeder Arzt stellen, die rechtfertigende Indikation nur solche Ärzte, welche über die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz verfügen. An sich ist es nicht verboten, dass die dafür notwendigen Texte per Fax geliefert werden, aber es ist wichtig, dass der die rechtfertigende Indikation stellende Arzt den Patienten dabei in Augenschein genommen und diese Indikation nicht ´aus der Ferne´ gestellt hat. Deshalb könnten eventuelle Nachträge zum ursprünglichen Text, der den am Untersuchungsort tätigen Personen (Assistenten, ggf. auch Ärzten) nicht ersichtlich sind, zu Problemen führen. Also, ob Fax oder ein anderes schriftliches Medium, der am Untersuchungsort ankommende Text muss eindeutige Hinweise auf die korrekte Indikationsstellung geben, und zwar im o.g. Sinne ´medizinisch´ und ´rechtfertigend´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Annegret Warai schrieb am 18.09.2014 - 23:02 Uhr:
Frage:2281 BETREFF: `zeitpunkt` der Erstellung der Rö bilder
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen. Danke, dass Sie nach einem sicher arbeitsreichen Tag sich noch für ein solches Forum Zeit nehmen! Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihre Antwort. Ich bin in einer Kanzlei als stud. Hilfskraft eingestellt und darf mich zur Zeit mit einem med. Fall befassen. Die angeforderten Bildunterlagen enthalten auf dem Material keine Uhrzeitangabe und auf den Befunden sind diese auch nicht enthalten, Die Anmeldung enthält auch keinerlei Angaben darüber. Es könnte aber in diesem Fall eine Relevanz haben, da es sich um eine verspätet angemeldete und durchgeführte CT-Untersuchung handelt, die für den Patienten letal endete. Wie kann man denn an diese Daten kommen, wenn es noch nicht zu einem gerichtlichen Gutachten gekommen ist? Ich habe keinerlei Kenntnis darüber, dass in den ´Röntgenpässen´ jemals eine Zeitangabe neben dem Untersuchungsdatum dokumentiert wurde,obwohl in § 28 Abs. 2 RöV zu Zeitpunkt und Art der Anwendung Auskunft erstellt werden muß. Hat sich da etwas geändert oder ist das Unwissenheit in Röntgenabteilungen? Einen freundlichen Gruß zur Nacht


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Warai, an sich geben das sog. untergesetzliche Regelwerk zur RöV, also z.B. die genannte Aufzeichnungsrichtlinie und natürlich die RöV selbst (§ 28), genug her, um die von Ihnen angesprochene Situation rechtlich korrekt ablaufen zu lassen. Probleme dieser von Ihnen geschilderter Art entstehen in Röntgenabteilungen oft dadurch, dass die dort etablierte ´Strahlenschutzorganisation´ nicht ausreichend genug über die zugegebenerweise nicht immer auf Anhieb leicht durchschaubaren Feinheiten der zuständigen Vorschriften informiert sind. Also, eine gewisse diesbezügliche ´Unwissenheit´ kann man durchaus nicht immer ausschließen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Annegret Warai schrieb am 18.09.2014 - 12:23 Uhr:
Frage:2280 BETREFF: ´zeitpunkt´ der Erstellung der Rö bilder
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen ! Wie ich das verstanden habe, ist in der Röntgenverordnung geregelt, dass der Zeitpunkt der Erstellung der Röntgenbilder auf den Bildern vermerkt wird. Wenn ein CT gemacht wurde, müßte möglicherweise auch die Uhrzeit dort vermerkt sein, da nicht nur verschiedene Serien gefahren werden, sondern möglicherweise dies auch zur Berechnung der Dosis gebraucht wird. Nun ist mir in einem Klinikum aufgefallen, dass man die Uhrzeit einfach nicht auf die Röntgenbilder druckt. Könnte das nicht sogar möglicherweise ein Verstoß gegen die Rö.verordnung- möglicherweise sogar strafrechtliche Relevanz haben? Und wie soll das Dosisprodukt ermittelt werden? Auf Nachfrage, warum dort keine Uhrzeit vermerkt ist, sagt man, dass das auf den Bildern stört! Gespannt auf Ihre Antwort mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Warai, nach § 28 RöV bzw. - noch konkreter - nach der ´Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV´ (im Internet auffindbar), dort speziell im Abschnitt 4.3.6 (´Angaben zur Strahlenexposition des Patienten oder zu deren Ermittlung´), muss eine Vielzahl von Daten aufgezeichnet werden. Dazu gehören explizit auch Angaben über den Zeitpunkt der Untersuchung. Es wird aber offen gelassen, wo bzw. auf was diese Angaben hingeschrieben werden müssen. Entscheidend ist nur, dass später eine klare Zuordnung zwischen dem Zeitpunkt der Untersuchung und den anderen Untersuchungsparametern sowie den personenbezogenen Daten (Patienten) gegeben ist. Weiterhin heißt es an anderer Stelle, z.B. in der Leitlinie der BÄK zur Qualitätssicherung in der CT: Die Bildidentifikation muss durch dauerhafte Angabe des Namens und der Anschrift der ausführenden Stelle, des Namens, Vornamens und Geburtsdatums des Patienten und des Untersuchungsdatums, einschließlich Uhrzeit erfolgen. Dies gilt auch für die Dokumentation und Befundung auf Film (´Hardcopy´). Aber wer macht das noch? Die Bilder werden doch normalerweise am Monitor befundet und im PACS digital gespeichert. Dort kann man dann jederzeit die kompletten Aufnahmeparameter wieder herausholen. Die Hardcopies (Filme) werden nur noch zur Information dem Patienten mitgegeben. Werden aber tatsächlich noch Filme zur Befundung und Archivierung eingesetzt, dann sollte als die am einfachsten zu realisierende Zuordnung die Uhrzeit draufstehen. Die o.g. Aufzeichungsrichtlinie fordert auch, dass entsprechende Angaben zur Patientendosis untersuchungsbezogen (!) aufzuzeichnen sind. Diese Dosisangabe wird bei der Projektionsradiographie in der Regel das Dosisflächenprodukt sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Margrit Muehle schrieb am 18.09.2014 - 10:57 Uhr:
Frage:2279 BETREFF: Anfrage u.Bitte um Beratung
Gestatten Sie mir folgende Anfrage.Wie oft,in welchen Abständen ist es gestattet ein Ct der NNH zu veranlassen?Ebenso,können Rö-Aufnahmen in verschiedenen Ebenen Verschlüsse,Polypen u. im Nasenrachenraum erkennen lassen.Ich habe eine polypöse Sinusitis.Die Diagnostik erweist sich als sehr schleppend.Habe Schwellungen im li.Augenwinkel als auch ein Lymphödem unter dem re.Auge.Ich wäre für eine wegweisende Antwort sehr dankbar.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Muehle, die Deutsche Gesellschaft für HNO-Heilkunde hat eine Leitlinie für die Therapie der Sinusitis herausgegeben, nach der vor der Therapie eine Schnittbilddiagnostik durchgeführt werden soll (CT, ggf. DVT). Wie oft nun diese Untersuchung durchgeführt werden sollte, hängt vom Krankheits- bzw. vom Therapieverlauf ab. Es gibt kein gesetzlich festgelegtes Limit. Wenn man die Liste der so genannten diagnostischen Referenzwerte für CT-Untersuchungen des Bundesamtes für Strahlenschutz (2010) anschaut, so erkennt man, dass die Sinusitis-CT von allen CT-Untersuchungen zu den geringsten Patientenexpositonen führt. Zu Ihren Beschwerden im Augenbereich kann ich als Medizinphysiker leider nichts sagen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marlies Starke schrieb am 17.09.2014 - 10:50 Uhr:
Frage:2278 BETREFF: Software Organbelastung
Sehr geehrte Damen und Herren, wo finde ich software zur Berechnnung der Strahlenbelastung der Organe bei Rö-Aufnahmetechniken. Früher gab es das RADOS. Vielen Dank für Ihre Hilfe M.S.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Starke, ich werde Ihnen über die hier angegebene Adresse eine Mail schicken, aus der zu entnehmen ist, auf welchem Weg Sie die gewünschte Information erhalten können. Aus einsichtigen Gründen kann ich derartige persönlich orientierten Hinweise im Forum RöV nicht bekannt geben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 15.09.2014 - 10:45 Uhr:
Frage:2277 BETREFF: technische Mitwirkung in der Strahlentherapie
Sehr geehrter Herr Prof.Dr.Ewen, ich habe kürzlich gehört, dass es eine Erweiterung der Richtlinie Strahlenschutz geben soll bzw.schon gibt, die wieder die Möglichkeit öffnet, als Person mit einer abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung einen Kenntniskurs (40h) für die Teletherapie zu absolvieren. Nach in Kraft treten der Richtlinie Strahlenschutz 2011 wurden solche Kenntniskurse ja nur noch für den Bereich Nuklearmedizin angeboten. Haben Sie Kenntnis über eine solche Änderung in der Richtlinie? Vielen Dank für Ihre Antwort und herzliche Grüße Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, bei der technischen Mitwirkung in der Teletherapie sind 2 Personen erforderlich, von denen mindestens eine Person die dafür erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz als MTRA aufweisen muss. Die 2. Person kann eine MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz sein. Diese Kenntnisse sind durch einen Kurs für Teletherapie und Röntgentherapie zu erwerben, der 40 Unterrichtsstunden dauern und der Theorie und Praxis abdecken muss. Die Richtlinie ´Strahlenschutz in der Medizin´ ist entsprechend geändert worden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Prof.dr.Wolfgang Schüler schrieb am 15.09.2014 - 10:21 Uhr:
Frage:2276 BETREFF: Hybrid-Op
Frage: Nach welchen Prüfungen sollen Röntgengeräte in eiem Hybrid-OP nach RöV geprüft werden( Kombin. Aufnahme-Dl-geräte oder C-Bogen-Geräte?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Prof. Schüler, das ist eine gute Frage. Die haben wir uns, die an der Novellierung der Sachverständigen-Prüfrichtlinie arbeiten, auch gestellt. Wir werden dafür plädieren, dass von Ausnahmen abgesehen, über die der Sachverständige entscheiden sollte, Hybrid-Systeme nach dem Berichtsmuster 2.2.3 abgearbeitet werden sollten. Begründung: In der Regel handelt es sich um Systeme, mit denen nicht selten auch komplexe Untersuchungen (z.B. Angios) oder Interventionen durchgeführt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  PD Dr. G.. Luttebey schrieb am 12.09.2014 - 11:28 Uhr:
Frage:2275 BETREFF: Röntgenverordnung
Sehr geehter Herr Prof. Ewen, wo kann ich den Originaltext der alten RöV von 1987 bekommen? Viele Grüße GL


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Luttebey, ich schicke Ihnen eine Mail mit einem entsprechenden Vorschlag. Diesen will ich aber hier im Forum RöV nicht verbreiten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Guido Kindervater schrieb am 11.09.2014 - 08:01 Uhr:
Frage:2274 BETREFF: C-Bogen versus Standgerät
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich bin von meinem internistischen Kollegen angesprochen worden, ob für ERCP mit Intervention strahlenschutztechnisch eher ein ortsfestes Gerät oder ein C-Bogen geeignet ist. Spontan hätte ich gesagt ein ortsfestes Gerät auch unter Berücksichtigung der Untertischposition der Röhre bietet mit Einbau ortsfester Abschirmungen und der Möglichkeit des herausnehmbaren Rasters füt Untersuchungen bei Kindern bei einer angeschlossenen Kinderabteilung Vorteile. Liege ich mit meinem Bauchgefühl richtig?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Kindervater, als Erklärung für alle ´nicht-radiologischen´ Forumleser vorab (also nicht für Sie): Die ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie) befasst sich mit der Diagnose, aber auch mit der Therapie (´Intervention´!) im Bereich der Gallengänge und -blase sowie des Ausscheidungsganges der Bauchspeicheldrüse. Ich erwähne das deshalb, weil in der Tab. E 12 der Anlage I zur Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) die meisten relevanten radiologischen Interventionen aufgezählt sind, so auch (unter der lf. Nr. 8) die ´Behandlung von Gangsystemen des Gastrointestinaltraktes, der Gallenwege und des Urogenitalsystems´. Unterhalb dieser Tabelle entnimmt man einem Hinweis, dass Röntgeneinrichtungen zur Durchführung z.B. der Intervention Nr. 8 von einem Sachverständigen nach Prüfberichtsmuster 2.2.4 der SV-RL geprüft werden dürfen. Und bei Geräten, die unter 2.2.4 fallen, handelt es sich um mobile C-Bogengeräte. Fazit: Nach den Regelungen der SV-RL dürfen ERCP mit Interventionen auch mit mobilen C-Bogengeräten durchgeführt werden. Diese müssen aber die in E 8 der besagten Anlage I aufgezählten technischen Bedingungen erfüllen, was für die modernen C-Bogengeräte zutrifft. Die SV-RL kann man im Internet aufsuchen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Gerd Seibert schrieb am 09.09.2014 - 15:29 Uhr:
Frage:2273 BETREFF: Kalibrierintervall für Konstanzprüfungs Dosismessgeräte
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, als vor Jahren die Konstanzprüfungen eingeführt wurden, hat man die Bezugswerte im Rahmen einer Teilabnahmeprüfung mit geeichten Messmitteln festgelegt. Dies aus gutem Grunde. Der Betreiber brauchte keine teuren, kalibrierten Dosismessgeräte, die in der Lage waren absolute Werte messen zu können, anzuschaffen. Die Dosis wurde bestimmt im Rahmen von Vergleichsmessungen. Deshalb musste auch immer das gleiche Dosismessgerät verwendet werden. Inzwischen wurden mehrfach diese Konstanzprüfmessmittel getauscht und die Kalibrierung im 5-Jahresrhythmus eingeführt. Dies alles verursachte erhebliche Kosten. Die Messgeräte kommen aus der Kalibrierung zurück mit einem Prüfprotokoll, aus dem hervorgeht, dass nun alle Dosismessungen mit einem Korrekturfaktor zu berechnen sind oder eine erneute Teilabnahmeprüfung durchzuführen ist, da ja eine Neufestlegung der Bezugswerte für die KP mittels Vergleichsmessung logischerweise nicht mehr möglich ist. An den Modalitäten zur Festlegung der Bezugswerte hat sich aber nichts geändert. Die Geräte sind immer noch nicht untereinander austauschbar. Nähert sich der Messwert der KP einem Grenzwert muss sowieso festgestellt werden wo das Problem liegt, ob Anlage oder Messgerät. Nun dreht eine Hersteller- Vertriebsfirma schon wieder an der „Kosten nach oben“ Schraube in dem die Kalibrier- MTK Intervalle auf 2 Jahre reduziert werden. Danach wieder ein neuer Korrekturfaktor. Das ganze Procedere nun im 2-Jahresrhythmus. Inwieweit ist dies durch die RöV gedeckt? Sind Dosismessgeräte für die KP MTKpflichtig, wenn ja in welschem Intervall?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Seibert, Dosismessgeräte für die Konstanzprüfung sind MTK-pflichtig. Das Zeitintervall für die Durchführung der MTK beträgt 5 Jahre. In dem mir zugänglichen Expertenumfeld ist nicht bekannt, dass dieses Zeitintervall auf 2 Jahre reduziert werden soll. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sabrina Grünberger schrieb am 08.09.2014 - 13:41 Uhr:
Frage:2272 BETREFF: Änderungen QS-RL
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es evt. eine Aufstellung, der zu entnehmen ist, welche Punkte sich in der aktuellen QS-RL im Vergleich zur Vorgänger-Version geändert haben? Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen, Sabrina Grünberger


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Grünberger, so offiziell gibt es eine derartige Aufstellung nicht, aber ich teile Ihnen auf Ihrer Privat-Mail eine Adresse mit, über die man Ihnen vielleicht weiterhelfen kann. Ich möchte im Forum RöV keine persönlichen Verbindungen (z.B. Mailadressen) verbreiten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr.Willen-Ohff,Hildegard schrieb am 02.09.2014 - 13:45 Uhr:
Frage:2271 BETREFF: ERCP mit C-Bogen im Patientenzimmer
Sehr geehrter Kollege, bedingt durch eine neue Kollegin werden zur Zeit ERCP`s auf der Intensivstation im Patientenzimmer durchgeführt.Die Wände bestehen aus Glas und Mauerwerk.In direkter Nachbarschaft befindet sich der Aufwachraum und die Zentrale. Ist es erlaubt unter diesen Umständen eine längere Durchleuchtung durchzuführen? Welche Schutzmaßnahmen müssen für Patienten und Mitarbeiter eingehalten werden? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dr. Willen-Ohff, die Bestimmung bzw. Berechnung von Abschirmungen werden für Röntgendiagnostikgeräte nach DIN 6812 durchgeführt. Die Handhabung dieser Norm setzt eine gewisse Erfahrung voraus, über die z.B. Sachverständige, die Röntgengeräte prüfen, an sich verfügen müssten. In Ihrem Haus sind sicherlich derartige Sachverständigenprüfungen schon durchgeführt worden, so dass Sie dadurch leicht jemanden finden könnten, der diese DIN 6812 anzuwenden versteht. Die Berechnung der Abschirmung setzt die Festlegung bestimmter Randbedingungen voraus, wie Abstand, Grenzwert, Baummaterial (z.B. Beton, Ziegel oder Ähnliches), zeitliche Nutzung des Röntgengerätes, usw.. Für ein Standardbeispiel habe ich mal mit Hilfe der DIN 6812 die Abschirmung gegen Störstrahlung für eine Röntgenuntersuchung mit Durchleuchtung, wie z.B. bei einer ERCP, für einen Abstand von 2 m ermittelt: Blei (1,5 mm), Beton (140 mm) und Ziegel (200 mm). Als Grenzwert ist der Wert 1 mSv/Jahr zugrunde gelegt worden. Genaueres sollte Sie aber in Ihrem Fall, wie gesagt, von einem Sachverständigen errechnen lassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Joachim Domröse schrieb am 02.09.2014 - 09:35 Uhr:
Frage:2270 BETREFF: CTDI,; CTDI-AIR
Werter Herr Professor, Eine Frage die ich immer wieder gestellt bekomme,ist die nach den Prüfzyklen von CTDI und CTDI-AIR-Messungen. Wir führen diese Messungen 2X im Jahr durch. Eine entsprechende Regelung zum Thema habe ich leider noch nicht gefunden. Vielen Dank J.Dömröse


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Domröse, die halbjährliche Dosismessung (´CTDI´)ist in Abschnitt 5.4.7 der DIN EN 61223-2-6 festgelegt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ingo Hamm schrieb am 29.08.2014 - 13:10 Uhr:
Frage:2269 BETREFF: Befundsmonitor oder nicht?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich arbeite in einer radiologischen Abteilung, deren erzeugte Bilder den behandelnden Ärzten noch vor dem validierten Befund des Radiologen zugänglich gemacht wird. Nun haben einige Ärzte in ihren Abteilungen Monitore in Befundqualität (Barco) mit denen sie noch vor dem eintreffen des radiologischen Befundes - sicher aus zeitlicher Not heraus - eine therapeutische Entscheidung treffen. Nun stellt sich mir die Frage, ob dies im Sinne der RöV eine ´Befundung´ darstellt, und die Monitore nach RöV abgenommen und überwacht werden müssen. Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen Ingo Hamm


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hamm, wir sehen diese von Ihnen geschilderte Situation folgendermaßen: Aufgrund der Betrachtung einer Röntgenaufnahme wird seitens eines Arztes eine therapeutische Entscheidung getroffen. Dieser Vorgang erfüllt nach unserer Meinung klar den Tatbestand einer Befundung, denn es wird daraus über eine Behandlung entschieden. Also ist genau der Monitor, an dem diese Entscheidung erfolgt, ein ´Befundungsmonitor für die Primärbefundung´, und er muss alle diesbezüglichen technischen Anforderungen erfüllen. Es kann ja nicht sein, dass die Entscheidung getroffen und die Behandlung begonnen oder vollständig durchgeführt wird und erst danach die Primärbefundung vorliegt. Hier eine Erläuterung zum Thema Befund, die unserer Meinung nach zeigt, dass eine Befundung, die zur Entscheidung über eine Behandlung führt, zu den relevanten Fakten gehört: ´Mit dem Patientenrechtegesetz wurde der Arzt oder Zahnarzt durch den § 630f BGB verpflichtet – wie bisher schon in den Berufsordnungen und in den Bundesmantelverträgen geregelt –, eine Patientenakte zu führen und alle relevanten Fakten, wozu auch die Befunde zählen, ausführlich zu dokumentieren. Nachträgliche Änderungen sowohl in der auf Papier geführten als auch in der elektronischen Patientenakte müssen den konkreten Inhalt und den genauen Zeitpunkt der Änderung erkennen lassen.´ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  F. Platen schrieb am 27.08.2014 - 14:02 Uhr:
Frage:2268 BETREFF: Röntgenhaube
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich arbeite im medizinischen Einkauf benötige einmal eine unabhängige Meinung zum Thema Röntgenschutzhauben. Sind diese als zusätzlicher Strahlenschutz im Herzkatheterlabor notwendig? Siehe dazu auch Artikel´Roguin 2013 Brain and Neck Tumors Among Physicians Performing Interventional Procedures´. Laut diesem Bericht war jahrelanges arbeiten im Röntgenbereich wohl Auslöser für einen Gehirntumor, an dem der betroffene Arzt verstorben ist. Gibt es gesetzliche Vorgaben oder Empfehlungen von unabhängigen Instituten? Mit freundlichen Grüßen F. Platen
Dateianhang: anzeigen

1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Platen, es gibt zur Röntgenverordnung eine Reihe von Richtlinien und Normen. Eine davon, für diese Thematik sehr wichtig, ist die sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL; siehe z.B. im Internet). Nach dieser gehen die Sachverständigen vor, wenn sie eine Röntgeneinrichtung, z.B. einen kardiologischen Arbeitsplatz, vor Inbetriebnahme und danach alle 5 Jahre überprüfen müssen. In dieser SV-RL sind verschiedenen Prüfberichtsmuster enthalten, nach denen die Sachverständigenprüfungen dann ablaufen müssen. Für einen kardiologischen Arbeitsplatz gibt es das Berichtsmuster 2.2.3, das viele Prüfpositionen enthält, die vom Sachverständigen abgearbeitet werden und die natürlich möglichst keine Mängel enthalten sollten. Diese müssen dann abgestellt werden. Eine dieser Prüfpositionen mit der Codenummer 03E06 betrifft den am Röntgengerät integrierten Streustrahlenschutz, der den untersuchenden Arzt vor der hauptsächlich vom Patienten ausgehenden Streustrahlung schützen soll. Das Vorhandensein einer derartigen Einrichtung ist also für Röntgeneinrichtungen dieser Art (z.B. Angiographiegeräte und ähnliche) Pflicht. Sie verhindern bei sachgemäßer Nutzung hohe Strahlenexpositionen für den untersuchenden Arzt, auch im Bereich des Kopfes, also dort, wo die übliche Schutzkleidung unwirksam ist. Im Übrigen: Die Entstehung von bösartigen Tumoren durch Einwirkung ionisierender Strahlung gehört zu den sog. stochastischen, also statistisch ablaufenden Wirkungen, deren Aussagen demgemäß auch nur bestimmten Wahrscheinlichkeiten zugeordnet werden können. Keineswegs kann man mit Sicherheit behaupten, dass ein entsprechend erkrankter und dann daran verstorbener radiologisch tätiger Arzt dieses Schicksal durch beruflich bedingte Vorgänge erlitten hat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  C.Margraf schrieb am 21.08.2014 - 14:49 Uhr:
Frage:2267 BETREFF: rechtfertigende Indikation (RI)
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zum Thema ´Rechtfertigende Indikation´ gibt es derzeit die Diskussion wie sie konkret durchgeführt respektive dokumentiert werden sollte. Nach entsprechender Recherche sind die fachkundigen Ärzte sich schon sicher bei welcher medizinischen Fragestellung eine Indikation für ein Röntgenuntersuchung besteht, aber die korrekte Formulierung unter Abwägung des Strahlenrisikos gegenüber dem gesundheitlichen Nutzen fällt schwer bzw. gelingt nicht. Somit kommt es häufig zu der Vorgehensweise die medizinische Fragestellung gleichzeitig in die rechtfertigende Indikationsspalte zu kopieren um damit dieser Aufgabe genüge zu tun, wohl wissend, dass dieses Vorgehen der eigentlichen Aufgabe nicht gerecht wird. Hier stellt sich nun die Frage ob hier möglicherweise schon Vorgaben exsistieren, die die medizinische Frage mit der RI verknüpfen, oder ob es Beispiele gibt wie diese Abwägung sinnvoll zu dokumentieren ist. Es wird immer sehr leicht die Formulierung gewählt: ´Der fachkundige Arzt stellt die RI´ , aber wie das dann konkret dokumentiert wird, erschliesst sich mir noch nicht so recht. Vielen Dank im Voraus für die Beschäftigung mit dieser Frage. Freundliche Grüße Ihr C. Margraf


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Margraf, aus unserer Sicht ist es durchaus akzeptabel, wenn die rechtfertigende Indikation durch den fachkundigen Arzt mit der medizinischen Indikation (oder mit der Frage zur Abklärung) durch den überweisenden oder zuweisenden Arzt verbunden wird. Hier ist es nach unserer Auffassung auch durchaus zulässig, wenn die medizinische Fragestellung in die Dokumentation der rechtfertigenden Indikation übernommen wird. Es muss sich natürlich erkennen lassen, dass der fachkundige Arzt die medizinische Fragestellung ausreichend geprüft und das Risiko betrachtet hat. Auch bestehen nach unserer Meinung keine Bedenken, wenn bestimmte Passagen aus dem Befundbericht der Dokumentation über die rechtfertigende Indikation beigefügt werden. Dies kann ggf. auch helfen, den Nachweis zu führen, dass die getroffene rechtfertigende Indikation eindeutig richtig war. Zur Dokumentation der rechtfertigenden Indikation sollte man möglicherweise auch ein Gespräch mit den Verantwortlichen der ärztlichen und zahnärztlichen Stellen führen. Diese Stellen überprüfen in der Regel die Dokumentation zur rechtfertigenden Indikation. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Elfriede Plachetta schrieb am 19.08.2014 - 18:33 Uhr:
Frage:2266 BETREFF: Aktualisierung der Fachkunde nach RöV
Guten Tag Prof.Ewen, ein MTRA hat die Berufsausbildung 10/2006 abgeschlossen und die Fachkunde nach Röntgenverordnung 04/2009 aktualisiert! Danach wurde ein rechtzeitiger Aktualisierungskurs versäumt und soll jetzt zeitnah absolviert werden! Darf der/die MTRA bis dahin weiterhin beruflich tätig sein? Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Plachetta, durch Versäumung des rechtzeitigen Termins für den Aktualisierungskurs verliert eine MTRA nicht ihre Fachkunde im Strahlenschutz. Sicherlich ist dann gegen eine Bestimmung der RöV oder StrlSchV verstoßen worden, wenn die betreffende MTRA in dieser fraglichen Übergangszeit weiterhin beruflich tätig bleibt. Aber dies zu verfolgen ist alleinige Sache der zuständigen atomrechtlichen Aufsichtsbehörden. Und diese haben nach meiner Einschätzung andere Sorgen, vor allem dann, wenn es sich, wie hier beschrieben, um eine relativ kurzzeitige Terminüberschreitung handelt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  P. Pröhl schrieb am 19.08.2014 - 18:00 Uhr:
Frage:2265 BETREFF: Definition Kind
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, immer wieder mal kommt die Frage auf, wo die „Grenze“ zwischen Kind und Jugendlichem zu ziehen ist. In einer öffentlich zugängigen Online-Enzyklopädie ist nachzulesen: A) Nach der Kinderrechtskonvention der UNO ist Kind, wer das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. B) Nach deutschem Recht ist Kind, wer noch nicht 14, Jugendlicher, wer 14, aber noch nicht 18 Jahre alt ist (…) Im Kontext des Achten Buches Sozialgesetzbuch (§ 8 SGB VIII), des so genannten Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG), ist Kind, „wer noch nicht 14 Jahre alt ist“ (§ 7 Abs. 1 Nr. 1 SGB VIII). In der DIN 6814-5 steht allerdings „Kind = Person im Alter bis 12 Jahre“, „Jugendlicher … über 12 bis 18 Jahre“. Welche Aussage kann man denn für den Strahlenschutz belastbar handhaben: die der UNO, des SGB oder der DIN? Viele Grüße, auch von Dr. J.W., der mir geraten hat, diese Fragestellung ins Forum zu stellen. P. Pröhl


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pröhl, wir gehen bei der Festlegung der Begriffe ´Kind´ und ´Jugendlicher´ in nationalen Strahlenschutzregelungen (z.B. in Richtlinien zur RöV und StrlSchV) von diesbezüglichen Definitionen in der DIN 6814-5 aus. Diese Meinung teilen auch die zuständigen Länderbehörden und das BMUB. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  S. Borisch schrieb am 19.08.2014 - 14:18 Uhr:
Frage:2264 BETREFF: Strahlenschutz C-Bogen -> Strahlenschutz im OP
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, nach den Unterlagen des Sachverständigen wurden bei der Erstabnahme des C-Bogens im OP keine Dosismessungen vorgenommen, vielmehr wurde eingeschätzt, dass nach den Angaben zur Durchleuchtungsdauer pro Jahr und der Kenntnis der Strahlenquelle von einer Unterschreitung der Grenzwerte auszugehen ist. Ist das üblich, bei mobilen Geräten auf Messungen zu verzichten? Wie kann ich dass dem Oberarzt bei Durchleuchtungszeiten von bis zu 15 Minuten pro OP nachvollziehbar darstellen, dass er nicht in Kat. A eingestuft wird? Vielen Dank und freundliche Grüße S. Borisch


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Borisch, ja, es ist durchaus möglich (ob ´üblich´, lassen wir mal dahingestellt), dass ein Sachverständiger bei der Erstüberprüfung eines mobilen C-Bogengeräts im OP auf Ortsdosisleistungsmessungen verzichten kann, wenn er auf Grund der ihm vorliegenden Informationen und Daten (Einschalt- bzw. Durchleuchtungsdauer pro Jahr, Abstände vom Patienten/Röntgenstrahler zu Nachbarbereichen in Umgebung des OP sowie Dosisgrenzwerte in diesen Nachbarbereichen) auf der Basis von Erfahrungswerten und unter Zuhilfenahme entsprechender strahlenschutztechnischer Regelwerke (wichtig: DIN 6812) das Überschreiten von Grenzwerten in Umgebung des OP ausschließen kann. Was die Frage nach der Einstufung von Personen in die Gruppe der beruflich Strahlenexponierten der Kategorie A betrifft, die mit dem C-Bogengerät im OP arbeiten und durchleuchten, so vertrete ich (z.B. auf Strahlenschutzkursen) die Meinung, dass man, von Ausnahmen bei wirklich geringen Einschalt- bzw. Durchleuchtungszeiten abgesehen, die entsprechenden Personen, also auch ihren Oberarzt, in die Kat. A einteilen sollte. Was wäre die Konsequenz? Eine jährliche arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung (§ 37 Abs. 1 und 2 RöV). Kann nicht schaden! Noch etwas zur Ehrenrettung des Sachverständigen: Normalerweise führen diese eine Ortsdosisleistungsmessung, auch wenn sie nicht unbedingt notwendig ist, auf Wunsch des Betreibers durch. Ist aber etwas Zeit- und, vielleicht, auch Kostenaufwand. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  D. Scholz schrieb am 18.08.2014 - 14:05 Uhr:
Frage:2263 BETREFF: Digitale Bilddatenkompression im Mammographie Screening
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Radiologie wird die Frage diskutiert, ob eine verlustfreie (´lossless´) Bilddatenkompression im Mammographie Screening verwendet werden darf. Laut der Empfehlung der Strahlenschutzkommission (´Datenkompression bei Röntgenbildern´) vom 1.12.2011 bestehen keine Bedenken (beim komprimieren von Bildern) eine verlustfreie Kompression anzuwenden. Allerdings bezieht sich diese Aussage nicht auf Mammographie Screening Aufnahmen. Explizit wird für diese nur die verlustbehaftete (´lossy´) Kompression wegen bestehender rechtlicher Festlegungen bewusst aus den Empfehlungen (der Kommission) ausgeklammert. Dürfen die Screening Aufnahmen zum Speichern und versenden über die Teleradiologie nun verlustfrei komprimiert werden? Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Scholz, in Ihrer Mail sprechen Sie zunächst die „verlustfreie“ (lossless) Kompression an. Aber diese stand und steht ja nicht im Fokus der Diskussion, denn sie ist rechtlich problemlos durchführbar – auch im Mammographie-Screening. Anders sieht es aus mit der „verlustbehafteten“ (lossy), aber trotzdem die Bildqualität erhaltenden Kompression, z.B. für die Mammographie mit dem Faktor 1:15. Diese darf im Mammographie-Screening nicht angewandt werden – auch nicht bei der Archivierung („Speichern“) und nicht bei der im Screening vorgeschriebenen Doppelbefundung durch zwei unabhängige Ärzte. Im Übrigen solle man den Begriff „Teleradiologie“ in diesem Zusammenhang nicht benutzen, denn die Teleradiologie im Sinne der RöV trifft auf die genannte Doppelbefundung im Screening nicht zu. Über die zur Frage der Kompression radiologischer Bilddaten durchgeführte Konsensuskonferenz (am 23.2.2008) wurde in der Zeitschrift Fortschr. Röntgenstr. 2009; 181; 32-37 berichtet. Ein wichtige Fundstelle zu diesem Thema ist auch die Empfehlung der SSK ´Datenkompression bei Röntgenbildern´, 252. Sitzung der SSK am 1.12.2011 (dort u.a. S. 3, 2. Absatz). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Schröer schrieb am 14.08.2014 - 08:29 Uhr:
Frage:2262 BETREFF: Befundmonitore Kat. A Bestandsschutz
Guten Tag, bei uns steht der Austausch von Befundmonitoren an. Die uns Angebotenen Monitore erfüllen die DIN 6868-57, werden aber nicht die DIN 6868-157 laut Hersteller erfüllen. Die Aussage vom Hersteller ist, wenn die Monitore noch nach der DIN 6868-57 abgenommen werden besteht ein ´Bestandsschutz´, auch wenn die DIN 6868-157 gilt. Ist diese Aussage Richtig?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schröer, zur Beantwortung Ihrer Frage möchte ich Sie auf eine Fußnote in der sog. Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL), dort auf S. 25, aufmerksam machen: ´Die DIN V 6868-57 (Abnahmeprüfung ...) soll von DIN 6868-157 (Abnahmeprüfung ...) abgelöst werden. Festlegungen zur Ablösung der DIN V 6868-57 und zur Einführung der DIN 6868-157 werden zu gegebener Zeit in dieser Richtlinie ergänzt. Es ist beabsichtigt, dass die Qualitätssicherung von bereits in Betrieb befindlichen Bildwiedergabegeräten ohne erneute Abnahmeprüfung bzw. Teilabnahmeprüfung unverändert fortgesetzt werden kann.´ Dazu möchte ich noch ergänzen, dass die Abnahmeprüfung an BWG noch nach DIN V 6868-57 durchzuführen ist (s. S. 21, Abschn. 3.15.3 der QS-RL) und dass zu erwarten ist, dass die bisher als Entwurf vorliegende DIN 6868-157 nicht vor Herbst 2014 als Norm verabschiedet werden wird. Den Text der QS-RL können Sie hier im Forum RöV unter dem Link ´Richtlinien/BMU-Schreiben´ aufsuchen (Datum: 23.6.2014). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Katja Grossmann schrieb am 11.08.2014 - 14:19 Uhr:
Frage:2261 BETREFF: Mammographiescreening
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, der Nutzen des Mammographie-Screenings wird immer häufiger national und international in Frage gestellt. Die betroffenen Frauen werden aber häufig von Gynäkologen bezüglich des Risiko-Nutzen-Verhältnisses der Mammographie grundlegend falsch beraten. Äußerungen wie: die Dosis einer Mammographie entspräche einem Flug nach New York sind m.M. bezüglich Nicht-Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Dosisgrößen bzw. Dosisleistungen grundlegend falsch. Ein Gynäkologe muss nicht fachkundig im Strahlenschutz sein, oder? Wer schützt die Frauen bei dieser schwierigen Entscheidung vor nicht informierten Frauenärzten? Oder geht hier das Interesse von gerade etablierten Mammographie-Screeningcentern vor den Schutz der betroffenen Frauen?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Grossmann, vielen Dank für Ihren Beitrag zum Forum Röntgenverordnung zu diesem sicherlich sehr brisanten Thema des Mammographie-Screenings, der ja mehr dem Charakter einer Meinungsäußerung entspricht als einer Fragestellung. Da eine Bewertung des Mammographie-Screenings und der aus ihm resultierenden Randbedingungen, z.B. die Rolle der Gynäkologen im Gesamtablauf, hier im Forum Röntgenverordnung wegen der Komplexität und Vielfältigkeit dieses Verfahrens nicht vorgenommen werden soll und kann, möchten wir, um Ihren Beitrag nicht vollkommen unkommentiert zu belassen, verweisen auf die Internetseite der Kooperationsgemeinschaft Mammographie (http://www.mammo-programm.de/startseite/startseite.php ) und darin auf die Stellungnahme zur aktuellen Berichterstattung ´Wird durch das Brustkrebsfrüherkennungsprogramm Leben gerettet?´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sophia M. schrieb am 11.08.2014 - 10:30 Uhr:
Frage:2260 BETREFF: Strahlenschutzstelle
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, als MTRA-Schülerin stelle ich mir schon länger die Frage, wo werden die Daten über meine mögliche Exposition auf den Filmdosimetern gespeichert? An welche öffentliche Stelle muss ich mich wenden um diese Dosis die ich erhalten haben könnte, zu erfahren? Ich glaube zwar nicht, dass ich viel oder überhaupt was auf meinem Dosimeter habe, dennoch würde es mich brennend interessieren. Vielen Dank für ihre Antwort!


1. Antwort: Hallo Sophia, wenn wir mal die Röntgenverordnung als Beispiel für die Beantwortung Ihrer Frage nehmen (nach der Strahlenschutzverordnung, also für Nukmed und Strahlentherapie, gelten entsprechende Regelungen), dann sind Aufzeichnungen über die Messergebnisse von Personendosimetern bei der sog. amtlichen Messstelle, wo also die ´amtlichen Dosimeter´ (oft ist das die Filmplakette) ausgewertet werden, und bei dem Betreiber der Röntgeneinrichtungen (z.B. Krankenhaus, Praxis, MTA-Schule, usw.), also beim Strahlenschutzverantwortlichen (z.B. in einem Krankenhaus wahrscheinlich irgendwo in der Verwaltung) aufzuzeichnen und aufzubewahren. Der Strahlenschutzverantwortliche muss der personendosimetrisch überwachten Person die Messergebnisse auf Verlangen mitteilen (letzter Satz in § 35 Abs. 9 RöV). Also dort müssen Sie fragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Weber schrieb am 05.08.2014 - 14:12 Uhr:
Frage:2259 BETREFF: Strahlenschutzbereiche im OP
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Situation: ein Krankenhaus mit 3 OPs; je ein C-Bogen für Knochenchirurgie und für Gefäßchirurgie sowie eine interventionelle Hybridanlage, gemischt benutzt mit der Radiologie; das sind die Kontrollbereiche die abgegrenzt und deutlich sichtbar sind; ´ bei Personen, die sich im Kontrollbereich aufhalten, müssen die Körperdosen bestimmt werden – üblicherweise mit einem amtlichen Dosimeter. Vor dem erstmaligen Zutritt und dann mindestens jährlich muss eine Unterweisung insbesondere über die anzuwendenden Strahlenschutzmaßnahmen durchgeführt werden´; soweit klar und als Dienstanweisung in der Strahlenschutzanordnung des Hauses niedergelegt. Aber, ab wo definiere ich den Überwachungsbereich ? Am liebsten wäre es uns zu behaupten alles jenseits der Schleuse/Personalumkleide gehöre dazu ! aber ´Personen darf der Zutritt 1.zu Überwachungsbereichen nur erlaubt werden, wenn a) sie darin eine dem Betrieb der Röntgeneinrichtung dienende Aufgabe wahrnehmen, b) an ihnen nach § 25 Abs. 1 Röntgenstrahlung angewendet werden soll oder ihr Aufenthalt in diesem Bereich als Proband, helfende Person oder Tierhalter erforderlich ist, c) bei Auszubildenden oder Studierenden dies zur Erreichung ihres Ausbildungszieles erforderlich ist oder d) sie Besucher sind´ und ´Überwachungsbereiche sind die Bereiche, in denen Personen eine höhere effektive Dosis als 1 mSv oder höhere Organdosen als 15 mSv für die Augenlinse oder 50 mSv für die Haut, die Hände, die Unterarme, die Füße und Knöchel im Kalenderjahr erhalten können.´ andererseits, wenn der Strahlenschutzbeauftragte sagt, so ist das => basta cosi ? mit strahlendem Gruß Michael Weber,


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Weber, zunächst noch 2 Ergänzungen im Zusammenhang mit dem Kontrollbereich: 1) Nach § 36 Abs. 1 RöV müssen auch Personen unterwiesen werden, die von außerhalb des Kontrollbereiches Röntgenstrahlung anwenden (Definition ´anwenden´: § 2 Nr. 1 RöV). 2) Nach § 37 Abs. 1 RöV sind für beruflich strahlenexponierte Personen der Kat. A (siehe § 31 RöV), und die kann es beim Betrieb der von Ihnen genannten Geräte durchaus geben, regelmäßige arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen erforderlich. Zum Überwachungsbereich: Dieser wird nach § 19 Abs. 1 Nr. 1 RöV durch die Möglichkeit des Überschreitens bestimmter Dosiswerte definiert, z.B. für die effektive Dosis von mehr als 1 mSv im Kalenderjahr. Wenn diese Überschreitungen, bedingt durch entsprechende bauliche Maßnahmen, außerhalb von Kontrollbereichen nicht möglich sind, gibt es auch keine Überwachungsbereiche, es sei denn, die zuständige Behörde würde das aus irgendwelchen Gründen anordnen (§ 19 Abs. 4 RöV). Normalerweise werden bei den Erstüberprüfungen durch den behördlich bestimmten Sachverständigen, oft durch Ortsdosis/leistungsmessungen und Einbeziehung von Aufenthalts- bzw. Einschaltzeiten, diese Areale örtlich festgelegt. Dabei wird sicherlich auch die Meinung des zuständige Strahlenschutzbeauftragten gehört und berücksichtigt werden können. Ist nun mal, z.B. auf diese Weise, der Überwachungsbereich räumlich festgelegt worden, dann gelten dort die von Ihnen aufgezählten und in § 22 Abs. 1 Nr. 1 RöV geforderten Regelungen für den Aufenthalt von Personen. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass es die zuständige Behörde gestatten kann, dass Strahlenschutzbeauftragte auch anderen Personen den Zutritt zu Strahlenschutzbereichen (z.B. zum Überwachungsbereich) erlauben können. Und in der Regel wirft diese sinnvolle Flexibilität auch keine Probleme auf. Also, wenn es z.B. in einem Krankenhaus diesbezügliche Unsicherheiten geben sollte, würde ich zur Abklärung eine Rücksprache mit der zuständigen Behörde suchen, die dann möglicherweise einen Blick in den betreffenden Prüfbericht des Sachverständigen werfen möchte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Doris Heinel schrieb am 04.08.2014 - 19:01 Uhr:
Frage:2258 BETREFF: Kontrastmittelgabe mittels Hochdruckspritze
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, In der nächsten Zeit sollen unsere MTRA s im Bereitschaftsdienst die CT s mit abdecken. Diese Abteilung gehört nicht zur Klinik sondern wird von einem Radiologen mit eigener Praxis betrieben. Besonders interessiert mich die Frage muss ich dem Patienten mittels einer Kontrastmittelpumpe selbiges verabreichen. Dazu sei gesagt, der Radiologe ist nicht in der Klinik, und wenn er Urlaub hat läuft die Teleradiologie über einen Radiologen in einer anderen Klinik.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Heinel, ich will jetzt nicht die Frage vertiefen, ob in Ihrer Klinik der Betrieb des CT im Sinne der Röntgenverordnung (RöV) strahlenschutzrechtlich korrekt betrieben wird (z. B. im Rahmen der Teleradiologie nach § 3 Abs. 4 RöV). Wenn ich das richtig verstanden habe, ist es Ihr Anliegen, zu wissen, ob eine MTRA selbständig, d.h. ohne Anwesenheit eines Arztes, ein Kontrastmittel applizieren darf oder nicht. Es gibt eine Vereinbarung über die Delegation ärztlicher Leistungen an nichtärztliches Personal in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung gemäß § 28 Abs. 1 S.3 SGBV vom 1.10.2013, nach der vorgegeben ist: ´Bei Verwendung von Kontrastmitteln ist die Anwesenheit des Arztes erforderlich.´ Das sollte eigentlich bei Ihnen kein Problem sein, wenn in Ihrer Klinik die (genehmigungspflichtige) Teleradiologie ordnungsgemäß ablaufen sollte, denn es muss ja dann immer ein Arzt mit ´Kenntnissen´ vor Ort vorhanden sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rudolf Kolb schrieb am 30.07.2014 - 21:05 Uhr:
Frage:2256 BETREFF: Radiologische Untersuchungen an Kindern
Sehr geehrter Hr. Prof. Dr. Ewen, in der Anlage I werden verschiedene Begriffe verwendet. - pädiatrische Radiologie (E14) - radiologische Untersuchungen an Kindern (E12) Ist der Begriff pädiatrische Radiologie mit dem Begriff radiologische Untersuchung an Kindern gleichzusetzen?. Dies würde z.B. bedeuten, dass bei allen C-Bogen Untersuchungen an Kindern (auch reine Untersuchungen an Extremitäten) die Anforderungen der E14 einzuhalten sind. Viele ältere C-Bögen sind aber nicht mit einem Cu-Filter oder einer Kinderkennlinie ausgestattet. Diese dürften dann folglicherweise nicht bei Kindern eingesetzt werden. Ich denke hierbei besonders an Chirurgiepraxen, die hin und wieder ein Kind als Patient haben. Oder beschreibt der Begriff pädiatrische Radiologie Krankenhäuser oder Abteilungen, in denen hauptsächlich Kinder untersucht werden. Vielen Dank und freundliche Grüße


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, wir sind gerade dabei, die SV-RL zu überarbeiten. Dazu gehört natürlich ebenfalls die Anlage I zu dieser Richtlinie, wobei auch die darin enthaltenen Erläuterungen und Ergänzungen (´E´) auf dem Prüfstand stehen werden. Ihre kritischen Anmerkungen zu E14 und zu den unterschiedlich formulierten Begriffen, was die pädiatrischen Röntgenuntersuchungen betrifft, kann ich durchaus teilen. Ich werde diesen Punkt der Arbeitsgruppe zur Kenntnis geben, die sich u.a. mit den Änderungen in der Anlage I beschäftigt. Bis zum Abschluss dieses Novellierungsprozesses muss man eben in den betreffenden Einzelfällen, möglichst mit Hilfe der zuständigen Behörde (§ 33 Abs. 6 RöV!) und mit Augenmaß, vernünftige Kompromisslösungen anstreben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rafael Ortega schrieb am 29.07.2014 - 20:03 Uhr:
Frage:2255 BETREFF: Nutzungsgenehmigung
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, unser kleines Krankenhaus denkt über eine Kooperation mit einer radiologischen Praxis nach. Im Krankenhaus ist kein Radiologe angestellt. -SSV soll in den Händen des Krankenhauses bleiben, -die Nutzungszeiten werden zeitlich nicht getrennt, -das med. Personal (MTRA) ist vom Krankenhaus eingestellt, die Leitung der Röntgenabteilung hat ein vollfachkundiger OA der Inneren Abteilung und ist bestellter SSB. -Die personelle und organisatorische Verantwortung ist dem Leitenden MTRA unterstellt, der wiederum ist dem Geschäftsführer unterstellt. Hier nun einige Fragen: Muss von der Praxis dem eine Nutzungsgenehmigung ausgestellt wird, ein SSB beauftragt/ bestellt werden? Welche Aufgaben u. Weisungsbefugnisse muss er maximal haben? Welche machen Sinn? Welche sind notwendig? Wie ist die Hierarchie der beiden SSB? Wem sind die MTRAs unterstellt ? Was, wenn die SSBs sich uneinig sind? Die bisherige Struktur soll so wenig wie möglich verändert werden. Ich hoffe, Sie können etwas Licht in die Paragraphenwelt bringen. Mit freundlichen Grüßen Rafael Ortega


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Ortega, wenn wir Sie richtig verstehen, dann werden die Röntgeneinrichtungen in der Röntgenabteilung des Krankenhauses zurzeit nur zur Untersuchung von Patientinnen/Patienten des Krankenhauses genutzt. Dafür gibt es im Krankenhaus eine Strahlenschutzorganisation: 1)Der Betrieb der Röntgeneinrichtung durch das Krankenhaus ist genehmigt oder bei der zuständigen Behörde angezeigt. 2) Es gibt einen oder mehrere Ärzte mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz, die als Strahlenschutzbeauftragte bestellt sind, die entsprechende Entscheidungsbereiche und Befugnisse haben. 3)Es gibt MTRA/MFA, die die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen sicherstellen, wobei wir unter der von Ihnen beschriebenen ´Verantwortung der leitenden MTRA´ verstehen, dass sie im Auftrag des Geschäftsführers des Krankenhauses (dieser ist der gesetzlicher Vertreter des Strahlenschutzverantwortlichen „Krankenhaus“) bestimmte organisatorischen Aufgaben übernimmt, wobei aber die Verantwortung beim Strahlenschutzverantwortlichen verbleibt. Diese von Ihnen beschriebene Strahlenschutzorganisation findet man sicherlich in vielen Häusern. Nun soll eine Kooperation mit einer radiologischen Praxis erfolgen. Hier gibt es sicherlich unterschiedliche Modelle, die vorstellbar sind: 1) Das Krankenhaus und die radiologische Praxis benutzen dieselben Röntgeneinrichtungen zu unterschiedlichen Zeiten bei „ihren“ Patienten zu Röntgenuntersuchungen, d.h. beide sehen die eigenverantwortliche Verwendung der Röntgeneinrichtung zu bestimmten Zeiten vor. Dies ist normalerweise im Grundsatz problemlos möglich. Hierbei fungieren das Krankenhaus und die radiologische Praxis jeweils als Strahlenschutzverantwortliche (die zeitliche Abgrenzung wird vertraglich vereinbart und der zuständigen atomrechtlichen Behörde nachgewiesen). Die Behörde erteilt zwei Genehmigungen (oder es werden zwei Anzeigen erstattet) und legt die Nutzungszeiten fest (durch Aufnahme in den Genehmigungsbescheiden oder mit Einbindung der Nutzungsverträge). Jeder Genehmigungsinhaber hat eine eigene Strahlenschutzorganisation, wobei Ärzte mit Fachkunde im Strahlenschutz auch vom anderen Genehmigungsinhabern als externe Strahlenschutzbeauftragte bestellt werden können (wichtig: klare Entscheidungsbereiche und Befugnisse herstellen!). Auch das Assistenzpersonal könnte theoretisch für beide Genehmigungsinhaber tätig werden (wenn dem berufsrechtlich oder arbeitsvertraglich nichts entgegensteht), wobei hier die Direktionsrechte eine wichtige Rolle spielen und daher überprüft werden muss, ob Assistenzkräfte, die bei einem Genehmigungsinhaber tätig werden, der nicht ihr Arbeitgeber ist, ggf. Strahlpässe führen müssen (dies muss im Einzelfall mit der zuständigen Behörde geklärt werden). Die technischen Notwendigkeiten (Qualitätssicherung, Sachverständigenprüfungen, Wartungen, Vorlage von technischen Unterlagen bei der ärztlichen Stelle) müssen eindeutig im Nutzungs- oder Abgrenzungsvertrag geregelt sein und der Behörde nachgewiesen werden. Anforderungen, die sich auf den Schutz der Beschäftigten beziehen, wie Einweisung, Unterweisung, Personendosimetrie, arbeitsmedizinische Vorsorge und die Vorlage von patientenbezogenen Unterlagen bei der ärztlichen Stelle (rechtfertigende Indikation, Röntgenbilder, Befunde), verbleiben natürlich bei jedem Strahlenschutzverantwortlichen. 2) Vorstellbar wäre auch eine Kooperation, in der die radiologische Praxis dafür sorgt, dass auch in den Zeiten, in denen das ärztliche Personal des Krankenhauses nicht zur Verfügung steht, fachkundige Ärzte als Strahlenschutzbeauftragte und als Personen, die die rechtfertigende Indikation stellen dürfen, anwesend bzw. kurzfristig verfügbar sind. Für die reine Bestellung von Ärzten aus der radiologischen Praxis als externe Strahlenschutzbeauftragte durch das Krankenhaus als Strahlenschutzverantwortlicher sollte auch keine größere Problematik zu erwarten sein. Hier sind sicherlich auch wieder die klar beschriebenen Entscheidungsbereiche und die damit verbundenen Befugnisse - dies in Abgrenzung zum internen Strahlenschutzbeauftragten des Krankenhauses - die zu bewältigenden Aufgaben, die auch mit der Behörde vorab kommuniziert werden sollten. Etwas problematischer wird in dieser Konstellation der Einsatz von Assistenzkräften aus der radiologischen Praxis gesehen werden müssen. Hier ist neben der Frage, ob der Einsatz von externen Personen berufsrechtlich zulässig ist, die ggf. erforderliche Führung von Strahlenpässen zu überdenken. Nicht problematisch ist bei dieser Konstellation die eindeutige Zuordnung der technischen Notwendigkeiten, der Anforderungen zum Schutz der Beschäftigten sowie der Vorlagepflichten bei der ärztlichen Stelle. Für all diese Aufgaben bleibt der Strahlenschutzverantwortliche „Krankenhaus“ zuständig. Ob bei dieser Rechtskonstruktion aber auch Patienten der radiologischen Praxis an den Röntgeneinrichtungen des Strahlenschutzverantwortlichen „Krankenhaus“ untersucht werden dürfen, bleibt zumindest zweifelhaft, da die Röntgeneinrichtungen von der radiologischen Praxis nicht eigenverantwortlich verwendet werden dürfen und daneben wohl auch kein Behandlungsvertrag zwischen dem Strahlenschutzverantwortlichen „Krankenhaus“ und dem Patienten besteht. Sie erkennen, dass einiges rechtlich möglich ist, jedoch den einen oder anderen Haken enthalten kann. Daher ist unser Rat, dass Sie sich im Vorfeld schon mit der zuständigen atomrechtlichen Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde abstimmen. Hierdurch können spätere unliebsame Überraschungen vermieden werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stefan Kroll schrieb am 29.07.2014 - 11:03 Uhr:
Frage:2254 BETREFF: Röntgenschutzbrille
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, unsere Außendienstmitarbeiter arbeiten in Kliniken im OP-Support (Implantation von Schrittmachern und Defibrillatoren). Im Hinblick auf die sich ändernte Norm für die Belastung der Augenlinse kommen in letzter Zeit vermehrt Fragen hinsichtlich einer Röntgenschutzbrille. Wie stark/hoch ist die Belastung der Augenlinse bei dieser Art der Tätigkeit. Meines Wissens gibt es zur Zeit noch keine Messeinrichtungen zur Ermittlung der Strahlenbelastung der Augen. Vielen dank und freundliche Grüße


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kroll, die neuen europäischen Strahlenschutzgrundnormen (´EURATOM-BSS´)werden dazu führen, dass die nationale Strahlenschutzgesetzgebung (RöV, StrlSchV) grundlegend geändert werden muss. In diesem Zusammenhang kann man als sicher ansehen, dass der Grenzwert für die Augenlinse von bisher 150 mSv/a auf 20 mSv/a reduziert werden wird, da die Entstehung einer strahleninduzierten Katarakt deutlich wahrscheinlicher ist als bisher angenommen. Es ist noch nicht abschließend klar, wie in Zukunft die Augenlinse dosimetrisch überwacht werden soll (Dosimetertyp, wie und wo befestigt, Messung hinter oder vor Schutzbrillenglas). Auch ist noch in der Diskussion, welche Dosisgröße an der Augenlinse angegeben werden soll: Hp(3), Hp(0,07) oder Hp(10). Man kann davon ausgehen, dass es bei Röntgenuntersuchungen mit länger andauernden Durchleuchtungszeiten (und dazu muss man auch den OP-Bereich zählen) zu Linsendosiswerten kommen kann, die höher als 20 mSv/a sind. Aus diesem Grund wird man sich darauf einstellen müssen, Schutzbrillen zu tragen, deren Schwächungsgrad etwa bei 8 bis 10 liegt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Herr Pohlmann schrieb am 21.07.2014 - 12:41 Uhr:
Frage:2253 BETREFF: Anerkennung MBRT
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Auf eine Stelle als MTAR habe ich eine Bewerbung aus den Niederlanden erhalten. Der Bewerber hat den 4jährigen Bachelor-Studinegang zum MBRT absolviert. Ist der Abschluss in Deutschland anerkannt? Gibt es Bedingungen die zusätzlich erfüllt werden müssen? Vielen Dank und freundliche Grüße


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pohlmann, es hat etwas lange gedauert mit der Antwort, weil wir uns auch erst einmal durchfragen mussten. Hier in Kurzfassung die Antwort: Es muss im jeweiligen Bundesland bei der zuständigen Stelle ein Antrag auf Anerkennung der Ausbildung gestellt werden. In Niedersachsen ist das zum Beispiel das Landesamt für Soziales, Jugend und Familie, Auf der Hude 2, 21339 Lüneburg. Die in anderen Bundesländern zuständigen Stellen kann man zum Beispiel über den DVTA erfahren (www.dvta.de). Es scheint so zu sein, dass in den einzelnen Bundesländern im Detail unterschiedliche Zusatzregelungen bestehen. Deshalb empfiehlt es sich, die zuständige Stelle in dem zutreffenden Bundesland anzusprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  P. Pröhl schrieb am 18.07.2014 - 19:12 Uhr:
Frage:2251 BETREFF: Anm. zu Frage 2250
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in Ihrer Beantwortung schreiben Sie ´Schürze strahlernah anlegen!´. Eine oft gehörte andere Meinung lautet: ´Bei Hartstrahltechnik macht es (mehr) Sinn, die Schürze detektornah anzulegen, um die Strahlenbelastung durch Rückstreuung zu reduzieren´. Diese Aussage erscheint auch mir -mit Verlaub- logischer. Freundliche Grüße, P. Pröhl


1. Antwort: .... ja, ich weiß: Die Sache mit der Rückstreuung an Materialien in Strahlrichtung gesehen hinter dem Patienten. Die gibt es in der Tat natürlich auch. Im Rahmen einer medizinischen Promotionsarbeit habe ich mal vor schon längerer Zeit die Schutzwirkung von Patientenabdeckungen generell in der Röntgendiagnostik abklären lassen - unter anderem auch bei Thoraxaufnahmen. Bei diesen ergab sich, dass, gemittelt über verschiedene Parameter (unter anderem Patientenmaße, KV-Werte), erstens, die Gonadendosis auch ohne Abdeckungen sehr gering ist, zweitens, dass eine Abdeckung, ob strahler- oder detektornah, nicht sehr viel an Dosisreduzierung im Gonadenbereich erbringt und, drittens, dass die strahlernahe Abdeckung, zumindest bei dem damals genutzten Röntgenstrahler/Blendensystem, günstiger war. Viele Grüße K. Ewen



  Frau Klatt schrieb am 18.07.2014 - 12:24 Uhr:
Frage:2250 BETREFF: Strahlenschutz Hartstrahl-Technik
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, Unsere Auszubildenden (MTRA) treten immer öfter mit der Frage an mich heran, ob Patienten die die Lunge geröngt bekommen eine Bleischürze tragen sollten oder nicht. In den Praktika in verschiedenen Häusern werden dazu unterschiedliche Aussagen getroffen.Ich meine der Schutz soll gegeben werden, da der Schutz nicht, wie oft behauptet, zur Vermehrung oder Reflektion der Streustrahlung führt. Vielleicht können Sie meine Ansicht ja bestätigen oder ggf. auch korrigieren. Mit freundlichen Grüßen Klatt


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Klatt, die Frage nach Patientenschutzschürze ´ja oder nein´ wird immer wieder diskutiert. Physikalisch falsch ist sicherlich die Behauptung, dass eine derartige Schürze, in der meistens das Element Blei die Abschirmfunktion ausübt, durch an ihr gehäuft stattfindende Streueffekte (´Comptonstreuung´) angeblich zur Vermehrung der Patientendosis beitragen würde. Bei Elementen mit hoher Ordnungszahl, wie z.B. Blei, ist die Streuung im Vergleich zur Absorption nur sehr gering ausgeprägt. Eine andere Frage ist, ob die Schürze bei einer Thoraxaufnahme eine merkliche Dosisreduzierung bewirken kann. Die Antwort ist: leider nur ziemlich wenig. Streustrahlung, vom Nutzstrahlenfeld ausgehend, verläuft größtenteils durch den Patientenkörper und ist daher durch äußerliche Abdeckungen nicht erfassbar. Das, was abgeschirmt werden kann, ist die so genannte Gehäusedurchlassstrahlung, die ein Röntgenstrahler außerhalb des Nutzstrahlenfeldes emittiert. Deren Menge ist zwar heutzutage bei den modernen Strahlern nicht mehr so hoch wie früher, aber sie liefert einen kleinen Beitrag zur Patientendosis, den man mit der hier diskutierten Halbschürze reduzieren kann. Aber: Schürze strahlernah anlegen! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Christian Drexler schrieb am 17.07.2014 - 11:49 Uhr:
Frage:2249 BETREFF: Aufsicht bei Tätigkeiten im Rahmen von §6 Abs.1 Nr.1
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich bin bei Varian Medical Systems für den Strahlenschutz zuständig. Unsere Mitarbeiter Installieren, Reparieren und Warten kV-Bildgebung an IGRT Maschinen und Simulatoren. Diese Tätigkeiten wurden nach §6 Abs. 1 bei der zuständigen Behörde angezeigt. Ca. 30 unserer Service Mitarbeiter verfügen über die Fachkunde (R 6.1). Wir möchten diese Tätigkeiten auch von geschulten und erfahrenen Mitarbeitern (mit Kenntnissen im Strahlenschutz)selbstständig ausführen lassen. Die Behörde verfügt nun, das bei den Tätigkeiten beim Kunden Röntgenstrahlung nur von einem Fachkundigen Mitarbeiter bzw. unter Aufsicht eines Fachkundigen vor Ort angewandt werden kann. Dabei beruft man sich auf den Kommentar von Schmatz/Nöthlichs zu § 30 Abs 2 RöV. Für mich ist das im Hinblick auf den Strahlenschutzgedanken nicht nachvollziehbar. Aufgrund des geringen Gefährdungspotentials sieht die RöV für die Tätigkeiten im Rahmen des §6 RöV ein Anzeigeverfahren vor. Im Gegensatz zur Definition in der RL Strahlenschutz in der Medizin nach StrlSchV (hier wird zwischen ´ständiger Aufsicht´, ´unmittelbarer Aufsicht´ und ´Aufsicht´ unterschieden) wird hier Aufsicht (Kontrolle, die nicht immer die physische Anwesenheit des Aufsichthabenden erfordert und durch Stichproben erfolgen kann) mit unmittelbarer Aufsicht gleichgesetzt. Im Gegensatz zur Anwendung am Menschen, wo durch eine Fehlbedienung der Anlage etc. durch nicht-fachkundige Rö-Helferinnen relevante Dosen appliziert werden können (jeder der in der Rö-Diagnostik gearbeitet hat kennt die Kartons mit den ´Fehlschüssen´)ist das Gefährdungspotential und Expositionsrisiko minimal. Eine unmittelbare Aufsicht durch einen fachkundigen Mitarbeiter wird meines Erachtens zu keiner Verbesserung des operativen Strahlenschutzes führen. Für den Fall einer ungeplanten Exposition – z. B. durch das unbeabsichtigte Auslösen von Röntgenstrahlung - ist die Zeitspanne für das Eingreifen des Strahlenschutzbeauftragten vor Ort in Bezug auf evtl. Maßnahmen (Vorstellung beim Ermächtigten Arzt / Mitteilung gem. § 42 RöV) aufgrund der geringen Strahlendosen eigentlich irrelevant. Entschuldigen Sie bitte das lange ´Vorspiel´ - Meine Frage: Können Sie meine Ansicht teilen und kennen Sie eventuell einen anderen relevanten Kommentar, auf den ich mich bei der Argumentation mit der Aufsichtsbehörde stützen kann. Herzlichen Dank und mit freundlichen Grüßen Christian Drexler


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Drexler, ich kann Ihre Ansicht grundsätzlich nicht teilen bzw. ich muss der zuständigen Behörde Recht geben. Die geschäftsmäßige Prüfung, Erprobung, Wartung oder Instandsetzung einer Röntgeneinrichtung, wie in Ihrem Fall im Rahmen der IGRT-Bildgebung, ist nach § 6 Abs. 1 RöV anzeigepflichtig, wie Sie richtig angemerkt haben, und die entsprechenden Personen müssen über Fachkunde im Strahlenschutz der FK-Gruppe 6 nach der ´FK-Richtlinie Technik RöV´ verfügen. Innerhalb dieser FK-Gruppe ist zu unterscheiden zwischen Personen, welche die gesamte Tätigkeit leiten (FK-Gruppe 6.1)und denjenigen, die vor Ort tätig sind (FK-Gruppe 6.2). Ich denke, Ihnen geht es um die letztgenannten Personen. Dazu folgender Kommentar: 1)Nach § 6 RöV und Abschnitt 1.6 der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) ist die Anzeige nach § 6 RöV und damit die Fachkunde nach R 6 nicht erforderlich, wenn bei dieser Tätigkeit das Einschalten der Röntgenstrahlung nicht erforderlich ist bzw. keine Strahlenschutzmaßnahmen nötig sind. Sie können sicherlich beurteilen, ob das bei Ihren Tätigkeiten ganz oder vielleicht teilweise zutreffend ist. 2) Sind mehrere Personen vor Ort tätig, dann muss nur eine von diesen über die Fachkunde im Strahlenschutz nach R 6.2 verfügen. Aber ich sehe keine Rechtsgrundlage, dass man grundsätzlich die Fachkunde nach R 6.2 durch Kenntnisse im Strahlenschutz ersetzen kann. Das gibt auch der § 30 Nr. 2 RöV nicht her (Aufsicht erfolgt vor Ort!). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Nadine Berger schrieb am 16.07.2014 - 16:40 Uhr:
Frage:2248 BETREFF: Strahlenschutzkenntnisse Sentinel Node
Sehr geehrter Herr Prof. Eden, besteht die Notwendigkeit, dass OP-Personal einen Strahlenschutzkurs belegen muss, wenn es nur mit dem Sentinel node Verfahren und mit keinerlei sonstigen röntgentechnologischen Verfahren (wie z.B. C-Bögen) in Berührung kommt? Bei der sentinel node liegen wir bei Durchführung der OP unter der Freigrenze. Konkrete Aussagen waren im Internet dazu bisher nicht zu finden. Teilweise wird von Strahlenschutzkenntnissen auch bei helfenden Personen Personen gesprochen, womit ja ein 8h OP-Kurs nötig wäre. Aber gilt dieses auch, wenn wir unter der Freigrenze bleiben? MfG N. Berger


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Berger, zunächst einmal: gehen Sie ins Internet (z.B. Google) und suchen Sie die Richtlinie ´Strahlenschutz in der Medizin´ (aus dem Jahr 2011) auf (unter diesem Namen). Dann gehen Sie darin in den Anhang A 20 (´Mustervereinbarung zur Durchführung der Sentinel-Lympfknoten-(SLN)-Diagnostik´). Darin finden Sie an sich alles, was Sie hier im Forum RöV gefragt haben. Die entscheidenden rechtlichen Voraussetzungen für die Durchführung der SLN-Diagnostik liegen auf Seiten der Nuklearmedizin und nicht beim OP-Personal. Zum OP-Zeitraum darf die Aktivität der Tc99m-Aktivität im Patienten nicht über 10 MBq liegen. Das ist nämlich die Freigrenze für dieses Radionuklid. Es ist kein Kurs zur Erlangung der Kenntnisse im Strahlenschutz für das OP-Personal erforderlich, wenn die SLN-Diagnostik unten den in A 20 formulierten Bedingungen abläuft. Allerdings muss das beteiligte OP-Personal seitens einer entsprechend qualifizierten Person aus der Nuklearmedizin jährlich unterwiesen werden. Alle weiteren Details: siehe A 20 der betreffenden Richtlinie. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rudolf Kolb schrieb am 15.07.2014 - 17:22 Uhr:
Frage:2247 BETREFF: QS Richtlinie
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, in der QS-RL steht zum Thema Konstanzprüfung: ´Werden zur Konstanzprüfung des Hochkontrastauflösungsvermögens die gleichen Prüf-mittel und der gleiche Prüfaufbau wie bei der Abnahmeprüfung verwendet, darf der im Rahmen der Konstanzprüfung ermittelte Wert vom Bezugswert um eine Linienpaargruppe abweichen, sofern der ermittelte Wert die Mindestanforderung für die Abnahmeprüfung (siehe etwa Anlage I der SV-RL) nicht unterschreitet.´ Ist dies kein Widerspruch zur DIN 6868-4 in dem verlangt wird, dass diese Werte nicht geringer sein dürfen als der Bezugswert. mfG Kolb


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, Gut beobachtet! Wenn man diese beiden Stellen, einmal in der QS-RL (letzter Absatz in Abschn. 2.2) und dann in der DIN 6868-4 (letzter Satz in Abschn. 4.4) liest und vergleicht, kommt man zu diesem Ergebnis. Die Auflösung dieses Problems ist folgendermaßen: 1) Im Zweifelsfall muss die Gewichtigkeit der QS-RL, die zumal neueren Datums ist als die DIN 6868-4, höher eingestuft werden. 2) Die entsprechende Abnahmenorm (DIN 6868-150) ist auch ´jünger´ als die DIN 6868-4. Letztgenannte befindet sich in einer Überarbeitungsphase, so dass zu erwarten ist, dass sich dieser Widerspruch erledigen wird. 3) Die diesbezügliche Regelung in der QS-RL (KP-Wert darf vom Bezugswert um eine Linienpaargruppe abweichen) gilt ja nur, wenn bei der KP die gleichen Prüfmittel und der gleiche Prüfaufbau wie bei der Abnahmeprüfung nach DIN 6868-150 (von 2013!) verwendet werden und der Messwert die Vorgaben der Anlage I der SV-RL (´technische Mindestanforderungen´) erfüllt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ulrich Hepp schrieb am 03.07.2014 - 17:32 Uhr:
Frage:2245 BETREFF: Rö-Nachtdienste mit MFAs
Sehr geehrter Herr Prof. Even, bekannterweise sind Röntgen-MTAs kaum noch zu finden und wenn derartig seltene Spezies vorhanden sind, verfügen diese oft über ein Attest, dass sie von der Teilnahme an Nach- und Wochenenddiensten befreit. Es ist so in vielen Krankenhäusern kaum noch möglich den Nacht- und Wochenenddienst aufrechtzuerhalten. Da kommt natürlich der Gedanke, ob außer den MTAs auch MFAs in Nacht- und Wochenenddiensten röntgen dürfen, wenn sie die erforderliche Fachkunde haben und immer ein fachkundiger Internist oder Chirurg in der Nähe ist. Ein Radiologe ist innerhalb von 30 Min. vor Ort. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, K. d. ö. R., Berlin, – einerseits – und der GKV-Spitzenverband, K. d. ö. R., Berlin, − andererseits – haben als Anlage 24 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) über die die Delegation ärztlicher Leistungen an nichtärztliches Personal in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung gemäß § 28 Abs. 1 S. 3 SGB V vom 1. Oktober 2013 folgende Vereinbarung geschlossen: 4. Durchführung technischer Untersuchungen: − Röntgen − CT − MRT Medizinische/r Fachangestellte/r (MFA) [Röntgen: Fortbildung „Strahlenschutz gemäß § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV“] Medizinisch-Technische/r Assistent/in (MTA) [Fachkenntnisse gemäß Strahlenschutzverordnung] Medizinisch-technische/r Radiologie Assistent/-in (MTRA) [Fachkenntnisse gemäß Strahlenschutzverordnung] Quelle: Deutsches Ärzteblatt | Jg. 110 | Heft 38 | 20. September 2013 Was spricht dann noch gegen den Einsatz von entsprechend qualifizierten MFAs? Vielen Dank im Voraus. Ulrich Hepp


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hepp, ich beantworte Ihre Frage auf der Basis der Röntgenverordnung (RöV). Zutreffend ist hier § 24 Abs. 2 RöV (´technische Durchführung´). Die Anforderungen an die technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung seitens der Berufsgruppe ´MFA´ findet man dort unter der Nr. 4. Danach muss eine MFA über Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen und diese alle 5 Jahre aktualisiert haben. Außerdem darf die technische Durchführung nur unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines im Strahlenschutz entsprechend fachkundigen Arztes erfolgen. Diese ständige Aufsicht wird behördlicherseits interpretiert als ´in der Praxis sein´ bzw. ´auf dem Klinikgelände sein´. Eine Zeitvorgabe, wie die von Ihnen erwähnten 30 Minuten, wird in diesem Zusammenhang nicht genannt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Schneider A. schrieb am 01.07.2014 - 12:23 Uhr:
Frage:2244 BETREFF: FAIL SAVE
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich bin derzeit in meinem Praktischen Semester und habe mich über einige Röntgenanlagen informiert. Einige Anbieter bieten eine FAIL SAVE Einrichtung optional mit an, andere nicht. FAIL SAVE sagt doch aus, dass keine unbegrenzte Menge an Dosis abgegeben werden kann wenn z.B. der Strahler auf das RWG gerichtet ist ich aber tatsächlich eine Tischaufnahme machen möchte. Daher dachte ich bisher dass eine FAIL SAVE Einrichtung verpflichtend sei und in jedem Fall mit angeboten werden müsste. Vielen Dank für Eure Hilfe A. Schneider


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schneider, es ist richtig, dass bei einem Strahler und mehreren Anwendungsgeräten, die von einem Schaltgerät bedient werden, verhindert werden soll, dass bei einer Strahlereinstellung auf ein bestimmtes Anwendungsgerät versehentlich das andere Anwendungsgerät angewählt wird, mit all den daraus sich leicht vorstellbaren Konsequenzen. Diese können durch beispielsweise (!) eine Fail-Safe-Schaltung verhindert werden. Aber es muss nicht unbedingt diese technische Maßnahme sein. Es gibt auch andere Techniken, wie z.B. eine Kassettenabtastung, mit der sichergestellt werden soll, dass eine Kassette im richtigen Anwendungsgerät platziert worden ist. Weitere gleichwertige Maßnahmen sind ebenfalls zugelassen. Sie sehen, es muss nicht unbedingt ´Fail Safe´ sein - aber irgendetwas anderes entsprechend Wirksames schon. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Simon Eckelmeier schrieb am 01.07.2014 - 10:41 Uhr:
Frage:2243 BETREFF: Dosimetrie Honorarärzte
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, ich habe eine Frage zum Thema: ´Dosimetrie für Honorarärzte´ Wenn ein Honorararzt in mehreren Häusern tätig ist, wer ist für die Dosimetrieüberwachung ( Filmdosimeter ) verantwortlich, bzw. durch wen wird das Dosimeter zur Verfügung gestellt? MfG Simon Eckelmeier


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Eckelmeier, wir vertreten folgende Meinung: Wenn ein Arzt als Honorararzt „freiberuflich“ tätig ist und durch den Betrieb einer Röntgeneinrichtung (z.B. in einem OP) strahlenexponiert werden kann, dann fällt er ggf. unter die Regelungen des § 6 Abs. 1 Nr. 3 RöV. D.h., wenn diese Tätigkeit zu einer effektiven Dosis von mehr als 1 mSv/a führen kann, dann müssen diese Personen der für sie zuständigen Behörde diese Tätigkeit angezeigt haben, im Besitz eines vollständig geführten Strahlenpasses sein und ein Dosimeter der für sie zuständigen Messstelle tragen. Für das Dosimeter sind sie selbst verantwortlich. Anders kann sich die Situation darstellen, wenn ein Honorararzt als externer Strahlenschutzbeauftragter bestellt wird. Dann geht die Vorgabe zur Durchführung der Personendosimetrie in der Regel auf den Genehmigungsinhaber bzw. Anzeigepflichtigen (den Strahlenschutzverantwortlichen) und seine Strahlenschutzorganisation über. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kolb R. schrieb am 30.06.2014 - 18:41 Uhr:
Frage:2242 BETREFF: QS Richtlinie
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, im Newsletter wurde geschrieben, dass die neue QS Richtlinie ab dem 01.07.2014 anzuwenden ist. Woher kann man dieses Datum ableiten? In der QS RL habe ich keine entsprechende Angabe gefunden. mfG Kolb R.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, so direkt kann man dieses Datum nicht einem offiziellen Text finden - zumindest bisher nicht. Der 01.07.2014 ist mit einem Rundschreiben des Bundesumweltministerium an die einzelnen Bundesländer bekannt gemacht worden. Und die Länder wiederum werden es an die bei ihnen jeweils zuständigen Behörden und - ich unterstelle mal - auch an die ärztlichen Stellen und an die Sachverständigen weitergegeben haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Petra Botsch schrieb am 29.06.2014 - 18:24 Uhr:
Frage:2241 BETREFF: DICOM- Header
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vor ein paar Wochen konnten Sie uns mit Ihrer Antwort zu den gerundeten Dosisindikatoren der FA Philips weiterhelfen, die ÄS akzeptiert bis auf weiteres diese Angaben. Dafür noch einmal vielen Dank. Leider war das nicht der einzige Streitpunkt. Hier waren wir aber der Meinung, durch unsere Angaben über den Gebrauch des Headers und einige Screenshots mit den relevanten Daten , könnten wir diesen Punkt klären. In unserem, nach Angaben der Herstellerfirma standardisierten Header, steht unter dem Tag 0008,1030 Description of the Study dann z. B. die Studie LWS in 2. Ebenen. Im Tag Series Description steht dann ensprechend LWS ap und auf der seitlichen Aufnahme LWS seitlich. Unserer Meinung nach sind diese Angaben korrekt und können auf jedem Rechner nachvollzogen werden, sofern man den Header korrekt anwendet. Die Prüfstelle schreibt, wenn unterschiedliche Angaben in Series Description gemacht werden, müssen die Bilder in unterschiedlichen Serien abgelegt werden. Eines der Bilder würde immer mit der falschen Ebenenangabe angezeigt. Das entspricht nicht den Tatsachen , alle korrekten Angaben stehen auch noch mal im Hanging- Protocol Telefonische und schriftliche Interventionen und genügend Beispiele haben leider nichts an der Ansicht der ÄS geändert und der Bitte um eine eventuelle Vorstellung in einem Fachgremium mit unsrer Anwesenheit leider nicht entsprochen. Welche Wege können wir noch beschreiten? Wir möchten keinen Dauerstreit mit der ÄS, aber die nächste Überprüfung kommt bestimmt Vielen Dank P.Botsch


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Botsch, ich musste mich bezüglich dieser Ihrer Frage auch erst einmal schlau machen. Folgendes wurde mir mitgeteilt: Unter Beschreibung der Studie (Description of Study) wird der Umfang der Untersuchung abgelegt, wie z. B. Thorax in 2 Ebenen oder Polytrauma. In den Serien sind dann jeweils die einzelnen Untersuchungen abgebildet. Das bedeutet, dass z. B. die ap- und seitliche Aufnahme in einer jeweils gesonderten Serie abgelegt sein soll, damit eine eineindeutige Bezeichnung der Aufnahmen im Nachhinein möglich ist. Was wiederum heißt, dass einer Studie in der Regel mehrere Serien zugeordnet sein können. Die jeweilige Serie muss nach DICOM-Standard immer die dieselbe und eindeutige Bezeichnung haben. In der Praxis ergeben sich häufig Probleme bei der Schnittstelle der Modalität (Röntgeneinrichtung) zum PACS-System. Der Anwender möchte seine Bilder in einer bestimmten Art und Weise auf seinem Bildwiedergabegerät dargestellt haben. Dies kann bei den vorgenannten Schnittstellenproblemen dazu führen, dass die Aufnahmen, die sinnvollerweise in mehreren Serien abgelegt sind, in eine Serie abgelegt werden. Es befinden sich auch Modalitäten auf dem Markt, die eine Zuordnung von mehreren Serien innerhalb einer Studie nicht zulassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jutta Figge-Röhr schrieb am 27.06.2014 - 11:57 Uhr:
Frage:2240 BETREFF: Technische Durchführung Röntgenaufnahmen
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, Meine Frage: Darf ein Anwesenheitsbereitschaftsarzt im Krankenhaus (mit Fachkunde) in seinem Dienst eine Röntgenaufnahme erstellen? Oder muss eine MTRA hinzugerufen werden? Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Figge-Röhr, ja, das darf er, wenn er die für diese Röntgenuntersuchung notwendige Fachkunde im Strahlenschutz besitzt. Begründung: § 24 Abs. 2 RöV (´technische Durchführung´), dort der 1. Satz ´Die technische Durchführung ist neben den in Abs. 1 genannten Personen ... erlaubt.´ Und in Abs. 1 sind u.a. auch die Ärzte genannt, die fachkundig im Strahlenschutz sind (§ 24 Abs. 1 Nrn. 1 und 2 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Werner Betz schrieb am 26.06.2014 - 23:10 Uhr:
Frage:2239 BETREFF: Betrachtung von Röntgenbildern mit Lichtkästen
Sehr geehrtes Forum-Team Ich suche nach einer Vorschrift, aus der die Selbstverständlichkeit abzuleiten ist, dass Röntgenfilme an einem Lichtkasten zu betrachten/befunden sind. In einem Streitfall geht es um die Frage, ob eingescannte und ausgedruckte Röntgenbilder verwertbar sind. Weder in der RöV, noch in der StrSchV noch in der QS-RL kann ich etwas Konkretes dazu finden. Es geht hier nicht um die Pflicht zur Weitergabe von Röntgenbildern zur Vermeidung unnötiger Strahlenbelastung. Da ist die Befundungsfähigkeit ja geregelt. Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung der Frage.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Betz, bitte gehen Sie auf die Startseite des Forum RöV mit www.forum-roev.de und klicken Sie entweder den Link ´News´ oder ´7. Richtlinien/BMU Schreiben´ an. Dann finden Sie (in der 1. Zeile) unter dem Datum 23.6.2014 den Text der neuen Qualitätssicherungs-Richtlinie. Darin suchen Sie das Kapitel 7 ´Nicht-transparente Dokumentationsmedien´ auf. Das gibt Ihnen die Antwort auf Ihre Frage. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  andyftw schrieb am 26.06.2014 - 16:01 Uhr:
Frage:2238 BETREFF: Prozessfähigkeit
Hallo, wie viele Röntgenbilder von wie vielen Teilen sind für den Beweis einer Prozessfähigkeit von Druckgussteilen für die Automobilindustrie notwendig.


1. Antwort: Hallo, das weiß ich auch nicht! Diese Frage liegt an sich außerhalb unseres Kompetenzbereiches. Aber ein Tipp: Nehmen Sie Verbindung mit der Deutschen Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung e.V. (DGZFP) auf: Max-Planck-Str. 6, 12489 Berlin, 030/678070, mail@dgzfp.de. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Herr R. Nowotny schrieb am 25.06.2014 - 15:03 Uhr:
Frage:2237 BETREFF: KP in der Mammographie
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, meine Fragen beziehen sich auf die Konstanzprüfung bei digit. Mammographiegeräten. Nach der Überarbeitung der QS-RL vom 23.6.14 und dem Rundschreiben, Vollzug der RöV, der 71. Sitzung des Länderausschusses RöV, Nov.2013, vom 23.6.14 ist mir nicht so klar, wer welche Konstanzprüfungen durchführen darf (muss)! Im Abschnitt 3.4 der QS-RL geht es um die Durchführung der Abnahmeprüfung ( i.d.R. vom Hersteller od. Lieferanten) und der Konstanzprüfung. Gleichzeitig gibt es Änderungen in der FK-RL-Technik, Anforderungen an die Qualifikation von Sachverständigen - hier im Abschnitt 7.1.3, die auf den Abschnitt 3.4 QS-RL verweisen.. Beziehen sich nun diese Änderungen nur auf die Abnahmeprüfungen bzw. SV-Prüfungen? Wer darf die KP nach PAS 1054 bzw. DIN 6868-162 durchführen und welche Qualifikation muss derjenige besitzen? Welche Qualifikation und Voraussetzung muss erfüllt werden, um die jährliche KP nach PAS 1054 durchzuführen und wer darf die 24-monatliche (kurativer Betrieb) sog. CD-MAM- Prüfung durchführen? Darf ein Angestellter mit staatl. anerkannter med.techn. Ausbildung, einer langjährigen Berufserfahrung spez. Röntgentechnik (einschll. Mammographie) und Fachkunde R6, auch eine CD-MAM- Prüfung durchführen, oder muss evtl. ein Kurs gem. FK-RL-Technik Anlage L absolviert werden? Das sind viele Fragen - bedanke mich deshalb herzlichst für eine baldige Beantwortung. Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Nowotny, aus Ihrem Schreiben kann ich nicht so eindeutig entnehmen, ob sich Ihre Fragen auf die Durchführung der Konstanz- oder Abnahmeprüfung an digitalen Mammographiegeräten beziehen. Denn Sie erwähnen sowohl PAS 1054 (zurzeit noch für die Konstanzprüfung zuständig) als auch die DIN 6868-162 (gilt für die Abnahmeprüfung). Zunächst einmal: Wenn man im Sinne des § 6 Abs. 1 RöV geschäftsmäßig Röntgeneinrichtungen prüfen, erproben, etc. will, muss man dies der zuständigen Behörde anzeigen und für die zu benennenden Strahlenschutzbeauftragten das Vorhandensein der Fachkunde im Strahlenschutz nachweisen. Für die medizinische Anwendung der betreffenden Röntgeneinrichtungen gilt nach der „Fachkunde-Richtlinie Technik RöV“ die Fachkundegruppe R6 mit der Unterteilung 6.1 („Leitung der gesamten Tätigkeit“) und 6.2 („Tätigkeit vor Ort“). Dies trifft zu für alle medizinisch genutzten Röntgeneinrichtungen, unter anderem auch für Mammographiegeräte, und zwar sowohl für Abnahme- als auch für Konstanzprüfungen. Die Art der beruflichen Ausbildung der in Frage kommenden Personen bestimmt den zeitlichen Umfang des für die Erlangung der Fachkunde notwendigen Sachkundeerwerbs (Anlage F der genannten Richtlinie). Speziell für die digitale Mammographie ist nun neben der notwendigen Fachkunde im Strahlenschutz noch eine weitere Qualifikation notwendig, um die bei der Abnahmeprüfung und bei der Konstanzprüfung zusätzlich erforderliche Prüfung des Kontrastauflösungsvermögens durchführen zu dürfen (siehe die Abschnitte 3.4.1 bis 3.4.3 der QS-RL). Außerhalb des Screenings (dort werden ja diese Konstanzprüfungen durch das jeweilige Referenzzentrum durchgeführt), also im kurativen Betrieb, muss diese „CDMAM-Konstanzprüfung“ alle 24 Monate erfolgen. Im Jahr 2007 wurde vom damaligen Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in einem Rundschreiben an alle Bundesländer diese genannte Zusatzqualifikation für die Durchführung der CDMAM-Prüfung bekannt gemacht. Diese Regelung gilt auch heute noch. Danach muss ein diesbezüglicher Kurs („CDMAM-Kurs“) von 8 Unterrichtsstunden erfolgreich besucht werden. Voraussetzungen für die Teilnahme an dieser Schulung sind folgende: 1) Sachverständiger nach § 4a RöV oder eine Person mit der Fachkunde R6 nach der o.g. Richtlinie oder Medizinphysik-Experte. 2) Mindestens 10 Prüfungen nach PAS 1054 kontrolliert (als Sachverständiger) oder selbstständig durchgeführt haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Norbert Engelen schrieb am 20.06.2014 - 08:04 Uhr:
Frage:2236 BETREFF: Mammographie
Hallo wegen mehrerer bevorstehender Neuinstallationen, bzw. Umrüstungen von analog auf digital von Mammographiegeräten bin ich auf der Suche nach Formblattvorgaben für die DIN 6868-152 als auch 6868-162 jeweils Stand 06-2013. Für Hinweise, Links oder fertige Formulare wäre ich sehr dankbar. Norbert Engelen Elmed-GnbH


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Engelen, es gibt QS-Normen (für Abnahme- und Konstanzprüfungen), die derartige Formblätter in den Anhängen enthalten, aber nur, wie es in der Normensprache heißt, ´informativ´, also als Vorschlag, nicht als Vorgabe (dann würde dort stehen: ´normativ´). Die beiden in ihrer Frage erwähnten Normen beinhalten kein derartiges Formular sondern fordern jeweils im Kapitel 12 nur eine Gliederung, wie der Prüfbericht aufzubauen ist. Aber nochmals: Es gibt keine offiziellen, z.B. von einer behördlichen oder behördenähnlichen Institution explizit verlangten Formblätter für die Durchführung von Abnahmeprüfungen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Felix Schöfer schrieb am 13.06.2014 - 22:45 Uhr:
Frage:2235 BETREFF: DVT in der HNO und/oder in der Zahnheilkunde
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, bei uns gab es aktuell Rückfragen zu Abnahme und Konstanzprüfung DVT in der HNO und der Zahnheilkunde. Es geht um den aktuellen Stand der Anforderungen sowie nach Verabschiedung der neuen Qualitätssicherungsrichtlinie. Über die Regelungen entsprechend dem aktuellen Stand der neuen Richtlinie habe ich folgende Informationen erhalten: 1) DVT Geräte, die in der HNO verwendet werden, müssen nach DIN 6868-150 abgenommen und passend konstanzgeprüft werden; 2) DVT Geräte, die in der Zahnheilkunde verwendet werden, müssen nach DIN 6868-161 abgenommen und passend konstanzgeprüft werden, 3) DVT Geräte, die in der Zahnheilkunde und in der HNO allgemein verwendet werden, müssen nach beiden Normen abgenommen und passend konstanzgeprüft werden und 4) DVT Geräte, die in der Zahnheilkunde und in der HNO nur für Hochkontrastfragestellungen (Darstellung des Felsenbeins) verwendet werden, müssen mindestens nach 6868-161 abgenommen und passend konstanzgeprüft werden. Können Sie diese Aussagen bestätigen? Können Sie zudem noch einen Hinweis und eine Abschätzung geben, ab wann die Anwendung der neuen Richtlinie von den zuständigen Stellen gefordert werden kann und ab wann sie gefordert werden wird? Vielen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung bei der Klärung, beste Grüße, Felix Schöfer (Quart, Zorneding)


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Schöfer, betroffen sind die Abschnitte 3.10 und 3.11 der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL). Die Fragen Nrn. 1, 2 und 4 sind richtig beantwortet. Die Antwort auf die Frage Nr. 3 lautet, dass hier die Abnahmeprüfung nur nach DIN 6868-150 und nicht auch noch nach DIN 6868-161 durchgeführt werden muss (siehe 1. Satz in Abschnitt 3.11) und die Konstanzprüfung entsprechend passend. Der voraussichtliche Anwendungsbeginn der QS-RL wird mit 1.7.2014 angegeben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  R. Tegeler schrieb am 12.06.2014 - 18:15 Uhr:
Frage:2234 BETREFF: baulicher Strahlenschutz
Hallo, welche Vorschriften gibt es bei einem KrankenhausNeu- / Umbau für den baulichen Strahlenschutz auf Intensivstationen und in OPs? Danke


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Tegeler, ich nehme an, es geht um den Betrieb von Röntgendiagnostikgeräten, z.B. von C-Bogengeräten im OP, usw.. Die Bemessung des baulichen Strahlenschutzes geschieht nach DIN 6812 ´Medizinische Röntgenanlagen bis 300 kV - Regeln für die Auslegung des baulichen Strahlenschutzes´ von Juni 2013. Der Alleinverkauf von Normen dieser Art geschieht durch Beuth-Verlag GmbH, 10772 Berlin. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Eva Görgen schrieb am 04.06.2014 - 18:26 Uhr:
Frage:2233 BETREFF: Knochendichtemessung
Hallo Herr Professor & Team, können Sie mir sagen, welche Auflagen es bei der Anforderung; Ausführung und Befundung der Knochendichtemessung gibt? Ich denke, die Anforderung darf auch nur von einem fachkundigen Arzt gestellt werden? Darf es jeder Arzt diese Untersuchung befunden? Dürfen MTRAs und MFAs mit Rö.-Schein diese Untersuchungen durchführen- oder gibt es Zusatzqualifikationen/Auflagen/extra Kurs etc für Arzt oder ausführendes Personal ? Wie schaut es mit der Indikation aus ? Vielen Dank Mit freundlichen Grüßen Eva Görgen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Görgen, man kann es kurz machen: Für die Nutzung von Knochendichtemesseinrichtungen gelten bezüglich Stellung der rechtfertigenden Indikation und Anwendung (Befundung und technische Durchführung) für Ärzte bzw. Assistenzpersonal grundsätzlich dieselben Regelungen wie für andere Röntgendiagnostikeinrichtungen auch: rechtfertigende Indikation nur durch entsprechend fachkundige Ärzte, Befundung nur durch Ärzte mit Fachkunde oder mit Kenntnissen im Strahlenschutz (Letztgenannte nur mit ´ständiger Aufsicht und Verantwortung´), technische Durchführung durch MTRAs oder MFAs (Letztgenannte nur mit ´ständiger Aufsicht und Verantwortung´). Die medizinische (!) Indikation kann jeder Arzt stellen. Auch das gilt ganz generell in der Röntgendiagnostik. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Pepe G. schrieb am 03.06.2014 - 22:34 Uhr:
Frage:2232 BETREFF: Einsatz des Schulröntgengerätes (zu Frage: 2230)
Hallo Thomas M., leider dürfen wir in der Schule aufgrund immer strenger werdender Sicherheitsmaßnahmen viele Versuche nicht mehr durchführen. Wollte ich das Röntgengerät einsetzen, müsste ich erst mal auf dem Amt erfragen ob es für den Einsatz noch zugelassen ist (Bei einem 44 Jahre altem Gerät wohl eher nicht)und dann würde ich selber die entsprechenden Sicherheitskurse für den Strahlenschutz benötigen. Der einzige didaktische Einsatz der mir also für das Gerät bleibt ist den Grundaufbau eines Röntgengerätes zu demonstrieren und vielleicht noch als Einstieg in eine Stunde zum Strahlenschutz oder zur Frage wie schädlich Röntgenstrahlung ist (da empfiehlt sich aber eher ein Besuch im Gesundheitsmuseum in Dresden). Mein Problem ist zur Zeit, dass ich die Sammlung aus Raumnöten heraus um ein Drittel reduzieren muss und da kommen eben zuerst die Dinge dran, die seit Jahren im Regal stehen und einstauben, weil sie keiner benutzt/benutzen darf... Und an dieser Stelle ist meine Frage ganz einfach ob ich das Gerät einfach zum E-Schrott gebe oder ob es als ´Sondermüll´ zu bezeichnen ist. Mit freundlichen Grüßen, Pepe G.


1. Antwort: ........ siehe meine Antwort an Sie (zur Ihrer Anfrage Nr. 2229). Sie können, wie gesagt, alles mit diesem Gerät machen - nur nicht im Unterricht die Strahlung einschalten. Sie vermuten richtig: Das Gerät ist, schlicht gesagt, nicht mehr zugelassen. K. Ewen



  Iris Frings schrieb am 03.06.2014 - 16:13 Uhr:
Frage:2231 BETREFF: Anerkennung von ausländischen Abschlüssen/MTRA
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, In der FK-Richtlinie 4.7. steht: ´Personen, die außerhalb Deutschlands ausgebildet worden sind und die im Rahmen der Röntgenverordnung Aufgaben einer MTRA wahrnehmen wollen, haben nach § 2 Abs. 2 MTAG die Gleichwertigkeit ihres Ausbildungsstandards mit der MTA-APrV nachzuweisen. Notwendige Spezialkenntnisse und insbesondere das erforderliche Gesetzeswissen ist durch Teilnahme an einem Kurs im Strahlenschutz nach Anlage 2.1 zu erwerben.´ Lese ich nun Anlage 2.1. (Spezialkurs) steht da, dass die Voraussetzung für die Teilnahme die erforderliche Teilnahme am Grundkurs sei. Dieser, nach Anlage 1, nennt sich Grundkurs im Strahlenschutz für Ärzte und Mezidinphysik-Experten. Meine Frage dazu: Welchen Grundkurs sollen also nun die MTRA-Anerkennungskandidat/innen besuchen? Oder benötigen diese keinen Grundkurs? Grundlage meiner Frage ist, dass wir als MTA-Schule regelmäßig Anfragen von Anerkennungskandidaten aus dem Ausland erhalten, die bei uns eine Anpassungmaßnahme bzw. eine Eignungsprüfung durchführen wollen, die ihnen vom RP auferlegt wird, um die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung MTRA zu erhalten. Verstehe ich somit prinzipiell richtig: Zusätzlich zu einer solchen Maßnahme, etwa an einer MTA-Schule, müssen die Kandidaten einen Strahlenschutzkurs nach Anlage 2.1. durchführen um die Fachkunde zu erzielen? (und dann noch demenstprechend nach StrlSchV) Vielen Dank! I. Frings


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, nach der so genannten Gleichwertigkeitsprüfung im Rahmen des MTA-Gesetzes muss eine von Ihnen hier angesprochene Person noch die Fachkunde im Strahlenschutz erwerben (vgl. Paragraph 24 Abs. 2 Nr. 2 RöV bzw. Paragraph 82 Abs. 2 Nr. 2 StrlSchV). Da bestimmte Grundlagen und Sachkunden bereits in der Ausbildung enthalten sind und mit der erfolgreichen Gleichwertigkeitsprüfung nachgewiesen werden, ist zusätzlich nur der Besuch des jeweiligen Spezialkurses (z.B. Röntgendiagnostik) erforderlich. Man darf aber nicht vergessen, dass diese so erworbene Fachkunde im Strahlenschutz auch von der zuständigen Stelle (in der Regel von der Ärztekammer) bescheinigt werden muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  thomas m. schrieb am 03.06.2014 - 13:55 Uhr:
Frage:2230 BETREFF: zu Frage:2229 BETREFF: Schulröntgengerät
Frage:2229 BETREFF: Schulröntgengerät da es sich um ein Schulröntgengerät handelt, sollten sie als Physiklehrer doch alle Möglichkeiten haben, dieses Gerät didaktisch sinnvol im Physikunterricht einzubauen.


1. Antwort: .... ja, das ist natürlich möglich. Aber bitte nicht die Röntgenstrahlung einschalten (siehe meine Antwort zur Frage 2229) K. Ewen



  Pepe G. schrieb am 02.06.2014 - 19:24 Uhr:
Frage:2229 BETREFF: Schulröntgengerät
Hallo, ich bin Physiklehrer an einer Haupt- und Realschule und habe heute in unserer Sammlung ein ziemlich schweres Schulröntgengerät von der Firma NEVA aus dem Jahr 1970 gefunden. Neben den Fragen, was dieses Gerät an unserer Schule macht und ob es jemals verwendet wurde würde mich vor allen Dingen interessieren ob man bei der Entsorgung etwas besonderes beachten muss und ob es für solche Geräte noch irgendwo Verwendungszwecke gibt (Museum oder ähnliches) Viele Grüße, Pit


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gromes, für den Betrieb von Schulröntgeneinrichtungen ist die Röntgenverordnung (RöV) aus dem Jahr 1987 (mit diversen nachträglich eingefügten Änderungen) zuständig. Danach dürfen Geräte dieser Art an allgemein bildenden Schulen nur betrieben werden, wenn sie eine diesbezügliche Bauartzulassung aufweisen können (§ 4 Abs. 3 RöV). Diese liegt natürlich für ein Gerät aus dem Jahr 1970 nicht vor. Es gibt aus dem Strahlenschutzrecht keine explizite Anforderung an die Entsorgung eines derartigen Gerätes. Als Physiklehrer könnten Sie das Gerät zumindest so ´beschädigen´, dass es nicht mehr einschaltbar ist, wenn das überhaupt noch möglich sein sollte. Weiterer Verwendungszweck? Keine einfache Frage. Vielleicht interessiert sich das Röntgenmuseum im Remscheid-Lennep dafür. Viele Grüße K. Ewen



  Charles Levrey schrieb am 30.05.2014 - 20:52 Uhr:
Frage:2228 BETREFF: Teleradiologie: Stellung des Assistenzpersonals
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, die vor Jahren von den Aufsichtsbehörden genehmigte Teleradiologie an unseren Klinikstandorten wurde mit den Jahren wegen Personalproblemen immer weiter aufgeweicht, ohne das die Behörden informiert wurden. Mitunter wird die rechtfertigende Indikation lediglich von Ärzten mit Kenntnissen im Stahlenschutz, bestenfalls mit einer Teilfachkunde für CT-Untersuchungen des Schädels nach Nr. Rö 5.2 der ´Fachkunderichtlinie Strahlenschutz in der Medizin´ gestellt. Sind die MTRA trotzdem zur Durchführung der von o.g. Personen angeordneten Untersuchung verpflichtet, selbst wenn sie von den rechtswidrigen Zuständen wissen? Können ihnen bei einer Leistungsverweigerung Konsequenzen drohen? Ich danke für Ihre Antwort. C. Levrey


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Levrey, wie eine derartige Situation als rechtlich korrekt bzw. unkorrekt eingeordnet werden muss, ist sicherlich von der Strahlenschutzorganisation in dem betreffenden Haus und von den dort geltenden Strahlenschutzanweisungen abhängig. Wenn es eine Strahlenschutzanweisung des Strahlenschutzverantwortlichen (SSV) gibt und diese klar festlegt, dass nur der Teleradiologe die rechtfertigende Indikation mit dem Auftrag zur technischen Durchführung zu stellen hat, dann können sich die durchführenden MTRA auch darauf berufen. Eine derartige Anweisung ist dann von den Ärzten vor Ort, die bestimmte Aufgaben übernehmen sollen, genauso zu beachten wie von den MTRA, die natürlich die rechtfertigende Indikation nicht stellen dürfen. Sollte die Realität dann im wirklichen Betrieb anders (im negativen Sinne) aussehen, sind die MTRA nach unserer Meinung im Rahmen der vertrauensvollen Zusammenarbeit geradezu verpflichtet, den SSV und/oder Strahlenschutzbeauftragten (SSB) zu informieren, vor allem, wenn erkennbar ist, dass ganz bewusst eine Situation, die von den Vorschriften abweicht, geduldet oder sogar gefördert wird. Ggf. muss der Personalrat mit einbezogen werden. Weitere Möglichkeiten seitens der MTRA sind wohl kaum gegeben. Denn arbeitsrechtlich kommt eine Weigerung zur Durchführung oder eine direkte Meldung an die Behörde nicht in Betracht. Hier gibt es Beispiele, in denen Arbeitsgerichte ein solches Verhalten eines Beschäftigten gerügt haben. Nach den Vorschriften der Röntgenverordnung haben MTRA in solchen Fällen nichts zu befürchten, im Gegensatz zu den SSV und SSB (z.B. Bußgeld oder Abgabe an die Staatsanwaltschaft, da es sich um eine Straftat handeln könnte). Auch bei Schadenersatzforderungen von Patienten stehen nach unserer Rechtsauffassung nicht die MTRA, sondern die handelnden Ärzte im Fokus des Geschehens. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  A. Austrup schrieb am 30.05.2014 - 16:09 Uhr:
Frage:2227 BETREFF: jährliche Unterweisung im Strahlenschutz
Muss man an der jährlichen Unterweisung im Strahlenschutz teilnehmen wenn man im selben Jahr schon die Fachkunde aktualisiert hat?


1. Antwort: Hallo Frau/Herr Austrup, Antwort: ja! Eine wesentliche Begründung ist, dass die Unterweisung auf die individuellen strahlenschutzbezogenen Aspekte, Probleme und Anwendungsmodalitäten der betreffenden Röntgenabteilung eingehen soll, während sich dagegen ein Aktualisierungskurs mit den aktuellen, aber mehr allgemeinen Strahlenschutzgrundsätzen (z.B. Recht, Technik, Abschirmungen) beschäftigen muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heinrich Meyer schrieb am 27.05.2014 - 15:09 Uhr:
Frage:2226 BETREFF: CE-Kennzeichnung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, wir sind ein Maschinenbauunternehmen und möchten ein Röntgengerät eines amerikanischen Herstellers in unsere Maschine implementieren. Mit dem Röntgengerät sollen die hergestellten Produkte überprüft werden. Benötigt ein solches Gerät eine CE-Kennzeichnung nach MRL2006/42/EG oder nur nach NRL2006/95/EG? Mit bestem Dank im Voraus und freundlichen Grüßen H.M.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Meyer, der Betrieb dieses Gerätes fällt unter die Bestimmungen der RöV. Da keine medizinische Anwendung geplant ist, entfällt auch die Frage nach der CE-Kennzeichnung nach Medizinprodukterecht. Liegt eine Bauartzulassung nach RöV für den Röntgenstrahler oder für das gesamte Gerät vor, kann die Inbetriebnahme nach dem Anzeigeverfahren (§ 4 Abs. 1 RöV) erfolgen. Ist diese Bauartzulassung nicht vorhanden oder soll das Gerät in der technischen Radiographie (Grobstrukturanalyse in der Werkstoffprüfung; § 4 Abs. 4 Nr. 1 RöV) eingesetzt werden, muss die Inbetriebnahme nach dem Genehmigungsverfahren (§ 3 Abs. 1 RöV) erfolgen. Die von Ihnen genannten CE-Kennzeichnungen nach ... sind in diesen hier beschriebenen Inbetriebnahmeverfahren nach Strahlenschutzrecht nicht relevant. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Brigitte Kolb schrieb am 23.05.2014 - 12:42 Uhr:
Frage:2225 BETREFF: Teleradiologie - Ärzte am Ort der technischen Durchführung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, welche Qualifikation braucht ein Arzt, der sich im Rahmen der Teleradiologie (CT) am Ort der technischen Durchführung befindet? Reicht es aus, wenn er die Fachkunde auf dem Gebiet der Notfalldiagnostik hat? Braucht er zusätzlich den 8-h-Kurs ´Kenntnisse in der Teleradiologie´ und ein zweiwöchiges Praktikum ein einer teleradiologischen Einrichtung? Oder müssen diese Kurs nur von Ärzten besucht werden, die noch keine Fachkunde, sondern nur Kenntnisse im Strahlenschutz (absolvierter Unterweisungskurs) besitzen?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Kolb, der Arzt am Ort der technischen Durchführung benötigt bei der Teleradiologie folgende Qualifikation: 1) Arzt ohne Fachkunde im Strahlenschutz: Kenntnisse im Strahlenschutz nach § 24 Abs. 1 Nr. 3 RöV (Teilnahme am Grundkurs) plus praktische Erfahrungen mit der Teleradiologie über einen Einweisungszeitraum von 2 Wochen (Abschn. 6.2.2 FK-RL Medizin RöV). 2) Arzt mit Teilgebiets-Fachkunde: Praktische Erfahrungen mit der Teleradiologie, aber ohne explizite Festlegung auf einen Einweisungszeitraum von 2 Wochen. Der Teleradiologe muss diese Einweisung in beiden Fällen bestätigen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Christine Müller schrieb am 23.05.2014 - 08:40 Uhr:
Frage:2224 BETREFF: Abmeldung Dentalaufnahmegeräte mit Tubus
23.5.2014 Sehr geehrte Damen und Herren, von zwei Röntgengeräten in der Zahnarztpraxis ist das eine schon länger defekt. Wir möchten nun das Dentalaufnahmegeräte mit Tubus bei der Strahlenschutzbehörde oder wo auch immer abmelden, es soll dafür vorläufig auch kein Ersatz geschaffen werden, es ist also keine Änderung, sondern Abmeldung. Muß dafür auch eine Abnahme/Kontrolle erfolgen und ein Beauftragter in die Praxis kommen? Geht das einfach schriftlich? Mit welchem Formular? Für eine qualifizierte Antwort wäre ich sehr dankbar. Liebe Grüße


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Müller, eine Frage mit ähnlichem Inhalt ist schon mal hier im Forum RöV gestellt worden. Wenn Sie die Möglichkeit haben, im Forum RöV in das Jahr 2013 zurückzublättern und die dort die Frage Nr. 1954 vom 26.3.2013 aufzusuchen, wird in der dortigen Antwort (vor allem im 2. Teil) einiges zur Abmeldung einer medizinischen (gilt genauso für eine zahnmedizinische) Röntgeneinrichtung gesagt. Ganz kurz noch einmal: Abmeldung bei zuständigen sog. atomrechtlichen Behörde (Sie werden sicherlich wissen, wer das in Ihrem räumlichen Umfeld ist) und bei der zahnärztlichen Stelle, die für die Kontrolle der Qualitätssicherung zuständig ist (auch das werden Sie ja wissen). Ob das nun über ein Formular abläuft, kann ich nicht sagen, da das nicht einheitlich gehandhabt wird. Aber ein Anruf bei der Behörde wird Klarheit schaffen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Josef Gschloderer schrieb am 20.05.2014 - 22:22 Uhr:
Frage:2223 BETREFF: Was ist eine Befundung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, koennten Sie mir sagen, wie der Begriff ´Befundung´ definiert ist? In der QS-Richtlinie findet man dazu in Abschnitt 8.1 die Aussage, dass die ´Befundung´ die ´Erkennung, Beschreibung und Beurteilung der diagnoserelevanten Bildinhalte ... zur Beantwortung der diagnostischen Fragestellung und als Grundlage fuer aerztliche Entscheidungen ´ ... umfasst. Nach dieser Definition wuerde ich das Beurteilen einer notfallmaessig nachts auf der Intensivstation angefertigten Roentgenaufnahme durch einen fachkundigen Arzt (Notfallfachkunde), oder selbst durch einen Arzt mit Kenntnissen nach RoeV, wenn er unter der Aufsicht eines fachkundigen Aztes steht, als Befundung einstufen, zumal u.U. Therapieentscheidungen davon beeinflusst werden. Der Radiologe im Hause (der nachts nicht oder nur fuer CTs anwesend ist) sieht dies jedoch anders, er spricht in diesem Zusammenhang lediglich von einer ´Sichtung´, und behaelt es sich vor, von einer ´Befundung´ erst nach einer Beurteilung der Aufnahmen durch einen der Fachaerzte fuer Radiologie am naechsten Tag zu sprechen. Was ist korrekt? Und benoetigt man fuer die ´Sichtung´ auf der Intensivstation ueberhaupt einen Befundungsmonitor? Und schliesslich: eine ´Sichtung´ kann ja eigentlich auch ein Nicht-Fachkundiger bzw. jemand ohne Kenntnisse vornehmen??? Herzlichen Dank, und herzliche Gruesse Josef Gschloderer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gschloderer, ich sehe die Definition ´Befundung´ aus der Sicht der Röntgenverordnung eindeutig auf der Basis der von Ihnen zitierten Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL). Die RöV beschreibt in § 24 Abs. 1, wer befunden darf (´anwenden´: siehe § 2 Nr. 1 RöV), also - und zwar unabhängig, ob Radiologe oder nicht - dürfen das (wie Sie richtig beschrieben haben) alle mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz ausgestatteten Ärzte und alle Ärzte mit Kenntnissen im Strahlenschutz unter der ständigen Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Arztes. Das gilt auch für notfallmäßig auf einer Intensivstation hergestellte Röntgenaufnahmen. Auch da liegen Sie richtig. Natürlich muss zu diesem Zweck ein Befundungsmonitor verfügbar sein. Wenn ein Radiologe für sich in Anspruch nimmt, nur er alleine dürfe in einem Haus befunden, dann mag das aus anderen hausinternen Gründen so organisiert sein, aber nicht auf der Grundlage der RöV. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  A. Kuespert schrieb am 20.05.2014 - 15:50 Uhr:
Frage:2222 BETREFF: 60601-2-43 oder 2-54
Sehr geehrter Prof. Ewen, welche Norm findet bei klassischen urologischen Arbeitsplätzen, wie es z.B. der Siemens Access oder der Siemens Omnia ist, seine Anwendung. Die 60601-2-54 oder 60601-2-43 bzw. vielleicht können Sie mir sagen, wer hier eine verlässliche Antwort geben kann. Vielen Dank vorab. Mit freundlichen Grüssen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kuespert, zunächst zu dem Anliegen der beiden Normen: Die DIN EN 60601-2-43 von März 2011 betrifft die ´Besonderen Festlegungen für die Sicherheit einschließlich der wesentlichen Leistungsmerkmale von Röntgeneinrichtungen für interventionelle Verfahren´. Da Sie eine normungstechnische Aussage zu ´klassischen´ urologischen Arbeitsplätzen wünschen, gehe ich davon aus, dass bei Ihnen Interventionen weniger im Fokus stehen. Die noch als Entwurf vorliegende DIN EN 60601-2-54 von März 2014 dagegen spricht die ´Besonderen Festlegungen ... ´ von Röntgeneinrichtungen für Radiographie und Radioskopie an. Dazu gehören auch die klassischen urologischen Arbeitsplätze, an denen Sie ja interessiert sind. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass beide Normen nicht nur den Strahlenschutz ansprechen sondern auch andere Sicherheitsaspekte behandeln, wie z.B. den Schutz gegen mechanische Gefährdungen und die elektromagnetische Verträglichkeit. Wenn Sie Fragen zu Details haben, möchte ich empfehlen, sich mit dem Normenausschuss Radiologie (NAR) in Verbindung zu setzen (Koordinaten des NAR finden Sie im Internet). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rad/Uro Team schrieb am 15.05.2014 - 13:23 Uhr:
Frage:2221 BETREFF: C Bogen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, unser Urologischer Arbeitsplatz hat leider nun den Geist aufgegeben. Nun ist die Überlegung, ob man sich diesen Platz einspart und die Untersuchungen (Zystogramme/Urethrogramme/Ureterorenoskopien/ Harnleiterschienen-anlage.und -wechsel) mit einem C-Bogen (von 2007) gemacht werden können? Reichen die techn. Anforderungen eines C-Bogens für Erwachsene sowie Kinder aus? Als Dokumentation hätten wir nur die Printbilder. Eine Verbindung zum Pacs ist nicht möglich. Mit freundlichen Grüssen Das Rad/Uro Team


1. Antwort: Sehr geehrtes Rad/Uro Team, die Antwort hat etwas gedauert, weil wir selbst auch erst gewisse Infos einholen mussten. Nach den Leitlinien der BÄK müssen ante- und retrograde Untersuchungen von Harnröhre, Blase, Harnleiter und Nierenbecken sowie MCUs als durchleuchtungsgezielte Untersuchungen durchgeführt werden. Wenn hierbei nicht nur die Dynamik sondern auch morphologische Veränderungen erfasst werden, müssen die hieraus resultierenden Aufnahmen befundungsfähig sein. Die Printbilder des C-Bogens haben keine Befundungsqualität. Die (von Ihnen zwar nicht erwähnte) Standarduntersuchung (IVP) der Urologie kann auf keinen Fall an einem C-Bogen durchgeführt werden. Bei rein dynamischen Untersuchungen oder Wechsel der Ureterschienen kann der Gebrauch des C-Bogens durchaus ausreichend sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr.med.Willi Hornung schrieb am 15.05.2014 - 10:26 Uhr:
Frage:2220 BETREFF: KV Zulassung Teilröntgen zurückgeben
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen Ich bin als Chirurg- Unfallchirurg und D-Arzt niedergelassen. Derzeit erhalte ich von der KV Bayern 9,75.-€ fürs Röntgen pro Patient, pro Quartal.Damit ist das Röntgen ein Zuzahlunsgeschäft und ich trage mich deshalb mit dem Gedanken zum nächsten Quartal die Teilzulassung Radiologie an die KV zurückzugeben. Ich werde Röntgenbilder als Provatleistung anbieten und nach GOÄ liquidieren. Was gilt es zu beachten? Mit besten Dank für Ihre Bemühungen W.H.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Hornung, das Forum RöV hat im Laufe der Zeit seinen Arbeitsbereich von ursprünglich dem reinen Strahlenschutz erheblich ausgedehnt, und zwar bis hin zu ziemlich komplexen administrativen und medizinphysikalischen Fragestellungen. Dabei haben wir aber die rechtliche Basis ´Röntgenverordnung´ und zum Teil auch ´Strahlenschutzverordnung´, also das Strahlenschutz- und Medizinprodukterecht, nicht verlassen. Ihre Frage betrifft aber eindeutig das KV-Recht, auf dessen Rechtsstruktur wir uns seitens des Forum RöV nicht wagen wollen, weil wir, und ich zähle meine Person als Hauptakteur im Forum RöV ausdrücklich dazu, schlicht gesagt zu wenig davon verstehen. Ich bitte um Ihr Verständnis und verbleibe mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Heinrich Mertens schrieb am 13.05.2014 - 08:24 Uhr:
Frage:2219 BETREFF: Notfallversorgung in der Teleradiologie; Rechtsverhältnis zwischen den an der medizinischen Röntgendiagnostik beteiligten Personen
Sehr geehrte Damen und Herren, zur Teleradiologie und medizinischen Röntgendiagnostik gemäß der Röntgenverordnung möchte ich Ihnen die folgenden Fragen stellen: A) Teleradiologie § 3 Abs. 4 Satz 1 Nr. 6 Röntgenverordnung (4) Für eine Genehmigung zum Betrieb einer Röntgeneinrichtung zur Teleradiologie müssen zusätzlich zu den Absätzen 2 und 3 folgende Voraussetzung erfüllt sein: Es ist gewährleistet, dass 6. die Person nach Nummer 1 oder in begründeten Fällen eine andere Person nach § 24 Abs. 1 Nr. 1 innerhalb eines für eine Notfallversorgung erforderlichen Zeitraumes am Ort der technischen Durchführung eintreffen kann. Können Sie bitte den Begriff Notfallversorgung kommentieren? B) Untersuchung von Menschen mit Röntgenstrahlung in der Heilkunde außerhalb der Teleradiologie § 2 Röntgenverordnung Im Sinne dieser Verordnung sind: 1. Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen: Technische Durchführung und a) Befundung der Röntgenuntersuchung oder b) Überprüfung und Beurteilung des Ergebnisses einer Röntgenbehandlung, nachdem eine Person nach § 24 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 eine rechtfertigende Indikation gestellt hat. Die technische Durchführung ist den Personen nach § 24 Abs. 1 oder 2 Röntgenverordnung erlaubt. Welches Rechtsverhältnis muss zwischen dem im Strahlenschutz fachkundigen Arzt, der die rechtfertigenden Indikation zur Röntgenuntersuchung stellt, der Person, die die Röntgenuntersuchung technisch durchführt, dem im Strahlenschutz fachkundigen Arzt, der die Röntgenuntersuchung befundet, und dem Strahlenschutzverantwortlichen der Röntgeneinrichtung, mit der die Röntgenuntersuchung durchgeführt wird, bestehen? Welcher zeitliche Abstand darf bei einer Röntgenuntersuchung zwischen der Stellung der rechtfertigenden Indikation und der technischen Durchführung sowie zwischen der technischen Durchführung und der Befundung bestehen? Muss vor jeder Röntgenuntersuchung immer eine rechtfertigende Indikation gestellt werden, oder kann z.B. in einer lebensbedrohlichen Situation (medizinischer Notfall) die Stellung der rechtfertigenden Indikation entfallen? Für die Beantwortung meiner Fragen möchte ich Ihnen im Voraus danken. Mit freundlichen Grüßen, Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, zur Ihrer Frage A): im Zusammenhang mit dem Begriff "Notfallversorgung" im Rahmen der Teleradiologie vertrete ich folgende Meinung: Es gibt eine bundesweit geltenden Mustergenehmigung für die Teleradiologie nach § 3 Abs. 4 RöV. Darin findet man u.a. im Punkt "B Auflagen" folgende Anmerkung: Der Zeitraum für die Verfügbarkeit vor Ort ist vom Gefährdungspotential abhängig und sollte nicht mit einem festgesetzten Zeitraum in einem Musterbescheid vorgegeben werden. Die Genehmigungsbehörde entscheidet im Einzelfall. Der Zeitraum sollte 60 Minuten nicht überschreiten. Ich interpretiere das so: Der Begriff "Notfallversorgung" als Bestandteil eines rechtlichen Textes aus der RöV, der ein Genehmigungverfahren beschreibt, in dem eine "nichtmedizinisch" handelnde atomrechtliche Behörde Auflagen erteilt, sollte hier möglichst nicht pauschal und nicht sehr "medizinlastig" definiert werden. Es muss von Fall zu Fall entschieden werden, wie das o.g. Gefährdungspotential einzuschätzen ist ("Behörde entscheidet im Einzelfall"). Deshalb erscheint es mir am sinnvollsten, wenn man den Begriff "Notfallversorgung" in der Teleradiologie möglichst weitläufig definiert, damit im Einzelfall sowohl für die Behörde als auch für den Anwender genügend Raum für eigene Entscheidungen und Abgrenzungen bleibt. Fazit: Die Definition von "Notfallversorgung" in der Teleradiologie muss in jedem Fall vom individuellen Gefährdungspotential bestimmt werden. Zur Frage B): Hier wird die so genannte Strahlenschutzorganisation z.B. in einer Röntgenabteilung angesprochen. Darüber kann man ausführliche Kommentare schreiben, kann aber deren Grundstruktur auch in wenige Worte fassen. Der Strahlenschutzverantwortliche ist verantwortlich für das Funktionieren der Strahlenschutzorganisation. Dazu lässt er sich in der Regel durch die von ihm bestellten Strahlenschutzbeauftragten (im Strahlenschutz fachkundige Ärzte) unterstützen. Es gibt 3 Ebenen in der Strahlenschutzorganisation: 1) die entsprechend fachkundigen Ärzte, die die rechtfertigende Indikation stellen, 2) die entsprechend fachkundigen Ärzte, die "eigenständig" befunden und die Ärzte mit Kenntnissen im Strahlenschutz, die unter ständiger Aufsicht und Verantwortung fachkundiger Ärzte ebenfalls befunden dürfen, 3) Personen, die die Röntgenuntersuchung technisch durchführen: Ärzte mit Fachkunde (eigenständig) und Ärzte mit Kenntnissen im Strahlenschutz (ständige Aufsicht und Verantwortung!), MTRAs (eigenständig), MFA (mit Kenntnissen im Strahlenschutz und ständige Aufsicht und Verantwortung) , Medizinphysik-Experten (ständige Aufsicht und Verantwortung). Die Rechtsverhältnisse zwischen diesen Personengruppen gehen an sich aus dieser Aufzählung hervor. Die Frage nach den zeitlichen Abständen (rechtfertigende Indikation, Befundung, technische Durchführung) kann nicht mit einer pauschalen Zeitangabe beantwortet werden. Das ist eine medizinisch-radiologische Entscheidung, die von vielen klinischen Faktoren abhängig ist und ärztlicherseits gefällt werden muss. Schließlich die Stellung der rechtfertigende Indikation: Rechtstheoretisch, von den bekannten Ausnahmen (s. § 25 RöV) abgesehen, muss diese immer gestellt werden, auch in lebensbedrohlichen Situationen. Dass man in derartigen Einzelfällen de facto die Prioritäten anders setzt (auch behördlicherseits), muss wohl nicht diskutiert werden, aber rein rechtsformal hat man dann gegen die RöV verstoßen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  W. Bachert schrieb am 08.05.2014 - 09:13 Uhr:
Frage:2218 BETREFF: Elektronische Röntgenanforderung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Klinik werden die Aufträge für uns MTRA,s noch in Papierform mit allen erforderlichen Daten und Unterschrift des fachkundigen Arztes erteilt. Da wir dazu übergehen, eine ´papierloses´ Klinik zu werden meine Frage hierzu: Ist es ok, wenn der die rechtfertigende Indikation stellende fachkundige Arzt seine rechtfertigende Indikation z. B. in den Notfall - oder Anordnungsbogenbogen dokumentiert und danach eine MFA oder GuK die Daten und den Röntgenauftrag ins RIS überträgt und die Anforderung dann elektronisch zu uns in die Radiologische Abteilung sendet ? Mit freundlichen Grüßen W. Bachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, nach § 28 Abs. 1 Nr. 4 RöV muss auch aufgezeichnet werden, welcher Arzt die betreffende rechtfertigende Indikation (RI) gestellt hat. Dazu ist z.B. die Unterschrift des Arztes nicht unbedingt erforderlich und gehört deshalb auch nicht zu aufzuzeichnenden Daten. § 28 Abs. 4 RöV lässt durchaus zu, dass diese Aufzeichnungen unter bestimmten dort aufgeführten Bedingungen auch ´elektronisch´ erfolgen dürfen. Ich sehe also kein Problem in der von Ihnen vorgesehenen Umstellung auf ´papierlos´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Götz Lutterbey schrieb am 07.05.2014 - 15:57 Uhr:
Frage:2217 BETREFF: Röntgen von OP-Personal
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich leite die Radiologische Abteilung und befinde mich gerade im Clinch mit dem Pflegedirektor: Bei OP-Personal, Schwestern in der Endoskopie, in der Urologie etc. besteht die Meinung, dass wenn an einer Durchleuchungsanlage oder einem C-Bogen der Rö-Strahl von einem fachkundigen Arzt ausgelöst wird, das Hilfspersonal keine Kenntnisse im Strahlenschutz haben muss. In der Rö-Richtlinie 6.3 steht aber, das ´...Bedienen...´ einer Röntgenanlage Strahlenschutzkenntnisse erfordert. Ich bin der Meinung, dass jedes medizinische (nicht-ärztliche) Personal, das ein Rö-Gerät anfasst den 20h-Kurs absolvieren muss. Was ist richtig? Viele Grüße!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Lutterbey, die Tätigkeit des medizinischen Assistenzpersonals, wie z.B. diejenige der von Ihnen aufgezählten Berufsgruppen, im radiologischen Bereich erschöpft sich ja nicht nur im Auslösen der Röntgenstrahlung, sondern nimmt alles ein, was man nach der Begriffsbestimmung des § 2 Nr. 7 RöV als ´technische Durchführung´ definiert hat und wozu man die Kenntnisse im Strahlenschutz benötigt: Einstellen der technischen Parameter der Röntgeneinrichtung, Lagern des Patienten unter Beachtung der Einstelltechnik, Zentrieren und Begrenzen des Nutzstrahls, Durchführung von Strahlenschutzmaßnahmen und - natürlich - auch das Auslösen der Strahlung. Ein kurzer Blick des Pflegedirektors in die RöV wird ihn hoffentlich überzeugen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  H.Hempel-Marchand schrieb am 05.05.2014 - 13:39 Uhr:
Frage:2216 BETREFF: Erweitere Untersuchungstechniken in der Teleradiologie erlaubt
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, folgendes Szenario bzgl der Teleradiologie: 1.Genehmigung liegt vor, fachkundiges Personal etc vorhanden. 2.Folgendes Problem nun: häufig kommen an den sog WE, Feiertage, Bereitschaftsdienste oder auch im Tagdienst schwer traumatisierte Pat. nach Unfall in die Klinik, die diensthabende Ärzte(z.B.im Strahlenschutz fachkundige Unfallchirurgen, Orthopäden etc) verlangen nun aufgrund der besonderen Verletzungen des Pat. ein Nativ Abdomen CT bei V.a. Innere Blutungen, oder ein Wirbelsäulen- CT wegen V.a. knöch.Verletzungen der Wirbelkörper mit beginnender Lähmungssymptomatik . Frage: Dürfen wir solche Untersuchungen teleradiologisch durchführen, wenn der Teleradiologe dies für sinnig hält? auch ohne vorliegende behördliche Genehmigung? Anzumerken ist , dass diese Patienten aufgrund ihrer Verletzungen nicht transportfähig sind. Nächste Frage an Sie: lässt die atomrechtliche Behörde eine Genehmigung für teleradiolgische Untersuchungen im Notfall bei z.B Schwerverletzten Patienten zu (Wirbelsäule, Becken, Abdomen?)? Sind Pädiatrische Untersuchungen mittels der Teleradiologie im Notfall möglich? Da es leider noch keine Richtlinie bzgl der Teleradiologie gibt, was ich sehr bedauere benötige ich wie so oft Ihre Hilfe. LG Hempel-Marchand


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Hempel-Marchand (ist doch richtig: Frau?), leider müssen wir Ihre Anfrage etwas interpretieren, da sie für uns nicht so ganz eindeutig erscheint. Sie schreiben unter 1., dass die notwendige Genehmigung vorhanden und fachkundiges Personal vor Ort ist sowie die weiteren Anforderungen erfüllt sind. Wir gehen also davon aus, dass das den sogenannten ´Normalbetrieb´ am Tage betrifft. Hierdurch würde sich auch sofort die Frage unter 2. lösen lassen, die schwer traumatisierte Patienten im Tagesdienst betrifft. Nach der ´medizinischen´ Indikation durch einen nicht-fachkundigen oder fachkundigen Arzt (Chirurg, Orthopäde o.ä.) gibt es ja dann wohl immer einen Arzt mit Fachkunde für den CT, der die ´rechtfertigende´ Indikation stellen darf (ggf. der bestellte Strahlenschutzbeauftragte, der auf jeden Fall vorhanden sein muss). Damit wären alle Anforderungen an eine gerechtfertigte CT Untersuchung im Sinne der RöV erfüllt. Wenn kein CT-fachkundiger Arzt vor Ort ist, um die rechtfertigende Indikation zu stellen und die verantwortliche Erstbefundung durchzuführen (z.B. in den Diensten), dann geht es legal ohne Teleradiologiegenehmigung nicht. In einem Einzelfall kann man sich vielleicht noch auf den rechtfertigenden Notfall berufen. Wenn solche Situationen aber häufiger vorkommen, ist die entsprechende Organisation, d.h. die genehmigte Teleradiologie, notwendig. Die Ärzte mit Fachkunde für das konventionelle Röntgen, z.B. Chirurgen, Orthopäden, können diese Problematik in der Regel nicht lösen, da ihre Fachkunde in den meisten Fällen den CT nicht enthält. Unser Rat: Auf jeden Fall Teleradiologie beantragen! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Huppertz schrieb am 28.04.2014 - 11:12 Uhr:
Frage:2215 BETREFF: Kontrolle von Röntgenschürzen
Sehr geehrter Prof. Dr. Ewen, das Thema ´Kontrolle von Röntgenschürzen´ ist hier bereits vor längerer Zeit schon besprochen worden. Die Einträge sind allerdings auch schon etwas älter. Vor dem Hintergrund einer DIN EN ISO-Zertifizierung stellt sich bei mir die Frage, in welcher Form (Empfehlung oder Richtlinie) heute Röntgenschürzen für die Mitarbeiter einer endoskopischen Abteilung geprüft werden sollen/müssen und wie soll/muss die Prüfung durchgeführt werden ?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Huppertz, es existiert zu dieser Thematik eine neue Norm (DIN 6857-2), die zwar erst im Entwurfsstadium vorliegt, aber sicherlich zu Ihrer Frage einiges hergibt. Geben Sie z.B. in Google ´DIN 6857-2´ ein und Sie finden genauere Informationen über diesen Normentwurf. Der Gesamttext ist natürlich im Internet nicht ersichtlich, aber das gibt es ja für keine DIN-Norm. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Betty schrieb am 25.04.2014 - 15:59 Uhr:
Frage:2214 BETREFF: Aktualisierung Fachkunde
Hallo Herr Prof. Ewen, ich habe es an genannter Stelle zur Ansprache gebracht, dass meine Fachkunde im Juni ´ausläuft´. Jetzt wurde eben von dieser Stelle ein Termin im letzten Quartal diesen Jahres festgesetzt. Das würde ja bedeuten, ich müsste mich bis dahin auf die anderen Gerätschaften, ohne Rö-Strahlung, in meiner Arbeit einschränken.


1. Antwort: ......... ja, genau das bedeutet diese Terminverschiebung! Das wird dieser genannten Stelle hoffentlich auch bewusst sein. Vorschlag für Sie: Kontakt mit zuständiger atomrechtlicher Behörde aufnehmen und über die Möglichkeit einer Lösung sprechen. Gruß K. Ewen



  Betty schrieb am 25.04.2014 - 15:34 Uhr:
Frage:2213 BETREFF: Aktualisierung Fachkunde
Hallo Herr Prof. Ewen, ich bin Techniker und muss z.T. Rö-Geräte prüfen. Kann ich echtlich dafür belangt werden? Ich selber regele ja die ganzen Lizenzen/Zertifikate und so nicht - das wird einige Etagen über mir geklärt, zumindest ist da jemand, der sich darum kümmert/kümmern soll.


1. Antwort: Hallo Betty, wenn Sie ´geschäftsmäßig´ Röntgengeräte prüfen, wenn das also sozusagen Ihr Job ist, dann gelten die Bestimmungen des § 6 RöV. Und zwar dann, wenn Sie bei diesen Prüfungen auch mal die Strahlung einschalten müssen. In diesem Fall benötigen Sie Fachkunde im Strahlenschutz, über die Sie ja wohl auch verfügen, wie Sie geschrieben haben. Sollten Sie in einer Firma oder einer ähnlichen Organisation tätig sein (´einige Etagen´ über Ihnen scheint es ja noch Andere zu geben), dann muss dort abgeklärt werden, was passieren könnte, wenn Sie wegen Überschreitung des Aktualisierungstermins Ihre Fachkunde für einen bestimmten Zeitraum nicht mehr verfügbar hätten. Also, ich will nicht ausschließen, dass Sie in einer derartigen Situation auch nicht ganz außen vor sein könnten. Viele Grüße K. Ewen



  Betty schrieb am 25.04.2014 - 12:28 Uhr:
Frage:2212 BETREFF: Aktualisierung Fachkunde
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meine Fachkunde im Strahlenschutz wurde im Juni 2009 anerkannt, nun bin ich dieses Jahr mit der Aktualisierung dran. Bis wann muss diese spätestens erfolgen? Was würde im schlimmsten Fall passieren, wenn ein Aktualisierungskurs erst nach Juni erfolgen würde? Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Hallo Betty, wenn Sie Ärztin sind, dann ist richtig, dass Sie von Fachkunde im Strahlenschutz sprechen. Sollten Sie eine MFA sein, dann müsste man Kenntnisse im Strahlenschutz sagen. Sie könnten auch eine MTRA sein. Dann wiederum wäre Fachkunde richtig. Diese wird aber bei einer MTRA nicht ´anerkannt´ sondern sie gilt mit Erhalt des beruflichen Abschlusszeugnisses als erworben. Wie auch immer, sowohl Fachkunde als auch Kenntnisse müssen alle 5 Jahre aktualisiert werden. Und diese Termine sollten Sie nicht überschreiten. Nicht dass Sie die Fachkunde bzw. Kenntnisse bei Terminüberschreitung vollkommen neu erwerben müssten (Rücksprache mit der zuständigen atomrechtlichen Behörde wäre aber ratsam). Aber während der Zeit der Terminüberschreitung dürften Sie keine radiologischen Arbeiten ausführen, für die man Fachkunde bzw. Kenntnisse im Strahlenschutz benötigen würde. Und wenn Sie das trotzdem tun würden, wäre das ein Verstoß gegen die RöV. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Peter schrieb am 25.04.2014 - 11:45 Uhr:
Frage:2211 BETREFF: Antwort miGy
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, zu 100 % bin ich mir leider nicht sicher. Doch leider konnte ich den Arzt heute nicht sprechen. Ich meine das er mir 800 mGy gesagt hat, wohl auch noch zwei andere Werte die habe ich mir aber leider nicht notiert. Netterweise hat man mir aber noch andere Werte genannt die sind wie folgt: KV 90; 10mA; 13,873 Sec. Werde aber in der nächsten Woche nochmals nachfragen vielleicht bekomme ich die Werte nochmals genannt. Danke bis dahin und ein schönes Wochenende. Peter


1. Antwort: ... fragen sie nochmal nach. Denn bei DVT-Einrichtungen muss entweder das Dosisflächenprodukt oder das Dosislängenprodukt angezeigt werden. Aus beiden kann man die effektive Dosis mit Hilfe von Konversionsfaktoren ermitteln. Gruß K. Ewen



  M. Rappe schrieb am 24.04.2014 - 14:40 Uhr:
Frage:2210 BETREFF: CT-Rufbereitschaft
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ganz herzlichen Dank für die schnelle Antwort. Wenn es auch nicht so ganz einfach ist, habe ich immerhin gute Argumentationsgrundlagen. Mit freundlichen Grüßen M. Rappe


1. Antwort: .... nein, so einfach ist das sicherlich nicht. Ich würde mich, was die Art der anzusprechenden Behörde betrifft, zunächst mit der atomrechtlichen Behörde in Verbindung setzen. Dort weiß man in der Regel auch weiter, was die Frage nach eventuell anderen einzubeziehenden Behörden betrifft. Bei uns in NRW sind beispielsweise die Bezirksregierungen für die Durchführung der RöV zuständig. Viele Grüße K. Ewen



  Peter schrieb am 24.04.2014 - 11:43 Uhr:
Frage:2209 BETREFF: Erklärung milli-grey
Sehr geehrter Professor Ewen, Mir hat man nun freundlicherweise die Werte für die DVT Untersuchung mitgeteilt indem dort der Wert 800 milli grey über einen Zeitraum von 20mS übermittelt wurde. Leider kann ich mit diesen Werten nichts anfangen auch fehlt mir eine Möglichkeit der Umrechnung in Millisievert. Der Unterschied Millisievert und Milli Gray ist mir bekannt. Könnten Sie mir da weiterhelfen, bzw. Licht in das Dunkel bringen?! Danke nochmals vorab. Grüße Peter


1. Antwort: .... sind Sie sicher, dass man Ihnen den Dosiswert 800 mGy genannt hat? Bei DVT-Untersuchungen wird üblicherweise als Maß für die Patientenexposition das Dosislängenprodukt in mGy x m angegeben. Daraus lässt sich durch Multiplikation mit einem sog. Konversionsfaktor (für die DVT beträgt dieser in der Größenordnung um 0,0002) die effektive Dosis in mSv ausrechnen - besser gesagt - abschätzen: Wäre das in Ihrem Fall so, dann würde sich ergeben: 800 x 0,0002 = 0,16 mSv. Mit den Werten 800 mGy und 20 ms kann ich, was eine Dosisangabe in mSv betrifft, nichts anfangen. Gruß K. Ewen



  Brigitte Kolb schrieb am 23.04.2014 - 09:09 Uhr:
Frage:2208 BETREFF: Strahlenschutzkleidung für helfende Personen und Dosimetrie
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, 1) Welchen Bleigleichwert müssen Strahlenschutzschürzen für helfende Personen aufweisen? Gilt hier der Bleigleichwert für das Personal, also vorne 0,35 mm, hinten 0,25 mm? Dürfen die Schürzen hinten offen sein, so wie es für OP-Personal erlaubt ist? 2) Müssen helfende Personen ein Dosimeter (Stabdosimeter, EPD?) tragen, oder kann die Dosis abgeschätzt werden? 3) Müssen helfende Personen vor dem Aufenthalt im Kontrollbereich über mögliche Gefahren unterwiesen werden? Muss dies durch einen fachkundigen Arzt geschehen? Muss die Unterweisung dokumentiert und aufbewahrt werden? Falls ja, wie lange? Vielen Dank und freundliche Grüße


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Kolb, zu 1) ... dieselben Schürzen, die in der Röntgendiagnostik Standard sind: 0,35 mm Pb-GW vorne, 0,25 mm Pb-GW hinten, hinten teilweise offen (Schulterblätter bedeckt). zu 2)... sie müssen keine Dosimeter tragen, wenn Satz 1 in § 35 Abs. 1 RöV erfüllt ist. zu 3)... Unterweisung ja: § 36 Abs. 2 RöV; der SSB ist dafür verantwortlich (wer es tatsächlich tut, ist offen); Unterweisung muss dokumentiert und aufbewahrt werden (Aufbewahrungszeit: 1 Jahr nach § 36 Abs. 4 Satz 2 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  M. Rappe schrieb am 22.04.2014 - 20:47 Uhr:
Frage:2207 BETREFF: CT- Rufbereitschaft
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, in unserer Klinik (Fachkrankenhaus für neurologische Rehabilitation) soll eine CT-Rufbereitschaft eingeführt werden. Ich finde hier viele Beiträge die die ärztlichen Tätigkeiten und Befugnisse betreffen, aber wenig wie die Bereitschaft mit MTA´s abgedeckt wird. Da wir nur 2 MTRA`s sind und eine exam. Krankenschwester mit erworbenen Kenntnissen im Strahlenschutz, frage ich mich wie das funktionieren soll. Die Kollegin mit den Kenntnissen im SS fällt ja schon mal aus der Betrachtung, da es sich um Teleradiologie handeln wird. Wie können 2 MTRA´S, 7 Tage die Woche, eine Rufbereitschaft absichern? Gibt es vielleicht Modellbeispiele wie man dies regeln könnte? Welche Gesetzmäßigkeiten treffen zu? Da ich als Abteilungsleiterin in die Entscheidungsfindung eingebunden werde, würde ich mich gern im Vorfeld eingehend damit auseinander setzen , um evtl. auch Gegenargumente zu haben. Finde allerdings sehr wenige Beiträge die konkretisieren. Können Sie mir helfen? Im Voraus schon mal herzlichen Dank für Ihr Bemühen.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Rappe, eine zwingend notwendige rechtliche Verknüpfung zwischen den Tatbeständen ´technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung in der Teleradiologie´ und ´Bereitschaftsdienst von MTRA´ kann nach unserer Meinung so ohne Weiteres aus dem Text der RöV nicht heraus gelesen werden. Richtig ist in der Tat, dass in der Teleradiologie die technische Durchführung seitens einer MFA (und mag sie noch so gut ausgebildet sein) nicht in Betracht kommen kann. Vorstellbar ist, dass man sich noch auf dem Boden der RöV bewegt, wenn man im Rahmen einer anstehenden technischen Durchführung z.B. einer Computertomographie über die Einrichtung einer Rufbereitschaft für eine nach § 3 Abs. 4 Nr. 2 RöV erforderliche MTRA nachdenken würde. Dabei müsste gewährleistet sein, dass die durchführende MTRA in einem medizinisch akzeptablen Zeitraum am Untersuchungsort eintreffen muss und dass die Randbedingungen des Arbeitszeitgesetzes oder des Tarifvertrags eingehalten sind. Ob dies in Ihrem Haus der Fall ist, ist von hier aus natürlich nicht überschaubar, daher der Rat, sich mit der zuständigen Behörde für die Durchführung von Röntgenverordnung und Arbeitszeitgesetz in Verbindung zu setzen. Neben der MTRA, die am Untersuchungsort die Röntgenuntersuchung technisch durchführen muss, und dem von ´außen´ einbezogenen Teleradiologen ist am Untersuchungsort auch ein Arzt mit den erforderlichen Kenntnissen im Strahlenschutz notwendig. Dieser Arzt, der die Grundlagen einer möglichen Abklärung feststellen und dem Teleradiologen mitteilen muss, und der die notwendige Aufklärung durchführt und bei möglichen Komplikationen eingreift, muss auch die Möglichkeit haben, mit der MTRA, die technisch durchführt, zu kommunizieren. Hier wäre im Vorfeld zu ermitteln, ob dies bei einer MTRA-Rufbereitschaft sichergestellt werden kann. Auch notwendige Vor- und Nachbereitungen durch die MTRA sind in die Gesamtbetrachtung einzubeziehen. Wir meinen, dass es sicherlich rechtlich möglich ist, teleradiologisch mit einer MTRA in Rufbereitschaft zu arbeiten, wir glauben aber auch, dass dies in der Praxis nicht so ganz einfach funktionieren wird und dass deswegen ein Personaldecke von zwei MTRA zu knapp sein kann, um eine Teleradiologie in den „Bereitschaftszeiten“ seriös aufrecht zu erhalten. Hierbei müssen auch die Urlaubs- und möglichen Krankheitszeiten, Aus- und Fortbildungen sowie (zeitlich) außergewöhnliche Fälle im normalen Dienst mit betrachtet werden. Sie erkennen, dass die Benennung konkreter Rechtsvorschriften über das Arbeitszeitgesetz oder den Tarifvertrag hinaus, in Kombination mit den auch nicht ganz einfachen rechtlichen Vorgaben der RöV bei der Durchführung der Teleradiologie, Mühe macht und den Zuständigkeits- und Kompetenzbereich des Forum RöV erheblich strapaziert. Daher scheint uns, wie schon gesagt, eine Rücksprache mit der zuständigen Behörde unumgänglich zu sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Peter schrieb am 20.04.2014 - 09:45 Uhr:
Frage:2206 BETREFF: Antwort auf meine Frage
Sehr geehrter Herr Ewen, Danke für die doch diplomatische Antwort. Vielleicht könnten Sie doch präzisieren in welchen Fällen eine Schürtze mal vorne und mal hinten zum Schutz angelegt wird. Wäre die Strahlung nicht schädlich so könnte man ja generell auf Schutzmaßnahmen verzichten, oder?! Bei der DVT Aufnahme sollte mein linker Oberkiefer aufgenommen werden. Schönen Osrtersonntag, wünscht Peter


1. Antwort: Hallo Peter, wir wollen keine ´unendliche Geschichte´ daraus machen, aber einiges grundsätzlich: Informationen über das stochastische Strahlenrisiko, das nur statistische Aussagen erlaubt (z.B.: die Wahrscheinlichkeit für eine strahlenbedingte Krebserkrankung ist ´soundso hoch´ bei einer Dosis ´soundso viel´) müssen zwangsläufig ´diplomatisch´ sein, weil man für das Schicksal einer exponierten Einzelperson keinen exakten Wert angegeben kann. Das gilt auch für das Anlegen einer Schürze bei einer DVT-Untersuchung: Im Rückenbereich eines Menschen befindet sich viel strahlensensibles rotes Knochenmark (Wirbelsäule, Becken), im Brust- und Bauchbereich sind wiederum andere Gewebe strahlensensibel (z.B. die weibliche Brust, Darm, Fortpflanzungsorgane). Was zählt mehr? Es gibt übrigens auch sog. Rundum-Schürzen, die Rücken und Vorderseite abdecken. Ich halte diese aber aus den in meiner ersten Antwort schon genannten Gründen bei DVT-Untersuchungen für überzogen. Zum Schluss: Ich habe nie behauptet und würde das als engagierter Strahlenschützer auch nie tun, dass Röntgenstrahlung nicht schädlich sein könnte, aber bei der Risikobewertung (siehe oben) kommt es auf die Höhe der Dosis an! Mit freundlichem Gruß und auch schöne Ostertage K. Ewen



  Peter schrieb am 19.04.2014 - 06:54 Uhr:
Frage:2205 BETREFF: Richtiges Anlegen Strahlenschütze DVT
Sehr geehrte Damen und Herren, Ich hatte vor einer Woche eine Untersuchung (DVT) bei meinem Zahnarzt. Die Dame die die Untersuchung machte kannte sich nicht gut mit dem Gerät aus, auch legte sie mir die Schutzkleidung so an, dass diese nur den Rücken schützte. Ist das so korrekt?! Aus vergangenen Untersuchungen wurde mir immer die Schutzkleidung so angelegt, dass der vordere Bereich geschützt war, ist das beim DVT anders?! Weiters hätte ich noch die Frage, ob es möglich ist durch Falscheinstellung ( zu hohe Strahlung/ Dosis) durch Unwissen, falsche Bedienung, den Patienten einer Gesundheitsgefährdung auszusetzen?! Danke vorab für die Beantwortung. Peter


1. Antwort: Hallo Peter, zunächst etwas Grundsätzliches: In der Rangfolge der von Röntgenuntersuchungen verursachten Patientenexpositionen steht die zahnmedizinische Röntgendiagnostik mit an letzter Stelle. Dazu gehören auch DVT-Untersuchungen. Das sog. stochastische Strahlenrisiko (Krebs,Leukämie und genetische Schäden) ist dort sehr gering. Trotzdem muss natürlich auch hier der Strahlenschutz korrekt und dosissparend gehandhabt werden. Ich kann von hier aus natürlich nicht beurteilen, ob die Assistentin (vielleicht eine zahnmedizinische Fachangestellte) entsprechend qualifiziert war, also die notwendigen Kenntnisse im Strahlenschutz aufgewiesen hat. Speziell bei der DVT wird ja das Untersuchungsobjekt (Kopfbereich) aus unterschiedlichen Richtungen exponiert, so dass sich in der Tat die Frage stellt, ob man den vorderen oder den hinteren Teil des Patienten mit einer entsprechenden Schürze gegen Streustrahlung schützen sollte. Wie auch immer, eine sehr große Effektivität hat diese Maßnahme grundsätzlich nicht, denn, erstens, entsteht bei DVT-Untersuchungen nicht viel Streustrahlung und, zweitens, wird davon nur ein geringer Teil von der Schürze absorbiert, weil sich die meiste Streustrahlung innerhalb des Patienten ausbreitet und daher von äußeren Abdeckungen nicht erfasst wird. Was die Einstellung falscher Untersuchungsparameter betrifft, so hat man dazu bei modernen, digital arbeitenden Röntgengeräten, wozu auch ein DVT zählt, wenig Gelegenheit, da vieles automatisch abläuft. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Günter Roos schrieb am 18.04.2014 - 15:36 Uhr:
Frage:2204 BETREFF: zu Frage 2195; ständige Aufsicht,
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, lieber Klaus, aus der heute nur noch ´lesenden Seite´ der Pensionäre melde ich mich zu diesem schwierigen Themenfeld. Ich hatte die Zeit und Gelegenheit die Gerichtsverhandlungen des VGH Baden-Württemberg persönlich zu verfolgen. Bei der Verhandlung ging es vorrangig um den alleinigen Einsatz von MFA für die Strahlenbehandlung. Der VGH hat nur das Strahlenschutzrecht und nicht die ebenfalls zu beachtenden Rechtsbereiche seinem Urteil zu Grunde gelegt. Eine Übertragung des Urteils auf den Bereich der RöV ist daher mit besonderer Vorsicht zu erörtern. Ich möchte deshalb auf die RöFo 2014, Heft 1 und meinen Leserbrief in Heft 4 hinweisen. Entscheidende Frage aus meiner Sicht ist der Umfang der technischen Mitwirkung und der Grad der jeweiligen Berufsausbildung -sowohl in beruflicher als auch in Strahlenschutz-fachlicher Hinsicht. Mit zunehmender technischer Komplexität der Geräte und deren Anwendung (gilt auch beim Röntgen) sind zunehmende fachliche Anforderungen zu stellen. Vom Verordungsgeber sind daher Grenzen für MFA zu setzen. Die bisherigen Kenntniskurse zum Strahlenschutz können keine qualifizierte und prüfbare Berufsausbildung ersetzen. Viele Grüße Günter Roos


1. Antwort: Lieber Herr Roos, lieber Günter, vielen Dank für diesen spannenden Beitrag. Wir, das Forum-Team, haben das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht (VG) und dann vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) für BW auch mit großem Interesse verfolgt. Der VGH hat in seiner Entscheidung nach unserer Meinung ganz gezielt die technische Mitwirkung (technische Durchführung) von medizinischen Fachangestellten (MFA) außerhalb der Strahlentherapie (z.B. zur Durchführung qualitätssichernder Maßnahmen) an Linearbeschleunigern nicht betrachtet. Bei der technischen Mitwirkung am Beschleuniger im Rahmen der Anwendung hat der VGH die Tätigkeit der MFA unserer Meinung nach nicht ausgeschlossen, sondern die ständige Aufsicht durch den fachkundigen Arzt präzisiert. Für andere Anwendungen hat der VGH auf die notwendige Risikobetrachtung verwiesen. So wird der Einsatz von MFA bei der technischen Durchführung oder Mitwirkung im Rahmen der Anwendungen (RöV oder StrlSchV) zurzeit auch gehandhabt. In NRW lässt man z.B. in der Röntgendiagnostik bis zu 15 Minuten bis zum Eintreffen des fachkundigen Arztes am Untersuchungsort zu (mit der Einschränkung, dass er sich auf dem Klinikgelände befinden muss), um die Aufsicht über MFA oder nichtfachkundige Ärzte wahrzunehmen. Dieses ist unserer Meinung nach angemessen im Verhältnis zum Risiko, und zwar unter Einbeziehung einer korrekt gestellten rechtfertigenden Indikation. In der NUK oder Strahlentherapie wird diese zeitliche Vorgabe (15 Minuten) nicht so pauschal gesehen, sondern die Risiken der vorgesehenen Anwendungen bestimmen hier diese Zeitvorgabe (diese kann bis „Null“ in der Strahlentherapie mit Linearbeschleunigern betragen). Zum Thema „erfolgreich abgeschlossene sonstige medizinische Ausbildung“ fällt eine Stellungnahme sicherlich schwerer. Dies liegt unter anderem daran, dass das MTA-Gesetz zwar diesen Begriff in § 10 Nr. 6 benennt, aber nicht definiert, was er bedeutet. Die atomrechtlichen Behörden bewegen sich sicherlich am Rande ihrer Möglichkeiten, wenn sie entscheiden müssen, was eine „erfolgreich abgeschlossene sonstige medizinische Ausbildung“ ist. Die Bund-Ländergremien haben sich hiermit zwar beschäftigt (wie Du auch weißt), allerdings gibt es bisher keine mit allen Beteiligten abgestimmte Entscheidung. Natürlich kann ein Kenntniskurs, und mag er von noch so hoher Qualität sein, eine qualifizierte Berufsausbildung nicht ersetzen. Aber die zuständigen Stellen (z.B. die Ärztekammern) können vor Erteilung der „Kenntnisbescheinigung“ nach RöV oder StrlSchV prüfen, ob überhaupt und, wenn ja, welche Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen wurde. Bei dieser Prüfung kommt es auch schon mal zu Ablehnungen. Diese Prüfung entfällt aber überall dort, wo ohne jede Einschränkung eine Kursbescheinigung als Kenntnisnachweis akzeptiert wird. Hier müsste man ggf. nach als erstes ansetzen (denn das können die atomrechtlichen Behörden selbständig) und dann ggf. gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium Kriterien für die Berufsausbildung und den Berufsabschluss festlegen. Wir hoffen, dass Dein Betrag hilft, hier weitere Aktivitäten zu starten. Viele Grüße Klaus Ewen



  Prof. Dr. R. Köster schrieb am 17.04.2014 - 14:04 Uhr:
Frage:2203 BETREFF: Nuklid-Paravasat
Sehr geehrter, lieber Herr Ewen: Anläßlich eines Gutachtens bin ich mit der Frage konfrontiert, welche besonderen Komplikationen nach Paravasation von Tc-99m-MDP bekannt sind - leider finde ich in der einschlägigen Literatur nichts darüber. Situation: Bei einer Pat. seien nach/während Injektion von 600 MBq Tc-99m-MDP starke Schmerzen aufgetreten mit anschließender Entwicklung einer ´Phlebitis´ und ´hühnereigroßer´ Schwellung; jetzt bestünden noch eine ´erbsgroße steinharte´ Stelle sowie Schmerzen und Kraftminderung im linken Arm bei Belastung. Das Knochenszintigramm selbst ist regelrecht auswertbar, zeigt allerdings einen typischen hotspot an der Injektionsstelle in der Ellenbeuge. Sind Ihnen Daten/Angaben zu spez.Komplikationen bei Nuklid-Paravasaten bekannt. Mit bestem Dank für Ihre Mühewaltung und herzlichen Grüßen R. Köster, vorm. CA des Institutes für klinische Radiologie und Nuklearmedizin, Städt. Kliniken Neuss, Lukaskrankenhaus


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Prof. Köster, ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken: Diese Antwort stammt nicht von mir. Ich bin aber sicher, sie ist sehr kompetent. Bei der iv. Injektioin eines Radiotracers zur Diagnostik, wie auch hier angesprochen, sind Nebenwirkungen radiogen oder pharmakologisch nicht zu erwarten. Der von mir angesprochene Experte hat über ca. 40 Jahre Nuklearmedizin betrieben und bis auf eine allergische Reaktion auf Tc-99m MAA zur Lungenperfusionsuntersuchung, hier handelt es sich um einen Eiweißkörper, keine unerwünschten Reaktionen beobachtet. In diesem speziellen Fall ging es um unerwünschte Nebenwirkungen nach Injektion von Tc-99m HDP (oder allgemein Tc-99m Polyphosphate) zur Knochenszintigraphie. Es werden in der Regel nach der Liste der empfohlenen Aktivitäten des BfS 500 bis 700 MBq Aktivität in einem Volumen von ca 1 – 2 ml injiziert. Auch nach kompletter paravenösen Injektion reicht die im Gewebe deponierte Energie für die Induktion eines deterministischen Strahlenschadens nicht aus. Das Volumen bleibt auch nicht bis zum Ende des physikalischen Zerfallsprozess vor Ort liegen, sondern wird über Lymphtransport zentralwärts bewegt. Betrachtung der pharmakologischen Wirkung: Das Tc-99m wird als Pertechnetat aus dem Mo-Tc-Generator mit 0,9%iger (physiologischer) Kochsalzlösung eluiert. Nach Reaktion mit dem kommerziell beziehbaren Knochenkit handelt es sich um eine nahezu isotonische Lösung. Diie Menge des darin gelösten Polyphosphats ist auf das Gewicht bezogen so minimal, dass eine pharmakologische Wirkung z.B. Reizung der Venenwand oder wie in diesem Falle Reizung des Gewebes in der Ellenbeuge nocht beobachtet werden kann. Dementsprechend kann die Injektion laut Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin auch durch Assistenzpersonal durchgeführt werden, sofern sich der Arzt davon überzeugt hat, dass die betreffende Person die Injektionstechnik beherrscht. Nebenwirkungen von Tc-99m Polyphosphat nach iv. Injektion, wie von Ihnen beschrieben, sind mir auch nach Literaturrecherche nicht bekannt. Allerdings ist die iv. Injektion allgemein in die Ellenbeuge nicht unproblematisch. Wegen der Nähe zur arteria brachialis und nervösen Strukturen, wie dem nervus medianus, habe ich die Injektion hier, wenn es möglich war, immer vermieden. Risikoärmer ist die Injektion in den Handrücken oder den Unterarm. Der von mir angesprochene Kollege hofft, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben. Mit freundlichen Grüßen K.Ewen



  Christoph Kleinschmidt schrieb am 11.04.2014 - 17:07 Uhr:
Frage:2202 BETREFF: Recht auf Dosisangaben
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, eine grundsätzliche Frage: hat ein Patient ein Recht darauf, die Dosiswerte der an ihm durchgeführten Röntgenuntersuchungen genannt zu bekommen? Im aktuellen Fall, der diese Anfrage auslöst, möchte ein Patient diese Werte in einem Schadensersatzprozess gegen den Verursacher eines Unfalls verwenden, in dessen Folge mehrere Röntgenuntersuchungen notwendig waren. Wegen der besonderen juristischen und auch gesellschaftlichen Brisanz suche ich Antwort auf die obige Frage. Wenn Sie sie mit Ja beantworten, was ist die Rechtsgrundlage? Welche Dosis gibt man ggf. heraus, DFP/DLP oder gar effektive Dosis? Und schließlich: gibt es Präzedenzfälle und/oder Grundsatzurteile? Vielen Dank für Ihre Bemühungen im Voraus! Chr. Kleinschmidt


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kleinschmidt, zur Beantwortung Ihrer Frage wird man sich auf § 28 Abs. 1 Nr. 6 RöV beziehen müssen: Bei der Anwendung von Röntgenstrahlung auf den Menschen (z.B. in der Röntgendiagnostik) muss unter anderem aufgezeichnet werden: die Strahlenexposition des Patienten, soweit sie erfasst worden ist (siehe § 3 Abs. 3 Nr. 2b RöV), oder die zu ihrer Ermittlung erforderlichen Daten und Angaben. Man würde also seitens einer Röntgenabteilung einem Patienten auf dessen Wunsch (s. § 28 Abs. 2 RöV) entweder die am Röntgengerät angezeigte Strahlenexposition, z.B. in Form des DFP oder DLP, angeben müssen oder, falls diese Anzeige nicht verfügbar ist, diejenigen Daten und Angaben, aus denen man (z.B. ein Medizinphysik-Experte, MPE) die Exposition ermitteln (errechnen) kann (siehe auch die ´Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV´; im Internet aufsuchbar). Eine Röntgenabteilung ist also nicht verpflichtet, über diese in § 28 Abs. 1 Nr. 6 RöV genannten Angaben hinausgehende Werte zu liefern bzw. diese in Form irgendeiner Dosisgröße zu berechnen. In dem von Ihnen genannten Fall würde man also dem Patienten, falls anzeigemäßig möglich, beispielsweise den Wert des DFP angeben oder ihm, mit den relevanten Untersuchungsdaten versehen, empfehlen, einen Experten (z.B. einen MPE) anzusprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wolfgang Bachert schrieb am 09.04.2014 - 11:36 Uhr:
Frage:2201 BETREFF: Kenntnisse im Strahlenschutz für z.B. Anästhesie-Pflegepersonal
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei uns in der Klinik ist die Frage aufgetaucht, ob Anästhesiefachschwestern, die während einer OP ja ´nur´ passiv bei einer möglichen Rö-Durchleuchtung oder - Aufnahme dabei sind Kenntnisse im Strahlenschutz erwerben müssen (analog der OP-Schwester- die ja aber unter Anleitung oder Aufsicht röngt ? Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Bachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, so wie Sie die Tätigkeiten dieser Anästhesiefachschwestern beschrieben haben (´passiv´ im Zusammenhang mit der Durchführung der Röntgenuntersuchung: z.B. lösen die Strahlung nicht aus, stellen die Patienten vor der Röntgenuntersuchung nicht ein), benötigen diese Personen keine Kenntnisse im Strahlenschutz. Allerdings müssen sie nach § 36 RöV unterwiesen werden, denn sie befinden sich bei ihrer Tätigkeit sicherlich im Kontrollbereich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Weber schrieb am 07.04.2014 - 14:24 Uhr:
Frage:2200 BETREFF: Linsendosis
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, 1.einerseits legt die neue EURATOM Richtlinie nun endlich die niedrige Linsendosis fest; prophylaktisch wurden und werden im interventionellen Betrieb individuelle Brillen beschafft. Andererseits ist mir noch nicht klar, wie ich an diesem Organ dem Gebot der Personendosismessung gerecht werden kann. 2. bei Ausrüstung eines hybriden OP bestehen erhebliche Meinungsdifferenzen zwischen dem zahlenden Strahlenschutzverantworlichen und uns Radiologen über zusätzlich notwendige beidseitige Untertischbleilamellen, also auch für Assistenzseite, einschwenkbare Bleiglasäquivalente z. B. zur Abschirmung der Anästhesie und ähnliches Zusatzequipment; denn der Hersteller behauptet, alles was das Gesetz erfordert sei vorhanden. Mit strahlendem Gruß, Michael Weber StSchB


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Weber, bis zum Jahr 2018 muss die neue EURATOM-Richtlinie in das nationale Strahlenschutzrecht (RöV, StrlSchV) umgesetzt werden. Dann wird es u.a. auch einen neuen (deutlich reduzierten) Grenzwert für die Augenlinsendosis von 20 mSv/a geben. Dieser wird bei gewissen radiologischen Interventionen nicht so ganz leicht einzuhalten sein. Außerdem stellt sich, wie von Ihnen richtig angemerkt, die Frage nach der messtechnischen Erfassung der Augenlinsendosis. Zum letztgenannten Punkt kann jetzt nur gesagt werden, dass ´man´ (z.B. die amtlichen Messstellen, die PTB) an entsprechenden Verfahren arbeitet und glaubt, sie bis 2018 verfügbar zu haben. Um die Augenlinsendosis zu reduzieren, wird man bei bestimmten ´Hochdosisuntersuchungen´ möglicherweise mit der Bleiglasbrille alleine nicht auskommen. Man wird einen geräteintegrierten Streustrahlenschutz benötigen, der allerdings nach der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL), nach der ein Sachverständiger vor Inbetriebnahme einer Röntgeneinrichtung und dann alle 5 Jahre eine Strahlenschutzprüfung durchführen muss, jetzt schon verlangt wird (Prüfberichtsmuster 2.2.3, Prüfposition 03E06 in der SV-RL). Insofern dürfte es darüber zwischen Strahlenschutzverantwortlichem, Strahlenschutzbeauftragten und dem radiologisch-medizinischen Team eigentlich keine Diskussion geben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ch. Voigt schrieb am 26.03.2014 - 19:56 Uhr:
Frage:2199 BETREFF: Rechtfertigende Indikation - Befundung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es eine Vorschrift, aus der man ableiten kann, dass der fachkundige Arzt, der die rechtfertigende Indikation stellt, zwingend personengleich mit dem befundenden Arzt sein muss oder könnte dies auch ein anderer fachkundiger Arzt tun? Beispiel: Fachkundiger Arzt vor Ort erstellt rechtfertigende Indikation, MTRA führt durch und externer Radiologe befundet. Mit freundlichen Grüßen, Ch. Voigt


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr (´Ch´ kann ja beides sein) Voigt, es ist eindeutig klar: Der die rechtfertigende Indikation stellende fachkundige Arzt (§ 23 Abs. 1 RöV) muss keineswegs personengleich mit dem befundenden Arzt nach § 24 Abs. 1 RöV sein.(Der dort enthaltene Begriff ´Anwendung´ enthält auch den Vorgang der Befundung nach § 2 Nr. 1 RöV.) Es ist sogar möglich, dass nicht nur ein im Strahlenschutz fachkundiger Arzt befunden darf sondern auch ein Arzt, der nur die Kenntnisse im Strahlenschutz aufweist, wenn er die Befundung unter der ständigen Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Arztes durchführt (§ 24 Abs. 1 Nr. 3 RöV). Schon daraus erkennt man, dass ein die rechtfertigende Indikation stellender Arzt (geht nur mit Fachkunde im Strahlenschutz) nicht personengleich mit einem befundenden Arzt sein muss (denn dies geht sowohl mit Fachkunde als auch mit Kenntnissen im Strahlenschutz). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. M. Remerscheid schrieb am 26.03.2014 - 14:04 Uhr:
Frage:2198 BETREFF: Strahlenschutzbeauftragter
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich habe 2 Fragen, über deren Beantwortung ich mich sehr freuen würde: 1. Kamm man jemanden gegen seinen Willen zum Strahlenschutzbeauftragten bestellen? Hintergrund ist die sog. ´Auswahlpflicht´ des Strahlenschutzverantwortlichen bei der Bestellung der Strahlenschutzbeauftragten: er muß doch dafür Sorge zu tragen (im Rahmen seiner Organisationspflicht), daß nur ´geeignete´ Personen (RöV §13 Abs 3 bzw. § 14 Abs 1), also mit fachlicher und persönlicher Eignung, bestellt werden (bzw. bei fehlender Eignung zu ersetzen sind). In diesem Fall wäre zwar die fachliche Eignung gegeben (Fachkunde, Berufserfahrung, etc), aber der Kandidat möchte die Bestellung nicht annehmen. Kann man davon ausgehen, daß die ´persönliche Eignung´ noch gegeben ist, wenn jemand gegen seinen Willen zum Strahlenschutzbeauftragten bestellt wird? Analog dazu auch gleich die Frage, kann jemand gegen seinen Willen zum Strahlenschutzbevollmächtigter bestellt werden? 2. Kann an einer mittelgroßen Klinik der Schwerpunktversorgung (>500 Betten, > 50 000 Röntgenuntersuchungen/Jahr) die Funktion eines ´Strahlenschutzbeauftragter´ in Personalunion mit der Funktion des ´Strahlenschutzbevollmächtigen´ ausgeübt werden? Hintergrund: der Strahlenschutzverantwortliche bzw. der von ihm ernannte -bevollmächtige hat ja laut Röntgenverordnung § 13 Abs 2 eine „Aufsichtspflicht“, d.h. er muß die Tätigkeit der von ihm benannten Strahlenschutzbeauftragten kontrollieren. Wäre dies noch denkbar, wenn er gleichzeitig in Personalunion Kontrollierender (=-bevollmächtiger) und und Kontrollierter (=beauftragter) oder widerspricht dies der Intension der Röntgenverordnung? Der Strahlenschutzverantwortliche bzw. sein Bevollmächtigter soll doch gemäß RoeV durch eine geeignete Organisationsform sicherstellen, daß alle dem Strahlenschutzverantwortlichen/-bevollmächtigen obliegenden Pflichten erfüllt sind. Kann man einem solchen Fall (Personalunion eines Strahlenschutzbevollmächtigten und Strahlenschutzbeauftragten) noch von einer regelrechten Auslegung der Röntgenverordnung sprechen oder könnte man bei einem solchen Konstrukt nicht mehr von einer „geeigneten Organisationsform sprechen“? Vielen Dank für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen, Dr. M. Remerscheid


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Remerscheid, nach Rücksprache mit einem Kollegen, der Experte im Strahlenschutzrecht ist: Wir sind der Auffassung, dass mindestens die erste Frage eher von einem Arbeitsrechtler zu beantworten ist, da sie weniger das Strahlenschutzrecht sondern mehr das mögliche betriebliche Direktionsrecht betrifft. Im Grundsatz gehen wir davon aus, dass sich der Strahlenschutzverantwortliche (SSV) natürlich Gedanken über die geeignete Strahlenschutzorganisation machen und im Rahmen der entsprechenden Festlegungen auch die Eignung der möglichen Strahlenschutzbeauftragten (SSB) beachten muss. Wir bezweifele jedoch, dass ausschließlich der nicht vorhandene Wille einer Person, die Aufgaben des SSB auszuüben, schon ausreicht, um ihn als ungeeignet einzustufen. Wenn man diesen Grundsatz grundsätzlich vertreten würde, dann wären in einem Betrieb sicherlich eine Reihe von Pflichten nicht erfüllbar, wenn eine Person auf die Idee kommen sollte, Beauftragungen nicht annehmen oder ausführen zu wollen. Der Verordnungsgeber hat möglicherweise bewusst darauf verzichtet, explizit die Zustimmung einer Person einzufordern, die zukünftig als SSB bestellt werden soll. Der SSV muss eine ausreichende Zahl an SSB bestellen, innerbetriebliche Entscheidungsbereiche und Befugnisse festlegen und die Behörde diesbezüglich informieren. Zu diesem Verfahren gehört natürlich auch die eindeutige Einbindung des zukünftigen SSB in die Strahlenschutzorganisation, aber nach unserer Meinung nicht seine Zustimmung. Einige Bundesländer bitten im Rahmen dieser Mitteilung über die Bestellung einer Person zum SSB um dessen Mitzeichnung. Dieses ist aber weniger dadurch begründet, darin eine Zustimmung zu erfahren, sondern mehr den Nachweis zu erhalten, dass der SSB über die Bestellung überhaupt informiert worden ist. Der SSV muss natürlich im Rahmen seiner Organisationsverantwortung darauf achten, dass der bestellte SSB seine fachliche Eignung aufrecht erhält, z.B. sein Fachkunde aktualisiert. Falls die fachliche Eignung nicht mehr gegeben ist, muss der SSV den SSB abberufen. Bei sogenannten Strahlenschutzbevollmächtigten haben wir kaum Zweifel, dass man als SSV bestimmte Aufgaben delegieren kann. Der Strahlenschutzbevollmächtigte führt keine offizielle Tätigkeit nach RöV oder StrlSchV aus. Er unterstützt lediglich den SSV (braucht dafür auch keine Fachkunde im Strahlenschutz) bei der Erfüllung von Pflichten. Die Verantwortung verbleibt aber in jedem Fall beim SSV, der sicherlich auch die Aufgabenwahrnehmung durch den sogenannten Strahlenschutzbevollmächtigten überwachen muss (vergleiche auch § 130 Ordnungswidrigkeitengesetz - Handeln für einen anderen). Zu Ihrer zweiten Frage lautet unsere Einschätzung, dass ein bestellter Strahlenschutzbeauftragter (SSB) durchaus auch delegierte Aufgaben als Strahlenschutzbevollmächtigter wahrnehmen kann. Da die Aufgabenwahrnehmung als Strahlenschutzbevollmächtigter keine offizielle Tätigkeit nach den Verordnungen ist, gibt es hier auch keine entsprechenden Einschränkungen. Nach unserer Meinung ist auch keine Einschränkung in dem Verhältnis SSV zu SSB gegeben, da der SSV die Verantwortung trotz Existenz eines Strahlenschutzbevollmächtigten allein behält und der Kommunikationsfluss auch sicherstellt bleiben muss. Die Strahlenschutzorganisation in einem Betrieb kann unterschiedlich ausgeprägt sein, ohne dass die Anforderungen der RöV und StrlSchV beeinträchtigt werden (z.B. ein fachkundiger SSV nimmt auch die Aufgaben wahr, die ansonsten ein SSB wahrnimmt oder es gibt SSB mit umfassenden oder eingeschränkten Entscheidungsbereichen u.ä.). Zum Abschluss aber noch einmal unser Rat, sich bei Auseinandersetzungen zur ersten Frage mit einem Arbeitsrechtler in Verbindung zu setzen, der diese Frage anhand der tatsächlichen Gegebenheiten sicherlich viel fachkompetenter beantworten kann als wir es ausschließlich aus dem Blickwinkel des Strahlenschutzes tun. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Christopher Griesing schrieb am 26.03.2014 - 13:29 Uhr:
Frage:2197 BETREFF: Kurs Fachkunde Deutschland / Schweiz
Sehr geehrter Prof. Ewen, aktuell würde bei mir ein Aktualisierungskurs zur Fachkunde R6.1 / R6.2 anstehen. Da ich schon seit einigen Jahren bei einem schweizer Unternehmen in der Medizintechnikbranche angestellt bin, dort meinen Wohnsitz habe und auch vorwiegend in der Schweiz tätig bin stellt sich jetzt die Frage ob ich den ´Aktualisierungskurs zur Fachkunde R6.1 / R6.2´ in Deutschland oder gleich den, in der Schweiz angebotenen, ´Kurs 524 Fachbereich Medizinische Berufe´ absolviere. Werden diese schweizer Kurse vorbehaltlos in Deutschland bzw. der EU anerkannt oder muss ich parallel noch die deutschen Kurse aktualisieren? Vielen Dank und beste Grüsse aus der Schweiz. Christopher Griesing


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Griesing, nach Rücksprache mit einem Kollegen, der sich im Strahlenschutzrecht gut auskennt: Grundsätzlich ist es so, dass Sie zur Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz nach der (deutschen) Röntgenverordnung (RöV) an einem Kurs bzw. an einer Veranstaltung teilnehmen müssen, der bzw. die in Deutschland nach der RöV anerkannt ist. Im begründeten Einzelfall kann die zuständige deutsche Behörde auch eine Aktualisierung auf andere geeignete Weise ´anerkennen´ (z.B. einen vergleichbaren Kurs im Ausland oder die Tätigkeit als Kursleiter o.ä.). In Ihrem Fall könnte es problematisch werden, eine zuständige Behörde auszumachen, da Sie Ihren Arbeitsplatz und Ihren Wohnsitz nicht in Deutschland haben. Aber Sie haben geschrieben, dass Sie ´vorwiegend´ in der Schweiz tätig sind, woraus man interpretieren kann, dass einzelne Tätigkeiten auch in Deutschland vorkommen. Sie könnten sich daher mit der Frage, ob der in der Schweiz absolvierte Aktualisierungskurs in Ihrem Einzelfall auch in Deutschland anerkannt wird, an die für den betreffenden Einsatzort in Deutschland örtlich zuständige Behörde wenden. Dieser Weg könnte klappen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Helga Herrmann schrieb am 20.03.2014 - 19:48 Uhr:
Frage:2196 BETREFF: alte Messgröße Hx
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, darf man alte Messgeräte (geeicht vor 2006) noch weiterhin verwenden (auch von sie in der Messgröße Hx geeicht sind).mfg Helga Herrmann


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Herrmann, Hx-Messgeräte dürfen noch bis zum 1.8.2016 benutzt werden. Allerdings sind, beispielsweise bei der Messung von Röntgenstrahlung, die gemessenen Dosis- bzw. Dosisleistungswerte bei Röhrenspannungen von > 50 bis 400 kV mit einem Faktor 1,3 zu multiplizieren, um einn Wert für H*(10) zu erhalten. Bei Messergebnissen mit Röhrenspannungen unter- und oberhalb dieser KV-Werte reicht der Umrechnungsfaktor 1,0 aus. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bernhard Müller schrieb am 19.03.2014 - 09:22 Uhr:
Frage:2195 BETREFF: Hinweis zu 2184 / ständige Aufsicht
Sehr geehrter Prof. Ewen, zunächst vielen Dank für Ihre stets wertvollen Beiträge! Bezüglich ´ständige Aufsicht´ möchte ich ergänzend zu Frage 2184 auf eine ´richterliche Interpretation´ der ständigen Aufsicht hinweisen (VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 17.12.12, 10 S 1340/12): ´...Die ständige Aufsicht des fachkundigen Arztes über technisch mitwirkende Personen, die wie die Personen nach § ... nicht selbst über die Fachkunde im Strahlenschutz, sondern nur über eine sonstige medizinische Ausbildung und Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen, erfordert, dass er diese Personen laufend überwacht und jederzeit korrigierend eingreifen kann. Stichprobenartige Kontrollen und die Anwesenheit des fachkundigen Arztes in der Praxis reichen nicht aus. Ob anderes gelten kann, wenn eine andere Person mit Fachkunde im Strahlenschutz (MTRA, MTA) bei der Bestrahlung anwesend ist, bleibt offen...´ Der zugrunde liegende Fall ist zwar aus dem Bereich der Strahlentherapie, aber sollte trotzdem zu denken geben, wenn tatsächlich mal ´gerichtet´ werden muss... Mit freundlichen Grüßen B.Müller


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, vielen Dank für Ihren wirklich wichtigen Hinweis (und für das Lob zum Forum RöV). Da die Entscheidung des VGH für das Land Baden-Württemberg explizit nur für den Bereich der Strahlentherapie mit Beschleunigern ergangen ist, bleibt es dabei (unserer Meinung nach auch nach Auffassung des Senats), die Intensität der ständigen Aufsicht abhängig von dem Risiko der Anwendung und der Qualifikationen der Personen mit Kenntnissen im Strahlenschutz im Einzelfall zu ermitteln. Nach unserer Meinung kann man aus dem Urteil nicht herauslesen, dass die ständige Aufsicht in allen denkbaren Anwendungsfällen von derselben Intensität sein muss. Wir stimmen Ihnen zu, dass man aber nicht alle Anwendungen pauschal betrachten kann, was die vorgegebene Zeit bis zum Eintreffen des fachkundigen Arztes betrifft. Hier ist sicherlich eine Differenzierung erforderlich, die entsprechend transparent dargestellt sein muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Horst Engelhardt schrieb am 18.03.2014 - 19:13 Uhr:
Frage:2194 BETREFF: Frage Dr. Zinser vom 18.3.14
Serh geehrter Herr Dr. Zinser! Ein Formular zur Dokumentation von Unterweisungen nach der RöV findet man beispielhaft in der Richtlinie über Aufzeichnungen nach der Röntgenverodnung (Anlage 3 der Richtlinie ) hier im Forum unter Richtlinien/ BMU Rundschrieben zu finden! Herzliche Grüße aus Hamburg Horst Engelhardt


1. Antwort: Lieber Herr Engelhardt, hallo Horst, ich freue mich, dass du das Forum RöV offensichtlich regelmäßig besuchst, denn sonst hättest du ja diese Forumanfrage nicht registriert. Danke für deinen Hinweis, und ich weiß jetzt auch, warum dieser von dir kommt. Du hast doch an dieser Richtlinie mitgearbeitet, wenn ich mich recht erinnere. Ich hoffe, Herr Dr. Zinser liest diesen Forumbeitrag auch. Danke und viele Grüße Klaus Ewen



  Dr. med. W. Zinser schrieb am 18.03.2014 - 10:17 Uhr:
Frage:2193 BETREFF: regelmäßige Unterweisung in der Praxis
Der Strahelschutzbeauftragte sollte in der Praxis regelmäßig Unterweisungen seiner Angestellten durchführen. In welchen Abständen müssen diese Unterweisungen stattfinden und gibt es Vordrucke für die Dokumentation??


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Zinser, die Unterweisung nach § 36 RöV muss jährlich wiederholt werden. Man sollte aber daran denken, dass man einen/e Mitarbeiter/in, der/die z.B. neu eingestellt wird und aufgrund der Tätigkeit unter die zu Unterweisenden fällt, sozusagen außerplanmäßig vor Aufnahme der Tätigkeit unterweist. Vordrucke? Ich weiß es, ehrlich gesagt, nicht. Vielleicht wird man im Internet fündig, z.B. mit Hilfe der Stichworte ´Unterweisung´, ´Strahlenschutz´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Fr.Trappeld schrieb am 17.03.2014 - 17:56 Uhr:
Frage:2192 BETREFF: CT- Teleradiologie 24h Dienst
Hallo ich bin MTRA und arbeite in einem Krankenhaus mit Röntgen und CT. Der Radiologe ist nicht vorort. Die Befundungübermittlung erfolgt per Teleradiologienetz. Es werden stationäre und ambulante Patienten behandelt. Dabei können Polytraumen ,Angios und Stroke-Fälle im Tagdienst sowie im 24 h Bereitschaftsdienst vorkommen. Unser 6-köpfiges Team besteht überwiegend aus MFA`s . Da jeder CT`s selbstständig und alleine im Dienst fahren soll erhalten diese Fortbildungen und werden im Routinebetrieb alleine eingesetzt während die MTA dann andere nicht radiologische Tätigkeiten übernimmt. Wir als MTA´s haben die Befürchtung das wir evtl zur Verantwortung herangezogen werden können. Wie sehen sie das? oder ist unsere Angst unberechtigt. Vielen Dank, mfg


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Trappeld, nach Rücksprache mit einem Experten auf dem administrativen Gebiet der RöV folgende Antwort an Sie: Nach Ihrer Beschreibung handelt es sich in Ihrem Haus um eine Teleradiologie, die nicht nur in den Diensten sondern auch unter ganz bestimmten Voraussetzungen im Normalbetrieb genutzt werden darf. Etwas irritierend wirkt Ihre Angabe, dass bei dem teleradiologischen Betrieb in Ihrem Haus auch MFA mitwirken, und zwar in dem Sinne, dass sie die Untersuchungen technisch durchführen. Die RöV lässt in der Teleradiologie nur die technische Durchführung seitens MTRAs oder MTAs zu. Das liegt daran, dass die RöV die ständige Beaufsichtigung von MFA durch entsprechend fachkundige Ärzte vorschreibt, die in der Teleradiologie aber gerade nicht erfolgen kann. Im Regelfall kontrolliert die Genehmigungsbehörde vor der Zulassung der Teleradiologie, dass MTRAs/MTAs für die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen zur Verfügung stehen. Ein späteres Abweichen von dieser Anforderung ist ein Verstoß gegen die Vorschriften der RöV, der entsprechend nachverfolgt und auch geahndet werden kann. Allerdings treffen diese Konsequenzen aus der RöV nicht die Personen, die technisch durchführen, d.h. weder die MTRA und die MFA, sondern den Strahlenschutzverantwortlichen und den zuständigen Strahlenschutzbeauftragten. Obwohl Sie daher persönlich nicht von behördlichen Maßnahmen betroffen sind, ist unser Rat, dass Sie die rechtlichen Rahmenbedingungen mit den verantwortlichen Ärztinnen/Ärzten in Ihrem Haus vertrauensvoll erörtern sollten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexander Horvat schrieb am 17.03.2014 - 11:43 Uhr:
Frage:2191 BETREFF: MTK an Messeinrichtungen zum Dosisflächenprodukt.
Sehr geehrter Prof. Ewen, ist es richtig das die MTK bei Anlagen die gemäß IEC 601-2-43 als interventioneller Arbeitsplatz genutzt werden und bei Anlagen die im Geltungsbereich der Medizinprodukte- Betreiberverordnung (MPBetreibV) installiert sind, alle 5 Jahre durchgeführt werden muss?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Horvat, wenn es um die nach der MPBetreibV geforderte MTK von DFP-Messgeräten (aktive Medizinprodukte mit Messfunktion, Gefährdungsklasse IIb) in medizinischen Röntgeneinrichtungen geht, so ist für Kontrollen dieser Art eine Frist von 5 Jahren einzuhalten. Personen, die derartige MTKs durchführen, müssen entsprechend qualifiziert sein, bei der zuständigen Messstelle gemeldet sein und über das erforderliche Geräteequipment verfügen. Da oft die DFP-Geräte im Röntgengeräte fest eingebaut sind, müssen die Kontrollen vor Ort durchgeführt werden. Der Betreiber der Röntgeneinrichtung kann auch einen diesbezüglichen Service-Vertrag mit dem Hersteller abschließen. Auch behördlich bestimmte Sachverständige, so sie o.g. Bedingungen erfüllen, können MTKs durchführen, was nicht so ganz ungünstig ist, da die wiederholenden Sachverständigenprüfungen nach § 18 Abs. 1 Nr. 5 RöV ebenfalls alle 5 Jahre erforderlich sind. Sie haben in Ihrer Frage den interventionellen Arbeitsplatz speziell angesprochen. Aber für alle anderen Röntgendiagnostikeinrichtungen mit DFP-Messung gelten dieselben Regelungen zur MTK. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexander Horvat schrieb am 17.03.2014 - 11:40 Uhr:
Frage:2190 BETREFF: Konstanzprüfung an Geräten zur mammographischen Stereotaxie
Sehr geehrter Prof. Ewen, Aus Tabelle 3.1.3.12 (QS-Richtlinie) Abnahme und Konstanzprüfung an Geräten zur mammographischen Stereotaxie, lese ich das am Monitor sowohl eine Abnahme- als auch eine Konstanzprüfung durchgeführt werden muss, in der letzten Spalte ist aber nichts über die Prüfhäufigkeit Konstanzprüfung angegeben. In welchen Zeitabständen ist eine Konstanzprüfung an diesen Monitoren durchzuführen? Mit freundlichen Grüßen Alexander Horvat


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Horvat, die QS-Richtlinie ist novelliert worden und diese Fassung wird höchstwahrscheinlich im ´Frühjahr 2014´ veröffentlicht werden. Sie ist also jetzt noch nicht zugänglich. Darin findet man auch die Antwort auf Ihre Frage: Die Fristen für die Durchführung der Konstanzprüfung an Bildwiedergabegeräten (BWG) für die mammographische Stereotaxie sind dieselben wie sonst bei den anderen BWGs (siehe Tab. 3.2.14 in der alten QS-RL). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alex Riemer schrieb am 14.03.2014 - 08:42 Uhr:
Frage:2189 BETREFF: CT und der neue Trend in Richtung weniger KV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, erstmal vielen Dank für Ihre Antwort auf meinen letzten Eintrag. Sie haben mir damit sehr geholfen. Nun habe ich eine Frage, die mich in den letzten Monaten sehr beschäftigt. Im CT entwickelt sich ein Trend in Richtung geringerer KV Einstellungen. Ich frage mich nun ob die geringeren KV Stufen sich nicht nachteilig auf die biologische Wirkung der Strahlung auswirkt, da der Anteil an niederenergetischer Strahlung größer wird. Ich bin mir daher unsicher ob es wirklich die Strahlenexposition reduziert oder ob es nur den Anschein macht als ob. Ich freue mich auf Ihre Einschätzung Ganz liebe Grüße Alex Riemer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Riemer, in der Tat ist es möglich, bei bestimmten CT-Untersuchungen die Patientendosis durch die richtige Wahl der Röhrenspannung (des KV-Wertes) und durch entsprechende Anpassung des mAs-Produktes zu reduzieren. Dabei ist aber grundsätzlich folgende Regel zu beachten: Niedrigere KV-Werte bedeuten einen höheren Bildkontrast, aber auch eine höhere Dosis. Aber ohne eine automatische Dosismodulation (ADM) ist es für den Anwender nahezu unmöglich, nach eigenem Ermessen das Optimum aus Bildkontrast und Dosis selbst zu ermitteln. Aus diesem Grund übernehmen mittlerweile bei allen moderneren Computertomographen Dosisautomatiken diese Entscheidung. Beispiel für die Absenkung der Dosis trotz reduzierter Röhrenspannung: Beim Vergleich zwischen der Einstellung „120 kV, 21 mAs“ und „80 kV, 102 mAs“ ist der Bildkontrast bei 80 kV höher, aber die Dosis auch. Fährt man nun mit Hilfe eines entsprechenden Phantoms das mAs-Produkt bei 80 kV soweit herunter, bis beide Einstellungen dieselbe Bildqualität erbringen, ergibt sich für 80 kV eine geringere Dosis. Eine ideale Automatik ist eine Röhrenstrommodulation (Regelung: mAs) in Kombination mit einer KV-Anpassung in folgender Weise: Der Anwender gibt (wie sonst auch bei der ADM) einen Referenzwert für das mAs-Produkt an, zusätzlich einen Referenzwert für die Röhrenspannung (einen Wert, den man standardmäßig vorgewählt hätte). Zusätzlich muss der Anwender (Untersucher) dem Computertomographen die Ziele der Untersuchung mitteilen, z.B. eine Kontrastmitteluntersuchung oder eine Knochenstudie. Mit dieser Angabe weiß das Gerät, welcher Zielkontrast vom Untersucher gewünscht ist. Daraus und anhand des Topogramms wählt das System dann die optimale Röhrenspannung und den entsprechenden mAs-Referenzwert aus. Sollte der KV-Wert im Vergleich zur ursprünglichen Eingabe reduziert werden, erhöht sich das mAs-Produkt, um das Rauschen bzw. Signal-Rausch-Verhältnis „auszugleichen“. Insbesondere in der Pädiatrie und bei schlanken Patienten kann man auf diese Weise die Dosis reduzieren. Sehr hilfreich ist die Technik aber auch bei Kontrastmitteluntersuchungen, da man bei geringeren KV-Werten die Jod-Kontrastmittel-Kante (bei ca. 33 keV) im Sinne einer höheren Absorption (eines höheren Kontrastes) besser ausnutzen kann. Man kann aber nicht generell sagen, dass die moderne CT-Diagnostik jetzt - im Gegensatz zu früheren Untersuchungen - mit niedrigeren Röhrenspannungen durchgeführt wird. Das durch KV-Erhöhung bewirkte vergrößerte Detektorsignal hat auch Vorteile, so z.B. bei CT-Untersuchungen an dicken Objekten (z.B. bei adipösen Patienten). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Tim Stalljohann schrieb am 12.03.2014 - 19:47 Uhr:
Frage:2188 BETREFF: Strahlenschutz mobile Röntgengeräte
Hallo liebes Forum, ich mache zur Zeit eine Fortbildung zum Medizintechniker. Ich wollte mal Fragen, ob ihr mir ein paar Tipps zu dem Thema Strahlenschutz bei mobilen/ortsveränderbare Röntgengeräte geben könnt? Speziell was man beachten muss bzw. wie man dabei vorgeht? Vielen Dank schonmal:)


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stalljohann, an sich ist es nicht Aufgabe des Forum RöV in Sachen Aus- und Weiterbildung Lehrinhalte zu erstellen, die man auch aus schon vorhandenen Texten (vielleicht nicht immer einfach - das gebe ich zu) aus Lehrbüchern, Publikationen, Herstellerprospekten, Internet, etc. entnehmen kann. Aber da dies, wie Sie schreiben, ein ´liebes´ Forum ist und das, was Sie wissen wollen, wirklich nicht so ganz einfach zu finden ist, hier ein diesbezüglicher Vorschlag: Gehen Sie auf die Startseite des Forum RöV und klicken Sie den Link ´7. Richtlinien/BMU Schreiben´ an. Dort finden Sie in der sich öffnenden Liste mit Datum vom 25.08.2011 die ´Konsolidierte Fassung der SV-RL´. Nach dieser Richtlinie müssen Röntgengeräte vor ihrer Inbetriebnahme von Sachverständigen überprüft werden. Man findet in der Richtlinie Checklisten, die der Sachverständige bei seiner Prüfung abarbeiten muss und die daher Auskunft geben, welche technischen Anforderungen, um jetzt auf Ihr Anliegen einzugehen, auch ein mobiles Aufnahmegerät erfüllen muss. Gehen Sie auf ´Prüfberichtsmuster 2.2.1 - Aufnahmegeräte´. Dieses Berichtsmuster betrifft sowohl die stationären als auch die mobilen Geräte. Es gibt die Abschnitte D bis H, in denen die einzelnen Prüfpositionen aufgeführt sind, von denen viele (nicht alle!) auch die mobilen Geräte betreffen. Die dafür wichtigsten Positionen: D01, D05, Abschnitt E, F01 - F05, F09 - F15, F17, F18, G02, G05, H02 - H03a, H04 - H07a, H13, H14, H16, H17, H23. Ich denke, das gibt Ihnen ein ersten Eindruck, was an diesen Geräten strahlenschutzmäßig zu beachten ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ina Reher schrieb am 12.03.2014 - 18:27 Uhr:
Frage:2187 BETREFF: dokumentierte Ersteinweisung über Strahlenschutz?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Abteilung erfolgt bei neuen Mitarbeitern oder Inbetriebnahme von neuen Röntgengeräten gemäß §18 RÖV eine dokumentierte Ersteinweisung. Gibt es auch eine Pflicht, eine besondere, gesonderte Ersteinweisung über den Strahlenschutz durchzuführen -zusätzlich zur jährlichen Strahlenschutzunterweisung? Im §33 habe ich darüber gelesen, hier steht: ´beim Zutritt zum Kontrollbereich´. Das könnte ja auch bedeuten, dass erfahrene Kollegen die ´Geflogenheiten´ in einem Kontrollbereich bekannt sind. Müsste diese Einweisung besonders dokumentiert werden? Oder/und reicht die dokumentierte Ersteinweisung nach §18? Freue mich über Ihre Antwort! Herzlichen Dank und beste Grüße, IR


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Reher, zunächst einmal muss man loben, dass in Ihrer Abteilung diese Einweisung offensichtlich konsequent durchgeführt wird. Ist leider nicht überall so. Die Notwendigkeit einer davon unabhängigen Ersteinweisung, die sich nur mit Fragen und Problemen des Strahlenschutzes beschäftigt, kann ich aus der RöV nicht herauslesen. Ich meine aber, dass die o.g. Ersteinweisung nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV den Strahlenschutz mit einbeziehen müsste. Es gibt ja noch die Pflicht nach § 18 Abs. 2 RöV, schriftliche Arbeitsanweisungen zu erstellen. Auch hier müsste auf Strahlenschutzaspekte eingegangen werden. Sowohl über die Ersteinweisung als auch über die Arbeitsanweisungen müssern Aufzeichnungen angefertigt werden. Haben Sie sich mit ´§ 33´ nicht vertan? Sie meinen doch wahrscheinlich ´§ 36´ (Unterweisung), oder? An sich sollte man die Ein- und Anweisungen des § 18 RöV von der Unterweisung des § 36 RöV trennen, vor allem weil die Unterweisung regelmäßig (jährlich) durchgeführt werden muss und alle (erfahrenen und weniger erfahrenen) Mitarbeiter/innen betrifft, die als Assistenzpersonal oder Ärzte tätig sind (Erstellung der rechtfertigende Indikation, Anwendung von Röntgenstrahlung einschließlich Befundung, technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung einschließlich der Auslösung der Strahlung, Aufenthalt im Kontrollbereich aus welchen Gründen auch immer). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alex Riemer schrieb am 12.03.2014 - 13:25 Uhr:
Frage:2186 BETREFF: 2181 und 2182
Lieber Herr Prof Ewen, Ich freue mich, dass Sie bestätigen, dass Blei in den KV Bereichen, in denen wir im CT und Röntgen Arbeiten, ausschließlich der Photoeffekt zum tragen kommt. In meinem Artikel habe ich lediglich gesagt, dass die eingestellte KV am CT ( z.B. 120 kV ) lediglich die Peak KV beschreibt und der größte Teil des Spektrums bei ca. 60 bis 80 KV liegt. Ich empfehle auch im CT Bleigummiabdeckungen zu verwenden. Nun noch eine Frage. Die Bleigummiabdeckungen bestehen, so sagte man mir, heute nicht mehr aus Blei, sondern aus anderen Materialien. Wissen Sie welche das sind und welche Ornungszahl diese haben? Vielen Dang und Ganz liebe Grüße Alex Riemer


1. Antwort: Hallo Herr Riemer, es ist prinzipiell richtig, was Sie zum Spektrum der aus einer Röhre emittierten Röntgenbremsstrahlung geschrieben haben. Nur wenn ich zwei Kleinigkeiten verbessern darf: Der Begriff ´Peak KV´ müsste durch ´Maximalenergie der Röntgenstrahlung (in keV)´ ersetzt werden und statt der Wortfolge ´der größte Teil des Spektrums bei ca. 60 bis 80 kV´ müsste es heißen ´die mittlere (effektive) Energie der Röntgenstrahlung bei ca. 60 bis 80 keV´. Zu Ihrer Frage: Es gibt in der Tat heutzutage auch Schutzkleidung, in der andere Elemente (ganz oder teilweise) die Rolle des Blei übernommen haben. Aber keineswegs ist es so, dass Materialien, die Blei (Ordnungszahl Z = 82) enthalten, nicht mehr benutzt würden. Ein Beispiel für ein anderes Material ist Wismut (Z = 83). Ein gewisser Nachteil von Elementen hoher Ordnungszahlen wie Blei und Wismut ist, dass die Energien der sog. K-Kanten, also dort, wo eine besonders effektive Absorption erfolgt, ziemlich hoch liegen (um 90 keV)und damit, je nach Röhrenspannung, oft schon ein wenig jenseits der o.g. mittleren (effektiven) Energie der Röntgenstrahlung. Aus diesem Grund hat man andere Elemente mit geringeren Z-Werten einbezogen, z.B. Zinn mit Z = 50 und einer Energie der K-Kante von etwa 30 keV. Natürlich gibt es Diskussionen um die Effektivität dieser bleiarmen oder sogar bleifreien Schutzkleidung, in denen die Vor- und Nachteile dieser Materialien hin- und hergehen. Letztendlich spielt dabei die bei einer Röntgenuntersuchung eingestellte Röhrenspannung eine sehr wichtige Rolle (s. oben). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Volker Schmidt schrieb am 11.03.2014 - 10:27 Uhr:
Frage:2185 BETREFF: Anfrage 2183
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Vielen Dank für Ihre geschätzte Stellungnahme zu meiner Frage. Leider muss ich nochmal nachhaken, da mir die Anforderung an die Person/Angestellten vor Ort (den Techniker, der die Massnahme - Wartung, Reparatur, Installation - durchführt) nicht ganz klar ist, denn es ist ja nicht jeder Techniker ein Strahlenschutzbeauftragter - oder lese ich Ihre Ausführungen richtig, dass es gefordert ist, dass ein Techniker als SSB fungiert (mit eingeschränktem Entscheidungsrahmen)? Dies würde bedeuten, dass der Techniker, der arbeiten am Röntgengerät durchführt, eine Fachkunde benötigt - und dass er auch schriftlich bestellt werden müsste. Vielen Dank vorab - viele Grüsse Volker Schmidt


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schmidt, Ihre Nachfrage ist durchaus berechtigt, denn in der Tat muss nicht jeder Techniker einer kleinen Gruppe, die vor Ort tätig wird, Strahlenschutzbeauftragter (mit eingeschränktem Entscheidungsbereich) sein. Wenn also z.B. mehrere Mitarbeiter/innen einer Firma im Außendienst an einem bestimmten Ort zusammen im Sinne des § 6 RöV tätig sind, reicht es aus, wenn eine Person davon als SSB fungiert und dafür die entsprechende Fachkunde im Strahlenschutz aufweist. Ist aber der Arbeitsablauf bei einer bestimmten Firma so organisiert, dass der Außendienst vor Ort nur von einer Person durchgeführt wird, dann muss diese als ´SSB vor Ort´ auch die entsprechende Fachkunde im Strahlenschutz besitzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Melanie schrieb am 11.03.2014 - 09:33 Uhr:
Frage:2184 BETREFF: Bereitschaftsdienst
Hallo, ich bin Arzthelferin. Ich arbeite in einer rad. Praxis im KH. Da wir die stat. Pat. mit untersuchen müssen, müssen wir auch Bereitschaftsdienste leisten. Im Dienst müssen wir röntgen und auch CT´s fahren. Unser diensthabende Radiologe ist tel. erreichbar und kann sich die Aufn. von zu Hause aus ansehen. Ist allerdings nicht vor Ort. Es können jederzeit aber auch Polytraumen oder Angios von uns verlangt werden. Da einige von uns Angst haben einen Dienst alleine zu machen, sind wir zu zweit. Doch nur eine von uns darf sich die Stunden aufschreiben. Die andere Kollegin ist also umsonst da. Meine Frage ist eigentlich: Ist es überhaupt erlaubt uns Arzthelferinnen Dienst machen zu lassen? Oder kann man da gerichtlich vorgehen? Wie ist denn eigentlich die gesetzliche Lage? Mit freundlichen Grüßen, Melanie


1. Antwort: Hallo Melanie, zunächst untertelle ich mal, dass Sie und Ihre Kolleginnen, soweit alle MFAs (z.B. Arzthelferinnen) sind und Röntgenuntersuchungen im Sinne des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV technisch durchführen, die Kenntnisse im Strahlenschutz besitzen (also den sog. Röntgenschein haben) und die Kenntnisse jeweils fristgemäß aktualisiert haben. Dann dürfen Sie Röntgenuntersuchungen technisch durchführen, also im normalen oder Bereitschaftsdienst Patienten untersuchen (aber nicht die Indikation stellen und nicht befunden!). Aber jetzt kommt ein wichtiger Punkt: Diese technische Durchführung darf Ihrerseits nur geschehen, wenn dabei seitens eines Arztes mit der erforderlichen (!) Fachkunde im Strahlenschutz die ständige Aufsicht und Verantwortung gegeben ist. Das wird von der Behörde so interpretiert: Dieser Arzt muss sich auf dem Klinik- bzw. Krankenhausgelände, also sozusagen im Haus aufhalten. Bei sich zu Hause sein oder, noch schlimmer, nicht erreichbar sein erfüllt nicht die Forderung der RöV nach ständiger Aufsicht und Verantwortung. Sie dürfen demnach als Arzthelferin Ihren Dienst nicht ´alleine machen´, wenn Sie im o.g. Sinne Röntgenuntersuchungen durchführen. Wie es in Ihrem Haus mit der Stellung der rechtfertigenden Indikation seitens eines entsprechend fachkundigen Arztes steht, der dabei am Ort des Patienten sein muss, will ich mal gar nicht hinterfragen. Denn das fällt formal nicht in Ihren Zuständigkeitsbereich. Es ist sicherlich erlaubt, dass Arzthelferinnen in der Röntgendiagnostik Dienst machen dürfen (bzw. müssen), aber nicht in der Weise, wie Sie das hier beschrieben haben (also ´alleine im Haus´). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Volker Schmidt schrieb am 10.03.2014 - 12:34 Uhr:
Frage:2183 BETREFF: Technische Massnahmen an Röntgengeräten - Fachkunde notwendig?
Sehr geehrte Damen und Herren! Die RoeV gibt in §6 vor, dass ein Unternehmen, welches sich geschäftsmässig im Röntgenservice (Technischer Service (Reparaturen, Wartung) an Röntgengeräten für die Bildgebung) dies vor Aufnahme der Tätigkeit bei der entsprechend zuständigen Behörde anzuzeigen hat. Die Anforderung an die durchführende Person (Techniker/technischer Mitarbeiter vor Ort) habe ich in der Röntgenverordnung nicht gefunden - wann ist eine Fachkunde entsprechend der FK Richtlinie erforderlich - und welche Massnahmen könnten von einem Techniker ohne die entsprechende Fachkunde durchgeführt werden - kann man das überhaupt abgrenzen? Gibt es für die Einordnung ´Fachkunde erforderlich´ eine Textstelle in einem Gesetz/Verordnung, aus der man dies ableiten/darlegen kann? Vielen Dank vorab und viele Grüsse Volker Schmidt


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schmidt, ich gebe zu, dass Ihre Unsicherheit im Zusammenhang mit der Durchführung des § 6 RöV nicht ganz unberechtigt ist, weil man, wie oft in rechtlichen Texten (nicht nur in der RöV), die Zusammenhänge erst nach mehrmaligem Lesen erkennen kann. Also: Nach § 6 Abs. 1 RöV muss eine natürliche oder rechtliche Person bei der zuständigen Behörde anzeigen, wenn sie geschäftsmäßig Röntgeneinrichtungen prüft, erprobt, wartet oder instandsetzt. Diese Anzeige ist nach § 6 Abs. 1 Satz 3 RöV nicht erforderlich, wenn bei diesen Tätigkeiten keine Röntgenstrahlung eingeschaltet werden muss oder keine Strahlenschutzmaßnahmen notwendig sind. Da haben Sie schon Ihre Abgrenzung. Nach § 6 Abs. 2 RöV ist der Behörde im Rahmen der Anzeige nachzuweisen, dass die Bestimmungen des § 3 Abs. 2 Nrn. 3 bis 5 RöV erfüllt sind (Strahlenschutzbeauftragte mit Fachkunde im Strahlenschutz, sonst Tätige mit Kenntnissen im Strahlenschutz, Einhaltung des Standes der Technik). Zu den Mitarbeitern vor Ort, also dort, wo geprüft, ... werden soll: Der Strahlenschutzbeauftragter z.B. einer betreffenden Servicefirma hat ja in der Regel keine Möglichkeit, die im Außendienst tätigen Mitarbeiter strahlenschutzmäßig zu überwachen und zu kontrollieren. Also muss man dort Strahlenschutzbeauftragte benennen, die diese Funktion vor Ort (also mit einem dafür notwendigen, aber sicherlich nur eingeschränkten Entscheidungsbereich) zu erfüllen haben. Das kann aus § 13 Abs. 2 Satz 1 RöV rechtlich abgeleitet werden: ´Soweit dies für den sicheren Betrieb notwendig ist, hat der Strahlenschutzverantwortliche (also z.B. der Firmeninhaber) für die Leitung oder Beaufsichtigung dieses Bereiches (z.B. dort, wo der Außendienst stattfindet) die erforderliche Zahl von Strahlenschutzbeauftragten schriftlich zu bestellen.´ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  anche merker schrieb am 07.03.2014 - 11:17 Uhr:
Frage:2182 BETREFF: Anfrage 2181
Sowohl Herr Dr. Nagel, als auch Axel Riemer (dvta/2/2014) gehen in ihren Arbeiten auf den Begriff Hartstrahltechnik ein. Beide nehmen Bezug auf die Auswirkung von Strahlung über 100 kV. Herr Dr.Nagel geht davon aus, dass die im Körper entstehenden Streustrahlen durch den aufliegenden Pb Schutz gefangen werden, und somit den Patienten belasten. Axel Riemer wendet Pb Schutz ausschließlich im kV Bereich unter 80 kV an, da auch er davon ausgeht,dass der kV Bereich über 100 zu schädlicher Streustrahlung im Patienten und im Raum führt. Ihre Antwort,´ Strahlenschutz in jedem Fall´,unabhängig von der Energie der Srahlung,befremdet mich. Meine Frage,ob ein Pb Schutz für SD und Thorax angelegt werden soll,wenn Untersuchungen am Schaedel im CT gefahren werden, besteht leider weiter. Mit freundlichen Grüßen, Anche Merker P.S. eine Dosisreduktion unserer Protokolle ist aus Qualitaetsgruenden nicht möglich.


1. Antwort: .... wir können alle die Physik nicht ändern (Dr. Nagel nicht, Herr Riemer nicht und ich auch nicht): Blei ist ein Element mit hoher Ordnungszahl und damit sehr wirkungsvoll für das Auftreten von Photoeffekten. Durch Photoeffekte, die umso effektiver auftreten je höher die Ordnungszahl des abschirmenden Materials ist, wird die Röntgenstrahlung in bleihaltiger Schutzkleidung besonders gut ´gefangen´ (absorbiert). Der negative Effekt, den Sie hier anführen, wird durch Streustrahlung über den Comptoneffekt verursacht. Dieser ist aber nicht sehr stark von der Ordnungszahl eines Materials abhängig und daher z.B. bei Blei in Relation zum Photoeffekt fast vernachlässigbar. Zugegebenerweise nimmt das Auftreten von Photoeffekten mit der Energie der Röntgenstrahlung (und damit mit höheren KV-Werten) ab. Aber nicht so drastisch, als dass sich bei Hartstrahltechnik die Verhältnisse praktisch umkehren würden, und die Streuung gegenüber der Absorption bevorzugt wäre. Also muss Sie das nicht befremden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anche Merker schrieb am 05.03.2014 - 23:43 Uhr:
Frage:2181 BETREFF: Strahlenschutz im CT
Sehr geehrte Damen und Herren, ´Pb-Schutz im CT ist über 100 kV nicht sinnvoll, sogar schädigend, da die Streustrahlen im Körper verbleiben.´... und...´Pb Schutz unter 90 kV im CT ist sinnvoll und erforderlich´ Sind diese Thesen zutreffend? Da unsere Untersuchungsprotokolle alle deutlich über 100 kV aus Bildqualitätsgründen gefahren werden stellt sich mir die Frage, ob überhaupt ein Pb Schutz im Arbeitsraum angeboten werden sollte, um keine Schäden zu provozieren. Beispiel Schädel, NNH, Felsenbein...Beim Anlegen des Schilddrüsenschutzes fährt das Topo über den Schutz. Bei 80 kV eineEchter Schutz. Während der Schädeluntersuchung bei über 100 kV wird die Streustrahlung im Körper(SD) gefangen. Also ist das eher eine Erhöhung der Dosis für den Patienten,... Frage: wann ist Strahlenschutz im CT sinnvoll? Mit freundlichen Grüßen Anche Merker


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Merker, Entwarnung: Wenn Streustrahlung aus dem Körper des Patienten austritt und dann auf einen bleihaltigen Patientenschutz trifft, dann wird sie nicht wieder - wie hin und wieder angenommen - von dort aus in den Körper zurückgestreut. Bleihaltige Schutzmaterialien absorbieren viel (was sinnvoll ist) und streuen wenig (was auch sinnvoll ist). An diesem grundsätzlichen physikalischen Verhalten ändert sich auch nichts, wenn die Röhrenspannung 100 kV übersteigt. Also, die Meinung, dass bleihaltige Patientenschutzmittel durch Rückstreuung die Patientendosis erhöhen würden, ist ein Märchen. Viele Grüße K. Ewen



  Martin Mohra schrieb am 04.03.2014 - 12:31 Uhr:
Frage:2180 BETREFF: Fachkunde
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, stimmt es, dass Ärzte die vor 1988 ihre Approbation erhalten haben, automatisch die Fachkunde besitzen und wie ist es mit deren Fortbildungen? MfG Martin Mohra


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mohra, Ärzte, die ihre ärztliche Prüfung vor dem 1.1.1988 nach dem 4. oder 6. Abschnitt der Approbationsordnung von 1970 abgelegt haben, verfügten auch ohne besondere Bescheinigung irgendeiner Stelle oder Behörde über die Fachkunde im Strahlenschutz für die konventionelle Röntgendiagnostik (nicht CT). Diese Fachunde gilt fort, wenn diese Ärzte vor dem 1.1.1988 Röntgenstrahlung angewendet und vor dem 1. Juli 2005 erstmalig und dann alle fünf Jahre regelmäßig aktualisiert haben. Diese Regelung ergibt sich aus den Übergangsvorschriften (Paragraph 45) der Röntgenverordnung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kati Engelhardt schrieb am 01.03.2014 - 20:58 Uhr:
Frage:2179 BETREFF: Röntgeneinheit in Privaträumen
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich hörte kürzlich davon, dass ein Tierarzt ein mobiles Röntgengerät bei Hausbesuchen einsetzt. Bisher war ich der Meinung, medizinische Strahler wären auf die entsprechenden (abgenommenen) Einrichtungen beschränkt - gilt das nur in der Humanmedizin? ...und nach welchen Spezifikationen gilt so ein Gerät als ´sicher´ genug, um in (beliebigen?) privaten Wohnräumen eingesetzt werden zu dürfen? Vielen Dank und freundliche Grüße, K.Engelhardt, MTRA


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Engelhardt, grundsätzlich gilt, dass eine Röntgeneinrichtung nur in einem Röntgenraum betrieben werden darf, der von einem Sachverständigen entsprechend überprüft wurde und der explizit als solcher benannt ist. Ausnahmen von diesem Grundsatz sind nur zulässig, wenn die Behörde ´genehmigt oder gestattet´ hat, dass die Röntgeneinrichtung außerhalb eines Röntgenraumes, also auch in privaten Wohnräumen, betrieben werden darf (§ 20 Abs. 3 Nr. 3 und 4 RöV) oder in der Medizin/Tiermedizin, ´wenn es der Zustand oder die Größe der zu untersuchenden Person oder des zu untersuchenden Tieres dies zwingend erfordert´ (§ 20 Abs. 2 RöV). Natürlich muss der Strahlenschutz, wie auch immer realisiert, jeweils gesichert sein. Diese Voraussetzung für den mobilen Betrieb gilt allerdings nur bei den beschriebenen Einzelfällen und ihre Gültigkeit ist auf Verlangen z.B. seitens der Behörde durch den Arzt oder Tierarzt auch nachzuweisen. Eine Genehmigung/Gestattung, dass eine Röntgeneinrichtung zur Untersuchung von Tieren generell, also nicht nur für explizit benannte Einzelfälle, für den Betrieb außerhalb eines Röntgenraumes zugelassen wird, ist behördlicherseits kaum vorstellbar. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Helmut Spötzl schrieb am 01.03.2014 - 13:21 Uhr:
Frage:2178 BETREFF: Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es Erfahrung mit Teleradiologie trotz fehlender Genehmigung nach RöV ? Welche Problemfelder bzw. welche Sanktionen wären zu erwarten (nur Notfall- CT aller Körperregionen, technischen Durchführung ausschließlich durch angelernte Arzthelferinnen). Wie hoch schätzen Sie die Dunkelziffer ? Mit freundlichen kollegialen Grüßen Dr. Helmut Spötzl


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Spötzl, wie Sie wissen, ist die Durchführung teleradiologischer Maßnahmen nach § 3 Abs. 4 RöV genehmigungspflichtig. Daher muss man erwarten, dass der Schwerpunkt Ihrer Fragen besser bei den zuständigen Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden aufgehoben wäre, denn diese haben ja die Aufgabe, erkennbaren Problemen mit der Teleradiologie nachzugehen und ggf. mit Sanktionen zu begegnen. Meine Antworten zu Ihren Fragen hier im Forum RöV entsprechen nicht der einfachen Weitergabe eines behördlichen Statements zur Durchführung der Teleradiolgie, sondern resultieren aus der Tatsache, dass ich das administrative Geschehen rund um die RöV über die mir verfügbaren Kanäle auch ein wenig mitverfolge. Zunächst einmal: Eine spezielle ´Notfall-CT-Teleradiologie´ mit möglicherweise von den Vorgaben des § 3 Abs.4 abweichenden Regelungen (beispielsweise wäre fälschlicherweise vorstellbar, dass der ´Teleradiologe´ nicht über die gesamte Fachkunde im Strahlenschutz verfügt sondern nur für die Notfalldiagnostik) gibt es nicht. Dann: Die technische Durchführung kann nun mal nicht von einer Arzthelferin erledigt werden (§ 3 Abs. 4 Nr. 2 RöV), auch wenn sie noch so gut ist. Weiter: Wenn man ohne Genehmigung Teleradiologie betreibt, handelt man ja gegen die Vorschriften der RöV. Ist dann die Stellung der rechtfertigenden Indikation (§ 3 Abs. 4 Nr. 1 RöV) überhaupt noch legal? Frage an einen Juristen! Sanktionen? Frage an die zuständigen Behörden! Zur ´Dunkelziffer´: Das Land NRW hat vor nicht allzu langer Zeit eine Aktion durchgeführt ´Röntgenuntersuchungen während Nacht- und Wochenenddiensten´, im Rahmen derer auch teleradiologische Anwendungen kontrolliert wurden. Die Ergebnisse dieser Überprüfungen können im Internet aufgesucht werden:http//www.nrw.de/landesregierung/arbeitsschutz-kontrolliert-127-roentgeneinrichtungen-in-nrw-14541/ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Fr.Trapp schrieb am 28.02.2014 - 16:25 Uhr:
Frage:2177 BETREFF: Aktualisierungskurse mit Kenntnissen und Fachkunde Personal MFA/ MTRA
Guten Tag Herr Prof. Ewen. Die Aktualisierung für das medizinische Personal soll alle 5 Jahre regelmäßig nach der RÖV erneuert werden. Darüber erhält man eine Bescheingiung. Der Kurs dauerte 8 Stunden und ist für Ärzte, MPE und MTRA nach § 18 a Abs, 2 RÖV Fachkunde im Strahlenschutz ausgeschrieben. Für beide Berufsgruppen wurden Bescheinigungen zur Aktulisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ausgestellt. Für mich stellt sich nun die Frage hätte man als MFA einen anderen Kurs besuchen müssen. Ist das so in Ordnung für die Behörde.Vielen Dank.




  Fr.Trapp schrieb am 28.02.2014 - 16:25 Uhr:
Frage:2176 BETREFF: Aktualisierungskurse mit Kenntnissen und Fachkunde Personal MFA/ MTRA
Guten Tag Herr Prof. Ewen. Die Aktualisierung für das medizinische Personal soll alle 5 Jahre regelmäßig nach der RÖV erneuert werden. Darüber erhält man eine Bescheingiung. Der Kurs dauerte 8 Stunden und ist für Ärzte, MPE und MTRA nach § 18 a Abs, 2 RÖV Fachkunde im Strahlenschutz ausgeschrieben. Für beide Berufsgruppen wurden Bescheinigungen zur Aktulisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ausgestellt. Für mich stellt sich nun die Frage hätte man als MFA einen anderen Kurs besuchen müssen. Ist das so in Ordnung für die Behörde.Vielen Dank.


1. Antwort: Antwort: siehe Nr. 2172. K. Ewen



  Fr.Trapp schrieb am 28.02.2014 - 16:25 Uhr:
Frage:2174 BETREFF: Aktualisierungskurse mit Kenntnissen und Fachkunde Personal MFA/ MTRA
Guten Tag Herr Prof. Ewen. Die Aktualisierung für das medizinische Personal soll alle 5 Jahre regelmäßig nach der RÖV erneuert werden. Darüber erhält man eine Bescheingiung. Der Kurs dauerte 8 Stunden und ist für Ärzte, MPE und MTRA nach § 18 a Abs, 2 RÖV Fachkunde im Strahlenschutz ausgeschrieben. Für beide Berufsgruppen wurden Bescheinigungen zur Aktulisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ausgestellt. Für mich stellt sich nun die Frage hätte man als MFA einen anderen Kurs besuchen müssen. Ist das so in Ordnung für die Behörde.Vielen Dank.


1. Antwort: Antwort: siehe Nr. 2172. K. Ewen



  Fr.Trapp schrieb am 28.02.2014 - 16:25 Uhr:
Frage:2175 BETREFF: Aktualisierungskurse mit Kenntnissen und Fachkunde Personal MFA/ MTRA
Guten Tag Herr Prof. Ewen. Die Aktualisierung für das medizinische Personal soll alle 5 Jahre regelmäßig nach der RÖV erneuert werden. Darüber erhält man eine Bescheingiung. Der Kurs dauerte 8 Stunden und ist für Ärzte, MPE und MTRA nach § 18 a Abs, 2 RÖV Fachkunde im Strahlenschutz ausgeschrieben. Für beide Berufsgruppen wurden Bescheinigungen zur Aktulisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ausgestellt. Für mich stellt sich nun die Frage hätte man als MFA einen anderen Kurs besuchen müssen. Ist das so in Ordnung für die Behörde.Vielen Dank.


1. Antwort: Antwort: siehe Nr. 2172. K. Ewen



  Fr.Trapp schrieb am 28.02.2014 - 16:25 Uhr:
Frage:2172 BETREFF: Aktualisierungskurse mit Kenntnissen und Fachkunde Personal MFA/ MTRA
Guten Tag Herr Prof. Ewen. Die Aktualisierung für das medizinische Personal soll alle 5 Jahre regelmäßig nach der RÖV erneuert werden. Darüber erhält man eine Bescheingiung. Der Kurs dauerte 8 Stunden und ist für Ärzte, MPE und MTRA nach § 18 a Abs, 2 RÖV Fachkunde im Strahlenschutz ausgeschrieben. Für beide Berufsgruppen wurden Bescheinigungen zur Aktulisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ausgestellt. Für mich stellt sich nun die Frage hätte man als MFA einen anderen Kurs besuchen müssen. Ist das so in Ordnung für die Behörde.Vielen Dank.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Trapp, mit erfolgreichem Besuch des Aktualisierungskurses für Ärzte und MTRAs nach RöV (8 Stunden) kann auch ein/e MFA seine/ihre Kenntnisse im Strahlenschutz aktualisieren. Nur umgekehrt geht es nicht: Ärzte/MTRA können nicht durch Besuch eines ´Kenntniskurses´ aktualieren. Viele Grüße K. Ewen



  Fr. Trappel schrieb am 28.02.2014 - 16:25 Uhr:
Frage:2173 BETREFF: Aktualisierungskurse mit Kenntnissen und Fachkunde Personal MFA/ MTRA
Guten Tag Herr Prof. Ewen. Die Aktualisierung für das medizinische Personal soll alle 5 Jahre regelmäßig nach der RÖV erneuert werden. Darüber erhält man eine Bescheingiung. Der Kurs dauerte 8 Stunden und ist für Ärzte, MPE und MTRA nach § 18 a Abs, 2 RÖV Fachkunde im Strahlenschutz ausgeschrieben. Für beide Berufsgruppen wurden Bescheinigungen zur Aktulisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ausgestellt. Für mich stellt sich nun die Frage hätte man als MFA einen anderen Kurs besuchen müssen. Ist das so in Ordnung für die Behörde.Vielen Dank.


1. Antwort: Antwort: siehe Nr. 2172. K. Ewen



  Frank Hornung schrieb am 27.02.2014 - 01:17 Uhr:
Frage:2171 BETREFF: Ergänzung zu Frage 2170
DIN 6868-161 D Auszug 4 Durchführung der ABNAHMEPRÜFUNG 4.1 Allgemeines Geräte für DENTALE DIGITALE VOLUMENTOMOGRAPHIE können sich in grundsätzlichen Konstruktionsmerkmalen unterscheiden. Die Optimierung der Systeme an unterschiedlichen Aufgabenstellungen führt zur unterschied-lichen Bewertung von Parametern wie Dosis, Rauschen und Auflösung. Diese Parameter können dem-entsprechend nicht mit einheitlichen Grenzwerten versehen werden. Um eine angemessene Überwachung der Geräte zu erreichen, müssen spezifische Indikatoren eingeführt werden, die quantifizierbare System-parameter in angemessener Weise kombinieren und eine möglichst gerechte Beurteilung der Systeme ermöglichen. Die Prüfpositionen werden teilweise durch Auswertung von Prüfkörperaufnahmen überprüft. Der PRÜFKÖRPER ist im Folgenden beschrieben. Er ist so zu positionieren, dass die zur Bestimmung der Auflösung nach 4.3.5 vorgesehenen Strukturen des Prüfkörpers dargestellt werden. Dabei werden die Expositionsparameter nach Herstellerangabe für einen Standardpatienten verwendet und eine Aufnahme erstellt. Die Aufnahmeparameter sind zu dokumentieren. Die Auswertungen müssen am ORIGINALDATENSATZ erfolgen. 4.3.4.2 Anforderung Der Wert für die Ortsauflösung der Rekonstruktion wird mit der Herstellerangabe verglichen und dokumentiert. Der Wert muss innerhalb des vom HERSTELLER angegebenen Toleranzbereiches liegen. 4.3.5.2 Anforderung Der AUFLÖSUNGSINDIKATOR 50 wird dokumentiert. Der AUFLÖSUNGSINDIKATOR 10 muss ≥ 1 Lp/mm sein. DIN 6868-150:2013-06 7.19 Linienpaar-Auflösungsvermögen 7.19.1 Anforderungen Das LINIENPAAR-AUFLÖSUNGSVERMÖGEN RGR darf unter den festgelegten Bedingungen die GRENZWERTE der Tabellen 6 bis 8 nicht unterschreiten.
Dateianhang: anzeigen

1. Antwort: Antwort: Siehe Frage 2170! K. Ewen



  Frank Hornung schrieb am 27.02.2014 - 00:59 Uhr:
Frage:2170 BETREFF: DIN 6868-161 6868-150
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wie sind sog. ´LOW-DOSE-PROTOKOLLE´ für CBCT / DVT im Bereich der Humanmedizin mit der DIN 6868-161 und der neuen DIN 6868-150 vereinbar. Es werden Geräte mit Dosen unter 20µSv bei z.B. FOV 230x160 als sog. ´STANDARD´ bezeichnet. Weiterhin wird vermittelt, dass Aufnahmen mit z.B 96kV 1mA 9s zu ´High-Resolution´ Ergebnissen führen. Resultieren diese Aufnahmen nicht aus dem Verfahren ´GPU-based Fast Low-dose Cone Beam CT Reconstruction via Total Variation´ in dem 40 Projektion durch Interpolation zu eine Gesamtvolumen berechnet werden. Wiederspricht dieses Verfahren nicht der Forderung nach ´1.0-1.2´ Grenzwert für das Lienienpaar-Auflösungsvermögen bei Einrichtungen mit Flachdetektor als Bildempfänger. Auszug aus der DIN 6868-161: 4.3.5.2 Anforderung Der AUFLÖSUNGSINDIKATOR 50 wird dokumentiert. Der AUFLÖSUNGSINDIKATOR 10 muss ≥ 1 Lp/mm sein. Auszug aus der DIN 6868-150:2013-06: 7.19 Linienpaar-Auflösungsvermögen. 7.19.1 Anforderungen Das LINIENPAAR-AUFLÖSUNGSVERMÖGEN RGR darf unter den festgelegten Bedingungen diese GRENZWERTE nicht unterschreiten. Für eine aufklärdende Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar. MFG FRak Hornung ´GPU-based Fast Low-dose Cone Beam CT Reconstruction via Total Variation´ Jia X1, Lou Y, Lewis J, Li R, Gu X, Men C, Song WY, Jiang SB. Abstract: X-ray imaging dose from serial Cone-beam CT (CBCT) scans raises a clinical concern in most image guided radiation therapy procedures. The goal of this paper is to develop a fast GPU-based algorithm to reconstruct high quality CBCT images from undersampled and noisy projection data so as to lower the imaging dose. The CBCT is reconstructed by minimizing an energy functional consisting of a data fidelity term and a total variation regularization term. We develop a GPU-friendly version of a forward-backward splitting algorithm to solve this problem. A multi-grid technique is also employed. We test our CBCT reconstruction algorithm on a digital phantom and a head-and-neck patient case. The performance under low mAs is also validated using physical phantoms. It is found that 40 x-ray projections are sufficient to reconstruct CBCT images with satisfactory quality for clinical purposes. Phantom experiments indicate that CBCT images can be successfully reconstructed under 0.1 mAs/projection. Comparing with the widely used head-and-neck scanning protocol of about 360 projections with 0.4 mAs/projection, an overall 36 times dose reduction has been achieved. The reconstruction time is about 130 sec on an NVIDIA Tesla C1060 GPU card, which is estimated ∼ 100 times faster than similar regularized iterative reconstruction approaches. PMID: 21606579 [PubMed - indexed for MEDLINE]
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1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hornung, hier der Versuch, Antworten auf Ihre nicht ganz einfachen Fragen zu geben, wobei ich direkt deutlich erklären möchte, dass die Antworttexte größtenteils nicht von mir stammen, denn dieses Gebiet ist schon sehr speziell. Aber wichtig ist, dass wir uns im Forum RöV bemühen, auch auf ziemlich kniffelige Fragen Antworten finden. Zur Frage 1): Wie sind sog. ´LOW-DOSE-PROTOKOLLE´ für CBCT / DVT im Bereich der Humanmedizin mit der DIN 6868-161 und der neuen DIN 6868-150 vereinbar und widerspricht das Verfahren ´GPU-based Fast Low-dose Cone Beam CT Reconstruction via Total Variation´, in dem 40 Projektion rechnerisch durch Interpolation zu einem Gesamtvolumen zusammengefasst werden, nicht der Forderung nach ´1.0-1.2 Lp/mm´ als Grenzwert für das Linienpaar-Auflösungsvermögen bei Einrichtungen mit Flachdetektor als Bildempfänger? Antwort zu 1: Solche Geräte sind dann mit der DIN 6868-161 und der neuen DIN 6868-150 vereinbar, wenn diese mit den (optimierten) Expositionsparametern der Abnahmeprüfung und der späteren Konstanzprüfung die DIN-Grenzwerte erfüllen. Persönlicher Kommentar des betreffenden Experten: Die Abnahme- und die Konstanzprüfungen dienen nicht direkt der Festlegung eines Patientenstandards, sondern proklamieren die geforderte Mindestqualität (der Hard- und Software sowie der Bildwiedergabe) des DVT-Gerätes selbst. Natürlich ergeben sich aus diesen messtechnischen Ergebnissen auch Anhaltspunkte für Anwendungsmodalitäten im täglichen Betrieb. Es obliegt dem fchkundigen Arzt/Zahnarzt die Expositionsparameter gemäß der rechtfertigenden Indikation nach dem ALARA-Prinzip anzuwenden. Solche nach individuellen klinischen Gesichtspunkten ausgerichteten Anwendungen der Röntgenstrahlung sind nicht nur legitim, sie sind eine zentrale Diktion des Strahlenschutzes. Zur Frage 2): Ist es erlaubt bzw. überhaupt möglich, dass Geräte mit Dosen unter 20 µSv bei z.B. FOV 230x160 als sog. ´STANDARD´ bezeichnet werden und Aufnahmen mit z. B. 96kV 1mA 9s zu ´High-Resolution´ Ergebnissen führen? Antwort zu 2: Im Sinne des ALARA-Prinzips ist es erlaubt, einen dosisreduzierten Aufnahmemodus (zwangsläufig mit geringer Bildqualität) als STANDARD zu bezeichnen (es kommt auf die Patientenklientel an und ist letztlich eine Frage der Arbeitsanweisungen an das Personal). Problematisch wird es, wenn solche Aufnahmen als eine solche mit höchster Auflösung beworben wird. Die Arbeitshypothese des Feldkamp Algorithmus ist eine ´unendliche´ Anzahl von Projektionen und dem zufolge ist ein Abweichen von dieser mit umso größerer Unschärfe der Ortsauflösung verbunden, je weiter sich die Anzahl der Einzelmessungen reduziert oder, besser gesagt, je größer der Winkel zwischen den Einzelprojektionen ist. Weitere gerätespezifische Faktoren wie Signal-Rausch-Verhältnis des Sensors (mAs), Scanvolumengröße und letztlich Fokus-Sensor-Abstand dürften weitere entscheidende Faktoren für die Ortsauflösung und Speichertiefe des Systems sein. Fazit: Realistisch/mathematisch betrachtet, kann ein Volumen mit einem Durchmesser von 23 cm mit nur 40 Projektionen keine Ortsauflösung von 1 Lp/mm aufweisen. Zur Frage 3): Resultieren diese Aufnahmen nicht aus dem Verfahren ´GPU-based Fast Low-dose Cone Beam CT Reconstruction via Total Variation´ in dem 40 Projektion durch Interpolation zu einem Gesamtvolumen berechnet werden? Antwort zu 3: Diese Frage kann Ihnen nur der Hersteller beantworten; sie ist zwar technisch interessant, aber in diesem Kontext nur dann relevant, wenn das Gerät keine anderen Aufnahmemodalitäten beherrscht, die der DIN 6868-161 und der neuen DIN 6868-150 standhalten. Für einen solchen Fall einer nicht DIN-konformen Gerätevariante müsste unserer Meinung nach der Betreiber eine Genehmigung nach § 3 der RöV beantragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Boris Russ schrieb am 26.02.2014 - 22:42 Uhr:
Frage:2169 BETREFF: Wiederholungsaufnahmen
Guten Abend, Ich hoffe Sie können mir bei dem folgendem Problem helfen. Vor ca 3 Monaten habe ich -MTRA- in einem kleinen ca180 Bettenhaus die Leitung der Röntgenabteilung übernommen (seit 3 Jahren war die Abt. ohne Leitung). Einen Radiologen gibt es leider nicht- und so bin ich für viele Dinge zuständig und verantwortlich. Vor allem die Qualitätsverbesserung der Rö-Bilder (was immer von der Ärztekammer angemahnt wird wurde) wurde mir von der Geschäftsführung als eine wichtige Aufgabe zugetragen. Leider sind u.a. auch die Thoraxaufnahmen der Liegend- Patienten auf der Intensivstation aufgrund der Einstelltechnik sehr schlecht. Heute habe ich mit einer Mitarbeiterin die Aufnahme bei dem knapp 90 jährigem Patienten wiederholt, da auf der ersten Aufnahme ca40% der Lunge nicht abgebildet war. So konnte ich nicht verantworten dieses Bild ´frei´ zu geben . Die Anästhesistin meldete sich später bei mir- mit der Aussage ´das Bild hätte auch so gereicht und man müsse bei derm 90jährigen Pat. auch auf Strahlenschutz achten´ Seit ca 30 Jahren bin ich MTRA , habe immer in großen Kliniken gearbeitet und verstehe wirklich mein Handwerk und kann gute von grenzwertigen bis unbrauchbaren Bilder unterscheiden- Die GF gibt mir viel Spielraum was meine Entscheidungen angeht- die Ärztin möchte mich aber in meinen Entscheidungsbefugnisse beschneiden (ich denke es geht hier um Kompetenzgerangel) Aber was sagt hier das Gesetz ? Muss ich wirklich jd Arzt um Erlaubnis fragen und sein Einverständnis bitten wenn mal eine Aufnahme wiederholt werden muss? Mit freundlichen Grüßen B.Rus


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Russ (oder Rus?), in Ihrem Haus muss sicherlich etwas in der Struktur der Strahlenschutzorganisation verbessert werden. Und das ist Aufgabe des Strahlenschutzverantwortlichen, wer auch immer bei Ihnen diese Position repräsentiert - vielleicht eine Person in der Verwaltung oder Geschäftsführung. Vor dort aus muss festgelegt werden, wer nach § 13 RöV Strahlenschutzbeauftragter ist (Ärzte mit Fachkunde im Strahlenschutz!), wer die rechtfertigende Indikation für Röntgenuntersuchungen nach § 23 RöV stellen darf (ebenfalls Ärzte mit Fachkunde im Strahlenschutz), wer nach § 24 Abs. 1 RöV befunden darf (Ärzte mit Fachkunde oder mit Kenntnissen im Strahlenschutz) und wer nach § 24 Abs. 2 RöV mit der technischen Durchführung der Röntgenuntersuchungen betraut werden darf (unter anderen MTRA und MFA). Mit dem Begriff ´Leitung der Röntgenabteilung´ muss man vorsichtig sein. Diese kann keineswegs ein/e MTRA übernehmen (von Teilbereichen, wie z.B. die Durchführung der Qualitätssicherung nach § 16 RoV, Konstanzprüfungen) abgesehen. Lassen Sie sich nicht in eine Kette von Veranwortlichkeiten integrieren, die Sie gar nicht ausfüllen können und nach RöV auch gar nicht dürfen. Die Beurteilung der medizinischen Aspekte einer Röntgenaufnahme ist Sache der Ärzte und nicht des Assistenzpersonals. Dagegen können die einstellungstechnischen Randbedingungen durchaus von einem/r MTRA kritisiert und entsprechend variiert werden. Wenn 40 % (!) der Lunge nicht bewusst sondern aus reiner Schlampigkeit auf der Aufnahme nicht dargestellt sind, haben Sie als MTRA durchaus das Recht, wenn nicht sogar die Pflicht, das zu kritisieren. Ob Sie allerdings dann ohne Rücksprache mit dem Arzt, der die rechtfertigende Indikation (RI)gestellt hat, eine weitere (korrigierende) Aufnahme erstellen dürfen, möchte ich rein rechtlich bezweifeln. Und in derartigen Fällen nicht ´jeden´ Arzt ansprechen sondern, wie gesagt, denjenigen, der für die Stellung der RI verantwortlich war. Ein ´Kompetenzgerangel´, und das vielleicht auf Kosten der Qualität bzw. letztendlich auf Kosten der Patienten, darf der Strahlenschutzverantwortliche in seinem Haus einfach nicht zulassen, genauso wenig dürfen das die für ihre Bereiche zuständigen Strahlenschutzbeauftragten. Zum Schluss: Die Logik der Anästhesistin, die Herstellung einer kompletten Fehlaufnahme als einen Beitrag zum Strahlenschutz zu interpretieren (reden wir nicht vom Alter des Patienten) entbehrt nicht einer gewissen ´Komik´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Eva Görgen schrieb am 26.02.2014 - 11:19 Uhr:
Frage:2168 BETREFF: Angio Arbeitsplatz
Hallo Herr Professor, darf ein richtiger Angio-/DL-Arbeitsplatz mit intigriertem C-Bogen als Buckyarbeitsplatz genutzt werden? Mir währe das völlig neu- Ich erhalte doch nur Durchleuchtungsbilder


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Görgen, ein ´richtiger´ Angio-Arbeitsplatz mit der heutzutage üblichen C-Bogen-Geometrie ist ein (digitales) bildgebendes System, das man normalerweise sowohl für Durchleuchtungsvorgänge als auch für die Herstellung von Röntgenaufnahmen auf digitales Basis anwendet. Bei beispielsweise kardiologischen, angiographischen oder interventionellen radiologischen Maßnahmen wird man in der Regel den Durchleuchtungs- und Aufnahmemodus je nach Fragestellung wechselweise einsetzen. Aber es spricht zumindest gerätetechnisch nichts dagegen, ein derartiges System auch als Buckyarbeitsplatz zu nutzen. Nur wäre das ziemlich unökonomisch, wenn man die Anschaffungskosten für einen ´reinen´ Buckytisch (Rasteraufnahmetisch) in Relation zu denjenigen eines komplexen Angio-Arbeitsplatz miteinander vergleicht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Nadine Steinhusen schrieb am 25.02.2014 - 19:40 Uhr:
Frage:2167 BETREFF: CT Rufbereitschaft als Arzthelferin
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin Arzthelferin in einer Röntgenpraxis und habe seit 2004 die Fachkunde im Strahlenschutz(120 std). Seitdem bin ich im konventionellen Röntgen tätig und habe bis vor 6 Jahren auch selbstständig CT am Einzeiler gefahren(keine Dienste). Danach bekamen wir ein Mehrzeiler und es hieß, ich darf als Arzthelferin daran nicht mehr arbeiten weil sich die Bestimmungen geändert hätten. Nun jedoch soll ich plötzlich am CT eingearbeitet werden um Rufbereitschaftsdienste mit abzudecken. D.h.ich müsste selbstständig nachts die Notfall-CTs vom angegliederten Krankenhaus fahren ohne dass ein Radiologe vor Ort ist, auch KM CTs. Ist das rechtens? Vielen Dank für die Auskunft


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Steinhusen, wenn Sie Arzthelferin sind, dann haben Sie nicht die Fachkunde sondern die Kenntnisse im Strahlenschutz. Das aber nur als formale Korrektur. Mit Kenntnissen im Strahlenschutz darf eine Arzthelferin Röntgenuntersuchungen technisch durchführen, aber nur unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines im Strahlenschutz fachkundigen Arztes (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Also das muss sein! Ich betone das, weil Sie das Wort ´selbstständig´ hier erwähnt haben. Sie dürfen auch unter den o.g. Voraussetzungen CT-Untersuchungen technisch durchführen - und zwar unabhängig davon, wieviele Zeilen der hat. Aber noch einmal ganz klar: Sie dürfen nicht im Rahmen irgendeiner Rufbereitschaft (nach RöV rechtlich gesehen auch notfallmäßig nicht) ohne die Existenz der genannten ständigen Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes (dieser muss dazu ´im Haus´ sein) eine Röntgenuntersuchung technisch durchführen. Ich will erst gar nicht nach der Stellung der rechtfertigenden Indikation fragen, die ja (siehe § 23 RöV) vom einem fachkundigen Arzt am Ort der Untersuchung, also dort, wo der Patient ist, gestellt werden muss. An der Strahlenschutzorganisation Ihres Hauses muss offensichtlich einiges in Ordnung gebracht werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Manuela Dinklage schrieb am 25.02.2014 - 18:12 Uhr:
Frage:2166 BETREFF: Teleradiologie im Bereitschaftsdienst.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich wurde darüber informiert, das bis zu einem gewissen Zeitpunkt MFA mit Röntgenschein und nachgewiesener langjähriger Berufserfahrung die Genehmigung zur Teilnahme für Teleradiologie im Bereitschaftsdienst beantragen konnten. Leider war ich darüber nicht informiert. Mich würde nun interessieren bis zu welchem Datum dies möglich war. Und welche Stelle dafür zuständig ist. Vielen Dank für Ihre Bemühungen. Mit freundlichen Grüssen Manuela Dinklage


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dinklage, ich weiß nicht, woher bzw. von wem Sie diese Information bekommen haben. Kurze Antwort auf Ihrer Frage: Eine MFA mit ´Röntgenschein´ darf im Rahmen der Teleradiologie im Sinne des § 3 Abs. 4 RöV die Röntgenuntersuchung nicht technisch durchführen - jetzt nicht und früher auch nicht. Den Begriff ´Teleradiologie im Bereitschaftsdienst´ gibt es im Sprachgebrauch der RöV nicht. Sie haben also terminlich nichts verpasst. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Karin Klatt schrieb am 24.02.2014 - 15:29 Uhr:
Frage:2165 BETREFF: einheitliche Dosisindikatoren Radiologie
Sehr geehrter Herr Pro. Ewen, können Sie mir sagen ab wann die Din EN 62494-1 verbindlich für die digitale Bildgebung einzuhalten ist? Vielen Dank für Ihre Bemühungen! Mit freundlichen Grüßen K. Klatt


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Klatt, die Norm DIN EN 62494-1, Medizinische elektrische Geräte - Dosisindikator digitaler Röntgenbildsysteme - Teil 1: Definitionen und Anforderungen für die allgemeine Radiographie (IEC 62494-1:2008); Deutsche Fassung EN 62494-1:2008, wurde im Mai 2010 veröffentlicht und gilt ab diesem Datum in Deutschland. Das bedeutet nicht, dass die Norm eingehalten werden muss, denn die Anwendung von Normen ist nicht verpflichtend. Mir ist nicht bekannt, dass in irgend einem Regelwerk die Norm ´verbindlich für die digitale Bildgebung einzuhalten ist´. Vielleicht ist mit dieser Ihrer Formulierung auch nur die Gültigkeit der Norm gemeint. Wenn Sie mehr erfahren wollen, sprechen Sie bitte den Normenausschuss Radiologie (NAR) an und verweisen Sie dabei auf Ihre Anfrage hier im Forum RöV. Ich kann hier im Forum RöV grundsätzlich keine Telefonnummer oder Mailadresse angeben, aber Sie werden im Internet sicherlich die entsprechenden Informationen erhalten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexander schrieb am 24.02.2014 - 15:27 Uhr:
Frage:2164 BETREFF: Monitore an Mammographiesystemen mit Biopsieeinrichtung
Guten Tag, gibt es einen Grenzwert für die minimale Leuchtdichte solcher Monitore? Für die maximale Leuchtdichte liegt er bei >250 cd/m2, richtig?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Horvat, nach Tab. 3.13 in der jetzt geänderten Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL), die in den nächsten Monaten in Kraft treten wird (es ist noch nicht bekannt, wann genau), muss für Monitore in der mammographische Stereotaxie (Biopsie) die maximale Leuchtdichte > 200 cd/m2 betragen. Für die minimale Leuchtdichte ist nichts festgelegt worden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Katrin schrieb am 24.02.2014 - 14:09 Uhr:
Frage:2163 BETREFF: Kurs zur Aktualisierung der Kenntnisse für OP-Personal?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Nach dem Kurs (20 Stunden) zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz in der Heilkunde für Personen, die ausschließlich einfache Röntgeneinrichtungen auf direkte Anweisung des unmittelbar anwesenden Arztes bedienen erfolgt nach 5 Jahren ein Aktualisierungskurs für Kenntnisse für OP-Personal. Können Sie mir bitte Auskunft über die Stundenanzahl dieses Aktualisierungskurses geben und wo dies im Gesetz verankert ist? Nach meinem Wissensstand beträgt der Kurs zur Aktualisierung 4 Stunden. Vielen Dank für Ihre Unterstützung. MfG Katrin


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Göde, Einzelheiten zur Erlangung von Fachkunde und Kenntnissen im Strahlenschutz sowie zu deren Aktualisierung findet man in der sog. ´Fachkunde-Richtlinie Medizin nach RöV´ (Kurztitel, unter dem Sie aber diese Richtlinie im Internet finden können). Speziell zum ´OP-Personal´, und zwar für diejenigen Personen, deren Tätigkeit bei Röntgenuntersuchungen im Rahmen einer Operation oder Intervention sich auf das Bedienen der Röntgeneinrichtung und dies unter unmittelbarer Aufsicht und Verantwortung eines im Strahlenschutz fachkundigen Arztes beschränkt (siehe Abschnitt 6.3, 3. Absatz in dieser Richtlinie), ist dann in der Anlage 11 der Richtlinie festgelegt, dass zur Aktualisierung deren Kenntnisse im Strahlenschutz eine Kursdauer von 4 Stunden einschließlich Prüfung und praktischer Übungen verlangt wird. Für alle anderen Personen nach § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV müssen die für die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen notwendigen Kenntnisse im Strahlenschutz in einem Kurs von 8 Stunden Dauer aktualisiert werden (siehe ebenfalls Anlage 11 der Richtlinie). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  forer karl Josef schrieb am 23.02.2014 - 21:54 Uhr:
Frage:2162 BETREFF: röntgenschürze reinigen desinfizieren
habe im Operationssaal oft über stunden einen Bleimantel angezogen mich graust es aus hygienischer Sicht her einen solchen anzuziehen gibt es eine firme die solche BLEIMÄntel reinigt und desinfiziert Waschmaschinen oder dergleichen danke für ein remail


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Forer, ich kann Ihr Unbehagen verstehen. Aber ich weiß, ehrlich gesagt, nicht, wie ein Reinigungs- und ggf. Desinfizierungsvorgang fachmännisch bei Röntgenschutzkleidung ablaufen kann bzw. soll. Ich bin aber ziemlich sicher, dass die Hersteller- oder Vertriebsfirmen für Röntgenschutzkleidung dazu etwas sagen können. An sich sollten keine Firmennamen hier im Forum RöV genannt werden, aber so viele gibt es in Deutschland ja auch nicht. So nenne ich beispielsweise zwei Firmen: Dr. Goos-Suprema GmbH und MAVIG GmbH. Die Kontaktdaten beider finden Sie im Internet und sicherlich auch noch andere Firmen, die Sie dort z.B. unter den Stichworten ´Strahlenschutzkleidung, Strahlenschutzzubehör´ aufsuchen können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ralf Stolpe-Jazbinsek schrieb am 22.02.2014 - 22:38 Uhr:
Frage:2161 BETREFF: QS an PETCT (nur PET Anwendungsteil)
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, welche Sach- und Fachkunde ist als Prüfer notwendig, um am PETCT fogendes prüfen zu dürfen: Halbjährliche Durchführung und Dokumentation folgender Konstanz- und Qualitätsprüfungen gemäß Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin sowie nach DIN 6855-4. Kalibrierfaktor und Kreuzkalibrierung, Koinzidenzempfindlichkeit (DQC), Normalisierung, Transversale Auflösung, Bilddokumentation, Abbildungsmaßstab (bauartbedingt nicht erforderlich), Übereinstimmung der Abbildungsebenen beider Teilkomponenten des Systems (Hybrid), Dokumentation der gemessenen Werte. Vielen Dank für Ihre Bemühungen. MfG Ralf Stolpe-Jazbinsek


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stolpe-Jazbinsek, ich hatte Ihnen per Mail die Frage gestellt, ob man bei den von Ihnen aufgeführten Prüfungen an einem PET die Nutzung bzw. den Umgang mit radioaktiven Stoffen (z.B. F 18) benötigen würde. Denn das würde über die Antwort auf Ihre Frage nach der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz entscheiden. Sie hatten zugesagt, mir eine entsprechende Mitteilung zukommen zu lassen. Tun Sie das bitte über eine erneute Anfrage hier im Forum. Denn ich möchte diese noch ausstehende Antwort auf Ihre Frage doch nicht so lange offen lassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  P.Botsch schrieb am 20.02.2014 - 19:17 Uhr:
Frage:2160 BETREFF: Dosisindikator
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, unser Haus verfügt seit 2008 über ein Detektorengerät der FA Philips. Angezeigt wird Dosisindikator EI, der in relativ großen Abstufungen angegeben ist, z.B. 200, 250, 320 usw.. Bei der letzten Überprüfung durch eine Ärztliche Stelle wurden diese Angaben bemängelt, besonders bei den Konstanzprüfungen, bei denen der Dosisindikator tatsächlich jedesmal gleich bei gleichen Aufnahmebedingungen ausfällt. Diese Angaben stehen selbstverständlich so im DICOM- Header und als automatische Übertragung im elektronischen Röntgenbuch. Auf Anfrage bei der ÄSH wurde mir mitgeteilt, auch wenn das wirklich unser übertragener Dosisindikator wäre,dürften wir unter Umständen das Gerät nicht weiter betreiben,wenn wir nicht genau nachweisen könnten wie der EI- wert vom Gerät berechnet wird oder wir den inzwischen gebräuchlichen EIs Wert angeben können. Die FA Philips bearbeitet diese Anfrage bereits und berichtete von mehreren Einrictungen,die das gleiche Problem haben. Der Hersteller ist wohl nicht verpflichtet, an alten Geräten die Software dahingehend zu ändern, die Betreiber wären aber verpflichtet. Wie ist die rechtliche Lage in diesem Fall ? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Botsch, nach Rücksprache mit einer ärztlichen Stelle in meinem Umfeld ist mir bestätigt worden, dass man sich früher auch über die von Ihnen angesprochenen relativ groben Abstufungen des Dosisindikators gewundert hatte, aber aus folgenden Grund nichts unternehmen konnte: Wenn alles bei der Inbetriebnahme richtig gelaufen war, also die Abnahmeprüfung - früher nach DIN V 6868-58 (heute nach DIN 6868-150)- und die Kontrolle derselben durch den Sachverständigen, musste man davon ausgehen, dass der Prüfpunkt Dosisindikator nach Abschnitt 9.4.4 der genannten DIN V 6868-58 in Bezug auf den Zusammenhang Dosis/Dosisindikator in positivem Sinne erledigt war, und zwar nach dem Motto ´Der Sachverständige hat die Abnahmeprüfung kontrolliert, hat diese Kontrolle als mängelfrei bestätigt und alles ist ok.´ Der Hersteller kann nicht verpflichtet werden, seine Software zum Thema Dosisindikator zu ändern. So existiert durchaus noch alte Software, im Rahmen derer der Dosisindikator unter einem nicht DICOM-konformen ´private Tag´ abgespeichert wird. Dies wird von der von mir angesprochenen ärztlichen Stelle akzeptiert (bzw. muss von ihr akzeptiert werden). Solange in der Sachverständigen-Prüfrichtlinie, die sich zurzeit in einer Novellierungsphase befindet, keine diesbezügliche Übergangsvorschrift formuliert wird (ich kann jetzt nicht sagen, ob das geschehen wird), darf die Röntgeneinrichtung selbstverständlich weiterbetrieben werden. Im Übrigen: Die ärztliche Stelle kann einen Betrieb nicht untersagen, das dürfte nur die zuständige Behörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bernd Hoberg schrieb am 18.02.2014 - 17:03 Uhr:
Frage:2159 BETREFF: Verfügbarkeit von Messmittel
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, nach einer Installation ist eine Abnahmeprüfung durch den Hersteller oder Lieferanten durchzuführen. In diesem Zusammenhang werden auch die Bezugswerte für die regelmäßige Konstanzprüfung festgelegt. Im Gegensatz zur Abnahmeprüfung sind die Messmittel zu verwenden, welche für die regelmäßige Konstanzprüfung zum Einsatz kommen. Die Messmittel für die Konstanzprüfung werden aber nicht nur für die Bezugswertfestlegung am Ende einer Abnahmeprüfung benötigt, sondern auch im Rahmen von Wartungen oder im Reparaturfall. Geprüft wird entsprechend den Vorgaben des §16, ob die erforderliche technische Bildqualität und Dosis mit den Ausgangswerten der Abnahmeprüfung noch übereinstimmt. Die korrekte Umsetzung der Forderung aus dem §16 ist an das Vorhandensein der Konstanzprüfungsmittel gebunden. Ohne die kundenspezifischen Messmittel, welche bei der Festlegung der Ausgangswerte verwendet wurden, ist die geforderte Konstanzprüfung nicht möglich. Aus diesem Grund müssen die erforderlichen Messmittel an den Röntgeneinrichtungen vorgehalten werden, bzw. bei Bedarf zur Verfügung stehen. In letzter Zeit ist festzustellen, dass die Konstanzprüfungen an externe Dienstleister vergeben werden. Die Dienstleister verwenden ihre eigenen Messmittel. Im Regelfall stehen diese Messmittel zur Abnahmeprüfung bei Neuinstallationen zur Verfügung. Bei Wartung- bzw. Reparaturarbeiten ist dies im Regelfall nicht zutreffend. Für den zuständigen Servicetechniker wird die Situation schwierig, wenn die notwendigen Messmittel nicht vorhanden sind. Er kann der Forderung des §16 nicht nachkommen. Die Röntgeneinrichtung kann ohne Prüfung solange nicht freigeben werden, bis die Prüfung mit den kundenspezifischen Messmittel durchgeführt wurde. Auch die Verwendung firmeneigener Messmittel ist hier nicht hilfreich, da die Prüfmittel von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sind. Es ist nicht machbar alle auf dem Markt befindlichen Prüfmittel mitzuführen. An die Vergabe der Konstanzprüfung an ein Dienstleister ist nichts auszusetzen. Es muss aber sichergestellt werden, dass die erforderlichen Konstanzprüfungsmittel zur Verfügung stehen. Daraus ergibt sich die Forderung, dass die Konstanzprüfungsmittel an der Röntgeneinrichtung vorzuhalten sind. Über eine Stellungnahme Ihrerseits bzw. der entsprechenden Gremien würde ich mich sehr freuen.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hoberg, die hier von Ihnen beschriebene Notwendigkeit, dass die Messmittel für die Durchführung der Konstanzprüfung (KP) seitens des Betreibers der Röntgeneinrichtung (Strahlenschutzverantwortlichen, SSV), der schließlich für den rechtlich korrekten Ablauf dieser Prüfung verantwortlich ist (und nicht ein externer Dienstleister, der ggf. für die praktische Durchführung der KP vom SSV beauftragt wird), an der betreffenden Röntgeneinrichtung vorzuhalten sind, ist vollkommen unbestritten und soll an dieser Stelle noch einmal deutlich unterstrichen werden. Ich teile vollkommen Ihre Meinung zu dieser Verfahrensweise und zu den dabei einzuhaltenden Randbedingungen. Es gibt eindeutige Rückendeckung aus dem Länderausschuss RöV (LA RöV)und aus dem Arbeitskreis RöV (AK RöV), die sich jeweils auf ihren letzten Sitzungen ganz klar für eine diesbezügliche Regelung ausgesprochen haben, und zwar in dem Sinne, wie Sie das hier beschrieben haben. Außerdem wird in der novellierten Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL)explizit gefordert, dass die bei der Abnahmeprüfung festzulegenden Bezugswerte für die KP mit denselben Prüfmitteln und Verfahren zu bestimmen sind, die bei der KP verwendet werden, und dass - sehr wichtig - dies auch für die Festlegung der Bezugswerte für die KP gilt, die bei jeder Teilabnahmeprüfung nach Änderung von Bildqualität und Dosis vorgenommen werden muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Radiologe schrieb am 17.02.2014 - 09:56 Uhr:
Frage:2158 BETREFF: C-Bogen
Sehr geehrter Prof. Ewen, Ist der dauerhafte Betrieb eines C-Bogens in Funktion und anstelle eines stationären Durchleuchtungsgerätes zulässig? Ich denke insbes. an den fehlenden baulichen Strahlenschutz am Gerät wie z.B. Bleilamellen.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr (Dr. ?) Heidersdorf, die Antwort auf Ihre interessante und oft im radiologischen Strahlenschutz diskutierte Frage kann man von zwei Seiten angehen: 1) Man orientiert sich an den gerätetechnischen Vorgaben der Leitlinie der Bundesärztekammer (siehe Internet), die aber zur Röntgenverordnung (RöV) eine mehr distanziertere Rechtsverbindung einnimmt. 2) Man legt die sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) zu Grunde (auch im Internet auffindbar), nach der behördlich bestimmte Sachverständige bei seinen strahlenschutztechnischen Prüfungen nach RöV vor Inbetriebnahme und dann wiederholend alle 5 Jahre vorgehen muss. Die SV-RL besitzt u.a. eine Anlage I (´Technische Mindestanforderungen´), in der für die einzelnen Gerätetypen in der Röntgendiagnostik bestimmte technische Anforderungen festgelegt sind, so auch für die mobilen C-Bogengeräte unter der lf. Nr. 13 in der Tab. I1 dieser Anlage I. Diese müssen erfüllt sein, sonst ist eine Inbetriebnahme nicht möglich. Dann gibt es noch in der Anlage I (dort Punkt E8) technische Mindestanforderungen an Durchleuchtungsgeräte für Interventionen. Außerdem ist in der Tab. E12 der Anlage I eine Liste der von der SV-RL angesprochenen Interventionen zusammengestellt. Von denen dürfen nur die Nrn. 4, 7 und 8 mit mobilen C-Bogengeräten durchgeführt werden. Zumindest ist hier eine gewisse Sperre für radiologische Maßnahmen eingebaut, die nicht mit mobilen C-Bogengeräten sondern nur mit stationären ´großen´ Durchleuchtungsgeräten durchgeführt werden dürfen. In wenigen Jahren wird auf der Basis einer neuer EU-Richtlinie in der RöV (und auch in der StrlSchV) der Grenzwert für die Augenlinsendosis von zurzeit noch 150 mSv pro Jahr auf 20 mSv pro Jahr reduziert werden. Ich bin sicher, dass sich die Hersteller von mobilen C-Bogengeräten Gedanken machen müssen, mit welchen gerätetechnischen Strahlenschutzeinrichtungen (u.a. Streustrahlenschutz am Gerät) dieser neue, stark reduzierte Grenzwert eingehalten werden kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Andreas Leenen schrieb am 11.02.2014 - 17:16 Uhr:
Frage:2157 BETREFF: § 28 RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, nach Aussage der ärztlichen Stelle der ÄKHH geht aus der RöV die Verpflichtung hervor, gegebenfalls Bilder auf Transparentfilm weitergeben zu können. Dies kann ich § 28, Absatz 6 der RöV nicht entnehmen. Wir können Bilder zur Befundung auf DVD mitgeben, zusätzlich haben wir einen Printer für Papierbilder, wenn keine Befundung erforderlich ist. Wozu sind wir laut RöV verpflichtet? Mit freundlichen Grüßen A. Leenen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Leenen, die RöV schreibt in § 28 Abs. 6 vor, dass auf elektronischem Datenträger aufbewahrte Röntgenbilder und Aufzeichnungen einem mit- oder weitebehandelndem Arzt oder .... in einer für diesen geeigneten Form zugänglich gemacht werden müssen. Mit dieser Regelung bestimmt der mit- oder weiterbehandelnde Arzt die Form und Qualität der Unterlagen. D.h., wenn der weiterbehandelnde Arzt ein Durchsichtsbild anfordert, muss ihm dieses zur Verfügung gestellt werden. Hierzu hat es bereits rechtliche Prüfungen durch die Bundes- und Länderbehörden gegeben. Die Frage, ob dies so noch zeitgemäß ist, stellt sich zumindestens rein rechtsformal auf der Basis der jetzt geltenden RöV nicht. Es ist allerdings zu erwarten, dass der Verordnungsgeber bei der nächsten größeren Überarbeitung der RöV auch diese Regelung kritisch prüfen wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  anita ragg schrieb am 07.02.2014 - 22:06 Uhr:
Frage:2156 BETREFF: konstanzprufung
...1000 Dank und schönes WE LG A.Ragg


1. Antwort: .... Ihnen auch! K. Ewen



  guido Kindervater schrieb am 07.02.2014 - 13:22 Uhr:
Frage:2155 BETREFF: Strahlenschutzbevollmächtigter
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meine Bezirksregierung Münster hat vorgeschlagen in unserem Klinikverbund mich (Leitender Oberarzt Radiologie)als Strahlenschutzbevollmächtigten einzusetzen, was sicherlich den KLinikvorstand begeistern wird. Aber bevor man sich ewig bindet möchte ich doch gerne wissen welche Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten man hat.Wo kann man so etwas zum Beispiel nachlesen? mit freundlichen Grüßen Guido Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, hier die Version eines Kollegen, der sich im Strahlenschutzrecht sehr gut auskennt: Die Funktion des Strahlenschutzbevollmächtigten ist weder in der RöV noch in der StrlSchV unmittelbar beschrieben. Lediglich in der ´Amtlichen Begründung zur StrlSchV von 2001´ findet man einen Hinweis auf die Funktion des Strahlenschutzbevollmächtigten. Im Sinne dieser amtlichen Begründung ist der Strahlenschutzbevollmächtigte in großen Betrieben ein ´sinnvolles Werkzeug´, um den Strahlenschutzverantwortlichen (SSV) bei der Wahrnehmung seiner Pflichten zu entlasten. Das bedeutet: Der Strahlenschutzbevollmächtigte muss vom SSV mit der Wahrnehmung dieser Tätigkeit (möglichst schriftlich) betraut werden und kann dann alle Aufgaben des SSV innerhalb der Strahlenschutzorganisation, aber auch nach außen, z.B. gegenüber den Behörden, Sachverständigen, Messstellen usw., wahrnehmen. Nach den Vorschriften der RöV und StrlSchV verbleibt aber auch beim Einsatz eines Strahlenschutzbevollmächtigten die Gesamtverantwortung beim SSV. Daneben hat natürlich der jeweils bestellte Strahlenschutzbeauftragte (SSB) weiterhin Verantwortung in seinem Entscheidungsbereich zu tragen. Für den Strahlenschutzbevollmächtigten bedeutet dies, dass er - sofern er seine Aufgaben gewissenhaft und korrekt wahrnimmt - keine Sanktionen der Behörde befürchten muss, wenn irgendwo im Betrieb einmal gegen Vorschriften der RöV oder StrlSchV verstoßen werden sollte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anita Ragg schrieb am 07.02.2014 - 08:21 Uhr:
Frage:2154 BETREFF: Konstanzprüfung
Guten Morgen Hr.Professer Ewen Konstanzprüfung nochmals eine Frage dazu wie wird die nötige Fachkunde definiert? Wir im OP haben einen 24h Kurs und alle 5 Jahre eine Nachschulung. Beim Ärztlichen Dienst weis ich es nicht, außer das die Nachschulung 8h beträgt. LG Ragg


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Ragg, ich hatte die für die Durchführung von Konstanzprüfungen im ´eigenen Haus´ nach der RöV notwendige Qualifikation schon in meiner ersten Antwort an Sie beschrieben. Wenn man sich, was Ihren Fall betrifft, auf die Medizinischen Fachangestellten (MFA) beschränkt, dann ist der § 30 Nr. 2 RöV wichtig: Personen mit regelmäßig aktualisierten (alle 5 Jahre) Kenntnissen im Strahlenschutz, was ja offensichtlich auf Sie und andere Kollegen/innen von Ihnen zutreffend ist, dürfen unter Aufsicht und Verantwortung einer Person mit Fachkunde im Strahlenschutz (z.B. MTRA, im Strahlenschutz fachkundiger Arzt) Konstanzprüfungen durchführen. Ein(e) MTRA erhält die Fachkunde im Strahlenschutz im Rahmen der beruflichen Ausbildung und ein Arzt muss die Fachkunde durch Teilnahme an Strahlenschutzkursen und Nachweis einer entsprechenden radiologischen Berufserfahrung erwerben. Beide müssen diese Fachkunde alle 5 Jahre durch Kursteilnahme (nach RöV 8 Unterrichtsstunden) aktualisieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anita Ragg schrieb am 06.02.2014 - 20:05 Uhr:
Frage:2153 BETREFF: AW Konstanzprüfung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ja es war die Ergänzung. Vielen Dank für ihre schnelle Hilfe. Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend.


1. Antwort: ... Danke - und bis zum nächsten Mal hier im Forum RöV. K. Ewen



  Ragg Anita schrieb am 06.02.2014 - 19:07 Uhr:
Frage:2152 BETREFF: AW Konstanzprüfung
Sehr geehrter Hr.Prof.Ewen Es handelt sich um C-Bögen,im OP. LG A.Ragg


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Ragg, ist dies nur noch eine Ergänzung zu Ihrer ursprünglichen Frage und meiner Antwort darauf? Ich nehme das mal an. Und alles, was ich Ihnen geschrieben habe, gilt natürlich für C-Bogengeräte im OP genauso. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anita Ragg schrieb am 06.02.2014 - 10:29 Uhr:
Frage:2151 BETREFF: Konstanzprüfungen
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, Meine Frage:´benötigen MPG Verantwortliche mit der nötigen Sachkunde im Strahlenschutz für die Konstanzprüfung eine zusätzliche Fachkunde. Wir haben Siemes Geräte, aber das Arcardis mit CT bereitet uns Kopfzerbrechen. In der Röntgegenverordnung kann nichts relevantes finden und die Firma sagt mal so, mal so und der Der Rö-Verantwortliche/Beautragte sagte dies kann auch eine Sekretärin machen, hierfür wird nicht einmal eine nötige Rö-Sachkunde benötigt. Vielen Dank im Voraus. MFG A.Ragg


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Ragg, ich gehe davon aus, dass Sie die Konstanzprüfungen an medizinischen Röntgeneinrichtungen durchführen (wollen), die in Ihrem Haus betrieben werden. Die Frage ist, welche Voraussetzungen müssen diese Personen nach der RöV erfüllen. Die Meinung Ihres Strahlenschutzverantwortlichen/-beauftragten dazu kann eigentlich falscher nicht sein. Sie kann einen sogar ein wenig besorgt machen, denn die Durchführung der Konstanzprüfung ist wirklich wichtig für die regelmäßig zu stellende Frage, ob das Verhältnis von Bildqualität und Dosis noch den bei der Abnahmeprüfung eingestellten optimierten Verhältnissen entspricht. Unter anderem hängt die Befundungsqualität davon ab! Und das soll - bei allem Respekt - auch eine Sekretärin kontrollieren können? Die Frage nach der Qualifikation einer Person, die im eigenen Haus Konstanzprüfungen durchführt, ist im § 30 RöV beantwortet: Entweder, erstens, eine Person mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz (z.B. ein Arzt oder eine MTRA) oder, zweitens, mit den für die Durchführung der anstehenden Konstanzprüfungen erforderlichen Kenntnissen im Strahlenschutz (z.B. MFA, Medizintechniker), die unter Aufsicht und Verantwortung einer unter ´erstens´ genannten Person tätig ist. Und nicht daran stören, dass der § 30 RöV auf die Anwendung von Röntgenstrahlung außerhalb der Medizin abhebt. Bei der Durchführung der Konstanzprüfung wird ja auch keine Röntgenstrahlung auf Menschen angewendet. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Peter Menz schrieb am 05.02.2014 - 20:00 Uhr:
Frage:2150 BETREFF: Digitale Volumentomographie
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, mit zwei Fragen bin ich heute präsent: 1. Gegenwärtig ist die Anfertigung kieferortho-pädischer 2D-Aufnahmen im 3D-Modus mit DVT-Geräten nicht zulässig. Das ist die zur Zeit gängige Auffassung wegen der höheren Exposition gegenüber der klassischen PSA. Die neueste Gerätegeneration verfügt nun aber über sogenannte ´ultra-low-dose´-Protocole, mit denen 3D-Aufnahmen für die Kieferorthopädie mit Dosiswerten entsprechend dem bisherigen 2D-Modus angefertigt werden können (Planmeca Promax 3D Mid ULD-Protocol). Ist nun die Festlegung ´kein 3D-Modus in der Kieferorthopädie´ haltbar ? 2. Gibt es Regelungen zur neuen Norm DIN 6868-161 für DVT-Altgeräte. Müssen nichtnormgerechte frühere Abnahmeprüfungen ersetzt werden ? Für Ihre Mühe vielen Dank von den Sachverstän-digen der ISQ GmbH Berlin-Brandenburg


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Menz, zu Ihren beiden Fragen: 1) Die von Ihnen angesprochene gegenwärtige Regelung, also Herstellung einer DVT-Aufnahme im 3D-Modus mit der ausschließlichen Absicht, nur die daraus zu errechnende 2D-Aufnahme für die Befundung zu nutzen, ist aus Gründen der im Vergleich zur klassischen PSA höheren Patientenexposition in der Tat nicht gestattet. Auf Grund Ihres Beitrags hier werde ich mich aber in entsprechenden Gremien dafür einsetzen, dass dieses rigorose Verbot angesichts neuerer dosissparender DVT-Techniken überdacht werden muss. 2) In der jetzt kurz vor der Veröffentlichung (´Frühjahr´) stehenden Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) soll die Abnahmeprüfung einer DVT-Einrichtung, die in der Zahnmedizin eingesetzt wird, solange noch nach der alten QS-RL (siehe dort die entsprechende Tabelle) durchgeführt werden, bis die Norm für die Durchführung der DVT-Konstanzprüfung (DIN 6868-15) veröffentlicht worden ist. Wenn das geschehen ist, muss die Durchführung der Abnahmeprüfung auf die DIN 6868-161 ´umgeschaltet´ werden. Bis dahin muss die Konstanzprüfung auch nach der alten QS-RL durchgeführt werden (siehe dort ebenfalls die entsprechende Tabelle). Was die ´Altgeräte´ betrifft, so enthält die neue QS-RL folgende Regelung: ´Einer der Abnahmeprüfung entsprechende ergänzende Prüfung nach DIN 6868-161 ist spätestens bis 31.1.2018 an allen digitalen DVTs in der Zahnmedizin durchzuführen. Die Kontrolle dieser Prüfung erfolgt durch den Sachverständigen bei der nächsten wiederholenden Prüfung nach § 18 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 RöV.´ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Patrick Meiser schrieb am 05.02.2014 - 13:41 Uhr:
Frage:2149 BETREFF: Erneut geröngt
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gegen jede Erwartung, wurden meine beiden Sprunggelenke gestern erneut jeweils wieder in 2 ebenen geröngt.... Das macht also insgesamt rund 10 Röntgenuntersuchungen ( 1 links, 9 rechts immer in 2 ebenen) in einem Zeitraum von nur 11 Monaten. Ich bin Hypochonder, was für mich die Situation zusätzlich belastender macht. Ist diese Häufigkeit, aus strahlenbiologischer Sich,t bezüglich der Exposition am Fuß und den zwangsläufig anderen Körperteilen, welche de Strahlung ausgesetzt sind, Besorgnis erregend? Ich hoffe, Sie können mir erneut weiterhelfen. Mit freundlichem Gruß P. Meiser


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Meiser, geraten Sie nicht in Panik, was die strahlenbiologischen Folgen dieser Röntgenaufnahmen betrifft. !0 Röntgenuntersuchungen ín 11 Monaten an demselben Körperbereich hört sich besorgniserregend an, ist es aber in der Tat hier nicht. Denn der Extremitätenbereich ist bezüglich der Entstehung sog. stochastischer Strahlenschäden (Krebs, Leukämie, genetische Schäden) relativ unsensibel. Und die Dosis in der Streustrahlung, die möglicherweise andere Körperregionen trifft, ist, wie ich schon in früheren Antworten ausgeführt habe, zu gering, um ein bedenkliches Strahlenrisiko darzustellen. Ich weiß natürlich nicht, welche Indikationen zu dieser Zahl von Röntgenuntersuchungen an Ihrem Fußgelenk geführt haben, und will es auch nicht wissen, weil das ein rein radiologisch-medizinischer Aspekt ist, für den ich (als Physiker) nicht zuständig bin. Ich gebe zu, als Hypochonder macht man sich schnell gesundheitlich bedingte Ängste, aber hier können Sie ´cool´ bleiben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Weber schrieb am 04.02.2014 - 09:35 Uhr:
Frage:2148 BETREFF: Diagnostische Referenzwerte interventionelle Gefäßchirurgiie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, seit der Bekanntmachung des BfS 2003 mit Referenzwerten für Angiografie, PTA, PTCA hat sich das Spektrum der Eingriffe in spezialisierten Gefäßzentren erheblich gewandelt. Insbesondere bei endovaskulären StentGraft OPs, aber auch anderen gefäßchirurgischen hybriden Eingriffen beobachte ich vermehrt Überschreitung de o.g. genannten Flächendosisprodukte und vor allem der DL Zeiten. Gibt es dazu neue Veröffentlichungen und ab wann und wie soll oder muß ein Strahlenschutzbeauftragter eingreifen? Mit strahlendem Gruß, Michael Weber


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Weber, inzwischen ist die Liste der DRW seitens des BfS aktualisiert worden (s. Bekanntmachung des BfS vom 22.6.2010). Das hilft der Lösung Ihres Problems aber nicht weiter, denn die DRW sind im Vergleich zur BfS-Schrift aus dem Jahr 2003 fast durchweg reduziert worden. Überschreitungen der DRW sind grundsätzlich möglich, aber nur in ´Einzelfällen´ und mit entsprechender medizinischer Begründung, z.B. des fachkundigen Arztes, der die rechtfertigende Indikation gestellt hat, oder auch des Strahlenschutzbeauftragten. Eine die Sachverhalte näher erläuternde Schrift ist der ´Leitfaden zur Handhabung der diagnostischen Referenzwerte´ (siehe Internet). Was nach RöV nicht sein darf, ist ´die beständige ungerechtfertigte Überschreitung der bei der Untersuchung zu Grunde gelegten Referenzwerte...´ (§ 17a Abs. 1 Nr. 2 RöV). Dieser Tatbestand wird in der Regel von der ärztlichen Stelle festgestellt und soll von dieser der zuständigen Behörde gemeldet werden. Ich kann in Ihrem Fall, der sicherlich nicht trivial ist, wenn man die von Ihnen aufgezählten Untersuchungsbeispiele betrachtet, nur dringend raten, sich mit der für Sie zuständigen ärztlichen Stelle in Verbindung zu setzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Aneta schrieb am 03.02.2014 - 20:53 Uhr:
Frage:2147 BETREFF: Medizinphysik-Experte
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank für Ihre Antwort! Ihre Übersetzung ins Polnische ist völlig richtig! Desto mehr bin ich dankbar für die Hilfe. Mit freundlichen Gruß, Aneta aus Polen.


1. Antwort: Hallo, Aneta, es freut mich, dass ich Ihnen helfen konnte. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen Ciesze sie, ze moglem Pani pomoc. Lacze pozdrowienia K. Ewen



  Rudolf Schäfer schrieb am 03.02.2014 - 12:39 Uhr:
Frage:2146 BETREFF: Danke!
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich scheide aus und möchte mich bei Ihnen, für meine Ausbildung im Strahlenschutz 1977 als Aufsichtsinspektor für NRW (von Ihnen und Herrn Dr. Fischer - eine Woche im Keller der ZfS Düsseldorf), der fachlichen Hilfe bei Problemfällen im Strahlenschutz seit der Zeit und die Fortbildungen über die Jahre, bedanken! Es ist sehr beruhigend, dass Sie als Strahlenschutzspezialist auch über das Forum-RöV weiter die ständig auftretenden Fragen beantworten! Bei den in NRW, für den Strahlenschutz zuständigen Kollegen/innen war und ist das Motto: ´Nie verzagen - Ewen fragen!´ Vielen Dank, für Ihre Zukunft GESUNDHEIT und ´strahlen Sie weiter´, Rudolf Schäfer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schäfer, das Forum RöV hat sich, was die Anzahl der Fragen, aber auch was deren fachliche Bandbreite betrifft, im Laufe der Zeit stark entwickelt. Es macht natürlich Arbeit, aber auch Freude. Und eine besondere Freude machen natürlich Schreiben an das Forum wie beispielsweise das Ihrige. Ich finde das wirklich nett, dass Sie sich an diese ´alten´ Zeiten in positivem Sinne erinnern können und dass ich dabei auch eine kleine Rolle habe spielen dürfen. Ich wünsche Ihnen ebenfalls Gesundheit und Wohlergehen für den jetzt neuen Teil des Lebens, der auf Sie zukommen wird. Ich nehme mal zu meinem Vorteil an, dass auch andere Forumanfrager das Motto ´Nie verzagen - Ewen fragen´ verinnerlicht haben. Viele Grüße und nochmals alles Gute! K. Ewen



  Patrick Meiser schrieb am 31.01.2014 - 15:01 Uhr:
Frage:2145 BETREFF: Röntgen-Streustrahlung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bitte entschuldigen Sie, dass sie schon wieder eine Frage von mir erhalten. Aber eine hätte ich noch: Sie sagten in einer vorherigen Antwort, dass: ´die Abstände zu kritischen Organen und Geweben (z.B. vom Fuß bis zur Schilddrüse oder zu den Augenlinsen) relativ groß (...)´ sind. Verstehe ich das also richtig, dass die durch Röntgenstrahlung (möglichen) verursachte Schäden sich nur auf die Augenlinse und nicht auf das Auge an sich (Retina, Glaskörper etc.) auswirken? Bitte entschuldigen sie die erneute Frage meinerseits. Über eine Rückantwort wäre ich sehr dankbar. Mit freundlichen Grüßen und ein schönes Wochenende P.M.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Meiser, bei der Strahlenexposition des Auges ist ganz klar die Augenlinse der kritische Teil (Kataraktbildung - grauer Star). Neuste Studien haben gezeigt, dass die Augenlinse wesentlich empfindlicher bezüglich der Einwirkung ionisierender Strahlung ist als bisher angenommen. Das ist aber für Ihren ´Fall´ nicht bedeutend, aber für die in der Röntgendiagnostik an manchen Arbeitsplätzen tätigen Radiologen schon. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heiderose Hempel-Marchand schrieb am 31.01.2014 - 14:06 Uhr:
Frage:2144 BETREFF: EDIN 6857-2
Hallo Herr Professor Ewen, benötige mal wieder dringend Ihre Hilfe. Die folgende DIN lässt mich so langsam verzweifeln: E DIN 6857-2 ´Qualitätskontrolle von in Gebrauch befindlicher Schutzkleidung´ von 2013.Einspruchsfrist war ja November 2013 und bis 14.01.2014 (Landesinstitut für Arbeitsgestaltung von NRW ) Fragen: 1.Wann ist diese rechtsgültig und Anzuwenden? 2.Dokumentationsblatt erstellen? zwecks Dokumentation der Jährlichen Überprüfung mittels Röntgenstrahlung(DL,CT, konventionell( = Kassette) oder wo erhalten wir ein solches Datenblatt( Ärztliche Stelle, Firma bei der die PSA Mittel bezogen werden? 3. Gilt diese neue DIN Norm auch für die Überprüfung der PSA beim Zahnarzt/ Tierarzt? Wie immer bedanke ich mich im Voraus und hoffe auf baldige Antwort ;-).LG ein schönes WE


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Hempel-Marchand, an sich ist diese Norm gar nicht so zum verzweifeln, meine ich zumindest. Die Einspruchsverhandlung war am 15. Januar 2014 und hatte nach Vornahme diverser Änderungen zur Folge, dass dieser Entwurf jetzt zur Norm verabschiedet worden ist. 1) Wann diese dann in Kraft treten wird, weiß ich allerdings auch nicht. Das kann man vielleicht beim Normenausschuss Radiologie (NAR) erfragen. 2) Ich glaube nicht, dass es zwecks Dokumentation ein offizielles Datenblatt oder etwas Ähnliches geben wird. Dafür hat man ja das Formular (Prüfprotokoll) des Anhang C in die Norm aufgenommen.3) Die Norm gilt für Schutzkleidung des Personals in der Human-, Zahn- und Tiermedizin sowie des Patienten in der Human- und Zahnmedizin. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Simone Weber schrieb am 31.01.2014 - 12:52 Uhr:
Frage:2143 BETREFF: Dosismessung digitales OPG
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei meiner letzten Überprüfung meiner digitalen Röntgengeräte vom TÜV, wurde nach einer Dosismessung gefragt. Ich habe davon, daß man das ein digitale OPG-Gerät prüfen lassen muß, noch nie etwas gehört, noch finde ich irgentwelche Hinweise darüber, seid wann dies notwendig ist. Die erstinstallation meiner Geräte war im Jan 2004, dann die erste Tüv-Abnahme Jan 2009 und jetzt Jan 2014. 2009 hat mich niemand nach dieser Dosismessung gefragt. Ich kann mich auch nicht daran erinnert, daß dies beim meiner Erneuerung des Röntgenscheins irgentwie thematisiert wurde. Wo kann ich Informationen über dieses Thema bekommen oder nachlesen und welche Behörde verlangt diese Messung. Mit freundlichen Grüßen Simone Weber


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Weber, ich bin ziemlich sicher, dass der TÜV die Forderung des § 3 Abs. 3 Nr. 2b Röntgenverordnung meinte, nach der alle medizinisch/zahnmedizinisch genutzten Röntgeneinrichtungen, die ab dem 1. Juli 2002 in Betrieb genommnen wurden bzw. werden, eine Vorrichtung zur Anzeige der Strahlenexposition des Patienten aufweisen müssen. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Thema auf einem Kurs zur Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz nicht angesprochen worden ist. Örtlich zuständig für Sie ist die in Ihrem Bundesland tätige atomrechtliche Aufsichtsbehörde. Offensichtlich hat der TÜV bei Ihnen die alle 5 Jahre erforderliche Sachverständigenprüfung durchgeführt und hat im Rahmen dieser die betreffende Frage gestellt. Dieser TÜV-Bericht muss ja von Ihnen an die o.g. Behörde übersandt werden und, je nachdem, was zu diesem Punkt in dem Bericht geschrieben worden ist, kann man nicht ausschließen, dass die Behörde diesbezüglich mal bei Ihnen nachfragen wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Patrick Meiser schrieb am 30.01.2014 - 19:08 Uhr:
Frage:2142 BETREFF: Röntgen-Streustrahlung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meinen Sie mit ´uSv´->´Mikrosievert´? Mit besten Grüßen Patrick Meiser


1. Antwort: ...... ja: Mikrosievert! K. Ewen



  Patrick Meiser schrieb am 30.01.2014 - 16:09 Uhr:
Frage:2141 BETREFF: Röntgen Streustrahlung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Letzes jahr wurde ich aufgrund einer Sprunggelenksverletzung häufig am rechten Fuß geröntgt. Insgesamt 7 Röntgenuntersuchungen ( jeweils 2 ebenen) in rund 4 Wochen. Dabei trug ich immer einen gonadenschutz, aber ich frage mich ob ´Streustrahlung´ andere Körperteile erreichen könnte? Schließlich trug ich bei den Untersuchungen keinen Schilddrüsen- oder Augenschutz. Was kann passieren, wenn Röntgenstrahlung auf Augen oder Schilddrüsen Treffen? Wir würden Sie meine Situation einschätzen? Muss ich mit Sorgen machen? Schließlich bin ich über das gefahrenpotential von ionisierter Strahlung informiert. Mit freundlichen Grüßen Patrick Meiser


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Meiser, bei einer Röntenuntersuchung werden immer andere Körperbereiche, vor allem solche ohne Abdeckung mit Patientenschutzmitteln, durch Streustrahlung exponiert. Das ist aber nicht das eigentliche Strahlenschutzproblem sondern es kommt darauf an, wie hoch die Streustrahlendosis ist. Das wiederum hängt von verschiedenen Aufnahmeparamtern ab, wie z.B. Feldgröße der Nutzstrahlung, Abstand vom Nutzstrahlenfeld, Dosis in der Nutzstrahlung. Bei einer Röntgenaufnahme des Sprunggelenks sind Feldgröße und Nutzstrahlendosis gemäß des räumlich nicht sehr ausgedehnten und schmalen Objekts vergleichsweise klein sowie die Abstände zu kritischen Organen und Geweben (z.B. vom Fuß bis zur Schilddrüse oder zu den Augenlinsen) relativ groß. Das alles führt zu einer Strahlendosis im Kopfbereich von nur wenigen uSv, die auch in der Summe von mehreren Aufnahmen des Sprunggelnks als strahlenbiologisch unbedenklich eingestuft werden können. Das Anlegen des Gonadenschutzes war sicherlich sinnvoll. Sie müssen sich aus Strahlenschutzgründen keine Sorgen machen. Ich hoffe, Ihr Sprunggelenk ist wieder ok. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  H. Seeger schrieb am 29.01.2014 - 12:29 Uhr:
Frage:2140 BETREFF: Qualitätskontrolle an DryImager in der Strahlentherapie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, können sie mir mitteilen, wie häufig die Qualitätskontrolle des ´Filmdruckers´ durchgeführt werden muss? Der DryImager steht an einem Planungs-CT in der Strahlentherapie. Die CT-Schichten, die ausgedruckt werden, werden nicht zur Befundung verwendet, sondern zur Dokumentation des Planungs-CTs und zur internen Nutzung der Schichtbilder während der Simulation. Ich hatte gehofft, in der ´Neufassung der RL- Strahlenschutz in der Medizin´ Details zu finden, habe jedoch keine näheren Angabe hierzu erkennen können. Vielen Dank für ihre Hilfe.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Seeger, meinen Sie mit ´Filmdrucker´ ein Bilddokumentationssystem (BDS), manchmal auch als Multiformatkamera oder Laserimager bezeichnet? Wenn ja, dann ist auch klar, dass Sie nichts in der Richtlinie ´Strahlenschutz in der Medizin´ finden können, denn diese gilt ja nur für die Belange der StrlSchV. Ein BDS fällt aber unter die RöV. Für die Durchführung der Konstanzprüfung gibt es für BDS eine Norm, in der auch die Prüfhäufigkeiten enthalten sind (DIN V 6868-12). Im Entwurf der sog. Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) wird unter 3.15.3 zusätzlich darauf hingewiesen, dass die Grauwertwiedergabe für Nasssysteme wöchentlich und für Trockensysteme monatlich zu prüfen ist. Die novellierte QS-RL wird in den nächsten Monaten in Kraft treten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  guido Kindervater schrieb am 28.01.2014 - 15:28 Uhr:
Frage:2139 BETREFF: Überwachung schwangerer Mitarbeiterinnen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, muss einer schwangeren Mitarbeiterin, die nicht im Kontrollbereich und nicht im Überwachungsbereich arbeitet (z.B.Ärztin, die Aufklärungsgespräche führt und Befunde diktiert)zwingend vom Arbeitgeber ein elektronisches Personendosimeter angeboten werden, wobei die Mitarbeiterin allenfalls bei den Aufklärungsgesprächen mit aus der Nuklearmedizin stammenden Patienten in Kontakt kommen kann, auch wenn wir versuchen Röntgenuntersuchungen und nuklearmedizinische Untersuchungen nicht am gleichen Tag durchzuführen? Lt meiner Mitarbeiterin habe das MPA diese Frage bejaht.Oder greift hier eventuell nur die strahlenschutzverordnung. Und wenn ja, was ist mit schwangeren Krankenschwestern, die in Kontakt mit nuklearmedizinischen Patienten z.B. Intensivstation kommen? Wie immer auf eine kompetente Antwort hoffend mit Freundlichen Grüßen Guido Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, die RöV sieht keine speziellen und besonderen Maßnahmen für schwangere Mitarbeiterinnen in einer Röntgenabteilung vor, die außerhalb eines Kontrollbereiches tätig sind (also z.B. im Überwachungsbereich). Das kann man aus § 22 Abs. 1 Nr. 2d RöV entnehmen, der bezüglich entsprechender Forderungen explizit auf den Kontrollbereich abhebt. Die StrlSchV enthält eine ähnlich lautende Regelung, macht aber zusätzlich im § 43 Abs. 2 darauf aufmerksam, dass die Arbeitsbedingungen für Schwangere so zu gestalten sind, dass eine innere berufliche Strahlenexposition ausgeschlossen ist. Dies aber kann man nur dann sicher garantieren, wenn ein Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen, wie also in der Nukmed üblich, nicht zugelassen wird. Bei einem Kontakt mit nuklearmedizinisch untersuchten Patienten kann ich mir aber die Entstehung einer inneren Exposition nur sehr schwer vorstellen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andreas Otten schrieb am 28.01.2014 - 09:00 Uhr:
Frage:2138 BETREFF: Abnahmeprüfung nach DIN 6868-57/157
Guten Tag, ich betreue mehrere Praxen netzwerktechnisch als IT-Leiter - bin allerdings auch staatl. gepr. MTRA. Im Rahmen meiner Tätigkeit mache ich auch Konstanzprüfungen an vielen Befundungsmonitoren. Zwecks Abnahmeprüfung habe ich hier bislang auf externe Anbeiter zurück gegriffen. Welche Voraussetzungen benötige ich, bzw. erfülle ich evtl. und selbst Abnahmeprüfungen durchführen zu dürfen ? Ein kalibriertes (!) Messgerät habe ich. Die Moitorhersteller bieten hier ja nur Schulungen für die benötigte Software an. Ich bedanke mich vorab für hilfreiche Kommentare. Mit besten Grüßen A.Otten


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Otten, ´geschäftsmäßig´ durchgeführte Abnahmeprüfungen an Befundungsmonitoren (BWG)müssen nur dann nach § 6 Abs.1 RöV bei der zuständigen Behörde angezeigt werden, wenn mit dieser Prüfung das Einschalten von Röntgenstrahlung notwendig ist. Mit dieser Anzeige ist auch ein Nachweis der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz verbunden. Diese Fachkunde muss nach der ´Fachkunde-Richtlinie Technik nach RöV´ der FK-Gruppe R 6.1 entsprechen. Sie sollten aber von der Behörde prüfen lassen, ob Ihre MTRA-Fachkunde zu diesem Zweck nicht ausreichen würde. Wenn bei der Abnahmeprüfung an BWG die Röntgenstrahlung nicht eingeschaltet werden muss, ist auch keine Anzeige nach § 6 Abs. 1 RöV und auch keine Fachkunde im Strahlenschutz erforderlich. Dies finden Sie in der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL), und zwar in einem Ihnen leider noch nicht offiziell zugänglichen Entwurf (dort im Abschnitt 1.6). Ich kann Ihnen aber als Mitarbeiter bei der Erarbeitung der neuen QS-RL versichern, dass das so ist. Diese Richtlinie wird auch bald in Kraft treten. Ich weiß aber das genaue Datum noch nicht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Aneta schrieb am 27.01.2014 - 16:48 Uhr:
Frage:2137 BETREFF: Medizinphysik-Experte
Guten Tag, ich möchte wissen, ob Medizinphysik-Expert ist ein Beruf für ganzes Leben, oder muss man einige Male verschiedene Kurse machen um Medizinphysik-Expert nach wie vor sein? Können Sie schreiben welche Gesetze das festlegen? Danke für Ihre Antwort schon im Voraus Aneta aus Polen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dabrowska, die Bezeichnung „Medizinphysik-Experte; MPE“ ist in der deutschen „Strahlenschutzveordnung; StrlSchV“ definiert, und zwar dort in § 3 Abs. 2 Nr. 21. Wichtig ist, dass ein MPE die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzen muss. Wie man diese erhält und wer sie erteilt, ist grundsätzlich in § 30 Abs. 1 StrlSchV beschrieben. Details zum Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz, unter anderen für MPE, findet man in einer Richtlinie zur StrlSchV, die folgendermaßen heißt: ´Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin nach StrlSchV“ (aus dem Jahr 2011). Die StrlSchV und diese Richtlinie findet man im Internet unter deren Namen. Wenn man alle Bedingungen (siehe § 3 Abs. 2 Nr. 21 StrlSchV und die Details dazu in der genannten Richtlinie) erfüllt hat, um als MPE tätig zu werden, gilt die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz nur 5 Jahre lang (siehe § 30 Abs. 2 StrlSchV). Danach muss man die Fachkunde aktualisieren und zwar dadurch, dass man an einem so genannten Aktualisierungskurs erfolgreich (Prüfung!) teilnimmt. Es ist ganz wichtig, dass man diese Aktualisierung nicht vergisst und diese Frist von 5 Jahren nicht überschreitet. Mit freundlichem Gruß K. Ewen Szanowna Pani Dabrowska, okreslenie „Medizinphysik-Experte; MPE“ zostalo zdefiniowane w niemieckim „Strahlenschutzverordnung; StrSchV“ w § 3 Abs. 2 Nr. 21. O podstawowym znaczeniu powinnien byc fakt, zeby osoba zatrudniona jako MPE posiadala wymagane przeszkolenie i nabyla odpowiednie wiadomosci w zakresie „Strahlenschutz“. W jaki sposob mozna to osiagnac i kto moze przyznac takie uprawnienie do ochrony przy pracy z promieniowaniem (Strahlenschutz), zawarte jest i dokladnie opisane w § 30 Abs. 1 StrlSch V. Szczegoly w celu otrzymania takich uprawnien w zakresie „Strahlenschutz“, miedzy innymi dla MPE, znajduje sie w wytycznej (Richtlinie) do StrSch V, ktora z kolei nazywa sie: „wytyczna dotyczaca ochrony przy pracy z promieniowaniem radioaktywnym (Strahlenschutz) w medycynie wedlug StrlSch V, z roku 2011“ (Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin nach StrlSch V, Jahr 2011). To zarzadzenie StrlSch V i tresc zawarta w tej wytycznej (Richtlinie) znalezc mozna w internecie pod wyzej wymieniona nazwa. Jezeli wszystkie warunki zostaly spelnione (§ 3 Abs. 2 Nr. 21 StrlSch V) oraz spelnione zostaly szczegoly zawarte w wyzej wymienionej wytycznej (Richtlinie), zostaje sie upowznionym do wykonywania pracy jako MPE. Takie upowaznienie do pracy jako MPE, pospelnieniu uprzednich warunkow, utrzymuje swa waznosc tylko przez 5 lat.(patrz § 30 Abs. 2 StrlSch V). Po tym okresie czasu nalezy cale uprzednio nabyte wiadomosci (Fachkunde) odnowic, biorac udzial w tzw. kursie aktualizujacym, ktory musi byc pozytywnie ukonczony egzaminem. Bardzo wazna sprawa jest, zeby nie przekroczyc 5-letniego terminu. Lacze serdeczne pozdrowienia K. Ewen (Ich hoffe, diese Übersetzung ins Polnische ist einigermaßen richtig!)



  Franziska Schmied schrieb am 27.01.2014 - 10:13 Uhr:
Frage:2136 BETREFF: Aufbewahrungszeitraum für Röntgenaufhnahmen und Aufklärungsbögen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, durch den Umzug in neue Räumlichkeiten stellt sich uns die Frage nach einer eventuellen Entsorgung alter Röntgenaufnahmen und dazugehörigen unterschriebenen Aufklärungsbögen (vor allem bei Kontrastmitteluntersuchungen). Nach § 28 Abs. 3 RöV müssen die Röntgenaufnahmen volljähriger Patienten 10 Jahre aufbewahrt werden. Bezieht sich dies auf die jeweilige Aufnahme oder verlängert die erneute Röntgenuntersuchung auch die Aufbewahrungsfrist aller vorherigen Aufnahmen um 10 Jahre? Und wann dürfen Aufkärungsbögen vernichtet werden? Vielen Dank für Ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schmied, die Aufbewahrungsfrist nach § 28 Abs. 3 der Röntgenverordnung beginnt, wenn eine bestimmte Untersuchung oder Behandlung beendet ist. Damit soll zum Einen gewährleistet werden, dass die Unterlagen, die zu einem bestimmten Untersuchungsverfahren gehören (z.B. erste Untersuchung vor eine medizinischen Behandlung und Abschlussuntersuchung nach dieser Behandlung) auch wirklich bis zum Abschluss der Aufbewahrungsfrist einsehbar oder kontrollierbar sind. Zum Anderen wird die Möglichkeit geschaffen, zu einem bestimmten Zeitpunkt ältere Unterlagen zu entsorgen, obwohl beim selben Patienten, unabhängig von den aufbewahrten Unterlagen, durchaus weitere Röntgenuntersuchungen erfolgt sind. Wäre eine andere Verfahrensweise vorgeschrieben, könnte es tatsächlich passieren, dass für einen Patienten ´lebenslang´ alle Unterlagen aufbewahrt werden müssten, wenn zwischenzeitlich immer wieder neue Röntgenuntersuchungen erfolgen würden. In einem solchen Fall müsste eine Datensammlung angelegt werden, die sicherlich über die realen Notwendigkeiten hinausgehen würde. Eine Dokumentation zur Aufklärung wird nicht in der RöV geregelt. Hier empfehlen wir, entsprechende Regelungen im ´Patientenrechtegesetz´ nachzulesen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  panzer, joerg schrieb am 26.01.2014 - 14:51 Uhr:
Frage:2135 BETREFF: Nachfrage zu meiner Anfrage vom 23.01.2014.
Ihrem Hinweis gefolgt und auf Antwort von dort wartend, stellt sich in der Sache für mich inzwischen doch noch folgende Frage mit Bezug auf die RöV § 28(6), Satz 2, der lautet ´...Dabei muss sichergestellt sein, dass diese Daten mit den Ursprungsdaten übereinstimmen und die daraus erstellten Bilder zur Befundung geeignet sind. ...´ Meine Frage: Begründet der von mir vorgetragen vorliegende CD- Daten- Speichersachverhalt nicht schon bereits selbst, das hier keine Übereinstimmung und keine Geeignetheit der Daten zur Befunderhebung vorliegt? Danke für Ihre Antwort schon im Voraus.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Panzer, ohne eine Antwort der Fachleute aus der AGIT vorwegzunehmen, sind wir jetzt nach einer gewissen Zeit, über Ihr Problem nachzudenken, zu dem Schluss gekommen, dass unterschiedliche Zeitangaben bei der Erstellung der ´Röntgenbilder´ und dann bei deren Speicherung auf einer CD oder DVD kein Problem darstellen. Dies gilt auch, wenn der angegebene Zeitpunkt der Speicherung auf der CD/DVD vor dem Zeitpunkt der Röntgenuntersuchung liegt. Eine derartige Situation kann doch nur eintreten, wenn eine der beiden ´Uhren´ nicht den korrekten Zeitpunkt angeben. Das ist zwar ärgerlich, beeinträchtigt aber keineswegs die Tatsache, dass die Forderung des § 28 Abs. 6 Satz 2 RöV trotzdem erfüllt ist. In der RöV wird verlangt, dass die aufgezeichneten Daten (einschließlich der Röntgenbilder) mit den Ursprungsdaten (z.B. die Daten, die im CT gespeichert werden) übereinstimmen und zur Befundung geeignet sind. Dieses Verlangen wird aber durch eine falsche Speicherzeit nicht in Frage gestellt. Eine von der Aufnahmezeit abweichende Angabe der Speicherzeit auf der CD/DVD verstößt nach unserer Meinung nicht gegen die o.g. Regelung der RöV, selbst wenn die Speicherung auf CD/DVD beispielsweise erst Stunden später erfolgt wäre. Zusammenfassend meinen wir, dass eine von der Aufnahmezeit abweichende Speicherzeit keinen Einfluss auf die Übereinstimmung und Befundbarkeit der Röntgenbilder hat und damit kein Verstoß gegen die RöV vorliegt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Syilvia schrieb am 25.01.2014 - 22:35 Uhr:
Frage:2134 BETREFF: MFA mit Röntgenschein.
Hallo ich bin Arzthelferin mit Röntgenschein und arbeite in einem Krankenhaus. Wir sind ein Team mit mehreren Arzthelferinnen. Leider ist uns nicht erlaub Nachtdienste zu machen da wir auch CTs machen müssten, da Nachts kein Radiologe vor Ort ist. Gibt es keine Ausnahmeregelungen. wie z.B. wenn ein diensthabender Chirurg mit der Röntgenfachkunde vor Ort ist.


1. Antwort: Hallo Syilvia, drei rechtliche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit eine Röntgenuntersuchung, z.B. eine CT, durchgeführt werden kann: 1) Es muss die sog. rechtfertigende Indikation (RI) am Ort der Untersuchung und in Patientennähe gestellt werden (§ 23 Abs.1 Röntgenverordnung, RöV). Diese darf nur ein Arzt stellen, der für diese Untersuchung die Fachkunde im Strahlenschutz besitzt, also z.B. für CT. In der Regel hat ein Radiologe die CT-Fachkunde, aber es könnte auch ein Arzt mit einer anderen Fachrichtung sein (z.B. ein Internist). Also, in Ihrem Fall müsste nachts, wenn eine CT durchgeführt werden soll, ein Arzt mit CT-Fachkunde vor Ort sein, um die RI zu stellen. 2) Die Befundung der Röntgenbilder kann entweder der fachkundige Arzt vornehmen oder ein Arzt, der über Kenntnisse im Strahlenschutz verfügt, der dabei aber unter der ständigen Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Arztes stehen muss (§ 24 Abs. 1 RöV). Also muss auch dafür z.B. bei einer CT-Untersuchung ein CT-fachkundiger Arzt im Haus sein (auch nachts, wenn befundet wird). 3) Die technische Durchführung der Röntgenuntersuchung darf auch von einer Arzthelferin (MFA) erledigt werden, wenn sie Kenntnisse im Strahlenschutz besitzt (den ´Röntgenschein´) und wenn auch hier die ständige Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Arztes gegeben ist (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Fazit für Ihren Fall: Sollte der besagte diensthabende Chirurg die CT-Fachkunde besitzen und ist nachts vor Ort, dann kann eine CT-Untersuchung stattfinden, indem dieser Chirurg die RI stellt und die genannte ständige Aufsicht und Verantwortung übernimmt (ggf. bei der Befundung und bei der technischen Durchführung durch eine MFA). Eine andere ´Ausnahmeregelung´ gibt es nicht, wenn man mal von der Teleradiologie (§ 3 Abs. 4 RöV)absieht. Aber das ist ein ganz anderes Kapitel. Ich hoffe, diese Erläuterungen sind nicht zu kompliziert, aber die rechtliche Situation ist in dieser Hinsicht etwas schwierig und gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  panzer, joerg schrieb am 24.01.2014 - 19:15 Uhr:
Frage:2133 BETREFF: Ihre Antwort
Danke an Sie und das Team von Forum RÖV. Ich werde diesen Weg versuchen. Mit freundlichen Grüßen zurück, j.p.


1. Antwort: ...... gern geschehen! K. Ewen



  panzer, joerg schrieb am 23.01.2014 - 23:28 Uhr:
Frage:2132 BETREFF: Beweisanforderungen Radiologische Bilder- CD
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen,gibt es Bestimmungen zur Beschaffenheit einer radiologischen Bilder-CD hinsichtlich Beweisanforderungen? Vorliegender Fall ist, dass bei Prüfung der CD mit dem Windows-Explorer wann die CT- Dateien auf die CD gespeichert wurden, ein weitaus früherer Zeitpunkt (über eine Stunde früher)ausgewiesen wird als die CT- Untersuchung auf allen CT- Einzelbildern einschließlich CT-Patientenprotokoll zeitlich nachzuvollziehen überhaupt begonnen hat. Hartware zur CD- Erstellung ohne Echtzeit liegt hier wohl nahe! Ist ein Beweisverwertungsverbot der CD deswegen möglich ? Vielen Dank für ihre Antwort. J. Panzer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Panzer, es kommt bestimmt ganz selten vor, dass wir, vom Forum RöV, bei der Beantwortung einer Frage passen müssen, und zwar insofern, als wir schon eine Meinung zur Beantwortung der Frage haben, aber nicht sicher sind, ob diese im Sinne der dafür zuständigen Rechtsvorschriften, die im vorliegenden Fall nicht das engere Rechtsumfeld der RöV betreffen, richtig ist. Aber so ganz ohne Vorschlag, wie Sie mit Ihrer Frage weiterkommen könnten, wollen wir Sie auch nicht belassen. Versuchen Sie doch, mit der AGIT (AG Informationstechnologie) in Verbindzung zu kommen. Wir wollen und dürfen hier im Forum RöV keine direkten Hinweise mit Namensgebung bringen, aber Sie finden die Kontaktdaten zur AGIT im Internet entweder direkt unter dieser Bezeichnung oder durch Aufsuchen der Deutschen Röntgengesellschaft. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  guido kindervater schrieb am 20.01.2014 - 15:31 Uhr:
Frage:2131 BETREFF: digital erstellte rechtfertigende Indikation
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, in unserer chirurgischen stark frequentierten Ambulanz wird durch das ambulanzpflegepersonal eine digitale krankenakte angelegt, in die die Ärzte die durchzuführenden Röntgenuntersuchungen eintragen lassen können. Das Ambulanzpersonal kann dann den anfordernden Arzt angeben, der allerdings selbst die Anforderung nicht validieren kann.Dieses nimmt das Ambulanzpersonal vor.Ist das rechtlich zulässig? Falls nicht würde das Diktat der Ärzte im Anschluss mit nochmaliger Wiederholung der Rechtfertigenden Indikation ausreichend sein zur Bestätigung des Vorganges? Vielen Dank für Ihre Antwort. G.Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, uns ist nicht ganz klar, was Sie mit dem Begriff ´anfordernder Arzt´ meinen. Ist es der Arzt, der die Abklärung (medizinische Indikation) beauftragt oder der Arzt, der die tatsächliche Anwendung festlegt, also die rechtfertigende Indikation stellt?. Wenn es um die rechtfertigende Indikation im Sinne des § 23 RöV geht, dann kann der im Strahlenschutz fachkundige Arzt die Anweisung zur technischen Durchführung sicherlich mündlich an das Assistenzpersonal weitergeben, er muss aber dafür sorgen, dass der ´Inhalt´ der rechtfertigende Indikation zeitnah zur Untersuchung aufgezeichnet wird. Ob er diese Dokumentation selbst (eigenhändig) vornimmt oder z.B. diktiert oder vorschreibt und ein Mitarbeiter übernimmt einen entsprechenden Text ins IT-System, ist nach unserer Meinung unerheblich. Der im Strahlenschutz fachkundige Arzt muss sich aber wirklich zeitnah (vor, während oder unmittelbar nach der Untersuchung) überzeugen, dass die rechtfertigende Indikation auch richtig übernommen/aufgenommen wurde. Wir sind der Auffassung, dass er dies auch plausibel bestätigen muss (Unterschrift, Kürzel oder IT-Login). Wenn er die rechtfertigende Indikation stellt und die Anweisung an das Personal mündlich erteilt und unmittelbar nach der Untersuchung den Befundbericht schreibt, dann reicht es nach unserer Auffassung auch, wenn die rechtfertigende Indikation am Anfang des Befundberichtes steht. Auch das ist nach unserem Rechtsverständnis noch zeitnah. Wenn es aber bei Ihrer Frage wirklich ´nur´ um den anfordernden Arzt (Auftraggeber, medizinische Indikation) gehen sollte, dann ist unserer Meinung nach nichts weiter zu beachten, da in der Folge die rechtfertigende Indikation dokumentiert und von dem im Strahlenschutz fachkundigen Arzt ´unterzeichnet´ wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ralf Schuppik schrieb am 16.01.2014 - 09:17 Uhr:
Frage:2130 BETREFF: Vom Gesetzgeber vorgegebener PBGW
Sehr geehrter herr Professor Even, in letzter Zeit sind wir verunsichert welchen PBGW der Gesetzgeber für den Betrieb im Zusammenhang mit einer konventionellen Röntgenanlage fordert. 0,25? 0,4? 0,5? usw. Wir arbeiten in einer Tiermedizinischen Praxis. Im Voraus herzlichen Dank für die Beantwortung!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schuppik, der Gesetzgeber (also hier die Röntgenverordnung, RöV) fordert nichts dergleichen. Die RöV verlangt, dass bestimmte Grenzwerte in Arealen, Räumlichkeiten, etc. eingehalten werden müssen, wo sich während der Röntgenuntersuchung Personen aufhalten bzw. aufhalten könnten. Aus diesen Angaben und weiteren Randbedingungen, wie beispielsweise Einschaltzeit bzw. Zahl der Aufnahmen z.B. pro Woche, Abstand zu den abzuschirmenden Bereichen sowie mAs-Produkte und kV-Zahlen kann man dann mit Hilfe einer dafür geeigneten DIN-Norm (DIN 6812: Medizinische Röntgenanlagen bis 300 kV - Regeln für die Auslegung des baulichen Sstrahlenschutzes) die Bleigleichwerte ermitteln. Man erkennt, dass die Angabe eines bestimmten Bleigleichwertes, der insgesamt für die tiermedizinische Röntgendiagnostik Gültigkeit besitzt, nicht ausreichend sein kann. Wichtig ist auch, ob man gegen Störstrahlung bzw. Streustrahlung oder gegen Nutzstrahlung abschirmen muss. Letztere verlangt natürlich höhere Abschirmdicken. Um ein Gefühl zu vermitteln, welche Bleigleichwerte größenordnungsmäßig bei dem kleinsten Grenzwert der RöV (1 mSv pro Jahr), einem Abstand von ca. 2,5 m und einer Aufnahmezahl, die für die Tiermedizin üblich sein könnte (auf jeden Fall weniger als in der Humanmedizin), würde für Störstrahlung ein Wert von ca. 0,35 mm Pb und für Nutzstrahlung von ca. 1,5 mm Pb die richtige Größenordnung angeben. Aber das sind, wie gesagt, nur Größenordnungen als eine Orientierungshilfe für Sie, die man nicht auf den Einzelfall anwenden darf. Dazu muss man die DIN 6812 zu Rate ziehen, ggf. auch eine Person, die sich damit auskennt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sandra schrieb am 12.01.2014 - 12:36 Uhr:
Frage:2129 BETREFF: Konstanzprüfungen
Sehr geehrte Damen und Herren, muss zur Durchführung von Konstanzprüfungen an medizinischen Röntgeneinrichtungen auch eine bestimmte Hospitationszeit vorgewiesen werden? Habe die Sachkunde im Rahmen eines Studiums vor 4 Jahren erworben und möchte nun auf dem Gebiet der Konstanzprüfung tätig werden. Wenn ja, wie kann diese erworben werden? Wo kann ich mich umfassend zu dem Thema informieren? Gibt es zu dem Thema einen offiziellen Leitfaden für Bayern oder gibt es keine Unterschiede zwischen den Ländern? Vielen Dank.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Kürzinger, ich gehe mal davon aus, dass Sie Konstanzprüfungen nach RöV in verschiedenen Häusern, Praxen, etc. anbieten und wissen wollen, welche rechtlichen Voraussetzungen Sie nach der RöV dazu erfüllen müssen. Dazu gibt es eine bundesweit (also nicht nur in Bayern) geltende Richtlinie (´Fachkunde-Richtlinie Technik nach der Röntgenverordnung´; im Internet nachschauen!), in der unter anderem beschrieben ist, wie man die sog. Fachkunde im Strahlenschutz erwerben kann, wenn man sich mit der Durchführung der Qualitätssicherung (Abnahme- und Konstanzprüfung nach RöV) ´geschäftsmäßig´ betätigen möchte. Dazu muss die Fachkunde nach Gruppe R 6.1/6.2 erworben werden (s. Anlage A dieser Richtlinie), was durch Besuch eines diesbezüglichen Strahlenschutzkurses und durch Erwerb einer praktischen Erfahrung (´Sachkunde´; s. Anlage F der Richtlinie) zu geschehen hat. Wenn Sie dann im Besitz aller darüber Auskunft gebenden Bescheinigungen sind, müssen Sie bei der entsprechende Stelle in Bayern die Bescheinigung Ihrer Fachkunde im Strahlenschutz beantragen. Ich weiß nicht, wie diese Stelle in Bayern heißt, aber auch das ist sicherlich im Internet leicht zu erfahren. Fragen Sie dann dort sicherheitshalber nach, ob Ihr Sachkundeerwerb im Rahmen Ihres Studiums ganz oder teilweise anerkannt wird. Wenn dann alles erledigt ist, muss noch eine Anzeige bei der örtlich für Sie zuständigen atomrechtlichen Behörde erfolgen (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV), dass Sie Röntgengeräte (im Rahmen der Qualitätssicherung) geschäftsmäßig prüfen wollen, wozu Sie auch die Bescheinigung Ihrer Fachkunde benötigen werden. Der Weg ist etwas kompliziert - das gebe ich zu. Bei Fragen kann man sich an die oben genannte Stelle wenden, welche die Fachkunde bescheinigt, oder an die besagte atomrechtliche Behörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sigrid Köhnlein-Weske schrieb am 10.01.2014 - 11:53 Uhr:
Frage:2128 BETREFF: Aktualisierung
2013 haben Kollegen nur nach §18a der Röntgenverordnung aktualisiert, möchten sich jetzt aber die Option offen halten, auch noch in die Strahlentherapie wechseln zu können. Reicht es aus, wenn ich die Kollegen jetzt noch einmal komplett aktualisieren lasse??


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Köhnlein-Weske, ich verstehe Ihre Frage dann, wenn ich unterstelle,dass es sich bei diesen Kollegen/innen um MTRA handelt, die nur nach RöV aktualisiert haben und deren Frist für die Belange der Strahlenschutzverordnung überschritten ist. Unser Antwortvorschlag: Obwohl allein durch eine Fristüberschreitung keine Fachkunde im Strahlenschutz ungültig wird, möchten wir darauf hinweisen, dass die atomrechtlich zuständigen Landesbehörden individuelle Maßnahmen einleiten können (im Extremfall bis zum Entzug der Fachkunde). Daher unser Rat: Schildern Sie das Problem bei Ihrer zuständigen Behörde, bieten Sie an, dass alle Personen noch den 8-stündigen Aktualisierungskurs nach StrlSchV absolvieren wollen und fragen Sie, ob die Behörde damit einverstanden ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  A.Bauch schrieb am 09.01.2014 - 21:35 Uhr:
Frage:2127 BETREFF: Aktualisierung Fachkunde
Sehr geehrter Dr. Ewen, das Zertifikat wurde erst gut 1,5jahre nach erfolgreicher prüfung vom zuständigen Amt ausgestellt. Welches Datum gilt denn? Das von der Prüfung oder das vom Ausstellungsdatum? Vielen Dank für Ihre Antwort. MfG A. Bauch


1. Antwort: .... das Datum der Fachkundebescheinigung, ausgestellt durch die zuständige Stelle (´Amt´). Gruß K. Ewen



  A.Bauch schrieb am 09.01.2014 - 16:05 Uhr:
Frage:2126 BETREFF: Aktualisierung Fachkunde
Sehr geehrter Dr. Ewen, vielen dank für die schnelle Antwort. Natürlich meinte ich erworben. IM Studium hatten wir Vorlesungen und die Prüfung. Wie wird verfahren, wenn die Frist von 5Jahren überschritten ist? Mit freundlichen Grüßen A. Bauch


1. Antwort: ...... wenn Sie die Fünfjahresfrist überschreiten, sind Sie in dieser Überschreitungszeit nicht mehr fachkundig im Strahlenschutz und würden gegen die RöV verstoßen, wenn Sie dann Tätigkeiten ausüben sollten, die eine Fachkunde im Strahlenschutz nach RöV verlangen bzw. voraussetzen. Ansonsten bin ich vorsichtig mit einer Aussage, wie die für Sie örtlich zuständige atomrechtliche Behörde bei einer deutlichen Überschreitung dieser Frist reagieren würde, weil diese Situation bundesweit nicht so ganz einheitlich gehandhabt wird. Wenn Sie wissen wollen, wie behördlicherseits verfahren wird, gibt es nur eins: Bei der Behörde nachfragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  gabi papadopoulou schrieb am 09.01.2014 - 15:35 Uhr:
Frage:2125 BETREFF: smv und bestrahlung
ok nehmen wir mal an das ich von der fluoroskopie 30msv, und von der abdomenct 2 jahre davor 20 msv , nieren ct im jahr 2007, thorax und 2kopf ct im jahr 2001 dann komme ich ungefaehr auf 100msv stimmt das? ich bin jetzt 40 wie hoch ist das risiko an soliden tumoren zu erkranken in den naechsten 10 jahren? habe gelesen das es ueber 25% liegt stimmt das? spielen die abstaende keine rolle? kann sich die zelle nicht selbstreparieren und regenerieren? gibt es oft doppeldna brueche in der zelle die zu mutationen fuehren? warte auf antwort vielen dank


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Papadopoulou, die in dieser Forumanfrage enthaltene Aufzählung der an Ihnen durchgeführten Röntgenuntersuchungen ab 2001 ist ja etwas länger als diejenige in Ihrer letzten Forumanfrage. Natürlich ist damit Ihre Gesamtdosis entsprechend größer, zumal es sich offensichtlich nur um CT-Untersuchungen gehandelt hat. Selbst wenn wir jetzt in der Summe mal von einer effektiven Dosis in der Größenordnung 100 mSv ausgehen sollten, ist Ihre Vermutung (woher diese auch immer stammen mag), das Tumorrisiko würde dadurch über 25 % betragen, um mehrere Größenordnungen zu hoch. Die zeitlichen Abständen zwischen den einzelnen Untersuchungen reduzieren natürlich auch das Risiko, weil bei sog. protrahierten (zeitlich verteilten) Bestrahlungen das körpereigene ´Reparatursystem´ viel effektiver arbeiten kann als bei einer Einzeitexposition. Doppelstrangbrüche in der DNA als Folge von Strahlenexpositionen kommen auch bei kleinen Dosiswerten vor. Deren Zahl steigt grundsätzlich mit der Dosis. Aber bei relativ niedriger Dosis, und dazu zählt ein Wert von 100 mSv immer noch, ist die Auswirkung derartiger Läsionen auf den Gesamtorganismus (z.B. in Form von Tumorbildungen) bei einer bestrahlten Person infolge der Wirkung des Reparatursystems geringfügig. Weiterhin ist meine Meinung: Keine Sorgen machen! Sollten Sie aber detailliertere Ausführungen über mögliche Folgen aus Ihren Röntgenuntersuchungen wünschen, dann müssten Sie sich doch an einen Experten auf dem Gebiet der Strahlenbiologie und/oder -pathologie wenden, denn das Forum RöV würde bei diesem Stand der Dinge irgendwo an seine Grenzen stoßen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stefan schrieb am 09.01.2014 - 12:10 Uhr:
Frage:2124 BETREFF: Betrieb von Gepäckdurchleuchtungsgerät
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, muss beim Betrieb eines Gepäckdurchleuchtungsgeräts (Hochschutzgerät) das Personal fachkundig sein (Fachkunde R3)? Oder dürfen auch nicht fachkundige Personen das Gerät betreiben, wenn ein SSB mit entsprechender Fachkunde bestellt ist? Vielen Dank im Voraus und viele Grüße, Stefan


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Stefan, es muss (!) ein SSB, und zwar mit Fachkunde im Strahlenschutz nach ´R3´, bestellt sein (siehe auch § 4 Abs. 3 RöV). Nach § 30 RöV gibt es für das übrige Personal zwei Möglichkeiten: Dieses verfügt auch über Fachkunde im Strahlenschutz (Nr. 1 des § 30) oder, was die Regel ist, nur über Kenntnisse im Strahlenschutz, die ´innerbetrieblich´ erworben werden können (siehe den Text in Nr. 2 des § 30). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bauch schrieb am 09.01.2014 - 10:11 Uhr:
Frage:2123 BETREFF: Aktualisierung Fachkunde
Sehr geehrter Dr. Ewen, wann muss die Fachkunde R6.1 und R6.2 aktualisiert werden? Ich habe einmal gehört, nach 7 Jahren ist ausreichend? Aber in allen Verordnungen steht 5 Jahre. Ich habe die Fachkunde während meines Medizintechnik-Studiums abgelegt und bin jetzt etwas verwirrt... MfG A. Bauch


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Bauch, ganz klar: ´5 Jahre´ ist richtig (siehe § 18a Abs. 2 Satz 1 RöV) und ´7 Jahre´ ist eine Ente. So nebenbei ist mir aufgefallen, dass Sie geschrieben haben, Sie hätten während Ihres Studiums die Fachkunde im Strahlenschutz ´abgelegt´ (meinten Sie: ´erworben´?). Denn der Erwerb der Fachkunde kann nur von der jeweils in dem bestimmten Bundesland dafür zuständigen Stelle bescheinigt werden (und nicht von einer Uni oder Hochschule). Ist das bei Ihnen geschehen? Das war zwar nicht Ihre Frage hier im Forum, aber ich wollte immerhin auf dieses mögliche Problem hinweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sandra Tammschick schrieb am 02.01.2014 - 20:33 Uhr:
Frage:2122 BETREFF: korrekte Indikation/Fragestellung
In meiner letzten Aktualisierung hatten wir einen Mitarbeiter der Ärztekammer als Dozent, der sagte:´ Bei einer Röntgenanforderung einer Thorax-Aufnahme ist es nicht ausreichend nur kurz ´Stauung,Infiltrate´ darauf zu schreiben.´ Nun sehe ich jedoch sehr häufig solche so ausgefüllten Scheine an mir vorübergehen. Ein Arzt erklärte mir auf eine Nachfrage, er habe noch anderes zutun und das hält schon genug auf. Reicht diese Angabe oder ein lapidares ´Fraktur?´ oder kann ich die Scheine zurückgeben und um weitere Erläuterungen bitten?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Tammschick, ich gehe mal davon aus, dass Sie MTRA oder MFA sind. Wenn das so ist, dann können und dürfen Sie die rechtfertigende Indikation (siehe § 23 Abs. 1 RöV) nicht überprüfen sondern Sie führen die Untersuchung nach Stellung der rechtfertigenden Indikation (also nach Anforderung) eines Arztes, der (hoffentlich ) die entsprechende Fachkunde im Strahlenschutz besitzt, durch (§ 24 Abs. 2 RöV). Weitere Informationen über die medizinischen Randbedingungen der betreffenden Röntgenuntersuchung können und müssen Sie nicht verlangen. Wenn der anfordernde Arzt auch den Befundbericht schreibt, muss er spätestens hier die fehlenden klinischen Informationen dokumentieren(das ist nach DIN 6827-5 ein ´muss´ ). Erfolgen die Stellung der rechtfertigenden Indikation und/oder die Befundung durch einen anderen Arzt (z.B. durch einen Radiologen), so könnte (sollte) dieser den Anforderungsschein zurückweisen, und zwar mit der Bitte um vollständige Angaben. Oder er muss den Patienten selbst untersuchen. Erfahrungsgemäß macht man sich damit in der Klinik keine Freunde . Die unvollständige Mitteilung der klinischen Angaben oder einer dezidierten Fragestellung stellt übrigens einen Verstoß gegen die Berufsordnung dar. Leider spielt sich das wahre ´radiologische Leben´ nicht selten so ab, wie Sie es geschrieben haben(aus 20jähriger Klinikerfahrung eines medizinischen Kollegen, den ich für diese Forumanfrage kontaktiert hatte). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  gabi papadopoulou schrieb am 02.01.2014 - 18:34 Uhr:
Frage:2121 BETREFF: magen darm passage mit barium /fluoroskopie
habe letztens eine magendarm durchleuchtung gemacht mit bariumkontrastmittel hat ueber 30 min gedauert wie hoch war ungefaeht die belastung in msv bin 40 jahre alt weiblich bin sehr beunrugigt habe von belastungen von 30 - 100msv gelesen kann das stimmen dann bin ich ja hochkrebsgefaehrdet


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Papadopoulou, heutzutage gibt man oft die Patienenexposition besonders bei etwas komplexeren Röntenuntersuchungen, wozu auch eine Magen-Darm-Untersuchung (´MDP´) zählt, als so genannte effektive Dosis an. Eine reine Durchleuchtungszeit von über 30 Minuten ist für eine MDP in der Tat sehr viel. Aber möglicherweise war mit diesen 30 Minuten die Untersuchungszeit insgesamt gemeint und nicht die Durchleuchtungszeit, die, untersuchungstechnisch bedingt, kürzer als die Untersuchungszeit ist. Wie auch immer, ich weiß nicht, welche Dosisgröße mit ´Belastung´ von 30 - 100 mSv ausgedrückt worden ist. Aber nehmen wir mal an, mit ´Belastung´ sei die effektive Dosis gemeint gewesen und weiterhin, die Durchleuchtungszeit hätte eine Größenordnung von 30 min betragen (dazu kommen sicherlich noch ein paar Röntgenaufnahmen), dann würde die effektive Dosis am unteren Ende der Angabe ´30 - 100 mSv´ liegen. Das ist nicht wenig, aber vom Standpunkt eines Strahlenrisikos sind Sie keineswegs ´hoch´ krebsgefährdet. Das Risiko ist immerhin noch so gering (nicht gleich Null - das ist auch klar), dass Sie deswegen nicht beunruhigt sein müssen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



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