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  Melanie schrieb am 29.10.2014 - 16:54 Uhr:
Frage:2307 BETREFF: Wie Schwangerschaft ausschließen?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, die Röntgenverordnung erwartet in § 23 Abs. 3 ja, dass Frauen in gebährfähigem Alter gefragt werden, ob eine Schwangerschaft besteht oder bestehen könnte. Darf ich mich da allein auf die ja/nein-Aussagen der Frauen verlassen? Oder gibt es Vorgaben in Richtlinien o.ä.? Muss ich den 1. Tag der letzten Regel erfragen? Gibt es Indikatoren, die lt. einer Richtlinie gegen die Röntgenuntersuchung sprechen, z.B. > 10. Zyklustag o.ä.? Im Voraus vielen Dank!


1. Antwort: Hallo Melanie, ja, Sie dürfen und müssen sich auf die ja/nein-Aussagen der betreffenden Frauen verlassen. Weitere Nachfragen bzw. Nachforschungen in dieser Hinsicht sind vor der medizinischen Anwendung von Röntgenstrahlung seitens des Personals nicht erforderlich bzw. gefordert. Aber nicht vergessen: Die Antwort zu dieser Befragung aufzeichnen (§ 28 Abs. 1 Nr. 1 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kunde schrieb am 28.10.2014 - 14:16 Uhr:
Frage:2306 BETREFF: Fahrbarer Röntgentisch Medizinproduktegesetz?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Wir haben einen Fahrbaren Röntgentisch gekauft, fällt dieser unter das Medizinproduktegesetz? Muss ich für diesen Tisch eine Einweisung und auch eine Abnahmeprüfung vorweisen können? Für Ihre Mühe danke ich Ihnen im Voraus.


1. Antwort: Hallo, 1) Einweisung? Ja, nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV. 2) Medizinprodukte-Gesetz? Röntgeneinrichtung ist ein Medizinprodukt, wenn es in der Medizin, z.B. in der Röntgendiagnostik, eingesetzt werden soll (§ 4 Abs. 2 Nr. 1b RöV; CE-Kennzeichnung erforderlich). 3) Abnahmeprüfung? Ja, nach § 16 Abs. 2 RöV erforderlich, wenn das Gerät zur Untersuchung von Menschen genutzt wird. 4) Weiterhin: Überprüfung durch Sachverständigen vor Inbetriebnahme (§ 4 Abs. 2 Nr. 1 RöV) und Anzeige der Inbetriebnahme bei zuständiger Behörde (§ 4 Abs. 1 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Heinrich Reike schrieb am 27.10.2014 - 10:53 Uhr:
Frage:2305 BETREFF: DSA/PTA mit MTRA?
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, wir führen regelmäßig und geplant DSA des Beckens bzw. der Beine, ggf. kombiniert mit einer PTA je nach Befund durch. Der Untersucher ist Angiologe mit der Fachkunde im Strahlenschutz für den Anwendungsbereich ´Anwendung von Röntgenstrahlen bei Interventionen der Gefäße´. Die Frage: Ist die Anwesenheit einer MTRA bei der DSA und/oder PTA notwendig oder reicht als Assistenz eine MFA? Ganz herzlichen Dank für Ihre Antwort und freundliche Grüße Dr. H. Reike


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Reike, auch eine MFA darf diese Assistenz ausführen (´technische Durchführung´ im Sinne des § 2 Nr. 7 RöV). Allerdings müssen dafür nach § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV zwei Bedingungen erfüllt sein: 1) Diese Person muss über die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen. 2) Es muss die ständige Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend im Strahlenschutz fachkundigen Arztes gegeben sein, was bei den von Ihnen geschilderten radiologischen Tätigkeiten sicherlich der Fall sein wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Friedrich Groß-Alltag schrieb am 25.10.2014 - 21:20 Uhr:
Frage:2304 BETREFF: Ärztliche Stelle widerspricht Minimierungsgebot !
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, seit mehr als 10 Jahren als Veranstalter von Aktualisierungskursen tätig, fiel mir schon bald durch Rückmeldungen der Teilnehmer auf, dass unterschiedliche Ärztlichen Stellen (z.B. in Bayern die der BLÄK und die der KV) teils gegensätzliche Standpunkte z.B. bzgl. der Vervollständigung von Urogramm-Untersuchungen vertreten. Während die eine dem Minimierungsgrundsatz entsprechend einen Stopp bei Beantwortung der Fragestellung fordert, will die andere in jedem Fall die ganze Serie laut Lehrbuch sehen! Vor 10 Jahren dachte ich noch, dass dies ´Anlaufschwierigkeiten´ seien, doch besteht dieser Widerspruch nun doch schon seit einer Dekade unverändert, wie mir aktuelle Rückmeldungen zeigen. Zwei Fragen stellen sich mir hierzu: 1.) gibt es eine Einrichtung, die die Qualität der Ärztlichen Stellen sichert? 2.) findet unter den Ärztlichen Stellen (bundesweit) ein Abgleich der Kriterien statt, nach denen die Überprüfungen bewertet werden? Mit freundlichen Grüßen Friedrich Groß-Alltag


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Groß-Alltag, es gibt eine Vereinigung, in der viele Kursveranstalter zusammengefasst sind, die sich ´Qualitätsverbund Strahlenschutzkursstätten´ nennt. Deren Internetadresse lautet: www.strahlenschutzkurse-qsk.de. Vielleicht noch wichtiger für Ihre Fragestellung könnte der ´Zentrale Erfahrungsaustausch der Ärztlichen Stellen nach § 17a RöV & § 83 StrlSchV´ sein. Kontakthinweise findet man im Internet, z.B. unter Google ´Zentraler Erfahrungsaustausch der Ärztlichen Stellen´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bernadette Gostner-MTRA schrieb am 23.10.2014 - 00:22 Uhr:
Frage:2303 BETREFF: Maximale lokale Hautdosis für Patienten
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Wie wird die maximale lokale Hautdosis in der Durchleuchtung für Patienten errechnet? Kann über das DFP von 5000 cGy x cm2 bei einer PTCA die maximale lokale Hautdosis für den Patienten errechnet werden? Wäre die lokale Hautdosis im Bereich bei gleichem DFP im Beckenbereich gleich oder höher bzw. geringer? Wenn möglich bitte Berechnungsformelangeben Danke für Ihre Antwort Bernadette Gostner


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Gostner, man muss für diese Rechnung (Abschätzung) folgendes beachten: 1) Das DFP ist unabhängig vom Fokus-Haut-Abstand. 2) Mit ´Dosis´ ist beim DFP die Einfalldosis gemeint. Die Hautdosis ist um einen gewissen Faktor, der u.a. von der Feldgröße abhängt, größer als die Einfalldosis - sagen wir mal im Mittel um einen Faktor 1,2. 3) Die Äquivalentdosis (in Sv) ist für diagnostische Röntgenstrahlung in etwa identisch mit der Energiedosis (in Gy). 4) Nehmen wir mal eine mittlere Feldgröße im Fokus-Haut-Abstand von F = 625 cm2 an. 5) Für das DFP wählen wir die auch von Ihnen angegebene Einheit cGy x cm2 (Vorsicht: es gibt auch andere Einheiten!). Dann ist die Hautdosis gleich (1,2 x DFP) / F in cSv oder (12 x DFP) / F in mSv. Als Beispiel: Hautdosis ist gleich (12 x 5000) / 625 = 96 mSv. Das ist die maximale Hautdosis, und zwar unter der Voraussetzung, dass während der Durchleuchtung dieses Hautareal immer in der Nutzstrahlung gelegen hat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Imke Rieksmeier schrieb am 21.10.2014 - 10:41 Uhr:
Frage:2302 BETREFF: mobiles Röntgen
Sehr geehrte Damen und Herren, Ich betreibe seit 10 Jahren eine mobile Tierarztpraxis in Hamburg. Nun möchten wir in unseren Praxiswagen, einen VW T5 ein Röntgengerät einbauen. Wir planen das Gerät an der Decke fest zu instalieren und nur vertikal Richtung Fußbden zu röntgen. Ist es möglich dafür eine Zulassung zu erhalten und wer muss diese erteilen? Die Dame von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz sagte mir, da ich auch in Schleßwig-Holstein fahre (allerdings in Hamburg niedergelassen bin) müsse ich eine überregionale Genhemigung haben, der ALLE! Bundesländer zustimmen müssten. Eine mobile Kollegin in Niedersachsen widerum hat ihr Gerät nur beim TÜV angezeigt und ohne weitere Nachfragen genehmigt bekommen. Mit freundlichen Grüßen Imke Bartels


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dr. Rieksmeier, die Betriebsgenehmigung muss bei der entsprechenden Behörde in Hamburg beantragt werden. Dabei ist der räumliche Tätigkeitsbereich zu beschreiben. Wenn, wie in Ihrem Fall, nur noch Schleßwig-Holstein als Einsatzgebiet hinzukommt, kann die Behörde in HH hierzu das Einvernehmen mit der Behörde aus SH herstellen und die notwendigen Auflagen in der Genehmigung festlegen. Eine Genehmigung für alle Bundesländer ist keineswegs erforderlich, es sei denn, jemand will in all diesen Ländern tätig werden. Die Aussage Ihrer ´mobilen´ Kollegin muss angezweifelt werden, denn der TÜV ist keine Behörde (sondern gehört zu den nach RöV behördlich bestimmten Sachverständigen). In Niedersachsen sind die Gewerbeaufsichtsämter die strahlenschutzrechtlich zuständigen Behörden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  F.Friedrich schrieb am 13.10.2014 - 16:17 Uhr:
Frage:2301 BETREFF: Teilradiologie
Sehr geehrte Damen und Herren, ich besitze die Zulassung der Teilradiologie in Sachsen-Anhalt. Auf Grund meiner Ausbildung in der Unfallchirurgie bekam ich jedoch nur die Zulassung der Skelettradiologie. Da ich mich in absehbarer Zeit niederlassen möchte wäre es mir wichtig,auch die Zulassung für das Thoraxröntgen zu erwerben. Können Sie mir mitteilen, welche Voraussetzungen zum Erwerb des Thoraxröntgen notwendig sind. Mit bestem Dank F.Friedrich


1. Antwort: Sehr geehrter Herr/Frau Friedrich, die entsprechenden Regelungen finden sich in der Richtlinie „Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin“ in der Fassung vom 27.06.2012. In der Tabelle 4.2.1 dieser Richtlinie sind die sogenannten „Sachkundezeiten“ und die notwendigen „dokumentierten Untersuchungen“ aufgelistet. Danach gilt für den Erwerb der Fachkunde für das Organsystem/Anwendungsgebiet Thorax eine Mindestsachkundezeit von 12 Monaten und eine nachzuweisende Anzahl von 1000 Untersuchungen. Da Sie aber bereits über eine Fachkunde in einem Anwendungsgebiet (Skelett) verfügen, reduziert sich die Mindestzeit für das Anwendungsgebiet Thorax um die Hälfte und die Anzahl der dokumentierten Untersuchungen reduziert sich entsprechend. Voraussetzung ist, dass die vorhandene Fachkunde aktuell ist. Im Klartext heißt diese Regelung, dass Sie unter der Leitung einer/eines im Anwendungsgebiet Thorax fachkundigen Kollegin/Kollegen bei den anfallenden Untersuchungen mindestens sechs Monate mitwirken und insgesamt 500 Untersuchungen nachweisen müssen. Da sich die dokumentierten Untersuchungen auf die Mitwirkung bei der rechtfertigenden Indikation, auf die technische Durchführung und auf die Befundung beziehen, die Verteilung dieser verschiedenen zu erlernenden Tätigkeiten aber nicht in allen Bundesländern gleich ist, empfehle ich Ihnen, bei der für Sie zuständigen Ärztekammer die nachzuweisende Verteilung zu erfragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  jeremies schrieb am 13.10.2014 - 13:55 Uhr:
Frage:2300 BETREFF: C-Bogen
Sehr geehrter Herr Professor, liefert ein vorhandener C-Bogen auch für eine Rö-Thorax-Aufnahme am Bett verwertbare Bilder oder brauche ich dafür ein anderes Gerät?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Jeremies, ich hatte Ihnen ja schon mitgeteilt, warum ich erst jetzt dazu gekommen bin, auf Ihre Frage einzugehen. Tut mir Leid. Nun aber: Grundsätzlich könnte man ein mobiles C-Bogengerät für Thoraxaufnahmen am Bett, also am liegenden Patienten, benutzen. Dazu müssten aber eine Reihe von technischen Qualitätsanforderungen erfüllt sein, wobei ich natürlich nicht weiß, ob diese von dem Ihnen verfügbaren Gerät eingehalten werden. Sicherlich müsste es ein modernes Gerät mit einem Flatpaneldetektor sein, der die für eine Thoraxaufnahme notwendige relativ große Feldgröße liefern kann. Dann kommen noch weitere Anforderungen hinzu, die man aus der Leitlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik (diese ist im Internet einsehbar) entnehmen kann (dort: ab S. 33 ´Thorax´, speziell auf S. 34 ´Besonderheiten bei Aufnahme im Liegen´): Aufnahmespannung: 70 - 110 kV; Brennflecknennwert: kleiner gleich 1,3; Fokus-Detektor-Abstand: 90 - 120 cm; Expositionszeit: < 20 ms; Bildempfängerdosis: kleiner gleich 5 uGy. Außerdem muss die Ortsauflösung größer gleich 2,4 Lp/mm sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  jeremies schrieb am 13.10.2014 - 13:54 Uhr:
Frage:2299 BETREFF: C-Bogen
Sehr geehrter Herr Profesor, liefert ein vorhandener C-Bogen auch für eine Rö-Thorax-Aufnahme am Bett verwertbare Bilder oder brauche ich dafür ein anders Gerät?


1. Antwort: Diese Frage wurde zweimal gestellt. Antwort: siehe Frage Nr. 2300. K. Ewen



  Kai Gottwals schrieb am 13.10.2014 - 09:01 Uhr:
Frage:2298 BETREFF: Konstanzprüfung Cine-Mode
Hallo Herr Prof. Ewen, bei C-Bögen mit Cine-Mode erhalten wir immer wieder die Frage, ob eine Festlegung von Bezugswerten und eine Konstanzprüfung erforderlich ist. Ich bin der Meinung, dies geht indirekt aus Tabelle 6 (DIN 6868-150) und Tabelle D.2 (DIN 6868-4) hervor - also JA! Hier sollte evtl. die Norm und / oder die QS-RL klarstellend ergänzt werden. Wie sehen Sie dies?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gottwals, wir können es knapp machen: Ich bin auch Ihrer Meinung. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Marie-Thesese Scheffler schrieb am 08.10.2014 - 21:40 Uhr:
Frage:2297 BETREFF: fehlender Röntgenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank für die prompte Antwort, sie wird mir weiterhelfen, den Patienten aufzuklären. Mit freundlichen Grüßen Marie Therese Scheffler Leitende MTRA Augusta Krankenhaus Düsseldorf


1. Antwort: .... trotzdem viel Spaß bei Ihrer Arbeit! K. Ewen



  Marie schrieb am 08.10.2014 - 17:59 Uhr:
Frage:2296 BETREFF: Arzthelferin
Hallo, Ich arbeite in einem Haus mit Teleradiologie. Da dadurch nie ein Radiologe vor Ort ist, stellt sich mir die Frage ob eine Arzthelferin mit Röntgenschein überhaupt röntgen darf. Tag,Nacht oder Bereitschaft Liebe Grüße


1. Antwort: Hallo Marie, im Zusammenhang mit der Teleradiologie nach § 3 Abs. 4 Röntgenverordnung (RöV) darf die sog. technische Durchführung der Röntgenuntersuchung nur durch einer MTRA erfolgen. Außerhalb der Teleradiologie darf eine MFA, also z.B. eine Arzthelferin mit ´Röntgenschein´, eine Röntgenuntersuchung technisch durchführen, vorausgesetzt aber, dass ein im Strahlenschutz entsprechend fachkundiger Arzt (muss nicht unbedingt ein Radiologe sein) ´im Haus´ ist und somit die ständige Aufsicht und Verantwortung für diese Tätigkeit übernehmen kann (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Das gilt ganz allgemein - also zu jeder Tages- und Nachtzeit. Viele Grüße K. Ewen



  Marie-Therese Scheffler schrieb am 07.10.2014 - 17:25 Uhr:
Frage:2295 BETREFF: fehlender Röntgenschutz
Sehr geehrter Prof.Ewen, in einer Auseinandersetzung mit einem Patienten wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir eine Quelle, besser noch eine schriftliche Grundlage, liefern könnten, die nachweist, dass für eine Torax-Aufnahme keine Röntgenschüze notwendig ist. Dies ist jedenfalls meine Erkenntis nach einer Strahlenschutzbelehrung Ihrerseits. Mit bestem Dank im voraus Marie-Therese Scheffler Leitende MTRA Augusta-Krankenhaus


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Scheffler, eine Thoraxaufnahme mit Hartstrahltechnik und möglicherweise mit einem digital arbeitenden Festkörperdetektor hoher DQE gehört mit zu den sog. Niedrigdosisuntersuchungen. Dementsprechend ist auch die durch Streustrahlung erzeugte Gonadendosis sehr gering. Diese geringe Gonadendosis kann nur in unzureichender Weise mit einer Gonadenschutzschürze abgeschirmt werden, weil ein nicht geringer Teil dieser Strahlung ihren Weg durch den Körper nimmt. Rechtlich wirklich belastbar ist nur die Forderung in § 25 Abs. 3 RöV, wonach Körperbereiche, die nicht von der Nutzstrahlung (!) getroffen werden müssen, entsprechend zu schützen sind. Ich sage in Strahlenschutzkursen im Zusammenhang mit manchmal aufkommenden Diskussionen um den Gonadenschutz bei Thoraxaufnahmen immer, dass man den Schutz (in der Regel die sog. Halb- oder Bügelschürze) anlegen sollte, dass er aber mehr der psychologischen Beruhigung der Patienten dienen würde als einer realen und einigermaßen wirksamen Reduzierung der Gonadendosis. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  H.Tobias schrieb am 06.10.2014 - 19:39 Uhr:
Frage:2294 BETREFF: mAs Anzeige im DICOM Header
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, gibt es irgendwelche gesetzliche Vorschriften bzw.Regelungen in Bezug auf die mAs Anzeige im DICOM Header? Ich habe neulich eine Software getestet und festgestellt, das obwohl mit 2,5mAs geröntgt wurde, der Wert im DICOM Header und damit auch im PACS auf 3mAs gerundet wird. Meine Frage ist nun, ob dies zulässig ist?


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Tobias, mir ist eine Regelung, dass man im DICOM Header den mAs-Wert nicht auf- bzw. abgerundet (also ohne Kommastelle) eintragen darf, nicht bekannt. Und wenn es eine derartige Regelung wirklich geben sollte, so würde ich nach dem strahlenschutztechnischen Sinn fragen, denn ein mAs-Produkt auf- bzw. abgerundetes ja oder nein ist für mich strahlenbiologisch gesehen dasselbe. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ilke Finkenstein schrieb am 02.10.2014 - 10:36 Uhr:
Frage:2293 BETREFF: Strahlenschutz beim Röntgen des Beckens
Muss beim Röntgen des Beckens oder einer tief eingestellten Beckenaufnahme mit liegender Hüft-TEP auf die An- bzw Abwahl einer Messkammer geachtet werden?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Finkenstein, wenn die Messkammer der Belichtungsautomatik über einer TEP (Totalen Endoprothese) ober über einem anderen Metallimplantat liegt, schaltet sie wegen der hohen Absorption der Röntgenstrahlung in dem Implantat die Aufnahme zu spät ab, und das dann logischerweise mit entsprechender Dosiserhöhung, so dass daraus, wenn man mit analoger Technik (Film-Folien-System) arbeitet, eine Überbelichtung resultiert. Die Aufnahme müsste somit wiederholt werden. Eine ´normale´ Beckenaufnahme wird üblicherweise mit Nutzung beider Seitenkammern angefertigt. Manchmal wird in diesem Fall nur mit der Mittelkammer gearbeitet. In beiden Fällen kommt es kaum zu Überlagerungen mit der TEP. Allerdings kann es beim ´tief eingestellten Becken´ zu Überlagerungen kommen, wenn man die Seitenkammern nutzt. Hier kann es also vorteilhaft sein, nur die Mittelkammer zu nutzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heiderose Hempel-Marchand schrieb am 01.10.2014 - 13:44 Uhr:
Frage:2292 BETREFF: Strahlenexposition der Pat. am DVT Geräten für Bereich Orthopädie/HNO
Hallo sehr geehrter Herr Prof. Ewen, aufgrund einer Anfrage einer befreundeten Orthopädin, die sich ein DVT Gerät( kein 3D-Cbogen) kaufen will, wende ich mich nun an Sie. Die Firma preist das Gerät mit sehr niedrigen Expositionsdaten für Patienten an( Faktor 4-5 geringer als konventionelle Röntgenaufnahmen und CT Aufnahmen). Sie als unabhängiger Medizin -Physiker können das bestimmt besser aufgrund von Messungen beurteilen, sind solche Aussagen über diese neuartigen Geräte wirklich stimmig? Wenn ja, wo können wir denn eine Übersichtstabelle über Pat.Expositionsdaten beziehen.? Ist die Bildqualität, dem eines MRT oder CT im Bereich von Extremitäten ( Hand, Fuß, Ellenbogen, Gesichtsschädel etc)gleich zu setzen? Sie wissen ja ,Gerätehersteller /Vertreiber wollen ihre Produkte verkaufen, aber wir wollen doch eine unabhängige Meinung dazu ´hören´.Der Strahlenschutz des Patienten sowie eine gute Bildqualität muss an erster Stelle stehen, und nicht die Wirtschaftlichkeit des Gerätes. Wo können diese DVT Kurse für Orthopäden/HNO besucht werden, um die Fachkunde zu beziehen.? Für einen Tipp wäre ich Ihnen sehr Dankbar. Schön, dass es das Forum gibt ;-), Bis dahin alles Gute.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Hempel-Marchand, es hat mit der Antwort etwas länger gedauert, weil ich mich, was die rein medizinisch-radiologischen Fragen betrifft, auch erst einmal schlau machen musste. Gehen wir Ihre Fragen der Reihe nach durch. 1) ´Die Firma preist das Gerät mit sehr niedrigen Expositionsdaten für Patienten an( Faktor 4-5 geringer als konventionelle Röntgenaufnahmen und CT Aufnahmen)´. Kommentar dazu: Das kommt darauf an. Informationen kosten immer Dosis. Der Orthopäde nutzt das Gerät vorwiegend für Hände, Füße und die HWS. So nur Hochkontraststrukturen interessieren, können die Untersuchungen natürlich mit einer relativ niedrigen Dosis durchgeführt werden. Allerdings gibt es keine Weichteilinformationen, die wir bei den deutlich aufwändigeren Verfahren, wie CT und MRT, erhalten würden. 2) ´Sie als unabhängiger Medizin-Physiker können das bestimmt besser aufgrund von Messungen beurteilen, sind solche Aussagen über diese neuartigen Geräte wirklich stimmig?´ Kommentar dazu: Aus der Sicht eines Arztes ist das Indikationsspektrum sehr gering. Hand und Fuß: Fraktur? Ist aber auch gut im CT zu klären, und zwar mit wahrscheinlich nur gering höherer Dosis, da der sog. Gewebe-Wichtungsfaktor im Bereich der Hand nur gering ist. HWS: Einengung der Neuroforaminae? Vermutlich ist diese Frage mit einem neuen DVT mit einer niedrigeren Dosis abzuklären als mit einem älteren ´Wald-und-Wiesen-CT´. Wenn man jedoch neue DVT-Technik mit neuer (allerdings viel teuerer) CT-Technik vergleicht, dann wird die benötigte Dosis bei beiden Verfahren etwa gleich sein. Dazu gibt es eine schöne Arbeit von W. Kalender 2012. Der Nachteil ist bei DVT jedoch, dass immer die Weichteile – auch die Bandscheiben – zu kurz kommen. Auch muss das konventionelle Röntgen natürlich bei einer Stufendiagnostik zuerst erfolgen. Sie wird nicht durch das DVT ersetzt. 3) ´Wenn ja, wo können wir denn eine Übersichtstabelle über Pat.Expositionsdaten beziehen?´ Antwort dazu: So aus dem Stand geht das bei mir auch nicht - zumindest was sehr neue Daten betrifft. Ich müsste mich also auch durch gewisse Recherchen z.B. im Internet schlau machen. 4) ´Ist die Bildqualität dem eines MRT oder CT im Bereich von Extremitäten (Hand, Fuß, Ellenbogen, Gesichtsschädel etc) gleich zu setzen?´ Kommentar dazu: Definitiv nein. DVT gibt derzeit keine Weichteilinformationen. Die Dichtewerte sind zudem nicht normiert, damit auch nicht für artdiagnostische Bestimmungen (Abszess? Knochendichteminderung?) verwertbar. Das aber kann das CT. 5) ´Sie wissen ja, Gerätehersteller/Vertreiber wollen ihre Produkte verkaufen, aber wir wollen doch eine unabhängige Meinung dazu hören. Der Strahlenschutz des Patienten sowie eine gute Bildqualität muss an erster Stelle stehen, und nicht die Wirtschaftlichkeit des Gerätes.´ Kommentar dazu: Zunächst einmal muss ich die Kollegen/innen aus der Industrie in Schutz nehmen. Ich arbeite mit vielen in Arbeitskreisen und anderen Gruppen zusammen. Der Strahlenschutz hat bei ihnen eine ziemlich hohe Priorität. Aber zum Thema hier: Es gibt bisher relativ wenige Situationen, in denen der Strahlenschutz wirklich durch das DVT in der Orthopädie profitiert. DVT ist aber immer eine Selbstzahlerleistung. Das ist natürlich ein Aspekt, welcher die Orthopäden vielleicht in Versuchung bringen könnte, ein derartiges Gerät zu beschaffen. Das Röntgen des Fußes z.B. für gesetzlich versicherte Patienten bringt weniger als 10 Euro, ein DVT vom Fuß wird mit 100 - 300 Euro berechnet. Zudem sind DVTs älteren Baudatums schon für geringe Preise (30 T€) erhältlich. Bei diesen kann dann natürlich auch nicht das niedrige Dosisniveau erwartet werden, was bei modernen Geräten (200 T€) erreichbar wäre. Operativ tätige Hand- und Fußchirurgen könnten vor und nach komplizierten Umstellungsosteotomien das DVT sinnvoll nutzen. Das ist aber bisher noch relativ selten der Fall. Es gibt Orthopäden, die z.B. selbst Füße operieren, die der Meinung sind, dass nahezu alle wichtigen Fragen in diesem Zusammenhang bereits durch das konventionelle Röntgen geklärt werden können und die deshalb die DVT nicht als bedeutend wichtig für die Orthopädie ansehen. 6) ´Wo können diese DVT Kurse für Orthopäden/HNO besucht werden, um die Fachkunde zu beziehen? Für einen Tipp wäre ich Ihnen sehr dankbar.´ Ich kann hier im Forum RöV keine derartigen Informationen geben, weil diese bundesweit gesehen nicht vollständig sein können und damit mein ´Tipp´ verständlicherweise als ´versteckte´ Werbung ausgelegt werden könnte. 7) ´Schön, dass es das Forum gibt.´ Danke dafür und viele Grüße K. Ewen



  Heiderose Hempel-Marchand schrieb am 01.10.2014 - 13:31 Uhr:
Frage:2291 BETREFF: Spezialkurs Interventionen Wer muss diesen besuchen?
Hallo Herr Prof.Ewen, stehe gerade im ´Streitgespräch´ mit einem SSB der Kardiologie einer Klinik. Folgendes:Ein Facharzt der Inneren Medizin hat seit 01/2013 seinen Kombikurs/ Spezialkurs und die Anzahl der Untersuchungen für den Bereich ´Herz´ erfüllt und möchte nun seine Fachkunde beantragen. Laut der Fachkunde Richtlinie von 2012 muss dieser Arzt zusätzlich den Spezialkurs Interventionen besuchen?. Der SSB meinte ´Nein´, muss er nicht, es bestehe keine Veranlassung. Aber, alle Ärzte im Bereich der Interventionellen Radiologie ( TIPPS ,Stents;Ports etc) müssen doch seit 1.3.2006 ( Stichtag) so einen Spezialkurs besuchen, wenn Sie auf diesem Gebiet arbeiten und eine Fachkunde beziehen wollen?!. oder ist das Länderspezifisch geregelt? Bitte um Stellungsnahme. Der Assistenzarzt ist ganz verunsichert, da der ltd. Oberarzt diese wichtige Fortbildung ablehnt, warum auch immer. Freue mich wieder was von Ihnen zu hören. Grüsse aus Bonn


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Hempel-Marchand, die Richtlinie „Fachkunde nach RöV/Medizin“ unterscheidet zwischen der ´reinen´ Diagnostik (Fachkundegruppe Rö 3.6) und den Interventionen (FKG Rö 7). Wenn eine ´reine´ Diagnostik am Herzen erfolgt und ausschließlich die FKG Rö 3.6 erworben werden soll, dann sind neben der praktischen Erfahrung (´Sachkunde´) der Grundkurs und der Spezialkurs Röntgendiagnostik (Anlage 1 und 2.1 der Richtlinie) erfolgreich zu besuchen. Wenn zusätzlich die Fachkunde für fluoroskopische Interventionen erworben werden soll, dann ist zusätzlich der Spezialkurs Interventionen erfolgreich zu besuchen und es ist die Sachkunde für diesen Bereich zu erwerben. Dies bedeutet, dass die Fachkunde für fluoroskopische Interventionen nicht isoliert sondern nur in Verbindung mit einer Fachkunde für das Gesamtgebiet oder einem entsprechendem Organgebiet oder einem begrenzten Anwendungsgebiet erworben werden kann und zusätzlich auch der Interventionskurs besucht werden muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Karl-Ludwig Stange schrieb am 01.10.2014 - 11:22 Uhr:
Frage:2290 BETREFF: Kursanerkennung
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, ich bin Kursveranstalter und möchte einen R3 Kurs in NRW durchführen. Die zuständige Stelle verlangt einen zweiten Dozenten, dies sei nach einem Beschluss durch den LA RöV notwendig. Falls das so sein sollte, würde mich die Begründung dafür interessieren. Mit freundlichen Grüßen Stange


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stange, in den Bundesländern gibt es regelnde Erlasse (Anweisungen) an die Behörden, die sich zum Teil an Festlegungen und inhaltlichen Diskussionen aus dem Länderausschuss RöV und dem Fachausschuss Strahlenschutz orientieren. Diese betreffen vielfältige Regelungsbereiche und u.a. auch die Durchführung von Strahlenschutzkursen. Für das Land NRW ist z.B. festgelegt, dass in Strahlenschutzkursen, die den medizinischen Bereich betreffen, in der Regel drei fachkompetente Referenten mitwirken müssen. Für Online-/Präsenzkurse ist als Regel festgelegt, dass in der Präsenzphase zwei fachkompetente Referenten mitwirken müssen, um insbesondere auch schwierige Fragen beantworten zu können. Man muss davon ausgehen, dass sich die zuständige Stelle für die Anerkennung von Strahlenschutzkursen an diesen Regelungen orientiert hat, im besonderen Fall (z.B. FK R3) aber von der Anforderung nach drei Referenten abgesehen hat. Es ist also nichts dagegen einzuwenden, dass an einem ´nichtmedizinischen´ Strahlenschutzkurs von mindestens acht Unterrichtseinheiten nur 2 Referenten mitwirken dürfen (z.B. einerseits für den rechtlichen Strahlenschutz und andererseits für den technisch-physikalischen Strahlenschutz). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Boris Wachert schrieb am 26.09.2014 - 13:01 Uhr:
Frage:2289 BETREFF: Personendosimetrie Röntgen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir haben in unserer Klinik (Grund - und Regelversorgung - 130 Betten) Mitarbeiter ohne Überwachung durch die Personendosimetrie, die gelegentlich in der Durchleuchtung tätig sind, dort aber sicher innerhalb eines Jahres keine Ganzkörperdosis erhalten, die über 6 mSv liegt, sondern nach Aussage des Sachverständigen weit darunter. Benötigen diese Mitarbeiter ein ´Tagesdosimeter´ oder reicht der Nachweis aus, dass dort während der z.B. 5 Durchleuchtungsuntersuchungen pro Jahr laut Sachverständigenbericht eine Dosis in Höhe von 6mSv nicht zu erwarten ist ? Herzliche Grüße B. Wachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wachert, nach § 35 Abs. 1 Satz 1 RöV muss bei allen Personen, die sich aus beruflichen Gründen im Kontrollbereich aufhalten, die Körperdosis ermittelt werden, was in der Regel mittels Personendosimetrie erfolgt. Das würde auch für die hier von Ihnen angesprochenen Mitarbeiter gelten. Bei sehr kleinen Dosiswerten, wie sie offensichtlich für Ihre Mitarbeiter laut Aussage des Sachverständigen vorliegen, besteht die Möglichkeit, dass die für Ihr Haus zuständige atomrechtliche Behörde nach § 35 Abs. 1 Satz 2 RöV eine Ausnahme von der Pflicht zur Durchführung der Personendosimetrie zulassen kann. Also mein Vorschlag: Kontakt mit dieser Behörde aufnehmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Prof. K. Ewen schrieb am 24.09.2014 - 08:26 Uhr:
Frage:2288 BETREFF: Ergänzung zur Frage Nr. 2253
Zusatzinformation zur Antwort auf die Frage von Herrn Pohlmann (Nr. 2253). K. Ewen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pohlmann, wir haben - leider mit einer ziemlichen Verspätung - noch eine Zusatzinformation zu Ihre Frage erhalten. Ihre Frage (Nr. 2253) lautete damals: ´Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Auf eine Stelle als MTAR habe ich eine Bewerbung aus den Niederlanden erhalten. Der Bewerber hat den 4jährigen Bachelor-Studiengang zum MBRT absolviert. Ist der Abschluss in Deutschland anerkannt? Gibt es Bedingungen die zusätzlich erfüllt werden müssen? Vielen Dank und freundliche Grüße“. Inzwischen hat ein Kollege aus Niedersachsen, den ich angesprochen hatte, weitere Informationen erhalten: Danach haben die Kollegen aus den Niederlanden die Ausbildung zur MBRT zusammenfassend wie folgt beschrieben: Der Bachelorkurs zur MBRT deckt die Inhalte der MTRA-Ausbildung ab. Für die praktische Erfahrung sind 2 x 720 Stunden im dritten Jahr der Ausbildung in Radiologie und Strahlentherapie oder Nuklearmedizin erforderlich. Daneben haben die Studenten in den ersten zwei Jahren 100 bis 150 Stunden für die praktischen Versuchen nachzuweisen. Daneben erfolgt auch die entsprechende theoretische Ausbildung. Außerdem hat der Kollege aus Niedersachsen in einem Gespräch mit der zuständigen Behörde in Niedersachsen erfahren, dass bei der Anerkennung der Gleichwertigkeit der niederländischen MBRT-Ausbildung zur deutschen MTRA-Ausbildung regelmäßig noch ´Zusatznachweise´ geführt werden müssen. Man erkennt, dass diese Frage nicht trivial ist und nicht durch die Strahlenschutzbehörden beantwortet werden kann. Man kann jedoch sicher sein, dass, sofern die Gleichwertigkeit der Berufsausbildung von der zuständige Behörde festgestellt wird, die Fachkunde im Strahlenschutz (MTRA-Fachkunde) durch den Besuch einiger Zusatzkurse, wie z.B. deutsches Strahlenschutzrecht, problemlos erworben werden kann. An dieser Stelle herzlichen Dank an den Kollegen aus Niedersachsen für seine Unterstützung. K. Ewen



  Martin S schrieb am 23.09.2014 - 15:46 Uhr:
Frage:2287 BETREFF: Rechnertausch an Befundworkstation
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, vielen Dank für die schnelle Antwort. Darf diese Teilabnahmeprüfung selbst, mit dem vorhandenen Messmittel durchgeführt werden oder darf dies auch nur durch solche Personen durchgeführt werden die eine Abnahme durchführen dürfen (mit evtl. geeichten Messmitteln?) Reicht einfach ausgedrückt für eine Teilabnahme eine Neufestlegung der Bezugswerte für die Konstanzprüfung aus unter der Voraussetzung dass die Grenzwerte aus der genannten Tabelle eingehalten werden?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stockinger, nach der reinen Lehre der RöV müssten auch Teilabnahmeprüfungen an Befundungsmonitoren vom Hersteller oder Lieferanten durchgeführt werden. Aber mein pragmatischer Sinn sagt mir, dass man das für Befundungsmonitore allein schon aus Kostengründen nicht konsequent durchhalten kann. Deshalb schlage ich vor -auch wenn ich dadurch vereinzelt Widerspruch ernten werde -, dass Sie diese Teilabnahmeprüfung selbst durchführen sollten (vorausgesetzt, Sie wissen, wie so etwas gemacht wird), und das mit den vorhandenen Messmitteln. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Martin S schrieb am 23.09.2014 - 09:35 Uhr:
Frage:2286 BETREFF: Rechnertausch an Befundworkstation
Hallo Hr. Prof. Ewen, auch nach Suche in alten Beiträgen bin ich mir leider nicht sicher: Wenn an einer Befundworkstation der Rechner komplett (inkl. Grafikkarte) getauscht wird, die Befundmonitore jedoch (an diesem neuen Rechner) weiter verwendet werden: Muss man dann eine neue Abnahme durch einen Dienstleister vornehmen lassen, eine Teilabnahme selbst durchführen (wie ist diese durchzuführen?) oder reicht es wenn man weiter Konstanzprüfungen macht und so lange die Werte im Rahmen liegen muss gar nichts geschehen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stockinger, Sie sprechen hier eine zurzeit heftig diskutierte Situation an, die unter anderem durch eine Übergangsphase zwischen der ´alten´ DIN V 6868-57 und der ´neuen´, aber noch nicht in Kraft getretenen DIN 6868-157 geprägt ist. Noch gilt aber die DIN V 6868-57! Und mein Rat an Sie, der auch durch auf dem Gebiet der BWG bzw. BWS fachlich gut informierte Kollegen gestützt wird, ist: Lassen Sie eine Teilabnahmeprüfung nach DIN V 6868-57 durchführen, wobei man sich an die Tab. B 4.1 der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) vom 23. Juni 2014 orientieren sollte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  M. Scheithauer schrieb am 22.09.2014 - 14:08 Uhr:
Frage:2285 BETREFF: Hodenkapsel bei CT schon in der Übersicht?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, es stellt sich bei uns immer dieser die Frage, ob wir bei einer CT-Untersuchung (Becken, LWS, Traumaspirale) die Hodenkapsel schon bei der TOPO- oder Scoutview-Aufnahme(n) anlegen sollten. Da laut Herstellerangabe bei unserem CT die Dosismodulation auch anhand der Scoutview-Aufnahme(n) erfolgt, beobachten wir, dass durch die mit der Kapsel erzeute artefaktreiche Scoutview-Aufnahme das Gerät den Bereich der Kapsel dann bei der Spirale mit höheren kV und mAs Werten fährt. Die Kapsel während der Scoutview-Aufnahme(n) kann also zu einer Erhöhung der effektiven Dosis führen, wenn auch die Organdosis der Hoden mit Kapsel bei der gesamten Untersuchung sicher keiner ist. Wie würden Sie hier abwägen? Schon jetzt besten Dank. M. Scheithauer, Jena


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Scheithauer, es entbehrt nicht einer gewissen Komik, wenn man eine Hodendosis gegenüber der den gesamten Organismus betreffenden effektiven Dosis abwägen möchte. Um in diesem Stil weiter fortzufahren, könnte man sagen: Es kommt auf den Standpunkt an. Aber im Ernst: Die Richtung meiner Abwägung, die Sie von mir erwarten, ist hiermit schon ein wenig angedeutet. Die effektive Dosis beschreibt das gesamte stochastische Strahlenrisiko einer Person bezüglich der letal verlaufenden Induktion von Krebs und Leukämie sowie strahlenbedingter ererbter Defekte in der 1. und 2. Folgegeneration der bestrahlten Person. Die genetische Komponente der effektiven Dosis ist also sozusagen nur eine Teilmenge des gesamten stochastischen Risikos. Schlussfolgerung: Ich bewerte eine Reduzierung der effektiven Dosis insgesamt als eine höherwertigere Strahlenschutzmaßnahme als eine Dosisreduzierung eines einzelnen Organs oder Gewebes. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Margrit Muehle schrieb am 21.09.2014 - 18:09 Uhr:
Frage:2284 BETREFF: Antwort CT NNH
Sehr geehrter Prof. Ewen,meinen Dank für Ihre schnelle Antwort.Sie war für mich sehr informativ. Bei ähnlichen Fragen darf ich mich wieder an Sie wenden.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Muehle, das Forum RöV ist für jeden offen. Insofern können Sie sich wieder an uns wenden. Bei rein medizinischen Fragestellungen kommen wir allerdings auch irgendwann an unsere fachliche Kompetenz - man wird es sehen. Viele Grüße K. Ewen



  Annegret Warai schrieb am 20.09.2014 - 00:41 Uhr:
Frage:2283 BETREFF: Uhrzeitangabe zu Röntgenuntersuchungen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen. In den Aufzeichnungsrichtlinien zur RöV ist in der Anlage ein Musterröntgenpass aufgeführt, auch dort sind nur Datumsangaben vorgesehen als Vordruck. Nur und ausschließlich findet man unter dem Punkt: 4.4 Überlassung von Aufzeichnungen an Patienten nach § 28 Abs. 2 RöV niedergeschrieben: Auf Wunsch des Patienten müssen ihm Abschriften oder Kopien der Aufzeichnungen - zu Zeitpunkt und Art der Anwendung, usw. [.....] ausgehändigt werden. Da müssten die Radiologen und Strahlenschützer in ihrem eigenen Interesse vielleicht noch ein klitze klein wenig nachrüsten (Röntgenpass uä), um mögliche Unstimmigkeiten zu verhindern. In allen anderen § ist nur die Rede von ´Zeit´--z.B. Dl-Zeit, Rotationszeit etc.. Trotzdem. Ich bin hoch erfreut, dass es für Patienten (oder auch Ärzte oder andere Interessierte) so ein wichtiges Forum gibt und alle Hochachtung für Ihre Mühe. Ich hoffe, dass man Ihnen das einmal gut macht! Bleiben Sie gesund!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Warai, ich weiß, dass diese Aufzeichnungsrichtlinie, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, novelliert werden soll. Wann, ist aber noch offen. Die Frage ist natürlich, was Datum und Uhrzeit einer Untersuchung betreffen, ob die Uhrzeit wirklich so wichtig ist und ob nicht das Datum, zumindest in der Regel, ausreichend sein kann. Vielen Dank für Ihr Lob in Richtung Forum. Das zeigt mir, dass wir damit einen zwar kleinen, aber sinnvollen Beitrag zum Strahlenschutz leisten. Viele Grüße K. Ewen



  Inge Schäfer schrieb am 19.09.2014 - 12:43 Uhr:
Frage:2282 BETREFF: Originalschein oder reicht Fax
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, wir haben öfter Pat. eines externen Krankenhauses. Die Anmeldung und Terminvergabe erfolgt per Fax. Für die Abrechung ist das Fax ausreichend. Aber wie sieht es mit der rechtlichen Seite aus? Die Termine der Pat. sind nach dem Faxeingang ca. 1 Woche später. Wenn nun auf dem Original, das der Pat. mitbringt (aber nicht immer übergeben wird) noch etwas nachgetragen wurde, was nicht auf dem Fax steht? Kurz gesagt: muss ich aus rechtlicher, medizinischer Sicht auf das Original bestehen oder reicht das Fax aus? Vielen Dank für Ihre Bemühungen. MfG Inge Schäfer


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schäfer, ich weiß jetzt nicht genau, was auf diesem Papier (Fax bzw. Original) genau steht. Ist das die Anforderung zu einer Röntgenuntersuchung mit der entsprechenden medizinischen Begründung (´medizinische Indikation´) oder ist es neben dieser Information auch noch die unbedingt notwendige Aussage, dass bei dieser Untersuchung deren Nutzen höher eingeschätzt werden kann als das Strahlenrisiko (´rechtfertigende Indikation´)? Die medizinische Indikation kann jeder Arzt stellen, die rechtfertigende Indikation nur solche Ärzte, welche über die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz verfügen. An sich ist es nicht verboten, dass die dafür notwendigen Texte per Fax geliefert werden, aber es ist wichtig, dass der die rechtfertigende Indikation stellende Arzt den Patienten dabei in Augenschein genommen und diese Indikation nicht ´aus der Ferne´ gestellt hat. Deshalb könnten eventuelle Nachträge zum ursprünglichen Text, der den am Untersuchungsort tätigen Personen (Assistenten, ggf. auch Ärzten) nicht ersichtlich sind, zu Problemen führen. Also, ob Fax oder ein anderes schriftliches Medium, der am Untersuchungsort ankommende Text muss eindeutige Hinweise auf die korrekte Indikationsstellung geben, und zwar im o.g. Sinne ´medizinisch´ und ´rechtfertigend´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Annegret Warai schrieb am 18.09.2014 - 23:02 Uhr:
Frage:2281 BETREFF: `zeitpunkt` der Erstellung der Rö bilder
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen. Danke, dass Sie nach einem sicher arbeitsreichen Tag sich noch für ein solches Forum Zeit nehmen! Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihre Antwort. Ich bin in einer Kanzlei als stud. Hilfskraft eingestellt und darf mich zur Zeit mit einem med. Fall befassen. Die angeforderten Bildunterlagen enthalten auf dem Material keine Uhrzeitangabe und auf den Befunden sind diese auch nicht enthalten, Die Anmeldung enthält auch keinerlei Angaben darüber. Es könnte aber in diesem Fall eine Relevanz haben, da es sich um eine verspätet angemeldete und durchgeführte CT-Untersuchung handelt, die für den Patienten letal endete. Wie kann man denn an diese Daten kommen, wenn es noch nicht zu einem gerichtlichen Gutachten gekommen ist? Ich habe keinerlei Kenntnis darüber, dass in den ´Röntgenpässen´ jemals eine Zeitangabe neben dem Untersuchungsdatum dokumentiert wurde,obwohl in § 28 Abs. 2 RöV zu Zeitpunkt und Art der Anwendung Auskunft erstellt werden muß. Hat sich da etwas geändert oder ist das Unwissenheit in Röntgenabteilungen? Einen freundlichen Gruß zur Nacht


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Warai, an sich geben das sog. untergesetzliche Regelwerk zur RöV, also z.B. die genannte Aufzeichnungsrichtlinie und natürlich die RöV selbst (§ 28), genug her, um die von Ihnen angesprochene Situation rechtlich korrekt ablaufen zu lassen. Probleme dieser von Ihnen geschilderter Art entstehen in Röntgenabteilungen oft dadurch, dass die dort etablierte ´Strahlenschutzorganisation´ nicht ausreichend genug über die zugegebenerweise nicht immer auf Anhieb leicht durchschaubaren Feinheiten der zuständigen Vorschriften informiert sind. Also, eine gewisse diesbezügliche ´Unwissenheit´ kann man durchaus nicht immer ausschließen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Annegret Warai schrieb am 18.09.2014 - 12:23 Uhr:
Frage:2280 BETREFF: ´zeitpunkt´ der Erstellung der Rö bilder
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen ! Wie ich das verstanden habe, ist in der Röntgenverordnung geregelt, dass der Zeitpunkt der Erstellung der Röntgenbilder auf den Bildern vermerkt wird. Wenn ein CT gemacht wurde, müßte möglicherweise auch die Uhrzeit dort vermerkt sein, da nicht nur verschiedene Serien gefahren werden, sondern möglicherweise dies auch zur Berechnung der Dosis gebraucht wird. Nun ist mir in einem Klinikum aufgefallen, dass man die Uhrzeit einfach nicht auf die Röntgenbilder druckt. Könnte das nicht sogar möglicherweise ein Verstoß gegen die Rö.verordnung- möglicherweise sogar strafrechtliche Relevanz haben? Und wie soll das Dosisprodukt ermittelt werden? Auf Nachfrage, warum dort keine Uhrzeit vermerkt ist, sagt man, dass das auf den Bildern stört! Gespannt auf Ihre Antwort mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Warai, nach § 28 RöV bzw. - noch konkreter - nach der ´Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV´ (im Internet auffindbar), dort speziell im Abschnitt 4.3.6 (´Angaben zur Strahlenexposition des Patienten oder zu deren Ermittlung´), muss eine Vielzahl von Daten aufgezeichnet werden. Dazu gehören explizit auch Angaben über den Zeitpunkt der Untersuchung. Es wird aber offen gelassen, wo bzw. auf was diese Angaben hingeschrieben werden müssen. Entscheidend ist nur, dass später eine klare Zuordnung zwischen dem Zeitpunkt der Untersuchung und den anderen Untersuchungsparametern sowie den personenbezogenen Daten (Patienten) gegeben ist. Weiterhin heißt es an anderer Stelle, z.B. in der Leitlinie der BÄK zur Qualitätssicherung in der CT: Die Bildidentifikation muss durch dauerhafte Angabe des Namens und der Anschrift der ausführenden Stelle, des Namens, Vornamens und Geburtsdatums des Patienten und des Untersuchungsdatums, einschließlich Uhrzeit erfolgen. Dies gilt auch für die Dokumentation und Befundung auf Film (´Hardcopy´). Aber wer macht das noch? Die Bilder werden doch normalerweise am Monitor befundet und im PACS digital gespeichert. Dort kann man dann jederzeit die kompletten Aufnahmeparameter wieder herausholen. Die Hardcopies (Filme) werden nur noch zur Information dem Patienten mitgegeben. Werden aber tatsächlich noch Filme zur Befundung und Archivierung eingesetzt, dann sollte als die am einfachsten zu realisierende Zuordnung die Uhrzeit draufstehen. Die o.g. Aufzeichungsrichtlinie fordert auch, dass entsprechende Angaben zur Patientendosis untersuchungsbezogen (!) aufzuzeichnen sind. Diese Dosisangabe wird bei der Projektionsradiographie in der Regel das Dosisflächenprodukt sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Margrit Muehle schrieb am 18.09.2014 - 10:57 Uhr:
Frage:2279 BETREFF: Anfrage u.Bitte um Beratung
Gestatten Sie mir folgende Anfrage.Wie oft,in welchen Abständen ist es gestattet ein Ct der NNH zu veranlassen?Ebenso,können Rö-Aufnahmen in verschiedenen Ebenen Verschlüsse,Polypen u. im Nasenrachenraum erkennen lassen.Ich habe eine polypöse Sinusitis.Die Diagnostik erweist sich als sehr schleppend.Habe Schwellungen im li.Augenwinkel als auch ein Lymphödem unter dem re.Auge.Ich wäre für eine wegweisende Antwort sehr dankbar.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Muehle, die Deutsche Gesellschaft für HNO-Heilkunde hat eine Leitlinie für die Therapie der Sinusitis herausgegeben, nach der vor der Therapie eine Schnittbilddiagnostik durchgeführt werden soll (CT, ggf. DVT). Wie oft nun diese Untersuchung durchgeführt werden sollte, hängt vom Krankheits- bzw. vom Therapieverlauf ab. Es gibt kein gesetzlich festgelegtes Limit. Wenn man die Liste der so genannten diagnostischen Referenzwerte für CT-Untersuchungen des Bundesamtes für Strahlenschutz (2010) anschaut, so erkennt man, dass die Sinusitis-CT von allen CT-Untersuchungen zu den geringsten Patientenexpositonen führt. Zu Ihren Beschwerden im Augenbereich kann ich als Medizinphysiker leider nichts sagen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marlies Starke schrieb am 17.09.2014 - 10:50 Uhr:
Frage:2278 BETREFF: Software Organbelastung
Sehr geehrte Damen und Herren, wo finde ich software zur Berechnnung der Strahlenbelastung der Organe bei Rö-Aufnahmetechniken. Früher gab es das RADOS. Vielen Dank für Ihre Hilfe M.S.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Starke, ich werde Ihnen über die hier angegebene Adresse eine Mail schicken, aus der zu entnehmen ist, auf welchem Weg Sie die gewünschte Information erhalten können. Aus einsichtigen Gründen kann ich derartige persönlich orientierten Hinweise im Forum RöV nicht bekannt geben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 15.09.2014 - 10:45 Uhr:
Frage:2277 BETREFF: technische Mitwirkung in der Strahlentherapie
Sehr geehrter Herr Prof.Dr.Ewen, ich habe kürzlich gehört, dass es eine Erweiterung der Richtlinie Strahlenschutz geben soll bzw.schon gibt, die wieder die Möglichkeit öffnet, als Person mit einer abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung einen Kenntniskurs (40h) für die Teletherapie zu absolvieren. Nach in Kraft treten der Richtlinie Strahlenschutz 2011 wurden solche Kenntniskurse ja nur noch für den Bereich Nuklearmedizin angeboten. Haben Sie Kenntnis über eine solche Änderung in der Richtlinie? Vielen Dank für Ihre Antwort und herzliche Grüße Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, bei der technischen Mitwirkung in der Teletherapie sind 2 Personen erforderlich, von denen mindestens eine Person die dafür erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz als MTRA aufweisen muss. Die 2. Person kann eine MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz sein. Diese Kenntnisse sind durch einen Kurs für Teletherapie und Röntgentherapie zu erwerben, der 40 Unterrichtsstunden dauern und der Theorie und Praxis abdecken muss. Die Richtlinie ´Strahlenschutz in der Medizin´ ist entsprechend geändert worden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Prof.dr.Wolfgang Schüler schrieb am 15.09.2014 - 10:21 Uhr:
Frage:2276 BETREFF: Hybrid-Op
Frage: Nach welchen Prüfungen sollen Röntgengeräte in eiem Hybrid-OP nach RöV geprüft werden( Kombin. Aufnahme-Dl-geräte oder C-Bogen-Geräte?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Prof. Schüler, das ist eine gute Frage. Die haben wir uns, die an der Novellierung der Sachverständigen-Prüfrichtlinie arbeiten, auch gestellt. Wir werden dafür plädieren, dass von Ausnahmen abgesehen, über die der Sachverständige entscheiden sollte, Hybrid-Systeme nach dem Berichtsmuster 2.2.3 abgearbeitet werden sollten. Begründung: In der Regel handelt es sich um Systeme, mit denen nicht selten auch komplexe Untersuchungen (z.B. Angios) oder Interventionen durchgeführt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  PD Dr. G.. Luttebey schrieb am 12.09.2014 - 11:28 Uhr:
Frage:2275 BETREFF: Röntgenverordnung
Sehr geehter Herr Prof. Ewen, wo kann ich den Originaltext der alten RöV von 1987 bekommen? Viele Grüße GL


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Luttebey, ich schicke Ihnen eine Mail mit einem entsprechenden Vorschlag. Diesen will ich aber hier im Forum RöV nicht verbreiten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Guido Kindervater schrieb am 11.09.2014 - 08:01 Uhr:
Frage:2274 BETREFF: C-Bogen versus Standgerät
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich bin von meinem internistischen Kollegen angesprochen worden, ob für ERCP mit Intervention strahlenschutztechnisch eher ein ortsfestes Gerät oder ein C-Bogen geeignet ist. Spontan hätte ich gesagt ein ortsfestes Gerät auch unter Berücksichtigung der Untertischposition der Röhre bietet mit Einbau ortsfester Abschirmungen und der Möglichkeit des herausnehmbaren Rasters füt Untersuchungen bei Kindern bei einer angeschlossenen Kinderabteilung Vorteile. Liege ich mit meinem Bauchgefühl richtig?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Kindervater, als Erklärung für alle ´nicht-radiologischen´ Forumleser vorab (also nicht für Sie): Die ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie) befasst sich mit der Diagnose, aber auch mit der Therapie (´Intervention´!) im Bereich der Gallengänge und -blase sowie des Ausscheidungsganges der Bauchspeicheldrüse. Ich erwähne das deshalb, weil in der Tab. E 12 der Anlage I zur Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) die meisten relevanten radiologischen Interventionen aufgezählt sind, so auch (unter der lf. Nr. 8) die ´Behandlung von Gangsystemen des Gastrointestinaltraktes, der Gallenwege und des Urogenitalsystems´. Unterhalb dieser Tabelle entnimmt man einem Hinweis, dass Röntgeneinrichtungen zur Durchführung z.B. der Intervention Nr. 8 von einem Sachverständigen nach Prüfberichtsmuster 2.2.4 der SV-RL geprüft werden dürfen. Und bei Geräten, die unter 2.2.4 fallen, handelt es sich um mobile C-Bogengeräte. Fazit: Nach den Regelungen der SV-RL dürfen ERCP mit Interventionen auch mit mobilen C-Bogengeräten durchgeführt werden. Diese müssen aber die in E 8 der besagten Anlage I aufgezählten technischen Bedingungen erfüllen, was für die modernen C-Bogengeräte zutrifft. Die SV-RL kann man im Internet aufsuchen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Gerd Seibert schrieb am 09.09.2014 - 15:29 Uhr:
Frage:2273 BETREFF: Kalibrierintervall für Konstanzprüfungs Dosismessgeräte
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, als vor Jahren die Konstanzprüfungen eingeführt wurden, hat man die Bezugswerte im Rahmen einer Teilabnahmeprüfung mit geeichten Messmitteln festgelegt. Dies aus gutem Grunde. Der Betreiber brauchte keine teuren, kalibrierten Dosismessgeräte, die in der Lage waren absolute Werte messen zu können, anzuschaffen. Die Dosis wurde bestimmt im Rahmen von Vergleichsmessungen. Deshalb musste auch immer das gleiche Dosismessgerät verwendet werden. Inzwischen wurden mehrfach diese Konstanzprüfmessmittel getauscht und die Kalibrierung im 5-Jahresrhythmus eingeführt. Dies alles verursachte erhebliche Kosten. Die Messgeräte kommen aus der Kalibrierung zurück mit einem Prüfprotokoll, aus dem hervorgeht, dass nun alle Dosismessungen mit einem Korrekturfaktor zu berechnen sind oder eine erneute Teilabnahmeprüfung durchzuführen ist, da ja eine Neufestlegung der Bezugswerte für die KP mittels Vergleichsmessung logischerweise nicht mehr möglich ist. An den Modalitäten zur Festlegung der Bezugswerte hat sich aber nichts geändert. Die Geräte sind immer noch nicht untereinander austauschbar. Nähert sich der Messwert der KP einem Grenzwert muss sowieso festgestellt werden wo das Problem liegt, ob Anlage oder Messgerät. Nun dreht eine Hersteller- Vertriebsfirma schon wieder an der „Kosten nach oben“ Schraube in dem die Kalibrier- MTK Intervalle auf 2 Jahre reduziert werden. Danach wieder ein neuer Korrekturfaktor. Das ganze Procedere nun im 2-Jahresrhythmus. Inwieweit ist dies durch die RöV gedeckt? Sind Dosismessgeräte für die KP MTKpflichtig, wenn ja in welschem Intervall?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Seibert, Dosismessgeräte für die Konstanzprüfung sind MTK-pflichtig. Das Zeitintervall für die Durchführung der MTK beträgt 5 Jahre. In dem mir zugänglichen Expertenumfeld ist nicht bekannt, dass dieses Zeitintervall auf 2 Jahre reduziert werden soll. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sabrina Grünberger schrieb am 08.09.2014 - 13:41 Uhr:
Frage:2272 BETREFF: Änderungen QS-RL
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es evt. eine Aufstellung, der zu entnehmen ist, welche Punkte sich in der aktuellen QS-RL im Vergleich zur Vorgänger-Version geändert haben? Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen, Sabrina Grünberger


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Grünberger, so offiziell gibt es eine derartige Aufstellung nicht, aber ich teile Ihnen auf Ihrer Privat-Mail eine Adresse mit, über die man Ihnen vielleicht weiterhelfen kann. Ich möchte im Forum RöV keine persönlichen Verbindungen (z.B. Mailadressen) verbreiten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr.Willen-Ohff,Hildegard schrieb am 02.09.2014 - 13:45 Uhr:
Frage:2271 BETREFF: ERCP mit C-Bogen im Patientenzimmer
Sehr geehrter Kollege, bedingt durch eine neue Kollegin werden zur Zeit ERCP`s auf der Intensivstation im Patientenzimmer durchgeführt.Die Wände bestehen aus Glas und Mauerwerk.In direkter Nachbarschaft befindet sich der Aufwachraum und die Zentrale. Ist es erlaubt unter diesen Umständen eine längere Durchleuchtung durchzuführen? Welche Schutzmaßnahmen müssen für Patienten und Mitarbeiter eingehalten werden? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dr. Willen-Ohff, die Bestimmung bzw. Berechnung von Abschirmungen werden für Röntgendiagnostikgeräte nach DIN 6812 durchgeführt. Die Handhabung dieser Norm setzt eine gewisse Erfahrung voraus, über die z.B. Sachverständige, die Röntgengeräte prüfen, an sich verfügen müssten. In Ihrem Haus sind sicherlich derartige Sachverständigenprüfungen schon durchgeführt worden, so dass Sie dadurch leicht jemanden finden könnten, der diese DIN 6812 anzuwenden versteht. Die Berechnung der Abschirmung setzt die Festlegung bestimmter Randbedingungen voraus, wie Abstand, Grenzwert, Baummaterial (z.B. Beton, Ziegel oder Ähnliches), zeitliche Nutzung des Röntgengerätes, usw.. Für ein Standardbeispiel habe ich mal mit Hilfe der DIN 6812 die Abschirmung gegen Störstrahlung für eine Röntgenuntersuchung mit Durchleuchtung, wie z.B. bei einer ERCP, für einen Abstand von 2 m ermittelt: Blei (1,5 mm), Beton (140 mm) und Ziegel (200 mm). Als Grenzwert ist der Wert 1 mSv/Jahr zugrunde gelegt worden. Genaueres sollte Sie aber in Ihrem Fall, wie gesagt, von einem Sachverständigen errechnen lassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Joachim Domröse schrieb am 02.09.2014 - 09:35 Uhr:
Frage:2270 BETREFF: CTDI,; CTDI-AIR
Werter Herr Professor, Eine Frage die ich immer wieder gestellt bekomme,ist die nach den Prüfzyklen von CTDI und CTDI-AIR-Messungen. Wir führen diese Messungen 2X im Jahr durch. Eine entsprechende Regelung zum Thema habe ich leider noch nicht gefunden. Vielen Dank J.Dömröse


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Domröse, die halbjährliche Dosismessung (´CTDI´)ist in Abschnitt 5.4.7 der DIN EN 61223-2-6 festgelegt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ingo Hamm schrieb am 29.08.2014 - 13:10 Uhr:
Frage:2269 BETREFF: Befundsmonitor oder nicht?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich arbeite in einer radiologischen Abteilung, deren erzeugte Bilder den behandelnden Ärzten noch vor dem validierten Befund des Radiologen zugänglich gemacht wird. Nun haben einige Ärzte in ihren Abteilungen Monitore in Befundqualität (Barco) mit denen sie noch vor dem eintreffen des radiologischen Befundes - sicher aus zeitlicher Not heraus - eine therapeutische Entscheidung treffen. Nun stellt sich mir die Frage, ob dies im Sinne der RöV eine ´Befundung´ darstellt, und die Monitore nach RöV abgenommen und überwacht werden müssen. Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen Ingo Hamm


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hamm, wir sehen diese von Ihnen geschilderte Situation folgendermaßen: Aufgrund der Betrachtung einer Röntgenaufnahme wird seitens eines Arztes eine therapeutische Entscheidung getroffen. Dieser Vorgang erfüllt nach unserer Meinung klar den Tatbestand einer Befundung, denn es wird daraus über eine Behandlung entschieden. Also ist genau der Monitor, an dem diese Entscheidung erfolgt, ein ´Befundungsmonitor für die Primärbefundung´, und er muss alle diesbezüglichen technischen Anforderungen erfüllen. Es kann ja nicht sein, dass die Entscheidung getroffen und die Behandlung begonnen oder vollständig durchgeführt wird und erst danach die Primärbefundung vorliegt. Hier eine Erläuterung zum Thema Befund, die unserer Meinung nach zeigt, dass eine Befundung, die zur Entscheidung über eine Behandlung führt, zu den relevanten Fakten gehört: ´Mit dem Patientenrechtegesetz wurde der Arzt oder Zahnarzt durch den § 630f BGB verpflichtet – wie bisher schon in den Berufsordnungen und in den Bundesmantelverträgen geregelt –, eine Patientenakte zu führen und alle relevanten Fakten, wozu auch die Befunde zählen, ausführlich zu dokumentieren. Nachträgliche Änderungen sowohl in der auf Papier geführten als auch in der elektronischen Patientenakte müssen den konkreten Inhalt und den genauen Zeitpunkt der Änderung erkennen lassen.´ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  F. Platen schrieb am 27.08.2014 - 14:02 Uhr:
Frage:2268 BETREFF: Röntgenhaube
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich arbeite im medizinischen Einkauf benötige einmal eine unabhängige Meinung zum Thema Röntgenschutzhauben. Sind diese als zusätzlicher Strahlenschutz im Herzkatheterlabor notwendig? Siehe dazu auch Artikel´Roguin 2013 Brain and Neck Tumors Among Physicians Performing Interventional Procedures´. Laut diesem Bericht war jahrelanges arbeiten im Röntgenbereich wohl Auslöser für einen Gehirntumor, an dem der betroffene Arzt verstorben ist. Gibt es gesetzliche Vorgaben oder Empfehlungen von unabhängigen Instituten? Mit freundlichen Grüßen F. Platen
Dateianhang: anzeigen

1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Platen, es gibt zur Röntgenverordnung eine Reihe von Richtlinien und Normen. Eine davon, für diese Thematik sehr wichtig, ist die sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL; siehe z.B. im Internet). Nach dieser gehen die Sachverständigen vor, wenn sie eine Röntgeneinrichtung, z.B. einen kardiologischen Arbeitsplatz, vor Inbetriebnahme und danach alle 5 Jahre überprüfen müssen. In dieser SV-RL sind verschiedenen Prüfberichtsmuster enthalten, nach denen die Sachverständigenprüfungen dann ablaufen müssen. Für einen kardiologischen Arbeitsplatz gibt es das Berichtsmuster 2.2.3, das viele Prüfpositionen enthält, die vom Sachverständigen abgearbeitet werden und die natürlich möglichst keine Mängel enthalten sollten. Diese müssen dann abgestellt werden. Eine dieser Prüfpositionen mit der Codenummer 03E06 betrifft den am Röntgengerät integrierten Streustrahlenschutz, der den untersuchenden Arzt vor der hauptsächlich vom Patienten ausgehenden Streustrahlung schützen soll. Das Vorhandensein einer derartigen Einrichtung ist also für Röntgeneinrichtungen dieser Art (z.B. Angiographiegeräte und ähnliche) Pflicht. Sie verhindern bei sachgemäßer Nutzung hohe Strahlenexpositionen für den untersuchenden Arzt, auch im Bereich des Kopfes, also dort, wo die übliche Schutzkleidung unwirksam ist. Im Übrigen: Die Entstehung von bösartigen Tumoren durch Einwirkung ionisierender Strahlung gehört zu den sog. stochastischen, also statistisch ablaufenden Wirkungen, deren Aussagen demgemäß auch nur bestimmten Wahrscheinlichkeiten zugeordnet werden können. Keineswegs kann man mit Sicherheit behaupten, dass ein entsprechend erkrankter und dann daran verstorbener radiologisch tätiger Arzt dieses Schicksal durch beruflich bedingte Vorgänge erlitten hat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  C.Margraf schrieb am 21.08.2014 - 14:49 Uhr:
Frage:2267 BETREFF: rechtfertigende Indikation (RI)
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zum Thema ´Rechtfertigende Indikation´ gibt es derzeit die Diskussion wie sie konkret durchgeführt respektive dokumentiert werden sollte. Nach entsprechender Recherche sind die fachkundigen Ärzte sich schon sicher bei welcher medizinischen Fragestellung eine Indikation für ein Röntgenuntersuchung besteht, aber die korrekte Formulierung unter Abwägung des Strahlenrisikos gegenüber dem gesundheitlichen Nutzen fällt schwer bzw. gelingt nicht. Somit kommt es häufig zu der Vorgehensweise die medizinische Fragestellung gleichzeitig in die rechtfertigende Indikationsspalte zu kopieren um damit dieser Aufgabe genüge zu tun, wohl wissend, dass dieses Vorgehen der eigentlichen Aufgabe nicht gerecht wird. Hier stellt sich nun die Frage ob hier möglicherweise schon Vorgaben exsistieren, die die medizinische Frage mit der RI verknüpfen, oder ob es Beispiele gibt wie diese Abwägung sinnvoll zu dokumentieren ist. Es wird immer sehr leicht die Formulierung gewählt: ´Der fachkundige Arzt stellt die RI´ , aber wie das dann konkret dokumentiert wird, erschliesst sich mir noch nicht so recht. Vielen Dank im Voraus für die Beschäftigung mit dieser Frage. Freundliche Grüße Ihr C. Margraf


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Margraf, aus unserer Sicht ist es durchaus akzeptabel, wenn die rechtfertigende Indikation durch den fachkundigen Arzt mit der medizinischen Indikation (oder mit der Frage zur Abklärung) durch den überweisenden oder zuweisenden Arzt verbunden wird. Hier ist es nach unserer Auffassung auch durchaus zulässig, wenn die medizinische Fragestellung in die Dokumentation der rechtfertigenden Indikation übernommen wird. Es muss sich natürlich erkennen lassen, dass der fachkundige Arzt die medizinische Fragestellung ausreichend geprüft und das Risiko betrachtet hat. Auch bestehen nach unserer Meinung keine Bedenken, wenn bestimmte Passagen aus dem Befundbericht der Dokumentation über die rechtfertigende Indikation beigefügt werden. Dies kann ggf. auch helfen, den Nachweis zu führen, dass die getroffene rechtfertigende Indikation eindeutig richtig war. Zur Dokumentation der rechtfertigenden Indikation sollte man möglicherweise auch ein Gespräch mit den Verantwortlichen der ärztlichen und zahnärztlichen Stellen führen. Diese Stellen überprüfen in der Regel die Dokumentation zur rechtfertigenden Indikation. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Elfriede Plachetta schrieb am 19.08.2014 - 18:33 Uhr:
Frage:2266 BETREFF: Aktualisierung der Fachkunde nach RöV
Guten Tag Prof.Ewen, ein MTRA hat die Berufsausbildung 10/2006 abgeschlossen und die Fachkunde nach Röntgenverordnung 04/2009 aktualisiert! Danach wurde ein rechtzeitiger Aktualisierungskurs versäumt und soll jetzt zeitnah absolviert werden! Darf der/die MTRA bis dahin weiterhin beruflich tätig sein? Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Plachetta, durch Versäumung des rechtzeitigen Termins für den Aktualisierungskurs verliert eine MTRA nicht ihre Fachkunde im Strahlenschutz. Sicherlich ist dann gegen eine Bestimmung der RöV oder StrlSchV verstoßen worden, wenn die betreffende MTRA in dieser fraglichen Übergangszeit weiterhin beruflich tätig bleibt. Aber dies zu verfolgen ist alleinige Sache der zuständigen atomrechtlichen Aufsichtsbehörden. Und diese haben nach meiner Einschätzung andere Sorgen, vor allem dann, wenn es sich, wie hier beschrieben, um eine relativ kurzzeitige Terminüberschreitung handelt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  P. Pröhl schrieb am 19.08.2014 - 18:00 Uhr:
Frage:2265 BETREFF: Definition Kind
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, immer wieder mal kommt die Frage auf, wo die „Grenze“ zwischen Kind und Jugendlichem zu ziehen ist. In einer öffentlich zugängigen Online-Enzyklopädie ist nachzulesen: A) Nach der Kinderrechtskonvention der UNO ist Kind, wer das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. B) Nach deutschem Recht ist Kind, wer noch nicht 14, Jugendlicher, wer 14, aber noch nicht 18 Jahre alt ist (…) Im Kontext des Achten Buches Sozialgesetzbuch (§ 8 SGB VIII), des so genannten Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG), ist Kind, „wer noch nicht 14 Jahre alt ist“ (§ 7 Abs. 1 Nr. 1 SGB VIII). In der DIN 6814-5 steht allerdings „Kind = Person im Alter bis 12 Jahre“, „Jugendlicher … über 12 bis 18 Jahre“. Welche Aussage kann man denn für den Strahlenschutz belastbar handhaben: die der UNO, des SGB oder der DIN? Viele Grüße, auch von Dr. J.W., der mir geraten hat, diese Fragestellung ins Forum zu stellen. P. Pröhl


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pröhl, wir gehen bei der Festlegung der Begriffe ´Kind´ und ´Jugendlicher´ in nationalen Strahlenschutzregelungen (z.B. in Richtlinien zur RöV und StrlSchV) von diesbezüglichen Definitionen in der DIN 6814-5 aus. Diese Meinung teilen auch die zuständigen Länderbehörden und das BMUB. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  S. Borisch schrieb am 19.08.2014 - 14:18 Uhr:
Frage:2264 BETREFF: Strahlenschutz C-Bogen -> Strahlenschutz im OP
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, nach den Unterlagen des Sachverständigen wurden bei der Erstabnahme des C-Bogens im OP keine Dosismessungen vorgenommen, vielmehr wurde eingeschätzt, dass nach den Angaben zur Durchleuchtungsdauer pro Jahr und der Kenntnis der Strahlenquelle von einer Unterschreitung der Grenzwerte auszugehen ist. Ist das üblich, bei mobilen Geräten auf Messungen zu verzichten? Wie kann ich dass dem Oberarzt bei Durchleuchtungszeiten von bis zu 15 Minuten pro OP nachvollziehbar darstellen, dass er nicht in Kat. A eingestuft wird? Vielen Dank und freundliche Grüße S. Borisch


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Borisch, ja, es ist durchaus möglich (ob ´üblich´, lassen wir mal dahingestellt), dass ein Sachverständiger bei der Erstüberprüfung eines mobilen C-Bogengeräts im OP auf Ortsdosisleistungsmessungen verzichten kann, wenn er auf Grund der ihm vorliegenden Informationen und Daten (Einschalt- bzw. Durchleuchtungsdauer pro Jahr, Abstände vom Patienten/Röntgenstrahler zu Nachbarbereichen in Umgebung des OP sowie Dosisgrenzwerte in diesen Nachbarbereichen) auf der Basis von Erfahrungswerten und unter Zuhilfenahme entsprechender strahlenschutztechnischer Regelwerke (wichtig: DIN 6812) das Überschreiten von Grenzwerten in Umgebung des OP ausschließen kann. Was die Frage nach der Einstufung von Personen in die Gruppe der beruflich Strahlenexponierten der Kategorie A betrifft, die mit dem C-Bogengerät im OP arbeiten und durchleuchten, so vertrete ich (z.B. auf Strahlenschutzkursen) die Meinung, dass man, von Ausnahmen bei wirklich geringen Einschalt- bzw. Durchleuchtungszeiten abgesehen, die entsprechenden Personen, also auch ihren Oberarzt, in die Kat. A einteilen sollte. Was wäre die Konsequenz? Eine jährliche arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung (§ 37 Abs. 1 und 2 RöV). Kann nicht schaden! Noch etwas zur Ehrenrettung des Sachverständigen: Normalerweise führen diese eine Ortsdosisleistungsmessung, auch wenn sie nicht unbedingt notwendig ist, auf Wunsch des Betreibers durch. Ist aber etwas Zeit- und, vielleicht, auch Kostenaufwand. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  D. Scholz schrieb am 18.08.2014 - 14:05 Uhr:
Frage:2263 BETREFF: Digitale Bilddatenkompression im Mammographie Screening
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Radiologie wird die Frage diskutiert, ob eine verlustfreie (´lossless´) Bilddatenkompression im Mammographie Screening verwendet werden darf. Laut der Empfehlung der Strahlenschutzkommission (´Datenkompression bei Röntgenbildern´) vom 1.12.2011 bestehen keine Bedenken (beim komprimieren von Bildern) eine verlustfreie Kompression anzuwenden. Allerdings bezieht sich diese Aussage nicht auf Mammographie Screening Aufnahmen. Explizit wird für diese nur die verlustbehaftete (´lossy´) Kompression wegen bestehender rechtlicher Festlegungen bewusst aus den Empfehlungen (der Kommission) ausgeklammert. Dürfen die Screening Aufnahmen zum Speichern und versenden über die Teleradiologie nun verlustfrei komprimiert werden? Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Scholz, in Ihrer Mail sprechen Sie zunächst die „verlustfreie“ (lossless) Kompression an. Aber diese stand und steht ja nicht im Fokus der Diskussion, denn sie ist rechtlich problemlos durchführbar – auch im Mammographie-Screening. Anders sieht es aus mit der „verlustbehafteten“ (lossy), aber trotzdem die Bildqualität erhaltenden Kompression, z.B. für die Mammographie mit dem Faktor 1:15. Diese darf im Mammographie-Screening nicht angewandt werden – auch nicht bei der Archivierung („Speichern“) und nicht bei der im Screening vorgeschriebenen Doppelbefundung durch zwei unabhängige Ärzte. Im Übrigen solle man den Begriff „Teleradiologie“ in diesem Zusammenhang nicht benutzen, denn die Teleradiologie im Sinne der RöV trifft auf die genannte Doppelbefundung im Screening nicht zu. Über die zur Frage der Kompression radiologischer Bilddaten durchgeführte Konsensuskonferenz (am 23.2.2008) wurde in der Zeitschrift Fortschr. Röntgenstr. 2009; 181; 32-37 berichtet. Ein wichtige Fundstelle zu diesem Thema ist auch die Empfehlung der SSK ´Datenkompression bei Röntgenbildern´, 252. Sitzung der SSK am 1.12.2011 (dort u.a. S. 3, 2. Absatz). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Schröer schrieb am 14.08.2014 - 08:29 Uhr:
Frage:2262 BETREFF: Befundmonitore Kat. A Bestandsschutz
Guten Tag, bei uns steht der Austausch von Befundmonitoren an. Die uns Angebotenen Monitore erfüllen die DIN 6868-57, werden aber nicht die DIN 6868-157 laut Hersteller erfüllen. Die Aussage vom Hersteller ist, wenn die Monitore noch nach der DIN 6868-57 abgenommen werden besteht ein ´Bestandsschutz´, auch wenn die DIN 6868-157 gilt. Ist diese Aussage Richtig?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schröer, zur Beantwortung Ihrer Frage möchte ich Sie auf eine Fußnote in der sog. Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL), dort auf S. 25, aufmerksam machen: ´Die DIN V 6868-57 (Abnahmeprüfung ...) soll von DIN 6868-157 (Abnahmeprüfung ...) abgelöst werden. Festlegungen zur Ablösung der DIN V 6868-57 und zur Einführung der DIN 6868-157 werden zu gegebener Zeit in dieser Richtlinie ergänzt. Es ist beabsichtigt, dass die Qualitätssicherung von bereits in Betrieb befindlichen Bildwiedergabegeräten ohne erneute Abnahmeprüfung bzw. Teilabnahmeprüfung unverändert fortgesetzt werden kann.´ Dazu möchte ich noch ergänzen, dass die Abnahmeprüfung an BWG noch nach DIN V 6868-57 durchzuführen ist (s. S. 21, Abschn. 3.15.3 der QS-RL) und dass zu erwarten ist, dass die bisher als Entwurf vorliegende DIN 6868-157 nicht vor Herbst 2014 als Norm verabschiedet werden wird. Den Text der QS-RL können Sie hier im Forum RöV unter dem Link ´Richtlinien/BMU-Schreiben´ aufsuchen (Datum: 23.6.2014). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Katja Grossmann schrieb am 11.08.2014 - 14:19 Uhr:
Frage:2261 BETREFF: Mammographiescreening
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, der Nutzen des Mammographie-Screenings wird immer häufiger national und international in Frage gestellt. Die betroffenen Frauen werden aber häufig von Gynäkologen bezüglich des Risiko-Nutzen-Verhältnisses der Mammographie grundlegend falsch beraten. Äußerungen wie: die Dosis einer Mammographie entspräche einem Flug nach New York sind m.M. bezüglich Nicht-Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Dosisgrößen bzw. Dosisleistungen grundlegend falsch. Ein Gynäkologe muss nicht fachkundig im Strahlenschutz sein, oder? Wer schützt die Frauen bei dieser schwierigen Entscheidung vor nicht informierten Frauenärzten? Oder geht hier das Interesse von gerade etablierten Mammographie-Screeningcentern vor den Schutz der betroffenen Frauen?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Grossmann, vielen Dank für Ihren Beitrag zum Forum Röntgenverordnung zu diesem sicherlich sehr brisanten Thema des Mammographie-Screenings, der ja mehr dem Charakter einer Meinungsäußerung entspricht als einer Fragestellung. Da eine Bewertung des Mammographie-Screenings und der aus ihm resultierenden Randbedingungen, z.B. die Rolle der Gynäkologen im Gesamtablauf, hier im Forum Röntgenverordnung wegen der Komplexität und Vielfältigkeit dieses Verfahrens nicht vorgenommen werden soll und kann, möchten wir, um Ihren Beitrag nicht vollkommen unkommentiert zu belassen, verweisen auf die Internetseite der Kooperationsgemeinschaft Mammographie (http://www.mammo-programm.de/startseite/startseite.php ) und darin auf die Stellungnahme zur aktuellen Berichterstattung ´Wird durch das Brustkrebsfrüherkennungsprogramm Leben gerettet?´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sophia M. schrieb am 11.08.2014 - 10:30 Uhr:
Frage:2260 BETREFF: Strahlenschutzstelle
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, als MTRA-Schülerin stelle ich mir schon länger die Frage, wo werden die Daten über meine mögliche Exposition auf den Filmdosimetern gespeichert? An welche öffentliche Stelle muss ich mich wenden um diese Dosis die ich erhalten haben könnte, zu erfahren? Ich glaube zwar nicht, dass ich viel oder überhaupt was auf meinem Dosimeter habe, dennoch würde es mich brennend interessieren. Vielen Dank für ihre Antwort!


1. Antwort: Hallo Sophia, wenn wir mal die Röntgenverordnung als Beispiel für die Beantwortung Ihrer Frage nehmen (nach der Strahlenschutzverordnung, also für Nukmed und Strahlentherapie, gelten entsprechende Regelungen), dann sind Aufzeichnungen über die Messergebnisse von Personendosimetern bei der sog. amtlichen Messstelle, wo also die ´amtlichen Dosimeter´ (oft ist das die Filmplakette) ausgewertet werden, und bei dem Betreiber der Röntgeneinrichtungen (z.B. Krankenhaus, Praxis, MTA-Schule, usw.), also beim Strahlenschutzverantwortlichen (z.B. in einem Krankenhaus wahrscheinlich irgendwo in der Verwaltung) aufzuzeichnen und aufzubewahren. Der Strahlenschutzverantwortliche muss der personendosimetrisch überwachten Person die Messergebnisse auf Verlangen mitteilen (letzter Satz in § 35 Abs. 9 RöV). Also dort müssen Sie fragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Weber schrieb am 05.08.2014 - 14:12 Uhr:
Frage:2259 BETREFF: Strahlenschutzbereiche im OP
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Situation: ein Krankenhaus mit 3 OPs; je ein C-Bogen für Knochenchirurgie und für Gefäßchirurgie sowie eine interventionelle Hybridanlage, gemischt benutzt mit der Radiologie; das sind die Kontrollbereiche die abgegrenzt und deutlich sichtbar sind; ´ bei Personen, die sich im Kontrollbereich aufhalten, müssen die Körperdosen bestimmt werden – üblicherweise mit einem amtlichen Dosimeter. Vor dem erstmaligen Zutritt und dann mindestens jährlich muss eine Unterweisung insbesondere über die anzuwendenden Strahlenschutzmaßnahmen durchgeführt werden´; soweit klar und als Dienstanweisung in der Strahlenschutzanordnung des Hauses niedergelegt. Aber, ab wo definiere ich den Überwachungsbereich ? Am liebsten wäre es uns zu behaupten alles jenseits der Schleuse/Personalumkleide gehöre dazu ! aber ´Personen darf der Zutritt 1.zu Überwachungsbereichen nur erlaubt werden, wenn a) sie darin eine dem Betrieb der Röntgeneinrichtung dienende Aufgabe wahrnehmen, b) an ihnen nach § 25 Abs. 1 Röntgenstrahlung angewendet werden soll oder ihr Aufenthalt in diesem Bereich als Proband, helfende Person oder Tierhalter erforderlich ist, c) bei Auszubildenden oder Studierenden dies zur Erreichung ihres Ausbildungszieles erforderlich ist oder d) sie Besucher sind´ und ´Überwachungsbereiche sind die Bereiche, in denen Personen eine höhere effektive Dosis als 1 mSv oder höhere Organdosen als 15 mSv für die Augenlinse oder 50 mSv für die Haut, die Hände, die Unterarme, die Füße und Knöchel im Kalenderjahr erhalten können.´ andererseits, wenn der Strahlenschutzbeauftragte sagt, so ist das => basta cosi ? mit strahlendem Gruß Michael Weber,


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Weber, zunächst noch 2 Ergänzungen im Zusammenhang mit dem Kontrollbereich: 1) Nach § 36 Abs. 1 RöV müssen auch Personen unterwiesen werden, die von außerhalb des Kontrollbereiches Röntgenstrahlung anwenden (Definition ´anwenden´: § 2 Nr. 1 RöV). 2) Nach § 37 Abs. 1 RöV sind für beruflich strahlenexponierte Personen der Kat. A (siehe § 31 RöV), und die kann es beim Betrieb der von Ihnen genannten Geräte durchaus geben, regelmäßige arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen erforderlich. Zum Überwachungsbereich: Dieser wird nach § 19 Abs. 1 Nr. 1 RöV durch die Möglichkeit des Überschreitens bestimmter Dosiswerte definiert, z.B. für die effektive Dosis von mehr als 1 mSv im Kalenderjahr. Wenn diese Überschreitungen, bedingt durch entsprechende bauliche Maßnahmen, außerhalb von Kontrollbereichen nicht möglich sind, gibt es auch keine Überwachungsbereiche, es sei denn, die zuständige Behörde würde das aus irgendwelchen Gründen anordnen (§ 19 Abs. 4 RöV). Normalerweise werden bei den Erstüberprüfungen durch den behördlich bestimmten Sachverständigen, oft durch Ortsdosis/leistungsmessungen und Einbeziehung von Aufenthalts- bzw. Einschaltzeiten, diese Areale örtlich festgelegt. Dabei wird sicherlich auch die Meinung des zuständige Strahlenschutzbeauftragten gehört und berücksichtigt werden können. Ist nun mal, z.B. auf diese Weise, der Überwachungsbereich räumlich festgelegt worden, dann gelten dort die von Ihnen aufgezählten und in § 22 Abs. 1 Nr. 1 RöV geforderten Regelungen für den Aufenthalt von Personen. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass es die zuständige Behörde gestatten kann, dass Strahlenschutzbeauftragte auch anderen Personen den Zutritt zu Strahlenschutzbereichen (z.B. zum Überwachungsbereich) erlauben können. Und in der Regel wirft diese sinnvolle Flexibilität auch keine Probleme auf. Also, wenn es z.B. in einem Krankenhaus diesbezügliche Unsicherheiten geben sollte, würde ich zur Abklärung eine Rücksprache mit der zuständigen Behörde suchen, die dann möglicherweise einen Blick in den betreffenden Prüfbericht des Sachverständigen werfen möchte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Doris Heinel schrieb am 04.08.2014 - 19:01 Uhr:
Frage:2258 BETREFF: Kontrastmittelgabe mittels Hochdruckspritze
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, In der nächsten Zeit sollen unsere MTRA s im Bereitschaftsdienst die CT s mit abdecken. Diese Abteilung gehört nicht zur Klinik sondern wird von einem Radiologen mit eigener Praxis betrieben. Besonders interessiert mich die Frage muss ich dem Patienten mittels einer Kontrastmittelpumpe selbiges verabreichen. Dazu sei gesagt, der Radiologe ist nicht in der Klinik, und wenn er Urlaub hat läuft die Teleradiologie über einen Radiologen in einer anderen Klinik.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Heinel, ich will jetzt nicht die Frage vertiefen, ob in Ihrer Klinik der Betrieb des CT im Sinne der Röntgenverordnung (RöV) strahlenschutzrechtlich korrekt betrieben wird (z. B. im Rahmen der Teleradiologie nach § 3 Abs. 4 RöV). Wenn ich das richtig verstanden habe, ist es Ihr Anliegen, zu wissen, ob eine MTRA selbständig, d.h. ohne Anwesenheit eines Arztes, ein Kontrastmittel applizieren darf oder nicht. Es gibt eine Vereinbarung über die Delegation ärztlicher Leistungen an nichtärztliches Personal in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung gemäß § 28 Abs. 1 S.3 SGBV vom 1.10.2013, nach der vorgegeben ist: ´Bei Verwendung von Kontrastmitteln ist die Anwesenheit des Arztes erforderlich.´ Das sollte eigentlich bei Ihnen kein Problem sein, wenn in Ihrer Klinik die (genehmigungspflichtige) Teleradiologie ordnungsgemäß ablaufen sollte, denn es muss ja dann immer ein Arzt mit ´Kenntnissen´ vor Ort vorhanden sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rudolf Kolb schrieb am 30.07.2014 - 21:05 Uhr:
Frage:2256 BETREFF: Radiologische Untersuchungen an Kindern
Sehr geehrter Hr. Prof. Dr. Ewen, in der Anlage I werden verschiedene Begriffe verwendet. - pädiatrische Radiologie (E14) - radiologische Untersuchungen an Kindern (E12) Ist der Begriff pädiatrische Radiologie mit dem Begriff radiologische Untersuchung an Kindern gleichzusetzen?. Dies würde z.B. bedeuten, dass bei allen C-Bogen Untersuchungen an Kindern (auch reine Untersuchungen an Extremitäten) die Anforderungen der E14 einzuhalten sind. Viele ältere C-Bögen sind aber nicht mit einem Cu-Filter oder einer Kinderkennlinie ausgestattet. Diese dürften dann folglicherweise nicht bei Kindern eingesetzt werden. Ich denke hierbei besonders an Chirurgiepraxen, die hin und wieder ein Kind als Patient haben. Oder beschreibt der Begriff pädiatrische Radiologie Krankenhäuser oder Abteilungen, in denen hauptsächlich Kinder untersucht werden. Vielen Dank und freundliche Grüße


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, wir sind gerade dabei, die SV-RL zu überarbeiten. Dazu gehört natürlich ebenfalls die Anlage I zu dieser Richtlinie, wobei auch die darin enthaltenen Erläuterungen und Ergänzungen (´E´) auf dem Prüfstand stehen werden. Ihre kritischen Anmerkungen zu E14 und zu den unterschiedlich formulierten Begriffen, was die pädiatrischen Röntgenuntersuchungen betrifft, kann ich durchaus teilen. Ich werde diesen Punkt der Arbeitsgruppe zur Kenntnis geben, die sich u.a. mit den Änderungen in der Anlage I beschäftigt. Bis zum Abschluss dieses Novellierungsprozesses muss man eben in den betreffenden Einzelfällen, möglichst mit Hilfe der zuständigen Behörde (§ 33 Abs. 6 RöV!) und mit Augenmaß, vernünftige Kompromisslösungen anstreben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rafael Ortega schrieb am 29.07.2014 - 20:03 Uhr:
Frage:2255 BETREFF: Nutzungsgenehmigung
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, unser kleines Krankenhaus denkt über eine Kooperation mit einer radiologischen Praxis nach. Im Krankenhaus ist kein Radiologe angestellt. -SSV soll in den Händen des Krankenhauses bleiben, -die Nutzungszeiten werden zeitlich nicht getrennt, -das med. Personal (MTRA) ist vom Krankenhaus eingestellt, die Leitung der Röntgenabteilung hat ein vollfachkundiger OA der Inneren Abteilung und ist bestellter SSB. -Die personelle und organisatorische Verantwortung ist dem Leitenden MTRA unterstellt, der wiederum ist dem Geschäftsführer unterstellt. Hier nun einige Fragen: Muss von der Praxis dem eine Nutzungsgenehmigung ausgestellt wird, ein SSB beauftragt/ bestellt werden? Welche Aufgaben u. Weisungsbefugnisse muss er maximal haben? Welche machen Sinn? Welche sind notwendig? Wie ist die Hierarchie der beiden SSB? Wem sind die MTRAs unterstellt ? Was, wenn die SSBs sich uneinig sind? Die bisherige Struktur soll so wenig wie möglich verändert werden. Ich hoffe, Sie können etwas Licht in die Paragraphenwelt bringen. Mit freundlichen Grüßen Rafael Ortega


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Ortega, wenn wir Sie richtig verstehen, dann werden die Röntgeneinrichtungen in der Röntgenabteilung des Krankenhauses zurzeit nur zur Untersuchung von Patientinnen/Patienten des Krankenhauses genutzt. Dafür gibt es im Krankenhaus eine Strahlenschutzorganisation: 1)Der Betrieb der Röntgeneinrichtung durch das Krankenhaus ist genehmigt oder bei der zuständigen Behörde angezeigt. 2) Es gibt einen oder mehrere Ärzte mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz, die als Strahlenschutzbeauftragte bestellt sind, die entsprechende Entscheidungsbereiche und Befugnisse haben. 3)Es gibt MTRA/MFA, die die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen sicherstellen, wobei wir unter der von Ihnen beschriebenen ´Verantwortung der leitenden MTRA´ verstehen, dass sie im Auftrag des Geschäftsführers des Krankenhauses (dieser ist der gesetzlicher Vertreter des Strahlenschutzverantwortlichen „Krankenhaus“) bestimmte organisatorischen Aufgaben übernimmt, wobei aber die Verantwortung beim Strahlenschutzverantwortlichen verbleibt. Diese von Ihnen beschriebene Strahlenschutzorganisation findet man sicherlich in vielen Häusern. Nun soll eine Kooperation mit einer radiologischen Praxis erfolgen. Hier gibt es sicherlich unterschiedliche Modelle, die vorstellbar sind: 1) Das Krankenhaus und die radiologische Praxis benutzen dieselben Röntgeneinrichtungen zu unterschiedlichen Zeiten bei „ihren“ Patienten zu Röntgenuntersuchungen, d.h. beide sehen die eigenverantwortliche Verwendung der Röntgeneinrichtung zu bestimmten Zeiten vor. Dies ist normalerweise im Grundsatz problemlos möglich. Hierbei fungieren das Krankenhaus und die radiologische Praxis jeweils als Strahlenschutzverantwortliche (die zeitliche Abgrenzung wird vertraglich vereinbart und der zuständigen atomrechtlichen Behörde nachgewiesen). Die Behörde erteilt zwei Genehmigungen (oder es werden zwei Anzeigen erstattet) und legt die Nutzungszeiten fest (durch Aufnahme in den Genehmigungsbescheiden oder mit Einbindung der Nutzungsverträge). Jeder Genehmigungsinhaber hat eine eigene Strahlenschutzorganisation, wobei Ärzte mit Fachkunde im Strahlenschutz auch vom anderen Genehmigungsinhabern als externe Strahlenschutzbeauftragte bestellt werden können (wichtig: klare Entscheidungsbereiche und Befugnisse herstellen!). Auch das Assistenzpersonal könnte theoretisch für beide Genehmigungsinhaber tätig werden (wenn dem berufsrechtlich oder arbeitsvertraglich nichts entgegensteht), wobei hier die Direktionsrechte eine wichtige Rolle spielen und daher überprüft werden muss, ob Assistenzkräfte, die bei einem Genehmigungsinhaber tätig werden, der nicht ihr Arbeitgeber ist, ggf. Strahlpässe führen müssen (dies muss im Einzelfall mit der zuständigen Behörde geklärt werden). Die technischen Notwendigkeiten (Qualitätssicherung, Sachverständigenprüfungen, Wartungen, Vorlage von technischen Unterlagen bei der ärztlichen Stelle) müssen eindeutig im Nutzungs- oder Abgrenzungsvertrag geregelt sein und der Behörde nachgewiesen werden. Anforderungen, die sich auf den Schutz der Beschäftigten beziehen, wie Einweisung, Unterweisung, Personendosimetrie, arbeitsmedizinische Vorsorge und die Vorlage von patientenbezogenen Unterlagen bei der ärztlichen Stelle (rechtfertigende Indikation, Röntgenbilder, Befunde), verbleiben natürlich bei jedem Strahlenschutzverantwortlichen. 2) Vorstellbar wäre auch eine Kooperation, in der die radiologische Praxis dafür sorgt, dass auch in den Zeiten, in denen das ärztliche Personal des Krankenhauses nicht zur Verfügung steht, fachkundige Ärzte als Strahlenschutzbeauftragte und als Personen, die die rechtfertigende Indikation stellen dürfen, anwesend bzw. kurzfristig verfügbar sind. Für die reine Bestellung von Ärzten aus der radiologischen Praxis als externe Strahlenschutzbeauftragte durch das Krankenhaus als Strahlenschutzverantwortlicher sollte auch keine größere Problematik zu erwarten sein. Hier sind sicherlich auch wieder die klar beschriebenen Entscheidungsbereiche und die damit verbundenen Befugnisse - dies in Abgrenzung zum internen Strahlenschutzbeauftragten des Krankenhauses - die zu bewältigenden Aufgaben, die auch mit der Behörde vorab kommuniziert werden sollten. Etwas problematischer wird in dieser Konstellation der Einsatz von Assistenzkräften aus der radiologischen Praxis gesehen werden müssen. Hier ist neben der Frage, ob der Einsatz von externen Personen berufsrechtlich zulässig ist, die ggf. erforderliche Führung von Strahlenpässen zu überdenken. Nicht problematisch ist bei dieser Konstellation die eindeutige Zuordnung der technischen Notwendigkeiten, der Anforderungen zum Schutz der Beschäftigten sowie der Vorlagepflichten bei der ärztlichen Stelle. Für all diese Aufgaben bleibt der Strahlenschutzverantwortliche „Krankenhaus“ zuständig. Ob bei dieser Rechtskonstruktion aber auch Patienten der radiologischen Praxis an den Röntgeneinrichtungen des Strahlenschutzverantwortlichen „Krankenhaus“ untersucht werden dürfen, bleibt zumindest zweifelhaft, da die Röntgeneinrichtungen von der radiologischen Praxis nicht eigenverantwortlich verwendet werden dürfen und daneben wohl auch kein Behandlungsvertrag zwischen dem Strahlenschutzverantwortlichen „Krankenhaus“ und dem Patienten besteht. Sie erkennen, dass einiges rechtlich möglich ist, jedoch den einen oder anderen Haken enthalten kann. Daher ist unser Rat, dass Sie sich im Vorfeld schon mit der zuständigen atomrechtlichen Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde abstimmen. Hierdurch können spätere unliebsame Überraschungen vermieden werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stefan Kroll schrieb am 29.07.2014 - 11:03 Uhr:
Frage:2254 BETREFF: Röntgenschutzbrille
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, unsere Außendienstmitarbeiter arbeiten in Kliniken im OP-Support (Implantation von Schrittmachern und Defibrillatoren). Im Hinblick auf die sich ändernte Norm für die Belastung der Augenlinse kommen in letzter Zeit vermehrt Fragen hinsichtlich einer Röntgenschutzbrille. Wie stark/hoch ist die Belastung der Augenlinse bei dieser Art der Tätigkeit. Meines Wissens gibt es zur Zeit noch keine Messeinrichtungen zur Ermittlung der Strahlenbelastung der Augen. Vielen dank und freundliche Grüße


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kroll, die neuen europäischen Strahlenschutzgrundnormen (´EURATOM-BSS´)werden dazu führen, dass die nationale Strahlenschutzgesetzgebung (RöV, StrlSchV) grundlegend geändert werden muss. In diesem Zusammenhang kann man als sicher ansehen, dass der Grenzwert für die Augenlinse von bisher 150 mSv/a auf 20 mSv/a reduziert werden wird, da die Entstehung einer strahleninduzierten Katarakt deutlich wahrscheinlicher ist als bisher angenommen. Es ist noch nicht abschließend klar, wie in Zukunft die Augenlinse dosimetrisch überwacht werden soll (Dosimetertyp, wie und wo befestigt, Messung hinter oder vor Schutzbrillenglas). Auch ist noch in der Diskussion, welche Dosisgröße an der Augenlinse angegeben werden soll: Hp(3), Hp(0,07) oder Hp(10). Man kann davon ausgehen, dass es bei Röntgenuntersuchungen mit länger andauernden Durchleuchtungszeiten (und dazu muss man auch den OP-Bereich zählen) zu Linsendosiswerten kommen kann, die höher als 20 mSv/a sind. Aus diesem Grund wird man sich darauf einstellen müssen, Schutzbrillen zu tragen, deren Schwächungsgrad etwa bei 8 bis 10 liegt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Herr Pohlmann schrieb am 21.07.2014 - 12:41 Uhr:
Frage:2253 BETREFF: Anerkennung MBRT
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Auf eine Stelle als MTAR habe ich eine Bewerbung aus den Niederlanden erhalten. Der Bewerber hat den 4jährigen Bachelor-Studinegang zum MBRT absolviert. Ist der Abschluss in Deutschland anerkannt? Gibt es Bedingungen die zusätzlich erfüllt werden müssen? Vielen Dank und freundliche Grüße


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pohlmann, es hat etwas lange gedauert mit der Antwort, weil wir uns auch erst einmal durchfragen mussten. Hier in Kurzfassung die Antwort: Es muss im jeweiligen Bundesland bei der zuständigen Stelle ein Antrag auf Anerkennung der Ausbildung gestellt werden. In Niedersachsen ist das zum Beispiel das Landesamt für Soziales, Jugend und Familie, Auf der Hude 2, 21339 Lüneburg. Die in anderen Bundesländern zuständigen Stellen kann man zum Beispiel über den DVTA erfahren (www.dvta.de). Es scheint so zu sein, dass in den einzelnen Bundesländern im Detail unterschiedliche Zusatzregelungen bestehen. Deshalb empfiehlt es sich, die zuständige Stelle in dem zutreffenden Bundesland anzusprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  P. Pröhl schrieb am 18.07.2014 - 19:12 Uhr:
Frage:2251 BETREFF: Anm. zu Frage 2250
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in Ihrer Beantwortung schreiben Sie ´Schürze strahlernah anlegen!´. Eine oft gehörte andere Meinung lautet: ´Bei Hartstrahltechnik macht es (mehr) Sinn, die Schürze detektornah anzulegen, um die Strahlenbelastung durch Rückstreuung zu reduzieren´. Diese Aussage erscheint auch mir -mit Verlaub- logischer. Freundliche Grüße, P. Pröhl


1. Antwort: .... ja, ich weiß: Die Sache mit der Rückstreuung an Materialien in Strahlrichtung gesehen hinter dem Patienten. Die gibt es in der Tat natürlich auch. Im Rahmen einer medizinischen Promotionsarbeit habe ich mal vor schon längerer Zeit die Schutzwirkung von Patientenabdeckungen generell in der Röntgendiagnostik abklären lassen - unter anderem auch bei Thoraxaufnahmen. Bei diesen ergab sich, dass, gemittelt über verschiedene Parameter (unter anderem Patientenmaße, KV-Werte), erstens, die Gonadendosis auch ohne Abdeckungen sehr gering ist, zweitens, dass eine Abdeckung, ob strahler- oder detektornah, nicht sehr viel an Dosisreduzierung im Gonadenbereich erbringt und, drittens, dass die strahlernahe Abdeckung, zumindest bei dem damals genutzten Röntgenstrahler/Blendensystem, günstiger war. Viele Grüße K. Ewen



  Frau Klatt schrieb am 18.07.2014 - 12:24 Uhr:
Frage:2250 BETREFF: Strahlenschutz Hartstrahl-Technik
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, Unsere Auszubildenden (MTRA) treten immer öfter mit der Frage an mich heran, ob Patienten die die Lunge geröngt bekommen eine Bleischürze tragen sollten oder nicht. In den Praktika in verschiedenen Häusern werden dazu unterschiedliche Aussagen getroffen.Ich meine der Schutz soll gegeben werden, da der Schutz nicht, wie oft behauptet, zur Vermehrung oder Reflektion der Streustrahlung führt. Vielleicht können Sie meine Ansicht ja bestätigen oder ggf. auch korrigieren. Mit freundlichen Grüßen Klatt


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Klatt, die Frage nach Patientenschutzschürze ´ja oder nein´ wird immer wieder diskutiert. Physikalisch falsch ist sicherlich die Behauptung, dass eine derartige Schürze, in der meistens das Element Blei die Abschirmfunktion ausübt, durch an ihr gehäuft stattfindende Streueffekte (´Comptonstreuung´) angeblich zur Vermehrung der Patientendosis beitragen würde. Bei Elementen mit hoher Ordnungszahl, wie z.B. Blei, ist die Streuung im Vergleich zur Absorption nur sehr gering ausgeprägt. Eine andere Frage ist, ob die Schürze bei einer Thoraxaufnahme eine merkliche Dosisreduzierung bewirken kann. Die Antwort ist: leider nur ziemlich wenig. Streustrahlung, vom Nutzstrahlenfeld ausgehend, verläuft größtenteils durch den Patientenkörper und ist daher durch äußerliche Abdeckungen nicht erfassbar. Das, was abgeschirmt werden kann, ist die so genannte Gehäusedurchlassstrahlung, die ein Röntgenstrahler außerhalb des Nutzstrahlenfeldes emittiert. Deren Menge ist zwar heutzutage bei den modernen Strahlern nicht mehr so hoch wie früher, aber sie liefert einen kleinen Beitrag zur Patientendosis, den man mit der hier diskutierten Halbschürze reduzieren kann. Aber: Schürze strahlernah anlegen! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Christian Drexler schrieb am 17.07.2014 - 11:49 Uhr:
Frage:2249 BETREFF: Aufsicht bei Tätigkeiten im Rahmen von §6 Abs.1 Nr.1
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich bin bei Varian Medical Systems für den Strahlenschutz zuständig. Unsere Mitarbeiter Installieren, Reparieren und Warten kV-Bildgebung an IGRT Maschinen und Simulatoren. Diese Tätigkeiten wurden nach §6 Abs. 1 bei der zuständigen Behörde angezeigt. Ca. 30 unserer Service Mitarbeiter verfügen über die Fachkunde (R 6.1). Wir möchten diese Tätigkeiten auch von geschulten und erfahrenen Mitarbeitern (mit Kenntnissen im Strahlenschutz)selbstständig ausführen lassen. Die Behörde verfügt nun, das bei den Tätigkeiten beim Kunden Röntgenstrahlung nur von einem Fachkundigen Mitarbeiter bzw. unter Aufsicht eines Fachkundigen vor Ort angewandt werden kann. Dabei beruft man sich auf den Kommentar von Schmatz/Nöthlichs zu § 30 Abs 2 RöV. Für mich ist das im Hinblick auf den Strahlenschutzgedanken nicht nachvollziehbar. Aufgrund des geringen Gefährdungspotentials sieht die RöV für die Tätigkeiten im Rahmen des §6 RöV ein Anzeigeverfahren vor. Im Gegensatz zur Definition in der RL Strahlenschutz in der Medizin nach StrlSchV (hier wird zwischen ´ständiger Aufsicht´, ´unmittelbarer Aufsicht´ und ´Aufsicht´ unterschieden) wird hier Aufsicht (Kontrolle, die nicht immer die physische Anwesenheit des Aufsichthabenden erfordert und durch Stichproben erfolgen kann) mit unmittelbarer Aufsicht gleichgesetzt. Im Gegensatz zur Anwendung am Menschen, wo durch eine Fehlbedienung der Anlage etc. durch nicht-fachkundige Rö-Helferinnen relevante Dosen appliziert werden können (jeder der in der Rö-Diagnostik gearbeitet hat kennt die Kartons mit den ´Fehlschüssen´)ist das Gefährdungspotential und Expositionsrisiko minimal. Eine unmittelbare Aufsicht durch einen fachkundigen Mitarbeiter wird meines Erachtens zu keiner Verbesserung des operativen Strahlenschutzes führen. Für den Fall einer ungeplanten Exposition – z. B. durch das unbeabsichtigte Auslösen von Röntgenstrahlung - ist die Zeitspanne für das Eingreifen des Strahlenschutzbeauftragten vor Ort in Bezug auf evtl. Maßnahmen (Vorstellung beim Ermächtigten Arzt / Mitteilung gem. § 42 RöV) aufgrund der geringen Strahlendosen eigentlich irrelevant. Entschuldigen Sie bitte das lange ´Vorspiel´ - Meine Frage: Können Sie meine Ansicht teilen und kennen Sie eventuell einen anderen relevanten Kommentar, auf den ich mich bei der Argumentation mit der Aufsichtsbehörde stützen kann. Herzlichen Dank und mit freundlichen Grüßen Christian Drexler


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Drexler, ich kann Ihre Ansicht grundsätzlich nicht teilen bzw. ich muss der zuständigen Behörde Recht geben. Die geschäftsmäßige Prüfung, Erprobung, Wartung oder Instandsetzung einer Röntgeneinrichtung, wie in Ihrem Fall im Rahmen der IGRT-Bildgebung, ist nach § 6 Abs. 1 RöV anzeigepflichtig, wie Sie richtig angemerkt haben, und die entsprechenden Personen müssen über Fachkunde im Strahlenschutz der FK-Gruppe 6 nach der ´FK-Richtlinie Technik RöV´ verfügen. Innerhalb dieser FK-Gruppe ist zu unterscheiden zwischen Personen, welche die gesamte Tätigkeit leiten (FK-Gruppe 6.1)und denjenigen, die vor Ort tätig sind (FK-Gruppe 6.2). Ich denke, Ihnen geht es um die letztgenannten Personen. Dazu folgender Kommentar: 1)Nach § 6 RöV und Abschnitt 1.6 der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) ist die Anzeige nach § 6 RöV und damit die Fachkunde nach R 6 nicht erforderlich, wenn bei dieser Tätigkeit das Einschalten der Röntgenstrahlung nicht erforderlich ist bzw. keine Strahlenschutzmaßnahmen nötig sind. Sie können sicherlich beurteilen, ob das bei Ihren Tätigkeiten ganz oder vielleicht teilweise zutreffend ist. 2) Sind mehrere Personen vor Ort tätig, dann muss nur eine von diesen über die Fachkunde im Strahlenschutz nach R 6.2 verfügen. Aber ich sehe keine Rechtsgrundlage, dass man grundsätzlich die Fachkunde nach R 6.2 durch Kenntnisse im Strahlenschutz ersetzen kann. Das gibt auch der § 30 Nr. 2 RöV nicht her (Aufsicht erfolgt vor Ort!). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Nadine Berger schrieb am 16.07.2014 - 16:40 Uhr:
Frage:2248 BETREFF: Strahlenschutzkenntnisse Sentinel Node
Sehr geehrter Herr Prof. Eden, besteht die Notwendigkeit, dass OP-Personal einen Strahlenschutzkurs belegen muss, wenn es nur mit dem Sentinel node Verfahren und mit keinerlei sonstigen röntgentechnologischen Verfahren (wie z.B. C-Bögen) in Berührung kommt? Bei der sentinel node liegen wir bei Durchführung der OP unter der Freigrenze. Konkrete Aussagen waren im Internet dazu bisher nicht zu finden. Teilweise wird von Strahlenschutzkenntnissen auch bei helfenden Personen Personen gesprochen, womit ja ein 8h OP-Kurs nötig wäre. Aber gilt dieses auch, wenn wir unter der Freigrenze bleiben? MfG N. Berger


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Berger, zunächst einmal: gehen Sie ins Internet (z.B. Google) und suchen Sie die Richtlinie ´Strahlenschutz in der Medizin´ (aus dem Jahr 2011) auf (unter diesem Namen). Dann gehen Sie darin in den Anhang A 20 (´Mustervereinbarung zur Durchführung der Sentinel-Lympfknoten-(SLN)-Diagnostik´). Darin finden Sie an sich alles, was Sie hier im Forum RöV gefragt haben. Die entscheidenden rechtlichen Voraussetzungen für die Durchführung der SLN-Diagnostik liegen auf Seiten der Nuklearmedizin und nicht beim OP-Personal. Zum OP-Zeitraum darf die Aktivität der Tc99m-Aktivität im Patienten nicht über 10 MBq liegen. Das ist nämlich die Freigrenze für dieses Radionuklid. Es ist kein Kurs zur Erlangung der Kenntnisse im Strahlenschutz für das OP-Personal erforderlich, wenn die SLN-Diagnostik unten den in A 20 formulierten Bedingungen abläuft. Allerdings muss das beteiligte OP-Personal seitens einer entsprechend qualifizierten Person aus der Nuklearmedizin jährlich unterwiesen werden. Alle weiteren Details: siehe A 20 der betreffenden Richtlinie. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rudolf Kolb schrieb am 15.07.2014 - 17:22 Uhr:
Frage:2247 BETREFF: QS Richtlinie
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, in der QS-RL steht zum Thema Konstanzprüfung: ´Werden zur Konstanzprüfung des Hochkontrastauflösungsvermögens die gleichen Prüf-mittel und der gleiche Prüfaufbau wie bei der Abnahmeprüfung verwendet, darf der im Rahmen der Konstanzprüfung ermittelte Wert vom Bezugswert um eine Linienpaargruppe abweichen, sofern der ermittelte Wert die Mindestanforderung für die Abnahmeprüfung (siehe etwa Anlage I der SV-RL) nicht unterschreitet.´ Ist dies kein Widerspruch zur DIN 6868-4 in dem verlangt wird, dass diese Werte nicht geringer sein dürfen als der Bezugswert. mfG Kolb


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, Gut beobachtet! Wenn man diese beiden Stellen, einmal in der QS-RL (letzter Absatz in Abschn. 2.2) und dann in der DIN 6868-4 (letzter Satz in Abschn. 4.4) liest und vergleicht, kommt man zu diesem Ergebnis. Die Auflösung dieses Problems ist folgendermaßen: 1) Im Zweifelsfall muss die Gewichtigkeit der QS-RL, die zumal neueren Datums ist als die DIN 6868-4, höher eingestuft werden. 2) Die entsprechende Abnahmenorm (DIN 6868-150) ist auch ´jünger´ als die DIN 6868-4. Letztgenannte befindet sich in einer Überarbeitungsphase, so dass zu erwarten ist, dass sich dieser Widerspruch erledigen wird. 3) Die diesbezügliche Regelung in der QS-RL (KP-Wert darf vom Bezugswert um eine Linienpaargruppe abweichen) gilt ja nur, wenn bei der KP die gleichen Prüfmittel und der gleiche Prüfaufbau wie bei der Abnahmeprüfung nach DIN 6868-150 (von 2013!) verwendet werden und der Messwert die Vorgaben der Anlage I der SV-RL (´technische Mindestanforderungen´) erfüllt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ulrich Hepp schrieb am 03.07.2014 - 17:32 Uhr:
Frage:2245 BETREFF: Rö-Nachtdienste mit MFAs
Sehr geehrter Herr Prof. Even, bekannterweise sind Röntgen-MTAs kaum noch zu finden und wenn derartig seltene Spezies vorhanden sind, verfügen diese oft über ein Attest, dass sie von der Teilnahme an Nach- und Wochenenddiensten befreit. Es ist so in vielen Krankenhäusern kaum noch möglich den Nacht- und Wochenenddienst aufrechtzuerhalten. Da kommt natürlich der Gedanke, ob außer den MTAs auch MFAs in Nacht- und Wochenenddiensten röntgen dürfen, wenn sie die erforderliche Fachkunde haben und immer ein fachkundiger Internist oder Chirurg in der Nähe ist. Ein Radiologe ist innerhalb von 30 Min. vor Ort. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, K. d. ö. R., Berlin, – einerseits – und der GKV-Spitzenverband, K. d. ö. R., Berlin, − andererseits – haben als Anlage 24 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä) über die die Delegation ärztlicher Leistungen an nichtärztliches Personal in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung gemäß § 28 Abs. 1 S. 3 SGB V vom 1. Oktober 2013 folgende Vereinbarung geschlossen: 4. Durchführung technischer Untersuchungen: − Röntgen − CT − MRT Medizinische/r Fachangestellte/r (MFA) [Röntgen: Fortbildung „Strahlenschutz gemäß § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV“] Medizinisch-Technische/r Assistent/in (MTA) [Fachkenntnisse gemäß Strahlenschutzverordnung] Medizinisch-technische/r Radiologie Assistent/-in (MTRA) [Fachkenntnisse gemäß Strahlenschutzverordnung] Quelle: Deutsches Ärzteblatt | Jg. 110 | Heft 38 | 20. September 2013 Was spricht dann noch gegen den Einsatz von entsprechend qualifizierten MFAs? Vielen Dank im Voraus. Ulrich Hepp


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hepp, ich beantworte Ihre Frage auf der Basis der Röntgenverordnung (RöV). Zutreffend ist hier § 24 Abs. 2 RöV (´technische Durchführung´). Die Anforderungen an die technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung seitens der Berufsgruppe ´MFA´ findet man dort unter der Nr. 4. Danach muss eine MFA über Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen und diese alle 5 Jahre aktualisiert haben. Außerdem darf die technische Durchführung nur unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines im Strahlenschutz entsprechend fachkundigen Arztes erfolgen. Diese ständige Aufsicht wird behördlicherseits interpretiert als ´in der Praxis sein´ bzw. ´auf dem Klinikgelände sein´. Eine Zeitvorgabe, wie die von Ihnen erwähnten 30 Minuten, wird in diesem Zusammenhang nicht genannt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Schneider A. schrieb am 01.07.2014 - 12:23 Uhr:
Frage:2244 BETREFF: FAIL SAVE
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich bin derzeit in meinem Praktischen Semester und habe mich über einige Röntgenanlagen informiert. Einige Anbieter bieten eine FAIL SAVE Einrichtung optional mit an, andere nicht. FAIL SAVE sagt doch aus, dass keine unbegrenzte Menge an Dosis abgegeben werden kann wenn z.B. der Strahler auf das RWG gerichtet ist ich aber tatsächlich eine Tischaufnahme machen möchte. Daher dachte ich bisher dass eine FAIL SAVE Einrichtung verpflichtend sei und in jedem Fall mit angeboten werden müsste. Vielen Dank für Eure Hilfe A. Schneider


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schneider, es ist richtig, dass bei einem Strahler und mehreren Anwendungsgeräten, die von einem Schaltgerät bedient werden, verhindert werden soll, dass bei einer Strahlereinstellung auf ein bestimmtes Anwendungsgerät versehentlich das andere Anwendungsgerät angewählt wird, mit all den daraus sich leicht vorstellbaren Konsequenzen. Diese können durch beispielsweise (!) eine Fail-Safe-Schaltung verhindert werden. Aber es muss nicht unbedingt diese technische Maßnahme sein. Es gibt auch andere Techniken, wie z.B. eine Kassettenabtastung, mit der sichergestellt werden soll, dass eine Kassette im richtigen Anwendungsgerät platziert worden ist. Weitere gleichwertige Maßnahmen sind ebenfalls zugelassen. Sie sehen, es muss nicht unbedingt ´Fail Safe´ sein - aber irgendetwas anderes entsprechend Wirksames schon. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Simon Eckelmeier schrieb am 01.07.2014 - 10:41 Uhr:
Frage:2243 BETREFF: Dosimetrie Honorarärzte
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, ich habe eine Frage zum Thema: ´Dosimetrie für Honorarärzte´ Wenn ein Honorararzt in mehreren Häusern tätig ist, wer ist für die Dosimetrieüberwachung ( Filmdosimeter ) verantwortlich, bzw. durch wen wird das Dosimeter zur Verfügung gestellt? MfG Simon Eckelmeier


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Eckelmeier, wir vertreten folgende Meinung: Wenn ein Arzt als Honorararzt „freiberuflich“ tätig ist und durch den Betrieb einer Röntgeneinrichtung (z.B. in einem OP) strahlenexponiert werden kann, dann fällt er ggf. unter die Regelungen des § 6 Abs. 1 Nr. 3 RöV. D.h., wenn diese Tätigkeit zu einer effektiven Dosis von mehr als 1 mSv/a führen kann, dann müssen diese Personen der für sie zuständigen Behörde diese Tätigkeit angezeigt haben, im Besitz eines vollständig geführten Strahlenpasses sein und ein Dosimeter der für sie zuständigen Messstelle tragen. Für das Dosimeter sind sie selbst verantwortlich. Anders kann sich die Situation darstellen, wenn ein Honorararzt als externer Strahlenschutzbeauftragter bestellt wird. Dann geht die Vorgabe zur Durchführung der Personendosimetrie in der Regel auf den Genehmigungsinhaber bzw. Anzeigepflichtigen (den Strahlenschutzverantwortlichen) und seine Strahlenschutzorganisation über. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kolb R. schrieb am 30.06.2014 - 18:41 Uhr:
Frage:2242 BETREFF: QS Richtlinie
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, im Newsletter wurde geschrieben, dass die neue QS Richtlinie ab dem 01.07.2014 anzuwenden ist. Woher kann man dieses Datum ableiten? In der QS RL habe ich keine entsprechende Angabe gefunden. mfG Kolb R.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, so direkt kann man dieses Datum nicht einem offiziellen Text finden - zumindest bisher nicht. Der 01.07.2014 ist mit einem Rundschreiben des Bundesumweltministerium an die einzelnen Bundesländer bekannt gemacht worden. Und die Länder wiederum werden es an die bei ihnen jeweils zuständigen Behörden und - ich unterstelle mal - auch an die ärztlichen Stellen und an die Sachverständigen weitergegeben haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Petra Botsch schrieb am 29.06.2014 - 18:24 Uhr:
Frage:2241 BETREFF: DICOM- Header
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vor ein paar Wochen konnten Sie uns mit Ihrer Antwort zu den gerundeten Dosisindikatoren der FA Philips weiterhelfen, die ÄS akzeptiert bis auf weiteres diese Angaben. Dafür noch einmal vielen Dank. Leider war das nicht der einzige Streitpunkt. Hier waren wir aber der Meinung, durch unsere Angaben über den Gebrauch des Headers und einige Screenshots mit den relevanten Daten , könnten wir diesen Punkt klären. In unserem, nach Angaben der Herstellerfirma standardisierten Header, steht unter dem Tag 0008,1030 Description of the Study dann z. B. die Studie LWS in 2. Ebenen. Im Tag Series Description steht dann ensprechend LWS ap und auf der seitlichen Aufnahme LWS seitlich. Unserer Meinung nach sind diese Angaben korrekt und können auf jedem Rechner nachvollzogen werden, sofern man den Header korrekt anwendet. Die Prüfstelle schreibt, wenn unterschiedliche Angaben in Series Description gemacht werden, müssen die Bilder in unterschiedlichen Serien abgelegt werden. Eines der Bilder würde immer mit der falschen Ebenenangabe angezeigt. Das entspricht nicht den Tatsachen , alle korrekten Angaben stehen auch noch mal im Hanging- Protocol Telefonische und schriftliche Interventionen und genügend Beispiele haben leider nichts an der Ansicht der ÄS geändert und der Bitte um eine eventuelle Vorstellung in einem Fachgremium mit unsrer Anwesenheit leider nicht entsprochen. Welche Wege können wir noch beschreiten? Wir möchten keinen Dauerstreit mit der ÄS, aber die nächste Überprüfung kommt bestimmt Vielen Dank P.Botsch


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Botsch, ich musste mich bezüglich dieser Ihrer Frage auch erst einmal schlau machen. Folgendes wurde mir mitgeteilt: Unter Beschreibung der Studie (Description of Study) wird der Umfang der Untersuchung abgelegt, wie z. B. Thorax in 2 Ebenen oder Polytrauma. In den Serien sind dann jeweils die einzelnen Untersuchungen abgebildet. Das bedeutet, dass z. B. die ap- und seitliche Aufnahme in einer jeweils gesonderten Serie abgelegt sein soll, damit eine eineindeutige Bezeichnung der Aufnahmen im Nachhinein möglich ist. Was wiederum heißt, dass einer Studie in der Regel mehrere Serien zugeordnet sein können. Die jeweilige Serie muss nach DICOM-Standard immer die dieselbe und eindeutige Bezeichnung haben. In der Praxis ergeben sich häufig Probleme bei der Schnittstelle der Modalität (Röntgeneinrichtung) zum PACS-System. Der Anwender möchte seine Bilder in einer bestimmten Art und Weise auf seinem Bildwiedergabegerät dargestellt haben. Dies kann bei den vorgenannten Schnittstellenproblemen dazu führen, dass die Aufnahmen, die sinnvollerweise in mehreren Serien abgelegt sind, in eine Serie abgelegt werden. Es befinden sich auch Modalitäten auf dem Markt, die eine Zuordnung von mehreren Serien innerhalb einer Studie nicht zulassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jutta Figge-Röhr schrieb am 27.06.2014 - 11:57 Uhr:
Frage:2240 BETREFF: Technische Durchführung Röntgenaufnahmen
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, Meine Frage: Darf ein Anwesenheitsbereitschaftsarzt im Krankenhaus (mit Fachkunde) in seinem Dienst eine Röntgenaufnahme erstellen? Oder muss eine MTRA hinzugerufen werden? Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Figge-Röhr, ja, das darf er, wenn er die für diese Röntgenuntersuchung notwendige Fachkunde im Strahlenschutz besitzt. Begründung: § 24 Abs. 2 RöV (´technische Durchführung´), dort der 1. Satz ´Die technische Durchführung ist neben den in Abs. 1 genannten Personen ... erlaubt.´ Und in Abs. 1 sind u.a. auch die Ärzte genannt, die fachkundig im Strahlenschutz sind (§ 24 Abs. 1 Nrn. 1 und 2 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Werner Betz schrieb am 26.06.2014 - 23:10 Uhr:
Frage:2239 BETREFF: Betrachtung von Röntgenbildern mit Lichtkästen
Sehr geehrtes Forum-Team Ich suche nach einer Vorschrift, aus der die Selbstverständlichkeit abzuleiten ist, dass Röntgenfilme an einem Lichtkasten zu betrachten/befunden sind. In einem Streitfall geht es um die Frage, ob eingescannte und ausgedruckte Röntgenbilder verwertbar sind. Weder in der RöV, noch in der StrSchV noch in der QS-RL kann ich etwas Konkretes dazu finden. Es geht hier nicht um die Pflicht zur Weitergabe von Röntgenbildern zur Vermeidung unnötiger Strahlenbelastung. Da ist die Befundungsfähigkeit ja geregelt. Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung der Frage.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Betz, bitte gehen Sie auf die Startseite des Forum RöV mit www.forum-roev.de und klicken Sie entweder den Link ´News´ oder ´7. Richtlinien/BMU Schreiben´ an. Dann finden Sie (in der 1. Zeile) unter dem Datum 23.6.2014 den Text der neuen Qualitätssicherungs-Richtlinie. Darin suchen Sie das Kapitel 7 ´Nicht-transparente Dokumentationsmedien´ auf. Das gibt Ihnen die Antwort auf Ihre Frage. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  andyftw schrieb am 26.06.2014 - 16:01 Uhr:
Frage:2238 BETREFF: Prozessfähigkeit
Hallo, wie viele Röntgenbilder von wie vielen Teilen sind für den Beweis einer Prozessfähigkeit von Druckgussteilen für die Automobilindustrie notwendig.


1. Antwort: Hallo, das weiß ich auch nicht! Diese Frage liegt an sich außerhalb unseres Kompetenzbereiches. Aber ein Tipp: Nehmen Sie Verbindung mit der Deutschen Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung e.V. (DGZFP) auf: Max-Planck-Str. 6, 12489 Berlin, 030/678070, mail@dgzfp.de. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Herr R. Nowotny schrieb am 25.06.2014 - 15:03 Uhr:
Frage:2237 BETREFF: KP in der Mammographie
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, meine Fragen beziehen sich auf die Konstanzprüfung bei digit. Mammographiegeräten. Nach der Überarbeitung der QS-RL vom 23.6.14 und dem Rundschreiben, Vollzug der RöV, der 71. Sitzung des Länderausschusses RöV, Nov.2013, vom 23.6.14 ist mir nicht so klar, wer welche Konstanzprüfungen durchführen darf (muss)! Im Abschnitt 3.4 der QS-RL geht es um die Durchführung der Abnahmeprüfung ( i.d.R. vom Hersteller od. Lieferanten) und der Konstanzprüfung. Gleichzeitig gibt es Änderungen in der FK-RL-Technik, Anforderungen an die Qualifikation von Sachverständigen - hier im Abschnitt 7.1.3, die auf den Abschnitt 3.4 QS-RL verweisen.. Beziehen sich nun diese Änderungen nur auf die Abnahmeprüfungen bzw. SV-Prüfungen? Wer darf die KP nach PAS 1054 bzw. DIN 6868-162 durchführen und welche Qualifikation muss derjenige besitzen? Welche Qualifikation und Voraussetzung muss erfüllt werden, um die jährliche KP nach PAS 1054 durchzuführen und wer darf die 24-monatliche (kurativer Betrieb) sog. CD-MAM- Prüfung durchführen? Darf ein Angestellter mit staatl. anerkannter med.techn. Ausbildung, einer langjährigen Berufserfahrung spez. Röntgentechnik (einschll. Mammographie) und Fachkunde R6, auch eine CD-MAM- Prüfung durchführen, oder muss evtl. ein Kurs gem. FK-RL-Technik Anlage L absolviert werden? Das sind viele Fragen - bedanke mich deshalb herzlichst für eine baldige Beantwortung. Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Nowotny, aus Ihrem Schreiben kann ich nicht so eindeutig entnehmen, ob sich Ihre Fragen auf die Durchführung der Konstanz- oder Abnahmeprüfung an digitalen Mammographiegeräten beziehen. Denn Sie erwähnen sowohl PAS 1054 (zurzeit noch für die Konstanzprüfung zuständig) als auch die DIN 6868-162 (gilt für die Abnahmeprüfung). Zunächst einmal: Wenn man im Sinne des § 6 Abs. 1 RöV geschäftsmäßig Röntgeneinrichtungen prüfen, erproben, etc. will, muss man dies der zuständigen Behörde anzeigen und für die zu benennenden Strahlenschutzbeauftragten das Vorhandensein der Fachkunde im Strahlenschutz nachweisen. Für die medizinische Anwendung der betreffenden Röntgeneinrichtungen gilt nach der „Fachkunde-Richtlinie Technik RöV“ die Fachkundegruppe R6 mit der Unterteilung 6.1 („Leitung der gesamten Tätigkeit“) und 6.2 („Tätigkeit vor Ort“). Dies trifft zu für alle medizinisch genutzten Röntgeneinrichtungen, unter anderem auch für Mammographiegeräte, und zwar sowohl für Abnahme- als auch für Konstanzprüfungen. Die Art der beruflichen Ausbildung der in Frage kommenden Personen bestimmt den zeitlichen Umfang des für die Erlangung der Fachkunde notwendigen Sachkundeerwerbs (Anlage F der genannten Richtlinie). Speziell für die digitale Mammographie ist nun neben der notwendigen Fachkunde im Strahlenschutz noch eine weitere Qualifikation notwendig, um die bei der Abnahmeprüfung und bei der Konstanzprüfung zusätzlich erforderliche Prüfung des Kontrastauflösungsvermögens durchführen zu dürfen (siehe die Abschnitte 3.4.1 bis 3.4.3 der QS-RL). Außerhalb des Screenings (dort werden ja diese Konstanzprüfungen durch das jeweilige Referenzzentrum durchgeführt), also im kurativen Betrieb, muss diese „CDMAM-Konstanzprüfung“ alle 24 Monate erfolgen. Im Jahr 2007 wurde vom damaligen Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in einem Rundschreiben an alle Bundesländer diese genannte Zusatzqualifikation für die Durchführung der CDMAM-Prüfung bekannt gemacht. Diese Regelung gilt auch heute noch. Danach muss ein diesbezüglicher Kurs („CDMAM-Kurs“) von 8 Unterrichtsstunden erfolgreich besucht werden. Voraussetzungen für die Teilnahme an dieser Schulung sind folgende: 1) Sachverständiger nach § 4a RöV oder eine Person mit der Fachkunde R6 nach der o.g. Richtlinie oder Medizinphysik-Experte. 2) Mindestens 10 Prüfungen nach PAS 1054 kontrolliert (als Sachverständiger) oder selbstständig durchgeführt haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Norbert Engelen schrieb am 20.06.2014 - 08:04 Uhr:
Frage:2236 BETREFF: Mammographie
Hallo wegen mehrerer bevorstehender Neuinstallationen, bzw. Umrüstungen von analog auf digital von Mammographiegeräten bin ich auf der Suche nach Formblattvorgaben für die DIN 6868-152 als auch 6868-162 jeweils Stand 06-2013. Für Hinweise, Links oder fertige Formulare wäre ich sehr dankbar. Norbert Engelen Elmed-GnbH


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Engelen, es gibt QS-Normen (für Abnahme- und Konstanzprüfungen), die derartige Formblätter in den Anhängen enthalten, aber nur, wie es in der Normensprache heißt, ´informativ´, also als Vorschlag, nicht als Vorgabe (dann würde dort stehen: ´normativ´). Die beiden in ihrer Frage erwähnten Normen beinhalten kein derartiges Formular sondern fordern jeweils im Kapitel 12 nur eine Gliederung, wie der Prüfbericht aufzubauen ist. Aber nochmals: Es gibt keine offiziellen, z.B. von einer behördlichen oder behördenähnlichen Institution explizit verlangten Formblätter für die Durchführung von Abnahmeprüfungen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Felix Schöfer schrieb am 13.06.2014 - 22:45 Uhr:
Frage:2235 BETREFF: DVT in der HNO und/oder in der Zahnheilkunde
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, bei uns gab es aktuell Rückfragen zu Abnahme und Konstanzprüfung DVT in der HNO und der Zahnheilkunde. Es geht um den aktuellen Stand der Anforderungen sowie nach Verabschiedung der neuen Qualitätssicherungsrichtlinie. Über die Regelungen entsprechend dem aktuellen Stand der neuen Richtlinie habe ich folgende Informationen erhalten: 1) DVT Geräte, die in der HNO verwendet werden, müssen nach DIN 6868-150 abgenommen und passend konstanzgeprüft werden; 2) DVT Geräte, die in der Zahnheilkunde verwendet werden, müssen nach DIN 6868-161 abgenommen und passend konstanzgeprüft werden, 3) DVT Geräte, die in der Zahnheilkunde und in der HNO allgemein verwendet werden, müssen nach beiden Normen abgenommen und passend konstanzgeprüft werden und 4) DVT Geräte, die in der Zahnheilkunde und in der HNO nur für Hochkontrastfragestellungen (Darstellung des Felsenbeins) verwendet werden, müssen mindestens nach 6868-161 abgenommen und passend konstanzgeprüft werden. Können Sie diese Aussagen bestätigen? Können Sie zudem noch einen Hinweis und eine Abschätzung geben, ab wann die Anwendung der neuen Richtlinie von den zuständigen Stellen gefordert werden kann und ab wann sie gefordert werden wird? Vielen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung bei der Klärung, beste Grüße, Felix Schöfer (Quart, Zorneding)


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Schöfer, betroffen sind die Abschnitte 3.10 und 3.11 der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL). Die Fragen Nrn. 1, 2 und 4 sind richtig beantwortet. Die Antwort auf die Frage Nr. 3 lautet, dass hier die Abnahmeprüfung nur nach DIN 6868-150 und nicht auch noch nach DIN 6868-161 durchgeführt werden muss (siehe 1. Satz in Abschnitt 3.11) und die Konstanzprüfung entsprechend passend. Der voraussichtliche Anwendungsbeginn der QS-RL wird mit 1.7.2014 angegeben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  R. Tegeler schrieb am 12.06.2014 - 18:15 Uhr:
Frage:2234 BETREFF: baulicher Strahlenschutz
Hallo, welche Vorschriften gibt es bei einem KrankenhausNeu- / Umbau für den baulichen Strahlenschutz auf Intensivstationen und in OPs? Danke


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Tegeler, ich nehme an, es geht um den Betrieb von Röntgendiagnostikgeräten, z.B. von C-Bogengeräten im OP, usw.. Die Bemessung des baulichen Strahlenschutzes geschieht nach DIN 6812 ´Medizinische Röntgenanlagen bis 300 kV - Regeln für die Auslegung des baulichen Strahlenschutzes´ von Juni 2013. Der Alleinverkauf von Normen dieser Art geschieht durch Beuth-Verlag GmbH, 10772 Berlin. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Eva Görgen schrieb am 04.06.2014 - 18:26 Uhr:
Frage:2233 BETREFF: Knochendichtemessung
Hallo Herr Professor & Team, können Sie mir sagen, welche Auflagen es bei der Anforderung; Ausführung und Befundung der Knochendichtemessung gibt? Ich denke, die Anforderung darf auch nur von einem fachkundigen Arzt gestellt werden? Darf es jeder Arzt diese Untersuchung befunden? Dürfen MTRAs und MFAs mit Rö.-Schein diese Untersuchungen durchführen- oder gibt es Zusatzqualifikationen/Auflagen/extra Kurs etc für Arzt oder ausführendes Personal ? Wie schaut es mit der Indikation aus ? Vielen Dank Mit freundlichen Grüßen Eva Görgen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Görgen, man kann es kurz machen: Für die Nutzung von Knochendichtemesseinrichtungen gelten bezüglich Stellung der rechtfertigenden Indikation und Anwendung (Befundung und technische Durchführung) für Ärzte bzw. Assistenzpersonal grundsätzlich dieselben Regelungen wie für andere Röntgendiagnostikeinrichtungen auch: rechtfertigende Indikation nur durch entsprechend fachkundige Ärzte, Befundung nur durch Ärzte mit Fachkunde oder mit Kenntnissen im Strahlenschutz (Letztgenannte nur mit ´ständiger Aufsicht und Verantwortung´), technische Durchführung durch MTRAs oder MFAs (Letztgenannte nur mit ´ständiger Aufsicht und Verantwortung´). Die medizinische (!) Indikation kann jeder Arzt stellen. Auch das gilt ganz generell in der Röntgendiagnostik. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Pepe G. schrieb am 03.06.2014 - 22:34 Uhr:
Frage:2232 BETREFF: Einsatz des Schulröntgengerätes (zu Frage: 2230)
Hallo Thomas M., leider dürfen wir in der Schule aufgrund immer strenger werdender Sicherheitsmaßnahmen viele Versuche nicht mehr durchführen. Wollte ich das Röntgengerät einsetzen, müsste ich erst mal auf dem Amt erfragen ob es für den Einsatz noch zugelassen ist (Bei einem 44 Jahre altem Gerät wohl eher nicht)und dann würde ich selber die entsprechenden Sicherheitskurse für den Strahlenschutz benötigen. Der einzige didaktische Einsatz der mir also für das Gerät bleibt ist den Grundaufbau eines Röntgengerätes zu demonstrieren und vielleicht noch als Einstieg in eine Stunde zum Strahlenschutz oder zur Frage wie schädlich Röntgenstrahlung ist (da empfiehlt sich aber eher ein Besuch im Gesundheitsmuseum in Dresden). Mein Problem ist zur Zeit, dass ich die Sammlung aus Raumnöten heraus um ein Drittel reduzieren muss und da kommen eben zuerst die Dinge dran, die seit Jahren im Regal stehen und einstauben, weil sie keiner benutzt/benutzen darf... Und an dieser Stelle ist meine Frage ganz einfach ob ich das Gerät einfach zum E-Schrott gebe oder ob es als ´Sondermüll´ zu bezeichnen ist. Mit freundlichen Grüßen, Pepe G.


1. Antwort: ........ siehe meine Antwort an Sie (zur Ihrer Anfrage Nr. 2229). Sie können, wie gesagt, alles mit diesem Gerät machen - nur nicht im Unterricht die Strahlung einschalten. Sie vermuten richtig: Das Gerät ist, schlicht gesagt, nicht mehr zugelassen. K. Ewen



  Iris Frings schrieb am 03.06.2014 - 16:13 Uhr:
Frage:2231 BETREFF: Anerkennung von ausländischen Abschlüssen/MTRA
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, In der FK-Richtlinie 4.7. steht: ´Personen, die außerhalb Deutschlands ausgebildet worden sind und die im Rahmen der Röntgenverordnung Aufgaben einer MTRA wahrnehmen wollen, haben nach § 2 Abs. 2 MTAG die Gleichwertigkeit ihres Ausbildungsstandards mit der MTA-APrV nachzuweisen. Notwendige Spezialkenntnisse und insbesondere das erforderliche Gesetzeswissen ist durch Teilnahme an einem Kurs im Strahlenschutz nach Anlage 2.1 zu erwerben.´ Lese ich nun Anlage 2.1. (Spezialkurs) steht da, dass die Voraussetzung für die Teilnahme die erforderliche Teilnahme am Grundkurs sei. Dieser, nach Anlage 1, nennt sich Grundkurs im Strahlenschutz für Ärzte und Mezidinphysik-Experten. Meine Frage dazu: Welchen Grundkurs sollen also nun die MTRA-Anerkennungskandidat/innen besuchen? Oder benötigen diese keinen Grundkurs? Grundlage meiner Frage ist, dass wir als MTA-Schule regelmäßig Anfragen von Anerkennungskandidaten aus dem Ausland erhalten, die bei uns eine Anpassungmaßnahme bzw. eine Eignungsprüfung durchführen wollen, die ihnen vom RP auferlegt wird, um die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung MTRA zu erhalten. Verstehe ich somit prinzipiell richtig: Zusätzlich zu einer solchen Maßnahme, etwa an einer MTA-Schule, müssen die Kandidaten einen Strahlenschutzkurs nach Anlage 2.1. durchführen um die Fachkunde zu erzielen? (und dann noch demenstprechend nach StrlSchV) Vielen Dank! I. Frings


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, nach der so genannten Gleichwertigkeitsprüfung im Rahmen des MTA-Gesetzes muss eine von Ihnen hier angesprochene Person noch die Fachkunde im Strahlenschutz erwerben (vgl. Paragraph 24 Abs. 2 Nr. 2 RöV bzw. Paragraph 82 Abs. 2 Nr. 2 StrlSchV). Da bestimmte Grundlagen und Sachkunden bereits in der Ausbildung enthalten sind und mit der erfolgreichen Gleichwertigkeitsprüfung nachgewiesen werden, ist zusätzlich nur der Besuch des jeweiligen Spezialkurses (z.B. Röntgendiagnostik) erforderlich. Man darf aber nicht vergessen, dass diese so erworbene Fachkunde im Strahlenschutz auch von der zuständigen Stelle (in der Regel von der Ärztekammer) bescheinigt werden muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  thomas m. schrieb am 03.06.2014 - 13:55 Uhr:
Frage:2230 BETREFF: zu Frage:2229 BETREFF: Schulröntgengerät
Frage:2229 BETREFF: Schulröntgengerät da es sich um ein Schulröntgengerät handelt, sollten sie als Physiklehrer doch alle Möglichkeiten haben, dieses Gerät didaktisch sinnvol im Physikunterricht einzubauen.


1. Antwort: .... ja, das ist natürlich möglich. Aber bitte nicht die Röntgenstrahlung einschalten (siehe meine Antwort zur Frage 2229) K. Ewen



  Pepe G. schrieb am 02.06.2014 - 19:24 Uhr:
Frage:2229 BETREFF: Schulröntgengerät
Hallo, ich bin Physiklehrer an einer Haupt- und Realschule und habe heute in unserer Sammlung ein ziemlich schweres Schulröntgengerät von der Firma NEVA aus dem Jahr 1970 gefunden. Neben den Fragen, was dieses Gerät an unserer Schule macht und ob es jemals verwendet wurde würde mich vor allen Dingen interessieren ob man bei der Entsorgung etwas besonderes beachten muss und ob es für solche Geräte noch irgendwo Verwendungszwecke gibt (Museum oder ähnliches) Viele Grüße, Pit


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gromes, für den Betrieb von Schulröntgeneinrichtungen ist die Röntgenverordnung (RöV) aus dem Jahr 1987 (mit diversen nachträglich eingefügten Änderungen) zuständig. Danach dürfen Geräte dieser Art an allgemein bildenden Schulen nur betrieben werden, wenn sie eine diesbezügliche Bauartzulassung aufweisen können (§ 4 Abs. 3 RöV). Diese liegt natürlich für ein Gerät aus dem Jahr 1970 nicht vor. Es gibt aus dem Strahlenschutzrecht keine explizite Anforderung an die Entsorgung eines derartigen Gerätes. Als Physiklehrer könnten Sie das Gerät zumindest so ´beschädigen´, dass es nicht mehr einschaltbar ist, wenn das überhaupt noch möglich sein sollte. Weiterer Verwendungszweck? Keine einfache Frage. Vielleicht interessiert sich das Röntgenmuseum im Remscheid-Lennep dafür. Viele Grüße K. Ewen



  Charles Levrey schrieb am 30.05.2014 - 20:52 Uhr:
Frage:2228 BETREFF: Teleradiologie: Stellung des Assistenzpersonals
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, die vor Jahren von den Aufsichtsbehörden genehmigte Teleradiologie an unseren Klinikstandorten wurde mit den Jahren wegen Personalproblemen immer weiter aufgeweicht, ohne das die Behörden informiert wurden. Mitunter wird die rechtfertigende Indikation lediglich von Ärzten mit Kenntnissen im Stahlenschutz, bestenfalls mit einer Teilfachkunde für CT-Untersuchungen des Schädels nach Nr. Rö 5.2 der ´Fachkunderichtlinie Strahlenschutz in der Medizin´ gestellt. Sind die MTRA trotzdem zur Durchführung der von o.g. Personen angeordneten Untersuchung verpflichtet, selbst wenn sie von den rechtswidrigen Zuständen wissen? Können ihnen bei einer Leistungsverweigerung Konsequenzen drohen? Ich danke für Ihre Antwort. C. Levrey


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Levrey, wie eine derartige Situation als rechtlich korrekt bzw. unkorrekt eingeordnet werden muss, ist sicherlich von der Strahlenschutzorganisation in dem betreffenden Haus und von den dort geltenden Strahlenschutzanweisungen abhängig. Wenn es eine Strahlenschutzanweisung des Strahlenschutzverantwortlichen (SSV) gibt und diese klar festlegt, dass nur der Teleradiologe die rechtfertigende Indikation mit dem Auftrag zur technischen Durchführung zu stellen hat, dann können sich die durchführenden MTRA auch darauf berufen. Eine derartige Anweisung ist dann von den Ärzten vor Ort, die bestimmte Aufgaben übernehmen sollen, genauso zu beachten wie von den MTRA, die natürlich die rechtfertigende Indikation nicht stellen dürfen. Sollte die Realität dann im wirklichen Betrieb anders (im negativen Sinne) aussehen, sind die MTRA nach unserer Meinung im Rahmen der vertrauensvollen Zusammenarbeit geradezu verpflichtet, den SSV und/oder Strahlenschutzbeauftragten (SSB) zu informieren, vor allem, wenn erkennbar ist, dass ganz bewusst eine Situation, die von den Vorschriften abweicht, geduldet oder sogar gefördert wird. Ggf. muss der Personalrat mit einbezogen werden. Weitere Möglichkeiten seitens der MTRA sind wohl kaum gegeben. Denn arbeitsrechtlich kommt eine Weigerung zur Durchführung oder eine direkte Meldung an die Behörde nicht in Betracht. Hier gibt es Beispiele, in denen Arbeitsgerichte ein solches Verhalten eines Beschäftigten gerügt haben. Nach den Vorschriften der Röntgenverordnung haben MTRA in solchen Fällen nichts zu befürchten, im Gegensatz zu den SSV und SSB (z.B. Bußgeld oder Abgabe an die Staatsanwaltschaft, da es sich um eine Straftat handeln könnte). Auch bei Schadenersatzforderungen von Patienten stehen nach unserer Rechtsauffassung nicht die MTRA, sondern die handelnden Ärzte im Fokus des Geschehens. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  A. Austrup schrieb am 30.05.2014 - 16:09 Uhr:
Frage:2227 BETREFF: jährliche Unterweisung im Strahlenschutz
Muss man an der jährlichen Unterweisung im Strahlenschutz teilnehmen wenn man im selben Jahr schon die Fachkunde aktualisiert hat?


1. Antwort: Hallo Frau/Herr Austrup, Antwort: ja! Eine wesentliche Begründung ist, dass die Unterweisung auf die individuellen strahlenschutzbezogenen Aspekte, Probleme und Anwendungsmodalitäten der betreffenden Röntgenabteilung eingehen soll, während sich dagegen ein Aktualisierungskurs mit den aktuellen, aber mehr allgemeinen Strahlenschutzgrundsätzen (z.B. Recht, Technik, Abschirmungen) beschäftigen muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heinrich Meyer schrieb am 27.05.2014 - 15:09 Uhr:
Frage:2226 BETREFF: CE-Kennzeichnung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, wir sind ein Maschinenbauunternehmen und möchten ein Röntgengerät eines amerikanischen Herstellers in unsere Maschine implementieren. Mit dem Röntgengerät sollen die hergestellten Produkte überprüft werden. Benötigt ein solches Gerät eine CE-Kennzeichnung nach MRL2006/42/EG oder nur nach NRL2006/95/EG? Mit bestem Dank im Voraus und freundlichen Grüßen H.M.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Meyer, der Betrieb dieses Gerätes fällt unter die Bestimmungen der RöV. Da keine medizinische Anwendung geplant ist, entfällt auch die Frage nach der CE-Kennzeichnung nach Medizinprodukterecht. Liegt eine Bauartzulassung nach RöV für den Röntgenstrahler oder für das gesamte Gerät vor, kann die Inbetriebnahme nach dem Anzeigeverfahren (§ 4 Abs. 1 RöV) erfolgen. Ist diese Bauartzulassung nicht vorhanden oder soll das Gerät in der technischen Radiographie (Grobstrukturanalyse in der Werkstoffprüfung; § 4 Abs. 4 Nr. 1 RöV) eingesetzt werden, muss die Inbetriebnahme nach dem Genehmigungsverfahren (§ 3 Abs. 1 RöV) erfolgen. Die von Ihnen genannten CE-Kennzeichnungen nach ... sind in diesen hier beschriebenen Inbetriebnahmeverfahren nach Strahlenschutzrecht nicht relevant. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Brigitte Kolb schrieb am 23.05.2014 - 12:42 Uhr:
Frage:2225 BETREFF: Teleradiologie - Ärzte am Ort der technischen Durchführung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, welche Qualifikation braucht ein Arzt, der sich im Rahmen der Teleradiologie (CT) am Ort der technischen Durchführung befindet? Reicht es aus, wenn er die Fachkunde auf dem Gebiet der Notfalldiagnostik hat? Braucht er zusätzlich den 8-h-Kurs ´Kenntnisse in der Teleradiologie´ und ein zweiwöchiges Praktikum ein einer teleradiologischen Einrichtung? Oder müssen diese Kurs nur von Ärzten besucht werden, die noch keine Fachkunde, sondern nur Kenntnisse im Strahlenschutz (absolvierter Unterweisungskurs) besitzen?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Kolb, der Arzt am Ort der technischen Durchführung benötigt bei der Teleradiologie folgende Qualifikation: 1) Arzt ohne Fachkunde im Strahlenschutz: Kenntnisse im Strahlenschutz nach § 24 Abs. 1 Nr. 3 RöV (Teilnahme am Grundkurs) plus praktische Erfahrungen mit der Teleradiologie über einen Einweisungszeitraum von 2 Wochen (Abschn. 6.2.2 FK-RL Medizin RöV). 2) Arzt mit Teilgebiets-Fachkunde: Praktische Erfahrungen mit der Teleradiologie, aber ohne explizite Festlegung auf einen Einweisungszeitraum von 2 Wochen. Der Teleradiologe muss diese Einweisung in beiden Fällen bestätigen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Christine Müller schrieb am 23.05.2014 - 08:40 Uhr:
Frage:2224 BETREFF: Abmeldung Dentalaufnahmegeräte mit Tubus
23.5.2014 Sehr geehrte Damen und Herren, von zwei Röntgengeräten in der Zahnarztpraxis ist das eine schon länger defekt. Wir möchten nun das Dentalaufnahmegeräte mit Tubus bei der Strahlenschutzbehörde oder wo auch immer abmelden, es soll dafür vorläufig auch kein Ersatz geschaffen werden, es ist also keine Änderung, sondern Abmeldung. Muß dafür auch eine Abnahme/Kontrolle erfolgen und ein Beauftragter in die Praxis kommen? Geht das einfach schriftlich? Mit welchem Formular? Für eine qualifizierte Antwort wäre ich sehr dankbar. Liebe Grüße


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Müller, eine Frage mit ähnlichem Inhalt ist schon mal hier im Forum RöV gestellt worden. Wenn Sie die Möglichkeit haben, im Forum RöV in das Jahr 2013 zurückzublättern und die dort die Frage Nr. 1954 vom 26.3.2013 aufzusuchen, wird in der dortigen Antwort (vor allem im 2. Teil) einiges zur Abmeldung einer medizinischen (gilt genauso für eine zahnmedizinische) Röntgeneinrichtung gesagt. Ganz kurz noch einmal: Abmeldung bei zuständigen sog. atomrechtlichen Behörde (Sie werden sicherlich wissen, wer das in Ihrem räumlichen Umfeld ist) und bei der zahnärztlichen Stelle, die für die Kontrolle der Qualitätssicherung zuständig ist (auch das werden Sie ja wissen). Ob das nun über ein Formular abläuft, kann ich nicht sagen, da das nicht einheitlich gehandhabt wird. Aber ein Anruf bei der Behörde wird Klarheit schaffen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Josef Gschloderer schrieb am 20.05.2014 - 22:22 Uhr:
Frage:2223 BETREFF: Was ist eine Befundung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, koennten Sie mir sagen, wie der Begriff ´Befundung´ definiert ist? In der QS-Richtlinie findet man dazu in Abschnitt 8.1 die Aussage, dass die ´Befundung´ die ´Erkennung, Beschreibung und Beurteilung der diagnoserelevanten Bildinhalte ... zur Beantwortung der diagnostischen Fragestellung und als Grundlage fuer aerztliche Entscheidungen ´ ... umfasst. Nach dieser Definition wuerde ich das Beurteilen einer notfallmaessig nachts auf der Intensivstation angefertigten Roentgenaufnahme durch einen fachkundigen Arzt (Notfallfachkunde), oder selbst durch einen Arzt mit Kenntnissen nach RoeV, wenn er unter der Aufsicht eines fachkundigen Aztes steht, als Befundung einstufen, zumal u.U. Therapieentscheidungen davon beeinflusst werden. Der Radiologe im Hause (der nachts nicht oder nur fuer CTs anwesend ist) sieht dies jedoch anders, er spricht in diesem Zusammenhang lediglich von einer ´Sichtung´, und behaelt es sich vor, von einer ´Befundung´ erst nach einer Beurteilung der Aufnahmen durch einen der Fachaerzte fuer Radiologie am naechsten Tag zu sprechen. Was ist korrekt? Und benoetigt man fuer die ´Sichtung´ auf der Intensivstation ueberhaupt einen Befundungsmonitor? Und schliesslich: eine ´Sichtung´ kann ja eigentlich auch ein Nicht-Fachkundiger bzw. jemand ohne Kenntnisse vornehmen??? Herzlichen Dank, und herzliche Gruesse Josef Gschloderer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gschloderer, ich sehe die Definition ´Befundung´ aus der Sicht der Röntgenverordnung eindeutig auf der Basis der von Ihnen zitierten Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL). Die RöV beschreibt in § 24 Abs. 1, wer befunden darf (´anwenden´: siehe § 2 Nr. 1 RöV), also - und zwar unabhängig, ob Radiologe oder nicht - dürfen das (wie Sie richtig beschrieben haben) alle mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz ausgestatteten Ärzte und alle Ärzte mit Kenntnissen im Strahlenschutz unter der ständigen Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Arztes. Das gilt auch für notfallmäßig auf einer Intensivstation hergestellte Röntgenaufnahmen. Auch da liegen Sie richtig. Natürlich muss zu diesem Zweck ein Befundungsmonitor verfügbar sein. Wenn ein Radiologe für sich in Anspruch nimmt, nur er alleine dürfe in einem Haus befunden, dann mag das aus anderen hausinternen Gründen so organisiert sein, aber nicht auf der Grundlage der RöV. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  A. Kuespert schrieb am 20.05.2014 - 15:50 Uhr:
Frage:2222 BETREFF: 60601-2-43 oder 2-54
Sehr geehrter Prof. Ewen, welche Norm findet bei klassischen urologischen Arbeitsplätzen, wie es z.B. der Siemens Access oder der Siemens Omnia ist, seine Anwendung. Die 60601-2-54 oder 60601-2-43 bzw. vielleicht können Sie mir sagen, wer hier eine verlässliche Antwort geben kann. Vielen Dank vorab. Mit freundlichen Grüssen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kuespert, zunächst zu dem Anliegen der beiden Normen: Die DIN EN 60601-2-43 von März 2011 betrifft die ´Besonderen Festlegungen für die Sicherheit einschließlich der wesentlichen Leistungsmerkmale von Röntgeneinrichtungen für interventionelle Verfahren´. Da Sie eine normungstechnische Aussage zu ´klassischen´ urologischen Arbeitsplätzen wünschen, gehe ich davon aus, dass bei Ihnen Interventionen weniger im Fokus stehen. Die noch als Entwurf vorliegende DIN EN 60601-2-54 von März 2014 dagegen spricht die ´Besonderen Festlegungen ... ´ von Röntgeneinrichtungen für Radiographie und Radioskopie an. Dazu gehören auch die klassischen urologischen Arbeitsplätze, an denen Sie ja interessiert sind. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass beide Normen nicht nur den Strahlenschutz ansprechen sondern auch andere Sicherheitsaspekte behandeln, wie z.B. den Schutz gegen mechanische Gefährdungen und die elektromagnetische Verträglichkeit. Wenn Sie Fragen zu Details haben, möchte ich empfehlen, sich mit dem Normenausschuss Radiologie (NAR) in Verbindung zu setzen (Koordinaten des NAR finden Sie im Internet). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rad/Uro Team schrieb am 15.05.2014 - 13:23 Uhr:
Frage:2221 BETREFF: C Bogen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, unser Urologischer Arbeitsplatz hat leider nun den Geist aufgegeben. Nun ist die Überlegung, ob man sich diesen Platz einspart und die Untersuchungen (Zystogramme/Urethrogramme/Ureterorenoskopien/ Harnleiterschienen-anlage.und -wechsel) mit einem C-Bogen (von 2007) gemacht werden können? Reichen die techn. Anforderungen eines C-Bogens für Erwachsene sowie Kinder aus? Als Dokumentation hätten wir nur die Printbilder. Eine Verbindung zum Pacs ist nicht möglich. Mit freundlichen Grüssen Das Rad/Uro Team


1. Antwort: Sehr geehrtes Rad/Uro Team, die Antwort hat etwas gedauert, weil wir selbst auch erst gewisse Infos einholen mussten. Nach den Leitlinien der BÄK müssen ante- und retrograde Untersuchungen von Harnröhre, Blase, Harnleiter und Nierenbecken sowie MCUs als durchleuchtungsgezielte Untersuchungen durchgeführt werden. Wenn hierbei nicht nur die Dynamik sondern auch morphologische Veränderungen erfasst werden, müssen die hieraus resultierenden Aufnahmen befundungsfähig sein. Die Printbilder des C-Bogens haben keine Befundungsqualität. Die (von Ihnen zwar nicht erwähnte) Standarduntersuchung (IVP) der Urologie kann auf keinen Fall an einem C-Bogen durchgeführt werden. Bei rein dynamischen Untersuchungen oder Wechsel der Ureterschienen kann der Gebrauch des C-Bogens durchaus ausreichend sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr.med.Willi Hornung schrieb am 15.05.2014 - 10:26 Uhr:
Frage:2220 BETREFF: KV Zulassung Teilröntgen zurückgeben
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen Ich bin als Chirurg- Unfallchirurg und D-Arzt niedergelassen. Derzeit erhalte ich von der KV Bayern 9,75.-€ fürs Röntgen pro Patient, pro Quartal.Damit ist das Röntgen ein Zuzahlunsgeschäft und ich trage mich deshalb mit dem Gedanken zum nächsten Quartal die Teilzulassung Radiologie an die KV zurückzugeben. Ich werde Röntgenbilder als Provatleistung anbieten und nach GOÄ liquidieren. Was gilt es zu beachten? Mit besten Dank für Ihre Bemühungen W.H.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Hornung, das Forum RöV hat im Laufe der Zeit seinen Arbeitsbereich von ursprünglich dem reinen Strahlenschutz erheblich ausgedehnt, und zwar bis hin zu ziemlich komplexen administrativen und medizinphysikalischen Fragestellungen. Dabei haben wir aber die rechtliche Basis ´Röntgenverordnung´ und zum Teil auch ´Strahlenschutzverordnung´, also das Strahlenschutz- und Medizinprodukterecht, nicht verlassen. Ihre Frage betrifft aber eindeutig das KV-Recht, auf dessen Rechtsstruktur wir uns seitens des Forum RöV nicht wagen wollen, weil wir, und ich zähle meine Person als Hauptakteur im Forum RöV ausdrücklich dazu, schlicht gesagt zu wenig davon verstehen. Ich bitte um Ihr Verständnis und verbleibe mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Heinrich Mertens schrieb am 13.05.2014 - 08:24 Uhr:
Frage:2219 BETREFF: Notfallversorgung in der Teleradiologie; Rechtsverhältnis zwischen den an der medizinischen Röntgendiagnostik beteiligten Personen
Sehr geehrte Damen und Herren, zur Teleradiologie und medizinischen Röntgendiagnostik gemäß der Röntgenverordnung möchte ich Ihnen die folgenden Fragen stellen: A) Teleradiologie § 3 Abs. 4 Satz 1 Nr. 6 Röntgenverordnung (4) Für eine Genehmigung zum Betrieb einer Röntgeneinrichtung zur Teleradiologie müssen zusätzlich zu den Absätzen 2 und 3 folgende Voraussetzung erfüllt sein: Es ist gewährleistet, dass 6. die Person nach Nummer 1 oder in begründeten Fällen eine andere Person nach § 24 Abs. 1 Nr. 1 innerhalb eines für eine Notfallversorgung erforderlichen Zeitraumes am Ort der technischen Durchführung eintreffen kann. Können Sie bitte den Begriff Notfallversorgung kommentieren? B) Untersuchung von Menschen mit Röntgenstrahlung in der Heilkunde außerhalb der Teleradiologie § 2 Röntgenverordnung Im Sinne dieser Verordnung sind: 1. Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen: Technische Durchführung und a) Befundung der Röntgenuntersuchung oder b) Überprüfung und Beurteilung des Ergebnisses einer Röntgenbehandlung, nachdem eine Person nach § 24 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 eine rechtfertigende Indikation gestellt hat. Die technische Durchführung ist den Personen nach § 24 Abs. 1 oder 2 Röntgenverordnung erlaubt. Welches Rechtsverhältnis muss zwischen dem im Strahlenschutz fachkundigen Arzt, der die rechtfertigenden Indikation zur Röntgenuntersuchung stellt, der Person, die die Röntgenuntersuchung technisch durchführt, dem im Strahlenschutz fachkundigen Arzt, der die Röntgenuntersuchung befundet, und dem Strahlenschutzverantwortlichen der Röntgeneinrichtung, mit der die Röntgenuntersuchung durchgeführt wird, bestehen? Welcher zeitliche Abstand darf bei einer Röntgenuntersuchung zwischen der Stellung der rechtfertigenden Indikation und der technischen Durchführung sowie zwischen der technischen Durchführung und der Befundung bestehen? Muss vor jeder Röntgenuntersuchung immer eine rechtfertigende Indikation gestellt werden, oder kann z.B. in einer lebensbedrohlichen Situation (medizinischer Notfall) die Stellung der rechtfertigenden Indikation entfallen? Für die Beantwortung meiner Fragen möchte ich Ihnen im Voraus danken. Mit freundlichen Grüßen, Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, zur Ihrer Frage A): im Zusammenhang mit dem Begriff "Notfallversorgung" im Rahmen der Teleradiologie vertrete ich folgende Meinung: Es gibt eine bundesweit geltenden Mustergenehmigung für die Teleradiologie nach § 3 Abs. 4 RöV. Darin findet man u.a. im Punkt "B Auflagen" folgende Anmerkung: Der Zeitraum für die Verfügbarkeit vor Ort ist vom Gefährdungspotential abhängig und sollte nicht mit einem festgesetzten Zeitraum in einem Musterbescheid vorgegeben werden. Die Genehmigungsbehörde entscheidet im Einzelfall. Der Zeitraum sollte 60 Minuten nicht überschreiten. Ich interpretiere das so: Der Begriff "Notfallversorgung" als Bestandteil eines rechtlichen Textes aus der RöV, der ein Genehmigungverfahren beschreibt, in dem eine "nichtmedizinisch" handelnde atomrechtliche Behörde Auflagen erteilt, sollte hier möglichst nicht pauschal und nicht sehr "medizinlastig" definiert werden. Es muss von Fall zu Fall entschieden werden, wie das o.g. Gefährdungspotential einzuschätzen ist ("Behörde entscheidet im Einzelfall"). Deshalb erscheint es mir am sinnvollsten, wenn man den Begriff "Notfallversorgung" in der Teleradiologie möglichst weitläufig definiert, damit im Einzelfall sowohl für die Behörde als auch für den Anwender genügend Raum für eigene Entscheidungen und Abgrenzungen bleibt. Fazit: Die Definition von "Notfallversorgung" in der Teleradiologie muss in jedem Fall vom individuellen Gefährdungspotential bestimmt werden. Zur Frage B): Hier wird die so genannte Strahlenschutzorganisation z.B. in einer Röntgenabteilung angesprochen. Darüber kann man ausführliche Kommentare schreiben, kann aber deren Grundstruktur auch in wenige Worte fassen. Der Strahlenschutzverantwortliche ist verantwortlich für das Funktionieren der Strahlenschutzorganisation. Dazu lässt er sich in der Regel durch die von ihm bestellten Strahlenschutzbeauftragten (im Strahlenschutz fachkundige Ärzte) unterstützen. Es gibt 3 Ebenen in der Strahlenschutzorganisation: 1) die entsprechend fachkundigen Ärzte, die die rechtfertigende Indikation stellen, 2) die entsprechend fachkundigen Ärzte, die "eigenständig" befunden und die Ärzte mit Kenntnissen im Strahlenschutz, die unter ständiger Aufsicht und Verantwortung fachkundiger Ärzte ebenfalls befunden dürfen, 3) Personen, die die Röntgenuntersuchung technisch durchführen: Ärzte mit Fachkunde (eigenständig) und Ärzte mit Kenntnissen im Strahlenschutz (ständige Aufsicht und Verantwortung!), MTRAs (eigenständig), MFA (mit Kenntnissen im Strahlenschutz und ständige Aufsicht und Verantwortung) , Medizinphysik-Experten (ständige Aufsicht und Verantwortung). Die Rechtsverhältnisse zwischen diesen Personengruppen gehen an sich aus dieser Aufzählung hervor. Die Frage nach den zeitlichen Abständen (rechtfertigende Indikation, Befundung, technische Durchführung) kann nicht mit einer pauschalen Zeitangabe beantwortet werden. Das ist eine medizinisch-radiologische Entscheidung, die von vielen klinischen Faktoren abhängig ist und ärztlicherseits gefällt werden muss. Schließlich die Stellung der rechtfertigende Indikation: Rechtstheoretisch, von den bekannten Ausnahmen (s. § 25 RöV) abgesehen, muss diese immer gestellt werden, auch in lebensbedrohlichen Situationen. Dass man in derartigen Einzelfällen de facto die Prioritäten anders setzt (auch behördlicherseits), muss wohl nicht diskutiert werden, aber rein rechtsformal hat man dann gegen die RöV verstoßen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  W. Bachert schrieb am 08.05.2014 - 09:13 Uhr:
Frage:2218 BETREFF: Elektronische Röntgenanforderung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Klinik werden die Aufträge für uns MTRA,s noch in Papierform mit allen erforderlichen Daten und Unterschrift des fachkundigen Arztes erteilt. Da wir dazu übergehen, eine ´papierloses´ Klinik zu werden meine Frage hierzu: Ist es ok, wenn der die rechtfertigende Indikation stellende fachkundige Arzt seine rechtfertigende Indikation z. B. in den Notfall - oder Anordnungsbogenbogen dokumentiert und danach eine MFA oder GuK die Daten und den Röntgenauftrag ins RIS überträgt und die Anforderung dann elektronisch zu uns in die Radiologische Abteilung sendet ? Mit freundlichen Grüßen W. Bachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, nach § 28 Abs. 1 Nr. 4 RöV muss auch aufgezeichnet werden, welcher Arzt die betreffende rechtfertigende Indikation (RI) gestellt hat. Dazu ist z.B. die Unterschrift des Arztes nicht unbedingt erforderlich und gehört deshalb auch nicht zu aufzuzeichnenden Daten. § 28 Abs. 4 RöV lässt durchaus zu, dass diese Aufzeichnungen unter bestimmten dort aufgeführten Bedingungen auch ´elektronisch´ erfolgen dürfen. Ich sehe also kein Problem in der von Ihnen vorgesehenen Umstellung auf ´papierlos´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Götz Lutterbey schrieb am 07.05.2014 - 15:57 Uhr:
Frage:2217 BETREFF: Röntgen von OP-Personal
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich leite die Radiologische Abteilung und befinde mich gerade im Clinch mit dem Pflegedirektor: Bei OP-Personal, Schwestern in der Endoskopie, in der Urologie etc. besteht die Meinung, dass wenn an einer Durchleuchungsanlage oder einem C-Bogen der Rö-Strahl von einem fachkundigen Arzt ausgelöst wird, das Hilfspersonal keine Kenntnisse im Strahlenschutz haben muss. In der Rö-Richtlinie 6.3 steht aber, das ´...Bedienen...´ einer Röntgenanlage Strahlenschutzkenntnisse erfordert. Ich bin der Meinung, dass jedes medizinische (nicht-ärztliche) Personal, das ein Rö-Gerät anfasst den 20h-Kurs absolvieren muss. Was ist richtig? Viele Grüße!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Lutterbey, die Tätigkeit des medizinischen Assistenzpersonals, wie z.B. diejenige der von Ihnen aufgezählten Berufsgruppen, im radiologischen Bereich erschöpft sich ja nicht nur im Auslösen der Röntgenstrahlung, sondern nimmt alles ein, was man nach der Begriffsbestimmung des § 2 Nr. 7 RöV als ´technische Durchführung´ definiert hat und wozu man die Kenntnisse im Strahlenschutz benötigt: Einstellen der technischen Parameter der Röntgeneinrichtung, Lagern des Patienten unter Beachtung der Einstelltechnik, Zentrieren und Begrenzen des Nutzstrahls, Durchführung von Strahlenschutzmaßnahmen und - natürlich - auch das Auslösen der Strahlung. Ein kurzer Blick des Pflegedirektors in die RöV wird ihn hoffentlich überzeugen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  H.Hempel-Marchand schrieb am 05.05.2014 - 13:39 Uhr:
Frage:2216 BETREFF: Erweitere Untersuchungstechniken in der Teleradiologie erlaubt
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, folgendes Szenario bzgl der Teleradiologie: 1.Genehmigung liegt vor, fachkundiges Personal etc vorhanden. 2.Folgendes Problem nun: häufig kommen an den sog WE, Feiertage, Bereitschaftsdienste oder auch im Tagdienst schwer traumatisierte Pat. nach Unfall in die Klinik, die diensthabende Ärzte(z.B.im Strahlenschutz fachkundige Unfallchirurgen, Orthopäden etc) verlangen nun aufgrund der besonderen Verletzungen des Pat. ein Nativ Abdomen CT bei V.a. Innere Blutungen, oder ein Wirbelsäulen- CT wegen V.a. knöch.Verletzungen der Wirbelkörper mit beginnender Lähmungssymptomatik . Frage: Dürfen wir solche Untersuchungen teleradiologisch durchführen, wenn der Teleradiologe dies für sinnig hält? auch ohne vorliegende behördliche Genehmigung? Anzumerken ist , dass diese Patienten aufgrund ihrer Verletzungen nicht transportfähig sind. Nächste Frage an Sie: lässt die atomrechtliche Behörde eine Genehmigung für teleradiolgische Untersuchungen im Notfall bei z.B Schwerverletzten Patienten zu (Wirbelsäule, Becken, Abdomen?)? Sind Pädiatrische Untersuchungen mittels der Teleradiologie im Notfall möglich? Da es leider noch keine Richtlinie bzgl der Teleradiologie gibt, was ich sehr bedauere benötige ich wie so oft Ihre Hilfe. LG Hempel-Marchand


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Hempel-Marchand (ist doch richtig: Frau?), leider müssen wir Ihre Anfrage etwas interpretieren, da sie für uns nicht so ganz eindeutig erscheint. Sie schreiben unter 1., dass die notwendige Genehmigung vorhanden und fachkundiges Personal vor Ort ist sowie die weiteren Anforderungen erfüllt sind. Wir gehen also davon aus, dass das den sogenannten ´Normalbetrieb´ am Tage betrifft. Hierdurch würde sich auch sofort die Frage unter 2. lösen lassen, die schwer traumatisierte Patienten im Tagesdienst betrifft. Nach der ´medizinischen´ Indikation durch einen nicht-fachkundigen oder fachkundigen Arzt (Chirurg, Orthopäde o.ä.) gibt es ja dann wohl immer einen Arzt mit Fachkunde für den CT, der die ´rechtfertigende´ Indikation stellen darf (ggf. der bestellte Strahlenschutzbeauftragte, der auf jeden Fall vorhanden sein muss). Damit wären alle Anforderungen an eine gerechtfertigte CT Untersuchung im Sinne der RöV erfüllt. Wenn kein CT-fachkundiger Arzt vor Ort ist, um die rechtfertigende Indikation zu stellen und die verantwortliche Erstbefundung durchzuführen (z.B. in den Diensten), dann geht es legal ohne Teleradiologiegenehmigung nicht. In einem Einzelfall kann man sich vielleicht noch auf den rechtfertigenden Notfall berufen. Wenn solche Situationen aber häufiger vorkommen, ist die entsprechende Organisation, d.h. die genehmigte Teleradiologie, notwendig. Die Ärzte mit Fachkunde für das konventionelle Röntgen, z.B. Chirurgen, Orthopäden, können diese Problematik in der Regel nicht lösen, da ihre Fachkunde in den meisten Fällen den CT nicht enthält. Unser Rat: Auf jeden Fall Teleradiologie beantragen! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Huppertz schrieb am 28.04.2014 - 11:12 Uhr:
Frage:2215 BETREFF: Kontrolle von Röntgenschürzen
Sehr geehrter Prof. Dr. Ewen, das Thema ´Kontrolle von Röntgenschürzen´ ist hier bereits vor längerer Zeit schon besprochen worden. Die Einträge sind allerdings auch schon etwas älter. Vor dem Hintergrund einer DIN EN ISO-Zertifizierung stellt sich bei mir die Frage, in welcher Form (Empfehlung oder Richtlinie) heute Röntgenschürzen für die Mitarbeiter einer endoskopischen Abteilung geprüft werden sollen/müssen und wie soll/muss die Prüfung durchgeführt werden ?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Huppertz, es existiert zu dieser Thematik eine neue Norm (DIN 6857-2), die zwar erst im Entwurfsstadium vorliegt, aber sicherlich zu Ihrer Frage einiges hergibt. Geben Sie z.B. in Google ´DIN 6857-2´ ein und Sie finden genauere Informationen über diesen Normentwurf. Der Gesamttext ist natürlich im Internet nicht ersichtlich, aber das gibt es ja für keine DIN-Norm. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Betty schrieb am 25.04.2014 - 15:59 Uhr:
Frage:2214 BETREFF: Aktualisierung Fachkunde
Hallo Herr Prof. Ewen, ich habe es an genannter Stelle zur Ansprache gebracht, dass meine Fachkunde im Juni ´ausläuft´. Jetzt wurde eben von dieser Stelle ein Termin im letzten Quartal diesen Jahres festgesetzt. Das würde ja bedeuten, ich müsste mich bis dahin auf die anderen Gerätschaften, ohne Rö-Strahlung, in meiner Arbeit einschränken.


1. Antwort: ......... ja, genau das bedeutet diese Terminverschiebung! Das wird dieser genannten Stelle hoffentlich auch bewusst sein. Vorschlag für Sie: Kontakt mit zuständiger atomrechtlicher Behörde aufnehmen und über die Möglichkeit einer Lösung sprechen. Gruß K. Ewen



  Betty schrieb am 25.04.2014 - 15:34 Uhr:
Frage:2213 BETREFF: Aktualisierung Fachkunde
Hallo Herr Prof. Ewen, ich bin Techniker und muss z.T. Rö-Geräte prüfen. Kann ich echtlich dafür belangt werden? Ich selber regele ja die ganzen Lizenzen/Zertifikate und so nicht - das wird einige Etagen über mir geklärt, zumindest ist da jemand, der sich darum kümmert/kümmern soll.


1. Antwort: Hallo Betty, wenn Sie ´geschäftsmäßig´ Röntgengeräte prüfen, wenn das also sozusagen Ihr Job ist, dann gelten die Bestimmungen des § 6 RöV. Und zwar dann, wenn Sie bei diesen Prüfungen auch mal die Strahlung einschalten müssen. In diesem Fall benötigen Sie Fachkunde im Strahlenschutz, über die Sie ja wohl auch verfügen, wie Sie geschrieben haben. Sollten Sie in einer Firma oder einer ähnlichen Organisation tätig sein (´einige Etagen´ über Ihnen scheint es ja noch Andere zu geben), dann muss dort abgeklärt werden, was passieren könnte, wenn Sie wegen Überschreitung des Aktualisierungstermins Ihre Fachkunde für einen bestimmten Zeitraum nicht mehr verfügbar hätten. Also, ich will nicht ausschließen, dass Sie in einer derartigen Situation auch nicht ganz außen vor sein könnten. Viele Grüße K. Ewen



  Betty schrieb am 25.04.2014 - 12:28 Uhr:
Frage:2212 BETREFF: Aktualisierung Fachkunde
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meine Fachkunde im Strahlenschutz wurde im Juni 2009 anerkannt, nun bin ich dieses Jahr mit der Aktualisierung dran. Bis wann muss diese spätestens erfolgen? Was würde im schlimmsten Fall passieren, wenn ein Aktualisierungskurs erst nach Juni erfolgen würde? Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Hallo Betty, wenn Sie Ärztin sind, dann ist richtig, dass Sie von Fachkunde im Strahlenschutz sprechen. Sollten Sie eine MFA sein, dann müsste man Kenntnisse im Strahlenschutz sagen. Sie könnten auch eine MTRA sein. Dann wiederum wäre Fachkunde richtig. Diese wird aber bei einer MTRA nicht ´anerkannt´ sondern sie gilt mit Erhalt des beruflichen Abschlusszeugnisses als erworben. Wie auch immer, sowohl Fachkunde als auch Kenntnisse müssen alle 5 Jahre aktualisiert werden. Und diese Termine sollten Sie nicht überschreiten. Nicht dass Sie die Fachkunde bzw. Kenntnisse bei Terminüberschreitung vollkommen neu erwerben müssten (Rücksprache mit der zuständigen atomrechtlichen Behörde wäre aber ratsam). Aber während der Zeit der Terminüberschreitung dürften Sie keine radiologischen Arbeiten ausführen, für die man Fachkunde bzw. Kenntnisse im Strahlenschutz benötigen würde. Und wenn Sie das trotzdem tun würden, wäre das ein Verstoß gegen die RöV. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Peter schrieb am 25.04.2014 - 11:45 Uhr:
Frage:2211 BETREFF: Antwort miGy
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, zu 100 % bin ich mir leider nicht sicher. Doch leider konnte ich den Arzt heute nicht sprechen. Ich meine das er mir 800 mGy gesagt hat, wohl auch noch zwei andere Werte die habe ich mir aber leider nicht notiert. Netterweise hat man mir aber noch andere Werte genannt die sind wie folgt: KV 90; 10mA; 13,873 Sec. Werde aber in der nächsten Woche nochmals nachfragen vielleicht bekomme ich die Werte nochmals genannt. Danke bis dahin und ein schönes Wochenende. Peter


1. Antwort: ... fragen sie nochmal nach. Denn bei DVT-Einrichtungen muss entweder das Dosisflächenprodukt oder das Dosislängenprodukt angezeigt werden. Aus beiden kann man die effektive Dosis mit Hilfe von Konversionsfaktoren ermitteln. Gruß K. Ewen



  M. Rappe schrieb am 24.04.2014 - 14:40 Uhr:
Frage:2210 BETREFF: CT-Rufbereitschaft
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ganz herzlichen Dank für die schnelle Antwort. Wenn es auch nicht so ganz einfach ist, habe ich immerhin gute Argumentationsgrundlagen. Mit freundlichen Grüßen M. Rappe


1. Antwort: .... nein, so einfach ist das sicherlich nicht. Ich würde mich, was die Art der anzusprechenden Behörde betrifft, zunächst mit der atomrechtlichen Behörde in Verbindung setzen. Dort weiß man in der Regel auch weiter, was die Frage nach eventuell anderen einzubeziehenden Behörden betrifft. Bei uns in NRW sind beispielsweise die Bezirksregierungen für die Durchführung der RöV zuständig. Viele Grüße K. Ewen



  Peter schrieb am 24.04.2014 - 11:43 Uhr:
Frage:2209 BETREFF: Erklärung milli-grey
Sehr geehrter Professor Ewen, Mir hat man nun freundlicherweise die Werte für die DVT Untersuchung mitgeteilt indem dort der Wert 800 milli grey über einen Zeitraum von 20mS übermittelt wurde. Leider kann ich mit diesen Werten nichts anfangen auch fehlt mir eine Möglichkeit der Umrechnung in Millisievert. Der Unterschied Millisievert und Milli Gray ist mir bekannt. Könnten Sie mir da weiterhelfen, bzw. Licht in das Dunkel bringen?! Danke nochmals vorab. Grüße Peter


1. Antwort: .... sind Sie sicher, dass man Ihnen den Dosiswert 800 mGy genannt hat? Bei DVT-Untersuchungen wird üblicherweise als Maß für die Patientenexposition das Dosislängenprodukt in mGy x m angegeben. Daraus lässt sich durch Multiplikation mit einem sog. Konversionsfaktor (für die DVT beträgt dieser in der Größenordnung um 0,0002) die effektive Dosis in mSv ausrechnen - besser gesagt - abschätzen: Wäre das in Ihrem Fall so, dann würde sich ergeben: 800 x 0,0002 = 0,16 mSv. Mit den Werten 800 mGy und 20 ms kann ich, was eine Dosisangabe in mSv betrifft, nichts anfangen. Gruß K. Ewen



  Brigitte Kolb schrieb am 23.04.2014 - 09:09 Uhr:
Frage:2208 BETREFF: Strahlenschutzkleidung für helfende Personen und Dosimetrie
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, 1) Welchen Bleigleichwert müssen Strahlenschutzschürzen für helfende Personen aufweisen? Gilt hier der Bleigleichwert für das Personal, also vorne 0,35 mm, hinten 0,25 mm? Dürfen die Schürzen hinten offen sein, so wie es für OP-Personal erlaubt ist? 2) Müssen helfende Personen ein Dosimeter (Stabdosimeter, EPD?) tragen, oder kann die Dosis abgeschätzt werden? 3) Müssen helfende Personen vor dem Aufenthalt im Kontrollbereich über mögliche Gefahren unterwiesen werden? Muss dies durch einen fachkundigen Arzt geschehen? Muss die Unterweisung dokumentiert und aufbewahrt werden? Falls ja, wie lange? Vielen Dank und freundliche Grüße


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Kolb, zu 1) ... dieselben Schürzen, die in der Röntgendiagnostik Standard sind: 0,35 mm Pb-GW vorne, 0,25 mm Pb-GW hinten, hinten teilweise offen (Schulterblätter bedeckt). zu 2)... sie müssen keine Dosimeter tragen, wenn Satz 1 in § 35 Abs. 1 RöV erfüllt ist. zu 3)... Unterweisung ja: § 36 Abs. 2 RöV; der SSB ist dafür verantwortlich (wer es tatsächlich tut, ist offen); Unterweisung muss dokumentiert und aufbewahrt werden (Aufbewahrungszeit: 1 Jahr nach § 36 Abs. 4 Satz 2 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  M. Rappe schrieb am 22.04.2014 - 20:47 Uhr:
Frage:2207 BETREFF: CT- Rufbereitschaft
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, in unserer Klinik (Fachkrankenhaus für neurologische Rehabilitation) soll eine CT-Rufbereitschaft eingeführt werden. Ich finde hier viele Beiträge die die ärztlichen Tätigkeiten und Befugnisse betreffen, aber wenig wie die Bereitschaft mit MTA´s abgedeckt wird. Da wir nur 2 MTRA`s sind und eine exam. Krankenschwester mit erworbenen Kenntnissen im Strahlenschutz, frage ich mich wie das funktionieren soll. Die Kollegin mit den Kenntnissen im SS fällt ja schon mal aus der Betrachtung, da es sich um Teleradiologie handeln wird. Wie können 2 MTRA´S, 7 Tage die Woche, eine Rufbereitschaft absichern? Gibt es vielleicht Modellbeispiele wie man dies regeln könnte? Welche Gesetzmäßigkeiten treffen zu? Da ich als Abteilungsleiterin in die Entscheidungsfindung eingebunden werde, würde ich mich gern im Vorfeld eingehend damit auseinander setzen , um evtl. auch Gegenargumente zu haben. Finde allerdings sehr wenige Beiträge die konkretisieren. Können Sie mir helfen? Im Voraus schon mal herzlichen Dank für Ihr Bemühen.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Rappe, eine zwingend notwendige rechtliche Verknüpfung zwischen den Tatbeständen ´technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung in der Teleradiologie´ und ´Bereitschaftsdienst von MTRA´ kann nach unserer Meinung so ohne Weiteres aus dem Text der RöV nicht heraus gelesen werden. Richtig ist in der Tat, dass in der Teleradiologie die technische Durchführung seitens einer MFA (und mag sie noch so gut ausgebildet sein) nicht in Betracht kommen kann. Vorstellbar ist, dass man sich noch auf dem Boden der RöV bewegt, wenn man im Rahmen einer anstehenden technischen Durchführung z.B. einer Computertomographie über die Einrichtung einer Rufbereitschaft für eine nach § 3 Abs. 4 Nr. 2 RöV erforderliche MTRA nachdenken würde. Dabei müsste gewährleistet sein, dass die durchführende MTRA in einem medizinisch akzeptablen Zeitraum am Untersuchungsort eintreffen muss und dass die Randbedingungen des Arbeitszeitgesetzes oder des Tarifvertrags eingehalten sind. Ob dies in Ihrem Haus der Fall ist, ist von hier aus natürlich nicht überschaubar, daher der Rat, sich mit der zuständigen Behörde für die Durchführung von Röntgenverordnung und Arbeitszeitgesetz in Verbindung zu setzen. Neben der MTRA, die am Untersuchungsort die Röntgenuntersuchung technisch durchführen muss, und dem von ´außen´ einbezogenen Teleradiologen ist am Untersuchungsort auch ein Arzt mit den erforderlichen Kenntnissen im Strahlenschutz notwendig. Dieser Arzt, der die Grundlagen einer möglichen Abklärung feststellen und dem Teleradiologen mitteilen muss, und der die notwendige Aufklärung durchführt und bei möglichen Komplikationen eingreift, muss auch die Möglichkeit haben, mit der MTRA, die technisch durchführt, zu kommunizieren. Hier wäre im Vorfeld zu ermitteln, ob dies bei einer MTRA-Rufbereitschaft sichergestellt werden kann. Auch notwendige Vor- und Nachbereitungen durch die MTRA sind in die Gesamtbetrachtung einzubeziehen. Wir meinen, dass es sicherlich rechtlich möglich ist, teleradiologisch mit einer MTRA in Rufbereitschaft zu arbeiten, wir glauben aber auch, dass dies in der Praxis nicht so ganz einfach funktionieren wird und dass deswegen ein Personaldecke von zwei MTRA zu knapp sein kann, um eine Teleradiologie in den „Bereitschaftszeiten“ seriös aufrecht zu erhalten. Hierbei müssen auch die Urlaubs- und möglichen Krankheitszeiten, Aus- und Fortbildungen sowie (zeitlich) außergewöhnliche Fälle im normalen Dienst mit betrachtet werden. Sie erkennen, dass die Benennung konkreter Rechtsvorschriften über das Arbeitszeitgesetz oder den Tarifvertrag hinaus, in Kombination mit den auch nicht ganz einfachen rechtlichen Vorgaben der RöV bei der Durchführung der Teleradiologie, Mühe macht und den Zuständigkeits- und Kompetenzbereich des Forum RöV erheblich strapaziert. Daher scheint uns, wie schon gesagt, eine Rücksprache mit der zuständigen Behörde unumgänglich zu sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Peter schrieb am 20.04.2014 - 09:45 Uhr:
Frage:2206 BETREFF: Antwort auf meine Frage
Sehr geehrter Herr Ewen, Danke für die doch diplomatische Antwort. Vielleicht könnten Sie doch präzisieren in welchen Fällen eine Schürtze mal vorne und mal hinten zum Schutz angelegt wird. Wäre die Strahlung nicht schädlich so könnte man ja generell auf Schutzmaßnahmen verzichten, oder?! Bei der DVT Aufnahme sollte mein linker Oberkiefer aufgenommen werden. Schönen Osrtersonntag, wünscht Peter


1. Antwort: Hallo Peter, wir wollen keine ´unendliche Geschichte´ daraus machen, aber einiges grundsätzlich: Informationen über das stochastische Strahlenrisiko, das nur statistische Aussagen erlaubt (z.B.: die Wahrscheinlichkeit für eine strahlenbedingte Krebserkrankung ist ´soundso hoch´ bei einer Dosis ´soundso viel´) müssen zwangsläufig ´diplomatisch´ sein, weil man für das Schicksal einer exponierten Einzelperson keinen exakten Wert angegeben kann. Das gilt auch für das Anlegen einer Schürze bei einer DVT-Untersuchung: Im Rückenbereich eines Menschen befindet sich viel strahlensensibles rotes Knochenmark (Wirbelsäule, Becken), im Brust- und Bauchbereich sind wiederum andere Gewebe strahlensensibel (z.B. die weibliche Brust, Darm, Fortpflanzungsorgane). Was zählt mehr? Es gibt übrigens auch sog. Rundum-Schürzen, die Rücken und Vorderseite abdecken. Ich halte diese aber aus den in meiner ersten Antwort schon genannten Gründen bei DVT-Untersuchungen für überzogen. Zum Schluss: Ich habe nie behauptet und würde das als engagierter Strahlenschützer auch nie tun, dass Röntgenstrahlung nicht schädlich sein könnte, aber bei der Risikobewertung (siehe oben) kommt es auf die Höhe der Dosis an! Mit freundlichem Gruß und auch schöne Ostertage K. Ewen



  Peter schrieb am 19.04.2014 - 06:54 Uhr:
Frage:2205 BETREFF: Richtiges Anlegen Strahlenschütze DVT
Sehr geehrte Damen und Herren, Ich hatte vor einer Woche eine Untersuchung (DVT) bei meinem Zahnarzt. Die Dame die die Untersuchung machte kannte sich nicht gut mit dem Gerät aus, auch legte sie mir die Schutzkleidung so an, dass diese nur den Rücken schützte. Ist das so korrekt?! Aus vergangenen Untersuchungen wurde mir immer die Schutzkleidung so angelegt, dass der vordere Bereich geschützt war, ist das beim DVT anders?! Weiters hätte ich noch die Frage, ob es möglich ist durch Falscheinstellung ( zu hohe Strahlung/ Dosis) durch Unwissen, falsche Bedienung, den Patienten einer Gesundheitsgefährdung auszusetzen?! Danke vorab für die Beantwortung. Peter


1. Antwort: Hallo Peter, zunächst etwas Grundsätzliches: In der Rangfolge der von Röntgenuntersuchungen verursachten Patientenexpositionen steht die zahnmedizinische Röntgendiagnostik mit an letzter Stelle. Dazu gehören auch DVT-Untersuchungen. Das sog. stochastische Strahlenrisiko (Krebs,Leukämie und genetische Schäden) ist dort sehr gering. Trotzdem muss natürlich auch hier der Strahlenschutz korrekt und dosissparend gehandhabt werden. Ich kann von hier aus natürlich nicht beurteilen, ob die Assistentin (vielleicht eine zahnmedizinische Fachangestellte) entsprechend qualifiziert war, also die notwendigen Kenntnisse im Strahlenschutz aufgewiesen hat. Speziell bei der DVT wird ja das Untersuchungsobjekt (Kopfbereich) aus unterschiedlichen Richtungen exponiert, so dass sich in der Tat die Frage stellt, ob man den vorderen oder den hinteren Teil des Patienten mit einer entsprechenden Schürze gegen Streustrahlung schützen sollte. Wie auch immer, eine sehr große Effektivität hat diese Maßnahme grundsätzlich nicht, denn, erstens, entsteht bei DVT-Untersuchungen nicht viel Streustrahlung und, zweitens, wird davon nur ein geringer Teil von der Schürze absorbiert, weil sich die meiste Streustrahlung innerhalb des Patienten ausbreitet und daher von äußeren Abdeckungen nicht erfasst wird. Was die Einstellung falscher Untersuchungsparameter betrifft, so hat man dazu bei modernen, digital arbeitenden Röntgengeräten, wozu auch ein DVT zählt, wenig Gelegenheit, da vieles automatisch abläuft. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Günter Roos schrieb am 18.04.2014 - 15:36 Uhr:
Frage:2204 BETREFF: zu Frage 2195; ständige Aufsicht,
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, lieber Klaus, aus der heute nur noch ´lesenden Seite´ der Pensionäre melde ich mich zu diesem schwierigen Themenfeld. Ich hatte die Zeit und Gelegenheit die Gerichtsverhandlungen des VGH Baden-Württemberg persönlich zu verfolgen. Bei der Verhandlung ging es vorrangig um den alleinigen Einsatz von MFA für die Strahlenbehandlung. Der VGH hat nur das Strahlenschutzrecht und nicht die ebenfalls zu beachtenden Rechtsbereiche seinem Urteil zu Grunde gelegt. Eine Übertragung des Urteils auf den Bereich der RöV ist daher mit besonderer Vorsicht zu erörtern. Ich möchte deshalb auf die RöFo 2014, Heft 1 und meinen Leserbrief in Heft 4 hinweisen. Entscheidende Frage aus meiner Sicht ist der Umfang der technischen Mitwirkung und der Grad der jeweiligen Berufsausbildung -sowohl in beruflicher als auch in Strahlenschutz-fachlicher Hinsicht. Mit zunehmender technischer Komplexität der Geräte und deren Anwendung (gilt auch beim Röntgen) sind zunehmende fachliche Anforderungen zu stellen. Vom Verordungsgeber sind daher Grenzen für MFA zu setzen. Die bisherigen Kenntniskurse zum Strahlenschutz können keine qualifizierte und prüfbare Berufsausbildung ersetzen. Viele Grüße Günter Roos


1. Antwort: Lieber Herr Roos, lieber Günter, vielen Dank für diesen spannenden Beitrag. Wir, das Forum-Team, haben das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht (VG) und dann vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) für BW auch mit großem Interesse verfolgt. Der VGH hat in seiner Entscheidung nach unserer Meinung ganz gezielt die technische Mitwirkung (technische Durchführung) von medizinischen Fachangestellten (MFA) außerhalb der Strahlentherapie (z.B. zur Durchführung qualitätssichernder Maßnahmen) an Linearbeschleunigern nicht betrachtet. Bei der technischen Mitwirkung am Beschleuniger im Rahmen der Anwendung hat der VGH die Tätigkeit der MFA unserer Meinung nach nicht ausgeschlossen, sondern die ständige Aufsicht durch den fachkundigen Arzt präzisiert. Für andere Anwendungen hat der VGH auf die notwendige Risikobetrachtung verwiesen. So wird der Einsatz von MFA bei der technischen Durchführung oder Mitwirkung im Rahmen der Anwendungen (RöV oder StrlSchV) zurzeit auch gehandhabt. In NRW lässt man z.B. in der Röntgendiagnostik bis zu 15 Minuten bis zum Eintreffen des fachkundigen Arztes am Untersuchungsort zu (mit der Einschränkung, dass er sich auf dem Klinikgelände befinden muss), um die Aufsicht über MFA oder nichtfachkundige Ärzte wahrzunehmen. Dieses ist unserer Meinung nach angemessen im Verhältnis zum Risiko, und zwar unter Einbeziehung einer korrekt gestellten rechtfertigenden Indikation. In der NUK oder Strahlentherapie wird diese zeitliche Vorgabe (15 Minuten) nicht so pauschal gesehen, sondern die Risiken der vorgesehenen Anwendungen bestimmen hier diese Zeitvorgabe (diese kann bis „Null“ in der Strahlentherapie mit Linearbeschleunigern betragen). Zum Thema „erfolgreich abgeschlossene sonstige medizinische Ausbildung“ fällt eine Stellungnahme sicherlich schwerer. Dies liegt unter anderem daran, dass das MTA-Gesetz zwar diesen Begriff in § 10 Nr. 6 benennt, aber nicht definiert, was er bedeutet. Die atomrechtlichen Behörden bewegen sich sicherlich am Rande ihrer Möglichkeiten, wenn sie entscheiden müssen, was eine „erfolgreich abgeschlossene sonstige medizinische Ausbildung“ ist. Die Bund-Ländergremien haben sich hiermit zwar beschäftigt (wie Du auch weißt), allerdings gibt es bisher keine mit allen Beteiligten abgestimmte Entscheidung. Natürlich kann ein Kenntniskurs, und mag er von noch so hoher Qualität sein, eine qualifizierte Berufsausbildung nicht ersetzen. Aber die zuständigen Stellen (z.B. die Ärztekammern) können vor Erteilung der „Kenntnisbescheinigung“ nach RöV oder StrlSchV prüfen, ob überhaupt und, wenn ja, welche Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen wurde. Bei dieser Prüfung kommt es auch schon mal zu Ablehnungen. Diese Prüfung entfällt aber überall dort, wo ohne jede Einschränkung eine Kursbescheinigung als Kenntnisnachweis akzeptiert wird. Hier müsste man ggf. nach als erstes ansetzen (denn das können die atomrechtlichen Behörden selbständig) und dann ggf. gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium Kriterien für die Berufsausbildung und den Berufsabschluss festlegen. Wir hoffen, dass Dein Betrag hilft, hier weitere Aktivitäten zu starten. Viele Grüße Klaus Ewen



  Prof. Dr. R. Köster schrieb am 17.04.2014 - 14:04 Uhr:
Frage:2203 BETREFF: Nuklid-Paravasat
Sehr geehrter, lieber Herr Ewen: Anläßlich eines Gutachtens bin ich mit der Frage konfrontiert, welche besonderen Komplikationen nach Paravasation von Tc-99m-MDP bekannt sind - leider finde ich in der einschlägigen Literatur nichts darüber. Situation: Bei einer Pat. seien nach/während Injektion von 600 MBq Tc-99m-MDP starke Schmerzen aufgetreten mit anschließender Entwicklung einer ´Phlebitis´ und ´hühnereigroßer´ Schwellung; jetzt bestünden noch eine ´erbsgroße steinharte´ Stelle sowie Schmerzen und Kraftminderung im linken Arm bei Belastung. Das Knochenszintigramm selbst ist regelrecht auswertbar, zeigt allerdings einen typischen hotspot an der Injektionsstelle in der Ellenbeuge. Sind Ihnen Daten/Angaben zu spez.Komplikationen bei Nuklid-Paravasaten bekannt. Mit bestem Dank für Ihre Mühewaltung und herzlichen Grüßen R. Köster, vorm. CA des Institutes für klinische Radiologie und Nuklearmedizin, Städt. Kliniken Neuss, Lukaskrankenhaus


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Prof. Köster, ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken: Diese Antwort stammt nicht von mir. Ich bin aber sicher, sie ist sehr kompetent. Bei der iv. Injektioin eines Radiotracers zur Diagnostik, wie auch hier angesprochen, sind Nebenwirkungen radiogen oder pharmakologisch nicht zu erwarten. Der von mir angesprochene Experte hat über ca. 40 Jahre Nuklearmedizin betrieben und bis auf eine allergische Reaktion auf Tc-99m MAA zur Lungenperfusionsuntersuchung, hier handelt es sich um einen Eiweißkörper, keine unerwünschten Reaktionen beobachtet. In diesem speziellen Fall ging es um unerwünschte Nebenwirkungen nach Injektion von Tc-99m HDP (oder allgemein Tc-99m Polyphosphate) zur Knochenszintigraphie. Es werden in der Regel nach der Liste der empfohlenen Aktivitäten des BfS 500 bis 700 MBq Aktivität in einem Volumen von ca 1 – 2 ml injiziert. Auch nach kompletter paravenösen Injektion reicht die im Gewebe deponierte Energie für die Induktion eines deterministischen Strahlenschadens nicht aus. Das Volumen bleibt auch nicht bis zum Ende des physikalischen Zerfallsprozess vor Ort liegen, sondern wird über Lymphtransport zentralwärts bewegt. Betrachtung der pharmakologischen Wirkung: Das Tc-99m wird als Pertechnetat aus dem Mo-Tc-Generator mit 0,9%iger (physiologischer) Kochsalzlösung eluiert. Nach Reaktion mit dem kommerziell beziehbaren Knochenkit handelt es sich um eine nahezu isotonische Lösung. Diie Menge des darin gelösten Polyphosphats ist auf das Gewicht bezogen so minimal, dass eine pharmakologische Wirkung z.B. Reizung der Venenwand oder wie in diesem Falle Reizung des Gewebes in der Ellenbeuge nocht beobachtet werden kann. Dementsprechend kann die Injektion laut Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin auch durch Assistenzpersonal durchgeführt werden, sofern sich der Arzt davon überzeugt hat, dass die betreffende Person die Injektionstechnik beherrscht. Nebenwirkungen von Tc-99m Polyphosphat nach iv. Injektion, wie von Ihnen beschrieben, sind mir auch nach Literaturrecherche nicht bekannt. Allerdings ist die iv. Injektion allgemein in die Ellenbeuge nicht unproblematisch. Wegen der Nähe zur arteria brachialis und nervösen Strukturen, wie dem nervus medianus, habe ich die Injektion hier, wenn es möglich war, immer vermieden. Risikoärmer ist die Injektion in den Handrücken oder den Unterarm. Der von mir angesprochene Kollege hofft, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben. Mit freundlichen Grüßen K.Ewen



  Christoph Kleinschmidt schrieb am 11.04.2014 - 17:07 Uhr:
Frage:2202 BETREFF: Recht auf Dosisangaben
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, eine grundsätzliche Frage: hat ein Patient ein Recht darauf, die Dosiswerte der an ihm durchgeführten Röntgenuntersuchungen genannt zu bekommen? Im aktuellen Fall, der diese Anfrage auslöst, möchte ein Patient diese Werte in einem Schadensersatzprozess gegen den Verursacher eines Unfalls verwenden, in dessen Folge mehrere Röntgenuntersuchungen notwendig waren. Wegen der besonderen juristischen und auch gesellschaftlichen Brisanz suche ich Antwort auf die obige Frage. Wenn Sie sie mit Ja beantworten, was ist die Rechtsgrundlage? Welche Dosis gibt man ggf. heraus, DFP/DLP oder gar effektive Dosis? Und schließlich: gibt es Präzedenzfälle und/oder Grundsatzurteile? Vielen Dank für Ihre Bemühungen im Voraus! Chr. Kleinschmidt


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kleinschmidt, zur Beantwortung Ihrer Frage wird man sich auf § 28 Abs. 1 Nr. 6 RöV beziehen müssen: Bei der Anwendung von Röntgenstrahlung auf den Menschen (z.B. in der Röntgendiagnostik) muss unter anderem aufgezeichnet werden: die Strahlenexposition des Patienten, soweit sie erfasst worden ist (siehe § 3 Abs. 3 Nr. 2b RöV), oder die zu ihrer Ermittlung erforderlichen Daten und Angaben. Man würde also seitens einer Röntgenabteilung einem Patienten auf dessen Wunsch (s. § 28 Abs. 2 RöV) entweder die am Röntgengerät angezeigte Strahlenexposition, z.B. in Form des DFP oder DLP, angeben müssen oder, falls diese Anzeige nicht verfügbar ist, diejenigen Daten und Angaben, aus denen man (z.B. ein Medizinphysik-Experte, MPE) die Exposition ermitteln (errechnen) kann (siehe auch die ´Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV´; im Internet aufsuchbar). Eine Röntgenabteilung ist also nicht verpflichtet, über diese in § 28 Abs. 1 Nr. 6 RöV genannten Angaben hinausgehende Werte zu liefern bzw. diese in Form irgendeiner Dosisgröße zu berechnen. In dem von Ihnen genannten Fall würde man also dem Patienten, falls anzeigemäßig möglich, beispielsweise den Wert des DFP angeben oder ihm, mit den relevanten Untersuchungsdaten versehen, empfehlen, einen Experten (z.B. einen MPE) anzusprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wolfgang Bachert schrieb am 09.04.2014 - 11:36 Uhr:
Frage:2201 BETREFF: Kenntnisse im Strahlenschutz für z.B. Anästhesie-Pflegepersonal
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei uns in der Klinik ist die Frage aufgetaucht, ob Anästhesiefachschwestern, die während einer OP ja ´nur´ passiv bei einer möglichen Rö-Durchleuchtung oder - Aufnahme dabei sind Kenntnisse im Strahlenschutz erwerben müssen (analog der OP-Schwester- die ja aber unter Anleitung oder Aufsicht röngt ? Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Bachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, so wie Sie die Tätigkeiten dieser Anästhesiefachschwestern beschrieben haben (´passiv´ im Zusammenhang mit der Durchführung der Röntgenuntersuchung: z.B. lösen die Strahlung nicht aus, stellen die Patienten vor der Röntgenuntersuchung nicht ein), benötigen diese Personen keine Kenntnisse im Strahlenschutz. Allerdings müssen sie nach § 36 RöV unterwiesen werden, denn sie befinden sich bei ihrer Tätigkeit sicherlich im Kontrollbereich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Weber schrieb am 07.04.2014 - 14:24 Uhr:
Frage:2200 BETREFF: Linsendosis
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, 1.einerseits legt die neue EURATOM Richtlinie nun endlich die niedrige Linsendosis fest; prophylaktisch wurden und werden im interventionellen Betrieb individuelle Brillen beschafft. Andererseits ist mir noch nicht klar, wie ich an diesem Organ dem Gebot der Personendosismessung gerecht werden kann. 2. bei Ausrüstung eines hybriden OP bestehen erhebliche Meinungsdifferenzen zwischen dem zahlenden Strahlenschutzverantworlichen und uns Radiologen über zusätzlich notwendige beidseitige Untertischbleilamellen, also auch für Assistenzseite, einschwenkbare Bleiglasäquivalente z. B. zur Abschirmung der Anästhesie und ähnliches Zusatzequipment; denn der Hersteller behauptet, alles was das Gesetz erfordert sei vorhanden. Mit strahlendem Gruß, Michael Weber StSchB


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Weber, bis zum Jahr 2018 muss die neue EURATOM-Richtlinie in das nationale Strahlenschutzrecht (RöV, StrlSchV) umgesetzt werden. Dann wird es u.a. auch einen neuen (deutlich reduzierten) Grenzwert für die Augenlinsendosis von 20 mSv/a geben. Dieser wird bei gewissen radiologischen Interventionen nicht so ganz leicht einzuhalten sein. Außerdem stellt sich, wie von Ihnen richtig angemerkt, die Frage nach der messtechnischen Erfassung der Augenlinsendosis. Zum letztgenannten Punkt kann jetzt nur gesagt werden, dass ´man´ (z.B. die amtlichen Messstellen, die PTB) an entsprechenden Verfahren arbeitet und glaubt, sie bis 2018 verfügbar zu haben. Um die Augenlinsendosis zu reduzieren, wird man bei bestimmten ´Hochdosisuntersuchungen´ möglicherweise mit der Bleiglasbrille alleine nicht auskommen. Man wird einen geräteintegrierten Streustrahlenschutz benötigen, der allerdings nach der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL), nach der ein Sachverständiger vor Inbetriebnahme einer Röntgeneinrichtung und dann alle 5 Jahre eine Strahlenschutzprüfung durchführen muss, jetzt schon verlangt wird (Prüfberichtsmuster 2.2.3, Prüfposition 03E06 in der SV-RL). Insofern dürfte es darüber zwischen Strahlenschutzverantwortlichem, Strahlenschutzbeauftragten und dem radiologisch-medizinischen Team eigentlich keine Diskussion geben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ch. Voigt schrieb am 26.03.2014 - 19:56 Uhr:
Frage:2199 BETREFF: Rechtfertigende Indikation - Befundung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es eine Vorschrift, aus der man ableiten kann, dass der fachkundige Arzt, der die rechtfertigende Indikation stellt, zwingend personengleich mit dem befundenden Arzt sein muss oder könnte dies auch ein anderer fachkundiger Arzt tun? Beispiel: Fachkundiger Arzt vor Ort erstellt rechtfertigende Indikation, MTRA führt durch und externer Radiologe befundet. Mit freundlichen Grüßen, Ch. Voigt


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr (´Ch´ kann ja beides sein) Voigt, es ist eindeutig klar: Der die rechtfertigende Indikation stellende fachkundige Arzt (§ 23 Abs. 1 RöV) muss keineswegs personengleich mit dem befundenden Arzt nach § 24 Abs. 1 RöV sein.(Der dort enthaltene Begriff ´Anwendung´ enthält auch den Vorgang der Befundung nach § 2 Nr. 1 RöV.) Es ist sogar möglich, dass nicht nur ein im Strahlenschutz fachkundiger Arzt befunden darf sondern auch ein Arzt, der nur die Kenntnisse im Strahlenschutz aufweist, wenn er die Befundung unter der ständigen Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Arztes durchführt (§ 24 Abs. 1 Nr. 3 RöV). Schon daraus erkennt man, dass ein die rechtfertigende Indikation stellender Arzt (geht nur mit Fachkunde im Strahlenschutz) nicht personengleich mit einem befundenden Arzt sein muss (denn dies geht sowohl mit Fachkunde als auch mit Kenntnissen im Strahlenschutz). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. M. Remerscheid schrieb am 26.03.2014 - 14:04 Uhr:
Frage:2198 BETREFF: Strahlenschutzbeauftragter
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich habe 2 Fragen, über deren Beantwortung ich mich sehr freuen würde: 1. Kamm man jemanden gegen seinen Willen zum Strahlenschutzbeauftragten bestellen? Hintergrund ist die sog. ´Auswahlpflicht´ des Strahlenschutzverantwortlichen bei der Bestellung der Strahlenschutzbeauftragten: er muß doch dafür Sorge zu tragen (im Rahmen seiner Organisationspflicht), daß nur ´geeignete´ Personen (RöV §13 Abs 3 bzw. § 14 Abs 1), also mit fachlicher und persönlicher Eignung, bestellt werden (bzw. bei fehlender Eignung zu ersetzen sind). In diesem Fall wäre zwar die fachliche Eignung gegeben (Fachkunde, Berufserfahrung, etc), aber der Kandidat möchte die Bestellung nicht annehmen. Kann man davon ausgehen, daß die ´persönliche Eignung´ noch gegeben ist, wenn jemand gegen seinen Willen zum Strahlenschutzbeauftragten bestellt wird? Analog dazu auch gleich die Frage, kann jemand gegen seinen Willen zum Strahlenschutzbevollmächtigter bestellt werden? 2. Kann an einer mittelgroßen Klinik der Schwerpunktversorgung (>500 Betten, > 50 000 Röntgenuntersuchungen/Jahr) die Funktion eines ´Strahlenschutzbeauftragter´ in Personalunion mit der Funktion des ´Strahlenschutzbevollmächtigen´ ausgeübt werden? Hintergrund: der Strahlenschutzverantwortliche bzw. der von ihm ernannte -bevollmächtige hat ja laut Röntgenverordnung § 13 Abs 2 eine „Aufsichtspflicht“, d.h. er muß die Tätigkeit der von ihm benannten Strahlenschutzbeauftragten kontrollieren. Wäre dies noch denkbar, wenn er gleichzeitig in Personalunion Kontrollierender (=-bevollmächtiger) und und Kontrollierter (=beauftragter) oder widerspricht dies der Intension der Röntgenverordnung? Der Strahlenschutzverantwortliche bzw. sein Bevollmächtigter soll doch gemäß RoeV durch eine geeignete Organisationsform sicherstellen, daß alle dem Strahlenschutzverantwortlichen/-bevollmächtigen obliegenden Pflichten erfüllt sind. Kann man einem solchen Fall (Personalunion eines Strahlenschutzbevollmächtigten und Strahlenschutzbeauftragten) noch von einer regelrechten Auslegung der Röntgenverordnung sprechen oder könnte man bei einem solchen Konstrukt nicht mehr von einer „geeigneten Organisationsform sprechen“? Vielen Dank für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen, Dr. M. Remerscheid


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Remerscheid, nach Rücksprache mit einem Kollegen, der Experte im Strahlenschutzrecht ist: Wir sind der Auffassung, dass mindestens die erste Frage eher von einem Arbeitsrechtler zu beantworten ist, da sie weniger das Strahlenschutzrecht sondern mehr das mögliche betriebliche Direktionsrecht betrifft. Im Grundsatz gehen wir davon aus, dass sich der Strahlenschutzverantwortliche (SSV) natürlich Gedanken über die geeignete Strahlenschutzorganisation machen und im Rahmen der entsprechenden Festlegungen auch die Eignung der möglichen Strahlenschutzbeauftragten (SSB) beachten muss. Wir bezweifele jedoch, dass ausschließlich der nicht vorhandene Wille einer Person, die Aufgaben des SSB auszuüben, schon ausreicht, um ihn als ungeeignet einzustufen. Wenn man diesen Grundsatz grundsätzlich vertreten würde, dann wären in einem Betrieb sicherlich eine Reihe von Pflichten nicht erfüllbar, wenn eine Person auf die Idee kommen sollte, Beauftragungen nicht annehmen oder ausführen zu wollen. Der Verordnungsgeber hat möglicherweise bewusst darauf verzichtet, explizit die Zustimmung einer Person einzufordern, die zukünftig als SSB bestellt werden soll. Der SSV muss eine ausreichende Zahl an SSB bestellen, innerbetriebliche Entscheidungsbereiche und Befugnisse festlegen und die Behörde diesbezüglich informieren. Zu diesem Verfahren gehört natürlich auch die eindeutige Einbindung des zukünftigen SSB in die Strahlenschutzorganisation, aber nach unserer Meinung nicht seine Zustimmung. Einige Bundesländer bitten im Rahmen dieser Mitteilung über die Bestellung einer Person zum SSB um dessen Mitzeichnung. Dieses ist aber weniger dadurch begründet, darin eine Zustimmung zu erfahren, sondern mehr den Nachweis zu erhalten, dass der SSB über die Bestellung überhaupt informiert worden ist. Der SSV muss natürlich im Rahmen seiner Organisationsverantwortung darauf achten, dass der bestellte SSB seine fachliche Eignung aufrecht erhält, z.B. sein Fachkunde aktualisiert. Falls die fachliche Eignung nicht mehr gegeben ist, muss der SSV den SSB abberufen. Bei sogenannten Strahlenschutzbevollmächtigten haben wir kaum Zweifel, dass man als SSV bestimmte Aufgaben delegieren kann. Der Strahlenschutzbevollmächtigte führt keine offizielle Tätigkeit nach RöV oder StrlSchV aus. Er unterstützt lediglich den SSV (braucht dafür auch keine Fachkunde im Strahlenschutz) bei der Erfüllung von Pflichten. Die Verantwortung verbleibt aber in jedem Fall beim SSV, der sicherlich auch die Aufgabenwahrnehmung durch den sogenannten Strahlenschutzbevollmächtigten überwachen muss (vergleiche auch § 130 Ordnungswidrigkeitengesetz - Handeln für einen anderen). Zu Ihrer zweiten Frage lautet unsere Einschätzung, dass ein bestellter Strahlenschutzbeauftragter (SSB) durchaus auch delegierte Aufgaben als Strahlenschutzbevollmächtigter wahrnehmen kann. Da die Aufgabenwahrnehmung als Strahlenschutzbevollmächtigter keine offizielle Tätigkeit nach den Verordnungen ist, gibt es hier auch keine entsprechenden Einschränkungen. Nach unserer Meinung ist auch keine Einschränkung in dem Verhältnis SSV zu SSB gegeben, da der SSV die Verantwortung trotz Existenz eines Strahlenschutzbevollmächtigten allein behält und der Kommunikationsfluss auch sicherstellt bleiben muss. Die Strahlenschutzorganisation in einem Betrieb kann unterschiedlich ausgeprägt sein, ohne dass die Anforderungen der RöV und StrlSchV beeinträchtigt werden (z.B. ein fachkundiger SSV nimmt auch die Aufgaben wahr, die ansonsten ein SSB wahrnimmt oder es gibt SSB mit umfassenden oder eingeschränkten Entscheidungsbereichen u.ä.). Zum Abschluss aber noch einmal unser Rat, sich bei Auseinandersetzungen zur ersten Frage mit einem Arbeitsrechtler in Verbindung zu setzen, der diese Frage anhand der tatsächlichen Gegebenheiten sicherlich viel fachkompetenter beantworten kann als wir es ausschließlich aus dem Blickwinkel des Strahlenschutzes tun. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Christopher Griesing schrieb am 26.03.2014 - 13:29 Uhr:
Frage:2197 BETREFF: Kurs Fachkunde Deutschland / Schweiz
Sehr geehrter Prof. Ewen, aktuell würde bei mir ein Aktualisierungskurs zur Fachkunde R6.1 / R6.2 anstehen. Da ich schon seit einigen Jahren bei einem schweizer Unternehmen in der Medizintechnikbranche angestellt bin, dort meinen Wohnsitz habe und auch vorwiegend in der Schweiz tätig bin stellt sich jetzt die Frage ob ich den ´Aktualisierungskurs zur Fachkunde R6.1 / R6.2´ in Deutschland oder gleich den, in der Schweiz angebotenen, ´Kurs 524 Fachbereich Medizinische Berufe´ absolviere. Werden diese schweizer Kurse vorbehaltlos in Deutschland bzw. der EU anerkannt oder muss ich parallel noch die deutschen Kurse aktualisieren? Vielen Dank und beste Grüsse aus der Schweiz. Christopher Griesing


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Griesing, nach Rücksprache mit einem Kollegen, der sich im Strahlenschutzrecht gut auskennt: Grundsätzlich ist es so, dass Sie zur Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz nach der (deutschen) Röntgenverordnung (RöV) an einem Kurs bzw. an einer Veranstaltung teilnehmen müssen, der bzw. die in Deutschland nach der RöV anerkannt ist. Im begründeten Einzelfall kann die zuständige deutsche Behörde auch eine Aktualisierung auf andere geeignete Weise ´anerkennen´ (z.B. einen vergleichbaren Kurs im Ausland oder die Tätigkeit als Kursleiter o.ä.). In Ihrem Fall könnte es problematisch werden, eine zuständige Behörde auszumachen, da Sie Ihren Arbeitsplatz und Ihren Wohnsitz nicht in Deutschland haben. Aber Sie haben geschrieben, dass Sie ´vorwiegend´ in der Schweiz tätig sind, woraus man interpretieren kann, dass einzelne Tätigkeiten auch in Deutschland vorkommen. Sie könnten sich daher mit der Frage, ob der in der Schweiz absolvierte Aktualisierungskurs in Ihrem Einzelfall auch in Deutschland anerkannt wird, an die für den betreffenden Einsatzort in Deutschland örtlich zuständige Behörde wenden. Dieser Weg könnte klappen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Helga Herrmann schrieb am 20.03.2014 - 19:48 Uhr:
Frage:2196 BETREFF: alte Messgröße Hx
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, darf man alte Messgeräte (geeicht vor 2006) noch weiterhin verwenden (auch von sie in der Messgröße Hx geeicht sind).mfg Helga Herrmann


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Herrmann, Hx-Messgeräte dürfen noch bis zum 1.8.2016 benutzt werden. Allerdings sind, beispielsweise bei der Messung von Röntgenstrahlung, die gemessenen Dosis- bzw. Dosisleistungswerte bei Röhrenspannungen von > 50 bis 400 kV mit einem Faktor 1,3 zu multiplizieren, um einn Wert für H*(10) zu erhalten. Bei Messergebnissen mit Röhrenspannungen unter- und oberhalb dieser KV-Werte reicht der Umrechnungsfaktor 1,0 aus. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bernhard Müller schrieb am 19.03.2014 - 09:22 Uhr:
Frage:2195 BETREFF: Hinweis zu 2184 / ständige Aufsicht
Sehr geehrter Prof. Ewen, zunächst vielen Dank für Ihre stets wertvollen Beiträge! Bezüglich ´ständige Aufsicht´ möchte ich ergänzend zu Frage 2184 auf eine ´richterliche Interpretation´ der ständigen Aufsicht hinweisen (VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 17.12.12, 10 S 1340/12): ´...Die ständige Aufsicht des fachkundigen Arztes über technisch mitwirkende Personen, die wie die Personen nach § ... nicht selbst über die Fachkunde im Strahlenschutz, sondern nur über eine sonstige medizinische Ausbildung und Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen, erfordert, dass er diese Personen laufend überwacht und jederzeit korrigierend eingreifen kann. Stichprobenartige Kontrollen und die Anwesenheit des fachkundigen Arztes in der Praxis reichen nicht aus. Ob anderes gelten kann, wenn eine andere Person mit Fachkunde im Strahlenschutz (MTRA, MTA) bei der Bestrahlung anwesend ist, bleibt offen...´ Der zugrunde liegende Fall ist zwar aus dem Bereich der Strahlentherapie, aber sollte trotzdem zu denken geben, wenn tatsächlich mal ´gerichtet´ werden muss... Mit freundlichen Grüßen B.Müller


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, vielen Dank für Ihren wirklich wichtigen Hinweis (und für das Lob zum Forum RöV). Da die Entscheidung des VGH für das Land Baden-Württemberg explizit nur für den Bereich der Strahlentherapie mit Beschleunigern ergangen ist, bleibt es dabei (unserer Meinung nach auch nach Auffassung des Senats), die Intensität der ständigen Aufsicht abhängig von dem Risiko der Anwendung und der Qualifikationen der Personen mit Kenntnissen im Strahlenschutz im Einzelfall zu ermitteln. Nach unserer Meinung kann man aus dem Urteil nicht herauslesen, dass die ständige Aufsicht in allen denkbaren Anwendungsfällen von derselben Intensität sein muss. Wir stimmen Ihnen zu, dass man aber nicht alle Anwendungen pauschal betrachten kann, was die vorgegebene Zeit bis zum Eintreffen des fachkundigen Arztes betrifft. Hier ist sicherlich eine Differenzierung erforderlich, die entsprechend transparent dargestellt sein muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Horst Engelhardt schrieb am 18.03.2014 - 19:13 Uhr:
Frage:2194 BETREFF: Frage Dr. Zinser vom 18.3.14
Serh geehrter Herr Dr. Zinser! Ein Formular zur Dokumentation von Unterweisungen nach der RöV findet man beispielhaft in der Richtlinie über Aufzeichnungen nach der Röntgenverodnung (Anlage 3 der Richtlinie ) hier im Forum unter Richtlinien/ BMU Rundschrieben zu finden! Herzliche Grüße aus Hamburg Horst Engelhardt


1. Antwort: Lieber Herr Engelhardt, hallo Horst, ich freue mich, dass du das Forum RöV offensichtlich regelmäßig besuchst, denn sonst hättest du ja diese Forumanfrage nicht registriert. Danke für deinen Hinweis, und ich weiß jetzt auch, warum dieser von dir kommt. Du hast doch an dieser Richtlinie mitgearbeitet, wenn ich mich recht erinnere. Ich hoffe, Herr Dr. Zinser liest diesen Forumbeitrag auch. Danke und viele Grüße Klaus Ewen



  Dr. med. W. Zinser schrieb am 18.03.2014 - 10:17 Uhr:
Frage:2193 BETREFF: regelmäßige Unterweisung in der Praxis
Der Strahelschutzbeauftragte sollte in der Praxis regelmäßig Unterweisungen seiner Angestellten durchführen. In welchen Abständen müssen diese Unterweisungen stattfinden und gibt es Vordrucke für die Dokumentation??


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Zinser, die Unterweisung nach § 36 RöV muss jährlich wiederholt werden. Man sollte aber daran denken, dass man einen/e Mitarbeiter/in, der/die z.B. neu eingestellt wird und aufgrund der Tätigkeit unter die zu Unterweisenden fällt, sozusagen außerplanmäßig vor Aufnahme der Tätigkeit unterweist. Vordrucke? Ich weiß es, ehrlich gesagt, nicht. Vielleicht wird man im Internet fündig, z.B. mit Hilfe der Stichworte ´Unterweisung´, ´Strahlenschutz´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Fr.Trappeld schrieb am 17.03.2014 - 17:56 Uhr:
Frage:2192 BETREFF: CT- Teleradiologie 24h Dienst
Hallo ich bin MTRA und arbeite in einem Krankenhaus mit Röntgen und CT. Der Radiologe ist nicht vorort. Die Befundungübermittlung erfolgt per Teleradiologienetz. Es werden stationäre und ambulante Patienten behandelt. Dabei können Polytraumen ,Angios und Stroke-Fälle im Tagdienst sowie im 24 h Bereitschaftsdienst vorkommen. Unser 6-köpfiges Team besteht überwiegend aus MFA`s . Da jeder CT`s selbstständig und alleine im Dienst fahren soll erhalten diese Fortbildungen und werden im Routinebetrieb alleine eingesetzt während die MTA dann andere nicht radiologische Tätigkeiten übernimmt. Wir als MTA´s haben die Befürchtung das wir evtl zur Verantwortung herangezogen werden können. Wie sehen sie das? oder ist unsere Angst unberechtigt. Vielen Dank, mfg


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Trappeld, nach Rücksprache mit einem Experten auf dem administrativen Gebiet der RöV folgende Antwort an Sie: Nach Ihrer Beschreibung handelt es sich in Ihrem Haus um eine Teleradiologie, die nicht nur in den Diensten sondern auch unter ganz bestimmten Voraussetzungen im Normalbetrieb genutzt werden darf. Etwas irritierend wirkt Ihre Angabe, dass bei dem teleradiologischen Betrieb in Ihrem Haus auch MFA mitwirken, und zwar in dem Sinne, dass sie die Untersuchungen technisch durchführen. Die RöV lässt in der Teleradiologie nur die technische Durchführung seitens MTRAs oder MTAs zu. Das liegt daran, dass die RöV die ständige Beaufsichtigung von MFA durch entsprechend fachkundige Ärzte vorschreibt, die in der Teleradiologie aber gerade nicht erfolgen kann. Im Regelfall kontrolliert die Genehmigungsbehörde vor der Zulassung der Teleradiologie, dass MTRAs/MTAs für die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen zur Verfügung stehen. Ein späteres Abweichen von dieser Anforderung ist ein Verstoß gegen die Vorschriften der RöV, der entsprechend nachverfolgt und auch geahndet werden kann. Allerdings treffen diese Konsequenzen aus der RöV nicht die Personen, die technisch durchführen, d.h. weder die MTRA und die MFA, sondern den Strahlenschutzverantwortlichen und den zuständigen Strahlenschutzbeauftragten. Obwohl Sie daher persönlich nicht von behördlichen Maßnahmen betroffen sind, ist unser Rat, dass Sie die rechtlichen Rahmenbedingungen mit den verantwortlichen Ärztinnen/Ärzten in Ihrem Haus vertrauensvoll erörtern sollten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexander Horvat schrieb am 17.03.2014 - 11:43 Uhr:
Frage:2191 BETREFF: MTK an Messeinrichtungen zum Dosisflächenprodukt.
Sehr geehrter Prof. Ewen, ist es richtig das die MTK bei Anlagen die gemäß IEC 601-2-43 als interventioneller Arbeitsplatz genutzt werden und bei Anlagen die im Geltungsbereich der Medizinprodukte- Betreiberverordnung (MPBetreibV) installiert sind, alle 5 Jahre durchgeführt werden muss?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Horvat, wenn es um die nach der MPBetreibV geforderte MTK von DFP-Messgeräten (aktive Medizinprodukte mit Messfunktion, Gefährdungsklasse IIb) in medizinischen Röntgeneinrichtungen geht, so ist für Kontrollen dieser Art eine Frist von 5 Jahren einzuhalten. Personen, die derartige MTKs durchführen, müssen entsprechend qualifiziert sein, bei der zuständigen Messstelle gemeldet sein und über das erforderliche Geräteequipment verfügen. Da oft die DFP-Geräte im Röntgengeräte fest eingebaut sind, müssen die Kontrollen vor Ort durchgeführt werden. Der Betreiber der Röntgeneinrichtung kann auch einen diesbezüglichen Service-Vertrag mit dem Hersteller abschließen. Auch behördlich bestimmte Sachverständige, so sie o.g. Bedingungen erfüllen, können MTKs durchführen, was nicht so ganz ungünstig ist, da die wiederholenden Sachverständigenprüfungen nach § 18 Abs. 1 Nr. 5 RöV ebenfalls alle 5 Jahre erforderlich sind. Sie haben in Ihrer Frage den interventionellen Arbeitsplatz speziell angesprochen. Aber für alle anderen Röntgendiagnostikeinrichtungen mit DFP-Messung gelten dieselben Regelungen zur MTK. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexander Horvat schrieb am 17.03.2014 - 11:40 Uhr:
Frage:2190 BETREFF: Konstanzprüfung an Geräten zur mammographischen Stereotaxie
Sehr geehrter Prof. Ewen, Aus Tabelle 3.1.3.12 (QS-Richtlinie) Abnahme und Konstanzprüfung an Geräten zur mammographischen Stereotaxie, lese ich das am Monitor sowohl eine Abnahme- als auch eine Konstanzprüfung durchgeführt werden muss, in der letzten Spalte ist aber nichts über die Prüfhäufigkeit Konstanzprüfung angegeben. In welchen Zeitabständen ist eine Konstanzprüfung an diesen Monitoren durchzuführen? Mit freundlichen Grüßen Alexander Horvat


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Horvat, die QS-Richtlinie ist novelliert worden und diese Fassung wird höchstwahrscheinlich im ´Frühjahr 2014´ veröffentlicht werden. Sie ist also jetzt noch nicht zugänglich. Darin findet man auch die Antwort auf Ihre Frage: Die Fristen für die Durchführung der Konstanzprüfung an Bildwiedergabegeräten (BWG) für die mammographische Stereotaxie sind dieselben wie sonst bei den anderen BWGs (siehe Tab. 3.2.14 in der alten QS-RL). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alex Riemer schrieb am 14.03.2014 - 08:42 Uhr:
Frage:2189 BETREFF: CT und der neue Trend in Richtung weniger KV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, erstmal vielen Dank für Ihre Antwort auf meinen letzten Eintrag. Sie haben mir damit sehr geholfen. Nun habe ich eine Frage, die mich in den letzten Monaten sehr beschäftigt. Im CT entwickelt sich ein Trend in Richtung geringerer KV Einstellungen. Ich frage mich nun ob die geringeren KV Stufen sich nicht nachteilig auf die biologische Wirkung der Strahlung auswirkt, da der Anteil an niederenergetischer Strahlung größer wird. Ich bin mir daher unsicher ob es wirklich die Strahlenexposition reduziert oder ob es nur den Anschein macht als ob. Ich freue mich auf Ihre Einschätzung Ganz liebe Grüße Alex Riemer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Riemer, in der Tat ist es möglich, bei bestimmten CT-Untersuchungen die Patientendosis durch die richtige Wahl der Röhrenspannung (des KV-Wertes) und durch entsprechende Anpassung des mAs-Produktes zu reduzieren. Dabei ist aber grundsätzlich folgende Regel zu beachten: Niedrigere KV-Werte bedeuten einen höheren Bildkontrast, aber auch eine höhere Dosis. Aber ohne eine automatische Dosismodulation (ADM) ist es für den Anwender nahezu unmöglich, nach eigenem Ermessen das Optimum aus Bildkontrast und Dosis selbst zu ermitteln. Aus diesem Grund übernehmen mittlerweile bei allen moderneren Computertomographen Dosisautomatiken diese Entscheidung. Beispiel für die Absenkung der Dosis trotz reduzierter Röhrenspannung: Beim Vergleich zwischen der Einstellung „120 kV, 21 mAs“ und „80 kV, 102 mAs“ ist der Bildkontrast bei 80 kV höher, aber die Dosis auch. Fährt man nun mit Hilfe eines entsprechenden Phantoms das mAs-Produkt bei 80 kV soweit herunter, bis beide Einstellungen dieselbe Bildqualität erbringen, ergibt sich für 80 kV eine geringere Dosis. Eine ideale Automatik ist eine Röhrenstrommodulation (Regelung: mAs) in Kombination mit einer KV-Anpassung in folgender Weise: Der Anwender gibt (wie sonst auch bei der ADM) einen Referenzwert für das mAs-Produkt an, zusätzlich einen Referenzwert für die Röhrenspannung (einen Wert, den man standardmäßig vorgewählt hätte). Zusätzlich muss der Anwender (Untersucher) dem Computertomographen die Ziele der Untersuchung mitteilen, z.B. eine Kontrastmitteluntersuchung oder eine Knochenstudie. Mit dieser Angabe weiß das Gerät, welcher Zielkontrast vom Untersucher gewünscht ist. Daraus und anhand des Topogramms wählt das System dann die optimale Röhrenspannung und den entsprechenden mAs-Referenzwert aus. Sollte der KV-Wert im Vergleich zur ursprünglichen Eingabe reduziert werden, erhöht sich das mAs-Produkt, um das Rauschen bzw. Signal-Rausch-Verhältnis „auszugleichen“. Insbesondere in der Pädiatrie und bei schlanken Patienten kann man auf diese Weise die Dosis reduzieren. Sehr hilfreich ist die Technik aber auch bei Kontrastmitteluntersuchungen, da man bei geringeren KV-Werten die Jod-Kontrastmittel-Kante (bei ca. 33 keV) im Sinne einer höheren Absorption (eines höheren Kontrastes) besser ausnutzen kann. Man kann aber nicht generell sagen, dass die moderne CT-Diagnostik jetzt - im Gegensatz zu früheren Untersuchungen - mit niedrigeren Röhrenspannungen durchgeführt wird. Das durch KV-Erhöhung bewirkte vergrößerte Detektorsignal hat auch Vorteile, so z.B. bei CT-Untersuchungen an dicken Objekten (z.B. bei adipösen Patienten). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Tim Stalljohann schrieb am 12.03.2014 - 19:47 Uhr:
Frage:2188 BETREFF: Strahlenschutz mobile Röntgengeräte
Hallo liebes Forum, ich mache zur Zeit eine Fortbildung zum Medizintechniker. Ich wollte mal Fragen, ob ihr mir ein paar Tipps zu dem Thema Strahlenschutz bei mobilen/ortsveränderbare Röntgengeräte geben könnt? Speziell was man beachten muss bzw. wie man dabei vorgeht? Vielen Dank schonmal:)


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stalljohann, an sich ist es nicht Aufgabe des Forum RöV in Sachen Aus- und Weiterbildung Lehrinhalte zu erstellen, die man auch aus schon vorhandenen Texten (vielleicht nicht immer einfach - das gebe ich zu) aus Lehrbüchern, Publikationen, Herstellerprospekten, Internet, etc. entnehmen kann. Aber da dies, wie Sie schreiben, ein ´liebes´ Forum ist und das, was Sie wissen wollen, wirklich nicht so ganz einfach zu finden ist, hier ein diesbezüglicher Vorschlag: Gehen Sie auf die Startseite des Forum RöV und klicken Sie den Link ´7. Richtlinien/BMU Schreiben´ an. Dort finden Sie in der sich öffnenden Liste mit Datum vom 25.08.2011 die ´Konsolidierte Fassung der SV-RL´. Nach dieser Richtlinie müssen Röntgengeräte vor ihrer Inbetriebnahme von Sachverständigen überprüft werden. Man findet in der Richtlinie Checklisten, die der Sachverständige bei seiner Prüfung abarbeiten muss und die daher Auskunft geben, welche technischen Anforderungen, um jetzt auf Ihr Anliegen einzugehen, auch ein mobiles Aufnahmegerät erfüllen muss. Gehen Sie auf ´Prüfberichtsmuster 2.2.1 - Aufnahmegeräte´. Dieses Berichtsmuster betrifft sowohl die stationären als auch die mobilen Geräte. Es gibt die Abschnitte D bis H, in denen die einzelnen Prüfpositionen aufgeführt sind, von denen viele (nicht alle!) auch die mobilen Geräte betreffen. Die dafür wichtigsten Positionen: D01, D05, Abschnitt E, F01 - F05, F09 - F15, F17, F18, G02, G05, H02 - H03a, H04 - H07a, H13, H14, H16, H17, H23. Ich denke, das gibt Ihnen ein ersten Eindruck, was an diesen Geräten strahlenschutzmäßig zu beachten ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ina Reher schrieb am 12.03.2014 - 18:27 Uhr:
Frage:2187 BETREFF: dokumentierte Ersteinweisung über Strahlenschutz?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Abteilung erfolgt bei neuen Mitarbeitern oder Inbetriebnahme von neuen Röntgengeräten gemäß §18 RÖV eine dokumentierte Ersteinweisung. Gibt es auch eine Pflicht, eine besondere, gesonderte Ersteinweisung über den Strahlenschutz durchzuführen -zusätzlich zur jährlichen Strahlenschutzunterweisung? Im §33 habe ich darüber gelesen, hier steht: ´beim Zutritt zum Kontrollbereich´. Das könnte ja auch bedeuten, dass erfahrene Kollegen die ´Geflogenheiten´ in einem Kontrollbereich bekannt sind. Müsste diese Einweisung besonders dokumentiert werden? Oder/und reicht die dokumentierte Ersteinweisung nach §18? Freue mich über Ihre Antwort! Herzlichen Dank und beste Grüße, IR


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Reher, zunächst einmal muss man loben, dass in Ihrer Abteilung diese Einweisung offensichtlich konsequent durchgeführt wird. Ist leider nicht überall so. Die Notwendigkeit einer davon unabhängigen Ersteinweisung, die sich nur mit Fragen und Problemen des Strahlenschutzes beschäftigt, kann ich aus der RöV nicht herauslesen. Ich meine aber, dass die o.g. Ersteinweisung nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV den Strahlenschutz mit einbeziehen müsste. Es gibt ja noch die Pflicht nach § 18 Abs. 2 RöV, schriftliche Arbeitsanweisungen zu erstellen. Auch hier müsste auf Strahlenschutzaspekte eingegangen werden. Sowohl über die Ersteinweisung als auch über die Arbeitsanweisungen müssern Aufzeichnungen angefertigt werden. Haben Sie sich mit ´§ 33´ nicht vertan? Sie meinen doch wahrscheinlich ´§ 36´ (Unterweisung), oder? An sich sollte man die Ein- und Anweisungen des § 18 RöV von der Unterweisung des § 36 RöV trennen, vor allem weil die Unterweisung regelmäßig (jährlich) durchgeführt werden muss und alle (erfahrenen und weniger erfahrenen) Mitarbeiter/innen betrifft, die als Assistenzpersonal oder Ärzte tätig sind (Erstellung der rechtfertigende Indikation, Anwendung von Röntgenstrahlung einschließlich Befundung, technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung einschließlich der Auslösung der Strahlung, Aufenthalt im Kontrollbereich aus welchen Gründen auch immer). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alex Riemer schrieb am 12.03.2014 - 13:25 Uhr:
Frage:2186 BETREFF: 2181 und 2182
Lieber Herr Prof Ewen, Ich freue mich, dass Sie bestätigen, dass Blei in den KV Bereichen, in denen wir im CT und Röntgen Arbeiten, ausschließlich der Photoeffekt zum tragen kommt. In meinem Artikel habe ich lediglich gesagt, dass die eingestellte KV am CT ( z.B. 120 kV ) lediglich die Peak KV beschreibt und der größte Teil des Spektrums bei ca. 60 bis 80 KV liegt. Ich empfehle auch im CT Bleigummiabdeckungen zu verwenden. Nun noch eine Frage. Die Bleigummiabdeckungen bestehen, so sagte man mir, heute nicht mehr aus Blei, sondern aus anderen Materialien. Wissen Sie welche das sind und welche Ornungszahl diese haben? Vielen Dang und Ganz liebe Grüße Alex Riemer


1. Antwort: Hallo Herr Riemer, es ist prinzipiell richtig, was Sie zum Spektrum der aus einer Röhre emittierten Röntgenbremsstrahlung geschrieben haben. Nur wenn ich zwei Kleinigkeiten verbessern darf: Der Begriff ´Peak KV´ müsste durch ´Maximalenergie der Röntgenstrahlung (in keV)´ ersetzt werden und statt der Wortfolge ´der größte Teil des Spektrums bei ca. 60 bis 80 kV´ müsste es heißen ´die mittlere (effektive) Energie der Röntgenstrahlung bei ca. 60 bis 80 keV´. Zu Ihrer Frage: Es gibt in der Tat heutzutage auch Schutzkleidung, in der andere Elemente (ganz oder teilweise) die Rolle des Blei übernommen haben. Aber keineswegs ist es so, dass Materialien, die Blei (Ordnungszahl Z = 82) enthalten, nicht mehr benutzt würden. Ein Beispiel für ein anderes Material ist Wismut (Z = 83). Ein gewisser Nachteil von Elementen hoher Ordnungszahlen wie Blei und Wismut ist, dass die Energien der sog. K-Kanten, also dort, wo eine besonders effektive Absorption erfolgt, ziemlich hoch liegen (um 90 keV)und damit, je nach Röhrenspannung, oft schon ein wenig jenseits der o.g. mittleren (effektiven) Energie der Röntgenstrahlung. Aus diesem Grund hat man andere Elemente mit geringeren Z-Werten einbezogen, z.B. Zinn mit Z = 50 und einer Energie der K-Kante von etwa 30 keV. Natürlich gibt es Diskussionen um die Effektivität dieser bleiarmen oder sogar bleifreien Schutzkleidung, in denen die Vor- und Nachteile dieser Materialien hin- und hergehen. Letztendlich spielt dabei die bei einer Röntgenuntersuchung eingestellte Röhrenspannung eine sehr wichtige Rolle (s. oben). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Volker Schmidt schrieb am 11.03.2014 - 10:27 Uhr:
Frage:2185 BETREFF: Anfrage 2183
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Vielen Dank für Ihre geschätzte Stellungnahme zu meiner Frage. Leider muss ich nochmal nachhaken, da mir die Anforderung an die Person/Angestellten vor Ort (den Techniker, der die Massnahme - Wartung, Reparatur, Installation - durchführt) nicht ganz klar ist, denn es ist ja nicht jeder Techniker ein Strahlenschutzbeauftragter - oder lese ich Ihre Ausführungen richtig, dass es gefordert ist, dass ein Techniker als SSB fungiert (mit eingeschränktem Entscheidungsrahmen)? Dies würde bedeuten, dass der Techniker, der arbeiten am Röntgengerät durchführt, eine Fachkunde benötigt - und dass er auch schriftlich bestellt werden müsste. Vielen Dank vorab - viele Grüsse Volker Schmidt


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schmidt, Ihre Nachfrage ist durchaus berechtigt, denn in der Tat muss nicht jeder Techniker einer kleinen Gruppe, die vor Ort tätig wird, Strahlenschutzbeauftragter (mit eingeschränktem Entscheidungsbereich) sein. Wenn also z.B. mehrere Mitarbeiter/innen einer Firma im Außendienst an einem bestimmten Ort zusammen im Sinne des § 6 RöV tätig sind, reicht es aus, wenn eine Person davon als SSB fungiert und dafür die entsprechende Fachkunde im Strahlenschutz aufweist. Ist aber der Arbeitsablauf bei einer bestimmten Firma so organisiert, dass der Außendienst vor Ort nur von einer Person durchgeführt wird, dann muss diese als ´SSB vor Ort´ auch die entsprechende Fachkunde im Strahlenschutz besitzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Melanie schrieb am 11.03.2014 - 09:33 Uhr:
Frage:2184 BETREFF: Bereitschaftsdienst
Hallo, ich bin Arzthelferin. Ich arbeite in einer rad. Praxis im KH. Da wir die stat. Pat. mit untersuchen müssen, müssen wir auch Bereitschaftsdienste leisten. Im Dienst müssen wir röntgen und auch CT´s fahren. Unser diensthabende Radiologe ist tel. erreichbar und kann sich die Aufn. von zu Hause aus ansehen. Ist allerdings nicht vor Ort. Es können jederzeit aber auch Polytraumen oder Angios von uns verlangt werden. Da einige von uns Angst haben einen Dienst alleine zu machen, sind wir zu zweit. Doch nur eine von uns darf sich die Stunden aufschreiben. Die andere Kollegin ist also umsonst da. Meine Frage ist eigentlich: Ist es überhaupt erlaubt uns Arzthelferinnen Dienst machen zu lassen? Oder kann man da gerichtlich vorgehen? Wie ist denn eigentlich die gesetzliche Lage? Mit freundlichen Grüßen, Melanie


1. Antwort: Hallo Melanie, zunächst untertelle ich mal, dass Sie und Ihre Kolleginnen, soweit alle MFAs (z.B. Arzthelferinnen) sind und Röntgenuntersuchungen im Sinne des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV technisch durchführen, die Kenntnisse im Strahlenschutz besitzen (also den sog. Röntgenschein haben) und die Kenntnisse jeweils fristgemäß aktualisiert haben. Dann dürfen Sie Röntgenuntersuchungen technisch durchführen, also im normalen oder Bereitschaftsdienst Patienten untersuchen (aber nicht die Indikation stellen und nicht befunden!). Aber jetzt kommt ein wichtiger Punkt: Diese technische Durchführung darf Ihrerseits nur geschehen, wenn dabei seitens eines Arztes mit der erforderlichen (!) Fachkunde im Strahlenschutz die ständige Aufsicht und Verantwortung gegeben ist. Das wird von der Behörde so interpretiert: Dieser Arzt muss sich auf dem Klinik- bzw. Krankenhausgelände, also sozusagen im Haus aufhalten. Bei sich zu Hause sein oder, noch schlimmer, nicht erreichbar sein erfüllt nicht die Forderung der RöV nach ständiger Aufsicht und Verantwortung. Sie dürfen demnach als Arzthelferin Ihren Dienst nicht ´alleine machen´, wenn Sie im o.g. Sinne Röntgenuntersuchungen durchführen. Wie es in Ihrem Haus mit der Stellung der rechtfertigenden Indikation seitens eines entsprechend fachkundigen Arztes steht, der dabei am Ort des Patienten sein muss, will ich mal gar nicht hinterfragen. Denn das fällt formal nicht in Ihren Zuständigkeitsbereich. Es ist sicherlich erlaubt, dass Arzthelferinnen in der Röntgendiagnostik Dienst machen dürfen (bzw. müssen), aber nicht in der Weise, wie Sie das hier beschrieben haben (also ´alleine im Haus´). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Volker Schmidt schrieb am 10.03.2014 - 12:34 Uhr:
Frage:2183 BETREFF: Technische Massnahmen an Röntgengeräten - Fachkunde notwendig?
Sehr geehrte Damen und Herren! Die RoeV gibt in §6 vor, dass ein Unternehmen, welches sich geschäftsmässig im Röntgenservice (Technischer Service (Reparaturen, Wartung) an Röntgengeräten für die Bildgebung) dies vor Aufnahme der Tätigkeit bei der entsprechend zuständigen Behörde anzuzeigen hat. Die Anforderung an die durchführende Person (Techniker/technischer Mitarbeiter vor Ort) habe ich in der Röntgenverordnung nicht gefunden - wann ist eine Fachkunde entsprechend der FK Richtlinie erforderlich - und welche Massnahmen könnten von einem Techniker ohne die entsprechende Fachkunde durchgeführt werden - kann man das überhaupt abgrenzen? Gibt es für die Einordnung ´Fachkunde erforderlich´ eine Textstelle in einem Gesetz/Verordnung, aus der man dies ableiten/darlegen kann? Vielen Dank vorab und viele Grüsse Volker Schmidt


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schmidt, ich gebe zu, dass Ihre Unsicherheit im Zusammenhang mit der Durchführung des § 6 RöV nicht ganz unberechtigt ist, weil man, wie oft in rechtlichen Texten (nicht nur in der RöV), die Zusammenhänge erst nach mehrmaligem Lesen erkennen kann. Also: Nach § 6 Abs. 1 RöV muss eine natürliche oder rechtliche Person bei der zuständigen Behörde anzeigen, wenn sie geschäftsmäßig Röntgeneinrichtungen prüft, erprobt, wartet oder instandsetzt. Diese Anzeige ist nach § 6 Abs. 1 Satz 3 RöV nicht erforderlich, wenn bei diesen Tätigkeiten keine Röntgenstrahlung eingeschaltet werden muss oder keine Strahlenschutzmaßnahmen notwendig sind. Da haben Sie schon Ihre Abgrenzung. Nach § 6 Abs. 2 RöV ist der Behörde im Rahmen der Anzeige nachzuweisen, dass die Bestimmungen des § 3 Abs. 2 Nrn. 3 bis 5 RöV erfüllt sind (Strahlenschutzbeauftragte mit Fachkunde im Strahlenschutz, sonst Tätige mit Kenntnissen im Strahlenschutz, Einhaltung des Standes der Technik). Zu den Mitarbeitern vor Ort, also dort, wo geprüft, ... werden soll: Der Strahlenschutzbeauftragter z.B. einer betreffenden Servicefirma hat ja in der Regel keine Möglichkeit, die im Außendienst tätigen Mitarbeiter strahlenschutzmäßig zu überwachen und zu kontrollieren. Also muss man dort Strahlenschutzbeauftragte benennen, die diese Funktion vor Ort (also mit einem dafür notwendigen, aber sicherlich nur eingeschränkten Entscheidungsbereich) zu erfüllen haben. Das kann aus § 13 Abs. 2 Satz 1 RöV rechtlich abgeleitet werden: ´Soweit dies für den sicheren Betrieb notwendig ist, hat der Strahlenschutzverantwortliche (also z.B. der Firmeninhaber) für die Leitung oder Beaufsichtigung dieses Bereiches (z.B. dort, wo der Außendienst stattfindet) die erforderliche Zahl von Strahlenschutzbeauftragten schriftlich zu bestellen.´ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  anche merker schrieb am 07.03.2014 - 11:17 Uhr:
Frage:2182 BETREFF: Anfrage 2181
Sowohl Herr Dr. Nagel, als auch Axel Riemer (dvta/2/2014) gehen in ihren Arbeiten auf den Begriff Hartstrahltechnik ein. Beide nehmen Bezug auf die Auswirkung von Strahlung über 100 kV. Herr Dr.Nagel geht davon aus, dass die im Körper entstehenden Streustrahlen durch den aufliegenden Pb Schutz gefangen werden, und somit den Patienten belasten. Axel Riemer wendet Pb Schutz ausschließlich im kV Bereich unter 80 kV an, da auch er davon ausgeht,dass der kV Bereich über 100 zu schädlicher Streustrahlung im Patienten und im Raum führt. Ihre Antwort,´ Strahlenschutz in jedem Fall´,unabhängig von der Energie der Srahlung,befremdet mich. Meine Frage,ob ein Pb Schutz für SD und Thorax angelegt werden soll,wenn Untersuchungen am Schaedel im CT gefahren werden, besteht leider weiter. Mit freundlichen Grüßen, Anche Merker P.S. eine Dosisreduktion unserer Protokolle ist aus Qualitaetsgruenden nicht möglich.


1. Antwort: .... wir können alle die Physik nicht ändern (Dr. Nagel nicht, Herr Riemer nicht und ich auch nicht): Blei ist ein Element mit hoher Ordnungszahl und damit sehr wirkungsvoll für das Auftreten von Photoeffekten. Durch Photoeffekte, die umso effektiver auftreten je höher die Ordnungszahl des abschirmenden Materials ist, wird die Röntgenstrahlung in bleihaltiger Schutzkleidung besonders gut ´gefangen´ (absorbiert). Der negative Effekt, den Sie hier anführen, wird durch Streustrahlung über den Comptoneffekt verursacht. Dieser ist aber nicht sehr stark von der Ordnungszahl eines Materials abhängig und daher z.B. bei Blei in Relation zum Photoeffekt fast vernachlässigbar. Zugegebenerweise nimmt das Auftreten von Photoeffekten mit der Energie der Röntgenstrahlung (und damit mit höheren KV-Werten) ab. Aber nicht so drastisch, als dass sich bei Hartstrahltechnik die Verhältnisse praktisch umkehren würden, und die Streuung gegenüber der Absorption bevorzugt wäre. Also muss Sie das nicht befremden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anche Merker schrieb am 05.03.2014 - 23:43 Uhr:
Frage:2181 BETREFF: Strahlenschutz im CT
Sehr geehrte Damen und Herren, ´Pb-Schutz im CT ist über 100 kV nicht sinnvoll, sogar schädigend, da die Streustrahlen im Körper verbleiben.´... und...´Pb Schutz unter 90 kV im CT ist sinnvoll und erforderlich´ Sind diese Thesen zutreffend? Da unsere Untersuchungsprotokolle alle deutlich über 100 kV aus Bildqualitätsgründen gefahren werden stellt sich mir die Frage, ob überhaupt ein Pb Schutz im Arbeitsraum angeboten werden sollte, um keine Schäden zu provozieren. Beispiel Schädel, NNH, Felsenbein...Beim Anlegen des Schilddrüsenschutzes fährt das Topo über den Schutz. Bei 80 kV eineEchter Schutz. Während der Schädeluntersuchung bei über 100 kV wird die Streustrahlung im Körper(SD) gefangen. Also ist das eher eine Erhöhung der Dosis für den Patienten,... Frage: wann ist Strahlenschutz im CT sinnvoll? Mit freundlichen Grüßen Anche Merker


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Merker, Entwarnung: Wenn Streustrahlung aus dem Körper des Patienten austritt und dann auf einen bleihaltigen Patientenschutz trifft, dann wird sie nicht wieder - wie hin und wieder angenommen - von dort aus in den Körper zurückgestreut. Bleihaltige Schutzmaterialien absorbieren viel (was sinnvoll ist) und streuen wenig (was auch sinnvoll ist). An diesem grundsätzlichen physikalischen Verhalten ändert sich auch nichts, wenn die Röhrenspannung 100 kV übersteigt. Also, die Meinung, dass bleihaltige Patientenschutzmittel durch Rückstreuung die Patientendosis erhöhen würden, ist ein Märchen. Viele Grüße K. Ewen



  Martin Mohra schrieb am 04.03.2014 - 12:31 Uhr:
Frage:2180 BETREFF: Fachkunde
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, stimmt es, dass Ärzte die vor 1988 ihre Approbation erhalten haben, automatisch die Fachkunde besitzen und wie ist es mit deren Fortbildungen? MfG Martin Mohra


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mohra, Ärzte, die ihre ärztliche Prüfung vor dem 1.1.1988 nach dem 4. oder 6. Abschnitt der Approbationsordnung von 1970 abgelegt haben, verfügten auch ohne besondere Bescheinigung irgendeiner Stelle oder Behörde über die Fachkunde im Strahlenschutz für die konventionelle Röntgendiagnostik (nicht CT). Diese Fachunde gilt fort, wenn diese Ärzte vor dem 1.1.1988 Röntgenstrahlung angewendet und vor dem 1. Juli 2005 erstmalig und dann alle fünf Jahre regelmäßig aktualisiert haben. Diese Regelung ergibt sich aus den Übergangsvorschriften (Paragraph 45) der Röntgenverordnung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kati Engelhardt schrieb am 01.03.2014 - 20:58 Uhr:
Frage:2179 BETREFF: Röntgeneinheit in Privaträumen
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich hörte kürzlich davon, dass ein Tierarzt ein mobiles Röntgengerät bei Hausbesuchen einsetzt. Bisher war ich der Meinung, medizinische Strahler wären auf die entsprechenden (abgenommenen) Einrichtungen beschränkt - gilt das nur in der Humanmedizin? ...und nach welchen Spezifikationen gilt so ein Gerät als ´sicher´ genug, um in (beliebigen?) privaten Wohnräumen eingesetzt werden zu dürfen? Vielen Dank und freundliche Grüße, K.Engelhardt, MTRA


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Engelhardt, grundsätzlich gilt, dass eine Röntgeneinrichtung nur in einem Röntgenraum betrieben werden darf, der von einem Sachverständigen entsprechend überprüft wurde und der explizit als solcher benannt ist. Ausnahmen von diesem Grundsatz sind nur zulässig, wenn die Behörde ´genehmigt oder gestattet´ hat, dass die Röntgeneinrichtung außerhalb eines Röntgenraumes, also auch in privaten Wohnräumen, betrieben werden darf (§ 20 Abs. 3 Nr. 3 und 4 RöV) oder in der Medizin/Tiermedizin, ´wenn es der Zustand oder die Größe der zu untersuchenden Person oder des zu untersuchenden Tieres dies zwingend erfordert´ (§ 20 Abs. 2 RöV). Natürlich muss der Strahlenschutz, wie auch immer realisiert, jeweils gesichert sein. Diese Voraussetzung für den mobilen Betrieb gilt allerdings nur bei den beschriebenen Einzelfällen und ihre Gültigkeit ist auf Verlangen z.B. seitens der Behörde durch den Arzt oder Tierarzt auch nachzuweisen. Eine Genehmigung/Gestattung, dass eine Röntgeneinrichtung zur Untersuchung von Tieren generell, also nicht nur für explizit benannte Einzelfälle, für den Betrieb außerhalb eines Röntgenraumes zugelassen wird, ist behördlicherseits kaum vorstellbar. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Helmut Spötzl schrieb am 01.03.2014 - 13:21 Uhr:
Frage:2178 BETREFF: Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es Erfahrung mit Teleradiologie trotz fehlender Genehmigung nach RöV ? Welche Problemfelder bzw. welche Sanktionen wären zu erwarten (nur Notfall- CT aller Körperregionen, technischen Durchführung ausschließlich durch angelernte Arzthelferinnen). Wie hoch schätzen Sie die Dunkelziffer ? Mit freundlichen kollegialen Grüßen Dr. Helmut Spötzl


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Spötzl, wie Sie wissen, ist die Durchführung teleradiologischer Maßnahmen nach § 3 Abs. 4 RöV genehmigungspflichtig. Daher muss man erwarten, dass der Schwerpunkt Ihrer Fragen besser bei den zuständigen Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden aufgehoben wäre, denn diese haben ja die Aufgabe, erkennbaren Problemen mit der Teleradiologie nachzugehen und ggf. mit Sanktionen zu begegnen. Meine Antworten zu Ihren Fragen hier im Forum RöV entsprechen nicht der einfachen Weitergabe eines behördlichen Statements zur Durchführung der Teleradiolgie, sondern resultieren aus der Tatsache, dass ich das administrative Geschehen rund um die RöV über die mir verfügbaren Kanäle auch ein wenig mitverfolge. Zunächst einmal: Eine spezielle ´Notfall-CT-Teleradiologie´ mit möglicherweise von den Vorgaben des § 3 Abs.4 abweichenden Regelungen (beispielsweise wäre fälschlicherweise vorstellbar, dass der ´Teleradiologe´ nicht über die gesamte Fachkunde im Strahlenschutz verfügt sondern nur für die Notfalldiagnostik) gibt es nicht. Dann: Die technische Durchführung kann nun mal nicht von einer Arzthelferin erledigt werden (§ 3 Abs. 4 Nr. 2 RöV), auch wenn sie noch so gut ist. Weiter: Wenn man ohne Genehmigung Teleradiologie betreibt, handelt man ja gegen die Vorschriften der RöV. Ist dann die Stellung der rechtfertigenden Indikation (§ 3 Abs. 4 Nr. 1 RöV) überhaupt noch legal? Frage an einen Juristen! Sanktionen? Frage an die zuständigen Behörden! Zur ´Dunkelziffer´: Das Land NRW hat vor nicht allzu langer Zeit eine Aktion durchgeführt ´Röntgenuntersuchungen während Nacht- und Wochenenddiensten´, im Rahmen derer auch teleradiologische Anwendungen kontrolliert wurden. Die Ergebnisse dieser Überprüfungen können im Internet aufgesucht werden:http//www.nrw.de/landesregierung/arbeitsschutz-kontrolliert-127-roentgeneinrichtungen-in-nrw-14541/ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Fr.Trapp schrieb am 28.02.2014 - 16:25 Uhr:
Frage:2177 BETREFF: Aktualisierungskurse mit Kenntnissen und Fachkunde Personal MFA/ MTRA
Guten Tag Herr Prof. Ewen. Die Aktualisierung für das medizinische Personal soll alle 5 Jahre regelmäßig nach der RÖV erneuert werden. Darüber erhält man eine Bescheingiung. Der Kurs dauerte 8 Stunden und ist für Ärzte, MPE und MTRA nach § 18 a Abs, 2 RÖV Fachkunde im Strahlenschutz ausgeschrieben. Für beide Berufsgruppen wurden Bescheinigungen zur Aktulisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ausgestellt. Für mich stellt sich nun die Frage hätte man als MFA einen anderen Kurs besuchen müssen. Ist das so in Ordnung für die Behörde.Vielen Dank.




  Fr.Trapp schrieb am 28.02.2014 - 16:25 Uhr:
Frage:2176 BETREFF: Aktualisierungskurse mit Kenntnissen und Fachkunde Personal MFA/ MTRA
Guten Tag Herr Prof. Ewen. Die Aktualisierung für das medizinische Personal soll alle 5 Jahre regelmäßig nach der RÖV erneuert werden. Darüber erhält man eine Bescheingiung. Der Kurs dauerte 8 Stunden und ist für Ärzte, MPE und MTRA nach § 18 a Abs, 2 RÖV Fachkunde im Strahlenschutz ausgeschrieben. Für beide Berufsgruppen wurden Bescheinigungen zur Aktulisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ausgestellt. Für mich stellt sich nun die Frage hätte man als MFA einen anderen Kurs besuchen müssen. Ist das so in Ordnung für die Behörde.Vielen Dank.


1. Antwort: Antwort: siehe Nr. 2172. K. Ewen



  Fr.Trapp schrieb am 28.02.2014 - 16:25 Uhr:
Frage:2174 BETREFF: Aktualisierungskurse mit Kenntnissen und Fachkunde Personal MFA/ MTRA
Guten Tag Herr Prof. Ewen. Die Aktualisierung für das medizinische Personal soll alle 5 Jahre regelmäßig nach der RÖV erneuert werden. Darüber erhält man eine Bescheingiung. Der Kurs dauerte 8 Stunden und ist für Ärzte, MPE und MTRA nach § 18 a Abs, 2 RÖV Fachkunde im Strahlenschutz ausgeschrieben. Für beide Berufsgruppen wurden Bescheinigungen zur Aktulisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ausgestellt. Für mich stellt sich nun die Frage hätte man als MFA einen anderen Kurs besuchen müssen. Ist das so in Ordnung für die Behörde.Vielen Dank.


1. Antwort: Antwort: siehe Nr. 2172. K. Ewen



  Fr.Trapp schrieb am 28.02.2014 - 16:25 Uhr:
Frage:2175 BETREFF: Aktualisierungskurse mit Kenntnissen und Fachkunde Personal MFA/ MTRA
Guten Tag Herr Prof. Ewen. Die Aktualisierung für das medizinische Personal soll alle 5 Jahre regelmäßig nach der RÖV erneuert werden. Darüber erhält man eine Bescheingiung. Der Kurs dauerte 8 Stunden und ist für Ärzte, MPE und MTRA nach § 18 a Abs, 2 RÖV Fachkunde im Strahlenschutz ausgeschrieben. Für beide Berufsgruppen wurden Bescheinigungen zur Aktulisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ausgestellt. Für mich stellt sich nun die Frage hätte man als MFA einen anderen Kurs besuchen müssen. Ist das so in Ordnung für die Behörde.Vielen Dank.


1. Antwort: Antwort: siehe Nr. 2172. K. Ewen



  Fr.Trapp schrieb am 28.02.2014 - 16:25 Uhr:
Frage:2172 BETREFF: Aktualisierungskurse mit Kenntnissen und Fachkunde Personal MFA/ MTRA
Guten Tag Herr Prof. Ewen. Die Aktualisierung für das medizinische Personal soll alle 5 Jahre regelmäßig nach der RÖV erneuert werden. Darüber erhält man eine Bescheingiung. Der Kurs dauerte 8 Stunden und ist für Ärzte, MPE und MTRA nach § 18 a Abs, 2 RÖV Fachkunde im Strahlenschutz ausgeschrieben. Für beide Berufsgruppen wurden Bescheinigungen zur Aktulisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ausgestellt. Für mich stellt sich nun die Frage hätte man als MFA einen anderen Kurs besuchen müssen. Ist das so in Ordnung für die Behörde.Vielen Dank.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Trapp, mit erfolgreichem Besuch des Aktualisierungskurses für Ärzte und MTRAs nach RöV (8 Stunden) kann auch ein/e MFA seine/ihre Kenntnisse im Strahlenschutz aktualisieren. Nur umgekehrt geht es nicht: Ärzte/MTRA können nicht durch Besuch eines ´Kenntniskurses´ aktualieren. Viele Grüße K. Ewen



  Fr. Trappel schrieb am 28.02.2014 - 16:25 Uhr:
Frage:2173 BETREFF: Aktualisierungskurse mit Kenntnissen und Fachkunde Personal MFA/ MTRA
Guten Tag Herr Prof. Ewen. Die Aktualisierung für das medizinische Personal soll alle 5 Jahre regelmäßig nach der RÖV erneuert werden. Darüber erhält man eine Bescheingiung. Der Kurs dauerte 8 Stunden und ist für Ärzte, MPE und MTRA nach § 18 a Abs, 2 RÖV Fachkunde im Strahlenschutz ausgeschrieben. Für beide Berufsgruppen wurden Bescheinigungen zur Aktulisierung der Fachkunde im Strahlenschutz ausgestellt. Für mich stellt sich nun die Frage hätte man als MFA einen anderen Kurs besuchen müssen. Ist das so in Ordnung für die Behörde.Vielen Dank.


1. Antwort: Antwort: siehe Nr. 2172. K. Ewen



  Frank Hornung schrieb am 27.02.2014 - 01:17 Uhr:
Frage:2171 BETREFF: Ergänzung zu Frage 2170
DIN 6868-161 D Auszug 4 Durchführung der ABNAHMEPRÜFUNG 4.1 Allgemeines Geräte für DENTALE DIGITALE VOLUMENTOMOGRAPHIE können sich in grundsätzlichen Konstruktionsmerkmalen unterscheiden. Die Optimierung der Systeme an unterschiedlichen Aufgabenstellungen führt zur unterschied-lichen Bewertung von Parametern wie Dosis, Rauschen und Auflösung. Diese Parameter können dem-entsprechend nicht mit einheitlichen Grenzwerten versehen werden. Um eine angemessene Überwachung der Geräte zu erreichen, müssen spezifische Indikatoren eingeführt werden, die quantifizierbare System-parameter in angemessener Weise kombinieren und eine möglichst gerechte Beurteilung der Systeme ermöglichen. Die Prüfpositionen werden teilweise durch Auswertung von Prüfkörperaufnahmen überprüft. Der PRÜFKÖRPER ist im Folgenden beschrieben. Er ist so zu positionieren, dass die zur Bestimmung der Auflösung nach 4.3.5 vorgesehenen Strukturen des Prüfkörpers dargestellt werden. Dabei werden die Expositionsparameter nach Herstellerangabe für einen Standardpatienten verwendet und eine Aufnahme erstellt. Die Aufnahmeparameter sind zu dokumentieren. Die Auswertungen müssen am ORIGINALDATENSATZ erfolgen. 4.3.4.2 Anforderung Der Wert für die Ortsauflösung der Rekonstruktion wird mit der Herstellerangabe verglichen und dokumentiert. Der Wert muss innerhalb des vom HERSTELLER angegebenen Toleranzbereiches liegen. 4.3.5.2 Anforderung Der AUFLÖSUNGSINDIKATOR 50 wird dokumentiert. Der AUFLÖSUNGSINDIKATOR 10 muss ≥ 1 Lp/mm sein. DIN 6868-150:2013-06 7.19 Linienpaar-Auflösungsvermögen 7.19.1 Anforderungen Das LINIENPAAR-AUFLÖSUNGSVERMÖGEN RGR darf unter den festgelegten Bedingungen die GRENZWERTE der Tabellen 6 bis 8 nicht unterschreiten.
Dateianhang: anzeigen

1. Antwort: Antwort: Siehe Frage 2170! K. Ewen



  Frank Hornung schrieb am 27.02.2014 - 00:59 Uhr:
Frage:2170 BETREFF: DIN 6868-161 6868-150
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wie sind sog. ´LOW-DOSE-PROTOKOLLE´ für CBCT / DVT im Bereich der Humanmedizin mit der DIN 6868-161 und der neuen DIN 6868-150 vereinbar. Es werden Geräte mit Dosen unter 20µSv bei z.B. FOV 230x160 als sog. ´STANDARD´ bezeichnet. Weiterhin wird vermittelt, dass Aufnahmen mit z.B 96kV 1mA 9s zu ´High-Resolution´ Ergebnissen führen. Resultieren diese Aufnahmen nicht aus dem Verfahren ´GPU-based Fast Low-dose Cone Beam CT Reconstruction via Total Variation´ in dem 40 Projektion durch Interpolation zu eine Gesamtvolumen berechnet werden. Wiederspricht dieses Verfahren nicht der Forderung nach ´1.0-1.2´ Grenzwert für das Lienienpaar-Auflösungsvermögen bei Einrichtungen mit Flachdetektor als Bildempfänger. Auszug aus der DIN 6868-161: 4.3.5.2 Anforderung Der AUFLÖSUNGSINDIKATOR 50 wird dokumentiert. Der AUFLÖSUNGSINDIKATOR 10 muss ≥ 1 Lp/mm sein. Auszug aus der DIN 6868-150:2013-06: 7.19 Linienpaar-Auflösungsvermögen. 7.19.1 Anforderungen Das LINIENPAAR-AUFLÖSUNGSVERMÖGEN RGR darf unter den festgelegten Bedingungen diese GRENZWERTE nicht unterschreiten. Für eine aufklärdende Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar. MFG FRak Hornung ´GPU-based Fast Low-dose Cone Beam CT Reconstruction via Total Variation´ Jia X1, Lou Y, Lewis J, Li R, Gu X, Men C, Song WY, Jiang SB. Abstract: X-ray imaging dose from serial Cone-beam CT (CBCT) scans raises a clinical concern in most image guided radiation therapy procedures. The goal of this paper is to develop a fast GPU-based algorithm to reconstruct high quality CBCT images from undersampled and noisy projection data so as to lower the imaging dose. The CBCT is reconstructed by minimizing an energy functional consisting of a data fidelity term and a total variation regularization term. We develop a GPU-friendly version of a forward-backward splitting algorithm to solve this problem. A multi-grid technique is also employed. We test our CBCT reconstruction algorithm on a digital phantom and a head-and-neck patient case. The performance under low mAs is also validated using physical phantoms. It is found that 40 x-ray projections are sufficient to reconstruct CBCT images with satisfactory quality for clinical purposes. Phantom experiments indicate that CBCT images can be successfully reconstructed under 0.1 mAs/projection. Comparing with the widely used head-and-neck scanning protocol of about 360 projections with 0.4 mAs/projection, an overall 36 times dose reduction has been achieved. The reconstruction time is about 130 sec on an NVIDIA Tesla C1060 GPU card, which is estimated ∼ 100 times faster than similar regularized iterative reconstruction approaches. PMID: 21606579 [PubMed - indexed for MEDLINE]
Dateianhang: anzeigen

1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hornung, hier der Versuch, Antworten auf Ihre nicht ganz einfachen Fragen zu geben, wobei ich direkt deutlich erklären möchte, dass die Antworttexte größtenteils nicht von mir stammen, denn dieses Gebiet ist schon sehr speziell. Aber wichtig ist, dass wir uns im Forum RöV bemühen, auch auf ziemlich kniffelige Fragen Antworten finden. Zur Frage 1): Wie sind sog. ´LOW-DOSE-PROTOKOLLE´ für CBCT / DVT im Bereich der Humanmedizin mit der DIN 6868-161 und der neuen DIN 6868-150 vereinbar und widerspricht das Verfahren ´GPU-based Fast Low-dose Cone Beam CT Reconstruction via Total Variation´, in dem 40 Projektion rechnerisch durch Interpolation zu einem Gesamtvolumen zusammengefasst werden, nicht der Forderung nach ´1.0-1.2 Lp/mm´ als Grenzwert für das Linienpaar-Auflösungsvermögen bei Einrichtungen mit Flachdetektor als Bildempfänger? Antwort zu 1: Solche Geräte sind dann mit der DIN 6868-161 und der neuen DIN 6868-150 vereinbar, wenn diese mit den (optimierten) Expositionsparametern der Abnahmeprüfung und der späteren Konstanzprüfung die DIN-Grenzwerte erfüllen. Persönlicher Kommentar des betreffenden Experten: Die Abnahme- und die Konstanzprüfungen dienen nicht direkt der Festlegung eines Patientenstandards, sondern proklamieren die geforderte Mindestqualität (der Hard- und Software sowie der Bildwiedergabe) des DVT-Gerätes selbst. Natürlich ergeben sich aus diesen messtechnischen Ergebnissen auch Anhaltspunkte für Anwendungsmodalitäten im täglichen Betrieb. Es obliegt dem fchkundigen Arzt/Zahnarzt die Expositionsparameter gemäß der rechtfertigenden Indikation nach dem ALARA-Prinzip anzuwenden. Solche nach individuellen klinischen Gesichtspunkten ausgerichteten Anwendungen der Röntgenstrahlung sind nicht nur legitim, sie sind eine zentrale Diktion des Strahlenschutzes. Zur Frage 2): Ist es erlaubt bzw. überhaupt möglich, dass Geräte mit Dosen unter 20 µSv bei z.B. FOV 230x160 als sog. ´STANDARD´ bezeichnet werden und Aufnahmen mit z. B. 96kV 1mA 9s zu ´High-Resolution´ Ergebnissen führen? Antwort zu 2: Im Sinne des ALARA-Prinzips ist es erlaubt, einen dosisreduzierten Aufnahmemodus (zwangsläufig mit geringer Bildqualität) als STANDARD zu bezeichnen (es kommt auf die Patientenklientel an und ist letztlich eine Frage der Arbeitsanweisungen an das Personal). Problematisch wird es, wenn solche Aufnahmen als eine solche mit höchster Auflösung beworben wird. Die Arbeitshypothese des Feldkamp Algorithmus ist eine ´unendliche´ Anzahl von Projektionen und dem zufolge ist ein Abweichen von dieser mit umso größerer Unschärfe der Ortsauflösung verbunden, je weiter sich die Anzahl der Einzelmessungen reduziert oder, besser gesagt, je größer der Winkel zwischen den Einzelprojektionen ist. Weitere gerätespezifische Faktoren wie Signal-Rausch-Verhältnis des Sensors (mAs), Scanvolumengröße und letztlich Fokus-Sensor-Abstand dürften weitere entscheidende Faktoren für die Ortsauflösung und Speichertiefe des Systems sein. Fazit: Realistisch/mathematisch betrachtet, kann ein Volumen mit einem Durchmesser von 23 cm mit nur 40 Projektionen keine Ortsauflösung von 1 Lp/mm aufweisen. Zur Frage 3): Resultieren diese Aufnahmen nicht aus dem Verfahren ´GPU-based Fast Low-dose Cone Beam CT Reconstruction via Total Variation´ in dem 40 Projektion durch Interpolation zu einem Gesamtvolumen berechnet werden? Antwort zu 3: Diese Frage kann Ihnen nur der Hersteller beantworten; sie ist zwar technisch interessant, aber in diesem Kontext nur dann relevant, wenn das Gerät keine anderen Aufnahmemodalitäten beherrscht, die der DIN 6868-161 und der neuen DIN 6868-150 standhalten. Für einen solchen Fall einer nicht DIN-konformen Gerätevariante müsste unserer Meinung nach der Betreiber eine Genehmigung nach § 3 der RöV beantragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Boris Russ schrieb am 26.02.2014 - 22:42 Uhr:
Frage:2169 BETREFF: Wiederholungsaufnahmen
Guten Abend, Ich hoffe Sie können mir bei dem folgendem Problem helfen. Vor ca 3 Monaten habe ich -MTRA- in einem kleinen ca180 Bettenhaus die Leitung der Röntgenabteilung übernommen (seit 3 Jahren war die Abt. ohne Leitung). Einen Radiologen gibt es leider nicht- und so bin ich für viele Dinge zuständig und verantwortlich. Vor allem die Qualitätsverbesserung der Rö-Bilder (was immer von der Ärztekammer angemahnt wird wurde) wurde mir von der Geschäftsführung als eine wichtige Aufgabe zugetragen. Leider sind u.a. auch die Thoraxaufnahmen der Liegend- Patienten auf der Intensivstation aufgrund der Einstelltechnik sehr schlecht. Heute habe ich mit einer Mitarbeiterin die Aufnahme bei dem knapp 90 jährigem Patienten wiederholt, da auf der ersten Aufnahme ca40% der Lunge nicht abgebildet war. So konnte ich nicht verantworten dieses Bild ´frei´ zu geben . Die Anästhesistin meldete sich später bei mir- mit der Aussage ´das Bild hätte auch so gereicht und man müsse bei derm 90jährigen Pat. auch auf Strahlenschutz achten´ Seit ca 30 Jahren bin ich MTRA , habe immer in großen Kliniken gearbeitet und verstehe wirklich mein Handwerk und kann gute von grenzwertigen bis unbrauchbaren Bilder unterscheiden- Die GF gibt mir viel Spielraum was meine Entscheidungen angeht- die Ärztin möchte mich aber in meinen Entscheidungsbefugnisse beschneiden (ich denke es geht hier um Kompetenzgerangel) Aber was sagt hier das Gesetz ? Muss ich wirklich jd Arzt um Erlaubnis fragen und sein Einverständnis bitten wenn mal eine Aufnahme wiederholt werden muss? Mit freundlichen Grüßen B.Rus


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Russ (oder Rus?), in Ihrem Haus muss sicherlich etwas in der Struktur der Strahlenschutzorganisation verbessert werden. Und das ist Aufgabe des Strahlenschutzverantwortlichen, wer auch immer bei Ihnen diese Position repräsentiert - vielleicht eine Person in der Verwaltung oder Geschäftsführung. Vor dort aus muss festgelegt werden, wer nach § 13 RöV Strahlenschutzbeauftragter ist (Ärzte mit Fachkunde im Strahlenschutz!), wer die rechtfertigende Indikation für Röntgenuntersuchungen nach § 23 RöV stellen darf (ebenfalls Ärzte mit Fachkunde im Strahlenschutz), wer nach § 24 Abs. 1 RöV befunden darf (Ärzte mit Fachkunde oder mit Kenntnissen im Strahlenschutz) und wer nach § 24 Abs. 2 RöV mit der technischen Durchführung der Röntgenuntersuchungen betraut werden darf (unter anderen MTRA und MFA). Mit dem Begriff ´Leitung der Röntgenabteilung´ muss man vorsichtig sein. Diese kann keineswegs ein/e MTRA übernehmen (von Teilbereichen, wie z.B. die Durchführung der Qualitätssicherung nach § 16 RoV, Konstanzprüfungen) abgesehen. Lassen Sie sich nicht in eine Kette von Veranwortlichkeiten integrieren, die Sie gar nicht ausfüllen können und nach RöV auch gar nicht dürfen. Die Beurteilung der medizinischen Aspekte einer Röntgenaufnahme ist Sache der Ärzte und nicht des Assistenzpersonals. Dagegen können die einstellungstechnischen Randbedingungen durchaus von einem/r MTRA kritisiert und entsprechend variiert werden. Wenn 40 % (!) der Lunge nicht bewusst sondern aus reiner Schlampigkeit auf der Aufnahme nicht dargestellt sind, haben Sie als MTRA durchaus das Recht, wenn nicht sogar die Pflicht, das zu kritisieren. Ob Sie allerdings dann ohne Rücksprache mit dem Arzt, der die rechtfertigende Indikation (RI)gestellt hat, eine weitere (korrigierende) Aufnahme erstellen dürfen, möchte ich rein rechtlich bezweifeln. Und in derartigen Fällen nicht ´jeden´ Arzt ansprechen sondern, wie gesagt, denjenigen, der für die Stellung der RI verantwortlich war. Ein ´Kompetenzgerangel´, und das vielleicht auf Kosten der Qualität bzw. letztendlich auf Kosten der Patienten, darf der Strahlenschutzverantwortliche in seinem Haus einfach nicht zulassen, genauso wenig dürfen das die für ihre Bereiche zuständigen Strahlenschutzbeauftragten. Zum Schluss: Die Logik der Anästhesistin, die Herstellung einer kompletten Fehlaufnahme als einen Beitrag zum Strahlenschutz zu interpretieren (reden wir nicht vom Alter des Patienten) entbehrt nicht einer gewissen ´Komik´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Eva Görgen schrieb am 26.02.2014 - 11:19 Uhr:
Frage:2168 BETREFF: Angio Arbeitsplatz
Hallo Herr Professor, darf ein richtiger Angio-/DL-Arbeitsplatz mit intigriertem C-Bogen als Buckyarbeitsplatz genutzt werden? Mir währe das völlig neu- Ich erhalte doch nur Durchleuchtungsbilder


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Görgen, ein ´richtiger´ Angio-Arbeitsplatz mit der heutzutage üblichen C-Bogen-Geometrie ist ein (digitales) bildgebendes System, das man normalerweise sowohl für Durchleuchtungsvorgänge als auch für die Herstellung von Röntgenaufnahmen auf digitales Basis anwendet. Bei beispielsweise kardiologischen, angiographischen oder interventionellen radiologischen Maßnahmen wird man in der Regel den Durchleuchtungs- und Aufnahmemodus je nach Fragestellung wechselweise einsetzen. Aber es spricht zumindest gerätetechnisch nichts dagegen, ein derartiges System auch als Buckyarbeitsplatz zu nutzen. Nur wäre das ziemlich unökonomisch, wenn man die Anschaffungskosten für einen ´reinen´ Buckytisch (Rasteraufnahmetisch) in Relation zu denjenigen eines komplexen Angio-Arbeitsplatz miteinander vergleicht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Nadine Steinhusen schrieb am 25.02.2014 - 19:40 Uhr:
Frage:2167 BETREFF: CT Rufbereitschaft als Arzthelferin
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin Arzthelferin in einer Röntgenpraxis und habe seit 2004 die Fachkunde im Strahlenschutz(120 std). Seitdem bin ich im konventionellen Röntgen tätig und habe bis vor 6 Jahren auch selbstständig CT am Einzeiler gefahren(keine Dienste). Danach bekamen wir ein Mehrzeiler und es hieß, ich darf als Arzthelferin daran nicht mehr arbeiten weil sich die Bestimmungen geändert hätten. Nun jedoch soll ich plötzlich am CT eingearbeitet werden um Rufbereitschaftsdienste mit abzudecken. D.h.ich müsste selbstständig nachts die Notfall-CTs vom angegliederten Krankenhaus fahren ohne dass ein Radiologe vor Ort ist, auch KM CTs. Ist das rechtens? Vielen Dank für die Auskunft


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Steinhusen, wenn Sie Arzthelferin sind, dann haben Sie nicht die Fachkunde sondern die Kenntnisse im Strahlenschutz. Das aber nur als formale Korrektur. Mit Kenntnissen im Strahlenschutz darf eine Arzthelferin Röntgenuntersuchungen technisch durchführen, aber nur unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines im Strahlenschutz fachkundigen Arztes (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Also das muss sein! Ich betone das, weil Sie das Wort ´selbstständig´ hier erwähnt haben. Sie dürfen auch unter den o.g. Voraussetzungen CT-Untersuchungen technisch durchführen - und zwar unabhängig davon, wieviele Zeilen der hat. Aber noch einmal ganz klar: Sie dürfen nicht im Rahmen irgendeiner Rufbereitschaft (nach RöV rechtlich gesehen auch notfallmäßig nicht) ohne die Existenz der genannten ständigen Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes (dieser muss dazu ´im Haus´ sein) eine Röntgenuntersuchung technisch durchführen. Ich will erst gar nicht nach der Stellung der rechtfertigenden Indikation fragen, die ja (siehe § 23 RöV) vom einem fachkundigen Arzt am Ort der Untersuchung, also dort, wo der Patient ist, gestellt werden muss. An der Strahlenschutzorganisation Ihres Hauses muss offensichtlich einiges in Ordnung gebracht werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Manuela Dinklage schrieb am 25.02.2014 - 18:12 Uhr:
Frage:2166 BETREFF: Teleradiologie im Bereitschaftsdienst.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich wurde darüber informiert, das bis zu einem gewissen Zeitpunkt MFA mit Röntgenschein und nachgewiesener langjähriger Berufserfahrung die Genehmigung zur Teilnahme für Teleradiologie im Bereitschaftsdienst beantragen konnten. Leider war ich darüber nicht informiert. Mich würde nun interessieren bis zu welchem Datum dies möglich war. Und welche Stelle dafür zuständig ist. Vielen Dank für Ihre Bemühungen. Mit freundlichen Grüssen Manuela Dinklage


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dinklage, ich weiß nicht, woher bzw. von wem Sie diese Information bekommen haben. Kurze Antwort auf Ihrer Frage: Eine MFA mit ´Röntgenschein´ darf im Rahmen der Teleradiologie im Sinne des § 3 Abs. 4 RöV die Röntgenuntersuchung nicht technisch durchführen - jetzt nicht und früher auch nicht. Den Begriff ´Teleradiologie im Bereitschaftsdienst´ gibt es im Sprachgebrauch der RöV nicht. Sie haben also terminlich nichts verpasst. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Karin Klatt schrieb am 24.02.2014 - 15:29 Uhr:
Frage:2165 BETREFF: einheitliche Dosisindikatoren Radiologie
Sehr geehrter Herr Pro. Ewen, können Sie mir sagen ab wann die Din EN 62494-1 verbindlich für die digitale Bildgebung einzuhalten ist? Vielen Dank für Ihre Bemühungen! Mit freundlichen Grüßen K. Klatt


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Klatt, die Norm DIN EN 62494-1, Medizinische elektrische Geräte - Dosisindikator digitaler Röntgenbildsysteme - Teil 1: Definitionen und Anforderungen für die allgemeine Radiographie (IEC 62494-1:2008); Deutsche Fassung EN 62494-1:2008, wurde im Mai 2010 veröffentlicht und gilt ab diesem Datum in Deutschland. Das bedeutet nicht, dass die Norm eingehalten werden muss, denn die Anwendung von Normen ist nicht verpflichtend. Mir ist nicht bekannt, dass in irgend einem Regelwerk die Norm ´verbindlich für die digitale Bildgebung einzuhalten ist´. Vielleicht ist mit dieser Ihrer Formulierung auch nur die Gültigkeit der Norm gemeint. Wenn Sie mehr erfahren wollen, sprechen Sie bitte den Normenausschuss Radiologie (NAR) an und verweisen Sie dabei auf Ihre Anfrage hier im Forum RöV. Ich kann hier im Forum RöV grundsätzlich keine Telefonnummer oder Mailadresse angeben, aber Sie werden im Internet sicherlich die entsprechenden Informationen erhalten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexander schrieb am 24.02.2014 - 15:27 Uhr:
Frage:2164 BETREFF: Monitore an Mammographiesystemen mit Biopsieeinrichtung
Guten Tag, gibt es einen Grenzwert für die minimale Leuchtdichte solcher Monitore? Für die maximale Leuchtdichte liegt er bei >250 cd/m2, richtig?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Horvat, nach Tab. 3.13 in der jetzt geänderten Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL), die in den nächsten Monaten in Kraft treten wird (es ist noch nicht bekannt, wann genau), muss für Monitore in der mammographische Stereotaxie (Biopsie) die maximale Leuchtdichte > 200 cd/m2 betragen. Für die minimale Leuchtdichte ist nichts festgelegt worden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Katrin schrieb am 24.02.2014 - 14:09 Uhr:
Frage:2163 BETREFF: Kurs zur Aktualisierung der Kenntnisse für OP-Personal?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Nach dem Kurs (20 Stunden) zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz in der Heilkunde für Personen, die ausschließlich einfache Röntgeneinrichtungen auf direkte Anweisung des unmittelbar anwesenden Arztes bedienen erfolgt nach 5 Jahren ein Aktualisierungskurs für Kenntnisse für OP-Personal. Können Sie mir bitte Auskunft über die Stundenanzahl dieses Aktualisierungskurses geben und wo dies im Gesetz verankert ist? Nach meinem Wissensstand beträgt der Kurs zur Aktualisierung 4 Stunden. Vielen Dank für Ihre Unterstützung. MfG Katrin


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Göde, Einzelheiten zur Erlangung von Fachkunde und Kenntnissen im Strahlenschutz sowie zu deren Aktualisierung findet man in der sog. ´Fachkunde-Richtlinie Medizin nach RöV´ (Kurztitel, unter dem Sie aber diese Richtlinie im Internet finden können). Speziell zum ´OP-Personal´, und zwar für diejenigen Personen, deren Tätigkeit bei Röntgenuntersuchungen im Rahmen einer Operation oder Intervention sich auf das Bedienen der Röntgeneinrichtung und dies unter unmittelbarer Aufsicht und Verantwortung eines im Strahlenschutz fachkundigen Arztes beschränkt (siehe Abschnitt 6.3, 3. Absatz in dieser Richtlinie), ist dann in der Anlage 11 der Richtlinie festgelegt, dass zur Aktualisierung deren Kenntnisse im Strahlenschutz eine Kursdauer von 4 Stunden einschließlich Prüfung und praktischer Übungen verlangt wird. Für alle anderen Personen nach § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV müssen die für die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen notwendigen Kenntnisse im Strahlenschutz in einem Kurs von 8 Stunden Dauer aktualisiert werden (siehe ebenfalls Anlage 11 der Richtlinie). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  forer karl Josef schrieb am 23.02.2014 - 21:54 Uhr:
Frage:2162 BETREFF: röntgenschürze reinigen desinfizieren
habe im Operationssaal oft über stunden einen Bleimantel angezogen mich graust es aus hygienischer Sicht her einen solchen anzuziehen gibt es eine firme die solche BLEIMÄntel reinigt und desinfiziert Waschmaschinen oder dergleichen danke für ein remail


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Forer, ich kann Ihr Unbehagen verstehen. Aber ich weiß, ehrlich gesagt, nicht, wie ein Reinigungs- und ggf. Desinfizierungsvorgang fachmännisch bei Röntgenschutzkleidung ablaufen kann bzw. soll. Ich bin aber ziemlich sicher, dass die Hersteller- oder Vertriebsfirmen für Röntgenschutzkleidung dazu etwas sagen können. An sich sollten keine Firmennamen hier im Forum RöV genannt werden, aber so viele gibt es in Deutschland ja auch nicht. So nenne ich beispielsweise zwei Firmen: Dr. Goos-Suprema GmbH und MAVIG GmbH. Die Kontaktdaten beider finden Sie im Internet und sicherlich auch noch andere Firmen, die Sie dort z.B. unter den Stichworten ´Strahlenschutzkleidung, Strahlenschutzzubehör´ aufsuchen können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ralf Stolpe-Jazbinsek schrieb am 22.02.2014 - 22:38 Uhr:
Frage:2161 BETREFF: QS an PETCT (nur PET Anwendungsteil)
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, welche Sach- und Fachkunde ist als Prüfer notwendig, um am PETCT fogendes prüfen zu dürfen: Halbjährliche Durchführung und Dokumentation folgender Konstanz- und Qualitätsprüfungen gemäß Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin sowie nach DIN 6855-4. Kalibrierfaktor und Kreuzkalibrierung, Koinzidenzempfindlichkeit (DQC), Normalisierung, Transversale Auflösung, Bilddokumentation, Abbildungsmaßstab (bauartbedingt nicht erforderlich), Übereinstimmung der Abbildungsebenen beider Teilkomponenten des Systems (Hybrid), Dokumentation der gemessenen Werte. Vielen Dank für Ihre Bemühungen. MfG Ralf Stolpe-Jazbinsek


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stolpe-Jazbinsek, ich hatte Ihnen per Mail die Frage gestellt, ob man bei den von Ihnen aufgeführten Prüfungen an einem PET die Nutzung bzw. den Umgang mit radioaktiven Stoffen (z.B. F 18) benötigen würde. Denn das würde über die Antwort auf Ihre Frage nach der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz entscheiden. Sie hatten zugesagt, mir eine entsprechende Mitteilung zukommen zu lassen. Tun Sie das bitte über eine erneute Anfrage hier im Forum. Denn ich möchte diese noch ausstehende Antwort auf Ihre Frage doch nicht so lange offen lassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  P.Botsch schrieb am 20.02.2014 - 19:17 Uhr:
Frage:2160 BETREFF: Dosisindikator
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, unser Haus verfügt seit 2008 über ein Detektorengerät der FA Philips. Angezeigt wird Dosisindikator EI, der in relativ großen Abstufungen angegeben ist, z.B. 200, 250, 320 usw.. Bei der letzten Überprüfung durch eine Ärztliche Stelle wurden diese Angaben bemängelt, besonders bei den Konstanzprüfungen, bei denen der Dosisindikator tatsächlich jedesmal gleich bei gleichen Aufnahmebedingungen ausfällt. Diese Angaben stehen selbstverständlich so im DICOM- Header und als automatische Übertragung im elektronischen Röntgenbuch. Auf Anfrage bei der ÄSH wurde mir mitgeteilt, auch wenn das wirklich unser übertragener Dosisindikator wäre,dürften wir unter Umständen das Gerät nicht weiter betreiben,wenn wir nicht genau nachweisen könnten wie der EI- wert vom Gerät berechnet wird oder wir den inzwischen gebräuchlichen EIs Wert angeben können. Die FA Philips bearbeitet diese Anfrage bereits und berichtete von mehreren Einrictungen,die das gleiche Problem haben. Der Hersteller ist wohl nicht verpflichtet, an alten Geräten die Software dahingehend zu ändern, die Betreiber wären aber verpflichtet. Wie ist die rechtliche Lage in diesem Fall ? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Botsch, nach Rücksprache mit einer ärztlichen Stelle in meinem Umfeld ist mir bestätigt worden, dass man sich früher auch über die von Ihnen angesprochenen relativ groben Abstufungen des Dosisindikators gewundert hatte, aber aus folgenden Grund nichts unternehmen konnte: Wenn alles bei der Inbetriebnahme richtig gelaufen war, also die Abnahmeprüfung - früher nach DIN V 6868-58 (heute nach DIN 6868-150)- und die Kontrolle derselben durch den Sachverständigen, musste man davon ausgehen, dass der Prüfpunkt Dosisindikator nach Abschnitt 9.4.4 der genannten DIN V 6868-58 in Bezug auf den Zusammenhang Dosis/Dosisindikator in positivem Sinne erledigt war, und zwar nach dem Motto ´Der Sachverständige hat die Abnahmeprüfung kontrolliert, hat diese Kontrolle als mängelfrei bestätigt und alles ist ok.´ Der Hersteller kann nicht verpflichtet werden, seine Software zum Thema Dosisindikator zu ändern. So existiert durchaus noch alte Software, im Rahmen derer der Dosisindikator unter einem nicht DICOM-konformen ´private Tag´ abgespeichert wird. Dies wird von der von mir angesprochenen ärztlichen Stelle akzeptiert (bzw. muss von ihr akzeptiert werden). Solange in der Sachverständigen-Prüfrichtlinie, die sich zurzeit in einer Novellierungsphase befindet, keine diesbezügliche Übergangsvorschrift formuliert wird (ich kann jetzt nicht sagen, ob das geschehen wird), darf die Röntgeneinrichtung selbstverständlich weiterbetrieben werden. Im Übrigen: Die ärztliche Stelle kann einen Betrieb nicht untersagen, das dürfte nur die zuständige Behörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bernd Hoberg schrieb am 18.02.2014 - 17:03 Uhr:
Frage:2159 BETREFF: Verfügbarkeit von Messmittel
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, nach einer Installation ist eine Abnahmeprüfung durch den Hersteller oder Lieferanten durchzuführen. In diesem Zusammenhang werden auch die Bezugswerte für die regelmäßige Konstanzprüfung festgelegt. Im Gegensatz zur Abnahmeprüfung sind die Messmittel zu verwenden, welche für die regelmäßige Konstanzprüfung zum Einsatz kommen. Die Messmittel für die Konstanzprüfung werden aber nicht nur für die Bezugswertfestlegung am Ende einer Abnahmeprüfung benötigt, sondern auch im Rahmen von Wartungen oder im Reparaturfall. Geprüft wird entsprechend den Vorgaben des §16, ob die erforderliche technische Bildqualität und Dosis mit den Ausgangswerten der Abnahmeprüfung noch übereinstimmt. Die korrekte Umsetzung der Forderung aus dem §16 ist an das Vorhandensein der Konstanzprüfungsmittel gebunden. Ohne die kundenspezifischen Messmittel, welche bei der Festlegung der Ausgangswerte verwendet wurden, ist die geforderte Konstanzprüfung nicht möglich. Aus diesem Grund müssen die erforderlichen Messmittel an den Röntgeneinrichtungen vorgehalten werden, bzw. bei Bedarf zur Verfügung stehen. In letzter Zeit ist festzustellen, dass die Konstanzprüfungen an externe Dienstleister vergeben werden. Die Dienstleister verwenden ihre eigenen Messmittel. Im Regelfall stehen diese Messmittel zur Abnahmeprüfung bei Neuinstallationen zur Verfügung. Bei Wartung- bzw. Reparaturarbeiten ist dies im Regelfall nicht zutreffend. Für den zuständigen Servicetechniker wird die Situation schwierig, wenn die notwendigen Messmittel nicht vorhanden sind. Er kann der Forderung des §16 nicht nachkommen. Die Röntgeneinrichtung kann ohne Prüfung solange nicht freigeben werden, bis die Prüfung mit den kundenspezifischen Messmittel durchgeführt wurde. Auch die Verwendung firmeneigener Messmittel ist hier nicht hilfreich, da die Prüfmittel von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sind. Es ist nicht machbar alle auf dem Markt befindlichen Prüfmittel mitzuführen. An die Vergabe der Konstanzprüfung an ein Dienstleister ist nichts auszusetzen. Es muss aber sichergestellt werden, dass die erforderlichen Konstanzprüfungsmittel zur Verfügung stehen. Daraus ergibt sich die Forderung, dass die Konstanzprüfungsmittel an der Röntgeneinrichtung vorzuhalten sind. Über eine Stellungnahme Ihrerseits bzw. der entsprechenden Gremien würde ich mich sehr freuen.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hoberg, die hier von Ihnen beschriebene Notwendigkeit, dass die Messmittel für die Durchführung der Konstanzprüfung (KP) seitens des Betreibers der Röntgeneinrichtung (Strahlenschutzverantwortlichen, SSV), der schließlich für den rechtlich korrekten Ablauf dieser Prüfung verantwortlich ist (und nicht ein externer Dienstleister, der ggf. für die praktische Durchführung der KP vom SSV beauftragt wird), an der betreffenden Röntgeneinrichtung vorzuhalten sind, ist vollkommen unbestritten und soll an dieser Stelle noch einmal deutlich unterstrichen werden. Ich teile vollkommen Ihre Meinung zu dieser Verfahrensweise und zu den dabei einzuhaltenden Randbedingungen. Es gibt eindeutige Rückendeckung aus dem Länderausschuss RöV (LA RöV)und aus dem Arbeitskreis RöV (AK RöV), die sich jeweils auf ihren letzten Sitzungen ganz klar für eine diesbezügliche Regelung ausgesprochen haben, und zwar in dem Sinne, wie Sie das hier beschrieben haben. Außerdem wird in der novellierten Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL)explizit gefordert, dass die bei der Abnahmeprüfung festzulegenden Bezugswerte für die KP mit denselben Prüfmitteln und Verfahren zu bestimmen sind, die bei der KP verwendet werden, und dass - sehr wichtig - dies auch für die Festlegung der Bezugswerte für die KP gilt, die bei jeder Teilabnahmeprüfung nach Änderung von Bildqualität und Dosis vorgenommen werden muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Radiologe schrieb am 17.02.2014 - 09:56 Uhr:
Frage:2158 BETREFF: C-Bogen
Sehr geehrter Prof. Ewen, Ist der dauerhafte Betrieb eines C-Bogens in Funktion und anstelle eines stationären Durchleuchtungsgerätes zulässig? Ich denke insbes. an den fehlenden baulichen Strahlenschutz am Gerät wie z.B. Bleilamellen.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr (Dr. ?) Heidersdorf, die Antwort auf Ihre interessante und oft im radiologischen Strahlenschutz diskutierte Frage kann man von zwei Seiten angehen: 1) Man orientiert sich an den gerätetechnischen Vorgaben der Leitlinie der Bundesärztekammer (siehe Internet), die aber zur Röntgenverordnung (RöV) eine mehr distanziertere Rechtsverbindung einnimmt. 2) Man legt die sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) zu Grunde (auch im Internet auffindbar), nach der behördlich bestimmte Sachverständige bei seinen strahlenschutztechnischen Prüfungen nach RöV vor Inbetriebnahme und dann wiederholend alle 5 Jahre vorgehen muss. Die SV-RL besitzt u.a. eine Anlage I (´Technische Mindestanforderungen´), in der für die einzelnen Gerätetypen in der Röntgendiagnostik bestimmte technische Anforderungen festgelegt sind, so auch für die mobilen C-Bogengeräte unter der lf. Nr. 13 in der Tab. I1 dieser Anlage I. Diese müssen erfüllt sein, sonst ist eine Inbetriebnahme nicht möglich. Dann gibt es noch in der Anlage I (dort Punkt E8) technische Mindestanforderungen an Durchleuchtungsgeräte für Interventionen. Außerdem ist in der Tab. E12 der Anlage I eine Liste der von der SV-RL angesprochenen Interventionen zusammengestellt. Von denen dürfen nur die Nrn. 4, 7 und 8 mit mobilen C-Bogengeräten durchgeführt werden. Zumindest ist hier eine gewisse Sperre für radiologische Maßnahmen eingebaut, die nicht mit mobilen C-Bogengeräten sondern nur mit stationären ´großen´ Durchleuchtungsgeräten durchgeführt werden dürfen. In wenigen Jahren wird auf der Basis einer neuer EU-Richtlinie in der RöV (und auch in der StrlSchV) der Grenzwert für die Augenlinsendosis von zurzeit noch 150 mSv pro Jahr auf 20 mSv pro Jahr reduziert werden. Ich bin sicher, dass sich die Hersteller von mobilen C-Bogengeräten Gedanken machen müssen, mit welchen gerätetechnischen Strahlenschutzeinrichtungen (u.a. Streustrahlenschutz am Gerät) dieser neue, stark reduzierte Grenzwert eingehalten werden kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Andreas Leenen schrieb am 11.02.2014 - 17:16 Uhr:
Frage:2157 BETREFF: § 28 RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, nach Aussage der ärztlichen Stelle der ÄKHH geht aus der RöV die Verpflichtung hervor, gegebenfalls Bilder auf Transparentfilm weitergeben zu können. Dies kann ich § 28, Absatz 6 der RöV nicht entnehmen. Wir können Bilder zur Befundung auf DVD mitgeben, zusätzlich haben wir einen Printer für Papierbilder, wenn keine Befundung erforderlich ist. Wozu sind wir laut RöV verpflichtet? Mit freundlichen Grüßen A. Leenen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Leenen, die RöV schreibt in § 28 Abs. 6 vor, dass auf elektronischem Datenträger aufbewahrte Röntgenbilder und Aufzeichnungen einem mit- oder weitebehandelndem Arzt oder .... in einer für diesen geeigneten Form zugänglich gemacht werden müssen. Mit dieser Regelung bestimmt der mit- oder weiterbehandelnde Arzt die Form und Qualität der Unterlagen. D.h., wenn der weiterbehandelnde Arzt ein Durchsichtsbild anfordert, muss ihm dieses zur Verfügung gestellt werden. Hierzu hat es bereits rechtliche Prüfungen durch die Bundes- und Länderbehörden gegeben. Die Frage, ob dies so noch zeitgemäß ist, stellt sich zumindestens rein rechtsformal auf der Basis der jetzt geltenden RöV nicht. Es ist allerdings zu erwarten, dass der Verordnungsgeber bei der nächsten größeren Überarbeitung der RöV auch diese Regelung kritisch prüfen wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  anita ragg schrieb am 07.02.2014 - 22:06 Uhr:
Frage:2156 BETREFF: konstanzprufung
...1000 Dank und schönes WE LG A.Ragg


1. Antwort: .... Ihnen auch! K. Ewen



  guido Kindervater schrieb am 07.02.2014 - 13:22 Uhr:
Frage:2155 BETREFF: Strahlenschutzbevollmächtigter
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meine Bezirksregierung Münster hat vorgeschlagen in unserem Klinikverbund mich (Leitender Oberarzt Radiologie)als Strahlenschutzbevollmächtigten einzusetzen, was sicherlich den KLinikvorstand begeistern wird. Aber bevor man sich ewig bindet möchte ich doch gerne wissen welche Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten man hat.Wo kann man so etwas zum Beispiel nachlesen? mit freundlichen Grüßen Guido Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, hier die Version eines Kollegen, der sich im Strahlenschutzrecht sehr gut auskennt: Die Funktion des Strahlenschutzbevollmächtigten ist weder in der RöV noch in der StrlSchV unmittelbar beschrieben. Lediglich in der ´Amtlichen Begründung zur StrlSchV von 2001´ findet man einen Hinweis auf die Funktion des Strahlenschutzbevollmächtigten. Im Sinne dieser amtlichen Begründung ist der Strahlenschutzbevollmächtigte in großen Betrieben ein ´sinnvolles Werkzeug´, um den Strahlenschutzverantwortlichen (SSV) bei der Wahrnehmung seiner Pflichten zu entlasten. Das bedeutet: Der Strahlenschutzbevollmächtigte muss vom SSV mit der Wahrnehmung dieser Tätigkeit (möglichst schriftlich) betraut werden und kann dann alle Aufgaben des SSV innerhalb der Strahlenschutzorganisation, aber auch nach außen, z.B. gegenüber den Behörden, Sachverständigen, Messstellen usw., wahrnehmen. Nach den Vorschriften der RöV und StrlSchV verbleibt aber auch beim Einsatz eines Strahlenschutzbevollmächtigten die Gesamtverantwortung beim SSV. Daneben hat natürlich der jeweils bestellte Strahlenschutzbeauftragte (SSB) weiterhin Verantwortung in seinem Entscheidungsbereich zu tragen. Für den Strahlenschutzbevollmächtigten bedeutet dies, dass er - sofern er seine Aufgaben gewissenhaft und korrekt wahrnimmt - keine Sanktionen der Behörde befürchten muss, wenn irgendwo im Betrieb einmal gegen Vorschriften der RöV oder StrlSchV verstoßen werden sollte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anita Ragg schrieb am 07.02.2014 - 08:21 Uhr:
Frage:2154 BETREFF: Konstanzprüfung
Guten Morgen Hr.Professer Ewen Konstanzprüfung nochmals eine Frage dazu wie wird die nötige Fachkunde definiert? Wir im OP haben einen 24h Kurs und alle 5 Jahre eine Nachschulung. Beim Ärztlichen Dienst weis ich es nicht, außer das die Nachschulung 8h beträgt. LG Ragg


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Ragg, ich hatte die für die Durchführung von Konstanzprüfungen im ´eigenen Haus´ nach der RöV notwendige Qualifikation schon in meiner ersten Antwort an Sie beschrieben. Wenn man sich, was Ihren Fall betrifft, auf die Medizinischen Fachangestellten (MFA) beschränkt, dann ist der § 30 Nr. 2 RöV wichtig: Personen mit regelmäßig aktualisierten (alle 5 Jahre) Kenntnissen im Strahlenschutz, was ja offensichtlich auf Sie und andere Kollegen/innen von Ihnen zutreffend ist, dürfen unter Aufsicht und Verantwortung einer Person mit Fachkunde im Strahlenschutz (z.B. MTRA, im Strahlenschutz fachkundiger Arzt) Konstanzprüfungen durchführen. Ein(e) MTRA erhält die Fachkunde im Strahlenschutz im Rahmen der beruflichen Ausbildung und ein Arzt muss die Fachkunde durch Teilnahme an Strahlenschutzkursen und Nachweis einer entsprechenden radiologischen Berufserfahrung erwerben. Beide müssen diese Fachkunde alle 5 Jahre durch Kursteilnahme (nach RöV 8 Unterrichtsstunden) aktualisieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anita Ragg schrieb am 06.02.2014 - 20:05 Uhr:
Frage:2153 BETREFF: AW Konstanzprüfung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ja es war die Ergänzung. Vielen Dank für ihre schnelle Hilfe. Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend.


1. Antwort: ... Danke - und bis zum nächsten Mal hier im Forum RöV. K. Ewen



  Ragg Anita schrieb am 06.02.2014 - 19:07 Uhr:
Frage:2152 BETREFF: AW Konstanzprüfung
Sehr geehrter Hr.Prof.Ewen Es handelt sich um C-Bögen,im OP. LG A.Ragg


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Ragg, ist dies nur noch eine Ergänzung zu Ihrer ursprünglichen Frage und meiner Antwort darauf? Ich nehme das mal an. Und alles, was ich Ihnen geschrieben habe, gilt natürlich für C-Bogengeräte im OP genauso. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anita Ragg schrieb am 06.02.2014 - 10:29 Uhr:
Frage:2151 BETREFF: Konstanzprüfungen
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, Meine Frage:´benötigen MPG Verantwortliche mit der nötigen Sachkunde im Strahlenschutz für die Konstanzprüfung eine zusätzliche Fachkunde. Wir haben Siemes Geräte, aber das Arcardis mit CT bereitet uns Kopfzerbrechen. In der Röntgegenverordnung kann nichts relevantes finden und die Firma sagt mal so, mal so und der Der Rö-Verantwortliche/Beautragte sagte dies kann auch eine Sekretärin machen, hierfür wird nicht einmal eine nötige Rö-Sachkunde benötigt. Vielen Dank im Voraus. MFG A.Ragg


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Ragg, ich gehe davon aus, dass Sie die Konstanzprüfungen an medizinischen Röntgeneinrichtungen durchführen (wollen), die in Ihrem Haus betrieben werden. Die Frage ist, welche Voraussetzungen müssen diese Personen nach der RöV erfüllen. Die Meinung Ihres Strahlenschutzverantwortlichen/-beauftragten dazu kann eigentlich falscher nicht sein. Sie kann einen sogar ein wenig besorgt machen, denn die Durchführung der Konstanzprüfung ist wirklich wichtig für die regelmäßig zu stellende Frage, ob das Verhältnis von Bildqualität und Dosis noch den bei der Abnahmeprüfung eingestellten optimierten Verhältnissen entspricht. Unter anderem hängt die Befundungsqualität davon ab! Und das soll - bei allem Respekt - auch eine Sekretärin kontrollieren können? Die Frage nach der Qualifikation einer Person, die im eigenen Haus Konstanzprüfungen durchführt, ist im § 30 RöV beantwortet: Entweder, erstens, eine Person mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz (z.B. ein Arzt oder eine MTRA) oder, zweitens, mit den für die Durchführung der anstehenden Konstanzprüfungen erforderlichen Kenntnissen im Strahlenschutz (z.B. MFA, Medizintechniker), die unter Aufsicht und Verantwortung einer unter ´erstens´ genannten Person tätig ist. Und nicht daran stören, dass der § 30 RöV auf die Anwendung von Röntgenstrahlung außerhalb der Medizin abhebt. Bei der Durchführung der Konstanzprüfung wird ja auch keine Röntgenstrahlung auf Menschen angewendet. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Peter Menz schrieb am 05.02.2014 - 20:00 Uhr:
Frage:2150 BETREFF: Digitale Volumentomographie
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, mit zwei Fragen bin ich heute präsent: 1. Gegenwärtig ist die Anfertigung kieferortho-pädischer 2D-Aufnahmen im 3D-Modus mit DVT-Geräten nicht zulässig. Das ist die zur Zeit gängige Auffassung wegen der höheren Exposition gegenüber der klassischen PSA. Die neueste Gerätegeneration verfügt nun aber über sogenannte ´ultra-low-dose´-Protocole, mit denen 3D-Aufnahmen für die Kieferorthopädie mit Dosiswerten entsprechend dem bisherigen 2D-Modus angefertigt werden können (Planmeca Promax 3D Mid ULD-Protocol). Ist nun die Festlegung ´kein 3D-Modus in der Kieferorthopädie´ haltbar ? 2. Gibt es Regelungen zur neuen Norm DIN 6868-161 für DVT-Altgeräte. Müssen nichtnormgerechte frühere Abnahmeprüfungen ersetzt werden ? Für Ihre Mühe vielen Dank von den Sachverstän-digen der ISQ GmbH Berlin-Brandenburg


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Menz, zu Ihren beiden Fragen: 1) Die von Ihnen angesprochene gegenwärtige Regelung, also Herstellung einer DVT-Aufnahme im 3D-Modus mit der ausschließlichen Absicht, nur die daraus zu errechnende 2D-Aufnahme für die Befundung zu nutzen, ist aus Gründen der im Vergleich zur klassischen PSA höheren Patientenexposition in der Tat nicht gestattet. Auf Grund Ihres Beitrags hier werde ich mich aber in entsprechenden Gremien dafür einsetzen, dass dieses rigorose Verbot angesichts neuerer dosissparender DVT-Techniken überdacht werden muss. 2) In der jetzt kurz vor der Veröffentlichung (´Frühjahr´) stehenden Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) soll die Abnahmeprüfung einer DVT-Einrichtung, die in der Zahnmedizin eingesetzt wird, solange noch nach der alten QS-RL (siehe dort die entsprechende Tabelle) durchgeführt werden, bis die Norm für die Durchführung der DVT-Konstanzprüfung (DIN 6868-15) veröffentlicht worden ist. Wenn das geschehen ist, muss die Durchführung der Abnahmeprüfung auf die DIN 6868-161 ´umgeschaltet´ werden. Bis dahin muss die Konstanzprüfung auch nach der alten QS-RL durchgeführt werden (siehe dort ebenfalls die entsprechende Tabelle). Was die ´Altgeräte´ betrifft, so enthält die neue QS-RL folgende Regelung: ´Einer der Abnahmeprüfung entsprechende ergänzende Prüfung nach DIN 6868-161 ist spätestens bis 31.1.2018 an allen digitalen DVTs in der Zahnmedizin durchzuführen. Die Kontrolle dieser Prüfung erfolgt durch den Sachverständigen bei der nächsten wiederholenden Prüfung nach § 18 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 RöV.´ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Patrick Meiser schrieb am 05.02.2014 - 13:41 Uhr:
Frage:2149 BETREFF: Erneut geröngt
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gegen jede Erwartung, wurden meine beiden Sprunggelenke gestern erneut jeweils wieder in 2 ebenen geröngt.... Das macht also insgesamt rund 10 Röntgenuntersuchungen ( 1 links, 9 rechts immer in 2 ebenen) in einem Zeitraum von nur 11 Monaten. Ich bin Hypochonder, was für mich die Situation zusätzlich belastender macht. Ist diese Häufigkeit, aus strahlenbiologischer Sich,t bezüglich der Exposition am Fuß und den zwangsläufig anderen Körperteilen, welche de Strahlung ausgesetzt sind, Besorgnis erregend? Ich hoffe, Sie können mir erneut weiterhelfen. Mit freundlichem Gruß P. Meiser


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Meiser, geraten Sie nicht in Panik, was die strahlenbiologischen Folgen dieser Röntgenaufnahmen betrifft. !0 Röntgenuntersuchungen ín 11 Monaten an demselben Körperbereich hört sich besorgniserregend an, ist es aber in der Tat hier nicht. Denn der Extremitätenbereich ist bezüglich der Entstehung sog. stochastischer Strahlenschäden (Krebs, Leukämie, genetische Schäden) relativ unsensibel. Und die Dosis in der Streustrahlung, die möglicherweise andere Körperregionen trifft, ist, wie ich schon in früheren Antworten ausgeführt habe, zu gering, um ein bedenkliches Strahlenrisiko darzustellen. Ich weiß natürlich nicht, welche Indikationen zu dieser Zahl von Röntgenuntersuchungen an Ihrem Fußgelenk geführt haben, und will es auch nicht wissen, weil das ein rein radiologisch-medizinischer Aspekt ist, für den ich (als Physiker) nicht zuständig bin. Ich gebe zu, als Hypochonder macht man sich schnell gesundheitlich bedingte Ängste, aber hier können Sie ´cool´ bleiben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Weber schrieb am 04.02.2014 - 09:35 Uhr:
Frage:2148 BETREFF: Diagnostische Referenzwerte interventionelle Gefäßchirurgiie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, seit der Bekanntmachung des BfS 2003 mit Referenzwerten für Angiografie, PTA, PTCA hat sich das Spektrum der Eingriffe in spezialisierten Gefäßzentren erheblich gewandelt. Insbesondere bei endovaskulären StentGraft OPs, aber auch anderen gefäßchirurgischen hybriden Eingriffen beobachte ich vermehrt Überschreitung de o.g. genannten Flächendosisprodukte und vor allem der DL Zeiten. Gibt es dazu neue Veröffentlichungen und ab wann und wie soll oder muß ein Strahlenschutzbeauftragter eingreifen? Mit strahlendem Gruß, Michael Weber


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Weber, inzwischen ist die Liste der DRW seitens des BfS aktualisiert worden (s. Bekanntmachung des BfS vom 22.6.2010). Das hilft der Lösung Ihres Problems aber nicht weiter, denn die DRW sind im Vergleich zur BfS-Schrift aus dem Jahr 2003 fast durchweg reduziert worden. Überschreitungen der DRW sind grundsätzlich möglich, aber nur in ´Einzelfällen´ und mit entsprechender medizinischer Begründung, z.B. des fachkundigen Arztes, der die rechtfertigende Indikation gestellt hat, oder auch des Strahlenschutzbeauftragten. Eine die Sachverhalte näher erläuternde Schrift ist der ´Leitfaden zur Handhabung der diagnostischen Referenzwerte´ (siehe Internet). Was nach RöV nicht sein darf, ist ´die beständige ungerechtfertigte Überschreitung der bei der Untersuchung zu Grunde gelegten Referenzwerte...´ (§ 17a Abs. 1 Nr. 2 RöV). Dieser Tatbestand wird in der Regel von der ärztlichen Stelle festgestellt und soll von dieser der zuständigen Behörde gemeldet werden. Ich kann in Ihrem Fall, der sicherlich nicht trivial ist, wenn man die von Ihnen aufgezählten Untersuchungsbeispiele betrachtet, nur dringend raten, sich mit der für Sie zuständigen ärztlichen Stelle in Verbindung zu setzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Aneta schrieb am 03.02.2014 - 20:53 Uhr:
Frage:2147 BETREFF: Medizinphysik-Experte
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank für Ihre Antwort! Ihre Übersetzung ins Polnische ist völlig richtig! Desto mehr bin ich dankbar für die Hilfe. Mit freundlichen Gruß, Aneta aus Polen.


1. Antwort: Hallo, Aneta, es freut mich, dass ich Ihnen helfen konnte. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen Ciesze sie, ze moglem Pani pomoc. Lacze pozdrowienia K. Ewen



  Rudolf Schäfer schrieb am 03.02.2014 - 12:39 Uhr:
Frage:2146 BETREFF: Danke!
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich scheide aus und möchte mich bei Ihnen, für meine Ausbildung im Strahlenschutz 1977 als Aufsichtsinspektor für NRW (von Ihnen und Herrn Dr. Fischer - eine Woche im Keller der ZfS Düsseldorf), der fachlichen Hilfe bei Problemfällen im Strahlenschutz seit der Zeit und die Fortbildungen über die Jahre, bedanken! Es ist sehr beruhigend, dass Sie als Strahlenschutzspezialist auch über das Forum-RöV weiter die ständig auftretenden Fragen beantworten! Bei den in NRW, für den Strahlenschutz zuständigen Kollegen/innen war und ist das Motto: ´Nie verzagen - Ewen fragen!´ Vielen Dank, für Ihre Zukunft GESUNDHEIT und ´strahlen Sie weiter´, Rudolf Schäfer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schäfer, das Forum RöV hat sich, was die Anzahl der Fragen, aber auch was deren fachliche Bandbreite betrifft, im Laufe der Zeit stark entwickelt. Es macht natürlich Arbeit, aber auch Freude. Und eine besondere Freude machen natürlich Schreiben an das Forum wie beispielsweise das Ihrige. Ich finde das wirklich nett, dass Sie sich an diese ´alten´ Zeiten in positivem Sinne erinnern können und dass ich dabei auch eine kleine Rolle habe spielen dürfen. Ich wünsche Ihnen ebenfalls Gesundheit und Wohlergehen für den jetzt neuen Teil des Lebens, der auf Sie zukommen wird. Ich nehme mal zu meinem Vorteil an, dass auch andere Forumanfrager das Motto ´Nie verzagen - Ewen fragen´ verinnerlicht haben. Viele Grüße und nochmals alles Gute! K. Ewen



  Patrick Meiser schrieb am 31.01.2014 - 15:01 Uhr:
Frage:2145 BETREFF: Röntgen-Streustrahlung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bitte entschuldigen Sie, dass sie schon wieder eine Frage von mir erhalten. Aber eine hätte ich noch: Sie sagten in einer vorherigen Antwort, dass: ´die Abstände zu kritischen Organen und Geweben (z.B. vom Fuß bis zur Schilddrüse oder zu den Augenlinsen) relativ groß (...)´ sind. Verstehe ich das also richtig, dass die durch Röntgenstrahlung (möglichen) verursachte Schäden sich nur auf die Augenlinse und nicht auf das Auge an sich (Retina, Glaskörper etc.) auswirken? Bitte entschuldigen sie die erneute Frage meinerseits. Über eine Rückantwort wäre ich sehr dankbar. Mit freundlichen Grüßen und ein schönes Wochenende P.M.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Meiser, bei der Strahlenexposition des Auges ist ganz klar die Augenlinse der kritische Teil (Kataraktbildung - grauer Star). Neuste Studien haben gezeigt, dass die Augenlinse wesentlich empfindlicher bezüglich der Einwirkung ionisierender Strahlung ist als bisher angenommen. Das ist aber für Ihren ´Fall´ nicht bedeutend, aber für die in der Röntgendiagnostik an manchen Arbeitsplätzen tätigen Radiologen schon. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heiderose Hempel-Marchand schrieb am 31.01.2014 - 14:06 Uhr:
Frage:2144 BETREFF: EDIN 6857-2
Hallo Herr Professor Ewen, benötige mal wieder dringend Ihre Hilfe. Die folgende DIN lässt mich so langsam verzweifeln: E DIN 6857-2 ´Qualitätskontrolle von in Gebrauch befindlicher Schutzkleidung´ von 2013.Einspruchsfrist war ja November 2013 und bis 14.01.2014 (Landesinstitut für Arbeitsgestaltung von NRW ) Fragen: 1.Wann ist diese rechtsgültig und Anzuwenden? 2.Dokumentationsblatt erstellen? zwecks Dokumentation der Jährlichen Überprüfung mittels Röntgenstrahlung(DL,CT, konventionell( = Kassette) oder wo erhalten wir ein solches Datenblatt( Ärztliche Stelle, Firma bei der die PSA Mittel bezogen werden? 3. Gilt diese neue DIN Norm auch für die Überprüfung der PSA beim Zahnarzt/ Tierarzt? Wie immer bedanke ich mich im Voraus und hoffe auf baldige Antwort ;-).LG ein schönes WE


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Hempel-Marchand, an sich ist diese Norm gar nicht so zum verzweifeln, meine ich zumindest. Die Einspruchsverhandlung war am 15. Januar 2014 und hatte nach Vornahme diverser Änderungen zur Folge, dass dieser Entwurf jetzt zur Norm verabschiedet worden ist. 1) Wann diese dann in Kraft treten wird, weiß ich allerdings auch nicht. Das kann man vielleicht beim Normenausschuss Radiologie (NAR) erfragen. 2) Ich glaube nicht, dass es zwecks Dokumentation ein offizielles Datenblatt oder etwas Ähnliches geben wird. Dafür hat man ja das Formular (Prüfprotokoll) des Anhang C in die Norm aufgenommen.3) Die Norm gilt für Schutzkleidung des Personals in der Human-, Zahn- und Tiermedizin sowie des Patienten in der Human- und Zahnmedizin. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Simone Weber schrieb am 31.01.2014 - 12:52 Uhr:
Frage:2143 BETREFF: Dosismessung digitales OPG
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei meiner letzten Überprüfung meiner digitalen Röntgengeräte vom TÜV, wurde nach einer Dosismessung gefragt. Ich habe davon, daß man das ein digitale OPG-Gerät prüfen lassen muß, noch nie etwas gehört, noch finde ich irgentwelche Hinweise darüber, seid wann dies notwendig ist. Die erstinstallation meiner Geräte war im Jan 2004, dann die erste Tüv-Abnahme Jan 2009 und jetzt Jan 2014. 2009 hat mich niemand nach dieser Dosismessung gefragt. Ich kann mich auch nicht daran erinnert, daß dies beim meiner Erneuerung des Röntgenscheins irgentwie thematisiert wurde. Wo kann ich Informationen über dieses Thema bekommen oder nachlesen und welche Behörde verlangt diese Messung. Mit freundlichen Grüßen Simone Weber


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Weber, ich bin ziemlich sicher, dass der TÜV die Forderung des § 3 Abs. 3 Nr. 2b Röntgenverordnung meinte, nach der alle medizinisch/zahnmedizinisch genutzten Röntgeneinrichtungen, die ab dem 1. Juli 2002 in Betrieb genommnen wurden bzw. werden, eine Vorrichtung zur Anzeige der Strahlenexposition des Patienten aufweisen müssen. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Thema auf einem Kurs zur Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz nicht angesprochen worden ist. Örtlich zuständig für Sie ist die in Ihrem Bundesland tätige atomrechtliche Aufsichtsbehörde. Offensichtlich hat der TÜV bei Ihnen die alle 5 Jahre erforderliche Sachverständigenprüfung durchgeführt und hat im Rahmen dieser die betreffende Frage gestellt. Dieser TÜV-Bericht muss ja von Ihnen an die o.g. Behörde übersandt werden und, je nachdem, was zu diesem Punkt in dem Bericht geschrieben worden ist, kann man nicht ausschließen, dass die Behörde diesbezüglich mal bei Ihnen nachfragen wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Patrick Meiser schrieb am 30.01.2014 - 19:08 Uhr:
Frage:2142 BETREFF: Röntgen-Streustrahlung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meinen Sie mit ´uSv´->´Mikrosievert´? Mit besten Grüßen Patrick Meiser


1. Antwort: ...... ja: Mikrosievert! K. Ewen



  Patrick Meiser schrieb am 30.01.2014 - 16:09 Uhr:
Frage:2141 BETREFF: Röntgen Streustrahlung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Letzes jahr wurde ich aufgrund einer Sprunggelenksverletzung häufig am rechten Fuß geröntgt. Insgesamt 7 Röntgenuntersuchungen ( jeweils 2 ebenen) in rund 4 Wochen. Dabei trug ich immer einen gonadenschutz, aber ich frage mich ob ´Streustrahlung´ andere Körperteile erreichen könnte? Schließlich trug ich bei den Untersuchungen keinen Schilddrüsen- oder Augenschutz. Was kann passieren, wenn Röntgenstrahlung auf Augen oder Schilddrüsen Treffen? Wir würden Sie meine Situation einschätzen? Muss ich mit Sorgen machen? Schließlich bin ich über das gefahrenpotential von ionisierter Strahlung informiert. Mit freundlichen Grüßen Patrick Meiser


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Meiser, bei einer Röntenuntersuchung werden immer andere Körperbereiche, vor allem solche ohne Abdeckung mit Patientenschutzmitteln, durch Streustrahlung exponiert. Das ist aber nicht das eigentliche Strahlenschutzproblem sondern es kommt darauf an, wie hoch die Streustrahlendosis ist. Das wiederum hängt von verschiedenen Aufnahmeparamtern ab, wie z.B. Feldgröße der Nutzstrahlung, Abstand vom Nutzstrahlenfeld, Dosis in der Nutzstrahlung. Bei einer Röntgenaufnahme des Sprunggelenks sind Feldgröße und Nutzstrahlendosis gemäß des räumlich nicht sehr ausgedehnten und schmalen Objekts vergleichsweise klein sowie die Abstände zu kritischen Organen und Geweben (z.B. vom Fuß bis zur Schilddrüse oder zu den Augenlinsen) relativ groß. Das alles führt zu einer Strahlendosis im Kopfbereich von nur wenigen uSv, die auch in der Summe von mehreren Aufnahmen des Sprunggelnks als strahlenbiologisch unbedenklich eingestuft werden können. Das Anlegen des Gonadenschutzes war sicherlich sinnvoll. Sie müssen sich aus Strahlenschutzgründen keine Sorgen machen. Ich hoffe, Ihr Sprunggelenk ist wieder ok. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  H. Seeger schrieb am 29.01.2014 - 12:29 Uhr:
Frage:2140 BETREFF: Qualitätskontrolle an DryImager in der Strahlentherapie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, können sie mir mitteilen, wie häufig die Qualitätskontrolle des ´Filmdruckers´ durchgeführt werden muss? Der DryImager steht an einem Planungs-CT in der Strahlentherapie. Die CT-Schichten, die ausgedruckt werden, werden nicht zur Befundung verwendet, sondern zur Dokumentation des Planungs-CTs und zur internen Nutzung der Schichtbilder während der Simulation. Ich hatte gehofft, in der ´Neufassung der RL- Strahlenschutz in der Medizin´ Details zu finden, habe jedoch keine näheren Angabe hierzu erkennen können. Vielen Dank für ihre Hilfe.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Seeger, meinen Sie mit ´Filmdrucker´ ein Bilddokumentationssystem (BDS), manchmal auch als Multiformatkamera oder Laserimager bezeichnet? Wenn ja, dann ist auch klar, dass Sie nichts in der Richtlinie ´Strahlenschutz in der Medizin´ finden können, denn diese gilt ja nur für die Belange der StrlSchV. Ein BDS fällt aber unter die RöV. Für die Durchführung der Konstanzprüfung gibt es für BDS eine Norm, in der auch die Prüfhäufigkeiten enthalten sind (DIN V 6868-12). Im Entwurf der sog. Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) wird unter 3.15.3 zusätzlich darauf hingewiesen, dass die Grauwertwiedergabe für Nasssysteme wöchentlich und für Trockensysteme monatlich zu prüfen ist. Die novellierte QS-RL wird in den nächsten Monaten in Kraft treten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  guido Kindervater schrieb am 28.01.2014 - 15:28 Uhr:
Frage:2139 BETREFF: Überwachung schwangerer Mitarbeiterinnen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, muss einer schwangeren Mitarbeiterin, die nicht im Kontrollbereich und nicht im Überwachungsbereich arbeitet (z.B.Ärztin, die Aufklärungsgespräche führt und Befunde diktiert)zwingend vom Arbeitgeber ein elektronisches Personendosimeter angeboten werden, wobei die Mitarbeiterin allenfalls bei den Aufklärungsgesprächen mit aus der Nuklearmedizin stammenden Patienten in Kontakt kommen kann, auch wenn wir versuchen Röntgenuntersuchungen und nuklearmedizinische Untersuchungen nicht am gleichen Tag durchzuführen? Lt meiner Mitarbeiterin habe das MPA diese Frage bejaht.Oder greift hier eventuell nur die strahlenschutzverordnung. Und wenn ja, was ist mit schwangeren Krankenschwestern, die in Kontakt mit nuklearmedizinischen Patienten z.B. Intensivstation kommen? Wie immer auf eine kompetente Antwort hoffend mit Freundlichen Grüßen Guido Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, die RöV sieht keine speziellen und besonderen Maßnahmen für schwangere Mitarbeiterinnen in einer Röntgenabteilung vor, die außerhalb eines Kontrollbereiches tätig sind (also z.B. im Überwachungsbereich). Das kann man aus § 22 Abs. 1 Nr. 2d RöV entnehmen, der bezüglich entsprechender Forderungen explizit auf den Kontrollbereich abhebt. Die StrlSchV enthält eine ähnlich lautende Regelung, macht aber zusätzlich im § 43 Abs. 2 darauf aufmerksam, dass die Arbeitsbedingungen für Schwangere so zu gestalten sind, dass eine innere berufliche Strahlenexposition ausgeschlossen ist. Dies aber kann man nur dann sicher garantieren, wenn ein Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen, wie also in der Nukmed üblich, nicht zugelassen wird. Bei einem Kontakt mit nuklearmedizinisch untersuchten Patienten kann ich mir aber die Entstehung einer inneren Exposition nur sehr schwer vorstellen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andreas Otten schrieb am 28.01.2014 - 09:00 Uhr:
Frage:2138 BETREFF: Abnahmeprüfung nach DIN 6868-57/157
Guten Tag, ich betreue mehrere Praxen netzwerktechnisch als IT-Leiter - bin allerdings auch staatl. gepr. MTRA. Im Rahmen meiner Tätigkeit mache ich auch Konstanzprüfungen an vielen Befundungsmonitoren. Zwecks Abnahmeprüfung habe ich hier bislang auf externe Anbeiter zurück gegriffen. Welche Voraussetzungen benötige ich, bzw. erfülle ich evtl. und selbst Abnahmeprüfungen durchführen zu dürfen ? Ein kalibriertes (!) Messgerät habe ich. Die Moitorhersteller bieten hier ja nur Schulungen für die benötigte Software an. Ich bedanke mich vorab für hilfreiche Kommentare. Mit besten Grüßen A.Otten


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Otten, ´geschäftsmäßig´ durchgeführte Abnahmeprüfungen an Befundungsmonitoren (BWG)müssen nur dann nach § 6 Abs.1 RöV bei der zuständigen Behörde angezeigt werden, wenn mit dieser Prüfung das Einschalten von Röntgenstrahlung notwendig ist. Mit dieser Anzeige ist auch ein Nachweis der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz verbunden. Diese Fachkunde muss nach der ´Fachkunde-Richtlinie Technik nach RöV´ der FK-Gruppe R 6.1 entsprechen. Sie sollten aber von der Behörde prüfen lassen, ob Ihre MTRA-Fachkunde zu diesem Zweck nicht ausreichen würde. Wenn bei der Abnahmeprüfung an BWG die Röntgenstrahlung nicht eingeschaltet werden muss, ist auch keine Anzeige nach § 6 Abs. 1 RöV und auch keine Fachkunde im Strahlenschutz erforderlich. Dies finden Sie in der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL), und zwar in einem Ihnen leider noch nicht offiziell zugänglichen Entwurf (dort im Abschnitt 1.6). Ich kann Ihnen aber als Mitarbeiter bei der Erarbeitung der neuen QS-RL versichern, dass das so ist. Diese Richtlinie wird auch bald in Kraft treten. Ich weiß aber das genaue Datum noch nicht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Aneta schrieb am 27.01.2014 - 16:48 Uhr:
Frage:2137 BETREFF: Medizinphysik-Experte
Guten Tag, ich möchte wissen, ob Medizinphysik-Expert ist ein Beruf für ganzes Leben, oder muss man einige Male verschiedene Kurse machen um Medizinphysik-Expert nach wie vor sein? Können Sie schreiben welche Gesetze das festlegen? Danke für Ihre Antwort schon im Voraus Aneta aus Polen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dabrowska, die Bezeichnung „Medizinphysik-Experte; MPE“ ist in der deutschen „Strahlenschutzveordnung; StrlSchV“ definiert, und zwar dort in § 3 Abs. 2 Nr. 21. Wichtig ist, dass ein MPE die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzen muss. Wie man diese erhält und wer sie erteilt, ist grundsätzlich in § 30 Abs. 1 StrlSchV beschrieben. Details zum Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz, unter anderen für MPE, findet man in einer Richtlinie zur StrlSchV, die folgendermaßen heißt: ´Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin nach StrlSchV“ (aus dem Jahr 2011). Die StrlSchV und diese Richtlinie findet man im Internet unter deren Namen. Wenn man alle Bedingungen (siehe § 3 Abs. 2 Nr. 21 StrlSchV und die Details dazu in der genannten Richtlinie) erfüllt hat, um als MPE tätig zu werden, gilt die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz nur 5 Jahre lang (siehe § 30 Abs. 2 StrlSchV). Danach muss man die Fachkunde aktualisieren und zwar dadurch, dass man an einem so genannten Aktualisierungskurs erfolgreich (Prüfung!) teilnimmt. Es ist ganz wichtig, dass man diese Aktualisierung nicht vergisst und diese Frist von 5 Jahren nicht überschreitet. Mit freundlichem Gruß K. Ewen Szanowna Pani Dabrowska, okreslenie „Medizinphysik-Experte; MPE“ zostalo zdefiniowane w niemieckim „Strahlenschutzverordnung; StrSchV“ w § 3 Abs. 2 Nr. 21. O podstawowym znaczeniu powinnien byc fakt, zeby osoba zatrudniona jako MPE posiadala wymagane przeszkolenie i nabyla odpowiednie wiadomosci w zakresie „Strahlenschutz“. W jaki sposob mozna to osiagnac i kto moze przyznac takie uprawnienie do ochrony przy pracy z promieniowaniem (Strahlenschutz), zawarte jest i dokladnie opisane w § 30 Abs. 1 StrlSch V. Szczegoly w celu otrzymania takich uprawnien w zakresie „Strahlenschutz“, miedzy innymi dla MPE, znajduje sie w wytycznej (Richtlinie) do StrSch V, ktora z kolei nazywa sie: „wytyczna dotyczaca ochrony przy pracy z promieniowaniem radioaktywnym (Strahlenschutz) w medycynie wedlug StrlSch V, z roku 2011“ (Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin nach StrlSch V, Jahr 2011). To zarzadzenie StrlSch V i tresc zawarta w tej wytycznej (Richtlinie) znalezc mozna w internecie pod wyzej wymieniona nazwa. Jezeli wszystkie warunki zostaly spelnione (§ 3 Abs. 2 Nr. 21 StrlSch V) oraz spelnione zostaly szczegoly zawarte w wyzej wymienionej wytycznej (Richtlinie), zostaje sie upowznionym do wykonywania pracy jako MPE. Takie upowaznienie do pracy jako MPE, pospelnieniu uprzednich warunkow, utrzymuje swa waznosc tylko przez 5 lat.(patrz § 30 Abs. 2 StrlSch V). Po tym okresie czasu nalezy cale uprzednio nabyte wiadomosci (Fachkunde) odnowic, biorac udzial w tzw. kursie aktualizujacym, ktory musi byc pozytywnie ukonczony egzaminem. Bardzo wazna sprawa jest, zeby nie przekroczyc 5-letniego terminu. Lacze serdeczne pozdrowienia K. Ewen (Ich hoffe, diese Übersetzung ins Polnische ist einigermaßen richtig!)



  Franziska Schmied schrieb am 27.01.2014 - 10:13 Uhr:
Frage:2136 BETREFF: Aufbewahrungszeitraum für Röntgenaufhnahmen und Aufklärungsbögen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, durch den Umzug in neue Räumlichkeiten stellt sich uns die Frage nach einer eventuellen Entsorgung alter Röntgenaufnahmen und dazugehörigen unterschriebenen Aufklärungsbögen (vor allem bei Kontrastmitteluntersuchungen). Nach § 28 Abs. 3 RöV müssen die Röntgenaufnahmen volljähriger Patienten 10 Jahre aufbewahrt werden. Bezieht sich dies auf die jeweilige Aufnahme oder verlängert die erneute Röntgenuntersuchung auch die Aufbewahrungsfrist aller vorherigen Aufnahmen um 10 Jahre? Und wann dürfen Aufkärungsbögen vernichtet werden? Vielen Dank für Ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schmied, die Aufbewahrungsfrist nach § 28 Abs. 3 der Röntgenverordnung beginnt, wenn eine bestimmte Untersuchung oder Behandlung beendet ist. Damit soll zum Einen gewährleistet werden, dass die Unterlagen, die zu einem bestimmten Untersuchungsverfahren gehören (z.B. erste Untersuchung vor eine medizinischen Behandlung und Abschlussuntersuchung nach dieser Behandlung) auch wirklich bis zum Abschluss der Aufbewahrungsfrist einsehbar oder kontrollierbar sind. Zum Anderen wird die Möglichkeit geschaffen, zu einem bestimmten Zeitpunkt ältere Unterlagen zu entsorgen, obwohl beim selben Patienten, unabhängig von den aufbewahrten Unterlagen, durchaus weitere Röntgenuntersuchungen erfolgt sind. Wäre eine andere Verfahrensweise vorgeschrieben, könnte es tatsächlich passieren, dass für einen Patienten ´lebenslang´ alle Unterlagen aufbewahrt werden müssten, wenn zwischenzeitlich immer wieder neue Röntgenuntersuchungen erfolgen würden. In einem solchen Fall müsste eine Datensammlung angelegt werden, die sicherlich über die realen Notwendigkeiten hinausgehen würde. Eine Dokumentation zur Aufklärung wird nicht in der RöV geregelt. Hier empfehlen wir, entsprechende Regelungen im ´Patientenrechtegesetz´ nachzulesen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  panzer, joerg schrieb am 26.01.2014 - 14:51 Uhr:
Frage:2135 BETREFF: Nachfrage zu meiner Anfrage vom 23.01.2014.
Ihrem Hinweis gefolgt und auf Antwort von dort wartend, stellt sich in der Sache für mich inzwischen doch noch folgende Frage mit Bezug auf die RöV § 28(6), Satz 2, der lautet ´...Dabei muss sichergestellt sein, dass diese Daten mit den Ursprungsdaten übereinstimmen und die daraus erstellten Bilder zur Befundung geeignet sind. ...´ Meine Frage: Begründet der von mir vorgetragen vorliegende CD- Daten- Speichersachverhalt nicht schon bereits selbst, das hier keine Übereinstimmung und keine Geeignetheit der Daten zur Befunderhebung vorliegt? Danke für Ihre Antwort schon im Voraus.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Panzer, ohne eine Antwort der Fachleute aus der AGIT vorwegzunehmen, sind wir jetzt nach einer gewissen Zeit, über Ihr Problem nachzudenken, zu dem Schluss gekommen, dass unterschiedliche Zeitangaben bei der Erstellung der ´Röntgenbilder´ und dann bei deren Speicherung auf einer CD oder DVD kein Problem darstellen. Dies gilt auch, wenn der angegebene Zeitpunkt der Speicherung auf der CD/DVD vor dem Zeitpunkt der Röntgenuntersuchung liegt. Eine derartige Situation kann doch nur eintreten, wenn eine der beiden ´Uhren´ nicht den korrekten Zeitpunkt angeben. Das ist zwar ärgerlich, beeinträchtigt aber keineswegs die Tatsache, dass die Forderung des § 28 Abs. 6 Satz 2 RöV trotzdem erfüllt ist. In der RöV wird verlangt, dass die aufgezeichneten Daten (einschließlich der Röntgenbilder) mit den Ursprungsdaten (z.B. die Daten, die im CT gespeichert werden) übereinstimmen und zur Befundung geeignet sind. Dieses Verlangen wird aber durch eine falsche Speicherzeit nicht in Frage gestellt. Eine von der Aufnahmezeit abweichende Angabe der Speicherzeit auf der CD/DVD verstößt nach unserer Meinung nicht gegen die o.g. Regelung der RöV, selbst wenn die Speicherung auf CD/DVD beispielsweise erst Stunden später erfolgt wäre. Zusammenfassend meinen wir, dass eine von der Aufnahmezeit abweichende Speicherzeit keinen Einfluss auf die Übereinstimmung und Befundbarkeit der Röntgenbilder hat und damit kein Verstoß gegen die RöV vorliegt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Syilvia schrieb am 25.01.2014 - 22:35 Uhr:
Frage:2134 BETREFF: MFA mit Röntgenschein.
Hallo ich bin Arzthelferin mit Röntgenschein und arbeite in einem Krankenhaus. Wir sind ein Team mit mehreren Arzthelferinnen. Leider ist uns nicht erlaub Nachtdienste zu machen da wir auch CTs machen müssten, da Nachts kein Radiologe vor Ort ist. Gibt es keine Ausnahmeregelungen. wie z.B. wenn ein diensthabender Chirurg mit der Röntgenfachkunde vor Ort ist.


1. Antwort: Hallo Syilvia, drei rechtliche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit eine Röntgenuntersuchung, z.B. eine CT, durchgeführt werden kann: 1) Es muss die sog. rechtfertigende Indikation (RI) am Ort der Untersuchung und in Patientennähe gestellt werden (§ 23 Abs.1 Röntgenverordnung, RöV). Diese darf nur ein Arzt stellen, der für diese Untersuchung die Fachkunde im Strahlenschutz besitzt, also z.B. für CT. In der Regel hat ein Radiologe die CT-Fachkunde, aber es könnte auch ein Arzt mit einer anderen Fachrichtung sein (z.B. ein Internist). Also, in Ihrem Fall müsste nachts, wenn eine CT durchgeführt werden soll, ein Arzt mit CT-Fachkunde vor Ort sein, um die RI zu stellen. 2) Die Befundung der Röntgenbilder kann entweder der fachkundige Arzt vornehmen oder ein Arzt, der über Kenntnisse im Strahlenschutz verfügt, der dabei aber unter der ständigen Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Arztes stehen muss (§ 24 Abs. 1 RöV). Also muss auch dafür z.B. bei einer CT-Untersuchung ein CT-fachkundiger Arzt im Haus sein (auch nachts, wenn befundet wird). 3) Die technische Durchführung der Röntgenuntersuchung darf auch von einer Arzthelferin (MFA) erledigt werden, wenn sie Kenntnisse im Strahlenschutz besitzt (den ´Röntgenschein´) und wenn auch hier die ständige Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Arztes gegeben ist (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Fazit für Ihren Fall: Sollte der besagte diensthabende Chirurg die CT-Fachkunde besitzen und ist nachts vor Ort, dann kann eine CT-Untersuchung stattfinden, indem dieser Chirurg die RI stellt und die genannte ständige Aufsicht und Verantwortung übernimmt (ggf. bei der Befundung und bei der technischen Durchführung durch eine MFA). Eine andere ´Ausnahmeregelung´ gibt es nicht, wenn man mal von der Teleradiologie (§ 3 Abs. 4 RöV)absieht. Aber das ist ein ganz anderes Kapitel. Ich hoffe, diese Erläuterungen sind nicht zu kompliziert, aber die rechtliche Situation ist in dieser Hinsicht etwas schwierig und gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  panzer, joerg schrieb am 24.01.2014 - 19:15 Uhr:
Frage:2133 BETREFF: Ihre Antwort
Danke an Sie und das Team von Forum RÖV. Ich werde diesen Weg versuchen. Mit freundlichen Grüßen zurück, j.p.


1. Antwort: ...... gern geschehen! K. Ewen



  panzer, joerg schrieb am 23.01.2014 - 23:28 Uhr:
Frage:2132 BETREFF: Beweisanforderungen Radiologische Bilder- CD
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen,gibt es Bestimmungen zur Beschaffenheit einer radiologischen Bilder-CD hinsichtlich Beweisanforderungen? Vorliegender Fall ist, dass bei Prüfung der CD mit dem Windows-Explorer wann die CT- Dateien auf die CD gespeichert wurden, ein weitaus früherer Zeitpunkt (über eine Stunde früher)ausgewiesen wird als die CT- Untersuchung auf allen CT- Einzelbildern einschließlich CT-Patientenprotokoll zeitlich nachzuvollziehen überhaupt begonnen hat. Hartware zur CD- Erstellung ohne Echtzeit liegt hier wohl nahe! Ist ein Beweisverwertungsverbot der CD deswegen möglich ? Vielen Dank für ihre Antwort. J. Panzer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Panzer, es kommt bestimmt ganz selten vor, dass wir, vom Forum RöV, bei der Beantwortung einer Frage passen müssen, und zwar insofern, als wir schon eine Meinung zur Beantwortung der Frage haben, aber nicht sicher sind, ob diese im Sinne der dafür zuständigen Rechtsvorschriften, die im vorliegenden Fall nicht das engere Rechtsumfeld der RöV betreffen, richtig ist. Aber so ganz ohne Vorschlag, wie Sie mit Ihrer Frage weiterkommen könnten, wollen wir Sie auch nicht belassen. Versuchen Sie doch, mit der AGIT (AG Informationstechnologie) in Verbindzung zu kommen. Wir wollen und dürfen hier im Forum RöV keine direkten Hinweise mit Namensgebung bringen, aber Sie finden die Kontaktdaten zur AGIT im Internet entweder direkt unter dieser Bezeichnung oder durch Aufsuchen der Deutschen Röntgengesellschaft. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  guido kindervater schrieb am 20.01.2014 - 15:31 Uhr:
Frage:2131 BETREFF: digital erstellte rechtfertigende Indikation
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, in unserer chirurgischen stark frequentierten Ambulanz wird durch das ambulanzpflegepersonal eine digitale krankenakte angelegt, in die die Ärzte die durchzuführenden Röntgenuntersuchungen eintragen lassen können. Das Ambulanzpersonal kann dann den anfordernden Arzt angeben, der allerdings selbst die Anforderung nicht validieren kann.Dieses nimmt das Ambulanzpersonal vor.Ist das rechtlich zulässig? Falls nicht würde das Diktat der Ärzte im Anschluss mit nochmaliger Wiederholung der Rechtfertigenden Indikation ausreichend sein zur Bestätigung des Vorganges? Vielen Dank für Ihre Antwort. G.Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, uns ist nicht ganz klar, was Sie mit dem Begriff ´anfordernder Arzt´ meinen. Ist es der Arzt, der die Abklärung (medizinische Indikation) beauftragt oder der Arzt, der die tatsächliche Anwendung festlegt, also die rechtfertigende Indikation stellt?. Wenn es um die rechtfertigende Indikation im Sinne des § 23 RöV geht, dann kann der im Strahlenschutz fachkundige Arzt die Anweisung zur technischen Durchführung sicherlich mündlich an das Assistenzpersonal weitergeben, er muss aber dafür sorgen, dass der ´Inhalt´ der rechtfertigende Indikation zeitnah zur Untersuchung aufgezeichnet wird. Ob er diese Dokumentation selbst (eigenhändig) vornimmt oder z.B. diktiert oder vorschreibt und ein Mitarbeiter übernimmt einen entsprechenden Text ins IT-System, ist nach unserer Meinung unerheblich. Der im Strahlenschutz fachkundige Arzt muss sich aber wirklich zeitnah (vor, während oder unmittelbar nach der Untersuchung) überzeugen, dass die rechtfertigende Indikation auch richtig übernommen/aufgenommen wurde. Wir sind der Auffassung, dass er dies auch plausibel bestätigen muss (Unterschrift, Kürzel oder IT-Login). Wenn er die rechtfertigende Indikation stellt und die Anweisung an das Personal mündlich erteilt und unmittelbar nach der Untersuchung den Befundbericht schreibt, dann reicht es nach unserer Auffassung auch, wenn die rechtfertigende Indikation am Anfang des Befundberichtes steht. Auch das ist nach unserem Rechtsverständnis noch zeitnah. Wenn es aber bei Ihrer Frage wirklich ´nur´ um den anfordernden Arzt (Auftraggeber, medizinische Indikation) gehen sollte, dann ist unserer Meinung nach nichts weiter zu beachten, da in der Folge die rechtfertigende Indikation dokumentiert und von dem im Strahlenschutz fachkundigen Arzt ´unterzeichnet´ wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ralf Schuppik schrieb am 16.01.2014 - 09:17 Uhr:
Frage:2130 BETREFF: Vom Gesetzgeber vorgegebener PBGW
Sehr geehrter herr Professor Even, in letzter Zeit sind wir verunsichert welchen PBGW der Gesetzgeber für den Betrieb im Zusammenhang mit einer konventionellen Röntgenanlage fordert. 0,25? 0,4? 0,5? usw. Wir arbeiten in einer Tiermedizinischen Praxis. Im Voraus herzlichen Dank für die Beantwortung!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schuppik, der Gesetzgeber (also hier die Röntgenverordnung, RöV) fordert nichts dergleichen. Die RöV verlangt, dass bestimmte Grenzwerte in Arealen, Räumlichkeiten, etc. eingehalten werden müssen, wo sich während der Röntgenuntersuchung Personen aufhalten bzw. aufhalten könnten. Aus diesen Angaben und weiteren Randbedingungen, wie beispielsweise Einschaltzeit bzw. Zahl der Aufnahmen z.B. pro Woche, Abstand zu den abzuschirmenden Bereichen sowie mAs-Produkte und kV-Zahlen kann man dann mit Hilfe einer dafür geeigneten DIN-Norm (DIN 6812: Medizinische Röntgenanlagen bis 300 kV - Regeln für die Auslegung des baulichen Sstrahlenschutzes) die Bleigleichwerte ermitteln. Man erkennt, dass die Angabe eines bestimmten Bleigleichwertes, der insgesamt für die tiermedizinische Röntgendiagnostik Gültigkeit besitzt, nicht ausreichend sein kann. Wichtig ist auch, ob man gegen Störstrahlung bzw. Streustrahlung oder gegen Nutzstrahlung abschirmen muss. Letztere verlangt natürlich höhere Abschirmdicken. Um ein Gefühl zu vermitteln, welche Bleigleichwerte größenordnungsmäßig bei dem kleinsten Grenzwert der RöV (1 mSv pro Jahr), einem Abstand von ca. 2,5 m und einer Aufnahmezahl, die für die Tiermedizin üblich sein könnte (auf jeden Fall weniger als in der Humanmedizin), würde für Störstrahlung ein Wert von ca. 0,35 mm Pb und für Nutzstrahlung von ca. 1,5 mm Pb die richtige Größenordnung angeben. Aber das sind, wie gesagt, nur Größenordnungen als eine Orientierungshilfe für Sie, die man nicht auf den Einzelfall anwenden darf. Dazu muss man die DIN 6812 zu Rate ziehen, ggf. auch eine Person, die sich damit auskennt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sandra schrieb am 12.01.2014 - 12:36 Uhr:
Frage:2129 BETREFF: Konstanzprüfungen
Sehr geehrte Damen und Herren, muss zur Durchführung von Konstanzprüfungen an medizinischen Röntgeneinrichtungen auch eine bestimmte Hospitationszeit vorgewiesen werden? Habe die Sachkunde im Rahmen eines Studiums vor 4 Jahren erworben und möchte nun auf dem Gebiet der Konstanzprüfung tätig werden. Wenn ja, wie kann diese erworben werden? Wo kann ich mich umfassend zu dem Thema informieren? Gibt es zu dem Thema einen offiziellen Leitfaden für Bayern oder gibt es keine Unterschiede zwischen den Ländern? Vielen Dank.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Kürzinger, ich gehe mal davon aus, dass Sie Konstanzprüfungen nach RöV in verschiedenen Häusern, Praxen, etc. anbieten und wissen wollen, welche rechtlichen Voraussetzungen Sie nach der RöV dazu erfüllen müssen. Dazu gibt es eine bundesweit (also nicht nur in Bayern) geltende Richtlinie (´Fachkunde-Richtlinie Technik nach der Röntgenverordnung´; im Internet nachschauen!), in der unter anderem beschrieben ist, wie man die sog. Fachkunde im Strahlenschutz erwerben kann, wenn man sich mit der Durchführung der Qualitätssicherung (Abnahme- und Konstanzprüfung nach RöV) ´geschäftsmäßig´ betätigen möchte. Dazu muss die Fachkunde nach Gruppe R 6.1/6.2 erworben werden (s. Anlage A dieser Richtlinie), was durch Besuch eines diesbezüglichen Strahlenschutzkurses und durch Erwerb einer praktischen Erfahrung (´Sachkunde´; s. Anlage F der Richtlinie) zu geschehen hat. Wenn Sie dann im Besitz aller darüber Auskunft gebenden Bescheinigungen sind, müssen Sie bei der entsprechende Stelle in Bayern die Bescheinigung Ihrer Fachkunde im Strahlenschutz beantragen. Ich weiß nicht, wie diese Stelle in Bayern heißt, aber auch das ist sicherlich im Internet leicht zu erfahren. Fragen Sie dann dort sicherheitshalber nach, ob Ihr Sachkundeerwerb im Rahmen Ihres Studiums ganz oder teilweise anerkannt wird. Wenn dann alles erledigt ist, muss noch eine Anzeige bei der örtlich für Sie zuständigen atomrechtlichen Behörde erfolgen (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV), dass Sie Röntgengeräte (im Rahmen der Qualitätssicherung) geschäftsmäßig prüfen wollen, wozu Sie auch die Bescheinigung Ihrer Fachkunde benötigen werden. Der Weg ist etwas kompliziert - das gebe ich zu. Bei Fragen kann man sich an die oben genannte Stelle wenden, welche die Fachkunde bescheinigt, oder an die besagte atomrechtliche Behörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sigrid Köhnlein-Weske schrieb am 10.01.2014 - 11:53 Uhr:
Frage:2128 BETREFF: Aktualisierung
2013 haben Kollegen nur nach §18a der Röntgenverordnung aktualisiert, möchten sich jetzt aber die Option offen halten, auch noch in die Strahlentherapie wechseln zu können. Reicht es aus, wenn ich die Kollegen jetzt noch einmal komplett aktualisieren lasse??


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Köhnlein-Weske, ich verstehe Ihre Frage dann, wenn ich unterstelle,dass es sich bei diesen Kollegen/innen um MTRA handelt, die nur nach RöV aktualisiert haben und deren Frist für die Belange der Strahlenschutzverordnung überschritten ist. Unser Antwortvorschlag: Obwohl allein durch eine Fristüberschreitung keine Fachkunde im Strahlenschutz ungültig wird, möchten wir darauf hinweisen, dass die atomrechtlich zuständigen Landesbehörden individuelle Maßnahmen einleiten können (im Extremfall bis zum Entzug der Fachkunde). Daher unser Rat: Schildern Sie das Problem bei Ihrer zuständigen Behörde, bieten Sie an, dass alle Personen noch den 8-stündigen Aktualisierungskurs nach StrlSchV absolvieren wollen und fragen Sie, ob die Behörde damit einverstanden ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  A.Bauch schrieb am 09.01.2014 - 21:35 Uhr:
Frage:2127 BETREFF: Aktualisierung Fachkunde
Sehr geehrter Dr. Ewen, das Zertifikat wurde erst gut 1,5jahre nach erfolgreicher prüfung vom zuständigen Amt ausgestellt. Welches Datum gilt denn? Das von der Prüfung oder das vom Ausstellungsdatum? Vielen Dank für Ihre Antwort. MfG A. Bauch


1. Antwort: .... das Datum der Fachkundebescheinigung, ausgestellt durch die zuständige Stelle (´Amt´). Gruß K. Ewen



  A.Bauch schrieb am 09.01.2014 - 16:05 Uhr:
Frage:2126 BETREFF: Aktualisierung Fachkunde
Sehr geehrter Dr. Ewen, vielen dank für die schnelle Antwort. Natürlich meinte ich erworben. IM Studium hatten wir Vorlesungen und die Prüfung. Wie wird verfahren, wenn die Frist von 5Jahren überschritten ist? Mit freundlichen Grüßen A. Bauch


1. Antwort: ...... wenn Sie die Fünfjahresfrist überschreiten, sind Sie in dieser Überschreitungszeit nicht mehr fachkundig im Strahlenschutz und würden gegen die RöV verstoßen, wenn Sie dann Tätigkeiten ausüben sollten, die eine Fachkunde im Strahlenschutz nach RöV verlangen bzw. voraussetzen. Ansonsten bin ich vorsichtig mit einer Aussage, wie die für Sie örtlich zuständige atomrechtliche Behörde bei einer deutlichen Überschreitung dieser Frist reagieren würde, weil diese Situation bundesweit nicht so ganz einheitlich gehandhabt wird. Wenn Sie wissen wollen, wie behördlicherseits verfahren wird, gibt es nur eins: Bei der Behörde nachfragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  gabi papadopoulou schrieb am 09.01.2014 - 15:35 Uhr:
Frage:2125 BETREFF: smv und bestrahlung
ok nehmen wir mal an das ich von der fluoroskopie 30msv, und von der abdomenct 2 jahre davor 20 msv , nieren ct im jahr 2007, thorax und 2kopf ct im jahr 2001 dann komme ich ungefaehr auf 100msv stimmt das? ich bin jetzt 40 wie hoch ist das risiko an soliden tumoren zu erkranken in den naechsten 10 jahren? habe gelesen das es ueber 25% liegt stimmt das? spielen die abstaende keine rolle? kann sich die zelle nicht selbstreparieren und regenerieren? gibt es oft doppeldna brueche in der zelle die zu mutationen fuehren? warte auf antwort vielen dank


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Papadopoulou, die in dieser Forumanfrage enthaltene Aufzählung der an Ihnen durchgeführten Röntgenuntersuchungen ab 2001 ist ja etwas länger als diejenige in Ihrer letzten Forumanfrage. Natürlich ist damit Ihre Gesamtdosis entsprechend größer, zumal es sich offensichtlich nur um CT-Untersuchungen gehandelt hat. Selbst wenn wir jetzt in der Summe mal von einer effektiven Dosis in der Größenordnung 100 mSv ausgehen sollten, ist Ihre Vermutung (woher diese auch immer stammen mag), das Tumorrisiko würde dadurch über 25 % betragen, um mehrere Größenordnungen zu hoch. Die zeitlichen Abständen zwischen den einzelnen Untersuchungen reduzieren natürlich auch das Risiko, weil bei sog. protrahierten (zeitlich verteilten) Bestrahlungen das körpereigene ´Reparatursystem´ viel effektiver arbeiten kann als bei einer Einzeitexposition. Doppelstrangbrüche in der DNA als Folge von Strahlenexpositionen kommen auch bei kleinen Dosiswerten vor. Deren Zahl steigt grundsätzlich mit der Dosis. Aber bei relativ niedriger Dosis, und dazu zählt ein Wert von 100 mSv immer noch, ist die Auswirkung derartiger Läsionen auf den Gesamtorganismus (z.B. in Form von Tumorbildungen) bei einer bestrahlten Person infolge der Wirkung des Reparatursystems geringfügig. Weiterhin ist meine Meinung: Keine Sorgen machen! Sollten Sie aber detailliertere Ausführungen über mögliche Folgen aus Ihren Röntgenuntersuchungen wünschen, dann müssten Sie sich doch an einen Experten auf dem Gebiet der Strahlenbiologie und/oder -pathologie wenden, denn das Forum RöV würde bei diesem Stand der Dinge irgendwo an seine Grenzen stoßen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stefan schrieb am 09.01.2014 - 12:10 Uhr:
Frage:2124 BETREFF: Betrieb von Gepäckdurchleuchtungsgerät
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, muss beim Betrieb eines Gepäckdurchleuchtungsgeräts (Hochschutzgerät) das Personal fachkundig sein (Fachkunde R3)? Oder dürfen auch nicht fachkundige Personen das Gerät betreiben, wenn ein SSB mit entsprechender Fachkunde bestellt ist? Vielen Dank im Voraus und viele Grüße, Stefan


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Stefan, es muss (!) ein SSB, und zwar mit Fachkunde im Strahlenschutz nach ´R3´, bestellt sein (siehe auch § 4 Abs. 3 RöV). Nach § 30 RöV gibt es für das übrige Personal zwei Möglichkeiten: Dieses verfügt auch über Fachkunde im Strahlenschutz (Nr. 1 des § 30) oder, was die Regel ist, nur über Kenntnisse im Strahlenschutz, die ´innerbetrieblich´ erworben werden können (siehe den Text in Nr. 2 des § 30). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bauch schrieb am 09.01.2014 - 10:11 Uhr:
Frage:2123 BETREFF: Aktualisierung Fachkunde
Sehr geehrter Dr. Ewen, wann muss die Fachkunde R6.1 und R6.2 aktualisiert werden? Ich habe einmal gehört, nach 7 Jahren ist ausreichend? Aber in allen Verordnungen steht 5 Jahre. Ich habe die Fachkunde während meines Medizintechnik-Studiums abgelegt und bin jetzt etwas verwirrt... MfG A. Bauch


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Bauch, ganz klar: ´5 Jahre´ ist richtig (siehe § 18a Abs. 2 Satz 1 RöV) und ´7 Jahre´ ist eine Ente. So nebenbei ist mir aufgefallen, dass Sie geschrieben haben, Sie hätten während Ihres Studiums die Fachkunde im Strahlenschutz ´abgelegt´ (meinten Sie: ´erworben´?). Denn der Erwerb der Fachkunde kann nur von der jeweils in dem bestimmten Bundesland dafür zuständigen Stelle bescheinigt werden (und nicht von einer Uni oder Hochschule). Ist das bei Ihnen geschehen? Das war zwar nicht Ihre Frage hier im Forum, aber ich wollte immerhin auf dieses mögliche Problem hinweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sandra Tammschick schrieb am 02.01.2014 - 20:33 Uhr:
Frage:2122 BETREFF: korrekte Indikation/Fragestellung
In meiner letzten Aktualisierung hatten wir einen Mitarbeiter der Ärztekammer als Dozent, der sagte:´ Bei einer Röntgenanforderung einer Thorax-Aufnahme ist es nicht ausreichend nur kurz ´Stauung,Infiltrate´ darauf zu schreiben.´ Nun sehe ich jedoch sehr häufig solche so ausgefüllten Scheine an mir vorübergehen. Ein Arzt erklärte mir auf eine Nachfrage, er habe noch anderes zutun und das hält schon genug auf. Reicht diese Angabe oder ein lapidares ´Fraktur?´ oder kann ich die Scheine zurückgeben und um weitere Erläuterungen bitten?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Tammschick, ich gehe mal davon aus, dass Sie MTRA oder MFA sind. Wenn das so ist, dann können und dürfen Sie die rechtfertigende Indikation (siehe § 23 Abs. 1 RöV) nicht überprüfen sondern Sie führen die Untersuchung nach Stellung der rechtfertigenden Indikation (also nach Anforderung) eines Arztes, der (hoffentlich ) die entsprechende Fachkunde im Strahlenschutz besitzt, durch (§ 24 Abs. 2 RöV). Weitere Informationen über die medizinischen Randbedingungen der betreffenden Röntgenuntersuchung können und müssen Sie nicht verlangen. Wenn der anfordernde Arzt auch den Befundbericht schreibt, muss er spätestens hier die fehlenden klinischen Informationen dokumentieren(das ist nach DIN 6827-5 ein ´muss´ ). Erfolgen die Stellung der rechtfertigenden Indikation und/oder die Befundung durch einen anderen Arzt (z.B. durch einen Radiologen), so könnte (sollte) dieser den Anforderungsschein zurückweisen, und zwar mit der Bitte um vollständige Angaben. Oder er muss den Patienten selbst untersuchen. Erfahrungsgemäß macht man sich damit in der Klinik keine Freunde . Die unvollständige Mitteilung der klinischen Angaben oder einer dezidierten Fragestellung stellt übrigens einen Verstoß gegen die Berufsordnung dar. Leider spielt sich das wahre ´radiologische Leben´ nicht selten so ab, wie Sie es geschrieben haben(aus 20jähriger Klinikerfahrung eines medizinischen Kollegen, den ich für diese Forumanfrage kontaktiert hatte). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  gabi papadopoulou schrieb am 02.01.2014 - 18:34 Uhr:
Frage:2121 BETREFF: magen darm passage mit barium /fluoroskopie
habe letztens eine magendarm durchleuchtung gemacht mit bariumkontrastmittel hat ueber 30 min gedauert wie hoch war ungefaeht die belastung in msv bin 40 jahre alt weiblich bin sehr beunrugigt habe von belastungen von 30 - 100msv gelesen kann das stimmen dann bin ich ja hochkrebsgefaehrdet


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Papadopoulou, heutzutage gibt man oft die Patienenexposition besonders bei etwas komplexeren Röntenuntersuchungen, wozu auch eine Magen-Darm-Untersuchung (´MDP´) zählt, als so genannte effektive Dosis an. Eine reine Durchleuchtungszeit von über 30 Minuten ist für eine MDP in der Tat sehr viel. Aber möglicherweise war mit diesen 30 Minuten die Untersuchungszeit insgesamt gemeint und nicht die Durchleuchtungszeit, die, untersuchungstechnisch bedingt, kürzer als die Untersuchungszeit ist. Wie auch immer, ich weiß nicht, welche Dosisgröße mit ´Belastung´ von 30 - 100 mSv ausgedrückt worden ist. Aber nehmen wir mal an, mit ´Belastung´ sei die effektive Dosis gemeint gewesen und weiterhin, die Durchleuchtungszeit hätte eine Größenordnung von 30 min betragen (dazu kommen sicherlich noch ein paar Röntgenaufnahmen), dann würde die effektive Dosis am unteren Ende der Angabe ´30 - 100 mSv´ liegen. Das ist nicht wenig, aber vom Standpunkt eines Strahlenrisikos sind Sie keineswegs ´hoch´ krebsgefährdet. Das Risiko ist immerhin noch so gering (nicht gleich Null - das ist auch klar), dass Sie deswegen nicht beunruhigt sein müssen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



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