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  Brigitte Kolb schrieb am 23.04.2014 - 09:09 Uhr:
Frage:2208 BETREFF: Strahlenschutzkleidung für helfende Personen und Dosimetrie
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, 1) Welchen Bleigleichwert müssen Strahlenschutzschürzen für helfende Personen aufweisen? Gilt hier der Bleigleichwert für das Personal, also vorne 0,35 mm, hinten 0,25 mm? Dürfen die Schürzen hinten offen sein, so wie es für OP-Personal erlaubt ist? 2) Müssen helfende Personen ein Dosimeter (Stabdosimeter, EPD?) tragen, oder kann die Dosis abgeschätzt werden? 3) Müssen helfende Personen vor dem Aufenthalt im Kontrollbereich über mögliche Gefahren unterwiesen werden? Muss dies durch einen fachkundigen Arzt geschehen? Muss die Unterweisung dokumentiert und aufbewahrt werden? Falls ja, wie lange? Vielen Dank und freundliche Grüße




  M. Rappe schrieb am 22.04.2014 - 20:47 Uhr:
Frage:2207 BETREFF: CT- Rufbereitschaft
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, in unserer Klinik (Fachkrankenhaus für neurologische Rehabilitation) soll eine CT-Rufbereitschaft eingeführt werden. Ich finde hier viele Beiträge die die ärztlichen Tätigkeiten und Befugnisse betreffen, aber wenig wie die Bereitschaft mit MTA´s abgedeckt wird. Da wir nur 2 MTRA`s sind und eine exam. Krankenschwester mit erworbenen Kenntnissen im Strahlenschutz, frage ich mich wie das funktionieren soll. Die Kollegin mit den Kenntnissen im SS fällt ja schon mal aus der Betrachtung, da es sich um Teleradiologie handeln wird. Wie können 2 MTRA´S, 7 Tage die Woche, eine Rufbereitschaft absichern? Gibt es vielleicht Modellbeispiele wie man dies regeln könnte? Welche Gesetzmäßigkeiten treffen zu? Da ich als Abteilungsleiterin in die Entscheidungsfindung eingebunden werde, würde ich mich gern im Vorfeld eingehend damit auseinander setzen , um evtl. auch Gegenargumente zu haben. Finde allerdings sehr wenige Beiträge die konkretisieren. Können Sie mir helfen? Im Voraus schon mal herzlichen Dank für Ihr Bemühen.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Rappe, eine zwingend notwendige rechtliche Verknüpfung zwischen den Tatbeständen ´technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung in der Teleradiologie´ und ´Bereitschaftsdienst von MTRA´ kann nach unserer Meinung so ohne Weiteres aus dem Text der RöV nicht heraus gelesen werden. Richtig ist in der Tat, dass in der Teleradiologie die technische Durchführung seitens einer MFA (und mag sie noch so gut ausgebildet sein) nicht in Betracht kommen kann. Vorstellbar ist, dass man sich noch auf dem Boden der RöV bewegt, wenn man im Rahmen einer anstehenden technischen Durchführung z.B. einer Computertomographie über die Einrichtung einer Rufbereitschaft für eine nach § 3 Abs. 4 Nr. 2 RöV erforderliche MTRA nachdenken würde. Dabei müsste gewährleistet sein, dass die durchführende MTRA in einem medizinisch akzeptablen Zeitraum am Untersuchungsort eintreffen muss und dass die Randbedingungen des Arbeitszeitgesetzes oder des Tarifvertrags eingehalten sind. Ob dies in Ihrem Haus der Fall ist, ist von hier aus natürlich nicht überschaubar, daher der Rat, sich mit der zuständigen Behörde für die Durchführung von Röntgenverordnung und Arbeitszeitgesetz in Verbindung zu setzen. Neben der MTRA, die am Untersuchungsort die Röntgenuntersuchung technisch durchführen muss, und dem von ´außen´ einbezogenen Teleradiologen ist am Untersuchungsort auch ein Arzt mit den erforderlichen Kenntnissen im Strahlenschutz notwendig. Dieser Arzt, der die Grundlagen einer möglichen Abklärung feststellen und dem Teleradiologen mitteilen muss, und der die notwendige Aufklärung durchführt und bei möglichen Komplikationen eingreift, muss auch die Möglichkeit haben, mit der MTRA, die technisch durchführt, zu kommunizieren. Hier wäre im Vorfeld zu ermitteln, ob dies bei einer MTRA-Rufbereitschaft sichergestellt werden kann. Auch notwendige Vor- und Nachbereitungen durch die MTRA sind in die Gesamtbetrachtung einzubeziehen. Wir meinen, dass es sicherlich rechtlich möglich ist, teleradiologisch mit einer MTRA in Rufbereitschaft zu arbeiten, wir glauben aber auch, dass dies in der Praxis nicht so ganz einfach funktionieren wird und dass deswegen ein Personaldecke von zwei MTRA zu knapp sein kann, um eine Teleradiologie in den „Bereitschaftszeiten“ seriös aufrecht zu erhalten. Hierbei müssen auch die Urlaubs- und möglichen Krankheitszeiten, Aus- und Fortbildungen sowie (zeitlich) außergewöhnliche Fälle im normalen Dienst mit betrachtet werden. Sie erkennen, dass die Benennung konkreter Rechtsvorschriften über das Arbeitszeitgesetz oder den Tarifvertrag hinaus, in Kombination mit den auch nicht ganz einfachen rechtlichen Vorgaben der RöV bei der Durchführung der Teleradiologie, Mühe macht und den Zuständigkeits- und Kompetenzbereich des Forum RöV erheblich strapaziert. Daher scheint uns, wie schon gesagt, eine Rücksprache mit der zuständigen Behörde unumgänglich zu sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Peter schrieb am 20.04.2014 - 09:45 Uhr:
Frage:2206 BETREFF: Antwort auf meine Frage
Sehr geehrter Herr Ewen, Danke für die doch diplomatische Antwort. Vielleicht könnten Sie doch präzisieren in welchen Fällen eine Schürtze mal vorne und mal hinten zum Schutz angelegt wird. Wäre die Strahlung nicht schädlich so könnte man ja generell auf Schutzmaßnahmen verzichten, oder?! Bei der DVT Aufnahme sollte mein linker Oberkiefer aufgenommen werden. Schönen Osrtersonntag, wünscht Peter


1. Antwort: Hallo Peter, wir wollen keine ´unendliche Geschichte´ daraus machen, aber einiges grundsätzlich: Informationen über das stochastische Strahlenrisiko, das nur statistische Aussagen erlaubt (z.B.: die Wahrscheinlichkeit für eine strahlenbedingte Krebserkrankung ist ´soundso hoch´ bei einer Dosis ´soundso viel´) müssen zwangsläufig ´diplomatisch´ sein, weil man für das Schicksal einer exponierten Einzelperson keinen exakten Wert angegeben kann. Das gilt auch für das Anlegen einer Schürze bei einer DVT-Untersuchung: Im Rückenbereich eines Menschen befindet sich viel strahlensensibles rotes Knochenmark (Wirbelsäule, Becken), im Brust- und Bauchbereich sind wiederum andere Gewebe strahlensensibel (z.B. die weibliche Brust, Darm, Fortpflanzungsorgane). Was zählt mehr? Es gibt übrigens auch sog. Rundum-Schürzen, die Rücken und Vorderseite abdecken. Ich halte diese aber aus den in meiner ersten Antwort schon genannten Gründen bei DVT-Untersuchungen für überzogen. Zum Schluss: Ich habe nie behauptet und würde das als engagierter Strahlenschützer auch nie tun, dass Röntgenstrahlung nicht schädlich sein könnte, aber bei der Risikobewertung (siehe oben) kommt es auf die Höhe der Dosis an! Mit freundlichem Gruß und auch schöne Ostertage K. Ewen



  Peter schrieb am 19.04.2014 - 06:54 Uhr:
Frage:2205 BETREFF: Richtiges Anlegen Strahlenschütze DVT
Sehr geehrte Damen und Herren, Ich hatte vor einer Woche eine Untersuchung (DVT) bei meinem Zahnarzt. Die Dame die die Untersuchung machte kannte sich nicht gut mit dem Gerät aus, auch legte sie mir die Schutzkleidung so an, dass diese nur den Rücken schützte. Ist das so korrekt?! Aus vergangenen Untersuchungen wurde mir immer die Schutzkleidung so angelegt, dass der vordere Bereich geschützt war, ist das beim DVT anders?! Weiters hätte ich noch die Frage, ob es möglich ist durch Falscheinstellung ( zu hohe Strahlung/ Dosis) durch Unwissen, falsche Bedienung, den Patienten einer Gesundheitsgefährdung auszusetzen?! Danke vorab für die Beantwortung. Peter


1. Antwort: Hallo Peter, zunächst etwas Grundsätzliches: In der Rangfolge der von Röntgenuntersuchungen verursachten Patientenexpositionen steht die zahnmedizinische Röntgendiagnostik mit an letzter Stelle. Dazu gehören auch DVT-Untersuchungen. Das sog. stochastische Strahlenrisiko (Krebs,Leukämie und genetische Schäden) ist dort sehr gering. Trotzdem muss natürlich auch hier der Strahlenschutz korrekt und dosissparend gehandhabt werden. Ich kann von hier aus natürlich nicht beurteilen, ob die Assistentin (vielleicht eine zahnmedizinische Fachangestellte) entsprechend qualifiziert war, also die notwendigen Kenntnisse im Strahlenschutz aufgewiesen hat. Speziell bei der DVT wird ja das Untersuchungsobjekt (Kopfbereich) aus unterschiedlichen Richtungen exponiert, so dass sich in der Tat die Frage stellt, ob man den vorderen oder den hinteren Teil des Patienten mit einer entsprechenden Schürze gegen Streustrahlung schützen sollte. Wie auch immer, eine sehr große Effektivität hat diese Maßnahme grundsätzlich nicht, denn, erstens, entsteht bei DVT-Untersuchungen nicht viel Streustrahlung und, zweitens, wird davon nur ein geringer Teil von der Schürze absorbiert, weil sich die meiste Streustrahlung innerhalb des Patienten ausbreitet und daher von äußeren Abdeckungen nicht erfasst wird. Was die Einstellung falscher Untersuchungsparameter betrifft, so hat man dazu bei modernen, digital arbeitenden Röntgengeräten, wozu auch ein DVT zählt, wenig Gelegenheit, da vieles automatisch abläuft. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Günter Roos schrieb am 18.04.2014 - 15:36 Uhr:
Frage:2204 BETREFF: zu Frage 2195; ständige Aufsicht,
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, lieber Klaus, aus der heute nur noch ´lesenden Seite´ der Pensionäre melde ich mich zu diesem schwierigen Themenfeld. Ich hatte die Zeit und Gelegenheit die Gerichtsverhandlungen des VGH Baden-Württemberg persönlich zu verfolgen. Bei der Verhandlung ging es vorrangig um den alleinigen Einsatz von MFA für die Strahlenbehandlung. Der VGH hat nur das Strahlenschutzrecht und nicht die ebenfalls zu beachtenden Rechtsbereiche seinem Urteil zu Grunde gelegt. Eine Übertragung des Urteils auf den Bereich der RöV ist daher mit besonderer Vorsicht zu erörtern. Ich möchte deshalb auf die RöFo 2014, Heft 1 und meinen Leserbrief in Heft 4 hinweisen. Entscheidende Frage aus meiner Sicht ist der Umfang der technischen Mitwirkung und der Grad der jeweiligen Berufsausbildung -sowohl in beruflicher als auch in Strahlenschutz-fachlicher Hinsicht. Mit zunehmender technischer Komplexität der Geräte und deren Anwendung (gilt auch beim Röntgen) sind zunehmende fachliche Anforderungen zu stellen. Vom Verordungsgeber sind daher Grenzen für MFA zu setzen. Die bisherigen Kenntniskurse zum Strahlenschutz können keine qualifizierte und prüfbare Berufsausbildung ersetzen. Viele Grüße Günter Roos


1. Antwort: Lieber Herr Roos, lieber Günter, vielen Dank für diesen spannenden Beitrag. Wir, das Forum-Team, haben das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht (VG) und dann vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) für BW auch mit großem Interesse verfolgt. Der VGH hat in seiner Entscheidung nach unserer Meinung ganz gezielt die technische Mitwirkung (technische Durchführung) von medizinischen Fachangestellten (MFA) außerhalb der Strahlentherapie (z.B. zur Durchführung qualitätssichernder Maßnahmen) an Linearbeschleunigern nicht betrachtet. Bei der technischen Mitwirkung am Beschleuniger im Rahmen der Anwendung hat der VGH die Tätigkeit der MFA unserer Meinung nach nicht ausgeschlossen, sondern die ständige Aufsicht durch den fachkundigen Arzt präzisiert. Für andere Anwendungen hat der VGH auf die notwendige Risikobetrachtung verwiesen. So wird der Einsatz von MFA bei der technischen Durchführung oder Mitwirkung im Rahmen der Anwendungen (RöV oder StrlSchV) zurzeit auch gehandhabt. In NRW lässt man z.B. in der Röntgendiagnostik bis zu 15 Minuten bis zum Eintreffen des fachkundigen Arztes am Untersuchungsort zu (mit der Einschränkung, dass er sich auf dem Klinikgelände befinden muss), um die Aufsicht über MFA oder nichtfachkundige Ärzte wahrzunehmen. Dieses ist unserer Meinung nach angemessen im Verhältnis zum Risiko, und zwar unter Einbeziehung einer korrekt gestellten rechtfertigenden Indikation. In der NUK oder Strahlentherapie wird diese zeitliche Vorgabe (15 Minuten) nicht so pauschal gesehen, sondern die Risiken der vorgesehenen Anwendungen bestimmen hier diese Zeitvorgabe (diese kann bis „Null“ in der Strahlentherapie mit Linearbeschleunigern betragen). Zum Thema „erfolgreich abgeschlossene sonstige medizinische Ausbildung“ fällt eine Stellungnahme sicherlich schwerer. Dies liegt unter anderem daran, dass das MTA-Gesetz zwar diesen Begriff in § 10 Nr. 6 benennt, aber nicht definiert, was er bedeutet. Die atomrechtlichen Behörden bewegen sich sicherlich am Rande ihrer Möglichkeiten, wenn sie entscheiden müssen, was eine „erfolgreich abgeschlossene sonstige medizinische Ausbildung“ ist. Die Bund-Ländergremien haben sich hiermit zwar beschäftigt (wie Du auch weißt), allerdings gibt es bisher keine mit allen Beteiligten abgestimmte Entscheidung. Natürlich kann ein Kenntniskurs, und mag er von noch so hoher Qualität sein, eine qualifizierte Berufsausbildung nicht ersetzen. Aber die zuständigen Stellen (z.B. die Ärztekammern) können vor Erteilung der „Kenntnisbescheinigung“ nach RöV oder StrlSchV prüfen, ob überhaupt und, wenn ja, welche Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen wurde. Bei dieser Prüfung kommt es auch schon mal zu Ablehnungen. Diese Prüfung entfällt aber überall dort, wo ohne jede Einschränkung eine Kursbescheinigung als Kenntnisnachweis akzeptiert wird. Hier müsste man ggf. nach als erstes ansetzen (denn das können die atomrechtlichen Behörden selbständig) und dann ggf. gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium Kriterien für die Berufsausbildung und den Berufsabschluss festlegen. Wir hoffen, dass Dein Betrag hilft, hier weitere Aktivitäten zu starten. Viele Grüße Klaus Ewen



  Prof. Dr. R. Köster schrieb am 17.04.2014 - 14:04 Uhr:
Frage:2203 BETREFF: Nuklid-Paravasat
Sehr geehrter, lieber Herr Ewen: Anläßlich eines Gutachtens bin ich mit der Frage konfrontiert, welche besonderen Komplikationen nach Paravasation von Tc-99m-MDP bekannt sind - leider finde ich in der einschlägigen Literatur nichts darüber. Situation: Bei einer Pat. seien nach/während Injektion von 600 MBq Tc-99m-MDP starke Schmerzen aufgetreten mit anschließender Entwicklung einer ´Phlebitis´ und ´hühnereigroßer´ Schwellung; jetzt bestünden noch eine ´erbsgroße steinharte´ Stelle sowie Schmerzen und Kraftminderung im linken Arm bei Belastung. Das Knochenszintigramm selbst ist regelrecht auswertbar, zeigt allerdings einen typischen hotspot an der Injektionsstelle in der Ellenbeuge. Sind Ihnen Daten/Angaben zu spez.Komplikationen bei Nuklid-Paravasaten bekannt. Mit bestem Dank für Ihre Mühewaltung und herzlichen Grüßen R. Köster, vorm. CA des Institutes für klinische Radiologie und Nuklearmedizin, Städt. Kliniken Neuss, Lukaskrankenhaus




  Christoph Kleinschmidt schrieb am 11.04.2014 - 17:07 Uhr:
Frage:2202 BETREFF: Recht auf Dosisangaben
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, eine grundsätzliche Frage: hat ein Patient ein Recht darauf, die Dosiswerte der an ihm durchgeführten Röntgenuntersuchungen genannt zu bekommen? Im aktuellen Fall, der diese Anfrage auslöst, möchte ein Patient diese Werte in einem Schadensersatzprozess gegen den Verursacher eines Unfalls verwenden, in dessen Folge mehrere Röntgenuntersuchungen notwendig waren. Wegen der besonderen juristischen und auch gesellschaftlichen Brisanz suche ich Antwort auf die obige Frage. Wenn Sie sie mit Ja beantworten, was ist die Rechtsgrundlage? Welche Dosis gibt man ggf. heraus, DFP/DLP oder gar effektive Dosis? Und schließlich: gibt es Präzedenzfälle und/oder Grundsatzurteile? Vielen Dank für Ihre Bemühungen im Voraus! Chr. Kleinschmidt


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kleinschmidt, zur Beantwortung Ihrer Frage wird man sich auf § 28 Abs. 1 Nr. 6 RöV beziehen müssen: Bei der Anwendung von Röntgenstrahlung auf den Menschen (z.B. in der Röntgendiagnostik) muss unter anderem aufgezeichnet werden: die Strahlenexposition des Patienten, soweit sie erfasst worden ist (siehe § 3 Abs. 3 Nr. 2b RöV), oder die zu ihrer Ermittlung erforderlichen Daten und Angaben. Man würde also seitens einer Röntgenabteilung einem Patienten auf dessen Wunsch (s. § 28 Abs. 2 RöV) entweder die am Röntgengerät angezeigte Strahlenexposition, z.B. in Form des DFP oder DLP, angeben müssen oder, falls diese Anzeige nicht verfügbar ist, diejenigen Daten und Angaben, aus denen man (z.B. ein Medizinphysik-Experte, MPE) die Exposition ermitteln (errechnen) kann (siehe auch die ´Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV´; im Internet aufsuchbar). Eine Röntgenabteilung ist also nicht verpflichtet, über diese in § 28 Abs. 1 Nr. 6 RöV genannten Angaben hinausgehende Werte zu liefern bzw. diese in Form irgendeiner Dosisgröße zu berechnen. In dem von Ihnen genannten Fall würde man also dem Patienten, falls anzeigemäßig möglich, beispielsweise den Wert des DFP angeben oder ihm, mit den relevanten Untersuchungsdaten versehen, empfehlen, einen Experten (z.B. einen MPE) anzusprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wolfgang Bachert schrieb am 09.04.2014 - 11:36 Uhr:
Frage:2201 BETREFF: Kenntnisse im Strahlenschutz für z.B. Anästhesie-Pflegepersonal
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei uns in der Klinik ist die Frage aufgetaucht, ob Anästhesiefachschwestern, die während einer OP ja ´nur´ passiv bei einer möglichen Rö-Durchleuchtung oder - Aufnahme dabei sind Kenntnisse im Strahlenschutz erwerben müssen (analog der OP-Schwester- die ja aber unter Anleitung oder Aufsicht röngt ? Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Bachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, so wie Sie die Tätigkeiten dieser Anästhesiefachschwestern beschrieben haben (´passiv´ im Zusammenhang mit der Durchführung der Röntgenuntersuchung: z.B. lösen die Strahlung nicht aus, stellen die Patienten vor der Röntgenuntersuchung nicht ein), benötigen diese Personen keine Kenntnisse im Strahlenschutz. Allerdings müssen sie nach § 36 RöV unterwiesen werden, denn sie befinden sich bei ihrer Tätigkeit sicherlich im Kontrollbereich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Weber schrieb am 07.04.2014 - 14:24 Uhr:
Frage:2200 BETREFF: Linsendosis
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, 1.einerseits legt die neue EURATOM Richtlinie nun endlich die niedrige Linsendosis fest; prophylaktisch wurden und werden im interventionellen Betrieb individuelle Brillen beschafft. Andererseits ist mir noch nicht klar, wie ich an diesem Organ dem Gebot der Personendosismessung gerecht werden kann. 2. bei Ausrüstung eines hybriden OP bestehen erhebliche Meinungsdifferenzen zwischen dem zahlenden Strahlenschutzverantworlichen und uns Radiologen über zusätzlich notwendige beidseitige Untertischbleilamellen, also auch für Assistenzseite, einschwenkbare Bleiglasäquivalente z. B. zur Abschirmung der Anästhesie und ähnliches Zusatzequipment; denn der Hersteller behauptet, alles was das Gesetz erfordert sei vorhanden. Mit strahlendem Gruß, Michael Weber StSchB


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Weber, bis zum Jahr 2018 muss die neue EURATOM-Richtlinie in das nationale Strahlenschutzrecht (RöV, StrlSchV) umgesetzt werden. Dann wird es u.a. auch einen neuen (deutlich reduzierten) Grenzwert für die Augenlinsendosis von 20 mSv/a geben. Dieser wird bei gewissen radiologischen Interventionen nicht so ganz leicht einzuhalten sein. Außerdem stellt sich, wie von Ihnen richtig angemerkt, die Frage nach der messtechnischen Erfassung der Augenlinsendosis. Zum letztgenannten Punkt kann jetzt nur gesagt werden, dass ´man´ (z.B. die amtlichen Messstellen, die PTB) an entsprechenden Verfahren arbeitet und glaubt, sie bis 2018 verfügbar zu haben. Um die Augenlinsendosis zu reduzieren, wird man bei bestimmten ´Hochdosisuntersuchungen´ möglicherweise mit der Bleiglasbrille alleine nicht auskommen. Man wird einen geräteintegrierten Streustrahlenschutz benötigen, der allerdings nach der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL), nach der ein Sachverständiger vor Inbetriebnahme einer Röntgeneinrichtung und dann alle 5 Jahre eine Strahlenschutzprüfung durchführen muss, jetzt schon verlangt wird (Prüfberichtsmuster 2.2.3, Prüfposition 03E06 in der SV-RL). Insofern dürfte es darüber zwischen Strahlenschutzverantwortlichem, Strahlenschutzbeauftragten und dem radiologisch-medizinischen Team eigentlich keine Diskussion geben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ch. Voigt schrieb am 26.03.2014 - 19:56 Uhr:
Frage:2199 BETREFF: Rechtfertigende Indikation - Befundung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es eine Vorschrift, aus der man ableiten kann, dass der fachkundige Arzt, der die rechtfertigende Indikation stellt, zwingend personengleich mit dem befundenden Arzt sein muss oder könnte dies auch ein anderer fachkundiger Arzt tun? Beispiel: Fachkundiger Arzt vor Ort erstellt rechtfertigende Indikation, MTRA führt durch und externer Radiologe befundet. Mit freundlichen Grüßen, Ch. Voigt


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr (´Ch´ kann ja beides sein) Voigt, es ist eindeutig klar: Der die rechtfertigende Indikation stellende fachkundige Arzt (§ 23 Abs. 1 RöV) muss keineswegs personengleich mit dem befundenden Arzt nach § 24 Abs. 1 RöV sein.(Der dort enthaltene Begriff ´Anwendung´ enthält auch den Vorgang der Befundung nach § 2 Nr. 1 RöV.) Es ist sogar möglich, dass nicht nur ein im Strahlenschutz fachkundiger Arzt befunden darf sondern auch ein Arzt, der nur die Kenntnisse im Strahlenschutz aufweist, wenn er die Befundung unter der ständigen Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Arztes durchführt (§ 24 Abs. 1 Nr. 3 RöV). Schon daraus erkennt man, dass ein die rechtfertigende Indikation stellender Arzt (geht nur mit Fachkunde im Strahlenschutz) nicht personengleich mit einem befundenden Arzt sein muss (denn dies geht sowohl mit Fachkunde als auch mit Kenntnissen im Strahlenschutz). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. M. Remerscheid schrieb am 26.03.2014 - 14:04 Uhr:
Frage:2198 BETREFF: Strahlenschutzbeauftragter
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich habe 2 Fragen, über deren Beantwortung ich mich sehr freuen würde: 1. Kamm man jemanden gegen seinen Willen zum Strahlenschutzbeauftragten bestellen? Hintergrund ist die sog. ´Auswahlpflicht´ des Strahlenschutzverantwortlichen bei der Bestellung der Strahlenschutzbeauftragten: er muß doch dafür Sorge zu tragen (im Rahmen seiner Organisationspflicht), daß nur ´geeignete´ Personen (RöV §13 Abs 3 bzw. § 14 Abs 1), also mit fachlicher und persönlicher Eignung, bestellt werden (bzw. bei fehlender Eignung zu ersetzen sind). In diesem Fall wäre zwar die fachliche Eignung gegeben (Fachkunde, Berufserfahrung, etc), aber der Kandidat möchte die Bestellung nicht annehmen. Kann man davon ausgehen, daß die ´persönliche Eignung´ noch gegeben ist, wenn jemand gegen seinen Willen zum Strahlenschutzbeauftragten bestellt wird? Analog dazu auch gleich die Frage, kann jemand gegen seinen Willen zum Strahlenschutzbevollmächtigter bestellt werden? 2. Kann an einer mittelgroßen Klinik der Schwerpunktversorgung (>500 Betten, > 50 000 Röntgenuntersuchungen/Jahr) die Funktion eines ´Strahlenschutzbeauftragter´ in Personalunion mit der Funktion des ´Strahlenschutzbevollmächtigen´ ausgeübt werden? Hintergrund: der Strahlenschutzverantwortliche bzw. der von ihm ernannte -bevollmächtige hat ja laut Röntgenverordnung § 13 Abs 2 eine „Aufsichtspflicht“, d.h. er muß die Tätigkeit der von ihm benannten Strahlenschutzbeauftragten kontrollieren. Wäre dies noch denkbar, wenn er gleichzeitig in Personalunion Kontrollierender (=-bevollmächtiger) und und Kontrollierter (=beauftragter) oder widerspricht dies der Intension der Röntgenverordnung? Der Strahlenschutzverantwortliche bzw. sein Bevollmächtigter soll doch gemäß RoeV durch eine geeignete Organisationsform sicherstellen, daß alle dem Strahlenschutzverantwortlichen/-bevollmächtigen obliegenden Pflichten erfüllt sind. Kann man einem solchen Fall (Personalunion eines Strahlenschutzbevollmächtigten und Strahlenschutzbeauftragten) noch von einer regelrechten Auslegung der Röntgenverordnung sprechen oder könnte man bei einem solchen Konstrukt nicht mehr von einer „geeigneten Organisationsform sprechen“? Vielen Dank für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen, Dr. M. Remerscheid


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Remerscheid, nach Rücksprache mit einem Kollegen, der Experte im Strahlenschutzrecht ist: Wir sind der Auffassung, dass mindestens die erste Frage eher von einem Arbeitsrechtler zu beantworten ist, da sie weniger das Strahlenschutzrecht sondern mehr das mögliche betriebliche Direktionsrecht betrifft. Im Grundsatz gehen wir davon aus, dass sich der Strahlenschutzverantwortliche (SSV) natürlich Gedanken über die geeignete Strahlenschutzorganisation machen und im Rahmen der entsprechenden Festlegungen auch die Eignung der möglichen Strahlenschutzbeauftragten (SSB) beachten muss. Wir bezweifele jedoch, dass ausschließlich der nicht vorhandene Wille einer Person, die Aufgaben des SSB auszuüben, schon ausreicht, um ihn als ungeeignet einzustufen. Wenn man diesen Grundsatz grundsätzlich vertreten würde, dann wären in einem Betrieb sicherlich eine Reihe von Pflichten nicht erfüllbar, wenn eine Person auf die Idee kommen sollte, Beauftragungen nicht annehmen oder ausführen zu wollen. Der Verordnungsgeber hat möglicherweise bewusst darauf verzichtet, explizit die Zustimmung einer Person einzufordern, die zukünftig als SSB bestellt werden soll. Der SSV muss eine ausreichende Zahl an SSB bestellen, innerbetriebliche Entscheidungsbereiche und Befugnisse festlegen und die Behörde diesbezüglich informieren. Zu diesem Verfahren gehört natürlich auch die eindeutige Einbindung des zukünftigen SSB in die Strahlenschutzorganisation, aber nach unserer Meinung nicht seine Zustimmung. Einige Bundesländer bitten im Rahmen dieser Mitteilung über die Bestellung einer Person zum SSB um dessen Mitzeichnung. Dieses ist aber weniger dadurch begründet, darin eine Zustimmung zu erfahren, sondern mehr den Nachweis zu erhalten, dass der SSB über die Bestellung überhaupt informiert worden ist. Der SSV muss natürlich im Rahmen seiner Organisationsverantwortung darauf achten, dass der bestellte SSB seine fachliche Eignung aufrecht erhält, z.B. sein Fachkunde aktualisiert. Falls die fachliche Eignung nicht mehr gegeben ist, muss der SSV den SSB abberufen. Bei sogenannten Strahlenschutzbevollmächtigten haben wir kaum Zweifel, dass man als SSV bestimmte Aufgaben delegieren kann. Der Strahlenschutzbevollmächtigte führt keine offizielle Tätigkeit nach RöV oder StrlSchV aus. Er unterstützt lediglich den SSV (braucht dafür auch keine Fachkunde im Strahlenschutz) bei der Erfüllung von Pflichten. Die Verantwortung verbleibt aber in jedem Fall beim SSV, der sicherlich auch die Aufgabenwahrnehmung durch den sogenannten Strahlenschutzbevollmächtigten überwachen muss (vergleiche auch § 130 Ordnungswidrigkeitengesetz - Handeln für einen anderen). Zu Ihrer zweiten Frage lautet unsere Einschätzung, dass ein bestellter Strahlenschutzbeauftragter (SSB) durchaus auch delegierte Aufgaben als Strahlenschutzbevollmächtigter wahrnehmen kann. Da die Aufgabenwahrnehmung als Strahlenschutzbevollmächtigter keine offizielle Tätigkeit nach den Verordnungen ist, gibt es hier auch keine entsprechenden Einschränkungen. Nach unserer Meinung ist auch keine Einschränkung in dem Verhältnis SSV zu SSB gegeben, da der SSV die Verantwortung trotz Existenz eines Strahlenschutzbevollmächtigten allein behält und der Kommunikationsfluss auch sicherstellt bleiben muss. Die Strahlenschutzorganisation in einem Betrieb kann unterschiedlich ausgeprägt sein, ohne dass die Anforderungen der RöV und StrlSchV beeinträchtigt werden (z.B. ein fachkundiger SSV nimmt auch die Aufgaben wahr, die ansonsten ein SSB wahrnimmt oder es gibt SSB mit umfassenden oder eingeschränkten Entscheidungsbereichen u.ä.). Zum Abschluss aber noch einmal unser Rat, sich bei Auseinandersetzungen zur ersten Frage mit einem Arbeitsrechtler in Verbindung zu setzen, der diese Frage anhand der tatsächlichen Gegebenheiten sicherlich viel fachkompetenter beantworten kann als wir es ausschließlich aus dem Blickwinkel des Strahlenschutzes tun. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Christopher Griesing schrieb am 26.03.2014 - 13:29 Uhr:
Frage:2197 BETREFF: Kurs Fachkunde Deutschland / Schweiz
Sehr geehrter Prof. Ewen, aktuell würde bei mir ein Aktualisierungskurs zur Fachkunde R6.1 / R6.2 anstehen. Da ich schon seit einigen Jahren bei einem schweizer Unternehmen in der Medizintechnikbranche angestellt bin, dort meinen Wohnsitz habe und auch vorwiegend in der Schweiz tätig bin stellt sich jetzt die Frage ob ich den ´Aktualisierungskurs zur Fachkunde R6.1 / R6.2´ in Deutschland oder gleich den, in der Schweiz angebotenen, ´Kurs 524 Fachbereich Medizinische Berufe´ absolviere. Werden diese schweizer Kurse vorbehaltlos in Deutschland bzw. der EU anerkannt oder muss ich parallel noch die deutschen Kurse aktualisieren? Vielen Dank und beste Grüsse aus der Schweiz. Christopher Griesing


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Griesing, nach Rücksprache mit einem Kollegen, der sich im Strahlenschutzrecht gut auskennt: Grundsätzlich ist es so, dass Sie zur Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz nach der (deutschen) Röntgenverordnung (RöV) an einem Kurs bzw. an einer Veranstaltung teilnehmen müssen, der bzw. die in Deutschland nach der RöV anerkannt ist. Im begründeten Einzelfall kann die zuständige deutsche Behörde auch eine Aktualisierung auf andere geeignete Weise ´anerkennen´ (z.B. einen vergleichbaren Kurs im Ausland oder die Tätigkeit als Kursleiter o.ä.). In Ihrem Fall könnte es problematisch werden, eine zuständige Behörde auszumachen, da Sie Ihren Arbeitsplatz und Ihren Wohnsitz nicht in Deutschland haben. Aber Sie haben geschrieben, dass Sie ´vorwiegend´ in der Schweiz tätig sind, woraus man interpretieren kann, dass einzelne Tätigkeiten auch in Deutschland vorkommen. Sie könnten sich daher mit der Frage, ob der in der Schweiz absolvierte Aktualisierungskurs in Ihrem Einzelfall auch in Deutschland anerkannt wird, an die für den betreffenden Einsatzort in Deutschland örtlich zuständige Behörde wenden. Dieser Weg könnte klappen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Helga Herrmann schrieb am 20.03.2014 - 19:48 Uhr:
Frage:2196 BETREFF: alte Messgröße Hx
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, darf man alte Messgeräte (geeicht vor 2006) noch weiterhin verwenden (auch von sie in der Messgröße Hx geeicht sind).mfg Helga Herrmann


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Herrmann, Hx-Messgeräte dürfen noch bis zum 1.8.2016 benutzt werden. Allerdings sind, beispielsweise bei der Messung von Röntgenstrahlung, die gemessenen Dosis- bzw. Dosisleistungswerte bei Röhrenspannungen von > 50 bis 400 kV mit einem Faktor 1,3 zu multiplizieren, um einn Wert für H*(10) zu erhalten. Bei Messergebnissen mit Röhrenspannungen unter- und oberhalb dieser KV-Werte reicht der Umrechnungsfaktor 1,0 aus. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bernhard Müller schrieb am 19.03.2014 - 09:22 Uhr:
Frage:2195 BETREFF: Hinweis zu 2184 / ständige Aufsicht
Sehr geehrter Prof. Ewen, zunächst vielen Dank für Ihre stets wertvollen Beiträge! Bezüglich ´ständige Aufsicht´ möchte ich ergänzend zu Frage 2184 auf eine ´richterliche Interpretation´ der ständigen Aufsicht hinweisen (VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 17.12.12, 10 S 1340/12): ´...Die ständige Aufsicht des fachkundigen Arztes über technisch mitwirkende Personen, die wie die Personen nach § ... nicht selbst über die Fachkunde im Strahlenschutz, sondern nur über eine sonstige medizinische Ausbildung und Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen, erfordert, dass er diese Personen laufend überwacht und jederzeit korrigierend eingreifen kann. Stichprobenartige Kontrollen und die Anwesenheit des fachkundigen Arztes in der Praxis reichen nicht aus. Ob anderes gelten kann, wenn eine andere Person mit Fachkunde im Strahlenschutz (MTRA, MTA) bei der Bestrahlung anwesend ist, bleibt offen...´ Der zugrunde liegende Fall ist zwar aus dem Bereich der Strahlentherapie, aber sollte trotzdem zu denken geben, wenn tatsächlich mal ´gerichtet´ werden muss... Mit freundlichen Grüßen B.Müller


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, vielen Dank für Ihren wirklich wichtigen Hinweis (und für das Lob zum Forum RöV). Da die Entscheidung des VGH für das Land Baden-Württemberg explizit nur für den Bereich der Strahlentherapie mit Beschleunigern ergangen ist, bleibt es dabei (unserer Meinung nach auch nach Auffassung des Senats), die Intensität der ständigen Aufsicht abhängig von dem Risiko der Anwendung und der Qualifikationen der Personen mit Kenntnissen im Strahlenschutz im Einzelfall zu ermitteln. Nach unserer Meinung kann man aus dem Urteil nicht herauslesen, dass die ständige Aufsicht in allen denkbaren Anwendungsfällen von derselben Intensität sein muss. Wir stimmen Ihnen zu, dass man aber nicht alle Anwendungen pauschal betrachten kann, was die vorgegebene Zeit bis zum Eintreffen des fachkundigen Arztes betrifft. Hier ist sicherlich eine Differenzierung erforderlich, die entsprechend transparent dargestellt sein muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Horst Engelhardt schrieb am 18.03.2014 - 19:13 Uhr:
Frage:2194 BETREFF: Frage Dr. Zinser vom 18.3.14
Serh geehrter Herr Dr. Zinser! Ein Formular zur Dokumentation von Unterweisungen nach der RöV findet man beispielhaft in der Richtlinie über Aufzeichnungen nach der Röntgenverodnung (Anlage 3 der Richtlinie ) hier im Forum unter Richtlinien/ BMU Rundschrieben zu finden! Herzliche Grüße aus Hamburg Horst Engelhardt


1. Antwort: Lieber Herr Engelhardt, hallo Horst, ich freue mich, dass du das Forum RöV offensichtlich regelmäßig besuchst, denn sonst hättest du ja diese Forumanfrage nicht registriert. Danke für deinen Hinweis, und ich weiß jetzt auch, warum dieser von dir kommt. Du hast doch an dieser Richtlinie mitgearbeitet, wenn ich mich recht erinnere. Ich hoffe, Herr Dr. Zinser liest diesen Forumbeitrag auch. Danke und viele Grüße Klaus Ewen



  Dr. med. W. Zinser schrieb am 18.03.2014 - 10:17 Uhr:
Frage:2193 BETREFF: regelmäßige Unterweisung in der Praxis
Der Strahelschutzbeauftragte sollte in der Praxis regelmäßig Unterweisungen seiner Angestellten durchführen. In welchen Abständen müssen diese Unterweisungen stattfinden und gibt es Vordrucke für die Dokumentation??


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Zinser, die Unterweisung nach § 36 RöV muss jährlich wiederholt werden. Man sollte aber daran denken, dass man einen/e Mitarbeiter/in, der/die z.B. neu eingestellt wird und aufgrund der Tätigkeit unter die zu Unterweisenden fällt, sozusagen außerplanmäßig vor Aufnahme der Tätigkeit unterweist. Vordrucke? Ich weiß es, ehrlich gesagt, nicht. Vielleicht wird man im Internet fündig, z.B. mit Hilfe der Stichworte ´Unterweisung´, ´Strahlenschutz´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Fr.Trappeld schrieb am 17.03.2014 - 17:56 Uhr:
Frage:2192 BETREFF: CT- Teleradiologie 24h Dienst
Hallo ich bin MTRA und arbeite in einem Krankenhaus mit Röntgen und CT. Der Radiologe ist nicht vorort. Die Befundungübermittlung erfolgt per Teleradiologienetz. Es werden stationäre und ambulante Patienten behandelt. Dabei können Polytraumen ,Angios und Stroke-Fälle im Tagdienst sowie im 24 h Bereitschaftsdienst vorkommen. Unser 6-köpfiges Team besteht überwiegend aus MFA`s . Da jeder CT`s selbstständig und alleine im Dienst fahren soll erhalten diese Fortbildungen und werden im Routinebetrieb alleine eingesetzt während die MTA dann andere nicht radiologische Tätigkeiten übernimmt. Wir als MTA´s haben die Befürchtung das wir evtl zur Verantwortung herangezogen werden können. Wie sehen sie das? oder ist unsere Angst unberechtigt. Vielen Dank, mfg


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Trappeld, nach Rücksprache mit einem Experten auf dem administrativen Gebiet der RöV folgende Antwort an Sie: Nach Ihrer Beschreibung handelt es sich in Ihrem Haus um eine Teleradiologie, die nicht nur in den Diensten sondern auch unter ganz bestimmten Voraussetzungen im Normalbetrieb genutzt werden darf. Etwas irritierend wirkt Ihre Angabe, dass bei dem teleradiologischen Betrieb in Ihrem Haus auch MFA mitwirken, und zwar in dem Sinne, dass sie die Untersuchungen technisch durchführen. Die RöV lässt in der Teleradiologie nur die technische Durchführung seitens MTRAs oder MTAs zu. Das liegt daran, dass die RöV die ständige Beaufsichtigung von MFA durch entsprechend fachkundige Ärzte vorschreibt, die in der Teleradiologie aber gerade nicht erfolgen kann. Im Regelfall kontrolliert die Genehmigungsbehörde vor der Zulassung der Teleradiologie, dass MTRAs/MTAs für die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen zur Verfügung stehen. Ein späteres Abweichen von dieser Anforderung ist ein Verstoß gegen die Vorschriften der RöV, der entsprechend nachverfolgt und auch geahndet werden kann. Allerdings treffen diese Konsequenzen aus der RöV nicht die Personen, die technisch durchführen, d.h. weder die MTRA und die MFA, sondern den Strahlenschutzverantwortlichen und den zuständigen Strahlenschutzbeauftragten. Obwohl Sie daher persönlich nicht von behördlichen Maßnahmen betroffen sind, ist unser Rat, dass Sie die rechtlichen Rahmenbedingungen mit den verantwortlichen Ärztinnen/Ärzten in Ihrem Haus vertrauensvoll erörtern sollten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexander Horvat schrieb am 17.03.2014 - 11:43 Uhr:
Frage:2191 BETREFF: MTK an Messeinrichtungen zum Dosisflächenprodukt.
Sehr geehrter Prof. Ewen, ist es richtig das die MTK bei Anlagen die gemäß IEC 601-2-43 als interventioneller Arbeitsplatz genutzt werden und bei Anlagen die im Geltungsbereich der Medizinprodukte- Betreiberverordnung (MPBetreibV) installiert sind, alle 5 Jahre durchgeführt werden muss?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Horvat, wenn es um die nach der MPBetreibV geforderte MTK von DFP-Messgeräten (aktive Medizinprodukte mit Messfunktion, Gefährdungsklasse IIb) in medizinischen Röntgeneinrichtungen geht, so ist für Kontrollen dieser Art eine Frist von 5 Jahren einzuhalten. Personen, die derartige MTKs durchführen, müssen entsprechend qualifiziert sein, bei der zuständigen Messstelle gemeldet sein und über das erforderliche Geräteequipment verfügen. Da oft die DFP-Geräte im Röntgengeräte fest eingebaut sind, müssen die Kontrollen vor Ort durchgeführt werden. Der Betreiber der Röntgeneinrichtung kann auch einen diesbezüglichen Service-Vertrag mit dem Hersteller abschließen. Auch behördlich bestimmte Sachverständige, so sie o.g. Bedingungen erfüllen, können MTKs durchführen, was nicht so ganz ungünstig ist, da die wiederholenden Sachverständigenprüfungen nach § 18 Abs. 1 Nr. 5 RöV ebenfalls alle 5 Jahre erforderlich sind. Sie haben in Ihrer Frage den interventionellen Arbeitsplatz speziell angesprochen. Aber für alle anderen Röntgendiagnostikeinrichtungen mit DFP-Messung gelten dieselben Regelungen zur MTK. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexander Horvat schrieb am 17.03.2014 - 11:40 Uhr:
Frage:2190 BETREFF: Konstanzprüfung an Geräten zur mammographischen Stereotaxie
Sehr geehrter Prof. Ewen, Aus Tabelle 3.1.3.12 (QS-Richtlinie) Abnahme und Konstanzprüfung an Geräten zur mammographischen Stereotaxie, lese ich das am Monitor sowohl eine Abnahme- als auch eine Konstanzprüfung durchgeführt werden muss, in der letzten Spalte ist aber nichts über die Prüfhäufigkeit Konstanzprüfung angegeben. In welchen Zeitabständen ist eine Konstanzprüfung an diesen Monitoren durchzuführen? Mit freundlichen Grüßen Alexander Horvat


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Horvat, die QS-Richtlinie ist novelliert worden und diese Fassung wird höchstwahrscheinlich im ´Frühjahr 2014´ veröffentlicht werden. Sie ist also jetzt noch nicht zugänglich. Darin findet man auch die Antwort auf Ihre Frage: Die Fristen für die Durchführung der Konstanzprüfung an Bildwiedergabegeräten (BWG) für die mammographische Stereotaxie sind dieselben wie sonst bei den anderen BWGs (siehe Tab. 3.2.14 in der alten QS-RL). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alex Riemer schrieb am 14.03.2014 - 08:42 Uhr:
Frage:2189 BETREFF: CT und der neue Trend in Richtung weniger KV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, erstmal vielen Dank für Ihre Antwort auf meinen letzten Eintrag. Sie haben mir damit sehr geholfen. Nun habe ich eine Frage, die mich in den letzten Monaten sehr beschäftigt. Im CT entwickelt sich ein Trend in Richtung geringerer KV Einstellungen. Ich frage mich nun ob die geringeren KV Stufen sich nicht nachteilig auf die biologische Wirkung der Strahlung auswirkt, da der Anteil an niederenergetischer Strahlung größer wird. Ich bin mir daher unsicher ob es wirklich die Strahlenexposition reduziert oder ob es nur den Anschein macht als ob. Ich freue mich auf Ihre Einschätzung Ganz liebe Grüße Alex Riemer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Riemer, in der Tat ist es möglich, bei bestimmten CT-Untersuchungen die Patientendosis durch die richtige Wahl der Röhrenspannung (des KV-Wertes) und durch entsprechende Anpassung des mAs-Produktes zu reduzieren. Dabei ist aber grundsätzlich folgende Regel zu beachten: Niedrigere KV-Werte bedeuten einen höheren Bildkontrast, aber auch eine höhere Dosis. Aber ohne eine automatische Dosismodulation (ADM) ist es für den Anwender nahezu unmöglich, nach eigenem Ermessen das Optimum aus Bildkontrast und Dosis selbst zu ermitteln. Aus diesem Grund übernehmen mittlerweile bei allen moderneren Computertomographen Dosisautomatiken diese Entscheidung. Beispiel für die Absenkung der Dosis trotz reduzierter Röhrenspannung: Beim Vergleich zwischen der Einstellung „120 kV, 21 mAs“ und „80 kV, 102 mAs“ ist der Bildkontrast bei 80 kV höher, aber die Dosis auch. Fährt man nun mit Hilfe eines entsprechenden Phantoms das mAs-Produkt bei 80 kV soweit herunter, bis beide Einstellungen dieselbe Bildqualität erbringen, ergibt sich für 80 kV eine geringere Dosis. Eine ideale Automatik ist eine Röhrenstrommodulation (Regelung: mAs) in Kombination mit einer KV-Anpassung in folgender Weise: Der Anwender gibt (wie sonst auch bei der ADM) einen Referenzwert für das mAs-Produkt an, zusätzlich einen Referenzwert für die Röhrenspannung (einen Wert, den man standardmäßig vorgewählt hätte). Zusätzlich muss der Anwender (Untersucher) dem Computertomographen die Ziele der Untersuchung mitteilen, z.B. eine Kontrastmitteluntersuchung oder eine Knochenstudie. Mit dieser Angabe weiß das Gerät, welcher Zielkontrast vom Untersucher gewünscht ist. Daraus und anhand des Topogramms wählt das System dann die optimale Röhrenspannung und den entsprechenden mAs-Referenzwert aus. Sollte der KV-Wert im Vergleich zur ursprünglichen Eingabe reduziert werden, erhöht sich das mAs-Produkt, um das Rauschen bzw. Signal-Rausch-Verhältnis „auszugleichen“. Insbesondere in der Pädiatrie und bei schlanken Patienten kann man auf diese Weise die Dosis reduzieren. Sehr hilfreich ist die Technik aber auch bei Kontrastmitteluntersuchungen, da man bei geringeren KV-Werten die Jod-Kontrastmittel-Kante (bei ca. 33 keV) im Sinne einer höheren Absorption (eines höheren Kontrastes) besser ausnutzen kann. Man kann aber nicht generell sagen, dass die moderne CT-Diagnostik jetzt - im Gegensatz zu früheren Untersuchungen - mit niedrigeren Röhrenspannungen durchgeführt wird. Das durch KV-Erhöhung bewirkte vergrößerte Detektorsignal hat auch Vorteile, so z.B. bei CT-Untersuchungen an dicken Objekten (z.B. bei adipösen Patienten). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Tim Stalljohann schrieb am 12.03.2014 - 19:47 Uhr:
Frage:2188 BETREFF: Strahlenschutz mobile Röntgengeräte
Hallo liebes Forum, ich mache zur Zeit eine Fortbildung zum Medizintechniker. Ich wollte mal Fragen, ob ihr mir ein paar Tipps zu dem Thema Strahlenschutz bei mobilen/ortsveränderbare Röntgengeräte geben könnt? Speziell was man beachten muss bzw. wie man dabei vorgeht? Vielen Dank schonmal:)


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stalljohann, an sich ist es nicht Aufgabe des Forum RöV in Sachen Aus- und Weiterbildung Lehrinhalte zu erstellen, die man auch aus schon vorhandenen Texten (vielleicht nicht immer einfach - das gebe ich zu) aus Lehrbüchern, Publikationen, Herstellerprospekten, Internet, etc. entnehmen kann. Aber da dies, wie Sie schreiben, ein ´liebes´ Forum ist und das, was Sie wissen wollen, wirklich nicht so ganz einfach zu finden ist, hier ein diesbezüglicher Vorschlag: Gehen Sie auf die Startseite des Forum RöV und klicken Sie den Link ´7. Richtlinien/BMU Schreiben´ an. Dort finden Sie in der sich öffnenden Liste mit Datum vom 25.08.2011 die ´Konsolidierte Fassung der SV-RL´. Nach dieser Richtlinie müssen Röntgengeräte vor ihrer Inbetriebnahme von Sachverständigen überprüft werden. Man findet in der Richtlinie Checklisten, die der Sachverständige bei seiner Prüfung abarbeiten muss und die daher Auskunft geben, welche technischen Anforderungen, um jetzt auf Ihr Anliegen einzugehen, auch ein mobiles Aufnahmegerät erfüllen muss. Gehen Sie auf ´Prüfberichtsmuster 2.2.1 - Aufnahmegeräte´. Dieses Berichtsmuster betrifft sowohl die stationären als auch die mobilen Geräte. Es gibt die Abschnitte D bis H, in denen die einzelnen Prüfpositionen aufgeführt sind, von denen viele (nicht alle!) auch die mobilen Geräte betreffen. Die dafür wichtigsten Positionen: D01, D05, Abschnitt E, F01 - F05, F09 - F15, F17, F18, G02, G05, H02 - H03a, H04 - H07a, H13, H14, H16, H17, H23. Ich denke, das gibt Ihnen ein ersten Eindruck, was an diesen Geräten strahlenschutzmäßig zu beachten ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ina Reher schrieb am 12.03.2014 - 18:27 Uhr:
Frage:2187 BETREFF: dokumentierte Ersteinweisung über Strahlenschutz?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Abteilung erfolgt bei neuen Mitarbeitern oder Inbetriebnahme von neuen Röntgengeräten gemäß §18 RÖV eine dokumentierte Ersteinweisung. Gibt es auch eine Pflicht, eine besondere, gesonderte Ersteinweisung über den Strahlenschutz durchzuführen -zusätzlich zur jährlichen Strahlenschutzunterweisung? Im §33 habe ich darüber gelesen, hier steht: ´beim Zutritt zum Kontrollbereich´. Das könnte ja auch bedeuten, dass erfahrene Kollegen die ´Geflogenheiten´ in einem Kontrollbereich bekannt sind. Müsste diese Einweisung besonders dokumentiert werden? Oder/und reicht die dokumentierte Ersteinweisung nach §18? Freue mich über Ihre Antwort! Herzlichen Dank und beste Grüße, IR


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Reher, zunächst einmal muss man loben, dass in Ihrer Abteilung diese Einweisung offensichtlich konsequent durchgeführt wird. Ist leider nicht überall so. Die Notwendigkeit einer davon unabhängigen Ersteinweisung, die sich nur mit Fragen und Problemen des Strahlenschutzes beschäftigt, kann ich aus der RöV nicht herauslesen. Ich meine aber, dass die o.g. Ersteinweisung nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV den Strahlenschutz mit einbeziehen müsste. Es gibt ja noch die Pflicht nach § 18 Abs. 2 RöV, schriftliche Arbeitsanweisungen zu erstellen. Auch hier müsste auf Strahlenschutzaspekte eingegangen werden. Sowohl über die Ersteinweisung als auch über die Arbeitsanweisungen müssern Aufzeichnungen angefertigt werden. Haben Sie sich mit ´§ 33´ nicht vertan? Sie meinen doch wahrscheinlich ´§ 36´ (Unterweisung), oder? An sich sollte man die Ein- und Anweisungen des § 18 RöV von der Unterweisung des § 36 RöV trennen, vor allem weil die Unterweisung regelmäßig (jährlich) durchgeführt werden muss und alle (erfahrenen und weniger erfahrenen) Mitarbeiter/innen betrifft, die als Assistenzpersonal oder Ärzte tätig sind (Erstellung der rechtfertigende Indikation, Anwendung von Röntgenstrahlung einschließlich Befundung, technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung einschließlich der Auslösung der Strahlung, Aufenthalt im Kontrollbereich aus welchen Gründen auch immer). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alex Riemer schrieb am 12.03.2014 - 13:25 Uhr:
Frage:2186 BETREFF: 2181 und 2182
Lieber Herr Prof Ewen, Ich freue mich, dass Sie bestätigen, dass Blei in den KV Bereichen, in denen wir im CT und Röntgen Arbeiten, ausschließlich der Photoeffekt zum tragen kommt. In meinem Artikel habe ich lediglich gesagt, dass die eingestellte KV am CT ( z.B. 120 kV ) lediglich die Peak KV beschreibt und der größte Teil des Spektrums bei ca. 60 bis 80 KV liegt. Ich empfehle auch im CT Bleigummiabdeckungen zu verwenden. Nun noch eine Frage. Die Bleigummiabdeckungen bestehen, so sagte man mir, heute nicht mehr aus Blei, sondern aus anderen Materialien. Wissen Sie welche das sind und welche Ornungszahl diese haben? Vielen Dang und Ganz liebe Grüße Alex Riemer


1. Antwort: Hallo Herr Riemer, es ist prinzipiell richtig, was Sie zum Spektrum der aus einer Röhre emittierten Röntgenbremsstrahlung geschrieben haben. Nur wenn ich zwei Kleinigkeiten verbessern darf: Der Begriff ´Peak KV´ müsste durch ´Maximalenergie der Röntgenstrahlung (in keV)´ ersetzt werden und statt der Wortfolge ´der größte Teil des Spektrums bei ca. 60 bis 80 kV´ müsste es heißen ´die mittlere (effektive) Energie der Röntgenstrahlung bei ca. 60 bis 80 keV´. Zu Ihrer Frage: Es gibt in der Tat heutzutage auch Schutzkleidung, in der andere Elemente (ganz oder teilweise) die Rolle des Blei übernommen haben. Aber keineswegs ist es so, dass Materialien, die Blei (Ordnungszahl Z = 82) enthalten, nicht mehr benutzt würden. Ein Beispiel für ein anderes Material ist Wismut (Z = 83). Ein gewisser Nachteil von Elementen hoher Ordnungszahlen wie Blei und Wismut ist, dass die Energien der sog. K-Kanten, also dort, wo eine besonders effektive Absorption erfolgt, ziemlich hoch liegen (um 90 keV)und damit, je nach Röhrenspannung, oft schon ein wenig jenseits der o.g. mittleren (effektiven) Energie der Röntgenstrahlung. Aus diesem Grund hat man andere Elemente mit geringeren Z-Werten einbezogen, z.B. Zinn mit Z = 50 und einer Energie der K-Kante von etwa 30 keV. Natürlich gibt es Diskussionen um die Effektivität dieser bleiarmen oder sogar bleifreien Schutzkleidung, in denen die Vor- und Nachteile dieser Materialien hin- und hergehen. Letztendlich spielt dabei die bei einer Röntgenuntersuchung eingestellte Röhrenspannung eine sehr wichtige Rolle (s. oben). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Volker Schmidt schrieb am 11.03.2014 - 10:27 Uhr:
Frage:2185 BETREFF: Anfrage 2183
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Vielen Dank für Ihre geschätzte Stellungnahme zu meiner Frage. Leider muss ich nochmal nachhaken, da mir die Anforderung an die Person/Angestellten vor Ort (den Techniker, der die Massnahme - Wartung, Reparatur, Installation - durchführt) nicht ganz klar ist, denn es ist ja nicht jeder Techniker ein Strahlenschutzbeauftragter - oder lese ich Ihre Ausführungen richtig, dass es gefordert ist, dass ein Techniker als SSB fungiert (mit eingeschränktem Entscheidungsrahmen)? Dies würde bedeuten, dass der Techniker, der arbeiten am Röntgengerät durchführt, eine Fachkunde benötigt - und dass er auch schriftlich bestellt werden müsste. Vielen Dank vorab - viele Grüsse Volker Schmidt


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schmidt, Ihre Nachfrage ist durchaus berechtigt, denn in der Tat muss nicht jeder Techniker einer kleinen Gruppe, die vor Ort tätig wird, Strahlenschutzbeauftragter (mit eingeschränktem Entscheidungsbereich) sein. Wenn also z.B. mehrere Mitarbeiter/innen einer Firma im Außendienst an einem bestimmten Ort zusammen im Sinne des § 6 RöV tätig sind, reicht es aus, wenn eine Person davon als SSB fungiert und dafür die entsprechende Fachkunde im Strahlenschutz aufweist. Ist aber der Arbeitsablauf bei einer bestimmten Firma so organisiert, dass der Außendienst vor Ort nur von einer Person durchgeführt wird, dann muss diese als ´SSB vor Ort´ auch die entsprechende Fachkunde im Strahlenschutz besitzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Melanie schrieb am 11.03.2014 - 09:33 Uhr:
Frage:2184 BETREFF: Bereitschaftsdienst
Hallo, ich bin Arzthelferin. Ich arbeite in einer rad. Praxis im KH. Da wir die stat. Pat. mit untersuchen müssen, müssen wir auch Bereitschaftsdienste leisten. Im Dienst müssen wir röntgen und auch CT´s fahren. Unser diensthabende Radiologe ist tel. erreichbar und kann sich die Aufn. von zu Hause aus ansehen. Ist allerdings nicht vor Ort. Es können jederzeit aber auch Polytraumen oder Angios von uns verlangt werden. Da einige von uns Angst haben einen Dienst alleine zu machen, sind wir zu zweit. Doch nur eine von uns darf sich die Stunden aufschreiben. Die andere Kollegin ist also umsonst da. Meine Frage ist eigentlich: Ist es überhaupt erlaubt uns Arzthelferinnen Dienst machen zu lassen? Oder kann man da gerichtlich vorgehen? Wie ist denn eigentlich die gesetzliche Lage? Mit freundlichen Grüßen, Melanie


1. Antwort: Hallo Melanie, zunächst untertelle ich mal, dass Sie und Ihre Kolleginnen, soweit alle MFAs (z.B. Arzthelferinnen) sind und Röntgenuntersuchungen im Sinne des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV technisch durchführen, die Kenntnisse im Strahlenschutz besitzen (also den sog. Röntgenschein haben) und die Kenntnisse jeweils fristgemäß aktualisiert haben. Dann dürfen Sie Röntgenuntersuchungen technisch durchführen, also im normalen oder Bereitschaftsdienst Patienten untersuchen (aber nicht die Indikation stellen und nicht befunden!). Aber jetzt kommt ein wichtiger Punkt: Diese technische Durchführung darf Ihrerseits nur geschehen, wenn dabei seitens eines Arztes mit der erforderlichen (!) Fachkunde im Strahlenschutz die ständige Aufsicht und Verantwortung gegeben ist. Das wird von der Behörde so interpretiert: Dieser Arzt muss sich auf dem Klinik- bzw. Krankenhausgelände, also sozusagen im Haus aufhalten. Bei sich zu Hause sein oder, noch schlimmer, nicht erreichbar sein erfüllt nicht die Forderung der RöV nach ständiger Aufsicht und Verantwortung. Sie dürfen demnach als Arzthelferin Ihren Dienst nicht ´alleine machen´, wenn Sie im o.g. Sinne Röntgenuntersuchungen durchführen. Wie es in Ihrem Haus mit der Stellung der rechtfertigenden Indikation seitens eines entsprechend fachkundigen Arztes steht, der dabei am Ort des Patienten sein muss, will ich mal gar nicht hinterfragen. Denn das fällt formal nicht in Ihren Zuständigkeitsbereich. Es ist sicherlich erlaubt, dass Arzthelferinnen in der Röntgendiagnostik Dienst machen dürfen (bzw. müssen), aber nicht in der Weise, wie Sie das hier beschrieben haben (also ´alleine im Haus´). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Volker Schmidt schrieb am 10.03.2014 - 12:34 Uhr:
Frage:2183 BETREFF: Technische Massnahmen an Röntgengeräten - Fachkunde notwendig?
Sehr geehrte Damen und Herren! Die RoeV gibt in §6 vor, dass ein Unternehmen, welches sich geschäftsmässig im Röntgenservice (Technischer Service (Reparaturen, Wartung) an Röntgengeräten für die Bildgebung) dies vor Aufnahme der Tätigkeit bei der entsprechend zuständigen Behörde anzuzeigen hat. Die Anforderung an die durchführende Person (Techniker/technischer Mitarbeiter vor Ort) habe ich in der Röntgenverordnung nicht gefunden - wann ist eine Fachkunde entsprechend der FK Richtlinie erforderlich - und welche Massnahmen könnten von einem Techniker ohne die entsprechende Fachkunde durchgeführt werden - kann man das überhaupt abgrenzen? Gibt es für die Einordnung ´Fachkunde erforderlich´ eine Textstelle in einem Gesetz/Verordnung, aus der man dies ableiten/darlegen kann? Vielen Dank vorab und viele Grüsse Volker Schmidt


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schmidt, ich gebe zu, dass Ihre Unsicherheit im Zusammenhang mit der Durchführung des § 6 RöV nicht ganz unberechtigt ist, weil man, wie oft in rechtlichen Texten (nicht nur in der RöV), die Zusammenhänge erst nach mehrmaligem Lesen erkennen kann. Also: Nach § 6 Abs. 1 RöV muss eine natürliche oder rechtliche Person bei der zuständigen Behörde anzeigen, wenn sie geschäftsmäßig Röntgeneinrichtungen prüft, erprobt, wartet oder instandsetzt. Diese Anzeige ist nach § 6 Abs. 1 Satz 3 RöV nicht erforderlich, wenn bei diesen Tätigkeiten keine Röntgenstrahlung eingeschaltet werden muss oder keine Strahlenschutzmaßnahmen notwendig sind. Da haben Sie schon Ihre Abgrenzung. Nach § 6 Abs. 2 RöV ist der Behörde im Rahmen der Anzeige nachzuweisen, dass die Bestimmungen des § 3 Abs. 2 Nrn. 3 bis 5 RöV erfüllt sind (Strahlenschutzbeauftragte mit Fachkunde im Strahlenschutz, sonst Tätige mit Kenntnissen im Strahlenschutz, Einhaltung des Standes der Technik). Zu den Mitarbeitern vor Ort, also dort, wo geprüft, ... werden soll: Der Strahlenschutzbeauftragter z.B. einer betreffenden Servicefirma hat ja in der Regel keine Möglichkeit, die im Außendienst tätigen Mitarbeiter strahlenschutzmäßig zu überwachen und zu kontrollieren. Also muss man dort Strahlenschutzbeauftragte benennen, die diese Funktion vor Ort (also mit einem dafür notwendigen, aber sicherlich nur eingeschränkten Entscheidungsbereich) zu erfüllen haben. Das kann aus § 13 Abs. 2 Satz 1 RöV rechtlich abgeleitet werden: ´Soweit dies für den sicheren Betrieb notwendig ist, hat der Strahlenschutzverantwortliche (also z.B. der Firmeninhaber) für die Leitung oder Beaufsichtigung dieses Bereiches (z.B. dort, wo der Außendienst stattfindet) die erforderliche Zahl von Strahlenschutzbeauftragten schriftlich zu bestellen.´ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  anche merker schrieb am 07.03.2014 - 11:17 Uhr:
Frage:2182 BETREFF: Anfrage 2181
Sowohl Herr Dr. Nagel, als auch Axel Riemer (dvta/2/2014) gehen in ihren Arbeiten auf den Begriff Hartstrahltechnik ein. Beide nehmen Bezug auf die Auswirkung von Strahlung über 100 kV. Herr Dr.Nagel geht davon aus, dass die im Körper entstehenden Streustrahlen durch den aufliegenden Pb Schutz gefangen werden, und somit den Patienten belasten. Axel Riemer wendet Pb Schutz ausschließlich im kV Bereich unter 80 kV an, da auch er davon ausgeht,dass der kV Bereich über 100 zu schädlicher Streustrahlung im Patienten und im Raum führt. Ihre Antwort,´ Strahlenschutz in jedem Fall´,unabhängig von der Energie der Srahlung,befremdet mich. Meine Frage,ob ein Pb Schutz für SD und Thorax angelegt werden soll,wenn Untersuchungen am Schaedel im CT gefahren werden, besteht leider weiter. Mit freundlichen Grüßen, Anche Merker P.S. eine Dosisreduktion unserer Protokolle ist aus Qualitaetsgruenden nicht möglich.


1. Antwort: .... wir können alle die Physik nicht ändern (Dr. Nagel nicht, Herr Riemer nicht und ich auch nicht): Blei ist ein Element mit hoher Ordnungszahl und damit sehr wirkungsvoll für das Auftreten von Photoeffekten. Durch Photoeffekte, die umso effektiver auftreten je höher die Ordnungszahl des abschirmenden Materials ist, wird die Röntgenstrahlung in bleihaltiger Schutzkleidung besonders gut ´gefangen´ (absorbiert). Der negative Effekt, den Sie hier anführen, wird durch Streustrahlung über den Comptoneffekt verursacht. Dieser ist aber nicht sehr stark von der Ordnungszahl eines Materials abhängig und daher z.B. bei Blei in Relation zum Photoeffekt fast vernachlässigbar. Zugegebenerweise nimmt das Auftreten von Photoeffekten mit der Energie der Röntgenstrahlung (und damit mit höheren KV-Werten) ab. Aber nicht so drastisch, als dass sich bei Hartstrahltechnik die Verhältnisse praktisch umkehren würden, und die Streuung gegenüber der Absorption bevorzugt wäre. Also muss Sie das nicht befremden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anche Merker schrieb am 05.03.2014 - 23:43 Uhr:
Frage:2181 BETREFF: Strahlenschutz im CT
Sehr geehrte Damen und Herren, ´Pb-Schutz im CT ist über 100 kV nicht sinnvoll, sogar schädigend, da die Streustrahlen im Körper verbleiben.´... und...´Pb Schutz unter 90 kV im CT ist sinnvoll und erforderlich´ Sind diese Thesen zutreffend? Da unsere Untersuchungsprotokolle alle deutlich über 100 kV aus Bildqualitätsgründen gefahren werden stellt sich mir die Frage, ob überhaupt ein Pb Schutz im Arbeitsraum angeboten werden sollte, um keine Schäden zu provozieren. Beispiel Schädel, NNH, Felsenbein...Beim Anlegen des Schilddrüsenschutzes fährt das Topo über den Schutz. Bei 80 kV eineEchter Schutz. Während der Schädeluntersuchung bei über 100 kV wird die Streustrahlung im Körper(SD) gefangen. Also ist das eher eine Erhöhung der Dosis für den Patienten,... Frage: wann ist Strahlenschutz im CT sinnvoll? Mit freundlichen Grüßen Anche Merker


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Merker, Entwarnung: Wenn Streustrahlung aus dem Körper des Patienten austritt und dann auf einen bleihaltigen Patientenschutz trifft, dann wird sie nicht wieder - wie hin und wieder angenommen - von dort aus in den Körper zurückgestreut. Bleihaltige Schutzmaterialien absorbieren viel (was sinnvoll ist) und streuen wenig (was auch sinnvoll ist). An diesem grundsätzlichen physikalischen Verhalten ändert sich auch nichts, wenn die Röhrenspannung 100 kV übersteigt. Also, die Meinung, dass bleihaltige Patientenschutzmittel durch Rückstreuung die Patientendosis erhöhen würden, ist ein Märchen. Viele Grüße K. Ewen



  Martin Mohra schrieb am 04.03.2014 - 12:31 Uhr:
Frage:2180 BETREFF: Fachkunde
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, stimmt es, dass Ärzte die vor 1988 ihre Approbation erhalten haben, automatisch die Fachkunde besitzen und wie ist es mit deren Fortbildungen? MfG Martin Mohra


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mohra, Ärzte, die ihre ärztliche Prüfung vor dem 1.1.1988 nach dem 4. oder 6. Abschnitt der Approbationsordnung von 1970 abgelegt haben, verfügten auch ohne besondere Bescheinigung irgendeiner Stelle oder Behörde über die Fachkunde im Strahlenschutz für die konventionelle Röntgendiagnostik (nicht CT). Diese Fachunde gilt fort, wenn diese Ärzte vor dem 1.1.1988 Röntgenstrahlung angewendet und vor dem 1. Juli 2005 erstmalig und dann alle fünf Jahre regelmäßig aktualisiert haben. Diese Regelung ergibt sich aus den Übergangsvorschriften (Paragraph 45) der Röntgenverordnung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kati Engelhardt schrieb am 01.03.2014 - 20:58 Uhr:
Frage:2179 BETREFF: Röntgeneinheit in Privaträumen
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich hörte kürzlich davon, dass ein Tierarzt ein mobiles Röntgengerät bei Hausbesuchen einsetzt. Bisher war ich der Meinung, medizinische Strahler wären auf die entsprechenden (abgenommenen) Einrichtungen beschränkt - gilt das nur in der Humanmedizin? ...und nach welchen Spezifikationen gilt so ein Gerät als ´sicher´ genug, um in (beliebigen?) privaten Wohnräumen eingesetzt werden zu dürfen? Vielen Dank und freundliche Grüße, K.Engelhardt, MTRA


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Engelhardt, grundsätzlich gilt, dass eine Röntgeneinrichtung nur in einem Röntgenraum betrieben werden darf, der von einem Sachverständigen entsprechend überprüft wurde und der explizit als solcher benannt ist. Ausnahmen von diesem Grundsatz sind nur zulässig, wenn die Behörde ´genehmigt oder gestattet´ hat, dass die Röntgeneinrichtung außerhalb eines Röntgenraumes, also auch in privaten Wohnräumen, betrieben werden darf (§ 20 Abs. 3 Nr. 3 und 4 RöV) oder in der Medizin/Tiermedizin, ´wenn es der Zustand oder die Größe der zu untersuchenden Person oder des zu untersuchenden Tieres dies zwingend erfordert´ (§ 20 Abs. 2 RöV). Natürlich muss der Strahlenschutz, wie auch immer realisiert, jeweils gesichert sein. Diese Voraussetzung für den mobilen Betrieb gilt allerdings nur bei den beschriebenen Einzelfällen und ihre Gültigkeit ist auf Verlangen z.B. seitens der Behörde durch den Arzt oder Tierarzt auch nachzuweisen. Eine Genehmigung/Gestattung, dass eine Röntgeneinrichtung zur Untersuchung von Tieren generell, also nicht nur für explizit benannte Einzelfälle, für den Betrieb außerhalb eines Röntgenraumes zugelassen wird, ist behördlicherseits kaum vorstellbar. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Helmut Spötzl schrieb am 01.03.2014 - 13:21 Uhr:
Frage:2178 BETREFF: Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es Erfahrung mit Teleradiologie trotz fehlender Genehmigung nach RöV ? Welche Problemfelder bzw. welche Sanktionen wären zu erwarten (nur Notfall- CT aller Körperregionen, technischen Durchführung ausschließlich durch angelernte Arzthelferinnen). Wie hoch schätzen Sie die Dunkelziffer ? Mit freundlichen kollegialen Grüßen Dr. Helmut Spötzl


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Spötzl, wie Sie wissen, ist die Durchführung teleradiologischer Maßnahmen nach § 3 Abs. 4 RöV genehmigungspflichtig. Daher muss man erwarten, dass der Schwerpunkt Ihrer Fragen besser bei den zuständigen Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden aufgehoben wäre, denn diese haben ja die Aufgabe, erkennbaren Problemen mit der Teleradiologie nachzugehen und ggf. mit Sanktionen zu begegnen. Meine Antworten zu Ihren Fragen hier im Forum RöV entsprechen nicht der einfachen Weitergabe eines behördlichen Statements zur Durchführung der Teleradiolgie, sondern resultieren aus der Tatsache, dass ich das administrative Geschehen rund um die RöV über die mir verfügbaren Kanäle auch ein wenig mitverfolge. Zunächst einmal: Eine spezielle ´Notfall-CT-Teleradiologie´ mit möglicherweise von den Vorgaben des § 3 Abs.4 abweichenden Regelungen (beispielsweise wäre fälschlicherweise vorstellbar, dass der ´Teleradiologe´ nicht über die gesamte Fachkunde im Strahlenschutz verfügt sondern nur für die Notfalldiagnostik) gibt es nicht. Dann: Die technische Durchführung kann nun mal nicht von einer Arzthelferin erledigt werden (§ 3 Abs. 4 Nr. 2 RöV), auch wenn sie noch so gut ist. Weiter: Wenn man ohne Genehmigung Teleradiologie betreibt, handelt man ja gegen die Vorschriften der RöV. Ist dann die Stellung der rechtfertigenden Indikation (§ 3 Abs. 4 Nr. 1 RöV) überhaupt noch legal? Frage an einen Juristen! Sanktionen? Frage an die zuständigen Behörden! Zur ´Dunkelziffer´: Das Land NRW hat vor nicht allzu langer Zeit eine Aktion durchgeführt ´Röntgenuntersuchungen während Nacht- und Wochenenddiensten´, im Rahmen derer auch teleradiologische Anwendungen kontrolliert wurden. Die Ergebnisse dieser Überprüfungen können im Internet aufgesucht werden:http//www.nrw.de/landesregierung/arbeitsschutz-kontrolliert-127-roentgeneinrichtungen-in-nrw-14541/ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Fr.Trapp schrieb am 28.02.2014 - 16:25 Uhr:
Frage:2177 BETREFF: Aktualisierungskurse mit Kenntnissen und Fachkunde Personal MFA/ MTRA
Guten Tag Herr Prof. Ewen. Die Aktualisierung für das medizinische Personal soll alle 5 Jahre regelmäßig nach der RÖV erneuert werden. Darüber erhält man eine Bescheingiung. Der Kurs dauerte 8 Stunden und ist für Ärzte, MPE und MTRA nach § 18 a Abs, 2 RÖV Fachkunde im Strahlenschutz ausgeschrieben. Für beide Berufsgruppen wurden Bescheinigungen zur Aktulisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ausgestellt. Für mich stellt sich nun die Frage hätte man als MFA einen anderen Kurs besuchen müssen. Ist das so in Ordnung für die Behörde.Vielen Dank.




  Fr.Trapp schrieb am 28.02.2014 - 16:25 Uhr:
Frage:2176 BETREFF: Aktualisierungskurse mit Kenntnissen und Fachkunde Personal MFA/ MTRA
Guten Tag Herr Prof. Ewen. Die Aktualisierung für das medizinische Personal soll alle 5 Jahre regelmäßig nach der RÖV erneuert werden. Darüber erhält man eine Bescheingiung. Der Kurs dauerte 8 Stunden und ist für Ärzte, MPE und MTRA nach § 18 a Abs, 2 RÖV Fachkunde im Strahlenschutz ausgeschrieben. Für beide Berufsgruppen wurden Bescheinigungen zur Aktulisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ausgestellt. Für mich stellt sich nun die Frage hätte man als MFA einen anderen Kurs besuchen müssen. Ist das so in Ordnung für die Behörde.Vielen Dank.


1. Antwort: Antwort: siehe Nr. 2172. K. Ewen



  Fr.Trapp schrieb am 28.02.2014 - 16:25 Uhr:
Frage:2174 BETREFF: Aktualisierungskurse mit Kenntnissen und Fachkunde Personal MFA/ MTRA
Guten Tag Herr Prof. Ewen. Die Aktualisierung für das medizinische Personal soll alle 5 Jahre regelmäßig nach der RÖV erneuert werden. Darüber erhält man eine Bescheingiung. Der Kurs dauerte 8 Stunden und ist für Ärzte, MPE und MTRA nach § 18 a Abs, 2 RÖV Fachkunde im Strahlenschutz ausgeschrieben. Für beide Berufsgruppen wurden Bescheinigungen zur Aktulisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ausgestellt. Für mich stellt sich nun die Frage hätte man als MFA einen anderen Kurs besuchen müssen. Ist das so in Ordnung für die Behörde.Vielen Dank.


1. Antwort: Antwort: siehe Nr. 2172. K. Ewen



  Fr.Trapp schrieb am 28.02.2014 - 16:25 Uhr:
Frage:2175 BETREFF: Aktualisierungskurse mit Kenntnissen und Fachkunde Personal MFA/ MTRA
Guten Tag Herr Prof. Ewen. Die Aktualisierung für das medizinische Personal soll alle 5 Jahre regelmäßig nach der RÖV erneuert werden. Darüber erhält man eine Bescheingiung. Der Kurs dauerte 8 Stunden und ist für Ärzte, MPE und MTRA nach § 18 a Abs, 2 RÖV Fachkunde im Strahlenschutz ausgeschrieben. Für beide Berufsgruppen wurden Bescheinigungen zur Aktulisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ausgestellt. Für mich stellt sich nun die Frage hätte man als MFA einen anderen Kurs besuchen müssen. Ist das so in Ordnung für die Behörde.Vielen Dank.


1. Antwort: Antwort: siehe Nr. 2172. K. Ewen



  Fr.Trapp schrieb am 28.02.2014 - 16:25 Uhr:
Frage:2172 BETREFF: Aktualisierungskurse mit Kenntnissen und Fachkunde Personal MFA/ MTRA
Guten Tag Herr Prof. Ewen. Die Aktualisierung für das medizinische Personal soll alle 5 Jahre regelmäßig nach der RÖV erneuert werden. Darüber erhält man eine Bescheingiung. Der Kurs dauerte 8 Stunden und ist für Ärzte, MPE und MTRA nach § 18 a Abs, 2 RÖV Fachkunde im Strahlenschutz ausgeschrieben. Für beide Berufsgruppen wurden Bescheinigungen zur Aktulisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ausgestellt. Für mich stellt sich nun die Frage hätte man als MFA einen anderen Kurs besuchen müssen. Ist das so in Ordnung für die Behörde.Vielen Dank.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Trapp, mit erfolgreichem Besuch des Aktualisierungskurses für Ärzte und MTRAs nach RöV (8 Stunden) kann auch ein/e MFA seine/ihre Kenntnisse im Strahlenschutz aktualisieren. Nur umgekehrt geht es nicht: Ärzte/MTRA können nicht durch Besuch eines ´Kenntniskurses´ aktualieren. Viele Grüße K. Ewen



  Fr. Trappel schrieb am 28.02.2014 - 16:25 Uhr:
Frage:2173 BETREFF: Aktualisierungskurse mit Kenntnissen und Fachkunde Personal MFA/ MTRA
Guten Tag Herr Prof. Ewen. Die Aktualisierung für das medizinische Personal soll alle 5 Jahre regelmäßig nach der RÖV erneuert werden. Darüber erhält man eine Bescheingiung. Der Kurs dauerte 8 Stunden und ist für Ärzte, MPE und MTRA nach § 18 a Abs, 2 RÖV Fachkunde im Strahlenschutz ausgeschrieben. Für beide Berufsgruppen wurden Bescheinigungen zur Aktulisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ausgestellt. Für mich stellt sich nun die Frage hätte man als MFA einen anderen Kurs besuchen müssen. Ist das so in Ordnung für die Behörde.Vielen Dank.


1. Antwort: Antwort: siehe Nr. 2172. K. Ewen



  Frank Hornung schrieb am 27.02.2014 - 01:17 Uhr:
Frage:2171 BETREFF: Ergänzung zu Frage 2170
DIN 6868-161 D Auszug 4 Durchführung der ABNAHMEPRÜFUNG 4.1 Allgemeines Geräte für DENTALE DIGITALE VOLUMENTOMOGRAPHIE können sich in grundsätzlichen Konstruktionsmerkmalen unterscheiden. Die Optimierung der Systeme an unterschiedlichen Aufgabenstellungen führt zur unterschied-lichen Bewertung von Parametern wie Dosis, Rauschen und Auflösung. Diese Parameter können dem-entsprechend nicht mit einheitlichen Grenzwerten versehen werden. Um eine angemessene Überwachung der Geräte zu erreichen, müssen spezifische Indikatoren eingeführt werden, die quantifizierbare System-parameter in angemessener Weise kombinieren und eine möglichst gerechte Beurteilung der Systeme ermöglichen. Die Prüfpositionen werden teilweise durch Auswertung von Prüfkörperaufnahmen überprüft. Der PRÜFKÖRPER ist im Folgenden beschrieben. Er ist so zu positionieren, dass die zur Bestimmung der Auflösung nach 4.3.5 vorgesehenen Strukturen des Prüfkörpers dargestellt werden. Dabei werden die Expositionsparameter nach Herstellerangabe für einen Standardpatienten verwendet und eine Aufnahme erstellt. Die Aufnahmeparameter sind zu dokumentieren. Die Auswertungen müssen am ORIGINALDATENSATZ erfolgen. 4.3.4.2 Anforderung Der Wert für die Ortsauflösung der Rekonstruktion wird mit der Herstellerangabe verglichen und dokumentiert. Der Wert muss innerhalb des vom HERSTELLER angegebenen Toleranzbereiches liegen. 4.3.5.2 Anforderung Der AUFLÖSUNGSINDIKATOR 50 wird dokumentiert. Der AUFLÖSUNGSINDIKATOR 10 muss ≥ 1 Lp/mm sein. DIN 6868-150:2013-06 7.19 Linienpaar-Auflösungsvermögen 7.19.1 Anforderungen Das LINIENPAAR-AUFLÖSUNGSVERMÖGEN RGR darf unter den festgelegten Bedingungen die GRENZWERTE der Tabellen 6 bis 8 nicht unterschreiten.
Dateianhang: anzeigen

1. Antwort: Antwort: Siehe Frage 2170! K. Ewen



  Frank Hornung schrieb am 27.02.2014 - 00:59 Uhr:
Frage:2170 BETREFF: DIN 6868-161 6868-150
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wie sind sog. ´LOW-DOSE-PROTOKOLLE´ für CBCT / DVT im Bereich der Humanmedizin mit der DIN 6868-161 und der neuen DIN 6868-150 vereinbar. Es werden Geräte mit Dosen unter 20µSv bei z.B. FOV 230x160 als sog. ´STANDARD´ bezeichnet. Weiterhin wird vermittelt, dass Aufnahmen mit z.B 96kV 1mA 9s zu ´High-Resolution´ Ergebnissen führen. Resultieren diese Aufnahmen nicht aus dem Verfahren ´GPU-based Fast Low-dose Cone Beam CT Reconstruction via Total Variation´ in dem 40 Projektion durch Interpolation zu eine Gesamtvolumen berechnet werden. Wiederspricht dieses Verfahren nicht der Forderung nach ´1.0-1.2´ Grenzwert für das Lienienpaar-Auflösungsvermögen bei Einrichtungen mit Flachdetektor als Bildempfänger. Auszug aus der DIN 6868-161: 4.3.5.2 Anforderung Der AUFLÖSUNGSINDIKATOR 50 wird dokumentiert. Der AUFLÖSUNGSINDIKATOR 10 muss ≥ 1 Lp/mm sein. Auszug aus der DIN 6868-150:2013-06: 7.19 Linienpaar-Auflösungsvermögen. 7.19.1 Anforderungen Das LINIENPAAR-AUFLÖSUNGSVERMÖGEN RGR darf unter den festgelegten Bedingungen diese GRENZWERTE nicht unterschreiten. Für eine aufklärdende Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar. MFG FRak Hornung ´GPU-based Fast Low-dose Cone Beam CT Reconstruction via Total Variation´ Jia X1, Lou Y, Lewis J, Li R, Gu X, Men C, Song WY, Jiang SB. Abstract: X-ray imaging dose from serial Cone-beam CT (CBCT) scans raises a clinical concern in most image guided radiation therapy procedures. The goal of this paper is to develop a fast GPU-based algorithm to reconstruct high quality CBCT images from undersampled and noisy projection data so as to lower the imaging dose. The CBCT is reconstructed by minimizing an energy functional consisting of a data fidelity term and a total variation regularization term. We develop a GPU-friendly version of a forward-backward splitting algorithm to solve this problem. A multi-grid technique is also employed. We test our CBCT reconstruction algorithm on a digital phantom and a head-and-neck patient case. The performance under low mAs is also validated using physical phantoms. It is found that 40 x-ray projections are sufficient to reconstruct CBCT images with satisfactory quality for clinical purposes. Phantom experiments indicate that CBCT images can be successfully reconstructed under 0.1 mAs/projection. Comparing with the widely used head-and-neck scanning protocol of about 360 projections with 0.4 mAs/projection, an overall 36 times dose reduction has been achieved. The reconstruction time is about 130 sec on an NVIDIA Tesla C1060 GPU card, which is estimated ∼ 100 times faster than similar regularized iterative reconstruction approaches. PMID: 21606579 [PubMed - indexed for MEDLINE]
Dateianhang: anzeigen

1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hornung, hier der Versuch, Antworten auf Ihre nicht ganz einfachen Fragen zu geben, wobei ich direkt deutlich erklären möchte, dass die Antworttexte größtenteils nicht von mir stammen, denn dieses Gebiet ist schon sehr speziell. Aber wichtig ist, dass wir uns im Forum RöV bemühen, auch auf ziemlich kniffelige Fragen Antworten finden. Zur Frage 1): Wie sind sog. ´LOW-DOSE-PROTOKOLLE´ für CBCT / DVT im Bereich der Humanmedizin mit der DIN 6868-161 und der neuen DIN 6868-150 vereinbar und widerspricht das Verfahren ´GPU-based Fast Low-dose Cone Beam CT Reconstruction via Total Variation´, in dem 40 Projektion rechnerisch durch Interpolation zu einem Gesamtvolumen zusammengefasst werden, nicht der Forderung nach ´1.0-1.2 Lp/mm´ als Grenzwert für das Linienpaar-Auflösungsvermögen bei Einrichtungen mit Flachdetektor als Bildempfänger? Antwort zu 1: Solche Geräte sind dann mit der DIN 6868-161 und der neuen DIN 6868-150 vereinbar, wenn diese mit den (optimierten) Expositionsparametern der Abnahmeprüfung und der späteren Konstanzprüfung die DIN-Grenzwerte erfüllen. Persönlicher Kommentar des betreffenden Experten: Die Abnahme- und die Konstanzprüfungen dienen nicht direkt der Festlegung eines Patientenstandards, sondern proklamieren die geforderte Mindestqualität (der Hard- und Software sowie der Bildwiedergabe) des DVT-Gerätes selbst. Natürlich ergeben sich aus diesen messtechnischen Ergebnissen auch Anhaltspunkte für Anwendungsmodalitäten im täglichen Betrieb. Es obliegt dem fchkundigen Arzt/Zahnarzt die Expositionsparameter gemäß der rechtfertigenden Indikation nach dem ALARA-Prinzip anzuwenden. Solche nach individuellen klinischen Gesichtspunkten ausgerichteten Anwendungen der Röntgenstrahlung sind nicht nur legitim, sie sind eine zentrale Diktion des Strahlenschutzes. Zur Frage 2): Ist es erlaubt bzw. überhaupt möglich, dass Geräte mit Dosen unter 20 µSv bei z.B. FOV 230x160 als sog. ´STANDARD´ bezeichnet werden und Aufnahmen mit z. B. 96kV 1mA 9s zu ´High-Resolution´ Ergebnissen führen? Antwort zu 2: Im Sinne des ALARA-Prinzips ist es erlaubt, einen dosisreduzierten Aufnahmemodus (zwangsläufig mit geringer Bildqualität) als STANDARD zu bezeichnen (es kommt auf die Patientenklientel an und ist letztlich eine Frage der Arbeitsanweisungen an das Personal). Problematisch wird es, wenn solche Aufnahmen als eine solche mit höchster Auflösung beworben wird. Die Arbeitshypothese des Feldkamp Algorithmus ist eine ´unendliche´ Anzahl von Projektionen und dem zufolge ist ein Abweichen von dieser mit umso größerer Unschärfe der Ortsauflösung verbunden, je weiter sich die Anzahl der Einzelmessungen reduziert oder, besser gesagt, je größer der Winkel zwischen den Einzelprojektionen ist. Weitere gerätespezifische Faktoren wie Signal-Rausch-Verhältnis des Sensors (mAs), Scanvolumengröße und letztlich Fokus-Sensor-Abstand dürften weitere entscheidende Faktoren für die Ortsauflösung und Speichertiefe des Systems sein. Fazit: Realistisch/mathematisch betrachtet, kann ein Volumen mit einem Durchmesser von 23 cm mit nur 40 Projektionen keine Ortsauflösung von 1 Lp/mm aufweisen. Zur Frage 3): Resultieren diese Aufnahmen nicht aus dem Verfahren ´GPU-based Fast Low-dose Cone Beam CT Reconstruction via Total Variation´ in dem 40 Projektion durch Interpolation zu einem Gesamtvolumen berechnet werden? Antwort zu 3: Diese Frage kann Ihnen nur der Hersteller beantworten; sie ist zwar technisch interessant, aber in diesem Kontext nur dann relevant, wenn das Gerät keine anderen Aufnahmemodalitäten beherrscht, die der DIN 6868-161 und der neuen DIN 6868-150 standhalten. Für einen solchen Fall einer nicht DIN-konformen Gerätevariante müsste unserer Meinung nach der Betreiber eine Genehmigung nach § 3 der RöV beantragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Boris Russ schrieb am 26.02.2014 - 22:42 Uhr:
Frage:2169 BETREFF: Wiederholungsaufnahmen
Guten Abend, Ich hoffe Sie können mir bei dem folgendem Problem helfen. Vor ca 3 Monaten habe ich -MTRA- in einem kleinen ca180 Bettenhaus die Leitung der Röntgenabteilung übernommen (seit 3 Jahren war die Abt. ohne Leitung). Einen Radiologen gibt es leider nicht- und so bin ich für viele Dinge zuständig und verantwortlich. Vor allem die Qualitätsverbesserung der Rö-Bilder (was immer von der Ärztekammer angemahnt wird wurde) wurde mir von der Geschäftsführung als eine wichtige Aufgabe zugetragen. Leider sind u.a. auch die Thoraxaufnahmen der Liegend- Patienten auf der Intensivstation aufgrund der Einstelltechnik sehr schlecht. Heute habe ich mit einer Mitarbeiterin die Aufnahme bei dem knapp 90 jährigem Patienten wiederholt, da auf der ersten Aufnahme ca40% der Lunge nicht abgebildet war. So konnte ich nicht verantworten dieses Bild ´frei´ zu geben . Die Anästhesistin meldete sich später bei mir- mit der Aussage ´das Bild hätte auch so gereicht und man müsse bei derm 90jährigen Pat. auch auf Strahlenschutz achten´ Seit ca 30 Jahren bin ich MTRA , habe immer in großen Kliniken gearbeitet und verstehe wirklich mein Handwerk und kann gute von grenzwertigen bis unbrauchbaren Bilder unterscheiden- Die GF gibt mir viel Spielraum was meine Entscheidungen angeht- die Ärztin möchte mich aber in meinen Entscheidungsbefugnisse beschneiden (ich denke es geht hier um Kompetenzgerangel) Aber was sagt hier das Gesetz ? Muss ich wirklich jd Arzt um Erlaubnis fragen und sein Einverständnis bitten wenn mal eine Aufnahme wiederholt werden muss? Mit freundlichen Grüßen B.Rus


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Russ (oder Rus?), in Ihrem Haus muss sicherlich etwas in der Struktur der Strahlenschutzorganisation verbessert werden. Und das ist Aufgabe des Strahlenschutzverantwortlichen, wer auch immer bei Ihnen diese Position repräsentiert - vielleicht eine Person in der Verwaltung oder Geschäftsführung. Vor dort aus muss festgelegt werden, wer nach § 13 RöV Strahlenschutzbeauftragter ist (Ärzte mit Fachkunde im Strahlenschutz!), wer die rechtfertigende Indikation für Röntgenuntersuchungen nach § 23 RöV stellen darf (ebenfalls Ärzte mit Fachkunde im Strahlenschutz), wer nach § 24 Abs. 1 RöV befunden darf (Ärzte mit Fachkunde oder mit Kenntnissen im Strahlenschutz) und wer nach § 24 Abs. 2 RöV mit der technischen Durchführung der Röntgenuntersuchungen betraut werden darf (unter anderen MTRA und MFA). Mit dem Begriff ´Leitung der Röntgenabteilung´ muss man vorsichtig sein. Diese kann keineswegs ein/e MTRA übernehmen (von Teilbereichen, wie z.B. die Durchführung der Qualitätssicherung nach § 16 RoV, Konstanzprüfungen) abgesehen. Lassen Sie sich nicht in eine Kette von Veranwortlichkeiten integrieren, die Sie gar nicht ausfüllen können und nach RöV auch gar nicht dürfen. Die Beurteilung der medizinischen Aspekte einer Röntgenaufnahme ist Sache der Ärzte und nicht des Assistenzpersonals. Dagegen können die einstellungstechnischen Randbedingungen durchaus von einem/r MTRA kritisiert und entsprechend variiert werden. Wenn 40 % (!) der Lunge nicht bewusst sondern aus reiner Schlampigkeit auf der Aufnahme nicht dargestellt sind, haben Sie als MTRA durchaus das Recht, wenn nicht sogar die Pflicht, das zu kritisieren. Ob Sie allerdings dann ohne Rücksprache mit dem Arzt, der die rechtfertigende Indikation (RI)gestellt hat, eine weitere (korrigierende) Aufnahme erstellen dürfen, möchte ich rein rechtlich bezweifeln. Und in derartigen Fällen nicht ´jeden´ Arzt ansprechen sondern, wie gesagt, denjenigen, der für die Stellung der RI verantwortlich war. Ein ´Kompetenzgerangel´, und das vielleicht auf Kosten der Qualität bzw. letztendlich auf Kosten der Patienten, darf der Strahlenschutzverantwortliche in seinem Haus einfach nicht zulassen, genauso wenig dürfen das die für ihre Bereiche zuständigen Strahlenschutzbeauftragten. Zum Schluss: Die Logik der Anästhesistin, die Herstellung einer kompletten Fehlaufnahme als einen Beitrag zum Strahlenschutz zu interpretieren (reden wir nicht vom Alter des Patienten) entbehrt nicht einer gewissen ´Komik´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Eva Görgen schrieb am 26.02.2014 - 11:19 Uhr:
Frage:2168 BETREFF: Angio Arbeitsplatz
Hallo Herr Professor, darf ein richtiger Angio-/DL-Arbeitsplatz mit intigriertem C-Bogen als Buckyarbeitsplatz genutzt werden? Mir währe das völlig neu- Ich erhalte doch nur Durchleuchtungsbilder


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Görgen, ein ´richtiger´ Angio-Arbeitsplatz mit der heutzutage üblichen C-Bogen-Geometrie ist ein (digitales) bildgebendes System, das man normalerweise sowohl für Durchleuchtungsvorgänge als auch für die Herstellung von Röntgenaufnahmen auf digitales Basis anwendet. Bei beispielsweise kardiologischen, angiographischen oder interventionellen radiologischen Maßnahmen wird man in der Regel den Durchleuchtungs- und Aufnahmemodus je nach Fragestellung wechselweise einsetzen. Aber es spricht zumindest gerätetechnisch nichts dagegen, ein derartiges System auch als Buckyarbeitsplatz zu nutzen. Nur wäre das ziemlich unökonomisch, wenn man die Anschaffungskosten für einen ´reinen´ Buckytisch (Rasteraufnahmetisch) in Relation zu denjenigen eines komplexen Angio-Arbeitsplatz miteinander vergleicht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Nadine Steinhusen schrieb am 25.02.2014 - 19:40 Uhr:
Frage:2167 BETREFF: CT Rufbereitschaft als Arzthelferin
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin Arzthelferin in einer Röntgenpraxis und habe seit 2004 die Fachkunde im Strahlenschutz(120 std). Seitdem bin ich im konventionellen Röntgen tätig und habe bis vor 6 Jahren auch selbstständig CT am Einzeiler gefahren(keine Dienste). Danach bekamen wir ein Mehrzeiler und es hieß, ich darf als Arzthelferin daran nicht mehr arbeiten weil sich die Bestimmungen geändert hätten. Nun jedoch soll ich plötzlich am CT eingearbeitet werden um Rufbereitschaftsdienste mit abzudecken. D.h.ich müsste selbstständig nachts die Notfall-CTs vom angegliederten Krankenhaus fahren ohne dass ein Radiologe vor Ort ist, auch KM CTs. Ist das rechtens? Vielen Dank für die Auskunft


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Steinhusen, wenn Sie Arzthelferin sind, dann haben Sie nicht die Fachkunde sondern die Kenntnisse im Strahlenschutz. Das aber nur als formale Korrektur. Mit Kenntnissen im Strahlenschutz darf eine Arzthelferin Röntgenuntersuchungen technisch durchführen, aber nur unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines im Strahlenschutz fachkundigen Arztes (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Also das muss sein! Ich betone das, weil Sie das Wort ´selbstständig´ hier erwähnt haben. Sie dürfen auch unter den o.g. Voraussetzungen CT-Untersuchungen technisch durchführen - und zwar unabhängig davon, wieviele Zeilen der hat. Aber noch einmal ganz klar: Sie dürfen nicht im Rahmen irgendeiner Rufbereitschaft (nach RöV rechtlich gesehen auch notfallmäßig nicht) ohne die Existenz der genannten ständigen Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes (dieser muss dazu ´im Haus´ sein) eine Röntgenuntersuchung technisch durchführen. Ich will erst gar nicht nach der Stellung der rechtfertigenden Indikation fragen, die ja (siehe § 23 RöV) vom einem fachkundigen Arzt am Ort der Untersuchung, also dort, wo der Patient ist, gestellt werden muss. An der Strahlenschutzorganisation Ihres Hauses muss offensichtlich einiges in Ordnung gebracht werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Manuela Dinklage schrieb am 25.02.2014 - 18:12 Uhr:
Frage:2166 BETREFF: Teleradiologie im Bereitschaftsdienst.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich wurde darüber informiert, das bis zu einem gewissen Zeitpunkt MFA mit Röntgenschein und nachgewiesener langjähriger Berufserfahrung die Genehmigung zur Teilnahme für Teleradiologie im Bereitschaftsdienst beantragen konnten. Leider war ich darüber nicht informiert. Mich würde nun interessieren bis zu welchem Datum dies möglich war. Und welche Stelle dafür zuständig ist. Vielen Dank für Ihre Bemühungen. Mit freundlichen Grüssen Manuela Dinklage


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dinklage, ich weiß nicht, woher bzw. von wem Sie diese Information bekommen haben. Kurze Antwort auf Ihrer Frage: Eine MFA mit ´Röntgenschein´ darf im Rahmen der Teleradiologie im Sinne des § 3 Abs. 4 RöV die Röntgenuntersuchung nicht technisch durchführen - jetzt nicht und früher auch nicht. Den Begriff ´Teleradiologie im Bereitschaftsdienst´ gibt es im Sprachgebrauch der RöV nicht. Sie haben also terminlich nichts verpasst. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Karin Klatt schrieb am 24.02.2014 - 15:29 Uhr:
Frage:2165 BETREFF: einheitliche Dosisindikatoren Radiologie
Sehr geehrter Herr Pro. Ewen, können Sie mir sagen ab wann die Din EN 62494-1 verbindlich für die digitale Bildgebung einzuhalten ist? Vielen Dank für Ihre Bemühungen! Mit freundlichen Grüßen K. Klatt


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Klatt, die Norm DIN EN 62494-1, Medizinische elektrische Geräte - Dosisindikator digitaler Röntgenbildsysteme - Teil 1: Definitionen und Anforderungen für die allgemeine Radiographie (IEC 62494-1:2008); Deutsche Fassung EN 62494-1:2008, wurde im Mai 2010 veröffentlicht und gilt ab diesem Datum in Deutschland. Das bedeutet nicht, dass die Norm eingehalten werden muss, denn die Anwendung von Normen ist nicht verpflichtend. Mir ist nicht bekannt, dass in irgend einem Regelwerk die Norm ´verbindlich für die digitale Bildgebung einzuhalten ist´. Vielleicht ist mit dieser Ihrer Formulierung auch nur die Gültigkeit der Norm gemeint. Wenn Sie mehr erfahren wollen, sprechen Sie bitte den Normenausschuss Radiologie (NAR) an und verweisen Sie dabei auf Ihre Anfrage hier im Forum RöV. Ich kann hier im Forum RöV grundsätzlich keine Telefonnummer oder Mailadresse angeben, aber Sie werden im Internet sicherlich die entsprechenden Informationen erhalten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexander schrieb am 24.02.2014 - 15:27 Uhr:
Frage:2164 BETREFF: Monitore an Mammographiesystemen mit Biopsieeinrichtung
Guten Tag, gibt es einen Grenzwert für die minimale Leuchtdichte solcher Monitore? Für die maximale Leuchtdichte liegt er bei >250 cd/m2, richtig?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Horvat, nach Tab. 3.13 in der jetzt geänderten Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL), die in den nächsten Monaten in Kraft treten wird (es ist noch nicht bekannt, wann genau), muss für Monitore in der mammographische Stereotaxie (Biopsie) die maximale Leuchtdichte > 200 cd/m2 betragen. Für die minimale Leuchtdichte ist nichts festgelegt worden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Katrin schrieb am 24.02.2014 - 14:09 Uhr:
Frage:2163 BETREFF: Kurs zur Aktualisierung der Kenntnisse für OP-Personal?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Nach dem Kurs (20 Stunden) zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz in der Heilkunde für Personen, die ausschließlich einfache Röntgeneinrichtungen auf direkte Anweisung des unmittelbar anwesenden Arztes bedienen erfolgt nach 5 Jahren ein Aktualisierungskurs für Kenntnisse für OP-Personal. Können Sie mir bitte Auskunft über die Stundenanzahl dieses Aktualisierungskurses geben und wo dies im Gesetz verankert ist? Nach meinem Wissensstand beträgt der Kurs zur Aktualisierung 4 Stunden. Vielen Dank für Ihre Unterstützung. MfG Katrin


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Göde, Einzelheiten zur Erlangung von Fachkunde und Kenntnissen im Strahlenschutz sowie zu deren Aktualisierung findet man in der sog. ´Fachkunde-Richtlinie Medizin nach RöV´ (Kurztitel, unter dem Sie aber diese Richtlinie im Internet finden können). Speziell zum ´OP-Personal´, und zwar für diejenigen Personen, deren Tätigkeit bei Röntgenuntersuchungen im Rahmen einer Operation oder Intervention sich auf das Bedienen der Röntgeneinrichtung und dies unter unmittelbarer Aufsicht und Verantwortung eines im Strahlenschutz fachkundigen Arztes beschränkt (siehe Abschnitt 6.3, 3. Absatz in dieser Richtlinie), ist dann in der Anlage 11 der Richtlinie festgelegt, dass zur Aktualisierung deren Kenntnisse im Strahlenschutz eine Kursdauer von 4 Stunden einschließlich Prüfung und praktischer Übungen verlangt wird. Für alle anderen Personen nach § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV müssen die für die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen notwendigen Kenntnisse im Strahlenschutz in einem Kurs von 8 Stunden Dauer aktualisiert werden (siehe ebenfalls Anlage 11 der Richtlinie). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  forer karl Josef schrieb am 23.02.2014 - 21:54 Uhr:
Frage:2162 BETREFF: röntgenschürze reinigen desinfizieren
habe im Operationssaal oft über stunden einen Bleimantel angezogen mich graust es aus hygienischer Sicht her einen solchen anzuziehen gibt es eine firme die solche BLEIMÄntel reinigt und desinfiziert Waschmaschinen oder dergleichen danke für ein remail


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Forer, ich kann Ihr Unbehagen verstehen. Aber ich weiß, ehrlich gesagt, nicht, wie ein Reinigungs- und ggf. Desinfizierungsvorgang fachmännisch bei Röntgenschutzkleidung ablaufen kann bzw. soll. Ich bin aber ziemlich sicher, dass die Hersteller- oder Vertriebsfirmen für Röntgenschutzkleidung dazu etwas sagen können. An sich sollten keine Firmennamen hier im Forum RöV genannt werden, aber so viele gibt es in Deutschland ja auch nicht. So nenne ich beispielsweise zwei Firmen: Dr. Goos-Suprema GmbH und MAVIG GmbH. Die Kontaktdaten beider finden Sie im Internet und sicherlich auch noch andere Firmen, die Sie dort z.B. unter den Stichworten ´Strahlenschutzkleidung, Strahlenschutzzubehör´ aufsuchen können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ralf Stolpe-Jazbinsek schrieb am 22.02.2014 - 22:38 Uhr:
Frage:2161 BETREFF: QS an PETCT (nur PET Anwendungsteil)
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, welche Sach- und Fachkunde ist als Prüfer notwendig, um am PETCT fogendes prüfen zu dürfen: Halbjährliche Durchführung und Dokumentation folgender Konstanz- und Qualitätsprüfungen gemäß Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin sowie nach DIN 6855-4. Kalibrierfaktor und Kreuzkalibrierung, Koinzidenzempfindlichkeit (DQC), Normalisierung, Transversale Auflösung, Bilddokumentation, Abbildungsmaßstab (bauartbedingt nicht erforderlich), Übereinstimmung der Abbildungsebenen beider Teilkomponenten des Systems (Hybrid), Dokumentation der gemessenen Werte. Vielen Dank für Ihre Bemühungen. MfG Ralf Stolpe-Jazbinsek


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stolpe-Jazbinsek, ich hatte Ihnen per Mail die Frage gestellt, ob man bei den von Ihnen aufgeführten Prüfungen an einem PET die Nutzung bzw. den Umgang mit radioaktiven Stoffen (z.B. F 18) benötigen würde. Denn das würde über die Antwort auf Ihre Frage nach der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz entscheiden. Sie hatten zugesagt, mir eine entsprechende Mitteilung zukommen zu lassen. Tun Sie das bitte über eine erneute Anfrage hier im Forum. Denn ich möchte diese noch ausstehende Antwort auf Ihre Frage doch nicht so lange offen lassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  P.Botsch schrieb am 20.02.2014 - 19:17 Uhr:
Frage:2160 BETREFF: Dosisindikator
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, unser Haus verfügt seit 2008 über ein Detektorengerät der FA Philips. Angezeigt wird Dosisindikator EI, der in relativ großen Abstufungen angegeben ist, z.B. 200, 250, 320 usw.. Bei der letzten Überprüfung durch eine Ärztliche Stelle wurden diese Angaben bemängelt, besonders bei den Konstanzprüfungen, bei denen der Dosisindikator tatsächlich jedesmal gleich bei gleichen Aufnahmebedingungen ausfällt. Diese Angaben stehen selbstverständlich so im DICOM- Header und als automatische Übertragung im elektronischen Röntgenbuch. Auf Anfrage bei der ÄSH wurde mir mitgeteilt, auch wenn das wirklich unser übertragener Dosisindikator wäre,dürften wir unter Umständen das Gerät nicht weiter betreiben,wenn wir nicht genau nachweisen könnten wie der EI- wert vom Gerät berechnet wird oder wir den inzwischen gebräuchlichen EIs Wert angeben können. Die FA Philips bearbeitet diese Anfrage bereits und berichtete von mehreren Einrictungen,die das gleiche Problem haben. Der Hersteller ist wohl nicht verpflichtet, an alten Geräten die Software dahingehend zu ändern, die Betreiber wären aber verpflichtet. Wie ist die rechtliche Lage in diesem Fall ? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Botsch, nach Rücksprache mit einer ärztlichen Stelle in meinem Umfeld ist mir bestätigt worden, dass man sich früher auch über die von Ihnen angesprochenen relativ groben Abstufungen des Dosisindikators gewundert hatte, aber aus folgenden Grund nichts unternehmen konnte: Wenn alles bei der Inbetriebnahme richtig gelaufen war, also die Abnahmeprüfung - früher nach DIN V 6868-58 (heute nach DIN 6868-150)- und die Kontrolle derselben durch den Sachverständigen, musste man davon ausgehen, dass der Prüfpunkt Dosisindikator nach Abschnitt 9.4.4 der genannten DIN V 6868-58 in Bezug auf den Zusammenhang Dosis/Dosisindikator in positivem Sinne erledigt war, und zwar nach dem Motto ´Der Sachverständige hat die Abnahmeprüfung kontrolliert, hat diese Kontrolle als mängelfrei bestätigt und alles ist ok.´ Der Hersteller kann nicht verpflichtet werden, seine Software zum Thema Dosisindikator zu ändern. So existiert durchaus noch alte Software, im Rahmen derer der Dosisindikator unter einem nicht DICOM-konformen ´private Tag´ abgespeichert wird. Dies wird von der von mir angesprochenen ärztlichen Stelle akzeptiert (bzw. muss von ihr akzeptiert werden). Solange in der Sachverständigen-Prüfrichtlinie, die sich zurzeit in einer Novellierungsphase befindet, keine diesbezügliche Übergangsvorschrift formuliert wird (ich kann jetzt nicht sagen, ob das geschehen wird), darf die Röntgeneinrichtung selbstverständlich weiterbetrieben werden. Im Übrigen: Die ärztliche Stelle kann einen Betrieb nicht untersagen, das dürfte nur die zuständige Behörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bernd Hoberg schrieb am 18.02.2014 - 17:03 Uhr:
Frage:2159 BETREFF: Verfügbarkeit von Messmittel
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, nach einer Installation ist eine Abnahmeprüfung durch den Hersteller oder Lieferanten durchzuführen. In diesem Zusammenhang werden auch die Bezugswerte für die regelmäßige Konstanzprüfung festgelegt. Im Gegensatz zur Abnahmeprüfung sind die Messmittel zu verwenden, welche für die regelmäßige Konstanzprüfung zum Einsatz kommen. Die Messmittel für die Konstanzprüfung werden aber nicht nur für die Bezugswertfestlegung am Ende einer Abnahmeprüfung benötigt, sondern auch im Rahmen von Wartungen oder im Reparaturfall. Geprüft wird entsprechend den Vorgaben des §16, ob die erforderliche technische Bildqualität und Dosis mit den Ausgangswerten der Abnahmeprüfung noch übereinstimmt. Die korrekte Umsetzung der Forderung aus dem §16 ist an das Vorhandensein der Konstanzprüfungsmittel gebunden. Ohne die kundenspezifischen Messmittel, welche bei der Festlegung der Ausgangswerte verwendet wurden, ist die geforderte Konstanzprüfung nicht möglich. Aus diesem Grund müssen die erforderlichen Messmittel an den Röntgeneinrichtungen vorgehalten werden, bzw. bei Bedarf zur Verfügung stehen. In letzter Zeit ist festzustellen, dass die Konstanzprüfungen an externe Dienstleister vergeben werden. Die Dienstleister verwenden ihre eigenen Messmittel. Im Regelfall stehen diese Messmittel zur Abnahmeprüfung bei Neuinstallationen zur Verfügung. Bei Wartung- bzw. Reparaturarbeiten ist dies im Regelfall nicht zutreffend. Für den zuständigen Servicetechniker wird die Situation schwierig, wenn die notwendigen Messmittel nicht vorhanden sind. Er kann der Forderung des §16 nicht nachkommen. Die Röntgeneinrichtung kann ohne Prüfung solange nicht freigeben werden, bis die Prüfung mit den kundenspezifischen Messmittel durchgeführt wurde. Auch die Verwendung firmeneigener Messmittel ist hier nicht hilfreich, da die Prüfmittel von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sind. Es ist nicht machbar alle auf dem Markt befindlichen Prüfmittel mitzuführen. An die Vergabe der Konstanzprüfung an ein Dienstleister ist nichts auszusetzen. Es muss aber sichergestellt werden, dass die erforderlichen Konstanzprüfungsmittel zur Verfügung stehen. Daraus ergibt sich die Forderung, dass die Konstanzprüfungsmittel an der Röntgeneinrichtung vorzuhalten sind. Über eine Stellungnahme Ihrerseits bzw. der entsprechenden Gremien würde ich mich sehr freuen.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hoberg, die hier von Ihnen beschriebene Notwendigkeit, dass die Messmittel für die Durchführung der Konstanzprüfung (KP) seitens des Betreibers der Röntgeneinrichtung (Strahlenschutzverantwortlichen, SSV), der schließlich für den rechtlich korrekten Ablauf dieser Prüfung verantwortlich ist (und nicht ein externer Dienstleister, der ggf. für die praktische Durchführung der KP vom SSV beauftragt wird), an der betreffenden Röntgeneinrichtung vorzuhalten sind, ist vollkommen unbestritten und soll an dieser Stelle noch einmal deutlich unterstrichen werden. Ich teile vollkommen Ihre Meinung zu dieser Verfahrensweise und zu den dabei einzuhaltenden Randbedingungen. Es gibt eindeutige Rückendeckung aus dem Länderausschuss RöV (LA RöV)und aus dem Arbeitskreis RöV (AK RöV), die sich jeweils auf ihren letzten Sitzungen ganz klar für eine diesbezügliche Regelung ausgesprochen haben, und zwar in dem Sinne, wie Sie das hier beschrieben haben. Außerdem wird in der novellierten Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL)explizit gefordert, dass die bei der Abnahmeprüfung festzulegenden Bezugswerte für die KP mit denselben Prüfmitteln und Verfahren zu bestimmen sind, die bei der KP verwendet werden, und dass - sehr wichtig - dies auch für die Festlegung der Bezugswerte für die KP gilt, die bei jeder Teilabnahmeprüfung nach Änderung von Bildqualität und Dosis vorgenommen werden muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Radiologe schrieb am 17.02.2014 - 09:56 Uhr:
Frage:2158 BETREFF: C-Bogen
Sehr geehrter Prof. Ewen, Ist der dauerhafte Betrieb eines C-Bogens in Funktion und anstelle eines stationären Durchleuchtungsgerätes zulässig? Ich denke insbes. an den fehlenden baulichen Strahlenschutz am Gerät wie z.B. Bleilamellen.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr (Dr. ?) Heidersdorf, die Antwort auf Ihre interessante und oft im radiologischen Strahlenschutz diskutierte Frage kann man von zwei Seiten angehen: 1) Man orientiert sich an den gerätetechnischen Vorgaben der Leitlinie der Bundesärztekammer (siehe Internet), die aber zur Röntgenverordnung (RöV) eine mehr distanziertere Rechtsverbindung einnimmt. 2) Man legt die sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) zu Grunde (auch im Internet auffindbar), nach der behördlich bestimmte Sachverständige bei seinen strahlenschutztechnischen Prüfungen nach RöV vor Inbetriebnahme und dann wiederholend alle 5 Jahre vorgehen muss. Die SV-RL besitzt u.a. eine Anlage I (´Technische Mindestanforderungen´), in der für die einzelnen Gerätetypen in der Röntgendiagnostik bestimmte technische Anforderungen festgelegt sind, so auch für die mobilen C-Bogengeräte unter der lf. Nr. 13 in der Tab. I1 dieser Anlage I. Diese müssen erfüllt sein, sonst ist eine Inbetriebnahme nicht möglich. Dann gibt es noch in der Anlage I (dort Punkt E8) technische Mindestanforderungen an Durchleuchtungsgeräte für Interventionen. Außerdem ist in der Tab. E12 der Anlage I eine Liste der von der SV-RL angesprochenen Interventionen zusammengestellt. Von denen dürfen nur die Nrn. 4, 7 und 8 mit mobilen C-Bogengeräten durchgeführt werden. Zumindest ist hier eine gewisse Sperre für radiologische Maßnahmen eingebaut, die nicht mit mobilen C-Bogengeräten sondern nur mit stationären ´großen´ Durchleuchtungsgeräten durchgeführt werden dürfen. In wenigen Jahren wird auf der Basis einer neuer EU-Richtlinie in der RöV (und auch in der StrlSchV) der Grenzwert für die Augenlinsendosis von zurzeit noch 150 mSv pro Jahr auf 20 mSv pro Jahr reduziert werden. Ich bin sicher, dass sich die Hersteller von mobilen C-Bogengeräten Gedanken machen müssen, mit welchen gerätetechnischen Strahlenschutzeinrichtungen (u.a. Streustrahlenschutz am Gerät) dieser neue, stark reduzierte Grenzwert eingehalten werden kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Andreas Leenen schrieb am 11.02.2014 - 17:16 Uhr:
Frage:2157 BETREFF: § 28 RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, nach Aussage der ärztlichen Stelle der ÄKHH geht aus der RöV die Verpflichtung hervor, gegebenfalls Bilder auf Transparentfilm weitergeben zu können. Dies kann ich § 28, Absatz 6 der RöV nicht entnehmen. Wir können Bilder zur Befundung auf DVD mitgeben, zusätzlich haben wir einen Printer für Papierbilder, wenn keine Befundung erforderlich ist. Wozu sind wir laut RöV verpflichtet? Mit freundlichen Grüßen A. Leenen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Leenen, die RöV schreibt in § 28 Abs. 6 vor, dass auf elektronischem Datenträger aufbewahrte Röntgenbilder und Aufzeichnungen einem mit- oder weitebehandelndem Arzt oder .... in einer für diesen geeigneten Form zugänglich gemacht werden müssen. Mit dieser Regelung bestimmt der mit- oder weiterbehandelnde Arzt die Form und Qualität der Unterlagen. D.h., wenn der weiterbehandelnde Arzt ein Durchsichtsbild anfordert, muss ihm dieses zur Verfügung gestellt werden. Hierzu hat es bereits rechtliche Prüfungen durch die Bundes- und Länderbehörden gegeben. Die Frage, ob dies so noch zeitgemäß ist, stellt sich zumindestens rein rechtsformal auf der Basis der jetzt geltenden RöV nicht. Es ist allerdings zu erwarten, dass der Verordnungsgeber bei der nächsten größeren Überarbeitung der RöV auch diese Regelung kritisch prüfen wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  anita ragg schrieb am 07.02.2014 - 22:06 Uhr:
Frage:2156 BETREFF: konstanzprufung
...1000 Dank und schönes WE LG A.Ragg


1. Antwort: .... Ihnen auch! K. Ewen



  guido Kindervater schrieb am 07.02.2014 - 13:22 Uhr:
Frage:2155 BETREFF: Strahlenschutzbevollmächtigter
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meine Bezirksregierung Münster hat vorgeschlagen in unserem Klinikverbund mich (Leitender Oberarzt Radiologie)als Strahlenschutzbevollmächtigten einzusetzen, was sicherlich den KLinikvorstand begeistern wird. Aber bevor man sich ewig bindet möchte ich doch gerne wissen welche Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten man hat.Wo kann man so etwas zum Beispiel nachlesen? mit freundlichen Grüßen Guido Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, hier die Version eines Kollegen, der sich im Strahlenschutzrecht sehr gut auskennt: Die Funktion des Strahlenschutzbevollmächtigten ist weder in der RöV noch in der StrlSchV unmittelbar beschrieben. Lediglich in der ´Amtlichen Begründung zur StrlSchV von 2001´ findet man einen Hinweis auf die Funktion des Strahlenschutzbevollmächtigten. Im Sinne dieser amtlichen Begründung ist der Strahlenschutzbevollmächtigte in großen Betrieben ein ´sinnvolles Werkzeug´, um den Strahlenschutzverantwortlichen (SSV) bei der Wahrnehmung seiner Pflichten zu entlasten. Das bedeutet: Der Strahlenschutzbevollmächtigte muss vom SSV mit der Wahrnehmung dieser Tätigkeit (möglichst schriftlich) betraut werden und kann dann alle Aufgaben des SSV innerhalb der Strahlenschutzorganisation, aber auch nach außen, z.B. gegenüber den Behörden, Sachverständigen, Messstellen usw., wahrnehmen. Nach den Vorschriften der RöV und StrlSchV verbleibt aber auch beim Einsatz eines Strahlenschutzbevollmächtigten die Gesamtverantwortung beim SSV. Daneben hat natürlich der jeweils bestellte Strahlenschutzbeauftragte (SSB) weiterhin Verantwortung in seinem Entscheidungsbereich zu tragen. Für den Strahlenschutzbevollmächtigten bedeutet dies, dass er - sofern er seine Aufgaben gewissenhaft und korrekt wahrnimmt - keine Sanktionen der Behörde befürchten muss, wenn irgendwo im Betrieb einmal gegen Vorschriften der RöV oder StrlSchV verstoßen werden sollte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anita Ragg schrieb am 07.02.2014 - 08:21 Uhr:
Frage:2154 BETREFF: Konstanzprüfung
Guten Morgen Hr.Professer Ewen Konstanzprüfung nochmals eine Frage dazu wie wird die nötige Fachkunde definiert? Wir im OP haben einen 24h Kurs und alle 5 Jahre eine Nachschulung. Beim Ärztlichen Dienst weis ich es nicht, außer das die Nachschulung 8h beträgt. LG Ragg


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Ragg, ich hatte die für die Durchführung von Konstanzprüfungen im ´eigenen Haus´ nach der RöV notwendige Qualifikation schon in meiner ersten Antwort an Sie beschrieben. Wenn man sich, was Ihren Fall betrifft, auf die Medizinischen Fachangestellten (MFA) beschränkt, dann ist der § 30 Nr. 2 RöV wichtig: Personen mit regelmäßig aktualisierten (alle 5 Jahre) Kenntnissen im Strahlenschutz, was ja offensichtlich auf Sie und andere Kollegen/innen von Ihnen zutreffend ist, dürfen unter Aufsicht und Verantwortung einer Person mit Fachkunde im Strahlenschutz (z.B. MTRA, im Strahlenschutz fachkundiger Arzt) Konstanzprüfungen durchführen. Ein(e) MTRA erhält die Fachkunde im Strahlenschutz im Rahmen der beruflichen Ausbildung und ein Arzt muss die Fachkunde durch Teilnahme an Strahlenschutzkursen und Nachweis einer entsprechenden radiologischen Berufserfahrung erwerben. Beide müssen diese Fachkunde alle 5 Jahre durch Kursteilnahme (nach RöV 8 Unterrichtsstunden) aktualisieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anita Ragg schrieb am 06.02.2014 - 20:05 Uhr:
Frage:2153 BETREFF: AW Konstanzprüfung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ja es war die Ergänzung. Vielen Dank für ihre schnelle Hilfe. Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend.


1. Antwort: ... Danke - und bis zum nächsten Mal hier im Forum RöV. K. Ewen



  Ragg Anita schrieb am 06.02.2014 - 19:07 Uhr:
Frage:2152 BETREFF: AW Konstanzprüfung
Sehr geehrter Hr.Prof.Ewen Es handelt sich um C-Bögen,im OP. LG A.Ragg


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Ragg, ist dies nur noch eine Ergänzung zu Ihrer ursprünglichen Frage und meiner Antwort darauf? Ich nehme das mal an. Und alles, was ich Ihnen geschrieben habe, gilt natürlich für C-Bogengeräte im OP genauso. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anita Ragg schrieb am 06.02.2014 - 10:29 Uhr:
Frage:2151 BETREFF: Konstanzprüfungen
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, Meine Frage:´benötigen MPG Verantwortliche mit der nötigen Sachkunde im Strahlenschutz für die Konstanzprüfung eine zusätzliche Fachkunde. Wir haben Siemes Geräte, aber das Arcardis mit CT bereitet uns Kopfzerbrechen. In der Röntgegenverordnung kann nichts relevantes finden und die Firma sagt mal so, mal so und der Der Rö-Verantwortliche/Beautragte sagte dies kann auch eine Sekretärin machen, hierfür wird nicht einmal eine nötige Rö-Sachkunde benötigt. Vielen Dank im Voraus. MFG A.Ragg


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Ragg, ich gehe davon aus, dass Sie die Konstanzprüfungen an medizinischen Röntgeneinrichtungen durchführen (wollen), die in Ihrem Haus betrieben werden. Die Frage ist, welche Voraussetzungen müssen diese Personen nach der RöV erfüllen. Die Meinung Ihres Strahlenschutzverantwortlichen/-beauftragten dazu kann eigentlich falscher nicht sein. Sie kann einen sogar ein wenig besorgt machen, denn die Durchführung der Konstanzprüfung ist wirklich wichtig für die regelmäßig zu stellende Frage, ob das Verhältnis von Bildqualität und Dosis noch den bei der Abnahmeprüfung eingestellten optimierten Verhältnissen entspricht. Unter anderem hängt die Befundungsqualität davon ab! Und das soll - bei allem Respekt - auch eine Sekretärin kontrollieren können? Die Frage nach der Qualifikation einer Person, die im eigenen Haus Konstanzprüfungen durchführt, ist im § 30 RöV beantwortet: Entweder, erstens, eine Person mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz (z.B. ein Arzt oder eine MTRA) oder, zweitens, mit den für die Durchführung der anstehenden Konstanzprüfungen erforderlichen Kenntnissen im Strahlenschutz (z.B. MFA, Medizintechniker), die unter Aufsicht und Verantwortung einer unter ´erstens´ genannten Person tätig ist. Und nicht daran stören, dass der § 30 RöV auf die Anwendung von Röntgenstrahlung außerhalb der Medizin abhebt. Bei der Durchführung der Konstanzprüfung wird ja auch keine Röntgenstrahlung auf Menschen angewendet. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Peter Menz schrieb am 05.02.2014 - 20:00 Uhr:
Frage:2150 BETREFF: Digitale Volumentomographie
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, mit zwei Fragen bin ich heute präsent: 1. Gegenwärtig ist die Anfertigung kieferortho-pädischer 2D-Aufnahmen im 3D-Modus mit DVT-Geräten nicht zulässig. Das ist die zur Zeit gängige Auffassung wegen der höheren Exposition gegenüber der klassischen PSA. Die neueste Gerätegeneration verfügt nun aber über sogenannte ´ultra-low-dose´-Protocole, mit denen 3D-Aufnahmen für die Kieferorthopädie mit Dosiswerten entsprechend dem bisherigen 2D-Modus angefertigt werden können (Planmeca Promax 3D Mid ULD-Protocol). Ist nun die Festlegung ´kein 3D-Modus in der Kieferorthopädie´ haltbar ? 2. Gibt es Regelungen zur neuen Norm DIN 6868-161 für DVT-Altgeräte. Müssen nichtnormgerechte frühere Abnahmeprüfungen ersetzt werden ? Für Ihre Mühe vielen Dank von den Sachverstän-digen der ISQ GmbH Berlin-Brandenburg


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Menz, zu Ihren beiden Fragen: 1) Die von Ihnen angesprochene gegenwärtige Regelung, also Herstellung einer DVT-Aufnahme im 3D-Modus mit der ausschließlichen Absicht, nur die daraus zu errechnende 2D-Aufnahme für die Befundung zu nutzen, ist aus Gründen der im Vergleich zur klassischen PSA höheren Patientenexposition in der Tat nicht gestattet. Auf Grund Ihres Beitrags hier werde ich mich aber in entsprechenden Gremien dafür einsetzen, dass dieses rigorose Verbot angesichts neuerer dosissparender DVT-Techniken überdacht werden muss. 2) In der jetzt kurz vor der Veröffentlichung (´Frühjahr´) stehenden Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) soll die Abnahmeprüfung einer DVT-Einrichtung, die in der Zahnmedizin eingesetzt wird, solange noch nach der alten QS-RL (siehe dort die entsprechende Tabelle) durchgeführt werden, bis die Norm für die Durchführung der DVT-Konstanzprüfung (DIN 6868-15) veröffentlicht worden ist. Wenn das geschehen ist, muss die Durchführung der Abnahmeprüfung auf die DIN 6868-161 ´umgeschaltet´ werden. Bis dahin muss die Konstanzprüfung auch nach der alten QS-RL durchgeführt werden (siehe dort ebenfalls die entsprechende Tabelle). Was die ´Altgeräte´ betrifft, so enthält die neue QS-RL folgende Regelung: ´Einer der Abnahmeprüfung entsprechende ergänzende Prüfung nach DIN 6868-161 ist spätestens bis 31.1.2018 an allen digitalen DVTs in der Zahnmedizin durchzuführen. Die Kontrolle dieser Prüfung erfolgt durch den Sachverständigen bei der nächsten wiederholenden Prüfung nach § 18 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 RöV.´ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Patrick Meiser schrieb am 05.02.2014 - 13:41 Uhr:
Frage:2149 BETREFF: Erneut geröngt
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gegen jede Erwartung, wurden meine beiden Sprunggelenke gestern erneut jeweils wieder in 2 ebenen geröngt.... Das macht also insgesamt rund 10 Röntgenuntersuchungen ( 1 links, 9 rechts immer in 2 ebenen) in einem Zeitraum von nur 11 Monaten. Ich bin Hypochonder, was für mich die Situation zusätzlich belastender macht. Ist diese Häufigkeit, aus strahlenbiologischer Sich,t bezüglich der Exposition am Fuß und den zwangsläufig anderen Körperteilen, welche de Strahlung ausgesetzt sind, Besorgnis erregend? Ich hoffe, Sie können mir erneut weiterhelfen. Mit freundlichem Gruß P. Meiser


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Meiser, geraten Sie nicht in Panik, was die strahlenbiologischen Folgen dieser Röntgenaufnahmen betrifft. !0 Röntgenuntersuchungen ín 11 Monaten an demselben Körperbereich hört sich besorgniserregend an, ist es aber in der Tat hier nicht. Denn der Extremitätenbereich ist bezüglich der Entstehung sog. stochastischer Strahlenschäden (Krebs, Leukämie, genetische Schäden) relativ unsensibel. Und die Dosis in der Streustrahlung, die möglicherweise andere Körperregionen trifft, ist, wie ich schon in früheren Antworten ausgeführt habe, zu gering, um ein bedenkliches Strahlenrisiko darzustellen. Ich weiß natürlich nicht, welche Indikationen zu dieser Zahl von Röntgenuntersuchungen an Ihrem Fußgelenk geführt haben, und will es auch nicht wissen, weil das ein rein radiologisch-medizinischer Aspekt ist, für den ich (als Physiker) nicht zuständig bin. Ich gebe zu, als Hypochonder macht man sich schnell gesundheitlich bedingte Ängste, aber hier können Sie ´cool´ bleiben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Weber schrieb am 04.02.2014 - 09:35 Uhr:
Frage:2148 BETREFF: Diagnostische Referenzwerte interventionelle Gefäßchirurgiie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, seit der Bekanntmachung des BfS 2003 mit Referenzwerten für Angiografie, PTA, PTCA hat sich das Spektrum der Eingriffe in spezialisierten Gefäßzentren erheblich gewandelt. Insbesondere bei endovaskulären StentGraft OPs, aber auch anderen gefäßchirurgischen hybriden Eingriffen beobachte ich vermehrt Überschreitung de o.g. genannten Flächendosisprodukte und vor allem der DL Zeiten. Gibt es dazu neue Veröffentlichungen und ab wann und wie soll oder muß ein Strahlenschutzbeauftragter eingreifen? Mit strahlendem Gruß, Michael Weber


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Weber, inzwischen ist die Liste der DRW seitens des BfS aktualisiert worden (s. Bekanntmachung des BfS vom 22.6.2010). Das hilft der Lösung Ihres Problems aber nicht weiter, denn die DRW sind im Vergleich zur BfS-Schrift aus dem Jahr 2003 fast durchweg reduziert worden. Überschreitungen der DRW sind grundsätzlich möglich, aber nur in ´Einzelfällen´ und mit entsprechender medizinischer Begründung, z.B. des fachkundigen Arztes, der die rechtfertigende Indikation gestellt hat, oder auch des Strahlenschutzbeauftragten. Eine die Sachverhalte näher erläuternde Schrift ist der ´Leitfaden zur Handhabung der diagnostischen Referenzwerte´ (siehe Internet). Was nach RöV nicht sein darf, ist ´die beständige ungerechtfertigte Überschreitung der bei der Untersuchung zu Grunde gelegten Referenzwerte...´ (§ 17a Abs. 1 Nr. 2 RöV). Dieser Tatbestand wird in der Regel von der ärztlichen Stelle festgestellt und soll von dieser der zuständigen Behörde gemeldet werden. Ich kann in Ihrem Fall, der sicherlich nicht trivial ist, wenn man die von Ihnen aufgezählten Untersuchungsbeispiele betrachtet, nur dringend raten, sich mit der für Sie zuständigen ärztlichen Stelle in Verbindung zu setzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Aneta schrieb am 03.02.2014 - 20:53 Uhr:
Frage:2147 BETREFF: Medizinphysik-Experte
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank für Ihre Antwort! Ihre Übersetzung ins Polnische ist völlig richtig! Desto mehr bin ich dankbar für die Hilfe. Mit freundlichen Gruß, Aneta aus Polen.


1. Antwort: Hallo, Aneta, es freut mich, dass ich Ihnen helfen konnte. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen Ciesze sie, ze moglem Pani pomoc. Lacze pozdrowienia K. Ewen



  Rudolf Schäfer schrieb am 03.02.2014 - 12:39 Uhr:
Frage:2146 BETREFF: Danke!
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich scheide aus und möchte mich bei Ihnen, für meine Ausbildung im Strahlenschutz 1977 als Aufsichtsinspektor für NRW (von Ihnen und Herrn Dr. Fischer - eine Woche im Keller der ZfS Düsseldorf), der fachlichen Hilfe bei Problemfällen im Strahlenschutz seit der Zeit und die Fortbildungen über die Jahre, bedanken! Es ist sehr beruhigend, dass Sie als Strahlenschutzspezialist auch über das Forum-RöV weiter die ständig auftretenden Fragen beantworten! Bei den in NRW, für den Strahlenschutz zuständigen Kollegen/innen war und ist das Motto: ´Nie verzagen - Ewen fragen!´ Vielen Dank, für Ihre Zukunft GESUNDHEIT und ´strahlen Sie weiter´, Rudolf Schäfer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schäfer, das Forum RöV hat sich, was die Anzahl der Fragen, aber auch was deren fachliche Bandbreite betrifft, im Laufe der Zeit stark entwickelt. Es macht natürlich Arbeit, aber auch Freude. Und eine besondere Freude machen natürlich Schreiben an das Forum wie beispielsweise das Ihrige. Ich finde das wirklich nett, dass Sie sich an diese ´alten´ Zeiten in positivem Sinne erinnern können und dass ich dabei auch eine kleine Rolle habe spielen dürfen. Ich wünsche Ihnen ebenfalls Gesundheit und Wohlergehen für den jetzt neuen Teil des Lebens, der auf Sie zukommen wird. Ich nehme mal zu meinem Vorteil an, dass auch andere Forumanfrager das Motto ´Nie verzagen - Ewen fragen´ verinnerlicht haben. Viele Grüße und nochmals alles Gute! K. Ewen



  Patrick Meiser schrieb am 31.01.2014 - 15:01 Uhr:
Frage:2145 BETREFF: Röntgen-Streustrahlung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bitte entschuldigen Sie, dass sie schon wieder eine Frage von mir erhalten. Aber eine hätte ich noch: Sie sagten in einer vorherigen Antwort, dass: ´die Abstände zu kritischen Organen und Geweben (z.B. vom Fuß bis zur Schilddrüse oder zu den Augenlinsen) relativ groß (...)´ sind. Verstehe ich das also richtig, dass die durch Röntgenstrahlung (möglichen) verursachte Schäden sich nur auf die Augenlinse und nicht auf das Auge an sich (Retina, Glaskörper etc.) auswirken? Bitte entschuldigen sie die erneute Frage meinerseits. Über eine Rückantwort wäre ich sehr dankbar. Mit freundlichen Grüßen und ein schönes Wochenende P.M.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Meiser, bei der Strahlenexposition des Auges ist ganz klar die Augenlinse der kritische Teil (Kataraktbildung - grauer Star). Neuste Studien haben gezeigt, dass die Augenlinse wesentlich empfindlicher bezüglich der Einwirkung ionisierender Strahlung ist als bisher angenommen. Das ist aber für Ihren ´Fall´ nicht bedeutend, aber für die in der Röntgendiagnostik an manchen Arbeitsplätzen tätigen Radiologen schon. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heiderose Hempel-Marchand schrieb am 31.01.2014 - 14:06 Uhr:
Frage:2144 BETREFF: EDIN 6857-2
Hallo Herr Professor Ewen, benötige mal wieder dringend Ihre Hilfe. Die folgende DIN lässt mich so langsam verzweifeln: E DIN 6857-2 ´Qualitätskontrolle von in Gebrauch befindlicher Schutzkleidung´ von 2013.Einspruchsfrist war ja November 2013 und bis 14.01.2014 (Landesinstitut für Arbeitsgestaltung von NRW ) Fragen: 1.Wann ist diese rechtsgültig und Anzuwenden? 2.Dokumentationsblatt erstellen? zwecks Dokumentation der Jährlichen Überprüfung mittels Röntgenstrahlung(DL,CT, konventionell( = Kassette) oder wo erhalten wir ein solches Datenblatt( Ärztliche Stelle, Firma bei der die PSA Mittel bezogen werden? 3. Gilt diese neue DIN Norm auch für die Überprüfung der PSA beim Zahnarzt/ Tierarzt? Wie immer bedanke ich mich im Voraus und hoffe auf baldige Antwort ;-).LG ein schönes WE


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Hempel-Marchand, an sich ist diese Norm gar nicht so zum verzweifeln, meine ich zumindest. Die Einspruchsverhandlung war am 15. Januar 2014 und hatte nach Vornahme diverser Änderungen zur Folge, dass dieser Entwurf jetzt zur Norm verabschiedet worden ist. 1) Wann diese dann in Kraft treten wird, weiß ich allerdings auch nicht. Das kann man vielleicht beim Normenausschuss Radiologie (NAR) erfragen. 2) Ich glaube nicht, dass es zwecks Dokumentation ein offizielles Datenblatt oder etwas Ähnliches geben wird. Dafür hat man ja das Formular (Prüfprotokoll) des Anhang C in die Norm aufgenommen.3) Die Norm gilt für Schutzkleidung des Personals in der Human-, Zahn- und Tiermedizin sowie des Patienten in der Human- und Zahnmedizin. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Simone Weber schrieb am 31.01.2014 - 12:52 Uhr:
Frage:2143 BETREFF: Dosismessung digitales OPG
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei meiner letzten Überprüfung meiner digitalen Röntgengeräte vom TÜV, wurde nach einer Dosismessung gefragt. Ich habe davon, daß man das ein digitale OPG-Gerät prüfen lassen muß, noch nie etwas gehört, noch finde ich irgentwelche Hinweise darüber, seid wann dies notwendig ist. Die erstinstallation meiner Geräte war im Jan 2004, dann die erste Tüv-Abnahme Jan 2009 und jetzt Jan 2014. 2009 hat mich niemand nach dieser Dosismessung gefragt. Ich kann mich auch nicht daran erinnert, daß dies beim meiner Erneuerung des Röntgenscheins irgentwie thematisiert wurde. Wo kann ich Informationen über dieses Thema bekommen oder nachlesen und welche Behörde verlangt diese Messung. Mit freundlichen Grüßen Simone Weber


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Weber, ich bin ziemlich sicher, dass der TÜV die Forderung des § 3 Abs. 3 Nr. 2b Röntgenverordnung meinte, nach der alle medizinisch/zahnmedizinisch genutzten Röntgeneinrichtungen, die ab dem 1. Juli 2002 in Betrieb genommnen wurden bzw. werden, eine Vorrichtung zur Anzeige der Strahlenexposition des Patienten aufweisen müssen. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Thema auf einem Kurs zur Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz nicht angesprochen worden ist. Örtlich zuständig für Sie ist die in Ihrem Bundesland tätige atomrechtliche Aufsichtsbehörde. Offensichtlich hat der TÜV bei Ihnen die alle 5 Jahre erforderliche Sachverständigenprüfung durchgeführt und hat im Rahmen dieser die betreffende Frage gestellt. Dieser TÜV-Bericht muss ja von Ihnen an die o.g. Behörde übersandt werden und, je nachdem, was zu diesem Punkt in dem Bericht geschrieben worden ist, kann man nicht ausschließen, dass die Behörde diesbezüglich mal bei Ihnen nachfragen wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Patrick Meiser schrieb am 30.01.2014 - 19:08 Uhr:
Frage:2142 BETREFF: Röntgen-Streustrahlung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meinen Sie mit ´uSv´->´Mikrosievert´? Mit besten Grüßen Patrick Meiser


1. Antwort: ...... ja: Mikrosievert! K. Ewen



  Patrick Meiser schrieb am 30.01.2014 - 16:09 Uhr:
Frage:2141 BETREFF: Röntgen Streustrahlung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Letzes jahr wurde ich aufgrund einer Sprunggelenksverletzung häufig am rechten Fuß geröntgt. Insgesamt 7 Röntgenuntersuchungen ( jeweils 2 ebenen) in rund 4 Wochen. Dabei trug ich immer einen gonadenschutz, aber ich frage mich ob ´Streustrahlung´ andere Körperteile erreichen könnte? Schließlich trug ich bei den Untersuchungen keinen Schilddrüsen- oder Augenschutz. Was kann passieren, wenn Röntgenstrahlung auf Augen oder Schilddrüsen Treffen? Wir würden Sie meine Situation einschätzen? Muss ich mit Sorgen machen? Schließlich bin ich über das gefahrenpotential von ionisierter Strahlung informiert. Mit freundlichen Grüßen Patrick Meiser


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Meiser, bei einer Röntenuntersuchung werden immer andere Körperbereiche, vor allem solche ohne Abdeckung mit Patientenschutzmitteln, durch Streustrahlung exponiert. Das ist aber nicht das eigentliche Strahlenschutzproblem sondern es kommt darauf an, wie hoch die Streustrahlendosis ist. Das wiederum hängt von verschiedenen Aufnahmeparamtern ab, wie z.B. Feldgröße der Nutzstrahlung, Abstand vom Nutzstrahlenfeld, Dosis in der Nutzstrahlung. Bei einer Röntgenaufnahme des Sprunggelenks sind Feldgröße und Nutzstrahlendosis gemäß des räumlich nicht sehr ausgedehnten und schmalen Objekts vergleichsweise klein sowie die Abstände zu kritischen Organen und Geweben (z.B. vom Fuß bis zur Schilddrüse oder zu den Augenlinsen) relativ groß. Das alles führt zu einer Strahlendosis im Kopfbereich von nur wenigen uSv, die auch in der Summe von mehreren Aufnahmen des Sprunggelnks als strahlenbiologisch unbedenklich eingestuft werden können. Das Anlegen des Gonadenschutzes war sicherlich sinnvoll. Sie müssen sich aus Strahlenschutzgründen keine Sorgen machen. Ich hoffe, Ihr Sprunggelenk ist wieder ok. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  H. Seeger schrieb am 29.01.2014 - 12:29 Uhr:
Frage:2140 BETREFF: Qualitätskontrolle an DryImager in der Strahlentherapie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, können sie mir mitteilen, wie häufig die Qualitätskontrolle des ´Filmdruckers´ durchgeführt werden muss? Der DryImager steht an einem Planungs-CT in der Strahlentherapie. Die CT-Schichten, die ausgedruckt werden, werden nicht zur Befundung verwendet, sondern zur Dokumentation des Planungs-CTs und zur internen Nutzung der Schichtbilder während der Simulation. Ich hatte gehofft, in der ´Neufassung der RL- Strahlenschutz in der Medizin´ Details zu finden, habe jedoch keine näheren Angabe hierzu erkennen können. Vielen Dank für ihre Hilfe.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Seeger, meinen Sie mit ´Filmdrucker´ ein Bilddokumentationssystem (BDS), manchmal auch als Multiformatkamera oder Laserimager bezeichnet? Wenn ja, dann ist auch klar, dass Sie nichts in der Richtlinie ´Strahlenschutz in der Medizin´ finden können, denn diese gilt ja nur für die Belange der StrlSchV. Ein BDS fällt aber unter die RöV. Für die Durchführung der Konstanzprüfung gibt es für BDS eine Norm, in der auch die Prüfhäufigkeiten enthalten sind (DIN V 6868-12). Im Entwurf der sog. Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) wird unter 3.15.3 zusätzlich darauf hingewiesen, dass die Grauwertwiedergabe für Nasssysteme wöchentlich und für Trockensysteme monatlich zu prüfen ist. Die novellierte QS-RL wird in den nächsten Monaten in Kraft treten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  guido Kindervater schrieb am 28.01.2014 - 15:28 Uhr:
Frage:2139 BETREFF: Überwachung schwangerer Mitarbeiterinnen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, muss einer schwangeren Mitarbeiterin, die nicht im Kontrollbereich und nicht im Überwachungsbereich arbeitet (z.B.Ärztin, die Aufklärungsgespräche führt und Befunde diktiert)zwingend vom Arbeitgeber ein elektronisches Personendosimeter angeboten werden, wobei die Mitarbeiterin allenfalls bei den Aufklärungsgesprächen mit aus der Nuklearmedizin stammenden Patienten in Kontakt kommen kann, auch wenn wir versuchen Röntgenuntersuchungen und nuklearmedizinische Untersuchungen nicht am gleichen Tag durchzuführen? Lt meiner Mitarbeiterin habe das MPA diese Frage bejaht.Oder greift hier eventuell nur die strahlenschutzverordnung. Und wenn ja, was ist mit schwangeren Krankenschwestern, die in Kontakt mit nuklearmedizinischen Patienten z.B. Intensivstation kommen? Wie immer auf eine kompetente Antwort hoffend mit Freundlichen Grüßen Guido Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, die RöV sieht keine speziellen und besonderen Maßnahmen für schwangere Mitarbeiterinnen in einer Röntgenabteilung vor, die außerhalb eines Kontrollbereiches tätig sind (also z.B. im Überwachungsbereich). Das kann man aus § 22 Abs. 1 Nr. 2d RöV entnehmen, der bezüglich entsprechender Forderungen explizit auf den Kontrollbereich abhebt. Die StrlSchV enthält eine ähnlich lautende Regelung, macht aber zusätzlich im § 43 Abs. 2 darauf aufmerksam, dass die Arbeitsbedingungen für Schwangere so zu gestalten sind, dass eine innere berufliche Strahlenexposition ausgeschlossen ist. Dies aber kann man nur dann sicher garantieren, wenn ein Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen, wie also in der Nukmed üblich, nicht zugelassen wird. Bei einem Kontakt mit nuklearmedizinisch untersuchten Patienten kann ich mir aber die Entstehung einer inneren Exposition nur sehr schwer vorstellen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andreas Otten schrieb am 28.01.2014 - 09:00 Uhr:
Frage:2138 BETREFF: Abnahmeprüfung nach DIN 6868-57/157
Guten Tag, ich betreue mehrere Praxen netzwerktechnisch als IT-Leiter - bin allerdings auch staatl. gepr. MTRA. Im Rahmen meiner Tätigkeit mache ich auch Konstanzprüfungen an vielen Befundungsmonitoren. Zwecks Abnahmeprüfung habe ich hier bislang auf externe Anbeiter zurück gegriffen. Welche Voraussetzungen benötige ich, bzw. erfülle ich evtl. und selbst Abnahmeprüfungen durchführen zu dürfen ? Ein kalibriertes (!) Messgerät habe ich. Die Moitorhersteller bieten hier ja nur Schulungen für die benötigte Software an. Ich bedanke mich vorab für hilfreiche Kommentare. Mit besten Grüßen A.Otten


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Otten, ´geschäftsmäßig´ durchgeführte Abnahmeprüfungen an Befundungsmonitoren (BWG)müssen nur dann nach § 6 Abs.1 RöV bei der zuständigen Behörde angezeigt werden, wenn mit dieser Prüfung das Einschalten von Röntgenstrahlung notwendig ist. Mit dieser Anzeige ist auch ein Nachweis der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz verbunden. Diese Fachkunde muss nach der ´Fachkunde-Richtlinie Technik nach RöV´ der FK-Gruppe R 6.1 entsprechen. Sie sollten aber von der Behörde prüfen lassen, ob Ihre MTRA-Fachkunde zu diesem Zweck nicht ausreichen würde. Wenn bei der Abnahmeprüfung an BWG die Röntgenstrahlung nicht eingeschaltet werden muss, ist auch keine Anzeige nach § 6 Abs. 1 RöV und auch keine Fachkunde im Strahlenschutz erforderlich. Dies finden Sie in der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL), und zwar in einem Ihnen leider noch nicht offiziell zugänglichen Entwurf (dort im Abschnitt 1.6). Ich kann Ihnen aber als Mitarbeiter bei der Erarbeitung der neuen QS-RL versichern, dass das so ist. Diese Richtlinie wird auch bald in Kraft treten. Ich weiß aber das genaue Datum noch nicht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Aneta schrieb am 27.01.2014 - 16:48 Uhr:
Frage:2137 BETREFF: Medizinphysik-Experte
Guten Tag, ich möchte wissen, ob Medizinphysik-Expert ist ein Beruf für ganzes Leben, oder muss man einige Male verschiedene Kurse machen um Medizinphysik-Expert nach wie vor sein? Können Sie schreiben welche Gesetze das festlegen? Danke für Ihre Antwort schon im Voraus Aneta aus Polen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dabrowska, die Bezeichnung „Medizinphysik-Experte; MPE“ ist in der deutschen „Strahlenschutzveordnung; StrlSchV“ definiert, und zwar dort in § 3 Abs. 2 Nr. 21. Wichtig ist, dass ein MPE die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzen muss. Wie man diese erhält und wer sie erteilt, ist grundsätzlich in § 30 Abs. 1 StrlSchV beschrieben. Details zum Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz, unter anderen für MPE, findet man in einer Richtlinie zur StrlSchV, die folgendermaßen heißt: ´Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin nach StrlSchV“ (aus dem Jahr 2011). Die StrlSchV und diese Richtlinie findet man im Internet unter deren Namen. Wenn man alle Bedingungen (siehe § 3 Abs. 2 Nr. 21 StrlSchV und die Details dazu in der genannten Richtlinie) erfüllt hat, um als MPE tätig zu werden, gilt die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz nur 5 Jahre lang (siehe § 30 Abs. 2 StrlSchV). Danach muss man die Fachkunde aktualisieren und zwar dadurch, dass man an einem so genannten Aktualisierungskurs erfolgreich (Prüfung!) teilnimmt. Es ist ganz wichtig, dass man diese Aktualisierung nicht vergisst und diese Frist von 5 Jahren nicht überschreitet. Mit freundlichem Gruß K. Ewen Szanowna Pani Dabrowska, okreslenie „Medizinphysik-Experte; MPE“ zostalo zdefiniowane w niemieckim „Strahlenschutzverordnung; StrSchV“ w § 3 Abs. 2 Nr. 21. O podstawowym znaczeniu powinnien byc fakt, zeby osoba zatrudniona jako MPE posiadala wymagane przeszkolenie i nabyla odpowiednie wiadomosci w zakresie „Strahlenschutz“. W jaki sposob mozna to osiagnac i kto moze przyznac takie uprawnienie do ochrony przy pracy z promieniowaniem (Strahlenschutz), zawarte jest i dokladnie opisane w § 30 Abs. 1 StrlSch V. Szczegoly w celu otrzymania takich uprawnien w zakresie „Strahlenschutz“, miedzy innymi dla MPE, znajduje sie w wytycznej (Richtlinie) do StrSch V, ktora z kolei nazywa sie: „wytyczna dotyczaca ochrony przy pracy z promieniowaniem radioaktywnym (Strahlenschutz) w medycynie wedlug StrlSch V, z roku 2011“ (Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin nach StrlSch V, Jahr 2011). To zarzadzenie StrlSch V i tresc zawarta w tej wytycznej (Richtlinie) znalezc mozna w internecie pod wyzej wymieniona nazwa. Jezeli wszystkie warunki zostaly spelnione (§ 3 Abs. 2 Nr. 21 StrlSch V) oraz spelnione zostaly szczegoly zawarte w wyzej wymienionej wytycznej (Richtlinie), zostaje sie upowznionym do wykonywania pracy jako MPE. Takie upowaznienie do pracy jako MPE, pospelnieniu uprzednich warunkow, utrzymuje swa waznosc tylko przez 5 lat.(patrz § 30 Abs. 2 StrlSch V). Po tym okresie czasu nalezy cale uprzednio nabyte wiadomosci (Fachkunde) odnowic, biorac udzial w tzw. kursie aktualizujacym, ktory musi byc pozytywnie ukonczony egzaminem. Bardzo wazna sprawa jest, zeby nie przekroczyc 5-letniego terminu. Lacze serdeczne pozdrowienia K. Ewen (Ich hoffe, diese Übersetzung ins Polnische ist einigermaßen richtig!)



  Franziska Schmied schrieb am 27.01.2014 - 10:13 Uhr:
Frage:2136 BETREFF: Aufbewahrungszeitraum für Röntgenaufhnahmen und Aufklärungsbögen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, durch den Umzug in neue Räumlichkeiten stellt sich uns die Frage nach einer eventuellen Entsorgung alter Röntgenaufnahmen und dazugehörigen unterschriebenen Aufklärungsbögen (vor allem bei Kontrastmitteluntersuchungen). Nach § 28 Abs. 3 RöV müssen die Röntgenaufnahmen volljähriger Patienten 10 Jahre aufbewahrt werden. Bezieht sich dies auf die jeweilige Aufnahme oder verlängert die erneute Röntgenuntersuchung auch die Aufbewahrungsfrist aller vorherigen Aufnahmen um 10 Jahre? Und wann dürfen Aufkärungsbögen vernichtet werden? Vielen Dank für Ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schmied, die Aufbewahrungsfrist nach § 28 Abs. 3 der Röntgenverordnung beginnt, wenn eine bestimmte Untersuchung oder Behandlung beendet ist. Damit soll zum Einen gewährleistet werden, dass die Unterlagen, die zu einem bestimmten Untersuchungsverfahren gehören (z.B. erste Untersuchung vor eine medizinischen Behandlung und Abschlussuntersuchung nach dieser Behandlung) auch wirklich bis zum Abschluss der Aufbewahrungsfrist einsehbar oder kontrollierbar sind. Zum Anderen wird die Möglichkeit geschaffen, zu einem bestimmten Zeitpunkt ältere Unterlagen zu entsorgen, obwohl beim selben Patienten, unabhängig von den aufbewahrten Unterlagen, durchaus weitere Röntgenuntersuchungen erfolgt sind. Wäre eine andere Verfahrensweise vorgeschrieben, könnte es tatsächlich passieren, dass für einen Patienten ´lebenslang´ alle Unterlagen aufbewahrt werden müssten, wenn zwischenzeitlich immer wieder neue Röntgenuntersuchungen erfolgen würden. In einem solchen Fall müsste eine Datensammlung angelegt werden, die sicherlich über die realen Notwendigkeiten hinausgehen würde. Eine Dokumentation zur Aufklärung wird nicht in der RöV geregelt. Hier empfehlen wir, entsprechende Regelungen im ´Patientenrechtegesetz´ nachzulesen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  panzer, joerg schrieb am 26.01.2014 - 14:51 Uhr:
Frage:2135 BETREFF: Nachfrage zu meiner Anfrage vom 23.01.2014.
Ihrem Hinweis gefolgt und auf Antwort von dort wartend, stellt sich in der Sache für mich inzwischen doch noch folgende Frage mit Bezug auf die RöV § 28(6), Satz 2, der lautet ´...Dabei muss sichergestellt sein, dass diese Daten mit den Ursprungsdaten übereinstimmen und die daraus erstellten Bilder zur Befundung geeignet sind. ...´ Meine Frage: Begründet der von mir vorgetragen vorliegende CD- Daten- Speichersachverhalt nicht schon bereits selbst, das hier keine Übereinstimmung und keine Geeignetheit der Daten zur Befunderhebung vorliegt? Danke für Ihre Antwort schon im Voraus.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Panzer, ohne eine Antwort der Fachleute aus der AGIT vorwegzunehmen, sind wir jetzt nach einer gewissen Zeit, über Ihr Problem nachzudenken, zu dem Schluss gekommen, dass unterschiedliche Zeitangaben bei der Erstellung der ´Röntgenbilder´ und dann bei deren Speicherung auf einer CD oder DVD kein Problem darstellen. Dies gilt auch, wenn der angegebene Zeitpunkt der Speicherung auf der CD/DVD vor dem Zeitpunkt der Röntgenuntersuchung liegt. Eine derartige Situation kann doch nur eintreten, wenn eine der beiden ´Uhren´ nicht den korrekten Zeitpunkt angeben. Das ist zwar ärgerlich, beeinträchtigt aber keineswegs die Tatsache, dass die Forderung des § 28 Abs. 6 Satz 2 RöV trotzdem erfüllt ist. In der RöV wird verlangt, dass die aufgezeichneten Daten (einschließlich der Röntgenbilder) mit den Ursprungsdaten (z.B. die Daten, die im CT gespeichert werden) übereinstimmen und zur Befundung geeignet sind. Dieses Verlangen wird aber durch eine falsche Speicherzeit nicht in Frage gestellt. Eine von der Aufnahmezeit abweichende Angabe der Speicherzeit auf der CD/DVD verstößt nach unserer Meinung nicht gegen die o.g. Regelung der RöV, selbst wenn die Speicherung auf CD/DVD beispielsweise erst Stunden später erfolgt wäre. Zusammenfassend meinen wir, dass eine von der Aufnahmezeit abweichende Speicherzeit keinen Einfluss auf die Übereinstimmung und Befundbarkeit der Röntgenbilder hat und damit kein Verstoß gegen die RöV vorliegt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Syilvia schrieb am 25.01.2014 - 22:35 Uhr:
Frage:2134 BETREFF: MFA mit Röntgenschein.
Hallo ich bin Arzthelferin mit Röntgenschein und arbeite in einem Krankenhaus. Wir sind ein Team mit mehreren Arzthelferinnen. Leider ist uns nicht erlaub Nachtdienste zu machen da wir auch CTs machen müssten, da Nachts kein Radiologe vor Ort ist. Gibt es keine Ausnahmeregelungen. wie z.B. wenn ein diensthabender Chirurg mit der Röntgenfachkunde vor Ort ist.


1. Antwort: Hallo Syilvia, drei rechtliche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit eine Röntgenuntersuchung, z.B. eine CT, durchgeführt werden kann: 1) Es muss die sog. rechtfertigende Indikation (RI) am Ort der Untersuchung und in Patientennähe gestellt werden (§ 23 Abs.1 Röntgenverordnung, RöV). Diese darf nur ein Arzt stellen, der für diese Untersuchung die Fachkunde im Strahlenschutz besitzt, also z.B. für CT. In der Regel hat ein Radiologe die CT-Fachkunde, aber es könnte auch ein Arzt mit einer anderen Fachrichtung sein (z.B. ein Internist). Also, in Ihrem Fall müsste nachts, wenn eine CT durchgeführt werden soll, ein Arzt mit CT-Fachkunde vor Ort sein, um die RI zu stellen. 2) Die Befundung der Röntgenbilder kann entweder der fachkundige Arzt vornehmen oder ein Arzt, der über Kenntnisse im Strahlenschutz verfügt, der dabei aber unter der ständigen Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Arztes stehen muss (§ 24 Abs. 1 RöV). Also muss auch dafür z.B. bei einer CT-Untersuchung ein CT-fachkundiger Arzt im Haus sein (auch nachts, wenn befundet wird). 3) Die technische Durchführung der Röntgenuntersuchung darf auch von einer Arzthelferin (MFA) erledigt werden, wenn sie Kenntnisse im Strahlenschutz besitzt (den ´Röntgenschein´) und wenn auch hier die ständige Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Arztes gegeben ist (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Fazit für Ihren Fall: Sollte der besagte diensthabende Chirurg die CT-Fachkunde besitzen und ist nachts vor Ort, dann kann eine CT-Untersuchung stattfinden, indem dieser Chirurg die RI stellt und die genannte ständige Aufsicht und Verantwortung übernimmt (ggf. bei der Befundung und bei der technischen Durchführung durch eine MFA). Eine andere ´Ausnahmeregelung´ gibt es nicht, wenn man mal von der Teleradiologie (§ 3 Abs. 4 RöV)absieht. Aber das ist ein ganz anderes Kapitel. Ich hoffe, diese Erläuterungen sind nicht zu kompliziert, aber die rechtliche Situation ist in dieser Hinsicht etwas schwierig und gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  panzer, joerg schrieb am 24.01.2014 - 19:15 Uhr:
Frage:2133 BETREFF: Ihre Antwort
Danke an Sie und das Team von Forum RÖV. Ich werde diesen Weg versuchen. Mit freundlichen Grüßen zurück, j.p.


1. Antwort: ...... gern geschehen! K. Ewen



  panzer, joerg schrieb am 23.01.2014 - 23:28 Uhr:
Frage:2132 BETREFF: Beweisanforderungen Radiologische Bilder- CD
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen,gibt es Bestimmungen zur Beschaffenheit einer radiologischen Bilder-CD hinsichtlich Beweisanforderungen? Vorliegender Fall ist, dass bei Prüfung der CD mit dem Windows-Explorer wann die CT- Dateien auf die CD gespeichert wurden, ein weitaus früherer Zeitpunkt (über eine Stunde früher)ausgewiesen wird als die CT- Untersuchung auf allen CT- Einzelbildern einschließlich CT-Patientenprotokoll zeitlich nachzuvollziehen überhaupt begonnen hat. Hartware zur CD- Erstellung ohne Echtzeit liegt hier wohl nahe! Ist ein Beweisverwertungsverbot der CD deswegen möglich ? Vielen Dank für ihre Antwort. J. Panzer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Panzer, es kommt bestimmt ganz selten vor, dass wir, vom Forum RöV, bei der Beantwortung einer Frage passen müssen, und zwar insofern, als wir schon eine Meinung zur Beantwortung der Frage haben, aber nicht sicher sind, ob diese im Sinne der dafür zuständigen Rechtsvorschriften, die im vorliegenden Fall nicht das engere Rechtsumfeld der RöV betreffen, richtig ist. Aber so ganz ohne Vorschlag, wie Sie mit Ihrer Frage weiterkommen könnten, wollen wir Sie auch nicht belassen. Versuchen Sie doch, mit der AGIT (AG Informationstechnologie) in Verbindzung zu kommen. Wir wollen und dürfen hier im Forum RöV keine direkten Hinweise mit Namensgebung bringen, aber Sie finden die Kontaktdaten zur AGIT im Internet entweder direkt unter dieser Bezeichnung oder durch Aufsuchen der Deutschen Röntgengesellschaft. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  guido kindervater schrieb am 20.01.2014 - 15:31 Uhr:
Frage:2131 BETREFF: digital erstellte rechtfertigende Indikation
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, in unserer chirurgischen stark frequentierten Ambulanz wird durch das ambulanzpflegepersonal eine digitale krankenakte angelegt, in die die Ärzte die durchzuführenden Röntgenuntersuchungen eintragen lassen können. Das Ambulanzpersonal kann dann den anfordernden Arzt angeben, der allerdings selbst die Anforderung nicht validieren kann.Dieses nimmt das Ambulanzpersonal vor.Ist das rechtlich zulässig? Falls nicht würde das Diktat der Ärzte im Anschluss mit nochmaliger Wiederholung der Rechtfertigenden Indikation ausreichend sein zur Bestätigung des Vorganges? Vielen Dank für Ihre Antwort. G.Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, uns ist nicht ganz klar, was Sie mit dem Begriff ´anfordernder Arzt´ meinen. Ist es der Arzt, der die Abklärung (medizinische Indikation) beauftragt oder der Arzt, der die tatsächliche Anwendung festlegt, also die rechtfertigende Indikation stellt?. Wenn es um die rechtfertigende Indikation im Sinne des § 23 RöV geht, dann kann der im Strahlenschutz fachkundige Arzt die Anweisung zur technischen Durchführung sicherlich mündlich an das Assistenzpersonal weitergeben, er muss aber dafür sorgen, dass der ´Inhalt´ der rechtfertigende Indikation zeitnah zur Untersuchung aufgezeichnet wird. Ob er diese Dokumentation selbst (eigenhändig) vornimmt oder z.B. diktiert oder vorschreibt und ein Mitarbeiter übernimmt einen entsprechenden Text ins IT-System, ist nach unserer Meinung unerheblich. Der im Strahlenschutz fachkundige Arzt muss sich aber wirklich zeitnah (vor, während oder unmittelbar nach der Untersuchung) überzeugen, dass die rechtfertigende Indikation auch richtig übernommen/aufgenommen wurde. Wir sind der Auffassung, dass er dies auch plausibel bestätigen muss (Unterschrift, Kürzel oder IT-Login). Wenn er die rechtfertigende Indikation stellt und die Anweisung an das Personal mündlich erteilt und unmittelbar nach der Untersuchung den Befundbericht schreibt, dann reicht es nach unserer Auffassung auch, wenn die rechtfertigende Indikation am Anfang des Befundberichtes steht. Auch das ist nach unserem Rechtsverständnis noch zeitnah. Wenn es aber bei Ihrer Frage wirklich ´nur´ um den anfordernden Arzt (Auftraggeber, medizinische Indikation) gehen sollte, dann ist unserer Meinung nach nichts weiter zu beachten, da in der Folge die rechtfertigende Indikation dokumentiert und von dem im Strahlenschutz fachkundigen Arzt ´unterzeichnet´ wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ralf Schuppik schrieb am 16.01.2014 - 09:17 Uhr:
Frage:2130 BETREFF: Vom Gesetzgeber vorgegebener PBGW
Sehr geehrter herr Professor Even, in letzter Zeit sind wir verunsichert welchen PBGW der Gesetzgeber für den Betrieb im Zusammenhang mit einer konventionellen Röntgenanlage fordert. 0,25? 0,4? 0,5? usw. Wir arbeiten in einer Tiermedizinischen Praxis. Im Voraus herzlichen Dank für die Beantwortung!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schuppik, der Gesetzgeber (also hier die Röntgenverordnung, RöV) fordert nichts dergleichen. Die RöV verlangt, dass bestimmte Grenzwerte in Arealen, Räumlichkeiten, etc. eingehalten werden müssen, wo sich während der Röntgenuntersuchung Personen aufhalten bzw. aufhalten könnten. Aus diesen Angaben und weiteren Randbedingungen, wie beispielsweise Einschaltzeit bzw. Zahl der Aufnahmen z.B. pro Woche, Abstand zu den abzuschirmenden Bereichen sowie mAs-Produkte und kV-Zahlen kann man dann mit Hilfe einer dafür geeigneten DIN-Norm (DIN 6812: Medizinische Röntgenanlagen bis 300 kV - Regeln für die Auslegung des baulichen Sstrahlenschutzes) die Bleigleichwerte ermitteln. Man erkennt, dass die Angabe eines bestimmten Bleigleichwertes, der insgesamt für die tiermedizinische Röntgendiagnostik Gültigkeit besitzt, nicht ausreichend sein kann. Wichtig ist auch, ob man gegen Störstrahlung bzw. Streustrahlung oder gegen Nutzstrahlung abschirmen muss. Letztere verlangt natürlich höhere Abschirmdicken. Um ein Gefühl zu vermitteln, welche Bleigleichwerte größenordnungsmäßig bei dem kleinsten Grenzwert der RöV (1 mSv pro Jahr), einem Abstand von ca. 2,5 m und einer Aufnahmezahl, die für die Tiermedizin üblich sein könnte (auf jeden Fall weniger als in der Humanmedizin), würde für Störstrahlung ein Wert von ca. 0,35 mm Pb und für Nutzstrahlung von ca. 1,5 mm Pb die richtige Größenordnung angeben. Aber das sind, wie gesagt, nur Größenordnungen als eine Orientierungshilfe für Sie, die man nicht auf den Einzelfall anwenden darf. Dazu muss man die DIN 6812 zu Rate ziehen, ggf. auch eine Person, die sich damit auskennt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sandra schrieb am 12.01.2014 - 12:36 Uhr:
Frage:2129 BETREFF: Konstanzprüfungen
Sehr geehrte Damen und Herren, muss zur Durchführung von Konstanzprüfungen an medizinischen Röntgeneinrichtungen auch eine bestimmte Hospitationszeit vorgewiesen werden? Habe die Sachkunde im Rahmen eines Studiums vor 4 Jahren erworben und möchte nun auf dem Gebiet der Konstanzprüfung tätig werden. Wenn ja, wie kann diese erworben werden? Wo kann ich mich umfassend zu dem Thema informieren? Gibt es zu dem Thema einen offiziellen Leitfaden für Bayern oder gibt es keine Unterschiede zwischen den Ländern? Vielen Dank.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Kürzinger, ich gehe mal davon aus, dass Sie Konstanzprüfungen nach RöV in verschiedenen Häusern, Praxen, etc. anbieten und wissen wollen, welche rechtlichen Voraussetzungen Sie nach der RöV dazu erfüllen müssen. Dazu gibt es eine bundesweit (also nicht nur in Bayern) geltende Richtlinie (´Fachkunde-Richtlinie Technik nach der Röntgenverordnung´; im Internet nachschauen!), in der unter anderem beschrieben ist, wie man die sog. Fachkunde im Strahlenschutz erwerben kann, wenn man sich mit der Durchführung der Qualitätssicherung (Abnahme- und Konstanzprüfung nach RöV) ´geschäftsmäßig´ betätigen möchte. Dazu muss die Fachkunde nach Gruppe R 6.1/6.2 erworben werden (s. Anlage A dieser Richtlinie), was durch Besuch eines diesbezüglichen Strahlenschutzkurses und durch Erwerb einer praktischen Erfahrung (´Sachkunde´; s. Anlage F der Richtlinie) zu geschehen hat. Wenn Sie dann im Besitz aller darüber Auskunft gebenden Bescheinigungen sind, müssen Sie bei der entsprechende Stelle in Bayern die Bescheinigung Ihrer Fachkunde im Strahlenschutz beantragen. Ich weiß nicht, wie diese Stelle in Bayern heißt, aber auch das ist sicherlich im Internet leicht zu erfahren. Fragen Sie dann dort sicherheitshalber nach, ob Ihr Sachkundeerwerb im Rahmen Ihres Studiums ganz oder teilweise anerkannt wird. Wenn dann alles erledigt ist, muss noch eine Anzeige bei der örtlich für Sie zuständigen atomrechtlichen Behörde erfolgen (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV), dass Sie Röntgengeräte (im Rahmen der Qualitätssicherung) geschäftsmäßig prüfen wollen, wozu Sie auch die Bescheinigung Ihrer Fachkunde benötigen werden. Der Weg ist etwas kompliziert - das gebe ich zu. Bei Fragen kann man sich an die oben genannte Stelle wenden, welche die Fachkunde bescheinigt, oder an die besagte atomrechtliche Behörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sigrid Köhnlein-Weske schrieb am 10.01.2014 - 11:53 Uhr:
Frage:2128 BETREFF: Aktualisierung
2013 haben Kollegen nur nach §18a der Röntgenverordnung aktualisiert, möchten sich jetzt aber die Option offen halten, auch noch in die Strahlentherapie wechseln zu können. Reicht es aus, wenn ich die Kollegen jetzt noch einmal komplett aktualisieren lasse??


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Köhnlein-Weske, ich verstehe Ihre Frage dann, wenn ich unterstelle,dass es sich bei diesen Kollegen/innen um MTRA handelt, die nur nach RöV aktualisiert haben und deren Frist für die Belange der Strahlenschutzverordnung überschritten ist. Unser Antwortvorschlag: Obwohl allein durch eine Fristüberschreitung keine Fachkunde im Strahlenschutz ungültig wird, möchten wir darauf hinweisen, dass die atomrechtlich zuständigen Landesbehörden individuelle Maßnahmen einleiten können (im Extremfall bis zum Entzug der Fachkunde). Daher unser Rat: Schildern Sie das Problem bei Ihrer zuständigen Behörde, bieten Sie an, dass alle Personen noch den 8-stündigen Aktualisierungskurs nach StrlSchV absolvieren wollen und fragen Sie, ob die Behörde damit einverstanden ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  A.Bauch schrieb am 09.01.2014 - 21:35 Uhr:
Frage:2127 BETREFF: Aktualisierung Fachkunde
Sehr geehrter Dr. Ewen, das Zertifikat wurde erst gut 1,5jahre nach erfolgreicher prüfung vom zuständigen Amt ausgestellt. Welches Datum gilt denn? Das von der Prüfung oder das vom Ausstellungsdatum? Vielen Dank für Ihre Antwort. MfG A. Bauch


1. Antwort: .... das Datum der Fachkundebescheinigung, ausgestellt durch die zuständige Stelle (´Amt´). Gruß K. Ewen



  A.Bauch schrieb am 09.01.2014 - 16:05 Uhr:
Frage:2126 BETREFF: Aktualisierung Fachkunde
Sehr geehrter Dr. Ewen, vielen dank für die schnelle Antwort. Natürlich meinte ich erworben. IM Studium hatten wir Vorlesungen und die Prüfung. Wie wird verfahren, wenn die Frist von 5Jahren überschritten ist? Mit freundlichen Grüßen A. Bauch


1. Antwort: ...... wenn Sie die Fünfjahresfrist überschreiten, sind Sie in dieser Überschreitungszeit nicht mehr fachkundig im Strahlenschutz und würden gegen die RöV verstoßen, wenn Sie dann Tätigkeiten ausüben sollten, die eine Fachkunde im Strahlenschutz nach RöV verlangen bzw. voraussetzen. Ansonsten bin ich vorsichtig mit einer Aussage, wie die für Sie örtlich zuständige atomrechtliche Behörde bei einer deutlichen Überschreitung dieser Frist reagieren würde, weil diese Situation bundesweit nicht so ganz einheitlich gehandhabt wird. Wenn Sie wissen wollen, wie behördlicherseits verfahren wird, gibt es nur eins: Bei der Behörde nachfragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  gabi papadopoulou schrieb am 09.01.2014 - 15:35 Uhr:
Frage:2125 BETREFF: smv und bestrahlung
ok nehmen wir mal an das ich von der fluoroskopie 30msv, und von der abdomenct 2 jahre davor 20 msv , nieren ct im jahr 2007, thorax und 2kopf ct im jahr 2001 dann komme ich ungefaehr auf 100msv stimmt das? ich bin jetzt 40 wie hoch ist das risiko an soliden tumoren zu erkranken in den naechsten 10 jahren? habe gelesen das es ueber 25% liegt stimmt das? spielen die abstaende keine rolle? kann sich die zelle nicht selbstreparieren und regenerieren? gibt es oft doppeldna brueche in der zelle die zu mutationen fuehren? warte auf antwort vielen dank


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Papadopoulou, die in dieser Forumanfrage enthaltene Aufzählung der an Ihnen durchgeführten Röntgenuntersuchungen ab 2001 ist ja etwas länger als diejenige in Ihrer letzten Forumanfrage. Natürlich ist damit Ihre Gesamtdosis entsprechend größer, zumal es sich offensichtlich nur um CT-Untersuchungen gehandelt hat. Selbst wenn wir jetzt in der Summe mal von einer effektiven Dosis in der Größenordnung 100 mSv ausgehen sollten, ist Ihre Vermutung (woher diese auch immer stammen mag), das Tumorrisiko würde dadurch über 25 % betragen, um mehrere Größenordnungen zu hoch. Die zeitlichen Abständen zwischen den einzelnen Untersuchungen reduzieren natürlich auch das Risiko, weil bei sog. protrahierten (zeitlich verteilten) Bestrahlungen das körpereigene ´Reparatursystem´ viel effektiver arbeiten kann als bei einer Einzeitexposition. Doppelstrangbrüche in der DNA als Folge von Strahlenexpositionen kommen auch bei kleinen Dosiswerten vor. Deren Zahl steigt grundsätzlich mit der Dosis. Aber bei relativ niedriger Dosis, und dazu zählt ein Wert von 100 mSv immer noch, ist die Auswirkung derartiger Läsionen auf den Gesamtorganismus (z.B. in Form von Tumorbildungen) bei einer bestrahlten Person infolge der Wirkung des Reparatursystems geringfügig. Weiterhin ist meine Meinung: Keine Sorgen machen! Sollten Sie aber detailliertere Ausführungen über mögliche Folgen aus Ihren Röntgenuntersuchungen wünschen, dann müssten Sie sich doch an einen Experten auf dem Gebiet der Strahlenbiologie und/oder -pathologie wenden, denn das Forum RöV würde bei diesem Stand der Dinge irgendwo an seine Grenzen stoßen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stefan schrieb am 09.01.2014 - 12:10 Uhr:
Frage:2124 BETREFF: Betrieb von Gepäckdurchleuchtungsgerät
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, muss beim Betrieb eines Gepäckdurchleuchtungsgeräts (Hochschutzgerät) das Personal fachkundig sein (Fachkunde R3)? Oder dürfen auch nicht fachkundige Personen das Gerät betreiben, wenn ein SSB mit entsprechender Fachkunde bestellt ist? Vielen Dank im Voraus und viele Grüße, Stefan


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Stefan, es muss (!) ein SSB, und zwar mit Fachkunde im Strahlenschutz nach ´R3´, bestellt sein (siehe auch § 4 Abs. 3 RöV). Nach § 30 RöV gibt es für das übrige Personal zwei Möglichkeiten: Dieses verfügt auch über Fachkunde im Strahlenschutz (Nr. 1 des § 30) oder, was die Regel ist, nur über Kenntnisse im Strahlenschutz, die ´innerbetrieblich´ erworben werden können (siehe den Text in Nr. 2 des § 30). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bauch schrieb am 09.01.2014 - 10:11 Uhr:
Frage:2123 BETREFF: Aktualisierung Fachkunde
Sehr geehrter Dr. Ewen, wann muss die Fachkunde R6.1 und R6.2 aktualisiert werden? Ich habe einmal gehört, nach 7 Jahren ist ausreichend? Aber in allen Verordnungen steht 5 Jahre. Ich habe die Fachkunde während meines Medizintechnik-Studiums abgelegt und bin jetzt etwas verwirrt... MfG A. Bauch


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Bauch, ganz klar: ´5 Jahre´ ist richtig (siehe § 18a Abs. 2 Satz 1 RöV) und ´7 Jahre´ ist eine Ente. So nebenbei ist mir aufgefallen, dass Sie geschrieben haben, Sie hätten während Ihres Studiums die Fachkunde im Strahlenschutz ´abgelegt´ (meinten Sie: ´erworben´?). Denn der Erwerb der Fachkunde kann nur von der jeweils in dem bestimmten Bundesland dafür zuständigen Stelle bescheinigt werden (und nicht von einer Uni oder Hochschule). Ist das bei Ihnen geschehen? Das war zwar nicht Ihre Frage hier im Forum, aber ich wollte immerhin auf dieses mögliche Problem hinweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sandra Tammschick schrieb am 02.01.2014 - 20:33 Uhr:
Frage:2122 BETREFF: korrekte Indikation/Fragestellung
In meiner letzten Aktualisierung hatten wir einen Mitarbeiter der Ärztekammer als Dozent, der sagte:´ Bei einer Röntgenanforderung einer Thorax-Aufnahme ist es nicht ausreichend nur kurz ´Stauung,Infiltrate´ darauf zu schreiben.´ Nun sehe ich jedoch sehr häufig solche so ausgefüllten Scheine an mir vorübergehen. Ein Arzt erklärte mir auf eine Nachfrage, er habe noch anderes zutun und das hält schon genug auf. Reicht diese Angabe oder ein lapidares ´Fraktur?´ oder kann ich die Scheine zurückgeben und um weitere Erläuterungen bitten?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Tammschick, ich gehe mal davon aus, dass Sie MTRA oder MFA sind. Wenn das so ist, dann können und dürfen Sie die rechtfertigende Indikation (siehe § 23 Abs. 1 RöV) nicht überprüfen sondern Sie führen die Untersuchung nach Stellung der rechtfertigenden Indikation (also nach Anforderung) eines Arztes, der (hoffentlich ) die entsprechende Fachkunde im Strahlenschutz besitzt, durch (§ 24 Abs. 2 RöV). Weitere Informationen über die medizinischen Randbedingungen der betreffenden Röntgenuntersuchung können und müssen Sie nicht verlangen. Wenn der anfordernde Arzt auch den Befundbericht schreibt, muss er spätestens hier die fehlenden klinischen Informationen dokumentieren(das ist nach DIN 6827-5 ein ´muss´ ). Erfolgen die Stellung der rechtfertigenden Indikation und/oder die Befundung durch einen anderen Arzt (z.B. durch einen Radiologen), so könnte (sollte) dieser den Anforderungsschein zurückweisen, und zwar mit der Bitte um vollständige Angaben. Oder er muss den Patienten selbst untersuchen. Erfahrungsgemäß macht man sich damit in der Klinik keine Freunde . Die unvollständige Mitteilung der klinischen Angaben oder einer dezidierten Fragestellung stellt übrigens einen Verstoß gegen die Berufsordnung dar. Leider spielt sich das wahre ´radiologische Leben´ nicht selten so ab, wie Sie es geschrieben haben(aus 20jähriger Klinikerfahrung eines medizinischen Kollegen, den ich für diese Forumanfrage kontaktiert hatte). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  gabi papadopoulou schrieb am 02.01.2014 - 18:34 Uhr:
Frage:2121 BETREFF: magen darm passage mit barium /fluoroskopie
habe letztens eine magendarm durchleuchtung gemacht mit bariumkontrastmittel hat ueber 30 min gedauert wie hoch war ungefaeht die belastung in msv bin 40 jahre alt weiblich bin sehr beunrugigt habe von belastungen von 30 - 100msv gelesen kann das stimmen dann bin ich ja hochkrebsgefaehrdet


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Papadopoulou, heutzutage gibt man oft die Patienenexposition besonders bei etwas komplexeren Röntenuntersuchungen, wozu auch eine Magen-Darm-Untersuchung (´MDP´) zählt, als so genannte effektive Dosis an. Eine reine Durchleuchtungszeit von über 30 Minuten ist für eine MDP in der Tat sehr viel. Aber möglicherweise war mit diesen 30 Minuten die Untersuchungszeit insgesamt gemeint und nicht die Durchleuchtungszeit, die, untersuchungstechnisch bedingt, kürzer als die Untersuchungszeit ist. Wie auch immer, ich weiß nicht, welche Dosisgröße mit ´Belastung´ von 30 - 100 mSv ausgedrückt worden ist. Aber nehmen wir mal an, mit ´Belastung´ sei die effektive Dosis gemeint gewesen und weiterhin, die Durchleuchtungszeit hätte eine Größenordnung von 30 min betragen (dazu kommen sicherlich noch ein paar Röntgenaufnahmen), dann würde die effektive Dosis am unteren Ende der Angabe ´30 - 100 mSv´ liegen. Das ist nicht wenig, aber vom Standpunkt eines Strahlenrisikos sind Sie keineswegs ´hoch´ krebsgefährdet. Das Risiko ist immerhin noch so gering (nicht gleich Null - das ist auch klar), dass Sie deswegen nicht beunruhigt sein müssen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



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