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  Miriam Caesar schrieb am 02.09.2015 - 11:06 Uhr:
Frage:2511 BETREFF: indirekter Gonadenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, benutzt man noch den indirekten Gonadenschutz bei Röntgenaufnahmen oder ist dies obsolet? Mit freundlichen Grüssen, Miriam Caesar


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Caesar, der indirekte Gonadenschutz ist keineswegs obsolet. Er ist problemlos anzuwenden und hilft, in Ergänzung zur Tiefenblende das Nutzstrahlenbündel wirksam einzublenden. Im Rahmen der zurzeit laufenden Novellierung der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie wird auch die darin enthaltene Anlage III (´Patientenschutzmittel´) überarbeitet und bei vielen dort aufgezählten Röntgenuntersuchungen ist (unter anderem natürlich) ebenfalls der indirekte Gonadenschutz aufgeführt. Auch in der Leitlinie der ´Bundesärztekammer´ wird auf die Nutzung dieses Schutzmittels hingewiesen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  R. Schenk schrieb am 01.09.2015 - 14:44 Uhr:
Frage:2510 BETREFF: Dosisvergleich
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich (MTRA) wurde schon mehrfach gefragt, wie sich die Dosis einer konventionellen Röntgenuntersuchung, zu der Dosis einer CT Untersuchung der gleichen Körperregion verhält. Gibt es einen nachvollziehbaren Rechenweg, z.B. um ein Röntgenbild des Thorax mit einem DFP von 10 cGy*cm2 und ein CT des Thorax mit einem DLP von 100 mGy*cm zu vergleichen? Kann man einen Faktor angeben(z.B.:10fache Dosis)? Leider konnte mir bisher niemand eine (für mich) verständliche Antwort geben. Vielen Dank. R. Schenk


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schenk, in der Literatur (zum Teil im Internet auffindbar) kann man sog. Konversionsfaktoren heraussuchen, mit denen man für konventionelle Röntgenuntersuchungen bzw. für CT das jeweilige Dosisflächenprodukt (DFP) bzw. Dosislängenprodukt multiplizieren muss, um daraus dann die effektive Dosis zu erhalten. Mit dieser kann man dann das stochastische Strahlenrisiko bei verschiedenen Röntgenuntersuchungen direkt vergleichen. Wenn Sie in Google z.B. eingeben: ´Konversionsfaktor Dosisflächenprodukt effektive Dosis´ bzw. ´Konversionsfaktor Dosislängenprodukt ... ´ sollten Sie eigentlich fündig werden. Sie müssen beim Multiplizieren aber nur aufpassen, dass Sie die richtigen (passenden) Einheiten benutzen. Leider gibt es z.B. beim DFP nicht nur eine Einheit. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Uta-Mareike Baumert schrieb am 01.09.2015 - 13:39 Uhr:
Frage:2509 BETREFF: Din Norm 6857-2
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich meinte natürlich die DIN 6857-2, die im Oktober Pflicht werden soll. Ist diese Info korrrekt?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Baumert, die DIN 6857-2 wird im Oktober 2015 nicht ´Pflicht´. Zurzeit befindet sich diese Norm im Stadium eines Normentwurfes, was bedeutet, dass es, bedingt durch mögliche Einsprüche von ´außen´ gegen den Normtext, noch Änderungen geben kann. Es sieht aber jetzt so aus, dass alle Einsprüche abgearbeitet sind, so dass dieser Normentwurf nun auf den vorgegebenen Weg geschickt werden kann, um frühestens im 1. Quartal 2016 als Norm in Kraft zu treten. Dieses Inkrafttreten von Normen bedeutet juristisch aber nicht, dass deren Einhaltung nun einer gesetzgeberischen Pflicht unterliegt, so wie das für eine Verordnung, also z.B. für die Röntgenverordnung, der Fall ist. Eine Norm ist ein technisches Regelwerk, dessen Einhaltung dem Bürger dringend zu empfehlen ist. Aber wenn er eine sicherheitstechnische Problematik anders als in der Norm formuliert, aber mit Erreichung desselben Ziels lösen kann, ist das auch gut. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kai Krugmann schrieb am 01.09.2015 - 09:57 Uhr:
Frage:2508 BETREFF: MTRA Schwangerschaft
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meine Frau ist als MTRA in der Radiologie eines Krankenhauses v.a.im CT beschäftigt. Nun ist sie schwanger und ihre Vorgesetzten sind der Meinung, dass sie weiterhin im CT eingesetzt werden darf. Mich beunruhigt diese Tatsache: Ist dieses Vorgehen üblich? Kann man tatsächlich davon ausgehen, dass das Personal im CT-Bereich keiner erhöhten Strahlung ausgesetzt wird? Zwar berichtet meine Frau, dass sie sich während der eigentlichen Aufnahme nur im Vorraum aufhält, doch muss sie schließlich mehrmals täglich die Patienten im CT-Raum vorbereiten! Sollte sie hierfür Schutzkleidung tragen? Vielen Dank für Ihre Antwort und das Angebot dieses Forums! Freundliche Grüße!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Krugmann, Sie brauchen sich keine Sorgen um Ihre Frau zu machen. Wie Sie ja geschrieben haben, ist sie nur dann im CT-Raum (Röntgenraum), wenn die Strahlung ausgeschaltet ist. Bei Einschaltung der Strahlung befindet sie sich in einem Vorraum zum Röntgenraum, der mit Sicherheit strahlenschutzmäßig ausgelegt, also mit Abschirmungen zum Röntgenraum hin ausgestattet ist. Es ist außerdem Vorschrift, dass ein medizinisches Röntgengerät, also auch ein CT, nur dann in Betrieb gehen darf, wenn seitens einer sog. Sachverständigenprüfung sichergestellt ist, dass die Abschirmungen ausreichend sind. Solange die Röntgenstrahlung nicht eingeschaltet ist, gibt es für die im Röntgenraum anwesenden Personen keinerlei Strahlenexposition. Sie müssen daher in dieser Zeit dort auch keine Schutzkleidung tragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr.med. Henrike Ebel schrieb am 27.08.2015 - 15:09 Uhr:
Frage:2507 BETREFF: Gonadenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es Ihrer Meinung nach ein Höchstalter für Gonadenschutz? Sollte man bei Frauen ab 60 Jahren und älter keinen Ovarienschutz mehr anlegen, bei Männern aufgrund der pot. ´unendlichen´ Zeugungsfähigkeit kein Höchstalter benennen? Wie sieht es aus mit Hodenkapseln im CT? Sinnvoll? oder ist die ´körperinterne´ Streustrahlung das Hauptproblem und würde dadurch nicht verhindert? Bei Kindern zB beim Schädel-CT Rö.-Schürze um den Körperstamm wickeln? Mit herzlichem Dank, Henrike Ebel


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dr. Ebel, 1) Es gibt kein (offizielles) Höchstalter für das Anlegen von Gonadenschutz in der Röntgendiagnostik. Ich möchte mich zurückhalten, hier im Forum RöV ein derartiges Alter für Mann und Frau festlegen oder auch nur vorschlagen zu wollen. 2) Hodenkapseln beim CT sind sicherlich sinnvoll für Untersuchungen im unteren Abdomenbereich, aber bestimmt nicht sehr effektiv für Schädel- und Extremitäten-CT. 3) Beim Schädel-CT sollten möglichst Schilddrüsen- und Augenschutzmittel genutzt werden. 4) Das Einwickeln des Körperstamms mit einer Schutzschürze bei pädiatrischen Schädel-CT-Untersuchungen wird unterschiedlich gesehen: Die Skala reicht von Störungen des Untersuchungsablaufes durch eine massive Einwicklung des Körperstamms mit einer Schürze bis hin zu Maßnahmen, wie sie unter 3) auch für Erwachsene empfohlen werden. Ich persönlich neige zu einem ´sanften´ Auflegen einer Schürze, ohne mit dieser den Körperstamm auch noch zu umwickeln. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Baumert, Uta schrieb am 27.08.2015 - 09:11 Uhr:
Frage:2506 BETREFF: Prüfung von Röntgenschürzen
Sehr geehrte Herr Prof. Ewens, ist es korrekt, daß ab Oktober 2015 die DIN 6857-1 verpflichtend ist. Wir halten zum Strahlenschutz unseres Personals div. Schürzen, Kostüme, Schilddrüsenschutz vor. Die Konstanzprüfungen unserer Geräte (C-Bögen, Rö-Geräte etc.) werden von einer externen Firma durchgeführt,da ich als leitende Mtra kaum Zeit dafür finde. Würden Sie empfehlen, die Durchführung der Din 6857-1 auch nach extern zu verlagern, um z.B.der Dokumentationspflicht nachzukommen? Mit freundlichen Grüssen Uta-Mareike Baumert


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Baumert, ich muss zur Beantwortung Ihrer Frage wissen, ob Sie wirklich die DIN 6857-1 meinen oder nicht vielleicht die DIN 6857-2. Aus Ihrem Anfragetext würde ich ehr vermuten, dass es Ihnen um die DIN 6857-2 geht. Denn diese Norm beschreibt die regelmäßige Prüfung von Schutzkleidung des Personals. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marioo schrieb am 25.08.2015 - 11:39 Uhr:
Frage:2505 BETREFF: 4 mal in 3 Monaten geröngt
Vielen dank Herr Professor damit haben sie mich etwas beruhigt. Aber was mich noch interessieren würde wieviel mSv wäre das alles zusammen, ist damit die Grenze pro Jahr überschritten? Ich habe vorallem angst vor leukämie, wie hoch ist da diesbezüglich die wahrscheinlichkeit und was können sie mir empfehlen sich vor dieser Krankheit zu schützen? Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit Beste grüße


1. Antwort: Die Frage wurde zweimal gestellt. Antwort siehe Nr. 2504! K. Ewen



  Marioo schrieb am 25.08.2015 - 11:24 Uhr:
Frage:2504 BETREFF: 4 mal in 3 Monaten geröngt
Vielen dank Herr Professor damit haben sie mich etwas beruhigt. Aber was mich noch interessieren würde wieviel mSv wäre das alles zusammen, ist damit die Grenze pro Jahr überschritten? Ich habe vorallem angst vor leukämie, wie hoch ist da diesbezüglich die wahrscheinlichkeit und was können sie mir empfehlen sich vor dieser Krankheit zu schützen? Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit Beste grüße


1. Antwort: Hallo Marioo, man gibt Strahlenexpositionen, z.B. auch diejenigen von Patienten in der Röntgendiagnostik, oft als sog. effektive Dosis an. Man kann diese Dosis relativ einfach aus der Kenntnis des Dosisflächenproduktes errechnen (Sie hatten ja die Werte bei Ihrer ersten Frage angegeben). Die effektive Dosis beschreibt das Risiko für sog. stochastische Strahlenwirkungen. Darunter fallen Krebs, Leukämie und genetische Effekte. In Überstimmung mit Angaben aus der Literatur beträgt die effektive Dosis für eine Thoraxaufnahme in 2 Ebenen max. 0,2 mSv, so dass man bei drei derartiger Untersuchungen auf 0,6 mSv kommt. Die zahnmedizinische Untersuchung trägt davon nur einen Bruchteil bei, so dass man damit in der Gesamtsumme nicht mehr als ungefähr 0,65 mSv erreicht. Es gibt keinen gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für die Patientenexposition in der Röntgendiagnostik, aber die Geringfügigkeit dieser 0,65 mSv lassen sich an der jährlichen Dosis ermessen, die im Durchschnitt jeder Bürger in Deutschland durch die natürliche Strahlenexposition erhält (ca. 2,3 mSv). Ich kann keine Empfehlung geben, wie man sich vor einer Krankheit schützen kann, die durch eine schon erfolgte sehr niedrige Strahlenexposition möglicherweise entstehen könnte. Eine diesbezügliche Empfehlung ist aber bei der Kleinheit des in Ihrem Fall vorliegenden Strahlenrisikos auch gar nicht erforderlich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marioo schrieb am 24.08.2015 - 20:44 Uhr:
Frage:2503 BETREFF: 4 mal in 3 Monaten geröngt
Sehr geehrte Herr Professor, Ich wurde letztes jahr 4 mal geröngt: 20.Mai2014 hws in 2 Ebene 8,6/ 13,8 centy Grey pro QuadratZentimeter. 28.Mai2014 Thorax 8,2 centy Grey pro QuadratZentimeter. 25.Juni2014 Zähne keine Angaben, gerät ist 15 Jahre alt. 20.August2014 erneut Thorax 8,6 centy Grey pro QuadratZentimeter. Jetzt bin ich ziemlich verunsichert, Ist das eine hohe strahlendosis die ich dadurch abbekommen habe?? Und bin ich in der Zukunft diesbezüglich Tumor gefährdet? Ich bin 25 Jahre Alt, Männlich und sportlich. Können sie mich bitte aufklären ? Ich bedanke mich im voraus Schöne grüße


1. Antwort: Hallo Marioo, Sie müssen sich keine Sorgen machen, was eventuelle Folgen durch die von Ihnen geschilderten Röntgenuntersuchungen betrifft. Klar, jede Röntgenuntersuchung erzeugt eine gewisse Strahlendosis, aber entscheidend für das daraus resultierende gesundheitliche Risiko ist die Größenordnung dieser Dosis. In Ihrem Fall sind zwar 4 Röntgenuntersuchungen in einem relativ kurzen Zeitraum durchgeführt worden, aber Röntgenaufnahmen des Thorax und ganz besonders der Zähne sind grundsätzlich mit einer besonders geringen Strahlenexposition verbunden, so dass Sie im Hinblick auf eine daraus gegebenenfalls resultierende Tumorbildung nicht verunsichert sein müssen. Die von Ihnen angegebenen Dosiswerte (genauer: die Werte des Dosisflächenproduktes in cGy mal cm2) liegen alle im Normalbereich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andreas Rauch schrieb am 24.08.2015 - 14:05 Uhr:
Frage:2502 BETREFF: Rechtfertigung i. S. des § 2a RöV
Guten Tag, § 2a der RöV führt aus, dass neue Arten von Tätigkeiten gerechtfertigt sein müssen. Anlage 5 der RöV enthält nicht gerechtfertigte Tätigkeiten. Gesetzt den Fall ein größeres Unternehmen möchte zukünftig ein Hochschutzgerät oder Vollschutzgerät einsetzen, um Poststücke und Pakete vor dem Öffnen auf potenziell gefährliche Inhalte (z. B. Sprengsätze) zu durchleuchten (also keine medizinische Anwendung!). Ist diese für das Unternehmen gänzlich neue Art der Tätigkeit i. S. des §2a der RöV gerechtfertigt? Falls ja: Wie ist dies begründet? Falls nein: warum nicht?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rauch, Röntgengeräte zur Gepäck- und Paketkontrolle sind auf dem Markt käuflich zu erwerben. Zum Beispiel als Hoch- oder Vollschutzgeräte fällt ihre Anwendung keineswegs unter die nicht gerechtfertigten Tätigkeitsarten des § 2a Abs. 3 RöV. Man muss sie nur vorschriftsmäßig nach der RöV in Betrieb nehmen. Wenn es sich beispielsweise um bauartzugelassene Hoch- oder Vollschutzgeräte handeln sollte, fallen die Inbetriebnahmemodalitäten unter § 4 Abs.3 der RöV. Falls also die einschlägigen technischen und administrativen Vorgaben der RöV eingehalten sind, warum sollen Geräte dieser Art nicht betrieben werden dürfen? Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Susanne K. schrieb am 21.08.2015 - 10:06 Uhr:
Frage:2501 BETREFF: Standortwechsel Röntgenanlage
Sehr geehrte Damen und Herren, ist bei einem Standortwechsel einer fest installierten Röntgenanlage eine erneute Abnahmeprüfung erforderlich, oder reicht eine Sachverständigenprüfung aus? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Kühl, wählen Sie das Forum RöV an (www.forum-roev.de). Klicken Sie dann auf der Startseite des Forum RöV an: 7. Richtlinien/BMU Schreiben. In der sich öffnenden Tabelle unter Datum 25.08.2011 ´Konsolidierte Fassung der SV-RL´ anklicken. Dann in dieser Richtlinie, ziemlich am Ende, die Anlage II und dort die Tab. II 1 (´Änderungen ... ´) aufsuchen. In dieser Tabelle interessiert, was Ihre Frage betrifft, die Nr. 2 (´Änderung des Aufstellungsortes stationärer Geräte´). Dort wird für den Fall, dass bei dem Standortwechsel die Anlage ganz oder teilweise zerlegt werden muss (und ich halte das bei einem stationären Gerät für wahrscheinlich), gefordert, dass eine Teil-/Abnahmeprüfung durchzuführen ist (Sp. 3) und dabei alle Prüfparameter der Abnahmeprüfung abgearbeitet werden müssen (Sp. 4). Sie können die Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) natürlich auch im Internet finden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Volker Sendler schrieb am 19.08.2015 - 12:02 Uhr:
Frage:2500 BETREFF: Forum Röntgenverordnung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, lieber Klaus, es war im Dezember 2009, dass in diesem Forum die 1000te Frage beantwortet wurde. Du hattest damals versprochen, dem mittlerweile geflügelten Wort „nicht verzagen – Ewen fragen“ auch weiterhin nachzukommen. Nun, fünfeinhalb Jahre später und 1500 Fragen weiter, ist das Forum immer noch eine wichtige Plattform zum Erfahrungsaustausch und Informationszentrale für alles, was mit dem Thema Röntgenverordnung zusammenhängt. Eine etwa kontinuierliche Aufrufzahl von über 3000/Monat und im Schnitt eine Frage pro Tag sprechen für sich. Die Zahl derer, die Dich im Hintergrund unterstützen ist seitdem deutlich gewachsen. Aber auch die Fragen sind komplexer geworden, weil es mit der Digitalisierung in der Röntgentechnik eben nicht alles einfacher wird. Es gibt aber trotzdem nur ganz selten eine Frage, die Du nicht beantworten kannst, weil sie wirklich nicht in das Thema gehört. Also an dieser Stelle, sicher auch im Namen der Forumnutzer, an Dich und alle die hier nicht Genannten, die Dich unterstützen, ein Glückwunsch zum Erreichen der Frage 2500 und großer Dank für alles, was Du hier leistest. Mein Dank auch an die Firmen, die den Betrieb des Forums mit Werbeeinblendungen unterstützen (wir haben natürlich Platz für mehr). In diesem Sinne wünsche ich Dir weiterhin gute Gesundheit und das die Forumnutzer noch lange nicht verzagen brauchen, weil: sie können ja Ewen fragen!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Sendler, lieber Volker, diesmal ist ja keine Frage zu beantworten sondern ´nur´ ein Lob einzustecken. Vielen Dank dafür. Ich gebe das natürlich an die Personen weiter, die mich bei Beantwortung der nicht immer so ganz leichten Fragen mit Rat und Informationen unterstützt haben. Als ich damals mit der Durchführung dieses Forum RöV vom Arbeitskreis RöV (AK RöV) beauftragt wurde, hätte ich mir nicht vorstellen können, irgendwann mal die 2500. Frage zu erreichen. Das Forum RöV war also ein voller Erfolg und zeigt, dass ein nicht unerheblicher Bedarf ein rechtlichen und technischen Informationen im Zusammenhang mit der Durchführung der RöV (zum Teil auch der StrlSchV und des MPG) besteht. Wie soll es weitergehen? Die Zahl 3000 ansteuern? Dabei muss ich persönlich aber an Wilhelm Busch denken, der lange vor Albert Einstein sinngemäß feststellte: ´Die Zeit fliegt hin im Sauseschritt - wir springen auf und fliegen mit.´ Lassen wir also in Ruhe die Zukunft des Forum RöV, wie auch immer sie gestaltet sein mag, auf uns zukommen. Viele Grüße Klaus Ewen



  guido kindervater schrieb am 14.08.2015 - 12:48 Uhr:
Frage:2499 BETREFF: DIN 6868-157
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, danke für die Antwort Frage 2498. Leiderstellt sich mir noch eine praktische Frage. Ist es zulässig den entsprechenden Luxwert bei der Befundung mit Lichtschutz etc passend zum Befundungszeitpunkt mit einem im Raum vorhandenem Lux-meter einzustellen? Ich denke da an Räume mit wechselnden Lichtverhältnissen oder an Räume, in denen auch Patientengespräche stattfinden, die man ungerne bei 50 Lux durchführt. Vielen Dank für Ihre Antwort Guido Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, ich sehe kein Problem in der von Ihnen geschilderten Vorgehensweise. Es gibt bestimmt auch elegantere Methoden (z.B. Einstellung der geforderten Beleuchtungsstärke für die Zeit der Befundung ´per Knopfdruck´), aber nach meiner Auffassung spricht nichts gegen Ihre Art, die richtige Beleuchtungsstärke einzustellen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  guido kindervater schrieb am 13.08.2015 - 08:36 Uhr:
Frage:2498 BETREFF: Raumklassen nach neuer DIn
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, betrifft die nach DIN6868-157 notwendige Einteilung nach Raumklassen auch alte Befundungs- und Betrachtungsmonitore? Wenn nein, gilt eine Übergangsfrist? Vielen Dank für Ihre Antwort Guido Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, ja, es gibt Übergangsregelungen: 1) Forum RöV anwählen: www.forum-roev.de 2) Startseite ´Forum-Röntgenverodnung´ öffnet sich 3) Link ´Richtlinien/BMU Schreiben´ anwählen 4) direkt 1. Zeile der sich öffnenden Tabelle ´13.05.2015 Ergänzende Festlegungen ... ´ beinhaltet u.a. auch die o.g. Übergangsregelungen. Wichtiges Fazit: Wenn eine Abnahmeprüfung (AP) nach DIN 6868-157 durchgeführt werden muss, betrifft diese AP auch die notwendige Einteilung in Raumklassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stephan Wenzlik schrieb am 11.08.2015 - 09:53 Uhr:
Frage:2497 BETREFF: DVT durch Orthopäden
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Ich habe eine Frage zur Anwendung der DVT in der Orthopädie. Welche Voraussetzungen sind zum Betrieb durch einen Facharzt für Orthopädie erforderlich? Gibt es eine spezielle Fachkunde für den Bereich oder ist die Anwendung durch die Fachkunde Teilgebietsradiologie abgedeckt? Vielen Dank! S. Wenzlik


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wenzlik, Basis für die Antworten auf Ihre Frage ist die ´Fachkunde-Richtlinie Medizin RöV´ (findet man im Internet). Als so genannte Grundfachkunde ist für Orthopäden die Fachkunde Rö3.1 (Skelett) erforderlich. Auf der Grundlage dieser Fachkunde kann dann die Fachkunde (DVT) nach Rö9.2 erworben werden (Rö9.1 gilt explizit nur für die HNO-Heilkunde). Für den Erwerb der Fachkunde Rö9.2 gilt, dass bei der notwendigerweise vorhandenen Grundfachkunde ein Spezialkurs ´Digitale Volumentomographie und sonstige tomographische Verfahren für die Hochkontrastbildgebung außerhalb der Zahnmedizin´ (Dauer 8 Stunden nach Anlage 2.4 der o.g. Fachkunderichtlinie) erfolgreich absolviert werden muss und in einem Zeitraum von mindestens 6 Monaten als Sachkunde 100 dokumentierte DVT-Untersuchungen (unter Aufsicht eines bereits fachkundigen Kollegen/einer Kollegin) nachgewiesen werden müssen. Alternativ wäre auch die Teilnahme an einem von der zuständigen Stelle anerkannten ´Kombinationskurs´ (Theorie und Praxis) möglich. Falls es solche anerkannten Kombinationskurse überhaupt gibt, werden sie vergleichbare Randbedingungen bezüglich der Zeiten und Sachkundenachweise aufweisen, d.h. zwischen Beginn und Abschluss werden 6 Monate liegen. Und 100 Untersuchungen sind auch hier nachzuweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ralf Stolpe-Jazbinsek schrieb am 06.08.2015 - 14:15 Uhr:
Frage:2496 BETREFF: DIN 6868-157, ein Fall von Altersdiskriminierung?
Sehr geehrter Herr Prof. Even, leider ist im Feld eindeutig festzustellen das die neue NORM DIN 6868-157 bei kritischer Betrachtung große Probleme bei der visuellen Bewertung mit sich bringt. Hierbei ist festzustellen das ein junger, aber unerfahrener Prüfer mehr sieht als ein deutlich älterer, aber sehr erfahrener Prüfer. (Tests ergaben gleiches bei jungen und älteren Radiologen) Das ist im allgemeinen nichts neues, sondern natürlich! Aber, im Zusammenhang mit der Bewertung nach DIN 6868-157 haben wir es hier mit Altersdiskriminierung zu tun! Genauere Erklärung ´Altersdiskriminierung´ unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Altersdiskriminierung Ein Fall also für die Zentrale Ethikkommission Berlin? Was schlagen Sie vor wie damit umzugehen ist? Kann und wird die QS-RL entsprechend ergänzt/geändert? Mit freundlichen Grüßen, Ralf Stolpe-Jazbinsek


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stolpe-Jazbinsek, zunächst einmal eine allgemeine Antwort auf alle Forumanfragen, welche die DIN 6868-157 betreffen. Wir sind dabei, die damit verbundenen Problemfälle zusammenzufassen und haben vor, dies dann hier im Forum RöV bekannt zu geben. Das wird aber noch etwas dauern. Hier also zunächst diese pauschale Antwort: In letzter Zeit häufen sich die Fragen im Forum RöV zur DIN 6868-157 („BWS“) und zu ihrem Umfeld (z.B. QS-RL). Da diese Fragen oft sehr spezifisch sind, wurde der Vorschlag unterbreitet, diese Anfragen einem kleinen Gremium von Experten auf diesem Gebiet zukommen zu lassen und deren Antworten dann in das Forum RöV einzustellen. Es ist verständlich, dass dieser Vorgang insgesamt etwas länger dauern wird als normalerweise im Forum RöV üblich. Die Forumleitung hat darauf wenig Einfluss. Ich bitte darum um Verständnis. Dann eine spezifische Antwort auf Ihr Thema ´Altersdiskriminierung´: Ich kann Ihren Text dazu nicht so ganz nachvollziehen. Natürlich weiß ich auch aus eigener Erfahrung, dass jüngere Leute in vielen Bereichen leistungsfähiger sind als die ältere Generation, zu der ich ja schließlich auch zähle. Sagen wir es einfach mal so: Das ist das Recht der Jugend. Im Zusammenhang mit technischen und medizinischen Prüfungen von radiologischen Einrichtungen ist mir im Rahmen meiner praktischen Tätigkeiten aufgefallen, dass ältere erfahrene Personen diesen Anteil an größerer Leistungsfähigkeit seitens der jüngeren Kollegen/innen durch zielgerichtete Nutzung von in langer Zeit erworbener Erfahrung ausgleichen, manchmal sogar toppen konnten. Ich denke insoweit nicht, dass die von Ihnen angesprochene ´Bewertung nach DIN 6868-157´ tatsächlich eine Altersdiskriminierung bedeutet und somit ein Fall für eine Ethikkommission ist. Vielmehr hat man in dieser Vorschrift Anforderungen festgelegt und geregelt, wie die hier angesprochenen Systeme bei Abnahme- und Konstanzprüfungen (strahlenschutz)technisch bewertet werden sollen. Dabei hat man sowohl jungen als auch älteren Kollegen/innen diese Bewertung in gleichem Maße zugestanden. Dass auch ältere Kollegen/innen mit all ihren Erfahrungen dazu bestens in der Lage sind, zeigt sich zum Beispiel an den Prüfungen von digitalen Mammographiegeräten mit dem CDMAM-Phantom, die ich selbst intensiv begleitet habe. Hier erzielten sowohl jüngere als auch ältere Kollegen/innen vergleichbare Ergebnisse. Eine Altersabhängigkeit konnte dabei nicht festgestellt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frau Tarrach schrieb am 30.07.2015 - 21:19 Uhr:
Frage:2495 BETREFF: MRT ohne Arzt
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, derzeit befinde ich(ausgebildete MTRA) mich noch im Erziehungsurlaub und fange demnächst in einem MVZ an im MRT zu arbeiten. Bisher habe ich genügend Erfahrung gesammelt aber Untersuchungen ohne Arzt durchzuführen erscheint mir doch etwas unsicher auch wenn es nur Native sind. Da ja Patienten nicht berechenbar sind. Die Ärztin geht in den Urlaub und wir sollen in dieser Zeit weiterhin untersuchen. Kein Vertretungsarzt o.ä. Ist dies rechtens oder darf ich die Arbeit in der Zeit niederlegen bis ein Arzt mit Fachkunde in Rufnähe ist?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Tarrach, hätten Sie diese Frage zur Tätigkeit an einer Röntgeneinrichtung gestellt, hätten wir Ihnen eine eindeutige Antwort bezüglich rechtfertigender Indikation (ausschließlich durch im Strahlenschutz fachkundigen Arzt), technische Durchführung (durch MTRA oder MFA mit Kenntnissen im Straahlenschutz unter Aufsicht eines fachkundigen Arztes) und Befundung (fachkundiger Arzt oder Arzt mit Kenntnissen unter Aufsicht) geben können. Vergleichbar eindeutige Regelungen wie in der Röntgenverordnung und Strahlenschutzverordnung sind uns für den Bereich der nichtionisierenden Strahlung (z.B. MRT) nicht bekannt. Hier werden sicherlich das ärztliche Berufsrecht, die Vertragsbedingungen der SGB V-Partner und die Leitlinien der Fachgesellschaften den Stand der medizinischen Wissenschaften und die damit verbundenen Voraussetzungen definieren. Wir glauben nicht, dass eine Entscheidung, ob und in welcher Form eine MRT-Untersuchung durchgeführt werden soll, von einem fachkompetenten Arzt auf eine MTRA delegiert werden darf (fachkompetenter Arzt deshalb, weil es für MRT bisher keine Vorschriften für eine bescheinigte Fachkunde im Strahlenschutz gibt). Außerdem meinen wir, dass eine Befundung der MRT-Untersuchung zu den ärztlichen Aufgaben gehört. Da dies aber nur unsere Meinung widerspiegelt und für uns rechtlich nicht belegbar ist, empfehlen wir Ihnen, mit den Berufsverbänden (MTRA-Verbände, Radiologenverband) Kontakt aufzunehmen und dort eine belastbare Auskunft einzuholen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  P. Pröhl schrieb am 28.07.2015 - 17:09 Uhr:
Frage:2494 BETREFF: KPs mit DR- und CR-Technik?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wenn an einer Rö.-Anlage mit Verwendung von zwei unterschiedlichen digitalen Bildempfängersystemen gearbeitet wird, muss dann auch zwangsläufig eine „doppelte“ Konstanzprüfung mit beiden Systemen durchgeführt werden? Fakt 1: diese Anlage wird zu ca. 95% mit DR-Technik und zu ca. 5% mit CR-Technik (Bettaufnahmen) betrieben; Fakt 2: das CR-System wird zu 100% im Nebenraum verwendet, daher wird natürlich die komplette KP für diesen Raum auch damit durchgeführt. Nach meiner Meinung werden bei den KPs zu Fakt 1: DR-Anlage mit DR-Technik, zu Fakt 2: konventionelle Anlage mit CR-Technik alle zu prüfenden Komponenten gem. DIN 6868-13 ausreichend geprüft. Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass Rö.-Anlagen verwendungsrelevant zu prüfen sind. Können Sie dem so zustimmen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pröhl, ich kann es kurz machen: Ich stimme Ihrer Auffassung zu. Das ist aber nur die inoffizielle Meinung des Forum RöV. Deshalb empfehle ich, bei der zuständigen ärztlichen Stelle zu hinterfragen, ob man das dort genauso sieht. Vielleicht gibt es Argumente gegen diese Art der Durchführung einer Konstanzprüfung, die wir so nicht gesehen haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Krellmann schrieb am 28.07.2015 - 12:17 Uhr:
Frage:2493 BETREFF: Teleradiologie und MRT
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, die MRT fällt nicht unter die RöV und ist deshalb auch nicht für eine Teleradiologie genehmigungspflichtig. Sie haben ja ein umfangreichstes Wissen auch über die RöV hinaus. Deshalb meine Frage, ob Ihnen ein Genehmigungsweg für eine solche Befundung bekannt ist oder man einfach , natürlich unter Wahrung aller Datenschutzbestimmungen, ´losbefunden´ kann. Vielen Dank !


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Krellmann, Sie haben ja schon richtig beschrieben, dass der Betrieb eines MRT nicht unter die strahlenschutzrechtlichen Vorschriften fällt und damit auch nicht die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen der RöV nachzuweisen sind. Wir gehen aber davon aus, dass auch beim Betrieb eines MRT, insbesondere wenn er im Rahmen der Telemedizin genutzt werden soll, bestimmte technische und personenbezogene Voraussetzungen beachtet werden müssen. So gelten auf jeden Fall die Vorschriften des Medizinproduktegesetzes, wonach nur sichere und leistungsfähige Produkte genutzt werden dürfen. Dies ist mit der CE-Kennzeichnung, aber auch durch Funktionsprüfungen nach der Medizinprodukte-Betreiberverordnung nachzuweisen und gilt sicherlich auch für die Bildwiedergabesysteme. Auch muss die Telemedizin mit MRT sicherlich ähnlichen Anforderungen bezüglich der Übertragung genügen wie die Teleradiologie nach der Röntgenverordnung. Ebenso wird der befundende Arzt (Telemediziner) Fachkompetenzen haben, die dem Facharztstandard entsprechen. Und es ist sicherlich notwendig, dass das Bedienpersonal über die notwendigen Kompetenzen und Qualifikationen für die Bedienung der Anlage verfügen muss. Nicht erforderlich für MRT ist bisher, dass der Betrieb, ähnlich wie bei Röntgeneinrichtungen, genehmigt werden muss. Dabei ist aber auch zu berücksichtigen, dass bei der Anwendung von ionisierender Strahlung am Menschen seitens eines im Strahlenschutz fachkundigen Arztes immer eine rechtfertigende Indikation mit Nutzen-Risiko-Abwägung gestellt werden muss. Dieses Erfordernis gibt es beim Betrieb von MRT (noch) nicht. Daher stellt sich die Situation in der MRT-Diagnostik heute noch etwas einfacher dar als dies in der Röntgendiagnostik der Fall ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Früh schrieb am 26.07.2015 - 08:45 Uhr:
Frage:2492 BETREFF: Anwender CT
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich setze mich zur Zeit mit dem Betrieb von Computertomographen auseinander. Nun betrachte ich das Anwenden eines CT-Gerätes aus Anwendersicht und setzte mich damit auseinander, welche Forderungen ich als Anwender eines CTs in Bezug auf MPBetreibV und RöV beachten muss. Durch die MPBetreibV wird deutlich der Anwender benannt (§2). Hier ist mir deutlich bewusst, welche Forderungen beachtet werden müssen. Bei der Betrachtung der RöV ist mir aufgefallen, dass sich diese eigentlich nur an den Betreiber eines Gerätes, das nach RöV behandelt werden muss gerichtet ist. Heißt das, dass i keine Forderungen durch die RöV speziell an den Anwender gibt? Vielen herzlichen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Früh, das Forum RöV möchte Ihnen als Antwort auf Ihre Frage, sozusagen in Kurzfassung, die unterschiedlichen Konzeptionen von Medizinprodukterecht und Strahlenschutzrecht, die schon seit dem europäischen Ursprung dieser Rechtsverordnungen bestehen, erläutern. Während das Medizinprodukterecht Regelungen enthält, die denjenigen unmittelbar betreffen, der ein Medizinprodukt anwendet, laufen die administrativen Kanäle im Strahlenschutzrecht (fast) immer über den Strahlenschutzverantwortlichen oder die von ihm bestellten Strahlenschutzbeauftragten und somit über die von diesen wesentlich mitbestimmte Strahlenschutzorganisation. Im Medizinproduktesetz und der auf dessen Basis erlassenen Medizinprodukte-Betreiberverordnung werden bestimmte Pflichten dem „Betreiber“, aber auch dem Anwender unmittelbar zugeordnet, während in der Röntgenverordnung und in der Strahlenschutzverordnung beschrieben ist, dass der Strahlenschutzverantwortliche (Betreiber) und im gewissen Maße die Strahlenschutzbeauftragten dafür zu sorgen haben, dass die Pflichten eingehalten werden. Dafür sind auch besondere Befugnisse einzuräumen. Diese unterschiedlichen Regelungen bedeuten aber nicht, dass der Anwender im Strahlenschutzrecht keine Pflichten zu beachten hätte. Auch er muss die Vorgaben z.B. der Röntgenverordnung beachten. Lediglich der „Behördendurchgriff“ ist unterschiedlich. Während die Behörde bei der Nichtbeachtung von Vorschriften des Medizinprodukterechts ggf. unmittelbar den Anwender verpflichten oder gegen ihn Sanktionen einleiten kann, trifft dies im Strahlenschutzrecht in erster Linie den Strahlenschutzverantwortlichen und die Beauftragten. Aber auch hier kann die Behörde Einschränkungen festlegen (Schulungen, Tätigkeiten nur unter Aufsicht oder Ähnliches). Wenn die bescheinigte Fachkunde oder Kenntnisse im Strahlenschutz angezweifelt werden, dann wird auch hier das Prinzip der Strahlenschutzorganisation durchbrochen und die zuständigen Behörden bzw. zuständige Stellen können Maßnahmen unmittelbar gegenüber der fachkundigen Person festlegen, die ja auch Anwender sein kann. Sie sehen, die Konzeptionen des Medizinprodukterechts und des Strahlenschutzrechts sind in der Tat grundsätzlich unterschiedlich und es ist vielleicht erforderlich, im Strahlenschutzrecht andere Personen verantwortlich zu verpflichten als im Medizinprodukterecht. Aber das Ziel, für einen sicheren Betrieb oder eine sichere Anwendung zu sorgen, muss und kann kann in beiden Rechtsbereichen erreicht werden, wenn auch auf unterschiedlichen Rechtswegen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Zachotzky schrieb am 25.07.2015 - 18:21 Uhr:
Frage:2491 BETREFF: Mobil Röntgen, dentale Tubusgeräte
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, unter Berücksichtigung von RöV, SV-RL und MPBetreibV sind Akku betriebene Tubusgeräte bereits erfolgreich zugelassen. Eine nicht unerhebliche, technische Verbesserung und Unterstützung bei der Behandlung immobiler Patienten. Teilweise widersprechen Sachverständige wie auch andere Fachleute dieser Tatsache und sorgen bei Interessenten für erhebliche Unsicherheit. Bereits auf telefonische Nachfrage wird jegliche Betriebserlaubnis aus nicht nachvollziehbaren Gründen strikt abgelehnt. Warum diese ablehnende Haltung? Können Sie freundlicherweise dazu Stellung nehmen? MfG


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Zachotzky, die Einbeziehung strahlenschutztechnischer Anforderungen an mobile dentale Tubusgeräte in das Konzept der Sachverständigenprüfung nach der SV-RL ist aus jetzt nicht mehr nachvollziehbaren Gründen bezüglich der Kommunikation zwischen den daran beteiligten Kreisen nicht so ganz glatt verlaufen. Das scheint der Hauptgrund gewesen zu sein, warum die von Ihnen angesprochene Unsicherheit in der Sachverständigenszene entstanden ist. Ich will hier versuchen, den Ablauf der Beratungen zu dieser Thematik nachzuvollziehen, um zu zeigen, dass zumindest grundsätzlich das Problem sachlich gelöst ist. Mit dem Thema ´spezielle strahlenschutztechnische Anforderungen an mobile dentale Tubusgeräte´ hatte man sich erstmals schon auf 40. Sitzung des AK RöV im Jahr 2010 beschäftigt. Dort wurde festgelegt, dass die entsprechenden zusätzlichen Strahlenschutzvorkehrungen, wie Vorhandensein von Stativ und Fernauslösung sowie geeigneter Fokus-Haut-Abstand, gegeben sein müssen. Dieser Forderungskatalog wurde, wie üblich bei allen technischen Vorschlägen, die vom AK RöV erarbeitet werden, dem LA RöV vorgetragen. An dieser Stelle könnte es an der Kommunikation gehakt haben, denn aus unbekannten Gründen ist es nicht zu einer diesbezüglichen Änderung bzw. Ergänzung der SV-RL gekommen. Erst auf der 47. Sitzung des AK RÖV im Jahr 2013 erschien dieses Thema wieder auf der Tagesordnung. Es wurde auf das Ergebnis der Beratungen bei der o.g. 40. Sitzung des AK RöV verwiesen. Zurzeit wird die SV-RL novelliert, unter anderem auch das Prüfprotokoll für dentale Tubusgeräte (Berichtsmuster 2.2.5). Dort findet man jetzt die Berücksichtigung der o.g. Anforderungen: Prüfposition M05F02 zum Fokus-Haut-Abstand (diese Prüfposition ist nicht neu; sie gilt auch für stationäre dentale Tubusgeräte) und die neu formulierte, nur für ortsveränderlich genutzte dentale Tubusgeräte geltende Prüfposition M05F12 zur Fernauslösung und zum Stativ. Es ist nicht bekannt, wann die neue SV-RL in Kraft treten wird. Aber mit dieser Forumantwort sind jetzt diese technischen Anforderungen an mobile dentale Tubusgeräte zumindest als Entwurf bekannt und könnten von den Sachverständigen in deren Prüfungen an Geräten dieser Art mit einbezogen werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  O.Dölker schrieb am 23.07.2015 - 17:47 Uhr:
Frage:2490 BETREFF: CT Geräte ohne Röhrenstrommodulation
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, CT´s ohne Röhrenstrommodulation (ADR)dürfen in der Radiologie nur noch bis zum 31.12.2015 betrieben warden. Dürfen diese CTs in der Strahlentherapie zur Planung weiter verwendet warden. Wird es da eine Ausnahmeregelung geben. Mit freundlichen Grüßen O.Dölker


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dölker, Ein wesentliches Ziel der Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL), in deren Anlage I man die von Ihnen genannte Übergangsregelung findet, ist es, dazu beizutragen, dass röntgendiagnostisch genutzte Einrichtungen dem jeweiligen Stand der Technik entsprechen. Dabei muss, wie immer, wenn es um eine Forderung nach Vorhandensein des Standes der Technik geht, die Verhältnismäßigkeit gewährleistet bleiben. Aus diesem Grund werden in der SV-RL relativ großzügig bemessene Übergangsfristen eingeräumt. Dies gilt natürlich auch für die technische Anpassung beispielsweise älterer Computertomographen. Es wurden in den betreffenden technischen Regelungen keine unterschiedlichen Gesichtspunkte bezüglich der Anwendung der betreffenden Modalitäten berücksichtigt, sondern es wurde festgelegt, dass diese Systeme nach Ablauf der jeweiligen Übergangsfrist nicht mehr den technischen Anforderungen genügen. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass es für Röntgeneinrichtungen, die nach RöV genehmigt oder angezeigt betrieben werden, einen Bestandsschutz gibt. Die Entscheidung, ob eine solche Einrichtung im konkreten Einzelfall tatsächlich außer Betrieb genommen werden muss, ergibt sich nicht durch Änderung eines technischen Regelwerkes (wie z.B. der SV-RL) sondern durch eine Einzelfallentscheidung der zuständigen Aufsichtsbehörde. Der Strahlenschutzverantwortliche (Betreiber) hat dabei 2 Möglichkeiten: 1) Er kann abwarten, bis die betreffende Behörde ihm mitteilt, dass er das Gerät außer Betrieb nehmen muss. Er kann dann (möglichst frühzeitig) versuchen, mit der Behörde einen eingeschränkten Betrieb für eine bestimmte Anwendung (hier: CT in der Strahlentherapie), für die die Nachrüstung (hier: einer ADR) nicht relevant sein mag, zu vereinbaren. 2) Der Betreiber klärt schon im Vorfeld mit der zuständigen Behörde ab, ob diese damit einverstanden ist, dass mit einer Änderungsgenehmigung oder -anzeige die Anwendung schon vor einer möglichen behördlichen Anordnung freiwillig auf bestimmte Verfahren eingeschränkt wird. Wenn es Anwendungen sind, für die eine Anpassung an die Vorgaben des technischen Regelwerks (z.B. SV-RL) nicht relevant ist, erscheint es möglich, dass die Behörde dem zustimmt. Aus unserer Sicht macht es Sinn, der Behörde durch eine Stellungnahme einer fachkompetenten Person nachzuweisen, dass durch die Nachrüstung (z.B. einer ADR) für den geplanten Betrieb (z.B. CT in der Strahlentherapie) weder eine relevante Verringerung der Strahlenexposition noch eine relevante Verbesserung der Bildqualität erreicht wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heike Prager schrieb am 23.07.2015 - 07:53 Uhr:
Frage:2489 BETREFF: DPX-Messung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, leider habe ich mich etwas falsch ausgedrückt bzw. zu wenig Infos weitergegeben (momentan ist es einfach zu heiß) ! ich meinte nicht ´nichtärztliches Personal´, sondern nichtmedizinisches Personal. Bei fraglicher Person handelt es sich um eine Bürokraft. Kann diese ohne medizinische Ausbildung einen Strahlenschutzkurs absolvieren ? vielen lieben Dank für Ihre Mühe ! Mit freundlichen Grüßen Heike Prager


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Prager, diese Korrektur Ihrerseits ändert natürlich die Situation grundsätzlich: Die technische Durchführung zwecks Anwendung von Röntgenstrahlung in der Heilkunde (z.B. eine DPX-Messung) darf nicht durch ´nichtmedizinisches Personal´ (z.B. durch eine Bürokraft) erfolgen sondern von Personen, die eine erfolgreich abgeschlossene sonstige medizinische Ausbildung (z.B. eine Arzthelferin) absolviert und zusätzlich die Kenntnisse im Strahlenschutz (´Strahlenschutzkurs´) erworben haben (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Insofern stellt sich die Frage gar nicht, ob z.B. eine Bürokraft einen Strahlenschutzkurs absolvieren kann oder darf. Denn er würde ihr ja in keinster Weise beruflich etwas nutzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heike Prager schrieb am 21.07.2015 - 15:01 Uhr:
Frage:2488 BETREFF: DPX-Messung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, darf nichtärztliches Personal eine DPX-Messung am Patienten vornehmen wenn der Arzt mit Fachkunde anwesend ist ? Vielen Dank Heike Prager


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Prager, ja, das ist möglich, wenn von diesem Personal (z.B. von einer Arzthelferin) die entsprechenden Kenntnisse im Strahlenschutz erworben werden, was durch erfolgreichen Besuch eines diesbezüglichen Kurses von 10 Stunden Dauer geschehen kann, und wenn der erwähnte Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz die sog. ständige Aufsicht und Verantwortung übernimmt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anke S. schrieb am 21.07.2015 - 13:28 Uhr:
Frage:2487 BETREFF: Anfrage
Sehr geehrter Prof. Ewen, eine Klinik(ein KIS/RIS/PACS)mit zwei Radiologien in verschiedenen Häusern. Befundung zentral in einem Gebäude, dies ist keine Teleradiologie oder? Vielen Dank!


1. Antwort: Hallo Anke, die Teleradiologie im Sinne der RöV bedeutet, dass es ich um eine Untersuchung eines Menschen unter der Verantwortung eines fachkundigen Arztes handelt, der sich nicht am Ort der technischen Durchführung befindet und der mit Hilfe elektronischer Datenübertragung und Telekommunikation insbesondere zur rechtfertigenden Indikation und Befundung unmittelbar mit der Person am Ort der technischen Durchführung in Verbindung steht (vgl. § 2 Nr. 24 RöV). Aufgrund Ihrer Ausführungen gehe ich davon aus, dass die von Ihnen beschriebene Radiologie dort anders erfolgt. Nach Ihren Ausführungen wird die rechtfertigende Indikation im Sinne des Facharztstandards gestellt, d.h. der fachkundige Arzt kann den Patienten sehen und erforderlichenfalls auch körperlich untersuchen. Die Befundung erfolgt zwar nicht unmittelbar an der Modalität sondern an einem zentralen Ort, aber innerhalb der Klinik. Der fachkundige Arzt (Befunder) hat aber auch bei dieser Konstellation jederzeit die Möglichkeit eine weitere Untersuchung durchzuführen oder weitere Maßnahmen unmittelbar mit den weiterbehandelnden Kollegen zu besprechen. Darüber hinaus hat er die Möglichkeit, während der Untersuchung seine Verantwortung wahrzunehmen. Nach unserer Sicht handelt es sich hier nicht um eine Teleradiologie im Sinne der RöV. Das Verfahren unterscheidet sich auch nicht wesentlich von Verfahren, die es früher in der analogen Röntgendiagnostik gab, wo Röntgenaufnahmen dezentral hergestellt wurden, die Befundungen aber zentral z.B. in der Radiologie erfolgten. Wenn Sie allerdings eine wirklich rechtlich belastbare Entscheidung darüber benötigen, ob es sich in Ihrem speziellen Fall (entgegen unserer Meinung) nicht doch um Teleradiologie im Sinne der RöV handelt, empfehle ich Ihnen, mit der zuständigen Aufsichtsbehörde zu sprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexander T. schrieb am 21.07.2015 - 10:27 Uhr:
Frage:2486 BETREFF: Kinderfilter
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wo im Strahlengang sollte der Kinderfilter platziert werden? Vor oder hinter dem DAP? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Türk, das sog. Kinderfilter muss - in Strahlrichtung gesehen - vor der DAP-Messkammer angeordnet sein, denn es soll ja die von der Filterung modifizierte Einfalldosis zur Messung kommen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marina schrieb am 15.07.2015 - 16:20 Uhr:
Frage:2485 BETREFF: Teleradiologie
Hallo, seit 23 Jahren arbeite ich als Arzthelferin mit Röntgenschein im Krankenhaus und nehme auch an den Bereitschaftsdiensten teil. Jetzt soll die Teleradiologie eingeführt werden und ich darf an den Bereitschaftsdiensten nicht mehr teilnehmen. Ich verliere dadurch monatlich für mich sehr viel Geld. Gibt es eine Art Bestandschutz oder irgendetwas was mir hilft? ?? Liebe Grüße Marina


1. Antwort: Hallo Marina, im Rahmen eines Bereitschaftsdienstes (Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst) im Sinne des § 3 Abs. 4 RöV („Teleradiologie“), also unter der Voraussetzung, dass am Untersuchungsort kein für die betreffende Untersuchung (z.B. CT) im Strahlenschutz fachkundiger Arzt anwesend ist, der dort die rechtfertigende Indikation nach § 23 Abs. 1 RöV stellen kann, darf die technische Durchführung (§ 2 Nr. 7 RöV) nicht von einer MFA, also z.B. von einer Arzthelferin, durchgeführt werden (siehe § 3 Abs. 4 Nr. 2 im Zusammenhang mit § 24 Abs. 2 Nrn. 1 oder 2 RöV), auch wenn diese Kenntnisse im Strahlenschutz („Röntgenschein“) aufweisen kann und sie ordnungsgemäß aktualisiert hat. Die RöV enthält in dieser Hinsicht auch keine Ausnahmeregelung, z.B. in Form eines irgendwie gegebenen Bestandsschutzes. Dies hängt u.a. auch mit den sehr restriktiven Regelungen des MTA-Gesetzes zusammen, das eine solche Tätigkeit ohne die Aufsicht durch einen für die Anwendung fachkundigen Arzt nur durch MTRA zulässt. Aber: Alle Formen eines radiologischen Bereitschaftsdienstes (z.B. bei der Nutzung konventioneller Röntgengeräte), im Verlaufe derer Ärzte vor Ort mit der entsprechender Fachkunde im Strahlenschutz anwesend sind und dort die rechtfertigende Indikation stellen und die Aufsicht wahrnehmen können, wo also die Einführung der Teleradiologie nicht erforderlich ist, sind bezüglich der technischen Durchführung beispielsweise auch für MFA (z.B. Arzthelferinnen mit „Röntgenschein“) durchaus offen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Werner Storch schrieb am 15.07.2015 - 13:11 Uhr:
Frage:2484 BETREFF: Rechtfertigende Indikation
Sehr geehrter Herr Prof., das Thema wurde unter anderen Aspekten wohl schon mehrfach besprochen, ich möchte aber mal für eine konkrete Situation nachfragen: Die Rechtf. Indikation muss ja durch einen fachkundigen Arzt erfolgen, der die Möglichkeit hat, sich den Pat. selbst anzusehen. Im Rahmen der Ausbildung können dies ja auch Ärzte ohne Fachkunde ( aber mit Kenntnissen im Strahlenschutz )unter Aufsicht tun, wobei die Verantwortung beim Fachkundigen bleibt, der ja vor Ort ist. Meine Frage: Darf ein Arzt mit Kenntnissen im Strahlenschutz Untersuchungen anfordern, wenn der aufsichtführende Fachkundige Arzt Hintergrunddienst hat und jederzeit gerufen werden kann? Er wäre ja jederzeit zu erreichen und hätte ja die Möglichkeit, vor Ort zu erscheinen und mit dem Pat. zu sprechen. Anders läuft es ja praktisch in der Teleradiologie auch nicht. Die Frage ist: wie weit darf ein Fachkundiger Arzt entfernt sein, damit andere Ärzte unter seiner Aufsicht die Rechtfertigende Indikation stellen können? Geht das als Hintergrunddienst von zu Hause aus?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Storch, Ihre Frage ist auf formalen Vorgaben der strahlenschutzrechtlichen Verordnungen sehr einfach und klar zu beantworten. Der noch nicht fachkundige Arzt darf keine rechtfertigende Indikation stellen. Dies gilt sowohl zu den Zeiten, in denen der fachkundige Kollege im Haus ist, als auch zu den Bereitschaftszeiten. Die von Ihnen beschriebene zulässige Tätigkeit, die ein noch nicht fachkundiger Arzt mit Kenntnissen im Strahlenschutz unter Aufsicht ausführen darf, betrifft die Anwendung von Röntgenstrahlung auf Menschen (§ 24 Abs. 1 Nr. 3 RöV). Die rechtfertigende Indikation gehört aber gerade nicht zur Anwendung (Anwendung ist die technische Durchführung und die Befundung in der Diagnostik, vgl. § 2 Nr. 1a RöV). Die rechtfertigende Indikation geht der Anwendung immer voraus und die dafür geltende Vorschrift des § 23 Abs. 1 RöV sieht keine Abweichung von der Aufgabenwahrnehmung unmittelbar durch den fachkundigen Arzt vor. Der noch nicht fachkundige Kollege kann hier lediglich mitwirken, um diese Tätigkeit zu erlernen. Die Teleradiologie ist eine Besonderheit, denn hier wird vom Facharztstandard abgewichen. Aber auch bei dieser Abweichung trifft der fachkundige Arzt (Teleradiologe) die rechtfertigende Indikation, bevor die Anwendung erfolgt. Dabei gilt, dass in der Teleradiologie besondere Randbedingungen eingehalten werden müssen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Berthold Student schrieb am 10.07.2015 - 09:19 Uhr:
Frage:2483 BETREFF: Fragen zur Strahlenschutzbelehrung
Sehr geehrte Damen und Herren, wir wollen in den Räumlichkeiten unseres Unternehmens demnächst eine Info-Veranstaltung zum Thema Röntgen anbieten, zu der auch eine Strahlenschutzbelehrung für Tierärzte und Tierärztliche Fachangestellte gehören soll. Mein Frage an dieser Stelle ist, in welchen Abständen diese beiden Gruppen an einer solchen Belehrung teilnehmen müssen, und ob Tierärzte dafür auch ATF Punkte bekommen. Gruß, B. Student


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Student, Strahlenschutzunterweisungen (nicht: ´...belehrungen´!) müssen bei einer entsprechend beruflichen Tätigkeit von Personen (z.B. von Tierärzten, die röntgen)erstmalig durchgeführt werden und danach in jährlichen Abständen (§ 36 RöV). Grundsätzlich kann die sog. zuständige Behörde Ausnahmen oder Änderungen zulassen bzw. fordern (§ 33 Abs. 6 RöV). Ich kann mir nicht vorstellen, dass Tierärzte für die Teilnahme an einer Unterweisung nach § 36 RöV ATF-Punkte bekommen können. Zumindest habe ich davon noch nie etwas gehört. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Weber schrieb am 06.07.2015 - 09:43 Uhr:
Frage:2482 BETREFF: Helfende Person/Hospitanten/ Azubi im Kontrollbereich
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es inzwischen zuverlässige und bezahlbare elektronische Geräte als Ersatz für die Stabdosimeter zum Einsatz in der Personendosimetrie im Kontrollbereich für helfende Personen, hospitierende Gäste, Einweisungsassistenten für interventionelle Verfahren im Hybrid OP etc; wobei letztgenannte wie auch Techniker ja von ihren Firmen an wechselnden Einsatzorten ausgestattet sein könnten. mit strahlendem Gruß Weber


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Weber, Sie sind mit diesen oder ähnlichen Fragen gut aufgehoben beispielsweise bei der Materialprüfungsanstalt NRW (MPA) in Dortmund. Das MPA ist u.a. amtliche Messstelle für 5 Bundesländer (Bremen, NRW, NS, Rheinland-Pfalz, Saarland). Die wichtigen Koordinaten: 0231/45020, info@mpanrw.de. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stefan Wagner schrieb am 02.07.2015 - 14:01 Uhr:
Frage:2481 BETREFF: DIN 6868-157 - Konstanzprüfung und Maximales Leuchtdichteverhältnis
Sehr geehrter Professor Ewen, ich habe eine weiter Frage zur DIN 6868-157. Im Beispielreport zur Konstanzprüfung ist das ´maximale Leuchtdichte-Verhältnis´ enthalten - in der Norm selbst finde ich aber keinen Hinweis darauf, dass das auch in der Konstanzprüfung berücksichtigt werden muss. Ist das hier rein informativ aufgeführt, oder ist das auch ein Wert der in der Konstanzprüfung berücksichtigt werden muss (und dann auch entsprechend mit der maximalen Abweichung verglichen werden soll). Schon einmal vielen Dank für die Information - ich bin sehr gespannt auf Ihre Antworten. Mit freundlichen Grüßen! Stefan Wagner


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wagner, in letzter Zeit häufen sich die Fragen im Forum RöV zur DIN 6868-157 („BWS“) und zu ihrem Umfeld (z.B. QS-RL). Da diese Fragen oft sehr spezifisch sind, wurde der Vorschlag unterbreitet, diese Anfragen einem kleinen Gremium von Experten auf diesem Gebiet zukommen zu lassen und deren Antworten dann in das Forum RöV einzustellen. Es ist verständlich, dass dieser Vorgang insgesamt etwas länger dauern wird als normalerweise im Forum RöV üblich. Die Forumleitung hat darauf wenig Einfluss. Ich bitte darum um Verständnis. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frau Dr. Kruska schrieb am 02.07.2015 - 13:28 Uhr:
Frage:2480 BETREFF: Wöchentliche Dosisermittlung in der Schwangerschaft
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich wende mich an Sie mit der Frage, in welchen Fällen eine wöchentliche personendosimetrische Überwachnung von Schwangeren notwendig ist. Im Speziellen möchte ich mich für den Bereich Anästhesiologie informieren: Sofern die schwangere Kollegin nicht in Kontrollbereichen eingesetzt wird, ist dann die herkömmliche monatliche Dosisauswertung ausreichend? Ohne ein wöchentlich ablesbares Dosimeter müsste dann vermutlich ein Einsatz in OP-Bereichen (mit ensprechender Schutzkleidung) in denen Röntgenstrahlen zum Einsatz kommen, ausgeschlossen sein! Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Antwort!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dr. Kruska, die RöV reglementiert nicht den Zutritt von schwangeren Mitarbeiterinnen in den Überwachungsbereich (§ 22 Abs. 1 Nr. 1 RöV). In diesem Bereich muss auch niemand ein Personendosimeter tragen (§ 35 Abs. 1 RöV). Schwangeren Mitarbeiterinnen ist nach § 22 Abs. 1 Nr. 2d RöV nur dann der Zutritt zu Kontrollbereichen gestattet, wenn der Strahlenschutzbeauftragte dies gestattet und der Grenzwert für das ungeborene Kind nicht überschritten wird (§ 31a Abs. 4 Satz 2 RöV). Das dabei zu tragende Dosimeter muss (arbeits)wöchentlich ausgewertet werden (§ 35 Abs. 6 Satz 2 RöV). Natürlich muss Schutzkleidung getragen werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Tamer Sözeri schrieb am 01.07.2015 - 14:47 Uhr:
Frage:2479 BETREFF: röntgenschein
sehr geehrte Herr Prof.Ewen Ich habe in der türkei als Radiologie tekniker Medizinische abschuluss.hier nicht voll anerkannt Darf man mit diesen abschuluss Röntgen schein Kurse machen als helfer?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Sözeri, da Ihre Anfrage mehrere Bereiche der deutschen Röntgenverordnung betreffen könnte, versuchen wir diese differenziert zu beschreiben. 1) Die deutsche Röntgenverordnung verlangt, dass Personen, die Röntgeneinrichtungen prüfen, erproben, warten und instand setzen über die dafür erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz verfügen und diese Fachkunde auch durch die zuständige Stelle bescheinigt ist. Da diese Aufgabe häufig von Radiologie- oder Medizintechnikern wahrgenommen wird, möchten wir zuerst diesen Bereich beschreiben. Wenn Sie über einen qualifizierten Berufsabschluss als Radiologietechniker verfügen und dieser Berufsabschluss von der zuständigen Stelle oder Behörde in der Türkei bescheinigt ist, sollten Sie mit einer Übersetzung dieser Berufsabschlussbescheinigung die nach der deutschen Röntgenverordnung zuständige Stelle an Ihrem Arbeits- oder Wohnort kontaktieren. Wer diese zuständige Stelle ist und wo sie ihren Sitz hat, werden Sie vom örtlich zuständigen Gewerbeaufsichtsamt, Arbeitsschutzamt oder Regierungspräsidium erfahren. Mit dieser zuständigen Stelle können Sie dann besprechen, ob der Nachweis über Ihren Berufsabschluss ausreicht, um die Fachkunde im Strahlenschutz zu erwerben und bescheinigt zu bekommen. Wenn Zusatznachweise erforderlich sind, wird Ihnen die zuständige Stelle dies auch mitteilen können. 2) Die zweite in Betracht kommende Möglichkeit wäre der Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz zur technischen Durchführung von Röntgenuntersuchungen an Menschen. Die Grundlage für diese Tätigkeit ist eine erfolgreich abgeschlossene sonstige medizinische Ausbildung. Ob die Ausbildung zum Radiologietechniker oder Medizintechniker nach türkischem oder auch deutschem Recht als erfolgreich abgeschlossene sonstige medizinische Ausbildung gilt, vermögen wir hier nicht zu beurteilen. Allerdings haben wir vom Forum RöV hier grundsätzliche Zweifel. Ein belastbares Ergebnis hierzu kann jedoch nur eine Einzelfallprüfung ergeben. Auch hierfür ist die zuständige Stelle zu befragen. D.h., wenn Sie diesen Nachweis anstreben, sollten Sie mit der zuständigen Stelle (siehe oben) für Ihren Arbeits- oder Wohnort Kontakt aufnehmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Prof. Dr. L. Spieß schrieb am 30.06.2015 - 21:57 Uhr:
Frage:2478 BETREFF: Austausch baugleicher Hochspannungsgenerator
An einem Röntgendiffraktomter, zusammengestellt aus damals (1993) bauartzugelassenen Komponenten (Strahlenschutzgehäuse, Feinstrukturröhren, Strahlenschutzkabine), aber wegen Eigenzusammenstellung betrieb mit Genehmigung - R3 Vollschutzgerät entsprechend, musste jetzt der Hochspannungsgenerator K760 (Siemens) durch einen baugleichen Generator getauscht werden. Muss ich neben der Anzeige auch den Sachverständigen kommen lassen. Ich habe früher immer dies bejaht, denn Strahler ist laut Definition (Röhrenschutzgehäuse, Röhre und Generator) und Änderungen sind anzeigepflichtig und vorher Abnahme durch Sachverständiger. SSV will aber nur widerwillig Geld locker machen und erst bei nächster 5 Jahresprüfung (2017) das mit erledigen.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Prof. Spieß, es gibt in der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL; im Internet aufsuchbar), nach der Sachverständige ihre Prüfungen durchführen sollen, eine Anlage II mit einer Beispielsammlung für Änderungen an Röntgeneinrichtungen und deren Betrieb. Darin sind in Tab. II2 die entsprechenden Verhältnisse für nichtmedizinische Röntgengeräte zusammengestellt, unter anderem auch, wann bei welcher Änderung eine Sachverständigenprüfung erforderlich ist oder nicht. Daraus geht hervor, dass derartige Prüfungen nicht erforderlich sind, wenn Strahler- und Generatorwechsel durch baugleiche Systeme und ohne Erhöhung der Röhrenspannung ablaufen. Da es sich in Ihrem Fall um ein Genehmigungsverfahren handelt, in dem die zuständige Behörde unter Umständen spezielle Anforderungen in Form von Auflagen festlegen kann, empfiehlt es sich, die Genehmigungsbehörde zu kontaktieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kathrin schrieb am 30.06.2015 - 18:22 Uhr:
Frage:2477 BETREFF: Strahlenschutzgesetzgebung und amtliche Überwachung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, 1. Frage) warum existieren eigentlich die RöV und StrlSchV immer noch parallel? Viele Inhalte (z.B. Strahlenschutzgrundsätze, Grenzwerte, etc.) sind identisch. Gibt es behördliche Bestrebungen eine gemeinsame Verordnung/Gesetz zu schaffen? Für die anknüpfenden Richtlinien (z.B. Fachkunderichtlinien), Normen, Anzeigen, Genehmigungen, etc. wäre der Aufwand (entsprechenden Paragraphen anpassen) natürlich enorm... 2. Frage) in den amtlichen Dosimetern werden Filme eingelegt. Wird es da nicht bald zu Engpässen kommen, weil die Hersteller die Filmproduktion einstellen/runterfahren werden bzw. die Kosten in absehbarer Zeit steigen? Werden die Filmdosimeter durch beispielsweise TLD ersetzt? Gibt es dazu bereits Informationen? 3. Frage) der Grenzwert für die Teilkörperdosis der Augen wird auf 20mSv/a bis spätestens Februar 2018 herabgesetzt. Muss die Augendosis in jedem Fall bestimmt werden, auch wenn eine Bleiglasbrille (0,5mm Pb) getragen wird? Oder verhält es sich hier genauso wie mit dem Körperdosimeter, welches unter der Schürze getragen wird und überwiegend 0mSv/Monat anzeigt. Anders herum gefragt: kann man auf das amtliche Augendosimeter verzichten, wenn man die Bleiglasbrille/-visier trägt (oder Bleiglasscheibe verwendet) oder geht es hier um die Möglichkeit der Grenzwertüberschreitung? Wie würden Sie im praktischen Strahlenschutz vorgehen? Ich stelle mir folgenden Ablauf vor: - Personenkreis ermitteln, bei denen eine erhöhte Augendosis in Frage kommt - dieser Personenkreis trägt ein Augendosimeter (Schläfe) über einen längeren Zeitraum (3-6 Monate) - für eine konservative Abschätzung den höchsten Monatswert unter Berücksichtigung der Häufigkeit und Strahlzeiten auf ein Kalenderjahr hochrechnen - Auswertung: - die Abschätzung ist weit unter den 20mSv: keine Brille und kein Augendosimeter - bei Abschätzung wird der Grenzwert zu 3/10 ausgeschöpft: Augendosimeter *oder* Brille - Alternative: grundsätzliche innerbetriebliche Festlegung, dass eine Brille getragen werden muss und somit keine amtliche Überwachung der Augendosis zu erfolgen brauch Großen Dank und viele Grüße


1. Antwort: Hallo Kathrin, gute Fragen und Überlegungen (das vorab)! Zu den Fragen: 1) RöV und StrlSchV werden im Zuge der Umsetzung der neuen EU-Richtlinie in nationales Gesetz (muss bis 2018 erfolgt sein) zum Strahlenschutzgesetz zusammengefügt. 2) Nach Schätzungen von amtlichen Messstellen werden Filme für die Personendosimetrie noch einige Jahre (könnten noch 10 Jahre sein) verfügbar sein. An anderen Messtechniken (z.B. TLD) wird natürlich gearbeitet. Nähere Informationen dazu z.B. von Helmholtz-Zentrum München oder Materialprüfungsamt Dortmund (Kontakte: s. Internet). 3) Die messtechnische Erfassung der Augenlinsendosis wird in der Tat ganz aktuell durch die zu erwartende deutliche Reduzierung des Grenzwertes auf 20 mSv/a. Ich weiß noch nicht, wie dann die diesbezügliche in dem neuen Strahlenschutzgesetz zu formulierende Regelung aussehen wird, aber ich kann mir nicht denken, dass man zwischen dem Tragen einer Bleiglasbrille oder der Nutzung des von Ihnen erwähnten geräteintegrierten Streustrahlenschutzes und einem Augendosimeter wählen darf. Man kann ja auch nicht wählen zwischen dem Tragen einer Schutzschürze und der Nutzung eines Personendosimeters. Die Entscheidung für oder gegen die Nutzung eines Augendosimeters wird voraussichtlich, wie auch sonst bei Teilkörperdosimetern (z.B. Fingerringdosimeters), beim Strahlenschutzbeauftragten liegen. Möglich ist eine Regelung, die wir ja anderweitig auch schon kennen, dass die Nutzung eines Augendosimeters dann nicht erforderlich ist, wenn voraussichtlich 30 % des entsprechenden Grenzwertes (hier: 20 mSv/a) nicht überschritten wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Angela Brand schrieb am 29.06.2015 - 09:04 Uhr:
Frage:2476 BETREFF: Vielen Dank
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ganz herzlichen Dank für die Info! Mit besten Grüßen aus Berlin! Angela Brand


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Brand, gern geschehen! Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihren Bemühungen. Gruß K. Ewen



  Angela Brand schrieb am 27.06.2015 - 07:50 Uhr:
Frage:2475 BETREFF: Missstände im MTRA-Beruf
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, stellvertretend für sehr viele MTRA in Deutschland wende ich mich mit diesem Schreiben an Sie. In einer geschlossenen Facebookgruppe für MTRA und MTRA-Schüler sind wir inzwischen fast 2000 Mitglieder aus Deutschland und auch aus anderen europäischen Staaten. Wir diskutieren viel über alle möglichen Dinge unseres Berufs, aber die allgemeine Unzufriedenheit ist doch das wichtigste Thema. Aus diesem Grund haben wir in der Gruppe die wichtigsten Punkte gesammelt und mit einigen Mitgliedern ein Schreiben aufgesetzt und in Form einer Online-Petition an die Deutsche Röntgengesellschaft gerichtet. Inzwischen haben wir über 1600 Unterschriften gesammelt. Leider ist die Deutsche Röntgengesellschaft und auch der VMTB nicht der richtige Ansprechpartner für unser Anliegen. Der DVTA ist inzwischen mit uns in Kontakt. Viele der Gruppenmitglieder kennen Sie und meinten, wir sollten Sie um Unterstützung bitten, die richtigen Ansprechpartner für unser Anliegen zu finden. Im Anschluss der Link zu unserem Brief/Petition. Mit freundlichen Grüßen Angela Brand https://www.change.org/p/deutsche-r%C3%B6ntgengesellschaft-verbesserung-des-berufes-der-mtra?recruiter=41545797&utm_source=share_petition&utm_medium=email&utm_campaign=share_email_responsive


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Brand, vielen Dank für Ihren Beitrag und den Zugang zur Petition. Auch wenn wir - hier im Forum RöV - viele Ihrer Themen unterstützen, hilft Ihnen dass nicht wirklich weiter. Unseres Erachtens sollten Sie Ihre durchaus berechtigten Anmerkungen auch an die zuständigen Bundes- und Landesministerien richten. Für den Strahlenschutz ist hier das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit die erste Adresse, für das Thema Gesundheitsberufe das Bundesministerium für Gesundheit. Ebenso gibt es in den Bundesländern Gesundheitsministerien, die Sie zur Unterstützung Ihrer Anliegen kontaktieren sollten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Jürgen Westhof schrieb am 26.06.2015 - 13:23 Uhr:
Frage:2474 BETREFF: C-Bogengeräte für Hand- und Fußchirurgie
Bezugnehmend auf die Forumsanfrage 2472 habe ich folgende Ergänzungen zu dem Thema. Die C-Bogengeräte die in der Hand- Fußchirurgie genutzt werden sind in der Norm zur Abnahmeprüfung DIN 6868-150 nicht erfasst, ebenso ist in der Norm zur Konstanzprüfung diese Geräte gruppe bisher nicht erfasst. Vorgaben für die Abnahme- und Konstanzprüfung sind auch nicht in der QS-RL und SV-RL aufgeführt. Um die Einhaltung der Grenzwerte für die Dosisleistung am Bildempfänger zu überprüfen, muss ein Prüfkörper für dieses Messvorhaben so beschaffen sein, dass das Gerät noch im Regelungsbereich der Dosisleistungsregelung arbeitet. Aufgrund des Anwendungsbereichs (Durchleuchtung von medizinischen Objekten mit geringer Schichtdicke) ist die Verwendung von 25 mm Al nicht sinnvoll. Daher werden je nach Gerätehersteller 1 mm Cu, 6 mm Al oder 100 mm PMMA als Prüfkörper im Rahmen der Abnahmeprüfung bzw. Konstanzprüfung eingesetzt. Im hier vorliegen Fall ist aus meiner Sicht der Grenzwert von 0,6 µ Gy/s auch bei pädiatrischen Untersuchungen zur Anwendung zu bringen, da hier nur die peripheren Extremitäten im Nutzstrahl sind (keine Oberschenkel, keine Oberarme somit keine Organe im Nutzstrahl in den sich Blutbildendes Knochenmark befindet). Da diese Geräte über kein Streustrahlenraster (Faktor < 2) verfügen, da die zu untersuchenden Organe eine geringe Schichtdicke haben und die Feldgröße klein ist, sind die erforderlichen technischen Anforderungen aus meiner Sicht erfüllt. Die Regelungslücke hinsichtlich der technischen Vorgaben und des Verfahrens im Rahmen der Abnahme- und Konstanzprüfung soll durch Vorgaben in der SV-RL, die derzeit in der grundlegenden Überarbeitung ist, erfolgen.“


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Westhof, lieber Jürgen, ich sehe deinen Text, wie du ja auch formuliert hast, als eine ´Ergänzung´ zu dieser nicht ganz einfachen Thematik an, so dass ich sachlich dazu nicht Stellung beziehen muss (siehe die Forumanfrage Nr. 2472 und meine Antwort darauf). Wie arbeiten ja beide in der Arbeitsgruppe, die sich um die Novellierung der SV-RL bemüht, und werden daher diesbezüglich auch dieses Problem im Auge behalten. Viele Grüße Klaus Ewen



  Claudia Radßuweit schrieb am 26.06.2015 - 11:43 Uhr:
Frage:2473 BETREFF: Berufsanerkennung
Hallo, folgende Frage für eine Kollegin: Sie arbeitet seit 13 Jahren als gelernte MTLA in einer Röntgenabteilung. Hat bisher die Aktualisierung der Fachkunde mitgemacht. Kann sie sich jetzt als MTRA umbenennen lassen? Ggf. mit einer zusätzlichen Prüfung? Liebe Grüße!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Radßuweit, eine Umstellung Ihrer Kollegin von MTLA auf MTRA auf der Basis langjähriger Berufserfahrungen, durch erfolgreiche Teilnahme an Aktualisierungskursen (die aber nur zur Aktualisierung der Kenntnisse im Strahlenschutz gedient haben können) und ggf. durch zusätzliche Prüfungen (welcher Art auch immer) ist nicht möglich. Die MTRA-Ausbildung erfolgt auf einer klar festgelegten gesetzlichen Grundlage (´MTA-Gesetz´), die nach ihrem Abschluss unter anderem zum Besitz der Fachkunde im Strahlenschutz führt (siehe § 18a Abs. 1 Satz 6 RöV) , was bei der MFA-Ausbildung nicht der Fall ist (hier gilt § 18a Abs. 3 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dieter Hopmann schrieb am 25.06.2015 - 13:52 Uhr:
Frage:2472 BETREFF: Pädiatrische zusatzfilterung bei Mini C Bogen Systemem
Die Problematik ist,dass gem. der SV Richtlinie alle C Bogen Systeme auch bei Anwendung an Extremitäten eine Filterung oder Dosiskennlinie benötigen welche bei Anwendung an Kindern die BV Eingangsdosis auf max. 0,2 µGy reduziert bzw . auf das halbe DFP reduziert. Da die Extremitäten nicht mehr von dieser Regelung ausgenommen sind gilt diese Regelung auch für die im Bereich der Hand- und Fußchirurgie verwendeten Mini C Bogen Systeme . Bei diesen Systemen ist es jedoch so, dass diese von vorn herein kein Raster verwenden und die operationstechnische Anwendung dieser Geräte eine BV nahe Anwendung ermöglicht wodurch die Dosis am Patient so weit wie möglich reduziert wird. „Normale´ C Bogen Systeme können bei Anwendung an der Extremität oftmals nicht BV nah eingesetzt werden so dass der Patient und der Operateur einer erheblich höheren Dosis ausgesetzt sind, auch wenn die Systeme die Vorgaben der pädiatrischen Filterung genügen. Daher wäre es wünschenswert bei Einsatz der Mini C Bogen Systeme ,auch bei Kindern, an der oberen Extremität und an der unteren Extremität einschl. Knie (ausgenommen Oberschenkel )diese Regelung nicht umzusetzen. Zusätzlich ist zu berücksichtigen das diese Systeme eine bessere Bildqualität liefern und daher letztendlich auch damit eine geringere Durchleuchtungszeit erreicht wird.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hopmann, die SV-RL befindet sich zurzeit in einer grundlegenden Novellierungsphase, wobei natürlich auch die Anlage I zu dieser Richtlinie nicht ausgenommen bleibt. Und in dieser Anlage I findet man ja auch die Vorgaben für C-Bogenuntersuchungen an Kindern, die Sie hier ansprechen. Ich werde Ihre Anfrage hier im Forum und meine Antwort der Arbeitsgruppe, die für die Novellierung der SV-RL zuständig ist und in der ich auch mitarbeite, zukommen lassen. Beispielsweise könnte man sich an den Abschnitt 7.15 der DIN 6868-150 (´Dosisreduktion im pädiatrischen Durchleuchtungsbetrieb´) orientieren, in dem es z.B. eine Anmerkung 1 gibt, nach der die Einhaltung der ´pädiatrischen Anforderungen´ durch verschiedene Maßnahmen erfolgen könnte, unter anderem durch ´unterschiedliche Vorgaben für die Zusatzfilterung´. Die Einfügung der Worte ´unter anderem´ deutet daraufhin, dass auch noch weitere Möglichkeiten nicht ausgeschlossen werden könnten, z.B. die nicht erforderliche Verwendung eines Rasters. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Thomas schrieb am 24.06.2015 - 09:57 Uhr:
Frage:2471 BETREFF: Röntgenkontrolle am Flughafen
ein Hallo an die Betreiber des Forums, ich Arbeite am Flughafen und bediene dort ein Smith Heimann Röntgengerät bei der Passagier Kontrolle. In der Firma in der ich davor war wurde ich einmal im Jahr nach der §36 RÖV. unterwiesen und mußte dafür unterschreiben. Meine jetzige Firma hat das bis jetzt noch nicht gemacht ich arbeite jetzt schon 7 Jahre dort!Muß oder sollte ich da was machen? Und wie sollte ich es machen? Habe es erst jetzt durch nachlesen festgestellt, dass es da klare Regeln gibt und das per Gesetz festgelegt ist! Würde mich über eine Antwort freuen mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Hallo Thomas, wenn Sie an einem Röntgengerät beispielsweise zur Gepäckkontrolle im Flughafen arbeiten, dann wenden Sie dazu Röntgenstrahlung an. Das bedeutet unter anderem auch, dass Sie die Röntgenstrahlung einschalten, und zwar um mit deren Hilfe Kontrollmaßnahmen technisch durchzuführen. Nach § 36 der Röntgenverordnung (RöV) muss veranlasst werden, dass z.B. im Zusammenhang mit der oben angesprochenen Anwendung von Röntgenstrahlung beschäftigte Personen vor Antritt dieser Tätigkeit und dann in jährlichen Abständen unterwiesen werden (§ 36 Abs. 1 Satz 2 RöV). Irgendjemand in Ihrem Team bzw. in Ihrer Firma muss ja die Funktion des Strahlenschutzbeauftragten innehaben. Diesen sollen Sie mal ´ganz vorsichtig´ auf diese Forderung der RöV hinweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stefan Wagner schrieb am 23.06.2015 - 16:14 Uhr:
Frage:2470 BETREFF: Konstanzprüfung DIN 6868-157 - DICOM-Kennlinie
Sehr geehrter Professor Ewen, ich habe eine weitere Frage, diesmal zu Konstanzprüfung der Leuchtdichte-Kennlinie nach DIN 6868-157. Hier steht in der Fußnote, dass die Kurve nur gemessen werden muss, wenn die ´Messwerte der TESTBILDER TG18-LN8-01 und TG18-LN8-18 von den Bezugswerten der Abnahmeprüfung abweichen´. Ich bin mir jetzt unsicher, was hier mit Abweichung gemeint ist. Die 30% ja ehr nicht, da das neue Messen der Kurve ja keine Fehlerbehebung ist. Die Warnschwelle ab einer 20%igen Abweichung hat damit ja auch erstmal auch nichts zu tun (das Messen der DICOM-Kurve ist ja keine Maßnahme um weitere Abweichungen zu verhinden). Können Sie mir hier einen Tipp geben? Mit freundlichen Grüßen! Stefan Wagner


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wagner, in letzter Zeit häufen sich die Fragen im Forum RöV zur DIN 6868-157 („BWS“) und zu ihrem Umfeld (z.B. QS-RL). Da diese Fragen oft sehr spezifisch sind, wurde der Vorschlag unterbreitet, diese Anfragen einem kleinen Gremium von Experten auf diesem Gebiet zukommen zu lassen und deren Antworten dann in das Forum RöV einzustellen. Es ist verständlich, dass dieser Vorgang insgesamt etwas länger dauern wird als normalerweise im Forum RöV üblich. Die Forumleitung hat darauf wenig Einfluss. Ich bitte darum um Verständnis. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stefan Wagner schrieb am 23.06.2015 - 15:57 Uhr:
Frage:2469 BETREFF: Konstanzprüfung DIN 6868-157 - Schleierleuuchtdichte
Sehr geehrter Professor Ewen, ich habe eine Frage zur Konstanzprüfung an Bildschirmen nach der neuen Norm 6868-157. In Tabelle 7 sind bei der Schleierleuchtdichte zwei Fußnoten aufgeführt. Die eine (a) besagt, dass die Prüfung für RK3, RK5 und RK6 entfällt. Die andere (b) sagt, dass die Prüfung nur bei Auffälligkeiten der Minimalleuchtdichte erforderlich ist. Was heißt das? Muss man für RK3,5,6 die Schleierleuchtdichte nur messen, wenn es Auffälligkeiten bei der Minimalleuchtdichte gibt, oder muss man sie bei RK3,5,6 nie messen und bei den anderen nur, wenn es Auffälligkeiten gibt? Und dann habe ich noch die Ergänzungsfrage, was diese Auffälligkeiten genau sein können - eine Abweichung über die ´Warnschwelle´ von 20% im Vergleich zur Abnahmeprüfung oder noch etwas anderes? Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen! Mit freundlichen Grüßen! Stefan Wagner


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wagner, in letzter Zeit häufen sich die Fragen im Forum RöV zur DIN 6868-157 („BWS“) und zu ihrem Umfeld (z.B. QS-RL). Da diese Fragen oft sehr spezifisch sind, wurde der Vorschlag unterbreitet, diese Anfragen einem kleinen Gremium von Experten auf diesem Gebiet zukommen zu lassen und deren Antworten dann in das Forum RöV einzustellen. Es ist verständlich, dass dieser Vorgang insgesamt etwas länger dauern wird als normalerweise im Forum RöV üblich. Die Forumleitung hat darauf wenig Einfluss. Ich bitte darum um Verständnis. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stephan Popp schrieb am 23.06.2015 - 10:28 Uhr:
Frage:2468 BETREFF: NARDIN6868-157
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wie auf dem KIS-RIS-PACS-DICOM Treffen in Mainz letzte Woche mit Herrn Simmler besprochen, einige Fragen zur DIN6969-157 mit der Bitte um Antwort in Abstimmung mit dem NAR. In Punkt 8.4. und 8.5. ist von einer Mindestpixelgröße mit 140µm die Rede. Moderne 4k/5k Displays haben Pixelabstände die teilweise unter dieser Grenze liegen. Mobile Geräte wie z.B. iPads, iPhones mit Retina Display auch. Können diese stationären/mobilen Displays für Bildwiedergabesysteme verwendet werden? Als der analoge Film durch digitale Aufnahmetechniken ersetzt wurde, gab es Stimmen, die befürchteten, dass die Existenz von Pixeln keine genaue Diagnose zulassen. Moderne Displays sind in der Lage die Pixel unterhalb der Auflösungsgrenze des menschlichen Auges darzustellen. Warum ist es wichtig, dass die Pixel diese Mindestgröße haben? Wenn die Anwendungssoftware einen Zoom zuläßt, können dann auch Displays mit kleinerer Pixelgröße betrieben werden? Anwender auf dem o.g. Treffen bestätigten, dass sie bereits Displays mit einer kleineren Pixelgröße einsetzen. Ist das normkonform und zulässig? Beste Grüße. Stephan Popp


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Popp, in letzter Zeit häufen sich die Fragen im Forum RöV zur DIN 6868-157 („BWS“) und zu ihrem Umfeld (z.B. QS-RL). Da diese Fragen oft sehr spezifisch sind, wurde der Vorschlag unterbreitet, diese Anfragen einem kleinen Gremium von Experten auf diesem Gebiet zukommen zu lassen und deren Antworten dann in das Forum RöV einzustellen. Es ist verständlich, dass dieser Vorgang insgesamt etwas länger dauern wird als normalerweise im Forum RöV üblich. Die Forumleitung hat darauf wenig Einfluss. Ich bitte darum um Verständnis. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jörg Fscher schrieb am 22.06.2015 - 15:45 Uhr:
Frage:2467 BETREFF: DIN6868-14 div.
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, gestatten Sie mir folgende Fragen: 1. nach der im Juni 2015 erschienenen und ab dem Dezember 2015 somit verbindlich anzuwendenden DIN6868-14 ist es so, dass in der arbeitstäglichen Konstanzprüfung über einen neuen 40mm dicken PMMA-Prüfkörper das Strom-Zeit-Produkt (nach Festlegung max 15% Abweichung) notiert wird(Sonstige Bedingungen entsprechend)? Die gleiche Aufnahme verwendet man dann auch entsprechend für die Störstrukturen. D.h. Thoraxseitige Bildbegrenzung sowie Einfalldosis (mit dem Standardprüfkörper + Treppe) sind NICHT mehr umfänglich arbeitstäglich zu dokumentieren? 2.Bei der monatlichen QS bezieht sich der Punkt 7.4 ´Dynamikumfang des Detektorsystems´ auf DR-Systeme mit Panel und NICHT auf CR-Systeme? Hier wäre dann auch nur eine Aufnahme zu erstellen und mittels Differenzbestimmung zweier Pixelwerte (gem. genauer Beschreibung) die Nichtüberschreitung der Differenz (15%) nachzuweisen? Auch hier ist eine Dosismessung nicht mehr durchzuführen? 3. Die DIN 6868-14 bezieht sich ausschließlich auf nach DIN6868-162 abgenommene Geräte. Nach PAS1054 abgenommene Geräte werden unverändert nach PAS1054 weiter geprüft (bis zum Ablauf der Übergangsfrist)? Vielen Dank! J. Fischer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Fischer, sind Sie bitte nicht enttäuscht, wenn ich Ihnen schreibe, dass derartig detaillierte Anfragen, deren Beantwortung sicherlich für Ihre Arbeit wichtig sind, über den (auch zeitlich verfügbaren) Rahmen dieses Forums hinausgehen. Aber ich will Sie nicht ganz im Regen stehen lassen, sondern möchte Ihnen eine Internetadresse angeben, unter der vom Referenzzentrum Südwest sog. Durchführungshilfen zur DIN 6868-162 und zur DIN 6868-14 zu finden sind: ´https://referenzzentrum-suedwest.de/fachinformationen´. Vielleicht finden Sie darin auch Antworten auf zumindest einen Teil Ihrer Anfragen und möglicherweise auch Hinweise zu eventuellen Nachfragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  P. Schröder schrieb am 22.06.2015 - 09:34 Uhr:
Frage:2466 BETREFF: Verbindlichkeit Ergebnisse 74. Sitzung LA-RöV
Sehr geehrter Prof. Ewen, Vielen Dank für die elaborierte Antwort. In unserem Falle geht es primär um die Einführung der neuen DIN 6868-157 zur Abnahmeprüfung von Monitoren. Bisher wurde diese nach der DIN 6868-57 durchgeführt und soll nun nach dem 01.05.2015 (interessanterweise ist das Rundschreiben ja später datiert) anhand der neuen DIN durchgeführt werden. Ich kann Ihren Ausführungen also entnehmen, dass dieses Rundschreiben zwar nicht den Rechtscharakter einer Verordnung/Richtlinie hat, man jedoch gut daran täte, diese bereits vor dem offiziellen Inkrafttreten durch die Verabschiedung einer aktualisierten QS-RL anzuwenden ?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schröder, um es klar auszudrücken: Es ist kein Inkrafttreten einer ´aktualisierten´ QS-RL zu erwarten, sondern das genannte Rundschreiben als solches übernimmt die Anweisung, dass die darin beschriebenen Vorgehensweisen in die Praxis umgesetzt werden sollen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Lenasarah schrieb am 19.06.2015 - 14:13 Uhr:
Frage:2465 BETREFF: Digitale Volumentomographie
Hallo, bei mir wurde gestern eine digitale Volumentomographie des Kiefers durchgeführt. Ich habe dafür keine Bleischürze bekommen. Auf Anfrage hat die Praxis mir mitgeteilt, dass die Bleischürze bei dieser Untersuchung nur noch als historisches Vermächtnis gesehen werden kann und dass es dadurch keine veränderte Verteilung der Strahlendosis im Patienten geben würde. Stimmt das so? Ich bin jetzt etwas beunruhigt. Viele Grüße,


1. Antwort: Hallo Lenasarah, die wichtigste Information für Sie persönlich: Sie müssen nicht beunruhigt sein, weil man Ihnen bei der DVT-Untersuchung des Kiefers die ´Bleischürze´ vorenthalten hat. Die Dosis ist auch ohne dieses Hilfsmittel bei derartigen Untersuchungen gering. Aber diesen Patientenschutz als ´historisches Vermächtnis´ zu bezeichnen, ist sicherlich nicht korrekt, denn für DVT-Aufnahmen müssen entsprechende Patientenschutzmittel bei den Betreibern von DVT-Einrichtungen vorgehalten werden. Das findet man in der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL), nach der Sachverständige Röntgeneinrichtungen überprüfen müssen (die SV-RL findet man im Internet). Es handelt sich dort um die Prüfpositionen 12E04 und 12E05 im Prüfberichtsmuster 2.2.12 für Geräte zur (dentalen) Digitalen Volumentomographie. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexander Schwennicke schrieb am 19.06.2015 - 13:06 Uhr:
Frage:2464 BETREFF: Tomosynthese
Sehr geehrter Herr Prof. Even, die Aufsichtbehörde verlangt nun eine Genehmigung für die Tomosynthese im Rahmen des Mammografie-Screening. Die Auflagen sind, das die Geräte nach DIN 6868-162 abgenommen sind und mit geeigneten Mitteln nachgewiesen wird, daß sich das Strahlenfeld, auch in Tomo-Modus, nicht über den Patientenlagerungstisch hinaus erstreckt. Leider kann ich in der DIN über die Strahlenfeldbegrenzung im Tomo-Modus nichts finden. Kennen Sie die Hintergründe darüber und die Rechtsgrundlage? MfG A.Schwennicke


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schwennicke, zur Erteilung einer Betriebsgenehmigung im Rahmen der Nutzung der Tomosynthese im Mammographie-Screening (´Genehmigung für die Tomosynthese in der Abklärungsdiagnostik im Rahmen des Screenings´) existiert zu diesem Thema eine Mustergenehmigung aus dem Land NRW. Nach einem Beschluss im Länderausschuss RöV erstellen alle entsprechend zuständigen Behörden in Deutschland nach diesem Muster die Genehmigung für die Tomosynthese in der Abklärungsdiagnostik im Rahmen des Screenings. Zu dieser Mustergenehmigung gehört eine Anlage (ein Beiblatt), die zusätzliche Prüfpositionen zur physikalisch-technischen Qualitätssicherung enthält. Eine der zusätzlichen Prüfpositionen, die über die Anforderungen der DIN 6868-162 hinausgehen (die Tomosynthese ist nicht Gegenstand der Norm, sie wird erst in einem jetzt laufenden Normungsverfahren behandelt), ist die Überprüfung der seitlichen Überstrahlung im Tomo-Modus. Man hat mir folgende Methode zur Überprüfung dieser möglichen seitliche Überstrahlung genannt: Man benötigt dazu ein sog. strahlungsempfindliches Lineal. Diese Lineale wurden allerdings für die konventionelle Radiographie ausgelegt. Daher muss eine hohe Exposition gewählt werden (> 140 mAs). Der Detektor sollte dann mit einer Stahlplatte, die diesen vollständig abdeckt, geschützt werden. An sich müssten jetzt alle zuständigen Behörden über die notwendigen Anforderungen im Rahmen des o.g. Genehmigungsvefahrens informiert sein, so dass man dort sicherlich weitere Auskünfte geben könnte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  P. Schröder schrieb am 19.06.2015 - 10:33 Uhr:
Frage:2463 BETREFF: Verbindlichkeit Ergebnisse 74. Sitzung LA-RöV
Sehr geehrter Prof. Ewen, Unter unseren Kollegen herrscht Uneinigkeit über die Verbindlichkeit der ergänzenden Festlegungen des LA RöV vom 06.05.2015. Das Schreiben liest sich ja zunächst einmal wie eine Verfahrensempfehlung an die Landesbehörden. Da seitdem keine aktualisierte Form der QS-RL seitens der Landesbehörden verabschiedet wurde, ist es -zumindest mir - nicht klar, ob die Ergebnisse der ergänzenden Festlegungen rechtlich verbindlich sind, oder es erst noch werden.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schröder, hier die Meinung des Forum RöV: Der Sinn von nationalen Richtlinien im Strahlenschutz liegt darin, für eine Vielzahl der Fälle ein vergleichbares Verwaltungshandeln in Deutschland zu erreichen. Obwohl Richtlinien oder Rundschreiben keine rechtliche Verbindlichkeit im Sinne eines Gesetzes oder einer Verordnung haben, erreichen sie faktisch insofern trotzdem eine hohe Bedeutung, als die zuständigen Behörden sie in aller Regel gemeinsam entwickeln (oft mit Unterstützung von externen Fachleuten) und zur Konkretisierung unbestimmter Vorgaben der Röntgen- oder Strahlenschutzverordnung anwenden. Dabei haben Sie natürlich Recht mit Ihrer Annahme, dass sich diese Richtlinien und Rundschreiben in erster Linie an die strahlenschutzrechtlichen Behörden wenden. Da Regelungen dieser Art aber die zu erreichenden Ziele und die Wege dahin häufig sehr konkret und qualitätsgesichert beschreiben, haben sie auch für die Anwender und für den gesamten Servicebereich eine große Bedeutung, so dass Bund und Länder vereinbart haben, diese Regelwerke für alle interessierten Kreise verfügbar zu machen. In der Praxis bedeutet dies: Die Behörde wird sich an der Richtlinie oder dem Rundschreiben orientieren und der Betreiber (Strahlenschutzverantwortliche) muss nachweisen, dass er das festgelegte Ziel erreicht hat. Wenn er hierfür die in Richtlinien oder Rundschreiben oder auch in Normen festgelegten Verfahren nutzt, ist dieser Nachweis meistens recht einfach zu führen. Wenn das Ziel durch ein anderes alternatives Verfahren erreicht werden soll, so ist dies natürlich auch möglich. Es sind jedoch viel mehr Einzelnachweise zu führen, der Prüfaufwand wird größer und ggf. erhöhen sich auch die Kosten. Zu dem am 6.5.2015 auf der Sitzung des Länderausschusses Röntgenverordnung beschlossenen Rundschreiben gilt, dass die Länder es gegenüber den Behörden und Prüforganisationen als „zu beachten“ festlegen und dass es damit faktisch verbindlich ist oder wird. Wie weit die Umsetzung schon erfolgt ist, kann von hier nicht angegeben werden, jedoch haben einigen Bundesländer das Schreiben schon bekannt gemacht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marco Mühlmann schrieb am 16.06.2015 - 19:06 Uhr:
Frage:2462 BETREFF: Frage:2461
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort auf meine Frage, allerdings ist mir eines noch nicht ganz klar: Es wird ja für alle Modi (DL, Serien, Einzelaufnahme, Direktradiographie) ein und der selbe Detektor verwendet. Kann man das so verstehen, dass dieser integrierte Flachdetektor im Durchleuchtungsmodus ein ´dynamischer´ Detektor und im Direktaufnahmemodus ein ´statischer´ ist, also auf unterschiedliche Art ausgelesen wird - je nach Anwendung?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mühlmann, ja, das ist natürlich derselbe Detektor, und die Anwendung entscheidet, wie dieser arbeitet und wie er dann qualitätsgeprüft werden muss. Im Durchleuchtungsmode arbeitet der Detektor dynamisch, produziert also pro Sekunde eine bestimmte Zahl von zeitlich auf dem Monitor hintereinander dargestellten Röntgenbildern (z.B. 25) mit einer verhältnismäßig kleinen Dosis pro Bild und mit dementsprechend geringerer, aber für das Durchleuchtungsbild ausreichender Bildqualität. Bei einer Röntgenaufnahme (Direktradiographie) dagegen arbeitet er statisch. Es entsteht eben nur ein einziges Bild mit größerer Dosis und entsprechender höherer, für eine Röntgenaufnahme erforderlicher Bildqualität (speziell: höhere Ortsauflösung). In beiden Fällen geschieht die Abnahmeprüfung nach DIN 6868-150. Die Konstanzprüfung (KP) erfolgt für Direktradiographie nach DIN 6868-13 und für Durchleuchtung nach DIN 6868-4, an deren Novellierung gearbeitet wird. Als KP-Prüfkörper für die Direktradiographie kann z.B. DIGI 13 (oder ein entsprechendes Produkt anderer Hersteller) und für die Durchleuchtung + Serienaufnahmen z.B. Normi 4 FLU plus (oder auch hier ein entsprechendes Produkt anderer Hersteller) genutzt werden. Jedenfalls kann für diese beiden Anwendungen nicht derselbe KP-Prüfkörper eingesetzt werden.Ich schließe nicht aus, dass man Überlegungen anstellen könnte bzw. wird, die KP für beide Anwendungen in die DIN 6868-4 zu integrieren, die DIN 6868-13 auslaufen zu lassen und den Prüfkörper nach DIN 6868-150 für beide Konstanzprüfungen zu nutzen. Aber das ist eine jetzt noch nicht zu bestätigende Zukunftsmusik. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marco Mühlmann schrieb am 15.06.2015 - 16:45 Uhr:
Frage:2461 BETREFF: Konstanzprüfung an kombinierten Aufnahme- und Durchleuchtungsgeräten
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, werte Forumsgäste! Meine Frage: Für die Prüfung der Durchleuchtung sowie der Indirektaufnahmemodi (Schuß/ Serie) verwendet man eindeutig einen Prüfkörper nach DIN 6868-4 und prüft auch nach dieser Norm. Welchen Prüfkörper aber muss ich zur Konstanzprüfung des Direktaufnahmemodus an einem komb. Aufnahme- und Durchleuchtungsgerät mit Flachdetektor verwenden: einen nach DIN 6868-4 oder den nach 6868-13? Meiner Meinung nach den letzteren, da für Direktradiographie z.B. auch die Übereinstimmung von Licht- und Nutzstrahlenfeld sowie Leuchtdichte- oder Pixelwert relevante Prüfparameter sind, welche in der 6868-4 gar nicht abgefragt werden. Wie sehen Sie das?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mühlmann, ich bin derselben Meinung wie Sie: Die Konstanzprüfung (KP) des Direktaufnahmemodus an einem kombinierten Aufnahme- und Durchleuchtungsgerät mit Flachdetektor muss nach DIN 6868-13 durchgeführt werden. Man kann das nach meinem Verständnis schon aus der Beschreibung des Anwendungsbereiches im Kap. 1 der DIN 6868-4 entnehmen, in den beispielsweise die dynamischen Flachdetektoren (Durchleuchtung ohne BV, aber mit Flachdetektor) einbezogen sind und nach dem die KP im Zusammenhang mit statischen Flachdetektoren (Aufnahmemodus in Direkttechnik) auf der Basis der DIN 6868-13 durchgeführt werden muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bosse Pohlmann schrieb am 15.06.2015 - 13:38 Uhr:
Frage:2460 BETREFF: Jährliche Unterweisung § 36
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Die jährliche Unterweisung nach § 36 RöV soll durch den Strahlenschutzbeauftragten oder eine von ihm benannte Person durchgeführt werden. Ist es legitim die Unterweisung an die Chefärzte (Fachkunde vorausgesetzt) für ihre jeweilige Abteilung zu delegieren? Muss die Benennung, Beauftragung durch den Strahlenschutzbeauftragten irgendeiner Form entsprechen? Z. B. schriftlich? Vielen Dank im Voraus!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pohlmann, zunächst einmal: Es wäre an sich viel sinnvoller, wenn jede (autark arbeitende) Abteilung in einem Krankenhaus, die ionisierende Strahlung anwendet, eigene Strahlenschutzbeauftragte hätte, als dies zentral (z.B. durch den Chefarzt der Röntgenabteilung) für das gesamte Haus zu regeln. Dann würden auch diese abteilungsinternen Strahlenschutzbeauftragten die Unterweisung speziell bezogen auf ihre Strahlenschutzprobleme selbst gestalten können. Wie auch immer die Strahlenschutzbeauftragung auch geregelt sein mag, ist es jedenfalls legitim, die Unterweisung beispielsweise vom für das gesamte Haus zuständigen Strahlenschutzbeauftragten (z.B. vom Chefarzt der Röntgenabteilung) an andere fachlich qualifizierte Personen zu delegieren (z.B. an die Chefärzte der einzelnen Abteilungen). Diese Übertragung der Unterweisungspflicht auf andere Personen (z.B. in den jeweiligen Abteilungen) muss nachvollziehbar sein, was sicherlich nur in schriftlicher Form möglich ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Tobias Müller schrieb am 15.06.2015 - 11:31 Uhr:
Frage:2459 BETREFF: MPE in der Röntgendiagnostik
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, seit einiger Zeit ist immer wieder die Rede von der Pflicht, dass zukünftig MPE in der Röntgendiagnostik bei Anwendungen mit hohen Dosen (interv. Radiologie, CT) hinzuzuziehen sind, also auch zumindest teilweise in einer Praxis oder einer Röntgenabteilung arbeiten müssen. Ich habe dazu die entsprechende EU-Richtlinie und ein Positionspapier der APT gefunden. Ab wann in etwa und in welcher Art kann mit einer Umsetzung der EU-Richtlinie in Deutschland gerechnet werden, und sind die Personalbedarfs-Schlüssel der APT als realistisch einzuschätzen? Vielen Dank für Ihre Antwort! Mit freundlichen Grüße, Tobias Müller


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, die Umsetzung der genannten EU-Richtlinie in nationales Recht muss bis spätestens 06.02.2018 vollzogen sein. Es wird zur Zeit bezüglich der zukünftigen Rolle des MPE von der Strahlenschutzkommission (SSK) ein Papier erarbeitet, was noch in diesem Jahr fertig sein soll. Unabhängig davon sind natürlich die Fachgesellschaften (DGMP und APT) auch mit dieser Frage beschäftigt. Man kann bei Berücksichtigung des hohen fachlichen Niveaus dieser beiden Institutionen erwarten, dass deren Meinungen durchaus als realistisch einzuschätzen sind. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Hans Sannik schrieb am 12.06.2015 - 20:33 Uhr:
Frage:2458 BETREFF: Prüfung Strahlenschutzkleidung
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich hätte eine Verständnisfrage zu der Prüfnorm DIN 6857, Strahlenschutzzubehör bei medizinischer Anwendung von Röntgenstrahlung - Teil 2: Qualitätsprüfung von in Gebrauch befindlicher Schutzkleidung. Sind Röntgenschutzbrillen zu dieser Schutzkleidung hinzu zu rechnen? Sind den Prüfungen dementsprechend auch an Röntgenschutzbrillen und Gesichtschutz duchzuführen. Wie soll diese Prüfung erfolgen und wie ist hierzu eine Prüfung zu dokumentieren. Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar. Ein schönes Wochenende Mit freundlichen Grüßen Hans Sannik


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Sannik, die DIN 6857-2 liegt, wie Sie sicherlich wissen, zurzeit noch als Entwurf vor, hat aber große Chancen, im Herbst 2015 als Norm verabschiedet zu werden. Im Kap. 1 ´Anwendungsbereich´ sind Strahlenschutzhandschuhe, Strahlenschutzbrillen und Visiere ausgeschlossen worden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Annette schrieb am 12.06.2015 - 11:28 Uhr:
Frage:2457 BETREFF: baulicher Strahlenschutz
Hallo Prof. Ewen, bei uns im Schockraum wurde eine ´vollwertige´ Röntgenanlage installiert - wir haben zwar die Warnleuchten, aber dieser Raum kann leider nicht gegen unbefugten Zutritt gesichert werden. Der Hauptzugang ist eine elektrische (via Knopfdruck)Schiebetür und kann nicht ´verriegelt´ werden. Unsere Bleikanzel ist aber so eingebaut, dass wir den Zugang nicht im Blick haben, wenn wir Strahlung auslösen - so kommt es leider immer wieder vor, dass Personen ungeschützt ´in die Strahlung laufen´. Das ist meines Wissens nach (§20 RöV) doch gar nicht zulässig. Bei der Planung des neuen Schockraums war ich als leitende MTRA leider nicht involviert und konnte somit erst nach Vollendung der Baumaßnahme meinen Strahlenschutzverantwortlichen darauf hinweisen. Er ist nicht bereit, den Mangel zu beheben, will aber, dass dort nicht nur ´Schockraumpatienten´ geröngt werden, sondern auch die Tagesroutine. Wie soll ich mich denn verhalten??
Dateianhang: anzeigen

1. Antwort: Hallo Annette, Sie sprechen hier eine Situation an, die in der Röntgendiagnostik, vor allem bei Durchleuchtungsuntersuchungen, nicht so ganz selten ist: Von außen kommende Personen öffnen versehentlich eine Tür zum Röntgenraum, wenn Röntgenstrahlung eingeschaltet ist, und betreten diesen Raum, der dann Kontrollbereich ist, vielleicht auch noch. In diesem Zusammenhang wird oft die Frage gestellt, warum diese Türen nicht mit einem sog. Türkontakt versehen sein müssen, der beim Öffnen der Tür die Strahlung abschaltet (wie das in der Strahlentherapie z.B. mit Elektronenbeschleunigern realisiert ist). Das Problem in der Diagnostik ist, dass mit Betätigung von Türkontakten die Gefahr besteht, dass bei komplexen Untersuchungen (z.B. bei Angiographien) und je nach Phase dieser Untersuchungen mit Abschaltung der Röntgenstrahlung der gesamte Erfolg dieser radiologischen Maßnahme in Frage gestellt sein kann und die Untersuchung ggf. wiederholt werden muss. Würde man nun aus dem geschützten Bereich heraus (´Bleikanzel´) diese Tür im Auge behalten können, wäre eine schnelle Warnung an die betreffende Person sicherlich hilfreich, deren Strahlenexposition (durch Streustrahlung) sehr klein zu halten. Man muss sich also etwas einfallen lassen (Spiegel?). Ein derartiges Problem darf den für diesen Bereich verantwortlichen, im Strahlenschutz fachkundigen strahlenschutzbeauftragten Arzt nicht kalt lassen (siehe auch § 22 Abs. 1 Nr. 2 RöV). Was hat denn die Sachverständigenprüfung dieser Röntgeneinrichtung ergeben? An sich hätte der Sachverständige diese Problematik kritisieren müssen. Sie haben als MTRA, die nicht Strahlenschutzbeauftragte ist, das getan, was von Ihrer Seite getan werden muss, und haben auf dieses Problem hingewiesen. Theoretisch könnten Sie jetzt die zuständige Behörde informieren, was aber aus verschiedenen Gründen nur der ´allerletzte´ Ausweg sein sollte. Vielleicht lässt sich, ggf. mit Unterstützung dieser Antwort hier, eine ´vernünftige´ Maßnahme finden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heinrich Mertens schrieb am 10.06.2015 - 08:16 Uhr:
Frage:2456 BETREFF: Teleradiologie
Sehr geehrte Damen und Herren, in einer fachradiologischen Abteilung eines Krankenhauses ist für die Werktage in der Regelarbeitszeit nur 1 Arzt im Dienst, der die Fachkunde im Strahlenschutz nach Röntgenverordnung besitzt und die Aufgabe des Strahlenschutzbeauftragten für die in der Abteilung zum Einsatz kommenden Röntgeneinrichtungen wahrnimmt; für den Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst existiert eine genehmigte Teleradiologie. Fragen: Ist die Genehmigung zum Betrieb einer Röntgeneinrichtungen zur Teleradiologie für den Fall der Abwesenheit (Urlaub, Fortbildung, Krankheit, ...) des einzigen fachkundigen Arztes auch für die Regelarbeitszeit an Werktagen möglich? Wenn ja, wer kann die Aufgabe des Strahlenschutzbeauftragten wahrnehmen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, wenn wir Ihren Beitrag so interpretieren, dass es in dem Krankenhaus für die Regelarbeitszeit nur einen im Strahlenschutz fachkundigen Arzt gibt, der sowohl die Aufgaben im Zusammenhang mit der rechtfertigenden Indikation und der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen als auch die Aufgaben des Strahlenschutzbeauftragten übernehmen muss, dann ist das für diesen Arzt und für die Aufgabenwahrnehmung der gesamten Röntgenabteilung wirklich eine sehr eng, wenn nicht zu eng ausgelegte Rechtskonstruktion - vor allem schon deshalb, weil ja auch zu den Zeiten der genehmigten Teleradiologie ein Strahlenschutzbeauftragter verfügbar sein muss, um in besonderen Fällen tätig werden zu können. Eine Genehmigung zur Teleradiologie außerhalb der Dienste, d.h. in der Regelarbeitszeit, ist in erster Linie davon abhängig, ob hierzu ein Bedürfnis im Hinblick auf die Patientenversorgung plausibel nachgewiesen werden kann. Darüber hinaus müssen auch in einem derartigen Fall die sonstigen Voraussetzungen erfüllt sein. Eine davon betrifft den Nachweis, dass die für den sicheren Betrieb der Röntgeneinrichtung notwendige Anzahl von Strahlenschutzbeauftragten vorhanden ist (§ 3 Abs. 2 Nr. 2 bzw. § 4 Abs. 2 Nr. 3 RöV). Wie viele Strahlenschutzbeauftragte tatsächlich erforderlich sind und ob man hier auch entsprechend geeignete externe Personen bestellen kann, muss mit der örtlich zuständigen Behörde besprochen werden. Ein Strahlenschutzbeauftragter für den medizinischen Betrieb einer Röntgeneinrichtung muss immer mindestens folgende Voraussetzungen erfüllen: Erlaubnis zur Ausübung des ärztlichen Berufs und Nachweis der aktuell gehaltenen Fachkunde im Strahlenschutz für die vorgesehenen Anwendungen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Karl-Heinz Hoehlein schrieb am 05.06.2015 - 20:32 Uhr:
Frage:2455 BETREFF: Monitorprüfung von C-Bogengeräten
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in den „Ergänzenden Festlegungen vom 6. Mai 2015 zur Anwendung der QS-Richtlinie“ werden unter 2b. die C-Bogengeräte erwähnt, die nicht die Möglichkeit zur Einspeisung digitaler Testbilder haben. Eine erforderliche Teil- oder Abnahmeprüfung darf nach der jeweiligen Gerätenorm durchgeführt werden. Allerdings ist dann bis 30.06.18 bei diesen Geräten eine Monitor-Abnahmeprüfung nach V DIN 6868-57 und bis 01.01.25 eine Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157 durchzuführen. Meine Frage: Für so eine Abnahmeprüfung ist aber doch ein Testbild nach der entsprechenden Monitor-Norm erforderlich und dies kann man bei diesen Geräten nicht einspeisen. Würde dies bedeuten, dass nach einer Teilabnahmeprüfung diese Geräte ab diesen Zeitpunkten nicht mehr betrieben werden dürfen (über den Umweg einer nicht durchführbaren Monitor-Abnahmeprüfung)? Oder ist man der Meinung, dass bis 2018 bzw. 2025 es bei manchen C-Bogengeräten vielleicht technisch doch möglich sein könnte ein Monitor-Testbild einzuspeisen.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hoehlein, ich möchte Ihre Frage zweiteilig beantworten: 1) Testbildnutzung nach DIN V 6868-57: Ich interpretiere diese Norm so, dass zwar für die Durchführung qualitätssichernder Maßnahmen in der Regel technische Testbilder genutzt werden sollen (mit oder ohne Zugriff auf dauerhaft gespeicherte Testbilder; siehe 7.2.3 bzw. 7.2.4 der genannten Norm), aber auch Ausnahmen möglich sind, wenn keine geeigneten Testbilder von einem Testbildgenerator zur Verfügung stehen. Wird das BWG an einem bildgebenden System betrieben, für das ein genormtes Verfahren zur Abnahmeprüfung existiert (z.B. für ein mobiles C-Bogengerät die DIN 6868-150) und diese Abnahmeprüfung schon vollzogen ist, so kann nach 9.5 der DIN V 6868-57 zur Erzeugung eines Testbildes auch der Prüfkörper für die Abnahme- und Konstanzprüfung verwendet werden, wobei als Kenngrößen für das BWG die für diese Röntgeneinrichtung bildrelevanten Kenngrößen dienen können, die in 9.5 beispielsweise aufgezählt sind. Somit ist im Sinne der Festlegungen zur Umsetzung der QS-RL (dort Abschn. 2, Nr. 2.b.) auf diese Weise eine „Abnahmeprüfung nach DIN V 6868-57“ durchgeführt worden, welche erst bis spätestens 01.01.2025 durch eine Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157 aktualisiert werden müsste. 2) Zwang zu einer möglichen Außerbetriebnahme bei Nichterfüllung bestimmter Forderungen aus einer Norm: Selbst wenn die im Punkt 1) dargestellte Ausnahmeregelung nicht nachvollziehbar sein sollte, muss beachtet werden, dass die Nichteinhaltung rein normativer Forderungen keineswegs eine grundsätzliche und sofortige Einstellung des Betriebs aller betroffenen Einrichtungen bedeutet. Vielmehr kann dieses, und zwar jeweils im Einzelfall und mit entsprechender Begründung („Gefährdung von Patienten oder Personal“), nur durch die zuständigen Behörden erfolgen. Im vorliegenden Fall müsste seitens der Behörden in jedem Einzelfall ein solcher Nachweis geführt werden, der dann noch durch die zuständigen Verwaltungsgerichte nachgeprüft werden könnte. Erst am Ende der rechtsstaatlichen Überprüfungskette würde dann die tatsächliche Außerbetriebnahme stehen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sebastian Hippe schrieb am 05.06.2015 - 11:04 Uhr:
Frage:2454 BETREFF: Vornorm 6868-57
Sehr geehrte Damen und Herren, meine Frage ist, warum ist die ehemalige DIN 6868-57 eine Vornorm? Was sind die Gründe dafür, dass es keine richtige Norm war? Vielen Dank im Voraus.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hippe, in jeder Vornorm des NAR wird ganz am Anfang (auf der 1. oder 2. Seite) erklärt, was eine Vornorm bedeutet und warum gerade die betreffende Norm als Vornorm erschienen ist: ´Eine Vornorm ist das Ergebnis einer Normungsarbeit, das wegen bestimmter Vorbehalte zum Inhalt oder wegen des gegenüber einer Norm abweichenden Aufstellungsverfahrens vom DIN noch nicht als Norm herausgegeben wird.´ Die ´Vorbehalte´ und das ´abweichende Aufstellungsverfahren´ sind dann natürlich im Detail unterschiedlich erklärbar und sehr von Zweck und Anliegen der betreffenden Norm abhängig. So war es bei der DIN V 6868-57 so, dass man die Notwendigkeit einer Qualitätssicherung an Bildwiedergabegeräten erkannt hatte, aber bezüglich der Regelung bestimmter Einzelheiten gewisse Unsicherheiten und Zweifel nicht sofort ausräumen konnte und daher Erfahrungen mit der praktischen Handhabung durch Formulierung einer Vornorm gewinnen wollte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  D. Weidlich schrieb am 04.06.2015 - 14:00 Uhr:
Frage:2453 BETREFF: ´Aufsicht´ bei Konstanzprüfungen
Sehr geehrter Prof. Ewen, unsere Techniker führen Konstanzprüfungen an Röntgeneinrichtungen zur Untersuchung von Menschen durch. Nicht alle Techniker sind fachkundig, alle verfügen aber über Fachkenntnisse und können entsprechend § 30 Nr. 2 RöV ´unter Aufsicht´ Konstanzprüfungen durchführen. Ich habe keine Antwort für diese Konstellation in Ihrem Forum gefunden, deshalb meine Frage: Wie ist der Begriff ´unter ´Aufsicht´ auszulegen? Muss der fachkundige Techniker innerhalb einer bestimmten Zeit vor Ort sein? Genügt ein fachkundiger Techniker in einem anderen Krankenhaus, der telefonisch erreichbar ist? Ich vermute eine viel weitere Auslegung als bei der Formulierung ´unter ständiger Aufsicht´ bei § 24 Abs. 1 Nr. 3 RöV. Denn schließlich erfolgt die Konstanzprüfung nicht in Anwesenheit von Patienten oder anderen Menschen. Vielen Dank für Ihre Meinung. Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Weidlich, dass Sie zu diesem Problem noch nichts im Forum gefunden haben, müssen wir natürlich abstellen. Die Auslegung dieser oder ähnlicher sog. unbestimmter Rechtsbegriffe, wie z.B. ´unter Aufsicht´, ist nicht immer einfach und, was erschwerend hinzu kommt, auch nicht immer bundesweit einheitlich. Deshalb unsere etwas längeren Ausführungen zu Ihrer Frage und der Hinweis im allerletzten Satz, die für Sie zuständige Aufsichtsbehörde ebenfalls anzusprechen. Hier also unsere Meinung: Die unterschiedlichen Formulierungen in der RöV im Zusammenhang mit der technischen Durchführung zur Anwendung von Röntgenstrahlung sind sicherlich den möglichen Risiken angepasst. Die Personen, die die Anwendung am Menschen technisch durchführen, müssen zum einen über weitgehende und bescheinigte Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen, zum anderen müssen sie auch ständig beaufsichtigt werden. Personen, die in sonstigen Fällen technisch durchführen, müssen über Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen und beaufsichtigt werden. Allein diese Formulierungen zeigen, wie Sie auch zutreffend angemerkt haben, dass hier unterschiedliche Verfahrensweisen beschrieben sind. Die Personen, die im Sinne z.B. des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV tätig werden, müssen an anerkannten Ausbildungslehrgängen teilnehmen, sie müssen eine Prüfung bestehen, sie müssen eine geeignete Berufsausbildung nachweisen und die zuständige Stelle muss die Kenntnisse im Strahlenschutz außerdem noch explizit bescheinigen. Darüber hinaus muss der im Strahlenschutz fachkundige Arzt die ständige Aufsicht führen. Der Begriff „ständige“ bedeutet hierbei, dass er, abhängig vom Anwendungsrisiko, in einer relativ kurzen Zeit am Ort der technischen Durchführung eintreffen können muss, um ggf. korrigierend einzugreifen. Daneben muss er aber auch immer wieder kontrollieren, ob die Personen mit bestätigten Kenntnissen im Strahlenschutz ihre Aufgabe nach den entsprechenden Vorschriften und Anweisungen ausführen. Neben diesem fachkundigen Arzt, der für die medizinischen Anwendungen verantwortlich ist, gibt es natürlich auch in der heilkundlichen Anwendung Strahlenschutzbeauftragte, die bestimmte Aufgaben erledigen und im Bedarfsfall schnell am Ort des Geschehens eintreffen müssen. Bei anderen Anwendungsarten (nach § 30 RöV), wie also in Ihrem Fall, ist der Erwerb der Kenntnisse sehr viel einfacher gestaltet. Hier ist kein besonderer Kurs vorgeschrieben, die notwendigen Kenntnisse im Strahlenschutz werden hier durch Einweisungen und Unterweisungen erworben. Auch die Verpflichtung zur Aufsicht durch eine fachkundige Person ist etwas moderater formuliert. Allerdings gilt die generelle Verpflichtung zur Aufsicht auch hier, d.h. auch bei rein technischen Anwendungen muss die im Strahlenschutz fachkundige Person innerhalb einer angemessenen Zeit am Ort der technischen Durchführung sein können, um ggf. korrigierend einzugreifen. Auch hier ist die angemessene Zeit bis zum Eintreffen am Durchführungsort sicherlich von möglichen Risiken abhängig. D.h. in der Praxis, dass man beim Betrieb bestimmter Röntgeneinrichtungen, wie z.B. Bauarten, die einem Hochschutz- oder Vollschutzgerät entsprechen, eine längere Zeitspanne akzeptieren wird als bei Grob- oder Feinstrukturgeräten. Gerade im Bereich der geschäftsmäßigen Prüfung, Erprobung, Wartung und Instandsetzung von Röntgeneinrichtungen oder Störstrahlern außerhalb des eigenen Betriebs wird man in der Regel ein stringenteres System von fachkundigen Personen fordern. Dies lässt sich nach unserer Meinung auch nachvollziehen, da die Röntgeneinrichtung während dieser Tätigkeit, z.B. bei der Durchführung von Konstanzprüfungen, temporär als „eigene“ Röntgeneinrichtung betrieben wird und die notwendigen komplexen Tätigkeiten häufig unter Zeitdruck abgeschlossen sein müssen. Daher haben sich die zuständigen Behörden ja auch schon frühzeitig entschlossen, unterschiedliche Fachkunden festzulegen. Speziell für diese Tätigkeiten gibt es sowohl Fachkunden für die Leitung (R5.1 und R6.1) als auch für die Tätigkeit vor Ort (R5.2 und R6.2). Diese Unterteilung weist darauf hin, dass die Personen, die außerhalb des eigenen Betriebs tätig werden, mindestens eine eigne Fachkunde nachweisen müssen. Diese Anforderungen gelten allerdings dann nicht, wenn die beschriebenen Tätigkeiten ohne Einschalten von Röntgenstrahlung an Anwendungsgeräten, Zusatzgeräten und Zubehör, der erforderlichen Software sowie an Vorrichtungen zur medizinischen Befundung durchgeführt werden und keine Strahlenschutzmaßnahmen erfordern (vgl. § 6 Abs. 1 Satz 3 RöV). Dieses wird aber wahrscheinlich bei den von Ihrem Unternehmen ausgeführten Tätigkeiten nicht zutreffen. Wenn Sie eine verbindliche Auslegung zu der Tätigkeit Ihres Unternehmens benötigen (die dann vielleicht nicht bundesweit so formuliert ist, aber bundesweit akzeptiert wird), empfehle ich Ihnen, sich auf jeden Fall mit der für Sie zuständigen Behörde zu besprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Achim Kranefeld schrieb am 28.05.2015 - 14:52 Uhr:
Frage:2452 BETREFF: CT Raum mit Überwachungskamera statt Sichtfenster
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Wie erwägen, ein CT in einem Raum zu installieren, der ursprünglich als Afterloading-Bunker geplant worden war. Die nötigen Installationen sind vorhanden, die Strahlenschutz-Abschirmung wäre kein Problem, nur das sonst allerorten übliche Sichtfenster zwischen CT-Raum und CT-Schaltraum ist nicht realisierbar. Ist ein solches Fenster in irgendeiner deutschen Norm vorgeschrieben, oder ließe es sich durch eine Videoüberwachung ersetzen? Vielen Dank, mit freundlichen Grüßen Achim Kranefeld


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kranefeld, man findet in der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie, das Regelwerk, nach dem ein Sachverständiger eine Röntgeneinrichtung vor Inbetriebnahme und dann alle 5 Jahre überprüft, im CT-Berichtsmuster 2.2.7 die Prüfposition 07D03 ´Optische Verbindung zum Patienten vorhanden´. Aus diesem Wortlaut kann man entnehmen, dass diese Sichtverbindung nicht unbedingt ein Sichtfenster sein muss. Eine Videoverbindung würde auch akzeptabel sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Nils Wagner schrieb am 28.05.2015 - 12:00 Uhr:
Frage:2451 BETREFF: Konstanzprüfung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, für die Konstanzprüfungen von Röntgengeräten gibt es ausführliche DIN-Normen (6868-x). Aber welche Norm gilt für die Konstanzprüfung von C-Bögen und mobilen Röntgengeräten? Mit freundlichen Grüßen, Nils Wagner


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wagner, die KP von mobilen C-Bogengeräten und C-Bogengeräten an Deckenstativen geschieht nach DIN 6868-4 (´Sicherung der Bildqualität in röntgendiagnostischen Betrieben - Teil 4: Konstanzprüfung an medizinischen Röntgeneinrichtungenne zur Durchleuchtung´). Die KP an mobilen Röntgenaufnahmegeräten erfolgt nach DIN 6868-3 (´ ... Teil 3: Konstanzprüfung bei Direktradiographie´) für ´analog´und nach DIN 6868-13 (´... Teil 13: Konstanzprüfung bei Projektionsradiographie mit digitalen Bildempfänger-Systemen´) für ´digital´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Schumann schrieb am 28.05.2015 - 10:42 Uhr:
Frage:2450 BETREFF: Richtlinie Ärztliche und Zahnärztliche Stellen
Wann tritt die neue Richtlinie zur Qualitätssicherung durch Ärztliche Stellen in Kraft?


1. Antwort: .... die Richtlinie befindet sich bei den Ländern im sog. Umlaufverfahren. Mit einem Inkrafttreten wird im Sommer 2015 gerechnet. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jacqeline schrieb am 27.05.2015 - 19:47 Uhr:
Frage:2449 BETREFF: Dosimeter
Ich arbeite an zwei Arbeitsstätten (ein Arbeitgeber),muß ich mein Dosimeter immer mit hin und her nehmen oder ist der Arbeitgeber verpflichtet mir 2 Dosimeter zu stellen? Vielen Dank


1. Antwort: Hallo Jacqeline, für die Einhaltung der entsprechenden Vorschriften zur ´Ermittlung der Körperdosis´ (§ 35 RöV), was in der Regel mit Hilfe von Personendosimetern durchgeführt wird (s. § 35 Abs. 4 RöV), ist nach § 15 Abs. 1 Nr. 4 RöV der Strahlenschutzverantwortliche (ich nehme in Ihrem Fall an, das ist der von Ihnen erwähnte Arbeitgeber) verantwortlich. Sie arbeiten zwar an zwei Arbeitsstätten, beide unterstehen aber einem Strahlenschutzverantwortlichen, so dass auch ein Dosimeter ausreichend ist. Bei der Gelegenheit möchte ich nur darauf hinweisen, dass Personendosimetrie nur erforderlich ist, wenn man im Kontrollbereich tätig ist. Vielleicht ist das ja bei Ihnen nicht der Fall (oder nicht an beiden Arbeitsstätten), so dass sich die Angelegenheit damit erledigen würde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  C. Müller schrieb am 27.05.2015 - 19:10 Uhr:
Frage:2448 BETREFF: Strahlenschutzmittel Kopf
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich wende mich mit einer Fragestellung an Sie, da mir bisher niemand eine zufriedenstellende Auskunft geben konnte. Es geht um „Strahlenschutzhauben“ oder „Kappen“, die die Exposition des Kopfes der beruflich strahlenexponierten Personen bei interventionellen Eingriffen reduzieren sollen. Die Industrie bewirbt diese Produkte intensiv und bezieht sich wohl sogar auf eine veröffentlichte Studie, die zeigen soll, dass Gehirntumore bei Ärzten, die regelmäßig Expositionen ausgesetzt sind, vermehrt auftreten. Die Konsequenz daraus ist nun, dass die in unserem Hause tätigen Ärzte die Anschaffung der Produkte fordern. Trotz intensiver Recherchen sehe ich bisher keine Möglichkeit eine objektive Entscheidung bzgl. der Anschaffung zu treffen. Kurz zusammenfassen möchte ich meinen derzeitigen Wissenstand wie folgt: 1) Die SSK gibt diesbezüglich leider keine Empfehlung. 2) In der SV Richtlinie werden diese Hauben nicht gefordert. 3) Nach Rücksprache mit verschiedenen Sachverständigen gemäß RöV wollen diese sich über den Nutzen nicht festlegen. 4) § 2c RöV: „Wer eine Tätigkeit … ist verpflichtet, jede Strahlenexposition von Mensch … unter Beachtung des Standes der Technik und unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles auch unterhalb der Grenzwerte so gering wie möglich zu halten.“. Die konkrete Einschätzung dieses Paragraphen ist jedoch ebenfalls nicht trivial. Meine konkrete Frage an Sie wäre: Ist die Anschaffung anzuraten oder gar erforderlich? Eine ausführliche Begründung Ihrer Antwort würde sehr weiterhelfen. Auch im Zusammenhang mit Interventionen ist eine weitere Frage aufgetreten: Es gibt, beispielsweise von Mavig, „femorales“ und „radiales Drape“. Dies sind Einwegabdeckungen, die auf den Patienten gelegt werden und die Strahlenexposition des Arztes ebenfalls weiter reduzieren sollen. Wie ist hier Ihre Einschätzung? Bringen diese Produkte etwas und sollten genutzt werden? Vielen Dank für Ihre Bemühungen. Mit freundlichen Grüßen, C. Müller


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Müller, da sprechen Sie ein sicherlich nicht triviales Problem an, da es hier um die Möglichkeit der Induktion sog. stochastischer Strahlenwirkungen geht, wozu auch die strahlenbedingte Verursachung von Krebs bzw. Tumoren gehört. Stochastische Strahlenwirkungen gehorchen statistischen Gesetzen, wobei also keine eindeutigen Aussagen in Einzelfällen sondern nur kollektive Risikoabschätzungen möglich sind, mit welchen Wahrscheinlichkeiten bestimmte Dosiswerte z.B. eine Krebserkrankung induzieren können. Diese grundsätzliche ´unscharfe´ Risikoaussage muss auch einer Antwort auf Ihre Frage zu Grunde gelegt werden, ob bei bestimmten Röntgenuntersuchungen mit möglicherweise nicht geringen Dosiswerten für das im Röntgenraum befindliche Personal das Tragen dieser Schutzhauben aus prophylaktischen Gründen (Dosisreduzierung des Gehirns zwecks Reduzierung des Tumorrisikos dort) angeraten, wenn nicht sogar notwendig sein sollte. Bisher gibt es, wie Sie ja auch angemerkt haben, diesbezügliche Forderungen nicht (SSK, SV-Richtlinie, Sachverständige). In der zurzeit in der Novellierungsphase befindlichen SV-Richtlinie ist es auch nicht vorgesehen, eine derartige Forderung mit aufzunehmen. Nochmals: Es ist wirklich schwierig, angesichts des stochastischen Charakters einer strahlenbedingten Tumorinduktion die Anwendung einer bestimmten strahlenschutztechnischen Maßnahme (hier: Schutzhaube) zu fordern oder nicht. Bei welcher Dosis legt man das noch akzeptable Strahlenrisiko fest? Eine Frage, die mich während meines (langen) ´Strahlenschutzlebens´ immer wieder beschäftigt hat. Die neuste Tabelle der sog. Gewebewichtungsfaktoren zur Ermittlung der (´stochastisch signifikanten´) effektiven Dosis aus der EURATOM-Richtlinie 2013/59 gibt für das Gehirn den im Vergleich zu anderen Geweben (z.B. Knochenmark, Lunge, Brust) kleinen Wert von 0,01 an. Daraus muss man schließen, dass für dieses Organ das stochastische Strahlenrisiko als relativ gering eingestuft wird. Fazit für mich: Strahlenschutzhauben kann man empfehlen, sollte sie aber nicht fordern. Was die Drapes betrifft, so sind diese zusammen mit dem (oft an der Decke angebrachten, schwenkbaren) Streustrahlenschutz zu nutzen. Sie vergrößern durchaus die Schutzwirkung dieses Streustrahlenschutzes (´sie bringen etwas´). Nutzung bei Hochdosisarbeitsplätzen empfehlenswert, wird aber bisher nicht gefordert. Sehr wichtig in eigener Sache: Hier wird von der anfragenden Person die Fa. Mavig angesprochen. Es gibt noch andere Firmen, die ebenfalls auf diesem Gebiet des Strahlenschutzes (Patienten- und Personalschutzkleidung, usw.) tätig sind! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  J. Spranz schrieb am 27.05.2015 - 12:34 Uhr:
Frage:2447 BETREFF: Prüfungen nach DIN 6868-157 durch IT-Systemhaus
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ein IT-Systemhaus beabsichtigt Techniker aus seinem Unternehmen die nach DIN 6868-157 geforderten Abnahme- bzw. Konstanzprüfungen an Befundungsmonitoren durchführen zu lassen. Nicht vorgesehen sind Prüfungen an ´strahlenden´ Baugruppen (z.B. Röntgengerät selbst). Meine Fragen: 1. Welche Grundqualifikation muss dieser Techniker besitzen? Üblicherweise absolviert ein derartiger Techniker die Ausbildung zum Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration, also keine medizinische Ausbildung. 2. Inwieweit muss dieser Techniker die spezielle Fachkunde nach § 18a RöV nachweisen? 3. Hat das IT-Systemhaus einen Strahlenschutzbeauftragten oder -verantwortlichen zu bestellen? 4. Wird bei den zuvor gestellten Fragen unterschieden in Abnahme- und Konstanzprüfung? Vielen Dank und viele Grüße J. Spranz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Spranz, wenn es bei der sog. geschäftsmäßigen Durchführung von Abnahme- und Konstanzprüfungen nicht erforderlich ist, Röntgenstrahlung einzuschalten, sich diese Prüfungen auf Anwendungs- und Zusatzgeräte, ..., auf Vorrichtungen zur medizinischen Befundung ... beschränken und wenn keine Strahlenschutzmaßnahmen erforderlich sind, muss diese Tätigkeit nicht nach § 6 Abs. 1 und 2 RöV bei der zuständigen Behörde angezeigt und keine Fachkunde im Strahlenschutz erworben werden. Diesen Text finden Sie in der sog. Qualitätssicherungs-Richtlinie vom 23. 6. 2014, dort in Abschnitt 1.6. Zu den Fragen: 1) Die hier von Ihnen genannte Grundqualifikation reicht aus. Natürlich muss der Techniken informiert sein, wie diese Prüfungen an Bildwiedergabesystemen nach DIN 6868-157 durchgeführt werden. Das kann ihm firmenintern beigebracht werden. 2) Kein Fachkundenachweis erforderlich (s.o.). 3) Keine Strahlenschutzbeauftragten und -verantwortlichen erforderlich. 4) Einziger Unterschied: Die Abnahmeprüfung ist komplexer und technisch aufwändiger als die Konstanzprüfung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Thorsten Lange schrieb am 26.05.2015 - 10:57 Uhr:
Frage:2446 BETREFF: Digitalvolumentomographie Zahnheilkunde
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich bin Zahnarzt und überweise an ein Röntgenzentrum für die Ausführung von DVT`s. Die Befundung sollte meines Wissens nach so erfolgen, dass alle auf dem Bild ersichtlichen pathologischen Fakten erfasst werden. Leider erhalte ich keine vollständigen Befunde und finde dazu keinen Rat. Der Betreiber gibt mir die Auskunft, dass nur die Regio befundet wird, wegen der ich überweise. Gibt denn die Röntgenverordnung dazu keine genaue Anweisung, ich finde nichts eindeutiges.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Lange, nach Meinung eines von mir zur Beantwortung Ihrer Fragen hinzugezogenen zahn/ärztlichen Kollegen sind zahnärztliche Leistungen nur dann abrechenbar, wenn der jeweilige Leistungsinhalt vollständig erbracht wurde. Bei einer Röntgenuntersuchung gehören Befund und Dokumentation dazu, die technische Ausführung einer Aufnahme reicht nicht. Die in der Anfrage geschilderte ´Teil-Befundung´ gibt in der Tat immer wieder Anlass zu Missverständnissen. Wenn ein Zahnarzt mit DVT-Fachkunde aber ohne eigenes Gerät z.B. von einem Kollegen mit Gerät eine DVT-Aufnahme anfertigen lässt, mag man dies im Einzelfall noch dann hinnehmen können, wenn diese Aufnahme qualifiziert nachbefundet werden kann. Bei einer Überweisung an ein ´Röntgen-Zentrum´ sollte man jedoch von diesem immer den vollständigen Leistungsumfang fordern. Dies gilt insbesondere, wenn ein Zahnarzt ohne DVT-Fachkunde eine entsprechende Überweisung veranlasst. Vorschlag zu einer praktischen Lösung: Einen anderen DVT-Anbieter suchen (diese gibt es inzwischen reichlich) oder im Einzelfall ganz gezielt die unvollständig erbrachte Leistung nicht bezahlen und in Ruhe abwarten, wie das wohl für das ´Röntgen-Zentrum´ ausgehen wird. In der RöV findet man zu diesem Fragenkomplex nichts Konkretes. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marie schrieb am 21.05.2015 - 14:16 Uhr:
Frage:2445 BETREFF: Strahlendivergens
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich arbeite als ltd. MTA in einem kleinen Krankenhaus ohne Radiologen. Die Röntgenanforderungen werden von den Ärzten mit der nötigen Fachkunde gestellt, mit der recht. Indikation. Leider kommt es vor, dass Röntgenaufnahmen angefordert werden, die meiner Meinung nach nicht richtig sind. Bsp. 10 jähriges Kind mit einer Schürfwunde am Ellenbogen. Bekommt 6 Röntgenaufnahmen. HG 2 Eb Unterarm 2 Eb und Ellenbogen 2 Eb. Wenn ich dem Arzt dann versuche zu erklären, dass ich das HG 2 Eb mit Anteil Unterarm röntge und den Ellenbogen mit Anteil Unterarm (4 Aufnahmen)bekomme ich zur Antwort, das möchte er nicht. Er könnte die Gelenke dann wegen der Strahlendivergens nicht nicht beurteilen. 1. habe ich gelernt, dass man Extremitäten immer mit einem angrenzenden Gelenk röntgt (hat sich vielleicht in den letzten 20 Jahren ohne mein Wissen geändert ??) 2. kommt die Strahlendivergens erst bei z.b. Ganzbeinaufnahmen zum tragen. Da ich nur MTA bin, und nichts schriftliches habe sind mir die Hände gebunden und ich musste dieses Kind röntgen. Wie kann ich dagegen argumentieren? Wo kann ich etwas wegen der Strahlendivergens nachlesen? Ich habe schon viel im Internet geschaut, finde aber nichts was mir weiter hilft. Wo steht es, dass man Extremitäten nur mit einem Gelenk röntgen darf? Vielen Dank.


1. Antwort: Hallo Marie, ich selbst bin zwar kein Radiologe (sondern Physiker), weiß aber ganz gut, wen ich bei Anfragen dieser Art zu Rate ziehen kann. Hier die Antworten: 1) Bei einer reinen Schürfwunde ist eigentlich eine Röntgenaufnahme nicht indiziert. 2) Skelettanteile werden immer mit einem angrenzenden Gelenk geröntgt, soweit natürlich die Indikation für die Röntgenuntersuchung besteht. Also ist Ihre Meinung durchaus korrekt. 3) Was die Beurteilbarkeit einer Röntgenaufnahme betrifft, so hat die sog. Strahlendivergenz keinen Einfluss darauf. Da müssen Sie auch nichts nachlesen. Noch etwas ganz allgemein: Es ist sicherlich zu begrüßen, wenn in einer Röntgenabteilung eine kritische MTA oder MTRA tätig ist, aber die ´letzte Entscheidung´ über die Art und Weise, ob und wie eine Röntgenuntersuchung durchgeführt werden soll, hat der im Strahlenschutz fachkundige Arzt, der die rechtfertigende Indikation nach § 23 Abs. 1 RöV gestellt hat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dieter Arenhold schrieb am 21.05.2015 - 11:30 Uhr:
Frage:2444 BETREFF: Betrieb Angiographieanlage
Sehr geehrter Prof Ewen, wir hatten vor kurzen eine Sachverständigen prüfung für eine Angiogrphiegerät mit der folgerung unter Punkt N ´Die Grenzwerte für die Darstellung der Niedrigkontrastauflösung und des Dynamikbereich werden nicht erreicht. Dies gilt sowohl für Durchleuchtung wie auch für den Cine Mode. Die Linienpaarauflösung (bei Durchleuchtung min. 1,0 LP bezogen auf 25 cm BV-Durchmesser) wird ebenfalls nicht erreicht. Die Bildqualität ist beim Cine Mode innerhalb einer Serie sehr unterschiedlich, bei Durchleuchtung ist das Bild stark verrauscht.´ Muss das Gerät sofort stillgelegt werden kann mann bis zur zeitnahen Reparatur oder Austausch mit dem Gerät noch weiter arbeiten? Vielen Dank und freundliche Grüße Dieter Arenhold


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Arenhold, ich nehme mal an, dass es sich hier um eine sog. Wiederholungsprüfung gehandelt hat (§ 18 Abs. 1 Nr. 5 RöV). Hier ist ja gefordert, dass der ´Betreiber´ der Röntgeneinrichtung (der Strahlenschutzverantwortliche) den Prüfbericht vom Sachverständigen (SV) zugesandt bekommt und er diesen dann weiter an die zuständige Behörde übersenden muss. Nur diese hat grundsätzlich darüber zu entscheiden, was zu geschehen hat, wenn in diesem Bericht Mängel festgestellt werden. Sie wird die Abstellung dieser Mängel um so kurzfristiger fordern, je gewichtiger diese Mängel sind (sicherlich vor allem Mängel der Kategorie I). Im Extremfall einer möglichen relevanten und akuten Gefährdung des Personals oder der Patienten kann sie auch den Betrieb der Einrichtung untersagen, bis die Mängel abgestellt sind. Bei schwerwiegenden Mängeln sollte der SV in seinem Bericht auf diesen Umstand hinweisen. Auch der Betreiber selbst hat eine Überwachungspflicht: ´Bei jeder Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen muss die ordnungsgemäße Funktion der Röntgeneinrichtung sichergestellt sein´ (§ 25 Abs. 1a RöV). Ich persönlich bewerte die von Ihnen geschilderten Mängel als durchaus kritisch, denn die beiden wichtigen Parameter, welche die Bildqualität beschreiben, und zwar sowohl die Ortsauflösung (zu wenige LP/mm) als auch die Kontrastauflösung (Bild stark verrauscht), liegen im Argen. Ich will auch nicht verschweigen, dass sich beim einfachen Weiterbetrieb der Röntgeneinrichtung sogar strafrechtliche oder zivilrechtliche Konsequenzen ergeben könnten. Man stelle sich vor, dass ggf. aufgrund der vorliegenden Mängel eine Erkrankung möglicherweise nicht oder nicht vollständig erkannt wird und der Patient dadurch weiteren Schaden nimmt. In einem solchen Fall und mit dem Wissen über die vorhandenen Mängel wäre der Verdacht auf grob fahrlässiges oder vorsätzliches Handeln sicherlich nicht auszuschließen. Wenn schon keine sofortige Stilllegung, so sollte die Reparatur bzw. die Mängelbeseitigung doch ohne zeitlichen Verzug erfolgen und dann der Vollzug dieser Maßnahme der Behörde mitgeteilt werden. Es sollte erwogen werden, dass bis dahin der Anwendungsumfang der betroffenen Röntgeneinrichtung durch den Strahlenschutzverantwortlichen oder den Strahlenschutzbeauftragten zumindest eingeschränkt werden sollte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  T. Müller schrieb am 16.05.2015 - 12:44 Uhr:
Frage:2443 BETREFF: Fachkunde MPE RöV
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, welche (Teil-)Fachkunden nach der RöV existieren für MPEs und welche Fachkunde ist insbesondere für die IORT mit einem IORT-Gerät erforderlich, welches mit Röntgenstrahlung arbeitet? Welche Kurse sind ggf. erforderlich, um diese Fachkunde zu erwerben? Vielen Dank und freundliche Grüße! T. Müller


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Müller, um die Tätigkeit eines MPE ausüben zu dürfen, müssen zwei Erfordernisse erfüllt sein, und zwar der Nachweis der erforderlichen Ausbildung und der Nachweis der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz. Zum Nachweis der notwendigen Ausbildung verweisen wir auf § 2 Nr. 11 RöV bzw. § 3 Abs. 2 Nr. 21 StrlSchV. Da dieser Nachweis von verschiedenen Faktoren abhängt, ist es ratsam, die örtlich zuständige Aufsichtsbehörde zu befragen. Wenn allerdings schon die Tätigkeit des MPE in der Strahlentherapie (z.B. Teletherapie oder NUK) ausgeübt wird, dann gilt der Nachweis der erforderlichen Berufsausbildung auf jeden Fall als erbracht. Für die Fachkunde Röntgentherapie muss bei bereits vorliegender Fachkunde für die Teletherapie nach StrlSchV nur noch die Sachkundezeit in der Röntgentherapie von 6 Monaten nachgewiesen werden, damit die zuständige Stelle auch die Fachkundebescheinigung für diesen Bereich ausstellen kann. Wenn die Fachkunde des MPE bisher für die Tätigkeit nur in der NUK oder nur in der Röntgendiagnostik bescheinigt ist, dann muss zusätzlich zu den 6 Monaten Sachkunde in der Röntgentherapie auch der Spezialkurs Teletherapie nachgewiesen werden. Dieser Kurs gilt sowohl für die Teletherapie nach StrlSchV als auch für die Röntgentherapie (z.B. IORT). Wenn - im Extrenfall - bisher keinerlei Fachkunde vorliegt, dann müssen alle Kurse (Grundkurs, Spezialkurs Teletherapie) und 24 Monate Sachkunde (davon mindestens 6 Monate in der Röntgentherapie) nachgewiesen werden. Für die MPE-Fachkunde in der Röntgendiagnostik gilt Vergleichbares, wobei mindestens 6 Monate Sachkunde in der Röntgendiagnostik nachzuweisen sind und auf jeden Fall (auch bei schon tätigen MPE) ein Spezialkurs Röntgendiagnostik für Ärzte nach der Fachkunderichtlinie zur RöV erfolgreich zu absolvieren ist. In allen Fällen gilt: Die erworbene bzw. zusätzlich erworbene Fachkunde muss immer von der zuständigen Stelle bescheinigt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Ricken schrieb am 12.05.2015 - 13:20 Uhr:
Frage:2442 BETREFF: Organigramm
Wir müssen für unsere Klinik ein Organigramm zur Organisation der Verantwortlichkeiten im Strahlenschutz erstellen. Hier bitte ich um Zusendung entsprechender Vorlagen bzw. um Rückmeldung bezgl. der Einbindung von angeschlossenen Praxen / MVZ bzw. kooperierenden externen Praxen. Herzlichen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Ricken, die Abbildung einer Strahlenschutzorganisation in Kliniken oder größeren Praxen kann beliebig komplex und variabel sein. Dies ist abhängig von der Unternehmensform (z.B. AG, GmbH, GbR o.ä.), von den innerbetrieblich tätigen Personen, wie beispielsweise Strahlenschutzverantwortlicher, Strahlenschutzbeauftragter, Bevollmächtigter, sonstige Mitarbeiter in verschiedenen Hierarchiestufen, Arbeitsschutzorganisationen, Betriebs- oder Personalratsstrukturen. Daneben sind auch noch landesrechtlich unterschiedliche Sichtweisen bei Festlegung und Abgrenzung von Strahlenschutzverantwortlichen (z.B. bei einer GbR oder bei Mehrfachnutzung einer Einrichtung) zu berücksichtigen. All diese möglichen Ebenen innerhalb von Strahlenschutzorganisationen machen es dem Forum RöV unmöglich, hierzu allgemeingültige Aussagen zu machen. Formblätter oder Vorlagen halten wir im Forum RöV auch nicht vor, und diese, so sie überhaupt existieren, könnten aus oben genannten Gründen sicherlich nur sehr allgemein formuliert sein. Wir empfehlen Ihnen, sich mit der örtlich zuständigen Strahlenschutzbehörde zwecks Beratung in Verbindung zu setzen oder einen Sachverständigen hinzuzuziehen, der mit den örtlichen und landesrechtlichen Gegebenheiten vertraut ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frank Rost schrieb am 09.05.2015 - 11:00 Uhr:
Frage:2441 BETREFF: Einweisung vor Inbetriebnahme Gammakamera
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich kann leider nirgends Informationen bezüglich folgender Fragestellung zur Gammakamera mit SPECT System erhalten und wende mich deshalb an Sie. Bedarf dieses Medizinprodukt einer Einweisung durch den Hersteller bzw. qualifizierten Person? Fällt eine Gammakamera unter die RÖV(da nur Detektor)? Laut MPBetreiberV gilt diese Einweisungspflicht nur für MP der Anlage 1. Dieser Anlage kann ich keine Zweckbestimmung einer Gammakamera zuordnen. Unter welcher Verordnung würden Sie dieses Medizinprodukt dann zuordnen oder an wen würden Sie sich wenden? Viele Grüße und vielen Dank,F.Rost


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rost, eine Gammakamera an sich ist ja kein strahlenerzeugendes System sondern eins, mit dem man Strahlung (Gammastrahlung) nachweisen kann. Also fällt dieses System (für sich alleine) weder unter die StrlSchV, aber erst recht nicht unter die RöV, denn Röntgenstrahlung ist keineswegs im Spiel. Eine Gammakamera, als Messeinrichtung in der Nuklearmedizin, kann natürlich in ein entsprechendes Genehmigungsverfahren nach StrlSchV für den Umgang mit in der Nukmed genutzten radioaktiven Stoffen integriert sein. In § 5 der MPBetreibV wird die Einweisung für den Betrieb von Medizinprodukten gefordert, die in Anlage 1 der MPBetreibV aufgeführt sind. In der dortigen Liste sind die Gammakamera oder ähnlich arbeitende Systeme allerdings nicht aufgeführt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Walter Huhn schrieb am 08.05.2015 - 15:49 Uhr:
Frage:2440 BETREFF: Forumanfrage 2432 vom 24.4.2015
Lieber Klaus, ich habe an dieser Stelle eine Anmerkung zur Forumanfrage 2432 vom 24. April 2015 und auf die Antwort zu dieser Frage. Diese Anmerkung betrifft nicht die Ausführungen, die zur Anwendbarkeit von Richtlinien und Normen erfolgt sind. Ich denke, diese sind ausführlich und beschreiben die Bedeutung dieser Regelwerke, aber auch die Möglichkeiten, Nachweise auf anderem Weg zu führen. Meine Anmerkung ist, dass die Mitteilungen der obersten Landesbehörden zur Umsetzung der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) und insbesondere zu DIN 6868-157 vom November und Dezember 2014 aus bestimmten Gründen, die nicht vernachlässigt werden durften, angepasst werden mussten. Diese Anpassungen wurden von den Vertretern der obersten Landesbehörden für die Durchführung der RöV beraten, mit den v.g. Mitteilungen aus dem November und Dezember 2014 zusammengefasst und am 6. Mai 2015 als zusätzliche Festlegung zur QS-RL beschlossen. Somit liegt eine aktuelle Regelung vor, die die QS-RL ergänzt und bei Bedarf bei den örtlich zuständigen Behörden abgefragt werden kann. Ich gehe davon aus, dass diese zusätzliche Festlegung in Kürze auch auf den Fachseiten im Internet oder den entsprechenden Informationsseiten der Strahlenschutzbehörden zu finden sein wird. Gruß Walter Huhn


1. Antwort: Lieber Walter, Danke für diesen aktuellen Hinweis zu gewissen Umsetzungsmodalitäten im Zusammenspiel zwischen QS-RL und DIN 6868-157. Diese als ´zusätzliche Festlegung zur QS-RL´ bezeichnete Ergänzung zur QS-RL ersetzt jetzt den Text, der zum Zeitpunkt der Formanfage Nr. 2432, also am 24.4.2015, noch Gültigkeit hatte und damals von mir zitiert wurde. Wichtig für die an dieser Thematik interessierten Forum-User ist: Der neue Text kann jetzt bundesweit bei den örtlich zuständigen Behörden abgefragt werden, ggf. mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auch im Internet. Viele Grüße Klaus Ewen



  B.Russ schrieb am 07.05.2015 - 22:40 Uhr:
Frage:2439 BETREFF: Kinderfilter
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, Bisher wurden bei uns keine Kinder geröntgt, was sich aber wohl ändern wird. An dem Bucky Gerät können wir die gewünschte Cu Filterung(0,1-0,4) eingeben. Aber wie komme ich an die 1mm Al? Die zu bestellenden Pädiatriefilter bestehen wohl alle aus 0,1mm Cu+1mm Al. Dh wenn ich diesen Filter einschiebe, brauche ich doch nicht mehr den Cu Filter am Gerät. Ich hätte dadurch den doppelten Cu -Filter. Oder hab ich jetzt einen Denkfehler? Herzlichen Dank im Voraus B. Russ


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Russ, die Forderung nach Zusatzfilterung in der Pädiatrie, z.B. nach der Leitlinie der Bundesärztekammer, beträgt 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu. Dabei entspricht 1 mm Al etwa einer Cu-Dicke von 0,03 mm. Sie sehen also, dass 1 mm Al im Vergleich zu 0,1 mm Cu (oder mehr) keine große Rolle spielt. Üblicherweise haben Aufnahmegeräte eine Mindestfilterung von 2,5 mm Al. Wenn Sie also an Ihrem Gerät Zusatzfilterungen von 0,1 - 0,4 mm Cu anwählen können, ist ja alles in Ordnung. Wenn man andererseits ein ´Pädiatriefilter´ von ´0,1 mm Cu + 1 mm Al´ (irgendwo im Strahlenaustrittsbereich des Röntgenstrahlers) einschieben würde, dann reicht das natürlich und man benötigt (irgendwo anders im Strahlengang, also ´am Gerät´) kein weiteres Cu-Filter. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Uwe Zeilinger schrieb am 07.05.2015 - 14:09 Uhr:
Frage:2438 BETREFF: Bedienoberfläche einer Durchleuchtungsanlage
Sehr geehrter Hr.Prof. Ewen, wir haben seit kurzem eine Durchleuchtungsanlage in Betrieb der zwar eine deutsche Bedienungsanlage beiliegt aber deren bedieneroberfläche und Tastatur komplett in Englisch ist und die laut Hersteller nicht umzustellen ist. Ist solch eine Anlage MPG und Röv konform. Gruß Uwe Zeilinger


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Zeilinger, die RöV schreibt in ihrem § 18 Abs. 1 Nr. 1 eine deutschsprachige Gebrauchsanweisung vor, aber nicht, dass Bedieneroberfläche und Tastatur nicht in Englisch ausgelegt sein dürfen. Ich stecke nicht so tief drin im Medizinprodukterecht, kann mir aber nicht denken, dass dort etwas anderes verlangt wird. In einer Zeit, in der auch das Strahlenschutz- und Medizinprodukterecht von EU-Richtlinien bestimmt werden, kann ich mir auch gar nichts anderes vorstellen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ronny Rhinow schrieb am 30.04.2015 - 08:52 Uhr:
Frage:2437 BETREFF: 5-Jahres-Frist überziehen möglich?
Ich habe vier SSB, die im März 2016 ihre Fachkunder erneuern müssen. Der nächste Kurs am Institut meiner Wahl ist im Mai 2016. Hat jemand Erfahrungen damit, ob eine solche Überziehung der 5-Jahres-Frist von den Behörden akzeptiert wird? Gruß, Rhinow


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rhinow, auf Ihre Frage gibt es nur eine Antwort: Bei der zuständigen Behörde nachfragen. Denn die Auslegung, was im Zusammenhang mit der Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz eine ´Überziehung´ ist, wird von den Behörden - in einem gewissen Rahmen natürlich - ein wenig unterschiedlich gehandhabt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Nils Wagner schrieb am 29.04.2015 - 14:21 Uhr:
Frage:2436 BETREFF: Prüfung Befundungsmonitore
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen. Welche rechtlichen Voraussetzungen muss ich erfüllen, um Befundungsmonitore in einer Arztpraxis prüfen zu können?Prüfen bedeutet an der Stelle: Konstanzprüfungen im Sinne der neuen DIN 6868-157 als Wiederholungsprüfung. Nicht: Abnahmeprfungen bei Inbetriebnahme. Die Fachkunde im Strahlenschutz nach R6.1 besitze ich bereits. Brauche ich dann auch den Nachweis der praktischen Tätigkeit nach Fachkunde-Richtlinie Technik nach der RöV? Und an welcher Stelle gibt es dafür rechtssichere Aussagen? Herzlich, Nils Wagner


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wagner, werfen Sie bitte einen Blick in die Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) vom 23.6.2014, und zwar dort in den Abschnitt 1.6. Die QS-RL ist im Internet auffindbar, aber auch hier im Forum RöV (forum-roev.de; dann auf der Startseite den Link ´7.Richtlinien ...´ anwählen; mit Datum 23.6.2014 ist dort ganz oben in der Tabelle die QS-RL eingeordnet). Aus dem besagten Abschnitt 1.6 geht hervor, dass für die Durchführung von Konstanzprüfungen, zu deren Durchführung die Röntgenstrahlung nicht eingeschaltet werden muss und die sich auf Anwendungsgeräte, Zusatzgeräte, ..., wozu auch Befundungsmonitore gehören, beschränken, keine Fachkunde im Strahlenschutz erforderlich ist. Ich kann aus der DIN 6868-157 (Anhang C.2) keine Prüfposition erkennen, zu deren Durchführung Röntgenstrahlung eingeschaltet werden müsste. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. C. Ahlers schrieb am 29.04.2015 - 13:05 Uhr:
Frage:2435 BETREFF: Ausbildungsvoraussetzungen DXA
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Ich habe eine Mitarbeiterin mit der Ausbildung zur ZFA (Zahnmedizinische Fachangestellte). Sie verfügt über den ´Röntgenschein´ für den Bereich Zahnmedizin. Darf Sie mit der entsprechenden Herstellereinweisung DXA-Messungen bei uns durchführen? Falls nein, welche Qualifikation müsste sie erwerben? Perspektivisch würde ich Sie auch gerne im konventionellen Röntgen einsetzen. Wie sieht es da aus? Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Ahlers, seitens einer ZFA reicht der Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz für das Gebiet der Zahnmedizin zur technischen Durchführung von DXA-Messungen nicht aus. Es gibt 2 Möglichkeiten: Entweder sie erwirbt diese speziellen ´DXA-Kenntnisse´ (10 Unterrichtsstunden nach Anlage 8.1 der Fachkunde-Richtlinie Medizin RöV) oder, falls spätere Tätigkeiten in der konventionellen Röntgendiagnostik nicht ausgeschlossen sein könnten, sie erwirbt die Kenntnisse im Strahlenschutz für das gesamte Gebiet der Röntgendiagnostik (90 Uh nach Anlage 8 der genannten Richtlinie). Letztgenannte Kenntnisse schließen DXA-Messungen mit ein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ralf Stolpe-Jazbinsek schrieb am 27.04.2015 - 13:07 Uhr:
Frage:2434 BETREFF: zu Frage 2432
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank für Ihre superflotte Beantwortung! Nun ist das geklärt, für alle die noch Zweifel hatten zum nachlesen. Vielen Dank! MfG Ralf Stolpe-Jazbinsek


1. Antwort: ... gern geschehen. Das Thema DIN 6868-157 ist ja auch nicht ganz so trivial. Gruß K. Ewen



  Boris Russ schrieb am 25.04.2015 - 09:00 Uhr:
Frage:2433 BETREFF: Rasterschacht
Sehr geehrter Herr Prof. Even, Wir sollen im Ausnahmezustand im Schockraum Schwerstverletzte die Basisuntersuchung mit der Mobilette durchfüheren. Allerdings nur Thorax und Becken. Müssen bei CR Technik (digitalisierte Speicherfolietechnik)noch Rasterschächte benutzt werden? Ich hatte mich mal so umgehört und erfahren, dass nach der Umstellung von Film-Folien Systeme auf CR, Rasterkassetten bzw Rästerschächte nicht mehr notwendig sind. Genauso wie Ausgleichsfilter oder Tubus.Vielleisvht können Sie mir falls es so ist, schreiben ob und warum es so ist. Und wo ich ggf nachlesen kann Vielen Dank für Ihre Mühe B. Russ


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Russ, Sie haben ja Ihre Frage ´Raster ja oder nein´ ganz konkret auf Röntgenaufnahmen mit einem fahrbaren Röntgengerät ausgerichtet. Auch in der analogen Zeit (FFS) wurden diese Aufnahmen weitgehend ohne Nutzung einer Rasterkassette durchgeführt. Bei adipösen Patienten führte diese Technik dann zu kontrastarmen Röntgenbildern. Zur Nutzung digitaler Systeme, also von DR- oder CR-Systemen (Speicherfolien), schreibt die Leitlinie der BÄK (diese finden Sie im Internet) folgendes (Auszug): ´Für digitale Abbildungssysteme gilt: ... kann vor allem bei schlanken Patienten auf ein Raster verzichtet werden. Der dadurch bedingte Kontrastverlust wird durch digitale Kontrastanhebung bei der Bildverarbeitung ausgeglichen.´ Zusätzlich empfehlen wir immer, sich bei derartigen Fragestellungen (wie hier z.B. ´Thorax, Becken mit einer mobilen Röntgeneinrichtung und das ohne Raster´) mit der zuständigen ärztlichen Stelle abzusprechen. Nit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ralf Stolpe-Jazbinsek schrieb am 24.04.2015 - 23:36 Uhr:
Frage:2432 BETREFF: DIN 6868-157, Gültig ab 1.5.2015? Wodurch?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zu o.g. kurzen Fragen finde ich keine Antwort. Es wird zwar viel darüber geredet, aber wo steht es das die neue Norm DIN 6868-157 ab 1.5.2015 verbindlich umgesetzt werden muss? Es ist zwar ein Schreiben im Umlauf mit Namen ´TOP C 06 der 73. Sitzung des LA RöV am 4.11.2014 Mitteilung zur Änderung der Qualitätssicherungsrichtlinie (QS-RL)´, aber hierzu fehlt jede gesetzliche Verbindlichkeit, auch im Schreiben selbst! Ich hätte erwartet das zum 1.5.2015 eine verbindliche und neue QS-RL vorliegt,die letzte Änderung vom 23. Juni 2014 ist aber noch gültig und somit kann wohl auch über den 1.5.2015 nach DIN V 6868-57 geprüft werden! Momentan gehe ich davon aus das wir noch keine verbindliche Rechtssicherheit zu o.g. Norm, DIN 6868-157, haben und Einigkeit darin besteht das die alte Norm DIN V 6868-57 bis zum Inkrafttreten der neuen QS-RL auch an Neugeräten ab 1.5.2015 noch immer verwendet werden darf bzw. muss. Noch fehlt der entsprechende Eintrag DIN 6868-157 als Prüfnorm in Tabelle ´Normen´ auf Seite 34 der QS-RL Fassung 23.6.2014. Der Eintrag: DIN V 6868-57 (zukünftig DIN 6868-157) in Tabelle Anhang A, Seite 37 der QS-RL Fassung 23.6.2014. kann das nicht ersetzen. Was wir hier brauchen ist gesetzliche Klarheit! MfG Stolpe-Jazbinsek
Dateianhang: anzeigen

1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stolpe-Jazbinsek, bei einer Richtlinie (z.B. hier: bei der QS-RL) geht es nicht um die Frage nach deren rechtlichen Verbindlichkeit. Das sind Richtlinien im Strahlenschutzrecht in der Regel nämlich nicht, da sie in den Verordnungen (hier: in der RöV) explizit nicht als Regelungen aufgeführt sind (Ausnahme sind die Allgemeinen Verwaltungsvorschriften -AVV-, die mit Zustimmung des Bundesrates erlassen werden können). Entsprechendes kann man auch aus dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs für Baden-Württemberg herauslesen, der eine Festlegung zur Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin beschreibt. Genauso wenig verbindlich sind Normen (national und international). Allerdings beschreiben Richtlinien und Normen oder Rundschreiben der obersten Bundesbehörden oder Landesbehörden häufig den aktuellen Stand der Technik, und genau dieser ist z.B. nach der RöV nachzuweisen (§ 3 Abs. 2 Nr. 5 bzw. § 4 Abs. 2 Nr. 1c). Wenn nun eine Norm einen bestimmten Stand der Technik beschreibt, so geben die Behörden normalerweise vor, ab wann dieser Stand vom Strahlenschutzverantwortlichen nachzuweisen ist. Um das Verfahren für alle Beteiligten handhabbar zu machen, wird häufig eine gewisse Übergangszeit eingeräumt. Die obersten Landesbehörden teilen den atomrechtlichen Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden, den Sachverständigen, den ärztlichen Stelle und den Messstellen mit, dass sie bei der Erfüllung einer gewissen Norm, einer Richtlinie oder eines Rundschreibens davon ausgehen können, dass der Stand der Technik erfüllt ist. Natürlich ist es auch möglich, auf ganz andere Weise nachzuweisen, dass der Stand der Technik an einer Röntgeneinrichtung vergleichbar zu einer Norm erfüllt ist. Allerdings ist dann mit einem aufwändigen Gutachten oder einer Stellungnahme einer sachverständigen Person der Behörde nachzuweisen, dass das vorgegebene Ziel vergleichbar zur Norm auf anderem Weg erreicht wird. Dieser Vorgang ist meistens sehr aufwändig und ggf. auch kostenintensiv. Die Verbindlichkeit eines Rundschreibens der obersten Landesbehörden ergibt sich dann, wenn dieses Schreiben in den Ländern umgesetzt wurde, also dem Vollzug zugrunde liegt. Dann werden die Genehmigungsbehörden den entsprechenden Nachweis verlangen. Wenn also nach Ablauf der Übergangsfrist am 1.5.2015 weiterhin die DIN V 6868-57 angewendet wird, dann werden sich die Behörden dezidiert nachweisen lassen, dass der Stand der Technik tatsächlich erfüllt wird. Als Fazit kann man sagen, dass eine Richtlinie genauso viel oder wenig verbindlich ist wie ein Rundschreiben, Gesetzes- oder Verordnungskraft haben beide nicht - Normen natürlich auch nicht. Allein die Beschreibung des Stands der Technik gibt diesen Regelungen ihre große Bedeutung. Zusammenfassung zu Ihrer Fragestellung: Es liegt ein Schreiben an die obersten Landesbehörden zur Durchführung der RöV vor, das sich auf den TOP C 06 der 73. Sitzung des LA RöV bezieht und eine Mitteilung zur Änderung der QS-RL zum Thema BWS beinhaltet. Diese daraus resultierenden Änderungen der QS-RL sind spätestens ab dem 15.12.2014 anzuwenden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Werner Betz schrieb am 23.04.2015 - 20:54 Uhr:
Frage:2431 BETREFF: Röntgenforum aktuell?
Sehr geehrtes Röntgenforum-Team, äuscht mich mein Eindruck, dass die Website des Röntgenforums nicht mehr aktualisert wird? Das wäre wirklich schade. Mit freundlichen Grüßen Werner Betz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Betz, zunächst vielen Dank für Ihr fürsorgliches Interesse am Röntgenforum. Wir haben Ihren Beitrag intern besprochen und verabredet, diesem Aspekt des Forums, der ja neben der aktuellen und möglichst zeitnahen Beantwortung der eingehenden Fragen auch wichtig ist, (wieder) mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Heinrich Mertens schrieb am 23.04.2015 - 11:07 Uhr:
Frage:2430 BETREFF: Einweisung in die Bedienung
Sehr geehrte Damen und Herren, gemäß § 18 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Röntgenverordnung (RöV) ist dafür zu sorgen, dass die beim Betrieb einer Röntgeneinrichtung beschäftigten Personen anhand einer deutschsprachigen Gebrauchseinweisung durch eine entsprechend qualifizierte Person in die sachgerechte Handhabung eingewiesen werden. Gemäß Kapitel 2.1 der Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV muss bei Erstinbetriebnahme die Einweisung durch entsprechend qualifizierte Personen des Herstellers oder Lieferanten erfolgen; im weiteren Betrieb können die ersteingewiesenen Personen die Einweisung durchführen. Ein Durchleuchtungssystem kann als ein Medizinprodukt nach Anlage 1 der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) eingeordnet sein. Gemäß § 5 Abs. 2 MPBetreibV dürfen so eingeordnete Röntgendiagnostikeinrichtungen nur von Personen angewendet werden, die die Voraussetzungen nach § 2 Abs. 2 erfüllen und die durch den Hersteller oder durch eine nach Abs. 1 Nr. 2 vom Betreiber beauftragte Person unter der Berücksichtigung der Gebrauchsanweisung in die sachgerechte Handhabung dieses Medizinproduktes eingewiesen worden sind. Fragen: 1) Besteht ein qualitativer Unterschied zwischen einer ersteingewiesenen Person im Sinne der RöV und einer vom Betreiber beauftragten Person im Sinne der MPBetreibV? Wenn ja, welcher? 2) Gibt es eine Quelle, in der steht, welche Röntgendiagnostikeinrichtungen als Medizinprodukt nach Anlage 1 der MPBetreibV eingeordnet sind? 3) Hat eine Einweisung durch entsprechend qualifizierte Personen des Herstellers oder Lieferanten im laufenden Betrieb dieselbe Qualität wie die Einweisung zum Zeitpunkt der Erstinbetriebnahme, d.h. gelten die dann eingewiesenen Personen ebenfalls als ersteingewiesene Personen? Für die Beantwortung meiner Fragen möchte ich Ihnen im Voraus danken. Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, zur Frage 1 : Wenn die beauftragte Person nach MPBetreibV auch das notwendige Wissen nach der RöV, vor allem bezüglich der betroffenen Röntgeneinrichtung, hat, dann besteht nach unserer Meinung kein qualitativer Unterschied. Die RöV schließt nicht aus, dass die Einweisung von neuem Personal durch einen qualifizierten Dienstleister erfolgt. Die notwendige Qualifikation muss diese Person im Einzelfall ggf. nachweisen (z.B. durch eine Fachkundebescheinigung, Lehrgangszeugnisse, o.ä.). Dies gilt natürlich auch umgekehrt. Zur Frage 2: Dass Röntgendiagnostikeinrichtungen (hier Durchleuchtungseinrichtungen) in die Anlage 1 der MPBetreibV eingeordnet sind, ist uns nicht erkenntlich. Da wir im Forum RöV (!) aber nicht unbedingt die Fachkompetenz für die Regelungen des MP-Rechts haben, empfehlen wir Ihnen, sich mit der zuständigen Aufsichtsbehörde für das Medizinprodukterecht in Verbindung zu setzen (z.B. in NRW mit den Dezernaten 24 der Bezirksregierungen). Ein Blick in die Anlage 1 zur MPBetreibV zeigt, dass darin als bildgebendes Verfahren nur die Kernspintomographie aufgeführt ist, die aber nicht unter den Geltungsbereich der RöV fällt. Zur Frage 3: Der § 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV legt fest, dass die beim Betrieb der Röntgeneinrichtung beschäftigten Personen durch eine entsprechend qualifizierte Person in die sachgerechte Handhabung eingewiesen werden. Festgelegt ist, dass diese Einweisung vor der ersten Inbetriebnahme durch qualifizierte Personen des Herstellers oder Lieferanten erfolgen muss. Später, z.B. beim Hinzukommen weiterer Personen, kann diese Einweisung dann auch durch bereits eingewiesenes qualifiziertes Personal des Betreibers erfolgen. Es ist jedoch jederzeit möglich, dass solche Einweisungen von neuem Personal auch durch qualifizierte Personen des Herstellers oder Lieferanten erfolgen können. Der Betreiber (der Strahlenschutzverantwortliche) muss dafür sorgen, dass die erforderliche Dokumentation über diese Einweisungen erfolgt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 19.04.2015 - 21:48 Uhr:
Frage:2429 BETREFF: Rechtfertigende Indikation
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, rein hypothetisch: wenn eine Röntgenuntersuchung durchgeführt wurde, ohne dass ein Arzt mit Fachkunde die rechtfertigende Indikation gestellt hat, wer ist dann im Falle eines Falles haftbar zu machen? Nur der Arzt mit Fachkunde? Auch der Arzt mit Fachkenntnissen, der die Untersuchung angeordnet hat? Und wie ist es mit der MTRA, die die technische Durchführung gemacht hat? Vielen Dank für Ihre Antwort, herzliche Grüße Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, hier unsere Meinung zu Ihren Fragen: Man muss zwischen den Regelungen des Strahlenschutzrechts, des Strafrechts und des Zivilrechts unterscheiden. Nach den Regelungen des Strahlenschutzrechts sind immer die Strahlenschutzverantwortlichen (´Anlagenbetreiber´ bzw. ´-besitzer´) und die für den jeweiligen Bereich bestellten Strahlenschutzbeauftragten die verantwortlichen Personen. Die zuständige Strahlenschutzbehörde wird sich zur Klärung strahlenschutzrechtlicher Probleme mit diesen Personen auseinandersetzen. Wenn tatsächlich Verstöße festgestellt werden, können auf diese Personen Bußgelder bis zu € 50.000,- zukommen. Außerdem könnte die atomrechtliche Zuverlässigkeit dieser Personen auf dem Prüfstand stehen. Sollte es jedoch durch eine unrechtmäßig gestellte rechtfertigende Indikation zu einem Personenschaden kommen, dann könnte daraus auch eine unrechtmäßige Körperverletzung resultieren, die ggf. von der Staatsanwaltschaft verfolgt wird. Wer dann die Verantwortung übernehmen muss, wird von der Staatsanwaltschaft festgelegt bzw. eingegrenzt werden. Hierbei ist nicht auszuschließen, dass auch der die rechtfertigende Indikation stellende Arzt, der das ohne Fachkunde im Strahlenschutz gar nicht hätte tun dürfen, zur Verantwortung gezogen wird. Vergleichbares gilt nach unserer Meinung auch im Zivilverfahren, z.B. in Schadensersatz- oder Schmerzensgeldprozessen. Eine MTRA ist bei Problemen im Zusammenhang mit der Stellung der rechtfertigenden Indikation rechtlich gesehen außen vor, denn diese Berufsgruppe ist nur für die technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung verantwortlich (§ 24 Abs. 2 RöV). Man muss hinzufügen, dass auch diese Antworten rechtlich ungesichert sind und nur den nach unserer Auffassung vorstellbaren Rahmen beschreiben. Im konkreten Fällen sind sicherlich noch diverse andere Einzelheiten zu betrachten, die weitere Möglichkeiten nicht ausschließen. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 19.04.2015 - 21:07 Uhr:
Frage:2428 BETREFF: Zutritt von KrankenpflegerschülerInnen im Kontrollbereich
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, laut RöV ist Auszubildenden zur Erreichung des Ausbildungszieles der Zutritt zum Kontrollbereich erlaubt. Mir ist nicht klar und ich konnte noch keine eindeutige Antwort darauf finden, ob dies auf die Ausbildung zum/zur KrankenpflegerIn bzw. GesundheitspflegerIn zutrifft. Gleichermaßen stellt sich mir die Frage bei der Ausbildung zur MFA. Man kann sicherlich diese Ausbildung absolvieren, ohne dass man je im Kontrollbereich war. Wie ist es aber, wenn eine MFA eine Ausbildung zB. bei einem Chirurgen macht, der mit einem C-Bogen durchleuchtet. Gehört dieser Bereich dann zur praktischen Ausbildung? Denn die MFA- Auszubildende darf ja ohnehin den C-Bogen nicht bedienen, geschweige denn, Strahlung auslösen. Ganz herzlichen Dank und viele Grüße Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, ja, richtig: Auszubildenden ist zur Erreichung ihres Ausbildungszieles der Zutritt zu Kontrollbereichen erlaubt. Das gilt auch für Kranken- und Gesundheitspflegerinnen, wenn zu deren zukünftiger Berufsausübung eine radiologische Tätigkeit gehören würde. Es könnte durchaus sein, dass dieser Aufenthalt im KB im Rahmen der Ausbildung einer MFA sogar erforderlich sein muss (!), wenn sie z.B. bei einem Chirurgen an einem mobilen C-Bogengerät mit der technischen Durchführung (siehe § 2 Nr. 7 RöV) beschäftigt werden soll. Nach dieser Definition darf sie (mit Kenntnissen im Strahlenschutz) durchaus ein derartiges Röntgengerät bedienen und auch (z.B. auf Kommando des Chirurgen) dort die Strahlung auslösen. Dabei muss der (im Strahlenschutz fachkundige Chirurg) die ständige Aufsicht und Verantwortung ausüben (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV), was ja schon dadurch gegeben ist, dass er aus ersichtlichen Gründen sowieso mit im Raum (OP) anwesend sein muss. Mit freundlichen Gruß K. Ewen



  Marie schrieb am 17.04.2015 - 18:22 Uhr:
Frage:2427 BETREFF: Schädel Röntgen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei uns gibt es leider keinen Radiologen. Die Röntgenanforderungen werden von einem Arzt mit Fachkunde gestellt. Nun bekommen wir hin und wieder einen Auftrag Schädel in 2 Eb. wenn man dann anfängt mit dem Arzt zu diskutieren, dass man das heutzutage nicht mehr röntgt, bekomme ich zur Antwort. Ich bin der Arzt und will diese Aufnahme. Gibt es dazu Literatur, die ich dem Arzt zeigen kann? Da wir eine CT haben, ist es kein Problem ein CCT zu fahren.


1. Antwort: Hallo Marie, ich unterstelle mal, Sie sind keine Ärztin. Dass es in Ihrem Haus keinen Radiologen gibt, ist aus der Sicht der Röntgenverordnung (RöV) nicht wichtig. Entscheidend ist nur, dass es entsprechend im Strahlenschutz fachkundige Ärzte/Ärztinnen gibt, die für die Röntgenuntersuchungen, die bei Ihnen anfallen, die rechtfertigende Indikation stellen dürfen und können. Ich denke, dass Sie das mit ´Röntgenanforderungen´ meinen. Natürlich dürfen Sie, so Sie MTRA oder MFA sind, mit einem (fachkundigen) Arzt über die Durchführung einer Röntgenuntersuchung diskutieren, aber das ´letzte Wort´ über die Art und Weise, wie die Untersuchung durchgeführt werden soll, hat eindeutig er. Das gehört zu seinem Berufsbild und nicht zu demjenigen einer Assistentin. Ja, es gibt natürlich Literatur zum Thema Indikation und Durchführung von Röntgenuntersuchungen - in rauhen Mengen. Es ist aber oft durchaus sinnvoll, mit einer diesbezüglichen Literaturrecherche im Internet zu beginnen. Ich mache das auch oft so. Wenn ein CT im Haus ist, bedeutet das natürlich eine positive Ausweitung der verfügbaren Indikationsstellungen, aber nicht vergessen: Trotz moderner Gerätetechnik ist für die Untersuchung einer bestimmten Körperregion die CT-Dosis signifikant höher als die Dosis bei der entsprechenden Projektionsradiographie. Das muss bei der Stellung der rechtfertigenden Indikation auch bedacht werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  A. Fuchs schrieb am 17.04.2015 - 16:58 Uhr:
Frage:2426 BETREFF: Zeitpunkt der Indikationsstellung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer radiologischen Abteilung ist 24h ein fachkundiger Arzt vor Ort. Rechtfertigende Indikationen für Röntgenuntersuchungen (konventionell und CT) werden normalerweise zeitnah vor der Untersuchung z.B. morgens und tagsüber gestellt. Nun ist der Nachtdienst angehalten, die rechtfertigenden Indikationen für die Untersuchungen des Folgetages in der Nacht zu stellen. Während der Untersuchung am Tag nach dem Nachtdienst wird der Nachtdientsarzt, welcher die rechtfertigende Indikation gestellt hat, jedoch nicht mehr anwesend sein. Patienten befinden sich zum Zeitpunkt der Indikationsstellung in der Nacht auf den Stationen und sind nur im entfernten Sinne ´vor Ort´. Auch Rückfragen bezüglich der angefortderten Untersuchungen sind nicht möglich, weil ein großer Teil der zuweisenden Ärzte in der Nacht nicht in Hause und damit nicht erreichbar ist. Ist er problemlos möglich, dass der Nachtdienst diese Indikationen stellt und während der Untersuchung dann nicht mehr im Hause ist? Muss er theoretisch die Patienten auf der Station gesehen haben, um die Indikation zu stellen? Oder reicht es, dass die Patienten bereits in der Klinik aufgenommen sind? Wie sieht es aus bei Indikationen für Untersuchungen geplanter poststationärer oder ambulanter Patienten, die zum Zeitpunkt der Indikationsstellung nicht vor Ort sind? Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen. Arnold Fuchs


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Fuchs, hier die Meinung des Forum RöV zu Ihrem Fragenkomplex: Grundsätzlich kann die rechtfertigende Indikation zur Röntgenuntersuchung auch im Nachtdienst gestellt werden, wenn eine entsprechende medizinische Indikation gegeben ist und die Untersuchung dann am nächsten Tag durchgeführt wird. Dies ist vergleichbar mit der Stellung der rechtfertigenden Indikation im Frühdienst und der technischen Durchführung der Röntgenuntersuchung im Spätdienst (mit unterschiedlichem Personal). Wenn eine Rücksprache mit dem ´Überweiser´ oder ´Zuweiser´ erforderlich sein sollte, dann gilt in jedem Fall, dass ein Aufschub der rechtfertigenden Indikation erfolgen muss, bis diese medizinisch notwendige Rücksprache erfolgt ist (kein Unterschied zwischen dem Tag- oder Nachdienst). Sofern der fachkundige Arzt den Patienten vor Stellung der rechtfertigenden Indikation sehen bzw. untersuchen muss, so gilt dieses Erfordernis natürlich auch im Nachtdienst. Wenn eine solche medizinisch notwendige Untersuchung vor der rechtfertigenden Indikation nicht durchgeführt wird, könnte dies ggf. eine Ordnungswidrigkeit sein, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann oder bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz vielleicht sogar eine Straftat darstellt. Allerdings schreibt die RöV nicht für jeden Fall eine vorlaufende Untersuchung durch den ´rechtfertigenden´ Arzt vor sondern nur in den medizinisch relevanten Fällen. Dass der ´rechtfertigende´ Arzt bei der technische Durchführung nicht anwesend ist und auch nicht selbst befundet, muss nicht unbedingt ungewöhnlich sein, solange ein entsprechend fachkundiger Kollege die Aufsicht führt und die Erstbefundung durchführt oder überwacht (vgl. hierzu § 24 der RöV). Mit freundlichem Gruß K.Ewen



  Wilfried Schröter schrieb am 15.04.2015 - 22:20 Uhr:
Frage:2425 BETREFF: Frage:2424 BETREFF: Gerätepass
Erläuterung Ein Gerätepass ist der umgangssprachlich verwendete Begriff für einen Einweisungsnachweis nach Medizinprodukterecht, im Bereich der Anwender von Medizinprodukten, die auch nach RöV oder StrlSchV angewendet werden, wird dieser Begriff eher seltener angetroffen Gruß Wilfried Schröter Fachverband Biomedizinische Technik e.V. fbmt


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schröter, das ist das lebendige Forum RöV! Wenn ich mal nicht weiter weiß, dann wissen das andere! Aber dieser Gerätepass ist für die beruflichen Belange der medizinischen Fachangestellten, die hier im Forum die Frage Nr. 2424 gestellt hatte, wohl nicht von Bedeutung. Vielen Dank und herzliche Grüße K. Ewen



  Irene Zumbusch schrieb am 15.04.2015 - 12:53 Uhr:
Frage:2424 BETREFF: Gerätepass
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, es tut mir leid, dass ich Sie mit Fragen bombardiere. Brauche ich, um meinen Beruf in der Radiologie ausüben zu können zwingend einen Gerätepass? Darf ich ohne Gerätepass nicht arbeiten? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Zumbusch, nun muss ich mal (ganz dumm und sozusagen in aller Öffentlichkeit) zugeben, dass ich nicht weiß, was ein Gerätepass ist und welchen Zweck dieser erfüllen soll. Meinen Sie Ihre Bescheinigung über die erworbenen Kenntnisse im Strahlenschutz, ohne diese Sie in der Tat ihre Tätigkeit in der Radiologie gar nicht ausführen dürften? Oder könnte Ihre Einweisung in die sachgemäße Handhabung eines Röntgengerätes durch eine entsprechend qualifizierte Person gemeint sein (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV)? Dafür benötigt man aber keine persönlich ausgestellte Bescheinigung oder einen Pass. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Zumbusch schrieb am 15.04.2015 - 12:08 Uhr:
Frage:2423 BETREFF: Ergänzung Frage 2422
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, kurzes Beispiel im Bereitschaftsdienst: Ein Chirurg(Fachkunde?) oder Internist(Fachkunde?) meldet mit Orbis ein CT - Abdomen - Angio an, ich fordere den Arzt, der die Untersuchung angeordnet hat auf, bei der Untersuchung anwesend zu sein. Er spritzt Kontrastmittel, weil er der Meinung ist, dass es erforderlich ist und ich erledige den technischen Teil(Teleradiologie, der Radiologe wir telefonisch nach dem Befund gefragt) Ist diese Situation für mich bedenklich? Im konventionellen Röntgen-Bereitschaftsdienst meldet der Chirurg oder Internist eine Röntgenaufnahme an und befundet diese sofort im Anschluß selbst. Ist diese Situation im konventionellen Bereich juristisch für mich in Ordnung, ich denke ja, oder? Herzlichen Dank für Ihre Hilfe


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Zumbusch, zunächst muss man etwas abklären: Wenn Sie schreiben, dass ein Chirurg oder Internist eine Röntgenuntersuchung ´angemeldet´ hat, dann unterstelle ich mal, dass diese Ärzte die rechtfertigende Indikation dazu gestellt haben (§ 23 Abs. 1 RöV). Das dürfen sie aber nur, wenn sie für diese Art der Röntgenuntersuchungen die Fachkunde im Strahlenschutz aufweisen. Die Ärzte sind nicht verpflichtet, Ihnen gegenüber, die diese Röntgenuntersuchungen technisch durchführt, ihre Fachkunde nachzuweisen, noch haben Sie die Aufgabe, die Ärzte danach zu fragen. Sie erledigen nur die technische Durchführung. Dabei aber immer bedenken: Dazu muss für Sie als MFA die ´ständige Aufsicht und Verantwortung´ gegeben sein (siehe meine Ausführungen zu Ihrer Forumanfrage Nr. 2422). Die Befundungsmodalitäten sind ein anderes Thema, das nur die Ärzte und nicht Ihre Berufsgruppe betrifft. Soweit sollte der Ablauf des Geschehens - wohl gemerkt außerhalb der Teleradiologie - für Sie unbedenklich sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Zumbusch schrieb am 15.04.2015 - 10:37 Uhr:
Frage:2422 BETREFF: Haftbarkeit in der Radiologie
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin von Beruf MFA, erfülle aber seit vielen Jahren die Aufgaben einer MTRA im Krankenhaus. Seit kurzer Zeit bin ich in einem Krankenhaus tätig, in dem ich nachts Bereitschaftsdienste ohne einen Radiologen (Teleradiologie) mache. Meine Frage: Bin ich in irgendeiner Form haftbar, bei einem Kontrastmittelzwischenfall oder ähnlichem? Es gibt in diesem Krankenhaus keinen radiologischen Chefarzt, meine Vorgesetzte ist einzig und allein eine MTRA. Schon im Voraus besten Dank für Ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Zumbusch, zunächst einmal grundsätzlich Vorsicht mit der RöV, wenn Sie seit vielen Jahren die Aufgaben einer MTRA erfüllen. Eine MTRA darf ohne ´ständige Aufsicht und Verantwortung´ seitens eines im Strahlenschutz fachkundigen Arztes eine Röntgenuntersuchung technisch durchführen (§ 24 Abs. 2 Nr. 1 RöV), eine MFA darf das nicht (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Definition ´technische Durchführung´: siehe § 2 Nr. 7 RöV. ´Ständige Aufsicht und Verantwortung´ wird zwar etwas unterschiedlich ausgelegt, aber zumindest muss dazu ein entsprechend fachkundiger Arzt in der Praxis oder auf dem Klinikgelände sein. Im Rahmen der nach § 3 Abs. 4 RöV genehmigten Teleradiologie müssen am Ort der Untersuchung ein Arzt mit irgendeiner Teilfachkunde oder ein Arzt mit spezifischen Kenntnissen in der Teleradiologie sowie eine MTRA (!) für die technische Durchführung anwesend sein. Eine KM-Applikation bzw. daraus eventuell resultierende Zwischenfälle können nicht einer MFA übertragen bzw. angelastet werden. Das gilt aber auch für eine MTRA (siehe die erwähnte Definition der technischen Durchführung). Überhaupt kann man einer MFA oder MTRA keine Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Aufrechterhaltung einer funktionierenden Strahlenschutzorganisation z.B. in einem Krankenhaus auferlegen. Dafür sind die Strahlenschutzverantwortlichen und Strahlenschutzbeauftragten zuständig. Ihre Tätigkeit und Verantwortung als MFA erschöpft sich auf diejenigen Gebiete, für deren Ausführung Sie die Kenntnisse im Strahlenschutz erworben und diese (hoffentlich) auch aktualisiert haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Yvonne Knoll schrieb am 14.04.2015 - 10:58 Uhr:
Frage:2421 BETREFF: bleifreie Röntgenschürzen im Herzkatheterlabor
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, ich bin kardiologische Fachassistentin und arbeite seit vielen Jahren im Herzkatheterlabor. Zu meinem Arbeitgebiet gehören die verschiedensten invasiven kardiologischen Eingriffe ( Schrittmacherimplantationen, HK, TAVI, etc.). Das heisst ich trage meinen Röntgenschutz zeitlich gesehen unterschiedlich lang (ca 4-5 Stunden netteo) und stehe auch zeitweise recht nah am Bildwandler. Wie sicher ist der Gebrauch von bleifreien Schürzen im alltäglichen Einsatz im Herzkatheterlabor. Gibt es Produktempfehlungen? Stehen möglicherweise auch neue Richtlinien zur Verfügung? Vielen Dank für Ihre Unterstützung und Ihre Bemühungen. Mit besten Grüßen aus München, Yvonne Knoll


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Knoll, es gibt immer wieder Kritik an der Nutzung von bleifreier Schutzkleidung (Entstehung sehr niederenergetischer sog. Röntgenfluoreszenzstrahlung durch Auftreffen der Streustrahlung auf das Schürzenmaterial, was zu einer gewissen zusätzlichen Exposition beitragen kann), aber entscheidend ist der Bleigleichwert der Schürze (Abschirmwirkung einer Schürze, ausgedrückt durch einen Zahlenwert in mm Blei - also so, als ob die Schürze aus Blei hergestellt wäre). Dieser Bleigleichwert ist im Inneren der Schürze auf einem Schildchen angegeben und er sollte 0,35 mm betragen (DIN 6815), und zwar egal, aus welchem Material die Schürze tatsächlich hergestellt ist. Es gibt auch Schürzen mit einem Bleigleichwert von 0,5 mm oder solche, die auch den Rücken abdecken (sog. Mantelschürzen), aber alle sind natürlich entsprechend schwerer. Wenn wir schon über Schutzkleidung in einem vielbeschäftigten Herzkatheterlabor reden, denken Sie auch an den Schilddrüsenschutz und, wenn möglich, auch an eine Schutzbrille. Und das gilt für das gesamte Team im Röntgenraum! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Miriam Caesar schrieb am 14.04.2015 - 07:52 Uhr:
Frage:2420 BETREFF: Strahlenexposition
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, ich habe eine Frage bezgl. der Strahlenexposition. Röntgen wir z.B. ein Handgelenk - darf ich den Patienten doch am oberen bzw. unteren Ende des Tisches positionieren?! (Beine natürlich nicht unter des Tischplatte). Oder ist die Strahlenexposition dann höher als wenn der Patient seitlich am Tisch sitzt? Die zweite meiner Fragen bezieht sich auf das Umlagern des Patienten auf den Tisch. Passiert dies mittels Rollboard,das ja strahelndurchlässig ist, so kann ich dieses doch unter dem dem Patienten ´liegen´ lassen, während ich die Aufnahmen anfertige? Mit freundlichem Gruss, Miriam Caesar


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Caesar, Sie haben im Zusammenhang mit der Positionierung des Patienten z.B. bei einer Handgelenkaufnahme schon die wichtige Regelung genannt: ´Beine natürlich nicht unter der Tischplatte´. Alle anderen Fragen (Positionierung seitlich oder am oberen bzw. unteren Tischende) spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle und können sozusagen je nach Bequemlichkeit für den Patienten ausgeführt werden. Ein Rollboard ist in der Tat so strahlendurchlässig und erzeugt im Vergleich zum Patienten so wenig Streustrahlung, dass seine Entfernung bei der Röntgenaufnahme keine Vorteile bringt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Jochen Bauer schrieb am 13.04.2015 - 12:25 Uhr:
Frage:2419 BETREFF: erforderliche Qualifikation für Durchführung der prakt. Einweisung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, laut Richtlinie Ziff. 6.2.1. kann für den Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz die 4-std. praktische Einweisung durch den fachkundigen Arzt (hier der Radiologe)oder eine ´beauftragte Person mit der entsprechenden Fachkunde im Strahlenschutz´ durchgeführt werden. Muss dies ebenfalls zwingend ein Arzt sein oder kann die beauftragte Person auch die leitende MTRA (selbst Referentin in Kursen zum Erwerb der Fachkunde) sein, zumal die praktischen Abläufe im Vordergrund stehen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Bauer, der praktische Teil der Kenntnisvermittlung im jeweiligen Anwendungsgebiet erfolgt vor Ort durch einen Arzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz, unter dessen Aufsicht der Arzt bei der Anwendung steht, oder durch eine von diesem fachkundigen Arzt beauftragte Person, welche die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzt. Diese Formulierung in der Nummer 6.2.1 der Fachkunde-Richtlinie lässt nach unserer Meinung deutlich erkennen, dass der aufsichtführende Arzt mit Fachkunde entscheiden kann, vielleicht sogar entscheiden soll, wer bestimmte Teile der praktischen Kenntnisvermittlung zu übernehmen hat. Dabei ist es aus unserer Sicht häufig sehr sinnvoll, wenn er z.B. für den Bereich der technischen Durchführung die fachkundige MTRA mit der Wahrnehmung dieser Aufgabe beauftragt. Es mag andere Aufgaben bei dem praktischen Kenntniserwerb geben, die sich mit ärztlicher Tätigkeit befassen und die dann ein fachkundiger Arzt übernehmen muss (z.B. im Zusammenhang mit der rechtfertigenden Indikation und der Befundung). Die einzelnen Teile müssen zum Schluss zusammengefasst und vom aufsichtführenden fachkundigen Arzt bestätigt werden. Diese Bestätigung wird neben der Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme an dem theoretischen Teil des Kenntniserwerbs für die zuständige Stelle die Grundlage bilden, das Vorhandensein der notwendigen Kenntnisse im Strahlenschutz bescheinigen zu können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  M. Schaufler schrieb am 10.04.2015 - 22:17 Uhr:
Frage:2418 BETREFF: Prüfungen Befundungsmonitore
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Klinik überlegt man, die vierteljährlichen Konstanzprüfungen an unseren PACS Befundungs Monitoren durch die IT-Abteilung selbst vorzunehmen. Hierzu hätte ich drei Fragen: 1.) Welche Voraussetzungen / Ausbildung sind hier nötig, um dies von einem IT Mitarbeiter durchführen zu lassen? 2.) Wo kann man solche Kurse am besten machen? 3.) Wie sieht es außerdem mit den Abnahmeprüfungen aus, wenn man die Rechner z.B. von WinXP auf Win7 updatet. Muss da eine Abnahmeprüfung stattinden und wenn ja, darf man die dann selbst durchführen wenn man die nötigen Kenntnisse / Ausbildung hat? Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort. mit freundlichen Grüßen Martin Schaufler


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schaufler, zu Ihren 3 Fragen: 1) Ich gehe mal davon aus, dass die genannte IT-Abteilung zu Ihrer Klinik gehört, also die dort tätigen Personen Mitarbeiter/innen der Klinik sind. Für diese würde der Tatbestand der geschäftsmäßig durchzuführenden Prüfung (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV) nicht zutreffen, und diese Tätigkeit müsste daher nicht bei der zuständigen Behörde angezeigt werden. Daher ist auch keine Fachkunde im Strahlenschutz für die diese Tätigkeit ausführenden Personen im Sinne der ´Fachkunde-Richtlinie Technik RöV´ (FK-Gruppe 6) erforderlich. Entscheidend ist dann nur, dass für diese Personen eine (wie auch immer erworbene) ausreichende Qualifikation gegeben ist, die Konstanzprüfung an BWS durchführen zu können. 2) Der Besuch eines ´offiziellen´ Strahlenschutzkurses ist daher nicht notwendig. 3) Was das Update der Software betrifft, so sollten Sie einen Blick in die DIN 6868-157 (´AP und KP von Bildwiedergabesystemen´) werfen, und zwar in das Kapitel 11 (´Wesentliche Änderungen am BWS´), speziell in den Abschnitt a). Ich erkenne dort nicht, dass der Anwender das nicht selbst durchführen darf. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Becher schrieb am 09.04.2015 - 12:33 Uhr:
Frage:2417 BETREFF: Quallifikationsvoraussetzungen für Strahlenschutzkurse
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Klinik arbeitet im Steri eine Mitarbeiterin als Sterilgutassistentin in leitender Funktion. Diese Assistentin hat als Basisberuf keine medizinische Ausbildung, Sie ist gelernte Diplom Leder Technikerin. Besteht dennoch für Sie die Möglichkeit eine Quallifikation zu erlangen, die es Ihr ermöglicht einen C-Bogen bei Schmerzmittelinfiltrationen zu bedienen? Nach §24 RöV scheint dieses nicht möglich zu sein.b Herzlichen Dank! M.Becher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Becher, im Grundsatz teilen wir Ihre Auffassung, dass der § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV für eine Person mit der hier von Ihnen beschriebenen Ausbildung diese Tätigkeit nicht zulässt. Die einzige Möglichkeit, die theoretisch besteht, wäre eine Ausnahme durch die zuständige Behörde. Diese kann nach § 33 Abs. 6 RöV im Einzelfall gestatten, dass man von bestimmten Vorschriften der RöV abgeweicht, wenn z.B. die Sicherheit der Tätigkeit durch diese Abweichung nicht beeinträchtigt wird. Auch in Bezug auf die Regelungen des o. g. § 24 RöV könnte eine solche Abweichung gestattet werden. Allerdings müsste man einen entsprechenden Antrag wirklich gut begründen (z.B. durch besonders erworbene Qualifikation der betroffenen Person). Da ein derartiger Vorgang immer eine behördliche Entscheidung im Einzelfall ist, rate ich, mit der zuständigen Landesbehörde Kontakt aufzunehmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Jochen Bauer schrieb am 08.04.2015 - 17:03 Uhr:
Frage:2416 BETREFF: Kurs Teleradiologie?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wie ist Absatz 3 der Ziff. 6.2.2 der Fachkunde-Richtline von 2012 hinsichtlich der Anforderungen an den Arzt am Ort der teleradiologischen Untersuchung zu interpretieren: ´Der Arzt am Untersuchungsort hat die erfolgreiche Teilnahme an einem von der zuständigen Stelle anerkannten Kurs nach Anlage 7.2 nachzuweisen.´ Frage 1: Braucht ein Arzt ohne Fachkunde, aber mit Kenntnissen im Strahlenschutz zusätzlich zur 14-tägigen Einweisung noch einen 8-stündigen Kurs Teleradiologie nach Anlage 7.2? Frage 2: Sind die Form und Mindestinhalte der teleradiologischen Einweisung für fachkundige Ärzte (siehe RL 6.2.2.Abs. 4) in irgendeiner Form definiert? Frage 3: Wie soll eine 14-tägige praktische Einweisung in die Teleradiologie im Klinikalltag umzusetzen sein? Diese Regelung erscheint weder von den Radiologen noch von den einzuweisenden Ärzten in der Praxis leistbar zu sein.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Bauer, hier die Beantwortung Ihrer 3 Fragen, zu der ich auch einen Experten im Strahlenschutzrecht hinzugezogen habe: Zur Frage 1: Der Arzt vor Ort braucht nach § 3 Abs. 4 Nr. 3 RöV die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz. Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, dass für diese Tätigkeit ein Nachweis des Kenntniserwerbs i.S. der Anlage 7.2 der ´Fachkunde-Richtlinie Med RöV´ erforderlich ist. Die Inhalte der Kenntnisse nach den Anlagen 7.1 und 7.2 der RL unterscheiden sich. In der Anlage 7.1 geht es um grundsätzliche Themen und um Standardanwendungen. Die Anlage 7.2 hat als Schwerpunkt den Bereich Teleradiologie, also eine Anwendung außerhalb des sogenannten Facharztstandards. Dies gilt natürlich auch für den praktischen Kenntniserwerb, der ja nur einen Überblick über die Verfahren geben kann. Auch hier steht die Teleradiologie bei der Anlage 7.2 im Mittelpunkt. Sollte es anerkannte Kombinationskurse geben, die sowohl die Kenntnisse nach Anlage 7.1 als auch nach Anlage 7.2 vermitteln, dann ist eine (zeitliche) Erleichterung vorstellbar.Zur Frage 2: Die ´Fachkunde-Richtlinie Med RöV´ erkennt sinnvollerweise unter der Nummer 6.2.2 an, dass Ärzte mit ´Teilgebietsfachkunde´ schon über viel Erfahrung verfügen (z.B. aus der absolvierten Sachkundezeit). Diese Ärzte brauchen keine zusätzlichen Kenntnisse nach Anlage 7.2 nachzuweisen. Hier reicht die vorhandene Fachkundebescheinigung als entsprechender Nachweis. Auch für die notwendigen praktischen Erfahrungen in der Teleradiologie sind für diesen Personenkreis explizit keine zwei Wochen vorgeschrieben. Auch gibt es keine festgelegten Inhalte für den Erwerb der notwendigen praktischen Erfahrungen. Hier muss der ausbildende Teleradiologe oder der fachkundige Strahlenschutzbeauftragte entscheiden, wann das notwendige praktische Wissen vorhanden ist und dies mit einem entsprechenden formlosen Zeugnis dokumentieren. Zur Frage 3: Die festgelegten zwei Wochen entstammen den praktischen Erfahrungen der an der Erarbeitung des Regelwerks beteiligten Fachärzte. Es ist sicherlich nicht gemeint, dass diese praktischen Erfahrungen ´permanent´ erworben werden müssen. Allerdings muss in den zwei Wochen bei den Untersuchungen, die durchgeführt werden und bei denen man teleradiologische Aspekte berücksichtigen kann, diese auch entsprechend erörtert werden. Nach Ablauf von zwei Wochen muss dann der ausbildende Kollege entscheiden, ob die notwendigen praktischen Erfahrungen nun tatsächlich vorhanden sind. Die Zeit von zwei Wochen dient hier auch dazu, unerfahrenen Kollegen die Möglichkeit zu geben, bestimmte Untersuchungen, die auch teleradiologisch möglich sind, mehrfach zu begleiten und Fachfragen auch noch ein paar Tage später zu diskutieren. Sofern im konkreten Einzelfall Abweichungen oder Veränderungen erforderlich sind, rate ich, mit der örtlich zuständigen Behörde oder Stelle Kontakt aufzunehmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bettina Lang schrieb am 08.04.2015 - 16:20 Uhr:
Frage:2415 BETREFF: Auszubildende im Kontrollbereich
Guten Tag, in unserem Krankenhaus sollen Krankenpflegeschüler zu Ausbildungszwecken bei Bronchoskopien mit Durchleuchtung oder ERCP dabei sein. Der gesamte Einsatz dauert evtl. nur 4 Wochen. Müssen für diese Schüler Personendosimeter beschafft werden und müssen diese einem ermächtigten Arzt vorgestellt werden?Wie verhalten wir uns da rechtlich korrekt? Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Lang, an Personen, die sich aus beruflichen Gründen (dazu gehört auch die Ausbildung) im Kontrollbereich aufhalten, muss die Körperdosis ermittelt werden (§ 35 Abs. 1 Satz 1 RöV). Von gewissen Ausnahmen abgesehen (siehe § 35 Abs. 1 Satz 2 RöV), die man für Schüler, also für junge Leute, nicht anwenden sollte, muss die Körperdosis mittels Personendosimetern ermittelt werden (§ 35 Abs. 4 Nr. 1 RöV). Da dieser Einsatz ca. 4 Wochen dauern wird, bietet es sich an, die Dosimeter bei der für Ihr Haus zuständigen Messstelle zu besorgen, so dass sie von Anfang bis Ende dieser Zeitdauer getragen und danach ausgewertet werden können. Sollten diese Schüler unter 18 Jahre alt sein, beträgt der Grenzwert für die effektive Dosis 1 mSv im Kalenderjahr (§ 31a Abs. 3 RöV). Ich denke nicht, dass für diese Krankenpflegeschüler im Rahmen dieser Ausbildung eine effektive Dosis von mehr als 6 mSv im Kalenderjahr erreicht werden kann, so dass sie dann nicht beruflich strahlenexponiert nach Kategorie A wären (siehe § 31 RöV) und eine Vorstellung bei einem ermächtigten Arzt nicht erforderlich sein würde (siehe § 37 Abs. 1 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rita W. schrieb am 05.04.2015 - 19:50 Uhr:
Frage:2414 BETREFF: Strahlenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen Unser Röntgenraum ist vor einigen Wochen in einen anderen Raum umgezogen. Aus Gründen von Platzmangel verlasse ich jetzt zum Auslösen der Strahlung den Röntgenraum nicht mehr sondern befinde mich in einer Nische mit Glasscheibe im Raum. Diese Glasnische umgibt mich aber nicht komplett und bei Stativaufnahmen stehe ich fast frei im Raum, quetsche mich in diese Ecke und kann mir unmöglich vorstellen hier keine Streustrahlung mehr abzubekommen. Obwohl ich hoffe, dass dies durch eine Teilabnahmeprüfung im Vorfeld ausgeschlossen worden ist, kann ich trotzdem ein zusätzliches nichtamtliches Dosimeter verlangen um die mögliche Strahlenbelastung zu überprüfen? Zudem ist es seit dem Umzug nicht mehr möglich richtig Einzublenden da keine ausreichende Verdunklungsmöglichkeit des Raumes vorliegt und ich das Lichtvisier nicht erkennen kann. Unterliegt dies nicht auch einer Teilabnahmeprüfung?


1. Antwort: Hallo Rita, der Umzug einer stationären Röntgeneinrichtung in einen anderen Raum muss auf jeden Fall bei der zuständigen Behörde angezeigt (§ 4 Abs. 5 RöV) und im Rahmen dieser eine Sachverständigenprüfung durchgeführt werden. Der Prüfbericht und die Bescheinigung des Sachverständigen (siehe § 4 Abs. 2 Nr. 1 RöV) muss dann an die Behörde übersandt werden. Ein wichtiger Punkt besonders beim Ortswechsel einer stationären Röntgeneinrichtung ist die Überprüfung des baulichen Strahlenschutzes durch den Sachverständigen (unter anderem durch Ortsdosis/leistungsmessungen der Streustrahlenumgebung). Dabei ist natürlich auch die ausreichende Abschirmung des Ortes zu verifizieren, von dem aus die Strahlung ausgelöst wird, in Ihrem Fall also auch die ausreichende Abschirmung und Nutzungsmöglichkeit der sog. Glasnische. Sollte dies alles strahlenschutzmäßig in Ordnung sein, dann dürfte dort kein Kontrollbereich festgestellt werden und es wären auch keine Personendosimeter erforderlich. Auch die ausreichende Erkennbarkeit des Lichtvisierfeldes muss durch den Sachverständigen überprüft werden, und wenn diese Erkennbarkeit mangelhaft sein sollte, hätte der Sachverständigen das in seinem Bericht kritisieren müssen. Nun hoffe ich, dass diese Sachverständigenprüfung ordnungsgemäß durchgeführt worden ist und Sie die Möglichkeit haben, nach Rücksprache mit dem für Sie zuständigen Strahlenschutzbeauftragten (SSB) einen Einblick in diesen Bericht zu bekommen. Sie müssen also in jedem Fall bezüglich Ihrer Befürchtungen den SSB ansprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Boris Rus schrieb am 04.04.2015 - 15:49 Uhr:
Frage:2413 BETREFF: Traumazentrum
Sehr geehrter Herr Professor, unsere Klinik soll als Traumazentrum zertifiziert werden. Im Schockraum ist nur ein einfacher mobiler C-Bogen (für Stellungs.-Gipskontrollen etc.) ohne Befundungsmonitore. 1.Darf mit diesem C Bogen die Lunge und das Becken geröntgt werden bevor der Pat ins CT geschoben wird? 2. Muss ein Radiologe vor Ort sein (Hausdienst oder Rufbereitschaft) oder dürfen Polytraumen via teleradiologisch befundet werden. Die Datenübertragung bzw Leitungen müssen sicher bestimmte Vorraussetzungen erfüllen ( Schnelligkeit etc.) Herzlichen Dank Boris Rus


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rus, hier zusammengefasst Antworten zu Ihren Fragen, die ich von einer ärztlichen Stelle erhalten habe: 1) Ein C-Bogengerät ist zur primären Röntgenaufnahmediagnostik nicht geeignet. 2) Ein CT-fachkundiger Arzt muss vor Ort sein oder es liegt eine nach § 3 Abs. 4 RöV genehmigte Teleradiologie vor. Dazu müssen unter anderem die Voraussetzungen der Kenntnisse/Fachkunden der vor Ort Tätigen erfüllt sein (siehe § 3 Abs. 4 Nrn. 2 und 3 und RöV). Auch ein Polytrauma kann per Teleradiologie befundet werden. Der hierbei zu erwartende maximale Bilddatensatz muss in einer bestimmten Zeit übertragen werden können. Siehe hierzu die Vorgaben der diesbezüglichen DIN 6868-159 (´Sicherung der Bildqualität in röntgendiagnostischen Betrieben - Teil 159: Abnahme- und Konstanzprüfungen in der Teleradiologie nach RöV´). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Simon Eckelmeier schrieb am 02.04.2015 - 10:07 Uhr:
Frage:2412 BETREFF: Strahlenschutzkurz Auffrischung R6.1
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, wissen Sie ob im 1. Halbjahr 2015 noch irgendwo ein Auffrischungskurs für die Fachgruppe R6.1 Strahlenschutz angeboten wird? MfG Simon Eckelmeier


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Eckelmeier, Sie werden verstehen, dass ich im Forum RöV diese Auskunft nicht geben kann. Ich kenne die Termine der verschiedenen Kursanbieter bundesweit auch nicht vollständig und kann daher zwangsläufig hier nur eine Auswahl nennen. Haben Sie mal diesbezüglich ins Internet geschaut? Ich schicke Ihnen eine Mail. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kolb Rudolf schrieb am 01.04.2015 - 16:55 Uhr:
Frage:2411 BETREFF: Frage 2402
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, Bildwiedergabesysteme im Dentalbereich haben doch mit der Röntgenanlage an sich nichts zu tun. Das Bildwiedergabesystem greift auf ein Datenarchiv zu (welches von der Röntgenanlage mit Bildern gefüllt wird) und ist doch unabhängig von der Röntgenanlage zu betrachten. Bei einer Abnahme- oder Teilabnahmeprüfung muss doch lediglich sichergestellt sein, dass vor der Inbetriebnahme ein geprüftes Bildwiedergabesystem vorhanden ist. mfG Kolb


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, hier nochmals unsere Meinung zu dieser Problematik, die doch ein wenig im Gegensatz zu der Ihrigen steht. Aber wir befinden uns ja in einem Forum! Zu einer Röntgeneinrichtung gehören neben dem Teil, der zum Zwecke der Erzeugung von Röntgenstrahlung betrieben wird, auch Anwendungsgeräte, Zusatzgeräte und Zubehör, die erforderliche Software und die Vorrichtungen zur medizinischen Befundung. Dies ist nachzulesen in den Begriffsbestimmungen (§ 2 Nr. 14). Damit dürfte geklärt sein, dass Bildwiedergabegeräte/systeme, die zur medizinischen Befundung (wozu natürlich auch die zahnmedizinische gehört) genutzt werden, ein Teil der Röntgeneinrichtung sind. Wenn das BWG/BWS nicht Teil der Röntgeneinrichtung wäre, wie man aus Ihrem Beitrag ggf. ableiten könnte, dann wäre überhaupt keine AP oder KP erforderlich, denn der § 16 RöV bezieht sich auf Röntgeneinrichtungen zur Untersuchung von Menschen. Da der § 16 RöV bei diesen Röntgeneinrichtungen (wozu das BWG/BWS gehört) zu beachten ist, dann ist auch die Regelung, dass bei einer Änderung auch die Auswirkungen der Änderung zu beachten sind, anzuwenden. Dieses ist aber nur möglich, wenn alle Schnittstellen mit betrachtet werden können. Darüber hinaus verlangt die RöV den Nachweis, dass der Stand der Technik eingehalten wird. Dieser Nachweis ist aber dann nicht mehr zu führen, wenn man sogenannte Vorratsprüfungen zulassen würde. Das Scenario könnte z. B. so ablaufen: Heute wird eine Komponente beschafft, es folgt ein Teil einer AP, dann lagert man diese Komponente ein. Später, wenn ein Teil an der Einrichtung defekt ist, nutzt man dann die bis dahin eingelagerte Komponente mit dem Hinweis, dass eine aktuelle AP nicht notwendig sei, da eine solche ja – mindestens teilweise - bereits vor längerer Zeit durchgeführt worden wäre. Dass sich in dieser Zeit der Stand der Technik und das Regelwerk geändert haben könnten, würde keinerlei Berücksichtigung finden. Diese theoretische Möglichkeit scheidet nach unserer Meinung aus, da die RöV nach einer Änderung die AP fordert und diese Änderung ist dann gegeben, wenn die neue Komponente mit den vorhandenen Teilen der Röntgeneinrichtung zusammen genutzt wird. Die vorhandene Übergangsfrist von 6 Monaten zur Anwendung neuer Normen ist nur geschaffen worden, um den Herstellern und Lieferanten einen angemessenen Zeitraum für die Umrüstung ihres Prüfequipments einzuräumen. Ich glaube, die verschiedenen Aspekte dieser problematischen Situation sind hier ausgiebig diskutiert worden. Ich kann mir vorstellen, dass darüber anderswo (z.B. im AK RöV) auch nochmal diskutiert und ein Beschluss formuliert werden wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexander Wolge schrieb am 01.04.2015 - 09:02 Uhr:
Frage:2410 BETREFF: DIN6868-150
Sehr geehrte Herren, ich habe eine Frage zur Abnahmeprüfung nach der o.g. Norm. Der Teil 150 umfasst ja seit letztem Jahr die Abnahme von Bildempfänger und Strahlenerzeuger. Muss denn jetzt, falls nur der Bildempfänger ausgetauscht wird, auch eine neue Strahlerabnahme erfolgen? Oft sind es ja unterschiedliche Hersteller für Erzeuger und Entwickler. Die ´alte´ Abnahme des Strahlers verliert ja durch einen neuen/anderen Entwickler nicht die Gültigkeit, oder? Vielen Dank im voraus.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wolge, im Zusammenhang mit der Frage nach Abnahme- bzw. Teilabnahmeprüfungen bei Änderungen an der Röntgeneinrichtung (z.B. Strahler- oder Bildempfängertausch) schaut man am besten zunächst einmal in die Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL), dort in die Anlage II (Tab. II.1). Die SV-RL können Sie hier im Forum RöV unter www.forum-roev.de einsehen, indem Sie auf der Startseite den Link ´7. Richtlinien ...´ aufsuchen. In der sich öffnenden Tabelle finden Sie ´25.08.2011 - konsolidierte Fassung der SV-RL...´. Dort in der Tab. II.1 mit den Überschriften ´Art der Änderung, Teil-/Abnahmeprüfung, Parameter der Teil ..., Sachverständigenprüfung ...´ ist alles zusammengestellt, was bei entsprechenden Änderungen an Röntgeneinrichtungen zu beachten ist, u.a. was den Strahlertausch und den Tausch von Bildempfängern betrifft (lf. Nrn. 6, 9, 12 und 13). Wenn z.B. der Bildempfänger austauscht wird, ist es nicht zwingend erforderlich, dass auch der ´alte´ Rö-Strahler wieder abnahmegeprüft werden muss. Entscheidend ist die Spalte ´Parameter der Teil...´ in der Tab. II.1! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Götze schrieb am 31.03.2015 - 20:08 Uhr:
Frage:2409 BETREFF: Leuchtdichteabfall von Monitoren
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen ich habe vergeblich im Internet Informationen gesucht, aus denen sich der zeitliche Verlauf der maximalen Leuchtdichte über die Nutzungsstunden/ Nutzungsjahre ablesen lässt. Im Klartext : Durch welche Daten wird die Forderung nach halbjährlicher bzw. jährlicher Messung der Leuchtdichte gestützt ? Können Sie mir Quellen nennen ? Für den zahnärztlichen Bereich, der diese Messungen in Fremdleistung machen lassen wird, schafft das erhebliche Probleme.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Götze, ich habe bei einer Expertin auf diesem Gebiet nachgefragt und hier ist ihre Meinung dazu: ´Für den zahnmedizinischen Bereich ist eine jährliche Konstanzprüfung gefordert. Neben visuellen Prüfungen (DIN 6868-157, Tabelle 6) ist die messtechnische Prüfung der Minimalleuchtdichte und Maximalleuchtdichte durchzuführen (DIN 6868-157, Tabelle 7). Die DIN 6868-157 formuliert folgende Anforderungen an die Maximalleuchtdichte: 1) Bei einer Abweichung der Messwerte um mehr als 20 % von den Bezugswerten aus der Abnahmeprüfung wird empfohlen, Maßnahmen zu ergreifen, die weitere Abweichungen verhindern (DIN 6868-157, 10.). 2) Bei Abweichungen der Messwerte um mehr als 30 % von den Bezugswerten aus der Abnahmeprüfung oder Nichteinhaltung des Grenzwertes muss eine Fehlerbehebung vorgenommen werden (DIN 6868-157,10.). 3) Außerhalb der Zahnmedizin sind auch die Anforderungen an die sogenannte DICOM-Kurve (GSDF) mit niedrigeren Toleranzbereichen zu beachten (siehe Tabelle 7 mit Verweis zu Tabelle 4 und Beispiel Anhang C.2) und die Konstanzprüfung ist halbjährlich durchzuführen. Unabhängig von den Toleranzen sind aber Mindestanforderungen (Tabelle 1 und Tabelle 4) zu beachten.´ Jetzt noch eine Anmerkung von mir: Leider kann ich nicht mit konkreten Daten dienen, mit denen man die halbjährlichen bzw. jährlichen Messungen der Leuchtdichte quantitativ begründen kann. Es liegen eben nur Erfahrungen vor, dass die Leuchtdichten im Verlaufe der Nutzungszeiten nicht konstant bleiben, was Anlass genug war, diese hier diskutierten Prüfungen in diese Norm mit aufzunehmen. Aber wie gesagt, konkrete quantitative Werte liegen uns nicht vor. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sören Ehlers schrieb am 31.03.2015 - 13:56 Uhr:
Frage:2408 BETREFF: Kontrollbereich C-Bogen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zunächst vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage zur DIN 6868-157. Ich freue mich, wenn Sie mir zudem zwei Fragen zum Strahlenschutz bei C-Bögen beantworten können: 1. Wird der Kontrollbereich nur Aufgrund des Bildempfängerdurchmessers festgelegt oder spielt hierbei auch der Anwendungszweck (Streustrahlung bei unterschiedlich dicken Objekten) eine Rolle? 2. Ist bei Personen die sich im Rahmen einer kurzen Demonstration (Messung von Streustrahlung bei unterschiedlich dicken Objekten) im Kontrollbereich befinden eine Personendosismessung mit amtl. Dosimetern notwendig, oder genügen hier elektronische Dosimeter?. Nochmals vielen Dank für Ihre Antworten. Sören Ehlers


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Ehlers, zu den beiden Fragen: 1) Sicherlich hat die Dicke des Objekts einen Einfluss auf die Streustrahlenintensität (´je dicker um so mehr´), aber bei der Messung der Streustrahlenumgebung bei Durchleuchtungsgeräten benutzt der Sachverständige in der Regel die Prüfkörper (Absorber, Phantome) nach DIN 6815 (Wasserphantom oder PMMA-Phantom). Damit erreicht man in etwa den Mittelwert aus den üblicherweise von den Patienten ´angebotenen´ Objektdicken. 2) Normalerweise benutzt man amtliche Dosimeter für die Personendosimetrie in Kontrollbereichen (§ 35 Abs. 4 RöV). Bei kleinen Dosiswerten (z.B. für die effektive Dosis nicht höher als 1 mSv/a) kann die zuständigen Behörde Ausnahmen zulassen (siehe § 35 Abs. 1 Satz 2 RöV). Also stellen Sie bitte Ihre Frage 2 an die für Sie zuständige atomrechtliche Behörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  S. Ehlers schrieb am 31.03.2015 - 12:05 Uhr:
Frage:2407 BETREFF: DIN 6868-157 - Raumklassen und Zuordnung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in der neuen DIn 6868-157 sind zwar Raumklassen definiert, es findet jedoch (im Vergleich zum Normenentwurf)keine Zuordnung zu Modalitäten statt. In welche Raumklasse würden Sie ein CT einordnen - ist Raumklasse 2 ´geeignet´ oder kann auch Raumklasse 3 Anwendung finden? Vielen Dank und freundliche Grüße, S. Ehlers


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Ehlers, ich beantworte mal Ihre Frage so, wie Sie diese formuliert haben: ´In welche Raumklasse würden Sie ein CT einordnen?´ Also wie würde ich (Ewen) diese Einordnung vornehmen? Antwort: Wenn die CT-Bilder in einem speziellen Befundungsraum befundet werden, dann RK1. Sollte dies im Untersuchungsraum mit sofortiger Befundung geschehen, dann RK2. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jan Zwingenberger schrieb am 31.03.2015 - 11:06 Uhr:
Frage:2406 BETREFF: baulicher Strahlenschutz beim Betrieb von Röntgen C-Bogen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, der Hersteller eines C-Bogen gibt den Kontrollbereich mit Radius 2,5m an. Wenn der OP-Raum 5,5m x 5,5m gross ist und der C-Bogen im Zentrum steht, kann man dann u.U. auf zusätzlichen baulichen Strahlenschutz verzichten, wenn in den Nachbarräumen keine Dauer-Arbeitsplätze sind ? Der OP-Raum existiert bereits, ein Umbau wäre sehr aufwändig. Die OP-Wände sind Leichtbauwände mit Bleigleichwert=0 nach einer Seite, nach den anderen Seiten ca. 24cm Ziegelmauerwerk. GGf. könnte man im OP auch zusätzliche mobile Strahlenschutz-Trennwände aufstellen. Vielen Dank für Ihre Stellungnahme. Mit freundlichen Grüssen Jan Zwingenberger


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Zwingenberger, zunächst einmal rein formal: Antworten auf Fragen im Forum RöV, wie z.B. diese hier, besitzen natürlich keinen gutachterlichen Charakter, der von einer zuständigen Behörde als solcher offiziell anerkannt werden kann. Deshalb empfehle ich, diese von Ihnen geschilderte Fragestellung mit einem behördlich bestimmten Sachverständigen zu besprechen, und zwar möglichst mit demjenigen, der hinterher auch vor Ort die Prüfung durchführen wird. Meine Kommentare: 1) Die Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL; s. Internet)), nach der ein Sachverständiger eine Röntgeneinrichtung überprüft, legt im Berichtsmuster 2.2.4 (mobile C-Bogengeräte) folgende Kontrollbereichsgrenzen fest (Radius): 3 m für Bildempfänger-Nennwertdurchmesser bei Vollfeld <= 25 cm und 4 m bei Bildempfänger-Nennwertdurchmesser bei Vollfeld > 25 cm. Das ist nicht identisch mit den Angaben, die Ihnen der Hersteller genannt hat. Dieser Unterschied sollte zumindest abgeklärt bzw. begründet werden. 2) Über die Wandstärken von 24 cm Ziegel müssen wir nicht mehr reden. Die sind für den Betrieb eines C-Bogengerätes in der von Ihnen genannten Raumgeometrie ´dicke´ ausreichend. 3) Etwas Sorge könnte die Wand mit dem Bleigleichwert 0 mm bereiten. Dabei kommt es sehr darauf an, was unter ´keine Dauer-Arbeitsplätze´ verstanden wird. Nehmen wir für den betreffenden Ort einen Grenzwert (effektive Dosis) von 1 mSv/a und einen sog. Aufenthaltsfaktor nach DIN 6812 von 0,1 an, dann müsste dort de facto eine Dosis von 1/0,1 = 10 mSv/a eingehalten werden. Das Einhalten dieser Dosis könnte an dem besagten Ort ohne zusätzliche Wandabschirmungen (knapp) möglich sein. Die letzte Entscheidung darüber muss aber der Sachverständige bei seiner Prüfung treffen (Ortsdoisleistungsmessung, Festlegung von Einschaltzeit und Aufenthaltsfaktor, ggf. Nutzung mobiler Strahlenschutzwände). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Chris Decker schrieb am 30.03.2015 - 13:50 Uhr:
Frage:2405 BETREFF: Röntgen von Kindern
Vielen dank für die schnelle Antwort. Gruß Familie Decker


1. Antwort: ... gern geschehen und alles Gute für den Sohn! K. Ewen



  Chris Decker schrieb am 27.03.2015 - 15:44 Uhr:
Frage:2404 BETREFF: Röntgen von Kindern
Hallo. Ich habe ein kleines Planungs- bzw. Vorbereitungsproblem. Bei unserem Sohn(6) wird demnächst ein Kotrastmittelröntgen der Harnblase durchgeführt, mit Katheter usw. Daher folgende Frage: Werden Kinder heutzutage dafür in Narkose versetzt oder müssen sie es ´so´ ertragen? Es wäre gut zu wissen, worauf ich ihn seelisch vorbereiten muss. Danke im Voraus Gruß Familie C.Decker


1. Antwort: Diese Frage wurde doppelt gestellt. Antwort: siehe Frage mit der Nr. 2403. K. Ewen



  Chris Decker schrieb am 27.03.2015 - 15:43 Uhr:
Frage:2403 BETREFF: Röntgen von Kindern
Hallo. Ich habe ein kleines Planungs- bzw. Vorbereitungsproblem. Bei unserem Sohn(6) wird demnächst ein Kotrastmittelröntgen der Harnblase durchgeführt, mit Katheter usw. Daher folgende Frage: Werden Kinder heutzutage dafür in Narkose versetzt oder müssen sie es ´so´ ertragen? Es wäre gut zu wissen, worauf ich ihn seelisch vorbereiten muss. Danke im Voraus Gruß Familie C.Decker


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Decker, bei Röntgenuntersuchungen der Harnblase mit Kontrastmitteln an männlichen Kindern erfolgt in der Regel eine Sedierung. Diese Maßnahme führt zu einer Beruhigung des Patienten (lat.: sedare = beruhigen) und damit zu einem vollkommen erträglichen Ablauf dieser Untersuchung. Eine Narkose ist nicht üblich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rudolf Kolb schrieb am 27.03.2015 - 14:09 Uhr:
Frage:2402 BETREFF: Monitorabnahmeprüfung im Dentalbereich
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, lt. Änderung der QS RL dürfen Bildwiedergabesysteme die vor dem 01.05.15 in Berieb genommen werden und nach den bisherigen Vorgaben (DIN 6868-57 und QS-RL) abgenommen sind bis 2025 weiterbetrieben werden. Erforderliche Teil- und Abnahmeprüfungen dürfen weiterhin (bis 2025) nach DIN 6868-57 bzw. QS-RL durchgeführt werden. Jetzt möchten verschiedene Zahnärzte (die im Moment noch nicht digital Arbeiten) noch vor dem 01.05. Monitore abnehmen lassen, um die Vorgaben der neuen DIN /z.B. erhöhter Aufwand für die Konstanzprüfung) bis 2025 zu umgehen. Auf diesen Monitoren wird dann ein Testbild aufgespielt und die Abnahmeprüfung durchgeführt. Eine entsprechende Software zum Befunden von Patientenaufnahmen fehlt. Wie sehen Sie die Sache? Ist diese Vorgehensweise legitim? Was spricht gegen diese Vorgehensweise? mfG


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, wir haben mit der Antwort auf Ihre Frage etwas ausgeholt, und zwar weil auch Personen das Forum RöV verfolgen, die nicht so ganz tief in der Materie stecken wie das sicherlich bei Ihnen der Fall ist. Hier unsere Meinung zu dieser rechtlich wirklich interessanten Situation: Der § 16 Abs. 2 RöV schreibt vor, dass vor Inbetriebnahme einer Röntgendiagnostikeinrichtung eine Abnahmeprüfung durch den Hersteller oder Lieferanten erfolgen muss. Nach jeder Änderung, die die Bildqualität oder die Höhe der Strahlenexposition beeinflussen kann, ist ebenfalls eine Abnahmeprüfung durch den Hersteller oder Lieferanten durchzuführen, die sich allerdings auf die Änderung und deren Auswirkungen beschränken kann. Diese Prüfung muss auch vom Hersteller oder Lieferanten durchgeführt werden. Nur wenn die Abnahmeprüfung durch diesen nicht mehr möglich ist, darf ein anderes Unternehmen die Abnahmeprüfung durchführen, das dann aber die Bedingungen des § 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV erfüllen muss. Bei neu gekauften Bildwiedergabesystemen (BWS) lässt sich nach unserer Auffassung nicht begründen, warum nicht der Hersteller oder Lieferant die Abnahmeprüfung durchführt (den gibt es ja noch). Ein Abweichen von dieser Regelung ist nur zulässig, wenn die zuständige Behörde dies nach § 33 Abs. 6 RöV im Einzelfall gestattet. In der Konsequenz bedeuten die Regelungen der RöV, dass bei Röntgeneinrichtungen, die in Betrieb genommen werden (Definition Betrieb einer Röntgeneinrichtung: § 2 Nr. 3 RöV), vor Inbetriebnahme eine Abnahmeprüfung der gesamten Röntgeneinrichtung erfolgen muss (siehe § 16 Abs. 2 Satz 1 RöV: ´... Röntgeneinrichtungen ... ´). Bei Änderungen muss nach erfolgter Änderung und vor der (Wieder-)Anwendung am Menschen die Abnahmeprüfung (´Teilabnahmeprüfung´) erfolgen. Dabei ist auch die Auswirkung der Änderung auf den Rest der Röntgeneinrichtung zu betrachten. Ggf. ist in diesem Zusammenhang sogar eine Änderungsgenehmigung oder eine Änderungsanzeige erforderlich. Nur so sind auch die ´Übergangsregelungen´ zur QS-RL zu verstehen. Hiernach darf bei einer Inbetriebnahme oder einer Änderung vor dem 1. Mai 2015 die Abnahmeprüfung bzw. Teilabnahmeprüfung noch nach der DIN V 6868-57 (Humanmedizin) bzw. nach Anhang C.1.1 der QS-RL (Zahnmedizin) erfolgen. Dabei sind immer auch die Auswirkungen auf einen schon vorhandenen Teil der Röntgeneinrichtung zu betrachten. Eine ´Vorratsprüfung´ allein des BWS (welches dann ggf. später eingebaut wird) ist schon aus diesem Grund nicht möglich. Würde man ein BWS jetzt einer Abnahmeprüfung nach C.1.1 der QS-RL unterziehen und es nach dem 1. Mai 2015 an die vorhandene Röntgeneinrichtung anbauen, dann müsste die (Teil-)Abnahmeprüfung anschließend durch den Hersteller oder Lieferanten nach der dann anzuwendenden Norm noch einmal durchgeführt, um auch die Auswirkungen der Änderungen festzustellen. Erst danach dürfte die Anwendung am Menschen erfolgen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wolfgang bachert schrieb am 26.03.2015 - 10:37 Uhr:
Frage:2401 BETREFF: Frage 2397
Hallo Herr Prof. Ewen, ´ich wollte mal ganz vorsichtig und höflichst´ anfragen, ob es (noch) eine Antwort zur Frage gibt ? Herzliche Grüße Wolfgang Bachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, in habe Sie nicht vergessen. Aber ich wollte vor der Veröffentlichung meiner Antwort auf Ihre Frage noch einen Experten auf dem Gebiet des Fachkundeerwerbs kontaktieren. Dieser ist aber erst in der nächsten Woche aus dem Urlaub zurück. Also bitte noch ein wenig Geduld. Viele Grüße K. Ewen



  Lutz, Volker schrieb am 25.03.2015 - 10:53 Uhr:
Frage:2400 BETREFF: digitale Signatur der rechtfertigende Indikation
Sehr geehrte Herr Prof. Ewen, vielen Dank für die prompte Antwort, somit ist unsere Unsicherhait ausgeräumt. Mit freundlichen Grüßen, V. Lutz


1. Antwort: ... immer zu Diensten! Gruß K. Ewen



  Awe Holger schrieb am 24.03.2015 - 15:41 Uhr:
Frage:2399 BETREFF: Baulicher Strahlenschutz mobiles Röntgengerät
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, welchen baulichen Strahlenschutz muss eine Zwischenwand besitzen, wenn in zwei benachbarten Zimmern die Patienten quasi Kopf gegenüber Kopf liegen (wenige 1,5m, Zwischenwand Gips) und mit einem mobilen Aufnahmegerät geröntgt wird. Im Musterprüfbericht 2.2.1 habe ich sogar gefunden, dass die bautechnischen Strahlenschutzvorkehrungen mit ´entfallen´ durch den Sachverständigen angekreuzt werden können!? Wenn ein 2. Patient im Zimmer liegt, dann wird darauf geachtet, dass entweder die 1,5m eingehalten werden oder man Abschirmungen erhält, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man im Nachbarzimmer nachschaut, ob da auch ein Patient liegt ... oder ist es vernachlässigbar, wenn man annimmt, dass die Köpfe jeweils 50cm entfernt voneinander liegen und die Gipswand zusätzlich abschirmt? Besten Dank und viele Grüße


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Awe, die Abschirmung von medizinisch genutzten Röntgeneinrichtungen wird üblicherweise nach der DIN 6812 berechnet. In die Berechnung gehen als wesentliche Parameter Röhrenspannung, Einschaltzeit bzw. Betriebsbelastung (in mA min/Woche), Abstand zwischen Strahlenquelle und zu schützendem Ort und der dort geltende Grenzwert (mSv pro Jahr oder pro Woche) ein. Bei mobilen Röntgendiagnostikgeräten ist normalerweise die Einschaltzeit bzw. Betriebsbelastung nicht so hoch anzusetzen wie bei stationären Einrichtungen, so dass es durchaus sein kann, dass in bestimmten Einzelfällen (ausreichend große Abstände zu den Aufenthaltsplätzen von Personen) auf eine bauliche Abschirmung verzichtet werden kann. Wenn wir für den von Ihnen geschilderten Fall mal eine Abschirmung zwischen diesen beiden Räumen abschätzen wollen, dann gehe ich mal von folgenden Parametern aus: Röhrenspannung: 90 kV, Betriebsbelastung: 1/6 des Wertes bei stationären Geräten, also sagen wir: 70 mA min/Woche, Abstand Patient zu Patient in den beiden Räumen (´von Mitte zur Mitte´): 2 m, Grenzwert: 1 mSv/a (= 0,02 mSv/Woche). dann sollte die Wand, so sie aus Gips besteht, etwa 10 cm dick sein (10 cm Gips entspricht in etwa 0,4 mm Blei). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Lutz, Volker schrieb am 24.03.2015 - 14:56 Uhr:
Frage:2398 BETREFF: digitale Signatur der rechtfertigende Indikation
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen,in unserem Krankenhaus möchten wir die Rö-Anforderung durch einen fachkundigen Arzt digital ausführen und archivieren.Es besteht die Unsicherheit ob eine qualifizierte Signatur im elektronischen System notwendig ist, oder ob eine einfache Signatur mit Zeitstempel ausreicht. Für Ihre möchte ich mich im Voraus bedanken, mit freundlichen Grüßen. V. Lutz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Lutz, wenn ich in Ihrem Text den Begriff ´Röntgenanforderung´ durch ´Stellung der rechtfertigenden Indikation´ ersetze - und ich denke, das ist so gemeint -, sucht man in der RöV vergeblich eine Vorschrift, die explizit verlangt, dass der die rechtfertigende Indikation stellende, entsprechend fachkundige Arzt diesen Vorgang mit seiner Unterschrift (Signatur) belegen muss. Sein Name muss bekannt sein und aufgezeichnet werden, damit man bei eventuell später sich ergebenden Rückfragen weiß, wer die rechtfertigende Indikation gestellt hat. Vielleicht ist mit dieser Antwort die von Ihnen erwähnte Unsicherheit ausgeräumt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wolfgang Bachert schrieb am 23.03.2015 - 15:37 Uhr:
Frage:2397 BETREFF: Stellung der rechtfertigenden Indikation
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, darf ein Anästhesist, der die Fachkunde für den Bereich ´Notfalldiagnostik - Rö2´ erworben hat, die Indikation für chir. und int. Patienten im Bereitschaftsdienst (Notfalldienst) stellen ? Wie sieht es aus, wenn er nur die ´Rö4 - Röntgendiagnostik in einem sonstigen begrenzten Anwendungsbereich, z.B. einfache intraoperative Röntgendiagnostik, Thoraxdiagnostik auf der Intensivstation´ ? Darf die (Vor-) Befundung unabhängig vom Indikationsstellenden erfolgen - z.B. nachts durch den Ass.-Arzt (Innere oder Chirurgie) jeweils ohne komplette Fachkunde und am nächsten Morgen qualifiziert durch einen facharzt der jeweiligen Disziplin ? Vielen Dank für ihre Bemühungen im Voraus Wolfgang Bachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, sorry, hat etwas länger gedauert. Aber jetzt: Ein Arzt (Anästhesist, Chirurg, Internist oder ...), der über die Fachkunde im Strahlenschutz Rö2 (Notfalldiagnostik bei Erwachsenen und Kindern - Röntgendiagnostik ohne CT im Rahmen der Erstversorgung) verfügt, darf die rechtfertigende Indikation zur Strahlenanwendung in den Fällen der Erstversorgung stellen. Dabei ist es unerheblich, ob dies im Bereitschaftsdienst oder in den normalen Dienstzeiten erfolgt. Ärzte, die nicht über Fachkunde im Strahlenschutz verfügen, dürfen diese rechtfertigende Indikation zur Strahlenanwendung nicht stellen. Sie dürfen aber die medizinische Indikation stellen, d.h. eine Abklärung beauftragen. Die Entscheidung, ob diese Abklärung dann mittels ionisierender Strahlung erfolgt, bleibt dem fachkundigen Arzt vorbehalten. Dabei regeln die entsprechenden Teilgebietsfachkunden den zulässigen Anwendungsbereich, d.h. Rö2 für Notfalldiagnostik nur im Rahmen der Erstversorgung ohne CT, Rö3.1 für Skelett, Rö5.1 für CT-Untersuchungen. Die Fachkundegruppe Rö4 ermöglicht es, für ganz bestimmte eingeschränkte Untersuchungfelder in recht kurzer Zeit die notwendige Fachkunde zu erwerben. Mit einer solchen eingeschränkten Fachkunde darf man aber im beschriebenen Bereich sowohl die rechtfertigende Indikation stellen als auch befunden und die Röntgenuntersuchung technisch durchführen. Eine Befundung ohne Fachkunde im Strahlenschutz oder mit einer Fachkunde für ein anderes Teilgebiet ist unserer Meinung nach rechtlich nur zulässig, wenn der Arzt mindestens über bescheinigte Kenntnisse im Strahlenschutz verfügt und die ständige Aufsicht durch einen entsprechend fachkundigen Kollegen gewährleistet ist. Das bedeutet, dass Ihre Konstruktion, Vorbefundung durch einen nicht fachkundigen Arzt im Nachtdienst und qualifizierte Nachbefundung am nächsten Morgen, wenn der fachkundige Kollege wieder anwesend ist, ausscheidet, da in diesem Fall die ständige Aufsicht nicht sichergestellt werden kann (vergl. § 24 Abs. 1 Nr. 3 RöV). Ein erläuternder Hinweis hierzu: Befundung ist ein Teil der Anwendung nach § 2 Nr. 1 a) der RöV und für die Anwendung gilt der vg. § 24 Abs. 1 RöV. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Guggenbichler schrieb am 23.03.2015 - 10:15 Uhr:
Frage:2396 BETREFF: Din 6868-157
Guten Morgen Herr Ewen, von einem namhaften Hersteller von Monitoren wurde mir mitgeteilt, dass selbst ein Monitor der die Kriterien für die Befundung erfüllen würde, hierfür nicht verwendet werden darf wenn dieser vom Hersteller nicht als Befundungsmonitor und somit ´zweckbestimmt´ ausgewiesen wurde. mfg Michael Guggenbichler


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Guggenbichler, die Aussage des Herstellers ist dann richtig, wenn er, gebunden an die Zweckbestimmung beispielsweise ´Monitor für die Befundung in der Röntgendiagnostik´, die Verantwortung für diese Art Nutzung übernehmen muss. Bei einem Monitor, der seitens des Herstellers nicht diese oder eine ähnlich lautende Zweckbestimmung aufweist, aber sonst alle Kriterien für eine Nutzung als Befundungsmonitor erfüllt (z.B. Bestehen der Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157) wird der Hersteller diese Verantwortung nicht übernehmen (können). Diese würde dann auf den Anwender übergehen und dort auch verbleiben, falls bei Nutzung des betreffenden Monitors für die Befundung in der Röntgendiagnostik eventuell (strahlenschutz)technische Problemfälle auftreten würden. Diese hier geäußerte Meinung resultiert unter anderem aus einer Interpretation vor allem des § 2 Abs. 5 MPBetreibV seitens eines Experten für Medizinprodukterecht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  I. Maria Schäfer schrieb am 18.03.2015 - 10:35 Uhr:
Frage:2395 BETREFF: Tätigkeiten von MTRA Schülern
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ist es zulässig, dass MTRA Schüler alleine auf der Intensivstation röntgen dürfen? MfG Inge Schäfer


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schäfer, diese Personengruppe fällt unter die Bestimmungen des § 24 Abs. 2 (´technische Durchführung´), dort unter die lf. Nr. 2 (´in der beruflichen Ausbildung befindlich´). Die Tätigkeit ist für diese Personen zulässig, wenn Kenntnisse im Strahlenschutz vorliegen und wenn eine ständige Aufsicht und Verantwortung eines im Strahlenschutz entsprechend fachkundigen Arztes gegeben ist. Diese ´ständige Aufsicht ... ´ ist es, die oft zu Diskussionen führt, in denen auch das Wort ´alleine´ vorkommen kann. Der Rechtsbegriff ´ständige Aufsicht ... ´ wird nach meiner Auffassung richtig interpretiert, wenn man unterstellt, dass dieser Arzt sich in der Abteilung aufhält (muss nicht unbedingt direkt am Untersuchungsort sein) und bei einem Problem schnell eingreifen kann. In diesem Sinne muss man den Zustand ´alleine´ ablehnen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Prof. Dr. R. Köster schrieb am 16.03.2015 - 19:01 Uhr:
Frage:2394 BETREFF: Hodenschutz bei CT-Untersuchungen
Lieber Herr Ewen, in den Leitlinien zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik wird unter den aufnahmetechn. Qualitätsanforderungen bei Hüftgelenk u. OS und Becken explizit: Strahlenschutz Hodenkapsel gefordert. In den Leitlinien zur Qualitätssicherung in der CT findet sich keine explizite diesbezügliche Forderung für Untersuchungen des Abdomens und Beckens. Und auch sonst finde ich keine diesbezügliche Forderung in der Literatur, was ich umso erstaunlicher finde, als ja die Hodenkapsel eine Strahlenreduktion bis zu 95 % bringt! Ist dies mit § 25 Abs. 1 RöV abgedeckt? Braucht es auch nicht explizit in den geforderten Arbeitsanweisungen für MTRA´s aufgeführt sein? Herzliche Grüße, R. Köster


1. Antwort: Lieber Herr Köster, in der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) zur RöV, nach der die Sachverständigen Röntgeneinrichtungen vor Inbetriebnahme und dann alle 5 Jahre Überprüfen müssen, gibt es eine Anlage III, in der die Patientenschutzmittel für die Röntgendiagnostik zusammengestellt sind, die der Sachverständige auch abfragen wird. Die SV-RL wird zurzeit gerade novelliert und in der neuen Fassung wird das Vorhandensein des ´Hodenschutzes´ für folgende Untersuchungen gefordert: LWS, Wirbelsäulenganzaufnahme, Becken- u. Sacrumaufn., Kolon- u. Rectumuntersuchung, Dünndarmuntersuchung, urologische Röntgenuntersuchungen, Gefäße, Abdomen, Gallenwege, Pankreas, Ösophagus, Magen, Duodenum, Angiographie, Untersuchungen am Herzen, Thoraxaufnahme, Schulter, Arme, Klavikula, Rippen, Sternum, Füße, Hand, CT, Zahnheilkunde, Pädiatrie. Sie sehen, wir haben schon eine lange Liste aufgeführt. Ob der Hodenschutz auch überall genutzt wird, ist eine andere Sache. Darauf haben wir als externe Strahlenschützer keinen großen Einfluss. Sicherlich wäre in dieser Hinsicht eine kleine ´Arbeitsanweisung´ an das Assistenzpersonal ganz nützlich. Der § 25 Abs. 1 RöV ist formalrechtlich natürlich sinnvoll, geht aber, vollkommen normal für Verordnungstexte, nicht in die Details. Viele Grüße K. Ewen



  K. Müller schrieb am 13.03.2015 - 08:41 Uhr:
Frage:2393 BETREFF: Konstanzprüfungen an Röntgengeräten
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserem Haus existieren eine ganze Reihe von Röntgengeräten (C-Bogen, Mammografiegerät, CT, Durchleuchtung etc.) in verschiedenen Abteilungen. Derzeit werden die Konstanzprüfungen von einem MPE mit Fachkunde nach RöV durchgeführt. In Zukunft soll dies aber von einem Mitarbeiter der Medizintechnik erledigt werden, wobei der MPE weiterhin im Unternehmen beschäftigt wäre. Da dies natürlich auch die selbstständige Bedienung der Geräte erfordert daher meine Frage: Werden Kenntnisse mit entsprechenden Kenntniskursen nach Fachkunde-Richtlinie Medizin benötigt, und ist dann ein Arbeiten nur unter Aufsicht eines fachkundigen Arztes oder MPE möglich? Wie wäre in diesem Fall die Aufsicht bzw. ständige Aufsicht definiert? Oder benötigt der Medizintechniker eine Fachkunde R6.2 nach Fachkunde-Richtlinie Technik? Wo findet man die entsprechende Regelung? Mit freundlichen Grüßen, K. Müller


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Müller, ich kann aus dem Text nicht ganz genau erkennen, ob der MPE und dieser ´Mitarbeiter der Medizintechnik´ in Ihrem Haus beschäftigt sind oder einem externen ´Unternehmen´ angehören, das im Auftrag Ihres Hauses dort die Konstanzprüfung durchführt. Im ersteren Fall muss für den betreffenden Mitarbeiter keine explizite Fachkunde im Strahlenschutz vorliegen. Entscheidend wäre nur, der Mitarbeiter ist so geschult, dass er in qualifizierter Weise die Konstanzprüfungen durchführen kann. Im letzteren Fall müsste dieses Unternehmen, das Konstanzprüfungen (KP) geschäftlich anbietet und abwickelt, diese Tätigkeit nach § 6 RöV bei der zuständigen Behörde anzeigen und für diejenige Person, welche dort die Leitung der gesamten Tätigkeiten innehat, die Fachkunde im Stahlenschutz nach FK-Gruppe 6.1 und für Personen, die zur Durchführung der KP ´vor Ort´ tätig sind, die Fachkunde nach FK-Gruppe 6.2 nachweisen. Kenntniskurse werden in diesem Zusammenhang nicht angeboten und sind auch nicht erforderlich. Bei der Durchführung der KP wird Röntgenstrahlung ja auf völlig andere Weise angewendet als in der Röntgendiagnostik, so dass der vor Ort fachkundige Arzt hier keine Aufsichtspflicht vornehmen muss und kann. Wo findet man entsprechende Regelungen? In entsprechenden Stellen der RöV und in der von Ihnen genannten FK-Richtlinie Medizin RöV. Daneben empfiehlt es sich grundsätzlich immer, bei Fragen Kontakt mit der zuständigen Behörde aufzunehmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Siemens schrieb am 09.03.2015 - 21:37 Uhr:
Frage:2392 BETREFF: Betriebsärztliche Untersuchung
Hallo , ich arbeite im Op und bin täglich den Röntgenstrahlung ausgesetzt. Ist es irgendwo festgelegt wie oft man eine betrieblich ärztliche Untersuchung durchlaufen muss? Aus einem anderen Haus ist mir bekannt dass der Op-Personal jährlich untersucht wird. Ich bedanke mich im Voraus . Hochachtungsvoll E.Siemens


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Siemens, wenn Sie viel im OP mit Röntgenstrahlung zu tun haben (wahrscheinlich arbeiten Sie an einem sog. mobilen C-Bogengerät), dann sollte Sie der für Sie zuständige Strahlenschutzbeauftragte in die Klasse der beruflich Strahlenexponierten der Kategorie A einteilen (siehe § 31 Nr. 1 RöV). Dann müsste er Sie nach § 37 Abs. 1 RöV einmal im Jahr zu einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung bei einem ermächtigten Arzt schicken. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Siemens schrieb am 09.03.2015 - 21:36 Uhr:
Frage:2391 BETREFF: Betriebsärztliche Untersuchung
Hallo , ich arbeite im Op und bin täglich den Röntgenstrahlung ausgesetzt. Ist es irgendwo festgelegt wie oft man eine betrieblich ärztliche Untersuchung durchlaufen muss? Aus einem anderen Haus ist mir bekannt dass der Op-Personal jährlich untersucht wird. Ich bedanke mich im Voraus . Hochachtungsvoll E.Siemens


1. Antwort: Frage wurde zweimal gestellt. Antwort siehe Fragen-Nr. 2392. K. Ewen



  Beate Korus schrieb am 06.03.2015 - 21:19 Uhr:
Frage:2390 BETREFF: Röntgengerätegenehmigung
Sehr geehrte Professor Even, Ich habe eine Frage ob das Vorgehen des Regierungspräsidium Darmstadt in meinem Fall nachvollziehbar ist und ob ich es so annehmen muss oder brauche ich einen anwaltlichen Beistand und mit welchen Bußgeldern ist da zu rechnen? Ich bin seit ca. 6 Jahren Juniorpartnerin in einer zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis. Die Praxis verfügt über Röntgeneinrichtung Heliodent MD und Orthophos. Die Geräte waren bis zum meinen Eintritt in der Praxis auf meine Kollegin angemeldet und genehmigt und auch regulär nach der Röntgenverordnung geprüft. Am 12.04.2011 wurde die erste TÜV Prüfung durch einen Sachverständigen der TÜV Hessen durchgeführt innerhalb der Gemeinschaftspraxis. In fast zwei Jahren nach der Prüfung ( am 21.01.2013 wurde ich von Regierungspräsidium Darmstadt Abteilung Arbeitsschutz und Umweltschutz angeschrieben, dass der Sachverständigenprüfbericht MEINER Röntgeneinrichtung Orthophos und Heliodent bei Regierungspräsidium eingegangen ist. Mit der Information: ´Damit Sie Röntgenanlagen in Betrieb nehmen dürfen, ist die Inbetriebnahme mindestens 2 Wochen vor Inbetriebnahme hier anzuzeigen bzw. die Genehmigung zu beantragen´ Die Information erreicht mich nach zwei Jahren nach der Prüfung. Mit der Information kommen alle Formblätter und Hinweise welche Unterlagen erforderlich sind um Antrag auf Genehmigung des Betriebes der Röntgeneinrichtung erforderlich sind. Die erforderlichen Unterlagen waren bei mir vorhanden und ich konnte sie unverzüglich der Sachbearbeiterin des Regierungspräsidiums einreichen. Die Sachbearbeiterin hat mich drauf angewiesen dass falls ich die angeforderten Unterlagen bis zum genannten Termin nicht vorlege ist das Schreiben als Anhörung i.S.v.&28 Hessisches Verwaltungsverfahrensgesetz zu betrachten. Das eine eventuelle Anordnung wäre kostenpflichtig für mich. Ich habe die Unterlagen vollständig eingereicht damit konnte die Anmeldung und Genehmigung erfolgen was ich im telefonischem Gespräch mit der Sachbearbeiterin bestätigt bekommen habe . In 2 Jahren am 4.03.2013 erhalte ich eine Anhörung in Ordnungswidrigkeitenverfahren. Betreiben der Röntgeneinrichtung ohne Genehmigung in der Zeit von 12.04.2011 bis 28.03.2013. Das ist der Zeitraum zwischen der TÜV Prüfung und erfolgte Anmeldung. Ich weiß Unwissen schützt nicht vor Strafen so viel Lebenserfahrung hab ich schon. Ich muss aber trotzdem Fragen warum kann nach paar Jahren so eine unerwartete Anschuldigung bekommen? Anmeldung meinerseits war jede Zeit möglich weil es an keinen Unterlagen fehlte . Ich wurde nicht darüber Informiert auch nicht von der Landeszahnärztekammer dass wäre doch sofort möglich für die Zahnärzte entsprechende Anmeldung Vorzunehmen wenn wir von der Kammer bei der Bildung eine GP entsprechende Anmeldungsformulare bekommen hätten. Auch in der Aktualisierung der Fachkunde was wir zusammen mit meiner Gemeinschaftspraxiskollegin vor 4 Jahren besucht haben wurde so eine wichtige Information uns nicht vermittelt. Vielen Dank im Voraus.Mit freundlichen Grüßen.Beate Korus


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Korus, bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir hier im Forum RöV keine Rechtsberatung in Einzelfällen geben dürfen und können. Insoweit können wir Ihnen wirklich nur raten, das Gespräch mit der zuständigen Behörde zu suchen und im Bedarfsfall eine Rechtsberatung durch einen Rechtsanwalt einzuholen. Wir können an dieser Stelle nur über bekannte Erfordernisse und Erfahrungen berichten. Wie man aus den Vorschriften des § 3 RöV erkennen kann, macht die Röntgenverordnung die Inbetriebnahme einer Röntgeneinrichtung von einer personengebundenen Konzession abhängig, d.h. wer eine Röntgeneinrichtung betreibt oder deren Betrieb wesentlich verändert, bedarf der Genehmigung. Vergleichbares gilt für den anzeigebedürftigen Betrieb einer Röntgeneinrichtung (§ 4 RöV). Die Genehmigung hat der Strahlenschutzverantwortliche (Betreiber) vor der Inbetriebnahme oder vor der Inbetriebnahme nach einer wesentlichen Änderung zu beantragen bzw. dort, wo der anzeigebedürftige Betrieb nach § 4 RöV in Betracht kommt, mit einem Vorlauf von zwei Wochen anzuzeigen. Der Prüfbericht eines Sachverständigen ersetzt diesen Genehmigungsantrag oder die notwendige Anzeige nicht. Dies ist auch nachvollziehbar, da es nicht sichergestellt ist, dass der Prüfbericht eines Sachverständigen der zuständigen Genehmigungsbehörde überhaupt zugeht und diese dann daraus die möglichen Schlüsse ziehen kann. Auch gibt es verständlicherweise nirgendwo die Verpflichtung, dass einem Strahlenschutzverantwortlichen (Betreiber) seine Pflichten von der Behörde aufgezeigt werden müssen. Mit einer solchen Verpflichtung kämen Behörden in eine Garantenstellung, der sie nicht gerecht werden könnten. Vielmehr ist es im Strahlenschutzrecht so, dass es fachkundige Personen gibt und dass diese fachkundigen Personen durch ihre Aus- und Fortbildung im Strahlenschutz auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb von Röntgeneinrichtungen kennen müssen. Ob in dem von Ihnen beschriebenen Fall ein Bußgeld möglich ist, kann natürlich von hier aus auch nicht beurteilt werden. Auch hier kann es wieder nur eine grundsätzliche Antwort geben. Die RöV legt in § 44 Nr. 1a fest, dass derjenige, der vorsätzlich oder fahrlässig ohne Genehmigung nach § 3 Abs. 1 RöV eine Röntgeneinrichtung betreibt oder deren Betrieb verändert, ordnungswidrig handelt. Da der anzeigebedürftige Betrieb einer Röntgeneinrichtung nach § 4 RöV nur eine Ausnahme von der Genehmigungspflicht nach § 3 Abs. 1 RöV darstellt, ist es aus unserer Sicht wahrscheinlich, dass bei nicht fristgemäß erstatteter Anzeige eine Genehmigung erforderlich gewesen wäre und der Betrieb der Röntgeneinrichtung ohne diese Genehmigung die Ordnungswidrigkeit darstellt. Ob hier mögliche Verjährungsfristen zum Tragen kommen, entzieht sich unseren Kenntnissen. Frau Korus, an dieser Stelle will ich nochmals darauf hinweisen, dass diese Beschreibung die Auffassung der Bearbeiter des Forums RöV darstellt und keinerlei rechtliche Relevanz hat oder als Gutachten angesehen werden kann. Die rechtliche Klärung in den Einzelfällen ist nur mit den zuständigen Behörden u.U. unter Einschaltung der Rechtswege möglich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jörn Bartelheimer schrieb am 05.03.2015 - 08:23 Uhr:
Frage:2389 BETREFF: DIN 6868-157
Sehr geehrter Prof. Ewen, unser Aufgabenfeld ist der Vertrieb und Service von gebrauchten mobilen C-Bögen.Bezgl ihrer Antwort an Dr. Seyfarths Anliegen habe ich folgende Frage in Bezug auf die DIN 6868-157 : 1. Wie verhält es sich mit schon in den Verkehr gebrachten C- Bogensystemen ? 2. Was ist mit der Sachverständigenprüfung bei Ortsveränderung ? 3. Was passiert bei der 5 Jahresprüfung Die Thematik der neuen DIN hat sowohl hinsichtlich des Verkaufes durch Händler, als auch für den Kunden ( in der Mehrzahl Praxen, aber mittlerweile auch immer mehr Kliniken ) enorme Konsequenzen. Wir bekommen als Händler etliche Anfragen nach gebrauchten Systemen. Wenn ich die neue Norm nun richtig interpretiere ist der Gebrauchtmarkt praktisch, Stand jetzt, nicht mehr seriös zu bedienen. Vielen Dank im voraus und mit freundlichen Grüssen Jörn Bartelheimer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bartelheimer, zur Frage 1): Für mobile C-Bogengeräte, die vor dem 01 Mai 2015 erstmalig in Betrieb genommen wurden und an denen keine Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157 erfolgte, dürfen erforderliche Abnahme- oder Teilabnahmeprüfungen nach DIN V 6868-57 durchgeführt werden. Es sind die Testbilder nach dieser Norm einzuspeisen und darzustellen. Bei der Prüfung sind die Raumklassen und Tätigkeitsarten nach DIN 6868-157 zu Grunde zu legen. Anforderungen an das Bildwiedergabegerät: Kontrastverhältnis ≥ 40, Leuchtdichte ≥ 120 cd/m2. Zur Frage 2): Die zweite Frage ist leider etwas unspezifisch. Unter der Voraussetzung, dass eine Abnahmeprüfung nach DIN V 6868-57 oder DIN 6868-157 durchgeführt wurde, ist keine Sachverständigenprüfung erforderlich, wenn sich Raumklasse und Tätigkeitsart nicht geändert haben. Sonst siehe das Procedere nach Antwort zur Frage 1. Zu Frage 3): Der Sachverständige prüft im Rahmen der wiederkehrenden Prüfung den aktuellen Stand der Technik ab. Wenn das mobile C-Bogengerät die Möglichkeit bietet, Testbilder nach DIN V 6868-57 einzuspeisen, wird geprüft, ob der Stand der Technik eingehalten wird. Bei mobilen C-Bogengeräten, bei denen die Einspeisung von Testbildern nicht möglich ist, erfolgt die Prüfung mittels Durchleuchtung eines Prüfkörpers. Diese Variante ist aber nur bis 30.06.2018 möglich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kai-J. Seyfarth schrieb am 04.03.2015 - 17:32 Uhr:
Frage:2388 BETREFF: Neue DIN 6868-157
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Chirurgischen Praxis hat der BV leider seinen Betrieb eingestellt. Nun steht die Anschaffung eines neuen (gebrauchten) Gerätes an. Im Mai 2015 steht die DIN 6868-157 an. Nach div. Gesprächen mit Sachverständigen soll nächstes Jahr dort auch eine neue Handlungsanweisung in Kraft treten. Können Sie mir eine Empfehlung hinsichtlich eines auch in Zukunft noch zugelassenen Gerätes geben? Flachbildschirm o. Röhrenmonitor ? Was tun ? Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank, Dr. Kai-J. Seyfarth


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Seyfarth, grundsätzlich gilt die DIN 6868-157 nicht für Bildwiedergabegeräte, die auf der Basis von Kathodenstrahlröhren (CRTs) arbeiten (siehe ´Anwendungsbereich´ der Norm). Da Sie die mögliche Anschaffung eines gebrauchten C-Bogengerätes angesprochen haben: In der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) ist nachträglich folgender Passus eingeführt worden: ´Bei C-Bögen, die nicht die Möglichkeit zur Einspeisung digitaler Testbilder haben, darf eine ... Abnahmeprüfung sowie die Konstanzprüfung nach der jeweiligen Gerätenorm durchgeführt werden.´ Das wäre die DIN 6868-150 für die Abnahme- und die DIN 6868-4 für die Konstanzprüfung. Die DIN 6868-157 wäre nicht im Spiel. Diese Regelung gilt aber nur für Systeme, die bis zum 30.6.2018 betrieben werden. Deshalb besser eine neues C-Bogengerät anschaffen und die Prüfung des Bildwiedergabesystems nach DIN 6868-157 durchführen. Von einer angeblich im nächsten Jahr in Kraft tretenden neunen Handlungsanweisung habe ich bisher nichts gehört. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Prof. Saleh schrieb am 04.03.2015 - 13:55 Uhr:
Frage:2387 BETREFF: Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, eine Ärztin war 12 Jahre im Erziehungsurlaub und hat ihre Fachkunde 14 Jahre lang nicht aktualisiert. Die Landesärztekammer Bayern hat mir zu meiner großen Überraschung auf Anfrage mitgeteilt, dass ein erneuter Aktualisierungskurs ausreicht, um die Fachkunde wieder gültig zu machen. Ich dachte immer, wer die Aktualisierung verpasst (es hieß immer: auch nur um einen Tag) muß zurück auf Start, von vorn anfangen und die Fachkunde neu erwerben. Offensichtlich ist das, zumindest in Bayern, anders und die Legende diente nur dazu, die Fachkundebesitzer zu disziplinieren? Vielen Dank für eine kurze Bestätigung. Herzliche Grüße Andreas Saleh


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Prof. Saleh, das von Ihnen beschriebene Beispiel zeigt, dass die Fragen zur Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz nicht pauschal beantwortet werden können. Der von Ihnen geschilderten Fall ist nach unserer Auffassung wie folgt zu bewerten: Die genannte Ärztin hat ihre Fachkunde im Strahlenschutz nach Ihren Angaben seit 14 Jahren nicht aktualisiert. Daraus folgt, dass die Fachkunde im Strahlenschutz vor dem 1. Juli 2002 erworben wurde. Die erste Aktualisierung hätte somit nach den Übergangsvorschriften des § 45 Abs. 6 der RöV bis zum 1. Juli 2007 erfolgen müssen. Nur wenn dieser Termin eingehalten worden wäre, hätte die vor dem 1. Juli 2002 erworbene Fachkunde im Strahlenschutz fortgelten können. Nach unserer Auffassung, die auch von den zuständigen Bundes- und Landesbehörden sowie von Fachgutachtern geteilt wird, hätte die Überschreitung des Aktualisierungstermins 1. Juli 2007 bedeutet, dass die Fachkunde im Strahlenschutz neu erworben werden muss. In NRW gab es z.B. besondere Fachkundelehrgänge zum „Wiedererwerb“ der Fachkunde im Strahlenschutz. Anders stellt sich die Situation dar, wenn die Fachkunde im Strahlenschutz nach dem 1. Juli 2002 erworben wurde oder die erste Aktualisierung fristgemäß erfolgt ist. In diesen Fällen tritt der o.g. Automatismus nicht ein, d.h. bei einer Fristüberschreitung der notwendigen Aktualisierung entscheiden die zuständigen Behörden(z.B. Gewerbeaufsicht) und Stellen (z.B. Ärztekammer) in der Regel im Einzelfall, wie der vorhandene Mangel der Fristüberschreitung behoben werden kann. Hier könnte bei kurzer Fristüberschreitung das Nachholen des Aktualisierungskurses oder ein entsprechender Spezialkurs in Betracht kommen, aber auch ein vorübergehendes Ruhenlassen der Fachkunde oder sogar die Entziehung der Fachkunde im Strahlenschutz sind vorstellbar und bereits praktiziert worden. In Fällen, in denen die Fristüberschreitung nicht mehr als kurz anzusehen ist, kann man nur den Rat erteilen, mit der örtlich zuständigen Behörde Kontakt aufzunehmen. Die meisten Behörden sind nicht kleinlich ... !Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  M. Beecken schrieb am 03.03.2015 - 17:09 Uhr:
Frage:2386 BETREFF: Prüfkörper 3D Konstanzprüfung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei der Durchführung der KP von 3D fähigen Anlagen ist bei uns eine gewaltige Diskussion entbrannt. Es ist uns nicht klar welche Prüfkörper für die KP verwendet werden muss. Laut DIN 6868-150 wird ein bestimmter Prüfkörper verlangt. Allerdings auch nur für die AP. Kann oder darf dieser auch für die KP verwendet werden oder bin ich da frei in meiner Entscheidung welchen der zahlreichen am Markt verfügbaren Prüfkörpern ich verwenden darf. Mit freundlichen Grüßen M. Beecken


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Beecken, es ist ratsam, auch die Konstanzprüfung mit dem in DIN 6868-150 beschriebenen Prüfkörper nach den Vorgaben der -150 durchzuführen. Das geht offensichtlich schneller und einfacher als mit anderen Prüfkörpern - so die mir mitgeteilten Erfahrungen aus der ´Szene´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  W.Bachert schrieb am 27.02.2015 - 09:57 Uhr:
Frage:2385 BETREFF: Aufenthalt im Kontrollbereich
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir haben in unserer Klinik Schüler zur Ausbildung in der Gesundheits-und Krankenpflege. Im Rahmen ihrer Ausbildung müssen sie auch im OP eingesetzt werden. Was müssen wir beachten,bzw. tun wenn Schüler während einer Durchleuchtung (Chirurgisch oder bei SM-Implantation)im OP Saal anwesend sind ? Besonders, wenn die Schüler noch keine 18 Jahre alt sind ? Mit freundlichen Grüßen W. Bachert Ltd. MTRA


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, man muss damit rechnen, dass sich dieser Schüler bei Anwesenheit im OP mit eingeschalteter Röntgenstrahlung im Kontrollbereich aufhalten wird. Das darf er auch (siehe § 22 Abs. 1 Nr. 2c RöV). Dazu muss er Personendosimeter (§ 35 Abs. 1 und 4 RöV) und Schutzkleidung (§ 21 Abs. 1 RöV) tragen. Der Dosisgrenzwert z.B. für die effektive Dosis 1 mSv/a darf, falls die Behörde keine höheren Werte zulässt, nicht überschritten werden (§ 31a Abs. 3 RöV). Außerdem muss der Schüler in die Unterweisung nach § 36 RöV mit einbezogen werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heinrich Merten schrieb am 26.02.2015 - 18:24 Uhr:
Frage:2384 BETREFF: Zeitangabe für die Befundung in der Teleradiologie
Sehr geehrter Damen und Herren, im Kapitel 6.2 ´Durchführung der Qualitätsprüfungen´ der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) vom 23. Juni 2014 findet sich der Hnweis: Die Übertragung des größten teleradiologisch verwendeten Bilddatensatzes innerhalb von 15 Minuten impliziert, dass eine Befundung innerhalb von ca. 30 Minuten gewährleistet ist. Frage: Kann dieser Hinweis dahingehend gedeutet werden, dass gemäß der Richtlinie für die Befundung des teleradiologischen Bilddatensatzes 15 Minuten anzusetzen sind und somit zwischen dem Beginn der Bilddatenübertragung und dem Ende der Befundung nur ca. 30 Minuten liegen dürfen? Bitte: Können Sie diesen Hinweis kommentieren. Für die Beantwortung meiner Frage möchte ich Ihnen im Voraus danken. Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Merten, eine CT-Untersuchung mit modernen Scannern dauert nur maximal einige wenige Minuten. Bei einer Notfalluntersuchung kann der Radiologe nach Durchführung der Untersuchung dann mit der Befundung beginnen. Denn bei Notfalluntersuchungen ist aus naheliegenden Gründen eine zeitnahe Befundung nach geltenden Leitlinien erforderlich. Bei der Teleradiologie kommen noch die Übertragungszeiten hinzu, sodass diese Zeiten von den ca. 30 Minuten bis zur Erstellung des Befundberichts abzuziehen sind. Es gilt der Grundsatz, dass durch die Teleradiologie keine nennenswerte Abstriche in der radiologischen Versorgung erfolgen dürfen, daher diese Reglementierung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sven Rahn schrieb am 17.02.2015 - 09:58 Uhr:
Frage:2383 BETREFF: RöV §16 (2) - Definition Hersteller oder Lieferant in Bezug auf BWS
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, mit der Einführung der neuen DIN 6868-157 und der Ausweitung der Betrachtung der für die Bildqualität maßgeblichen Bestandteile eines Befundarbeitsplatzes, auf das Bildwiedergabesystem, ergibt sich folgende Fragestellung: Wer ist nach §16 (2) RöV alles als Hersteller und Lieferant eines BWS anzusehen und wer explizit nicht? Mich würde Ihre Abgrenzung sehr interessieren, da in der Praxis durchaus auch verschiedene Hersteller oder Lieferanten an einem BWS beteiligt sein können. Mit freundlichen Grüßen Sven Rahn


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rahn, Ihre Anfrage betrifft ein immer schon latent vorhandenes Problem, was zum Teil auch aus dem von Ihnen genannten Grund häufig nicht so ganz sauber und klar gehandhabt worden ist bzw. werden konnte. Und auch jetzt im Rahmen der neuen DIN 6868-157 ist die Vorschrift des § 16 Abs. 2 Satz 1 RöV (´Abnahmeprüfung durch Hersteller oder Lieferant´) nicht optimal umsetzbar. Ich habe unter anderem auch bezüglich Ihrer Forumanfrage diesbezüglich mal in der ´Szene´ nachgefragt. Es gibt folgende ´Formel´, die sich auch aus der neusten Fassung der QS-RL (mit Berücksichtigung eines Rundschreibens an die Länder vom 05.12.2014) ableiten lässt: Man muss folgende Systeme unterscheiden: a) Befundungsmonitore, die unabhängig von der bilderzeugenden Modalität sind, und b) es gibt ortsfeste Aufnahme- und Durchleuchtungseinrichtungen einschließlich des zur Systemkonfiguration gehörenden Befundungsmonitors und mobile C-Bogengeräte. Bei a): Abnahmepüfung durch Hersteller oder Lieferant des Befundungsmonitors, ggf. auch durch den PACS-Hersteller oder -Lieferant. Bei b): Abnahmeprüfung durch den Hersteller/Lieferant der bilderzeugenden Modalität. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Nicole schrieb am 13.02.2015 - 20:49 Uhr:
Frage:2382 BETREFF: Richtlinien zur Wartung Röntgen digital
Hallo, Meine Frage: Digitales Röntgen und C-Bogen in Praxis. gibt es eine gesetzlich vorgeschriebene Wartungspflicht? Muss dies jährlich vorgenommen werden und wer überprüft dies? Ist die Sicherheitstechnische Kontrolle auch jährlich Vorschrift, oder entspricht dies einer Wartung. Mit welcher Konsequenz ist zu rechnen, wenn man nicht regelmäßig wartet. Gruß N.


1. Antwort: Hallo Nicole, eine Wartung wie nach § 66 Abs. 2 StrlSchV z.B. jährlich an einem Elektronenlinearbeschleuniger (Linac) in der Strahlentherapie ist in der RöV nicht vorgeschrieben. Die sicherheitstechnische Prüfung durch einen Sachverständigen, die nach StrlSchV z.B. an einem Linac ebenfalls jährlich gefordert wird (siehe auch § 66 Abs. 2 StrlSchV), muss an medizinisch genutzten Röntgeneinrichtungen nur alle 5 Jahre durchgeführt werden (§ 18 Abs. 1 Nr. 5 RöV) durchgeführt werden. Wird aber eine sog. wesentliche Änderung an einer Röntgeneinrichtung vorgenommen, die Bildqualität und/oder Dosis beeinflussen könnte, kann eine Abnahmeprüfung im Sinne des § 16 Abs. 2 Satz 2 RöV und/oder eine Sachverständigenprüfung (§ 4 Abs. 5 RöV) erforderlich sein (siehe auch Anlage II in der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie; diese kann man im Internet finden). Sollten derartige Änderungen seitens des Betreibers einer Röntgeneinrichtungen ignoriert werden, könnte es Ärger mit der zuständigen Behörde geben. Zum Schluss: Man sollte bei medizinischen Röntgeneinrichtungen auch an die regelmäßigen Überprüfungen durch die Ärztlichen Stellen nach § 17a RöV denken (ca. alle 2 Jahre). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Patient DG schrieb am 13.02.2015 - 14:05 Uhr:
Frage:2381 BETREFF: Röntgenaufnahme fehlgeschlagen
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, ich weiß nicht ob ich in diesem Forum richtig bin, da es hier scheinbar um Themen zur Röntenverordnung geht. Ich habe als Patient eine konkrete Frage zu einer kürzlich fehlgeschlagenen Röntgenaufnahme (digitales Gerät). Es sollte bei meinem Zahnarzt eine Röntgenaufnahme meines Zahn/Kieferbereichs gemacht werden. Nachdem die Arzthelferin alles eingestellt und den Raum verlassen hatte, ist der Aufnahmebereich des Röntgengeräts (aus meiner Sicht) wahllos angefangen, sich um meinen Kopfbereich zu bewegen und ab und zu auch zu stoppen. Einige Sekunden später kam es zu einem Abbruch (ich weiß jetzt nicht ob von der Arzthelferin oder von der Computersteuerung veranlaßt - auf dem Monitor war glaube ich eine Abbruchmeldung zu erkennen). Die Arzthelferin hat darauf gesagt, dass das gerät manchmals ´spinnt´. Es war aber laut Ihrer Aussage noch keine Röntgenstrahlung aktiv. Beim zweiten Versuch hat sich dann der Aufnahmebereich des Gerätes entlang meines Kiefers bewegt, und eine erfolgreiche Aufnahme erstellt. Ich bin aber bzgl. der fehlgeschlagenen Aufnahme sehr besorgt. Was kann bei einem Fehlverhalten des Geräts schlimmsten falls passieren, wenn die Strahlung dabei aktiv ist. Es entstehen bei einer durchschnittliche Aufnahme zwar nur 0,006 mSv. Was aber, wenn das Gerät an einer bestimmten Stelle hält und diese Dosis genau auf einen konzentrierten Punkt für mehrer Sekunden strahlt. Ich weiß wirklich nicht, was dieses Gerät in diesen paar Sekunden gemacht hat und ob es theoretisch sein kann das ein falsches Programm abgelaufen ist oder es durch eine Fehleinstellung zu einer riskanten Strahlendosis kommen kann? Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar! MFG Patient DG


1. Antwort: Hallo, aus dem, was Sie hier geschildert haben, gehe ich davon aus, dass eine sog. Panoramaschichtaufnahme durchgeführt worden ist. Dabei dreht sich der Röntgenstrahler um den Kopf des Patienten, und während dieses Vorgangs wird Röntgenstrahlung erzeugt, die wegen dieser Drehung den Kopf des Patienten aus unterschiedlichen Winkeln durchstrahlt und dadurch im Rahmen der von dem Zahnarzt gestellten Fragestellung die gewünschte Bildinformation erzeugt. Ich will nicht und kann aus der Entfernung auch nicht die Ursache für diesen offensichtlich mechanischen Zwischenfall bei der Strahlerbewegung erklären. Sie sollten aber wissen, dass Röntgengeräte vor ihrer Inbetriebnahme und regelmäßig alle 5 Jahre von besonders qualifizierten Sachverständigen überprüft werden müssen, die dabei eine umfangreiche Checkliste abzuarbeiten haben. Diese Liste enthält eine Reihe von Vorgaben für die mechanische, elektrische und strahlenschutztechnische Sicherheit von Röntgeneinrichtungen, die in der Zahn-(Medizin) eingesetzt werden und die auch von den Herstellern derartiger Geräte beachtet werden müssen. In der für Panoramaschichtgeräte zuständigen Checkliste gibt es eine Prüfposition, die folgendermaßen lautet: ´Bei umlaufendem Strahler ... Strahlung nur bei Bewegungsablauf oder Abschaltung durch Loslassen des Aufnahmeschalters oder durch Notschalter möglich´. Also gehe ich zunächst einmal davon aus, dass mit großer Wahrscheinlichkeit während der von Ihnen geschilderten Bewegungsunterbrechung die Röntgenstrahlung nicht eingeschaltet war. Seitens der betreffenden Praxis hätte man natürlich abklären lassen müssen, wenn das Gerät manchmal ´spinnt´. Aber das Forum RöV hat keine Sachverständigen- oder Behördenfunktion. Zum Schluss zur Beruhigung: Selbst wenn während des Bewegungsstopps die Strahlung nicht ausgeschaltet worden sein sollte, wäre eine gesundheitlich besorgniserregende Strahlendosis nicht zu erwarten gewesen, denn im Vergleich zu fast allen anderen Röntgendiagnostikgeräten bewegt sich der Dosisbereich bei einem Panoramaschichtgerät am unteren Ende der Expositionsskala. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  S. Hünnebeck schrieb am 13.02.2015 - 12:51 Uhr:
Frage:2380 BETREFF: AC-Gelenk - Panoramaaufnahme
Guten Tag, ich komme aus dem Fachgebiet Orthopädie/Unfallchirurgie. Auf den letzten Kongressen habe ich vernommen, dass aus strahlenschutztechnischen Gründen die Panorama-Aufnahme des AC-Gelenkes bei V.a. ACG-Sprengung obsolet ist. Hierzu finde ich jedoch keinerlei Hinweise in der Literatur. Ist dies eine offizielle Empfehlung? Vielen Dank. Herzliche Grüße, Sophia Hünnebeck


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Hünnebeck, der von mir angesprochene Experte (siehe meine Mail an Sie) hat sich zu Ihrer Frage folgendermaßen geäußert: Die Aussage, dass aus Strahlenschutzgründen keine Panoramaaufnahmen der Schultern mit der Frage nach Schultereckgelenkssprengung gemacht werden sollen, ist auch in einer Veröffentlichung des Thieme Verlags (Orthopädie und Unfallchirurgie up2date, 2012 oder 2014) zu entnehmen. Wie schon bei den Bandläsionen im Sprunggelenk hat sich auch beim Schultereckgelenk die Indikation zur OP geändert, so dass hauptsächlich konservativ behandelt wird (Ausnahme zum Beispiel Sportler, beispielsweise Speerwerfer, oder schwere körperliche Arbeit) Wenn schon bei der klinischen Untersuchung eine gröbere Schultereckgelenkssprengung ausgeschlossen werden kann, besteht keine Indikation zur Anfertigung einer zusätzlichen Panoramaaufnahme. Die Einteilung der Schwere der Verletzung erfolgt nach Rockwood oder Tossy. Wenn der Seitenvergleich dennoch indiziert ist, kann man beide Schultern getrennt unter Belastung röntgen. Hierdurch wird dann die unnötige Exposition von Sternum und Brustwirbelsäule vermieden. Eine Alternative wäre es, eine Panoramaaufnahme unter Ausblockung der vorgenannten anatomischen Strukturen vorzunehmen. In der ´analogen´ Zeit wurde diese Aufnahme mittels einer Spezialkassette (20cmx60cm), die an einer Aufhängevorrichtung vor das Rasterwandstativ befestigt wurde, mit freier Belichtung durchgeführt. In der heute üblichen Digitaltechnik ist ein solches Kassettenformat kaum vorhanden, um beide Schultern gleichzeitig darzustellen, außer bei möglichen Spezialanfertigungen mit Kassetten größer 43 cm. Also dürfte die Durchführung einer derartigen Röntgenuntersuchung schon meistens an den technischen Grundvoraussetzungen scheitern. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Michael Krellmann schrieb am 12.02.2015 - 14:05 Uhr:
Frage:2379 BETREFF: Intraoperatives CT
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, mit dem technischen Fortschritt kommen immer neue Herausforderungen auf uns zu. Unsere Neurotraumatologen beabsichtigen, ein intraoperativ zu nutzendes transportables CT-Gerät anzuschaffen,keiner der Chirurgen verfügt aber bisher über die CT-FK im Strahlenschutz , die ja unabdingbar für den Betrieb ist. Zur Erlangung der FK wäre eine 12-monatige Ausbildung am CT unter Leitung eines fachkundigen Arztes erforderlich. Könnte Ihrer Meinung nach eine Röntgenassistentin die Durchführung der intraoperativen CT`s übernehmen, ohne daß der indikationsstellende Chirurg die entsprechende FK besitzt ? Reicht die Anwesenheit eines fachkundigen Radiologen irgendwo im Haus aus , um den Betrieb zu sanktionieren ( ähnlich wie bei Teleradiologie ) ? Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüßen, Michael Krellmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Krellmann, hier meine Antwort, zu deren Formulierung ich auch einen Experten im Strahlenschutzrecht einbezogen habe. Direkt vorweg: Ganz so einfach, wie von Ihnen beschrieben, wird ein solches Verfahren nicht funktionieren. Grundsätzlich benötigt man für die Inbetriebnahme und den laufenden Betrieb eines solchen Computertomographen einen im Strahlenschutz CT-fachkundigen Arzt, der die Aufgaben des Strahlenschutzbeauftragten wahrnimmt. Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, dann muss im Rahmen des täglichen medizinisch-radiologischen Betriebs die rechtfertigende Indikation, welche u.a. die Anwendungsmethode und eine Risikoabwägung beinhaltet, durch einen für CT-Anwendungen fachkundigen Arzt gestellt werden. Dazu muss der fachkundige Arzt – außerhalb der Teleradiologie - die Möglichkeit haben, den Patienten zu sehen, ggf. auch körperlich untersuchen zu können. Diese Forderung gilt auch, wenn es eine Überweisung oder Zuweisung von medizinischen Spezialisten gibt. Nach gestellter rechtfertigender Indikation durch den CT-fachkundigen Arzt (,die zeitnah zu dokumentieren ist,) darf die technische Durchführung durch eine/n MTRA erfolgen, die/der für diese Tätigkeit fachkundig ist, d.h. diese Person muss dabei nicht seitens eines fachkundigen Arztes beaufsichtigt werden. Technisch durchführen dürfen auch medizinische Fachangestellte mit Kenntnissen im Strahlenschutz, die aber „ständig“ von einem fachkundigen Arzt beaufsichtigt werden müssen. An dieser Stelle gibt es ein Problem, das eine pauschale Aussage hier im Forum RöV erschwert, wenn nicht sogar verhindert. Der Begriff ständige Aufsicht ist bisher nicht eindeutig definiert (auch nicht durch Obergerichte). Daher ist es unbedingt erforderlich, mit der örtlich zuständigen Strahlenschutzbehörde die Aufsichtsmöglichkeiten bzw. -modalitäten durch den CT-fachkundigen Arzt zu besprechen. Das gilt im Übrigen auch, wenn die Befundung durch einen Arzt ohne CT-Fachkunde (mit Kenntnissen im Strahlenschutz oder Fachkunde nur für konventionelle Anwendungen) erfolgen soll. Da die Befundung ein Teil der Anwendung ist, dürfen Ärzte ohne die zutreffende Fachkunde dies auch nur unter ständiger Aufsicht eines CT-fachkundigen Kollegen tun. Hier ist ebenso der Zeitraum zur Wahrnehmung der ständigen Aufsicht mit der Behörde zu klären. Problemlos wäre nach unserer Meinung folgende Fallkonstruktion: Der fachkundige Radiologe (vorausgesetzt, er besitzt auch die CT-Fachkunde) stellt die rechtfertigende Indikation auf der Grundlage der Anforderung des Spezialisten (er prüft dabei natürlich, ob er den Patienten sehen muss), die technische Durchführung geschieht durch eine/einen MTRA, die verantwortliche Erstbefundung erfolgt anschließend durch den fachkundigen Radiologen an „irgendeinem“ geeigneten qualitätsgesichertem Bildwiedergabegerät innerhalb des Krankenhauses. Der Befund und die weitere Behandlungsschritte können dann natürlich auch telefonisch oder mit Mail vereinbart werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Becher schrieb am 11.02.2015 - 09:23 Uhr:
Frage:2378 BETREFF: Schüler Praktikum in der Radiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, leider kann ich in der Strahlenschutzverordnung keine eindeutige Aussage finden, ob minderjährige Schüler ein Schulpraktikum ( berufsorientiert) in einer Röntgenabteilung absolvieren dürfen bzw. können. Wenn ja, welche Bedingungen, welche Punkte müssen beachtet werden? Vielen Dank im vorraus und mit freundlichen Grüßen Michael Becher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Becher, Ihre Frage ist mit ´ja´ zu beantworten, und zwar unter folgenden Bedingungen: 1) Rücksprache mit der zuständigen Aufsichtsbehörde zwecks Gestattung einer Erlaubnis durch den Strahlenschutzverantwortlichen oder Strahlenschutzbeauftragten, ´auch anderen Personen den Zutritt zu Strahlenschutzbereichen zu erlauben´ (§ 22 Abs. 1 vorletzter Satz RöV). 2) Einhaltung des Grenzwertes z.B. für die effektive Dosis von 1 mSv/Kalenderjahr für Personen unter 18 Jahren (§ 31a Abs. 3 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Katja Moch schrieb am 10.02.2015 - 21:49 Uhr:
Frage:2377 BETREFF: MTA-F und Angiographien
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meine Kolleginnen und ich sind MTA für Funktionsdiagnostik und arbeiten im Rechtsherzkatheterlabor. Seit Ende letzten Jahres werden bei uns Angiographien durchgeführt, bei denen wir dem Arzt assistieren. Unsere Mitarbeiter fragen sich jedoch, ob wir hier anreichen dürfen, oder diese Untersuchungen ausschließlich den Radiologieassistentinnen vorbehalte sind? Einen Kurs zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz haben wir absolviert. Wir hoffen, sie können uns Auskunft geben. Vielen Dank. Mit freundlichem Gruß Katja Moch


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Moch, nach Auffassung der Heilberufskammern (Ärztekammern) ist die erfolgreich absolvierte ´sonstige medizinische Ausbildung´ zur MTA für Funktionsdiagnostik geeignet, um Kenntnisse im Strahlenschutz zu erwerben und im Sinne des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV tätig zu werden. Ja, sie dürfen also bei Angiographien assistieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Antje Richter schrieb am 10.02.2015 - 20:31 Uhr:
Frage:2376 BETREFF: BWS Teleradiologie
Sehr geehrter Prof.Ewen, darf man in der Teleradiologie einen beliebigen Laptop( welcher die Mindestanforderungen Befundung DIN 6868-157 erfüllt) einsetzen? Wenn ja, wer führt dann die Abnahmeprüfung durch? Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Richter, zunächst ist es grundsätzlich wichtig festzuhalten, dass Teleradiologie genehmigungspflichtig ist (§ 3 Abs. 4 RöV). Im Gegensatz zu Anzeigeverfahren (siehe dort § 4 Abs. 2 Nr. 1d RöV) wird bei Genehmigungsverfahren nicht auf den § 16 Abs. 2 Satz 1 RöV verwiesen, als auch nicht auf die Tatsache, dass Abnahmeprüfungen nur durch den Hersteller oder Lieferanten durchgeführt werden dürfen. Also ist es zunächst einmal offen, wer in dem von Ihnen geschilderten Fall die Abnahmeprüfung durchführt. Nach Rücksprache mit der Genehmigungsbehörde kann dann eine entsprechend qualifizierte Person oder Institution, die nicht Hersteller oder Lieferant des Laptops ist, mit der Abnahmeprüfung betraut werden. Und diese Prüfung kann auch bei einem Laptop erfolgreich verlaufen, wenn dieser die Anforderungen der DIN 6868-157 erfüllt. Allerdings, so die Experten, sollte sich aus bildtechnischen Gründen die Befundung an einem Laptop auf Schnittbilder beschränken. Details zu diesem letzten Satz können Sie vielleicht auch selbst recherchieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Cathrin schrieb am 10.02.2015 - 10:31 Uhr:
Frage:2375 BETREFF: Arzthelferin und Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Arzthelferinnen mit Röntgenschein dürfen ja keine CT´s mit Teleradiologie im Bereitschaftsdienst durchführen. Nun steht uns nur eine Handvoll MTRA´s im Rufdienst zur Verfügung, so dass ca. 80% des Monats abgedeckt wäre. Die restlichen 20% sollen weiterhin von den diensthabenden Arzthelferinnen durchgeführt werden. Wie sollen wir uns verhalten, und darf der Arbeitgeber eine solche Anordnung über bestehende Gesetze hinaus, tätigen. Wir sind total verunsichert. Was ist, wenn was passiert? Danke im Voraus. Catherin


1. Antwort: Hallo Cathrin, es ist richtig, dass eine MFA, also auch beispielsweise eine Arzthelferin, im Rahmen der Teleradiologie nicht mit der technischen Durchführung einer Röntgenuntersuchung betraut werden darf, sondern nur eine MTRA (siehe § 3 Abs. 4 Nr. 2 RöV). Die RöV lässt zwar zu (siehe § 33 Abs. 6), dass die zuständige Behörde gestatten kann, von gewissen, in diesem Absatz aufgezählten Regelungen der RöV abweichen zu dürfen, aber der § 3 Abs. 4 ist in dieser Aufzählung nicht enthalten. Fazit: Auch Ihr Arbeitgeber muss einen Verordnungstext (hier denjenigen der RöV) einhalten und darf eine Berufsgruppe, wie die Ihre, im Rahmen der Teleradiologie für die technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung nicht einsetzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jan Hanis schrieb am 09.02.2015 - 14:36 Uhr:
Frage:2374 BETREFF: TG18-Testbilder nach DIN 6868-157 / Konstanzprüfung
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, für die zukünftige Abnahme- und Konstanzprüfung müssen die neuen TG18-Testbilder verwendet werden. Die Bezeichnungen der Testbilder, die wir in unserer Arbeitsgruppe finden konnten, weichen von den in der oben genannten DIN ab. So haben wir hier z.B. in mehreren Herstellersoftware-Programmen ein Testbild ´TG18-QC´ zur Verfügung, in der DIN 6868-157 lautet die Bezeichnung ´TG18-OIQ´. Beide Testbilder sind zwar sehr ähnlich, weisen aber signifikante Unterschiede auf, die uns bezüglich der Verwendbarkeit leicht verunsichert haben. Daher meine Frage: Ist es in der Praxis der Konstanz- und Abnahmeprüfung akzeptabel, auch die ´TG18-QC´-Bilder zu verwenden oder ist dies unzulässig? Falls die Antwort unzulässig lautet, wo können wir die ´originalen´ Testbilder bekommen? Vielen Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüßen, Jan Hanis mts Medizintechnische Gesellschaft Zechenstr. 3a 45768 Marl


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hanis, ich selbst habe bei der Erstellung der DIN 6868-157 nicht mitgearbeitet, kenne aber Kollegen, die an der Formulierung dieser Norm beteiligt waren. Von dort kommt die dringende Empfehlung, nur die Testbilder zu nutzen, die man beispielsweise über Verfolgung des Weges mit der Einstiegsadresse www.nar.din.de als ´DIN-konform´finden kann. Ich z.B. bin auch über die Eingabe ´Testbilder nach DIN 6868-157´ über Google fündig geworden. Das Argument war, dass auch kleinere Unterschiede zwischen den Testbildern einen Einfluss auf das Bestehen bzw. Nichtbestehen einer Abnahmeprüfung haben könnte. Es wurde außerdem gesagt, dass man bei Nutzung anderer (DIN-konformer) Testbilder diese ggf. an die Matrixgröße anpassen muss, ein Vorgang, den die Hersteller von BWS beherrschen sollten. Zum Schluss muss noch gesagt werden, dass die Frage, ob die Nutzung von Testbildern außerhalb des Dunstkreises der DIN 6868-157 ´zulässig´ sei, mit dem Hinweis beantwortet werden muss, dass eine Norm eine technische Empfehlung ist und kein Verordnungstext. Klar, man kann abweichen, wenn das betreffende Schutzziel auch anderweitig erreicht wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jörg Meyer schrieb am 05.02.2015 - 11:40 Uhr:
Frage:2373 BETREFF: Schwestern und Konstanzprüfung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, dürfen Schwestern die Konstanzprüfung an Röntgeneinrichtungen durchführen, wenn ja, welche Anforderungen müssen sie erfülleb? Der Fall: Da der beauftragte Röntgentechniker dem Verwaltungsleiter des Krankenhauses auf Dauer zu teuer war, wurde dieser Aufgabenbereich neu geregelt. In diesem zusammenhang wurde festgelegt, daß die Konstanzprüfung in der Angio sowie am Linksherzkatheter-Arbeitsplatz von den dort arbeitenden Schwestern durchgeführt werden soll. Diese Schwestern arbeiten an diesen Arbeitsplätzen, zu ihren Aufgaben gehört es auch, die administrativen Dinge an diesen Maschinen zu bearbeiten, also bearbeitung der Patientendaten u.ä. Ich halte es für bedenklich, daß sie Aufgaben übernehmen sollen, zu denen ihnen fachlich das Verhältnis fehlt, da sie aus einer anderen Berufsgruppe stammen. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mich bei der Klärung der Situation unterstützen könnten. Mit freundlichen Grüßen Jörg Meyer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Meyer, die Röntgenverordnung verpflichtet den Strahlenschutzverantwortlichen (´Betreiber´) dafür Sorge zu tragen, in regelmäßigen Zeitabständen Konstanzprüfungen an der Röntgeneinrichtung durchzuführen. Dabei ist nicht beschrieben, wer diese Konstanzprüfungen tatsächlich durchführt. Wenn man davon ausgeht, dass die Konstanzprüfung im Rahmen des bestimmungsgemäßen Betriebs nach den §§ 3 oder 4 der RöV erfolgt, also mit eigenem Personal (und nicht durch einen externen Dienstleister nach § 6 RöV), dann müssen die Personen, die diesen Teil der Tätigkeit durchführen, dafür die notwendigen Kenntnisse über mögliche Strahlengefährdungen und die anzuwendenden Schutzmaßnahmen besitzen. Diese Qualifikation muss aber nicht, wie bei der Anwendung am Menschen, in besonderen Ausbildungskursen erworben werden. Vielmehr kann man diese speziellen Kenntnisse durch Einweisungen, Unterweisungen und praktische Übungen erwerben. Diese Einweisungen und Unterweisungen müssen zwar auch ausreichend dokumentiert werden, sie können aber durchaus betriebsintern erfolgen, und es ist hierfür auch keine Mindestqualifikation vorgeschrieben wie bei der o.g. Anwendung am Menschen. Es stellt sich sicherlich die Frage, ob es sinnvoll ist, die Konstanzprüfungen, die zum Teil ja auch technisch komplex sind, durch entsprechend eingewiesene Schwestern durchführen zu lassen. Grundsätzlich verboten ist das aber nicht. Die zuständige Behörde könnte unserer Meinung nach erst eingreifen, wenn die ärztliche Stelle im Rahmen ihrer Qualitätssicherungsüberprüfungen Mängel feststellt, die auf die ungenügende Qualifikation des Personals zurückzuführen sind. Es bleibt natürlich auch im Fall der Konstanzprüfung durch Schwestern dabei, dass die Aufsicht und Verantwortung beim fachkundigen Arzt oder auch, falls vorhanden, beim Medizinphysikexperten verbleibt. Dies ist abhängig von der Regelung zur Festlegung der hausinternen innerbetrieblichen Entscheidungsbereiche. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  iris Frings schrieb am 04.02.2015 - 11:58 Uhr:
Frage:2372 BETREFF: nochmals Nachfrage zu 2367 / 2358
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, vielen Dank für Ihre Antwort, die uns erhellt und weiterbringt. Aber aufgrund der vielen offenen MTRA-Stellen ergeben sich immer wieder neue Fragen! Anerkennungskandidaten erfüllen meist die Anforderungen für den Bereich der Radiologischen Diagnsotik. Für den Bereich Strahlentherapie und Nuklearmedizin müssen oft aufwendige Nachschulungen oder Praktika absolviert werden. Daraus ergibt sich meine folgende Frage: Kann eine Person, die also in der Radiologischen Diagnostik nicht nachgeschult werden muss,in der Rad. Diagn. selbstständig nach RöV §24,2,2 arbeiten, wenn die Behörde nach erfolgter Fachkundeschulung die Fachkunde nach RÖV ausstellt? Oder erscheint Ihnen dieses Konstrukt zu gewagt? Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, wenn eine Person die Voraussetzungen des § 24 Abs. 2 Nr. 2 der RöV erfüllt, d.h. eine staatlich geregelte, staatlich anerkannte oder staatlich überwachte Ausbildung, die die technische Durchführung von Röntgenstrahlenanwendungen als Gegenstand der Ausbildung und Prüfung beinhaltete, erfolgreich abgeschlossen hat, und sie zusätzlich über die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz für die technische Durchführung verfügt, dann ist diese Person auch vergleichbar mit einer MTRA (§ 24 Abs. 2 Nr. 1 RöV) in der Röntgendiagnostik einsetzbar. Die Randbedingungen zum Erwerb der Fachkunde für diese Personengruppe finden Sie unter der Nr. 4.8 der Richtlinie „Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin nach RöV“. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Roberto Schubert schrieb am 03.02.2015 - 14:36 Uhr:
Frage:2371 BETREFF: Wer darf den Röntgenschein erwerben?
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, eine Mitarbeiterin der Rezeption in unserer radiologischen Gemeinschaftpraxis interessiert sich für den Erwerb des ´Röntgenscheins´, d.h. Sie möchte den 90-Stunden-Kurs im Stahlenschutz für medizinsiches Assistenzpersonal absolvieren. Allerdings hat sie keinen Abschluß als MFH/Arzthelferin, sondern als ´staatlich geprüfte Sekretärin im Gesundheitswesen´. 1. Erfüllt Sie die Zugangsvoraussetzungen für den 90-Stunden-Kurs? 2. Darf sie nach Kursabschluss unter fachkundiger Aufsicht Röntgenuntersuchungen technisch durchführen? Vielen Dank für ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Schubert, wir hier im Forum RöV vertreten die Meinung dass - bei allem Respekt - die Berufsausbildung einer staatlich geprüften Sekretärin im Gesundheitswesen nicht die Bedingungen für die in § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV genannte ´sonstige medizinische Ausbildung´ erfüllt. Wenn das so ist, darf diese Mitarbeiterin auch nicht eine Röntgenuntersuchung im Sinne des § 2 Nr. 7 RöV technisch durchführen, selbst wenn sie den 90-Stunden-Kurs erfolgreich absolviert und die technische Durchführung nur unter fachkundiger Aufsicht geschieht. Also, wie gesagt, dass ist die Meinung hier im Forum RöV. Vielleicht lohnt es sich, auch noch woanders nachzufragen, z.B. bei der zuständigen Ärztekammer. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Nina schrieb am 03.02.2015 - 13:28 Uhr:
Frage:2370 BETREFF: Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen,bisweilen haben wir Abnahmeprüfungen von Befundmonitoren immer von Externen durchführen lassen, da es in der DIN 5858-157 heißt, dass die Abnahme von ´Hersteller und Anwender oder Sachverständigen´ durchzuführen ist. In der neuen Norm DIN 6868-157 ist ein solcher Satz nicht zu finden. Ist es nun möglich, die Abnahmeprüfung selber durchzuführen? Fachkunde nach Fachkundegruppe R6.1 ist vorhanden.Lieben Dank! Mit freundl. Gruß Nina Sancken


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Sancken, zunächst einmal muss man davon ausgehen, dass Abnahmeprüfungen, auch an Befundungsmonitoren, vom Hersteller oder Lieferanten durchgeführt werden müssen. Das steht so in der RöV (§ 16 Abs. 2 Satz 1 RöV). Diese Regelung in einer Verordnung kann auch nicht durch eine Norm aufgehoben werden. Unter den in dem besagten Text der RöV genannten Begriff ´Röntgeneinrichtung´ fallen nach § 2 Nr. 14 RöV auch die Vorrichtungen zur medizinischen Befundung. Man kann im Einzelfall bei der örtlich zuständigen Aufsichtsbehörde versuchen, nach § 33 Abs. 6 RöV eine Ausnahmeregelung zu erhalten. Grundsätzlich gibt die RöV das her. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Eva Korb schrieb am 02.02.2015 - 22:08 Uhr:
Frage:2369 BETREFF: Röntgenschürzen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, müssen Röntgenschürzen alle 5Jahre durch einen SV geprüft werden? Die ÄK hat noch nie eine Prüfung eingefordert. Es sollte doch eine DIN erstellt werden, was die Schürzenprüfung angeht - oder habe ich das falsch in Erinnerung. Herzlichen Dank Mit freundlichen Grüßen Eva Korb


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Korb, der zweite Norm-Entwurf der DIN 6857-2, der sich - ganz im Sinne Ihrer Erinnerung - mit der ´Schürzenprüfung´ beschäftigt (u.a. in welchen Zeitabständen und Prüfmethoden) wird mit Ausgabedatum 2015-03 veröffentlicht. Sie können den aktuellen, zweiten Norm-Entwurf unter http://www.nar.din.de/cmd;jsessionid=OGNLFGOIGAWTAGBZSZXGWYEO.4?level=tpl-artdetailansicht&committeeid=54739011&artid=227763202&languageid=de&bcrumblevel=2 vorbestellen (Beuth-Verlag Berlin) oder auch bereits unter https://secure.beuth.de/cmd?servicerefname=dino&contextid=neport&level=tpl-anmelden-fehler&languageid=de&errmsg=-10010 lesen und kommentieren. Es tut mir leid, aber ich habe diese extrem langen Adressen nicht erfunden. Unabhängig davon gehört zum Überprüfungsprogramm bei den alle 5 Jahre erforderlichen Sachverständigenprüfungen auch die Inspektion der Schutzkleidung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  M.Wolf schrieb am 02.02.2015 - 17:29 Uhr:
Frage:2368 BETREFF: Prüfnorm Röntgenschutzkleidung DIN 6857-2
Hallo, wir wollen nach der neuen Norm unsere Röntgenschürzen prüfen gibt es genaue Vorgaben, die ich beachten muss? - Rö Schürzen alle eigene Nr. (Beschriftung) - Überpüfung erfolgt 50 - 120 KV (0,25 - 0,55mm PB) - Äusserliche Betrachtung - alle 1 - 2 jahre - Dokumentation gibt es noch weitere Richtlinien an die ich mich halten muss bzw. Vordrucke zur Dokumentation oder ähnliches? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Wolf, der zweite Norm-Entwurf zur DIN 6857-2 wird mit Ausgabedatum 2015-03 veröffentlicht. Darin finden Sie wohl die Antworten auf alle Fragen, die Sie hier gestellt haben, und noch ein paar mehr. Wie kommen Sie an diese Norm? Sie können den aktuellen, zweiten Norm-Entwurf unter http://www.nar.din.de/cmd;jsessionid=OGNLFGOIGAWTAGBZSZXGWYEO.4?level=tpl-art-detailansicht&committeeid=54739011&artid=227763202&languageid=de&bcrumblevel=2 vorbestellen oder auch bereits unter https://secure.beuth.de/cmd?servicerefname=dino&contextid=neport&level=tpl-anmelden-fehler&languageid=de&errmsg=-10010 lesen und kommentieren. Weitere Richtlinien zu diesem Thema, die ähnlich gehaltvoll sind wie diese Norm, sind mir nicht bekannt. Ein Vordruck zur Dokumentation der Prüfungen ist in dieser Norm auch enthalten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Iris Frings schrieb am 02.02.2015 - 14:53 Uhr:
Frage:2367 BETREFF: Nachfrage 2358
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, vielen Dank für Ihre Ausführung. Habe dazu noch eine konkrete Nachfrage: In unserem Fall geht es um eine Anerkennungskandidatin aus Kroatien, die 2011 einen Anschluss als Baccalaurea der Radiologischen Diagnostik absolviert hat. Ihr Anerkennungsverfahren absolviert sie nun über unsere MTA-Schule. Wenn sie dieses abgeschlossen hat, bekommt sie zwar die Berusfbezeichnung MTRA anerkannt, besitzt aber dennoch noch keine Fachkunde (nicht nach RöV sowie nicht nach StrSchV), da sie die nationalen Gesetze und Regelungen nicht kennt. Sehe ich das so richtig? Sie haben mir dazu geantwortet: ´Diese Personen können dann durch Teilnahme an entsprechenden Strahlenschutzkursen die Fachkunde erwerben und nach § 24 Abs. 2 Nr. 2 RöV tätig werden´. Können Sie mir bitte sagen, welcher Kurs nach Fachkunderichtlinie dafür vorgesehen ist? Kann es sein, dass es dafür gar keinen passenden Kurs gibt? Falls dies so ist, wie könnte die kroatische Kollegin die beiden Fachkunden erhalten? Freue mich nochmals über eine Antwort und bedanke mich, Iris Frings


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, Sie sehen die Problematik der Kollegin aus Kroatien vollkommen richtig. Jetzt kommt, was Sie auch richtig sehen, das Problem auf diese Dame zu, die ´entsprechenden´ Strahlenschutzkurse zu besuchen, wo die nationalen Strahlenschutzgesetze und -regelungen angeboten werden. Aber ich kenne keinen Kurs, der genau das und nur das vermittelt. Unser Vorschlag ist folgender: Die kroatische Kollegin oder vielleicht Sie selbst sollten mit der für Sie zuständigen Stelle Kontakt aufnehmen, die Fachkunde- und Kenntnisbescheinigungen ausstellt. Das sind in den meisten Bundesländern (wie auch bei uns in NRW) die Ärztekammern. Dort könnte man anfragen, ob der erfolgreiche Besuch (zunächst einmal) des Spezialkurses Röntgendiagnostik plus des CT-Spezialkurses für diese Zwecke akzeptiert wird. Die zuständige Stelle könnte dann danach die Fachkunde im Strahlenschutz (wie gesagt, zunächst einmal für die Röntgendiagnostik) bestätigen. Wenn die Kollegin weitere Fachkunden erwerben möchte, müsste sie auch die anderen Spezialkurse (Therapie und Nukmed) besuchen. Bei allen Spezialkursen werden die strahlenschutzrechtlichen Aspekte angesprochen. Uns hier im Forum RöV fällt leider kein einfacherer Weg ein, aber vielleicht hat die o.g. zuständige Stelle eine weniger aufwändigere Lösung parat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kai Gottwals schrieb am 02.02.2015 - 12:31 Uhr:
Frage:2366 BETREFF: Sachkundeerwerb FK-RL Gruppe R1.1
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, es geht um den Betrieb einer Anlage nach Prüfberichtsmuster 2.1.1 - techn. CT im Röntgeraum. Kann die Sachkunde hier nachgewiesen werden, wenn die Ausbildung an einer Anlage nach Prüfberichtsmuster 2.1.8 (begehbare Kabine mit Eigenschaften eines Hochschutzgerätes) erfolgte, für welche die Fachkunde nach Gruppe R3 ausreichend ist? Oder muss die Sachkunde zwingend an einer Anlage nach PB-Muster 2.1.1 erfolgen? Mit freundlichen Grüßen Kai Gottwals


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gottwals, ich bin bestimmt kein ´strahlenschutzrechtlicher Scharfmacher´, aber in diesem Fall muss man eine der FK-Gruppe R1.1 gemäße Sachkunde fordern, und zwar im Sinne des Abschnitts 3.2 der ´FK-RL Technik RöV´: ´... Inhalt und zeitlicher Umfang sind abhängig von der Fachkundegruppe und von der Art der Ausbildung ... ´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Younis Rais schrieb am 02.02.2015 - 08:50 Uhr:
Frage:2365 BETREFF: Schwangerschaft und Aktivierungsschwelle
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich nehme Bezug auf die Frage Nr. 2312 ´BETREFF: Schwangere Mitarbeiterin´. Entschuldigen Sie auch von meiner Seite, dass es eher ein StrlSchV und keine RöV Frage ist, aber da ich das Thema hier schon fand, möchte ich Sie gerne konsultieren und bedanke mich schon sehr für Ihre Antwort im Voraus! Wir haben zwei Linearbeschleuniger, bei denen Energien von 6 MV und 15 MV Photonen genutzt werden zur Therapie der Patienten. Die Energie der 15 MV Strahlung liegt eindeutig über der Aktivierunsgschwelle für Stickstoff (auch wenn es ein Energiespektrum ist und die Maximalenergie, also die 15 MV, sehr geringe Intensität aufweist). Laut Richtilinie Strahlenschutz in der Medizin 4.4.3 ist die Beschäftigung von Schwangeren und Stillenden in Bestrahlungsräumen mit Photonenenergien > Aktivierungsschwelle nicht vorzusehen (aufgrund § 43 StrlSchV). Bedeutet dies im Endeffekt, dass zur Maximierung der Sicherheit eine schwangere Mitarbeiterin nicht mehr den Bestrahlungsraum betreten darf (gesetzlich)? D.h. sie darf dann nur in den Schalträumen arbeiten (außerhalb des Bestrahlungsraumes). Mit freundlichen Grüßen Hr. Younis Rais


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rais, macht nichts: Wir bearbeiten auch die StrlSchV, wenn es sein muss! Für Tätigkeiten von schwangeren Frauen im Kontrollbereich nach der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) gilt grundsätzlich, dass der fachkundige Strahlenschutzverantwortliche oder der Strahlenschutzbeauftragte eine solche Tätigkeit gestatten muss. Er darf sie allerdings nur gestatten, wenn durch geeignete Überwachungsmaßnahmen sichergestellt wird, dass der besondere Dosiswert für das ungeborene Kind nach § 55 Abs. 4 Satz 2 StrlSchV eingehalten wird und entsprechende Dokumentationen erfolgen. Dies ist in § 37 Abs. 1 Nr. 2 d) der StrlSchV geregelt. Als Besonderheit ist weiter zu beachten, dass bei schwangeren oder stillenden Frauen eine innere berufliche Strahlenexposition ausgeschlossen werden muss (§ 43 Abs. 2 StrlSchV). D.h. der Strahlenschutzverantwortliche und der Strahlenschutzbeauftragte müssen durch entsprechende Gestaltung der Arbeitsbedingungen dafür sorgen, dass eine Inkorporation nicht möglich ist. Beim Betrieb von Elektronen- Beschleunigern mit entsprechenden Energien müssen die genannten verantwortlichen Personen durch diesbezügliche Arbeitsanweisungen und Überwachungsmaßnahmen dafür sorgen, dass die schwangere oder stillende Frau den Kontrollbereich erst dann betritt, wenn ´inkorporationsrelevante´ Luftaktivierungen (Schwerpunkt: N 13, HWZ: ca. 10 min) ausgeschlossen werden können (z.B. Photonenenergien nicht höher als 10 MeV, bei höheren Photonenenergien ggf. gewisse Wartezeiten, Luftwechselzahl der RLT-Anlage mindestens 8 pro Stunde; siehe Kap. 13 in DIN 6847-2). Allerdings gilt immer, dass Regelungen in der Betriebsgenehmigung beachtet werden müssen. Wenn die Genehmigungsbehörde in der entsprechenden Genehmigung ausgeschlossen hat, dass schwangere oder stillende Frauen aus beruflichen Gründen in diesen Bereichen tätig werden dürfen, dann sind die Regelungen der Strahlenschutzverordnung durch die Auflagen in der Genehmigung entsprechend eingeschränkt. Hier bleibt nur der Rat, mit der zuständigen Genehmigungsbehörde über mögliche Änderungen zu sprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kathrin Respondek schrieb am 01.02.2015 - 14:21 Uhr:
Frage:2364 BETREFF: Strahlenschutz CT
Sehr geehrter Herr Ewen, es entstand letzthin ein Streitgespräch wie sinnvoll ist der Strahlenschutz im CT z.B. beim Thorax-CT ( Frauen im gebärfähigen Alter ). Bezogen auf die Arbeit von PD Dr.Walz... Wie sieht es aus mit der neuen CT-Generation ?? Vielen Dank für Ihre Mühe mit freundlichen Grüßen Kathrin Respondek


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Respondek, sind Sie mir nicht böse, aber Ihre Frage ist für mich nicht klar genug gestellt. Welche Art ´Strahlenschutz im CT´ ist gemeint? Gerätetechnischer Strahlenschutz, untersuchungsbedingter Strahlenschutz (Pitch, Schichtdicke, mAs-Produkt, usw.)? Strahlenschutz für Patienten oder Personal (in beiden Fällen kann es Frauen im gebärfähigen Alter geben)? Welche Arbeit von Dr. Walz? ´Wie sieht es aus mit der neuen CT-Generation?´ Über diese Frage könnte man ein Buch schreiben. Was meinen Sie genau mit dieser Frage? Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Björn Carstens schrieb am 01.02.2015 - 12:21 Uhr:
Frage:2363 BETREFF: Wer darf Röntgen ?
Sehr geehrter Professor Ewen. In meiner Zahnarztpraxis arbeitet seit mehreren Jahren eine Mitarbeiterin in der Assistenz, die allerdings keine medizinische Ausbildung abgeschlossen hat. Dürfte diese Mitarbeiterin - das Bestehen eines entsprechenden Kurses vorausgesetzt - Röntgenaufnahmen nach meiner Anweisung erstellen ? Wenn ´ja´, welcher Kurs müsste erfolgreich abgeschlossen werden ? Vielen Dank für Ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Carstens, die besagte Assistentin darf eine Röntgenuntersuchung nicht technisch durchführen, auch nicht unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines im Strahlenschutz fachkundigen Zahnarztes, weil sie ihre medizinische Ausbildung nicht abgeschlossen hat (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Dabei hilft auch nicht ein erfolgreich besuchter Kenntniskurs. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sabrina Rudolph schrieb am 31.01.2015 - 18:26 Uhr:
Frage:2362 BETREFF: (Rechtfertigende) Indikation
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, unsere Röntgenabteilung verfügt derzeit über keinen Radiologen mehr. Die Röntgenuntersuchungen werden von den Fachabteilung angeordnet und selbst befundet. Zunehmend werden Röntgenanforderungen gestellt, deren Fragestellung aus einnem einzelnen Wort besteht (Fraktur? Präoperativ; Verlaufskontrolle). Die MTRA müssen sich darauf verlassen, das die angeforderte Untersuchung stimmt. Sind solche Anforderungen (z.B. die genannten Fragestellungen) ausreichend, um eine Untersuchung durchzuführen? Vielen Dank fpr Ihre Antwort


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Rudolph, ich bin der Meinung, dass ein/e MTRA nicht die Fachkunde des Anfordernden und dessen medizinisch-radiologische Qualifikation hinterfragen muss. Dies gehört, strahlenschutzrechtlich gesehen (RöV!), nicht zum Berufsbild eines/r MTRA. Da in diesem Fall der Anforderer ebenfalls Befunder ist, der auch die Klinik kennt, kann die Anforderung auch aus einem einzigen Wort bestehen.Bei bestimmten Fragestellungen wird dies aber nicht ausreichend sein. So wird die Thoraxaufnahme bei einer Verlaufskontrolle z.B. bei Pneumonie in Inspiration und beim Pneumothorax in Expiration geröntgt. Auch bei der Verlaufskontrolle von Frakturen können bestimmte Einstellungen kontraindiziert sein. Weiterhin ist bei Überweisungen, oder wenn im Krankenhaus eine andere Person als der Anforderer befundet, dieses ´einzelne Wort´ als Anforderung unzureichend. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sabine schrieb am 30.01.2015 - 19:25 Uhr:
Frage:2361 BETREFF: Mammografie - Ausschluß der Schwangerschaft
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, ich habe eine eher prinzipielle Frage. Folgender Sachverhalt: Der Patientin wurde ein Befragungsformular (Ankreuzform) vorgelegt mit Fragen wie ´Wann war Ihre letzte Menstruation?´, ´Nehmen Sie Kontrazeptiva (Pille) ein?´(Antwort: nein), ´Sind Sie schwanger?´ (Antwort: nein), ´Können Sie eine Schwangerschaft ausschließen?´ (Antwort: nein). Auf Grund der angekreuzten Antwortvorgaben wurde der Patientin die ärztliche Untersuchung (Mammografie, Kontrolluntersuchung wegen der seit mehreren Jahren bestehenden Mastopathie) verweigert, weil sie den Schwangerschaftsausschluß nicht mit ´JA´ beantwortete, weil sie eine Schwangerschaft eben nicht 100-%ig ausschließen konnte. Meine Frage bezieht sich hier hauptsächlich auf das Prinzip, denn welche Frau im gebärfähigen Alter und gesundheitlichem Zustand, mit regelmäßigem Geschlechtsverkehr kann trotz Verhütungsmaßnahmen mit 100-%iger Sicherheit eine Schwangerschaft ausschließen? Technisch betrachtet würde dies ja bedeuten, dass jede dieser Frauen vor dem Röntgen einen Schwangerschaftstest machen muß (am besten vor Ort) bzw. geradewegs vom Gynokologen kommen muß. Ist es also tatsächlich aus medizinischer Sicht vertretbar, die Behandlung zu verweigern? Wäre die Frage nach der Aufklärung über die Risiken einer Röntgenuntersuchung bei einer möglicherweise doch bestehenden Schwangerschaft nicht wesentlich sinnvoller und ausreichend? Schließlich wurde die Frage nach einer festgestellten Schwangerschaft ja schon mit ´nein´ beantwortet. Bei der oben beschriebenen Vorgehensweise kommt doch schnell der Verdacht auf, dass hier jegliche ärztliche und medizinische Verantwortung dem Patienten gegenüber, dem Patienten selbst auferlegt werden soll. Im Umkehrschluß bedeutet dies schließlich auch, dass jede verantwortungsvolle Frau erst ab 65+ mit ruhigem Gewissen zur Brustkrebsvorsorgeuntersuchung gehen könnte. So wird Präventionsmedizin - Vorbeugung und Früherkennung - nach meinem Verständnis mit Füßen getreten. Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antwort.


1. Antwort: Hallo Sabine, ich übersende Ihnen über Ihre Mailadresse als Anlage zu Ihrer Fragestellung ´Schwangerschaft´ einen Beitrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS). Aus technischen Gründen kann ich diesen Text meiner Antwort hier im Forum RöV nicht beifügen. In dem BfS-Papier ist auf Seite 2 das Thema ´Schwangerschaft´ und das im Rahmen einer radiologischen Maßnahme rechtlich korrekte Verhalten einer anschließend bekannt gewordenen Schwangerschaft angesprochen. Nach meiner Meinung lässt sich daraus erkennen, dass der Arzt in der Regel die Frage nach dem Bestehen einer Schwangerschaft stellt, sich auf die Antwort verlässt, nicht noch weitergehende Untersuchungen durchführt und keine intimere Befragungen vornimmt. Daraus entnehme ich aber auch, dass eine besondere Rechtfertigung erforderlich ist, wenn die Patientin angibt, dass sie schwanger sein könnte (!). In einem solchen Fall würde ich als im Strahlenschutz fachkundiger Arzt eine planbaren Untersuchung verschieben - falls (auch aus medizinischen Gründen) möglich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Stephan Christoph schrieb am 28.01.2015 - 12:17 Uhr:
Frage:2360 BETREFF: Ständige Aufsicht des Fachkundigen gem. RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserem Klinikverbund setzten wir zum 1.2.15 konsequent die Regelung durch, dass nur noch fachkundige Ärzte die Vidierung von Rö-Anforderungen im RIS tätigen dürfen. Kann die Anforderung auch von Ärzten mit Kenntnissen erfolgen, wenn die ständige Aufsicht des zuständigen fachkundigen Ärztes garantiert ist? Können Sie mir darüber hinaus Rechtskommentare nennen, die die ständige Aufsicht für die Behörden in NRW genau umschreiben?


1. Antwort: Anfrage wurde zweimal gestellt. Antwort: Siehe Anfrage Nr. 2359. K. Ewen



  Dr. Stephan Christoph schrieb am 28.01.2015 - 09:00 Uhr:
Frage:2359 BETREFF: Ständige Aufsicht des Fachkundigen gem. RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserem Klinikverbund setzten wir zum 1.2.15 konsequent die Regelung durch, dass nur noch fachkundige Ärzte die Vidierung von Rö-Anforderungen im RIS tätigen dürfen. Kann die Anforderung auch von Ärzten mit Kenntnissen erfolgen, wenn die ständige Aufsicht des zuständigen fachkundigen Ärztes garantiert ist? Können Sie mir darüber hinaus Rechtskommentare nennen, die die ständige Aufsicht für die Behörden in NRW genau umschreiben?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Christoph, um Ihnen eine einigermaßen verlässliche Antwort geben zu können, muss man den Begriff „Vidierung“ hier unterschiedlich interpretieren. Sollten Sie mit „Vidierung“ allein die Anforderung einer Abklärung (medizinische Indikation mit Fragestellung) meinen, so gilt eindeutig, dass diese medizinische Indikation durch jeden Arzt erfolgen darf. Die medizinische Indikation mit einer entsprechenden Fragestellung enthält keine explizite Festlegung für die Durchführung einer Untersuchung mit Röntgenstrahlung, daher ist dieser Teil des gesamten Untersuchungsverfahrens auch nicht durch die RöV reglementiert. Wenn „Vidierung“ aber die rechtfertigende Indikation zur Anwendung von Röntgenstrahlung (Festlegung) bedeutet, dann beinhaltet dies sowohl die Nutzen-Risiko-Abwägung und die Anwendungsmethode als auch die Anweisungen an das technisch durchführende Personal. Die rechtfertigende Indikation darf nur von Ärzten gestellt werden, die für die vorgesehene Untersuchungsmethode die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzen. Aus der notwendigen Dokumentation muss erkennbar sein, wer die rechtfertigende Indikation gestellt hat. Darüber hinaus sollte auch der zeitlich Zusammenhang zwischen rechtfertigender Indikation und technischer Durchführung erkennbar sein. Ein nicht fachkundiger Arzt darf bei der Stellung der rechtfertigenden Indikation nur mitwirken, was man hier als „lernen“ bezeichnen könnte. Eine Stellung der rechtfertigenden Indikation durch einen nichtfachkundigen Arzt ist auch bei ständiger Aufsicht und Verantwortung durch einen fachkundigen Kollegen nicht zulässig (siehe auch § 23 Abs. 1 RöV, dort ist der Hinweis auf ständige Aufsicht und Verantwortung im Gegensatz zu § 24 Abs. 1 Nr. 3 RöV nicht enthalten). Zu Ihrer Frage nach Rechtskommentaren für die Einhaltung der ständigen Aufsicht kann ich Sie insbesondere auf das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs für das Land Baden-Württemberg vom 17.12.2012 (Az.:10 S 1340/12) hinweisen, das auch über Baden-Württemberg hinaus weitreichende Bedeutung hat. Für den Bereich der Röntgenuntersuchungen hat man in NRW (wie in einigen anderen Ländern auch) festgelegt, dass im Rahmen der ständigen Aufsicht sichergestellt werden muss, dass der aufsichtsführende fachkundige Arzt entsprechend des Risikos schnell am Untersuchungsort sein muss. Zeiten über 15 Minuten bis zum Eintreffen des fachkundigen Arztes am Untersuchungsort werden auch bei Verfahren mit geringerem Risikopotential nicht akzeptiert. Mit dieser Regelung ist NRW den Weg der Praktikabilität gegangen und hat die geringen Interpretationsräume im Sinne der tatsächlichen Machbarkeit ausgelegt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Iris Frings schrieb am 27.01.2015 - 08:55 Uhr:
Frage:2358 BETREFF: RÖV §24, Absatz 2, 2 Berechtigte Personen
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, welche Personen bzw. welche Berufsgruppe oder welche Ausbildung könnte mit §24, Absatz 2,2 gemeint sein? Können Sie mir bitte auf die Sprünge helfen? Vielen Dank hierfür, I. Frings


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, der § 24 Abs. 2 Nr. 2 RöV soll Personen, in deren staatlich geregelten, anerkannten oder überwachten und erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen Gegenstand der Ausbildung und Prüfung war, die technische Durchführung ohne ständige Aufsicht und Verantwortung ermöglichen, sofern sie die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzen. Wie man leicht erkennt, sind hier zwei Voraussetzungen nachzuweisen: Die entsprechende Berufsausbildung und die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz. Nicht gemeint sind hier MTA oder MTRA, die ihre Ausbildung nach dem deutschen MTA-Gesetz erfolgreich abgeschlossen haben. Diese Personen besitzen im Rahmen der gesetzlichen Regelungen und Übergangsvorschriften die Fachkunde im Strahlenschutz für die technische Durchführung nach der RöV oder der technischen Mitwirkung nach der StrlSchV. Gemeint sind hier Personen, die die technische Durchführung zwar im Rahmen der entsprechend überwachten Ausbildung erlernt haben, die aber nicht uneingeschränkt die Randbedingungen des MTA-Gesetzes erfüllen. Dies können sein: MTRA/MTA, die im Ausland ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und deren Berufsabschluss im Grundsatz in Deutschland anerkannt wird. Mit der Anerkennung ist aber nicht der Bereich der atomrechtlichen Regelungen erfasst. Diese Personen können dann durch Teilnahme an entsprechenden Strahlenschutzkursen die Fachkunde erwerben und nach § 24 Abs. 2 Nr. 2 RöV tätig werden. Ähnliches wäre auch vorstellbar, wenn z.B. eine staatlich geregelte, anerkannte oder überwachte nichtärztliche Hochschulausbildung die technische Durchführung nach der RöV als Gegenstand der Ausbildung und der Abschlussprüfung beinhaltete und diese Personen zusätzlich die entsprechende Fachkunde im Strahlenschutz erwerben. Diesbezügliche Formulierungen finden sich in § 10 Nr. 5 MTA-Gesetz. Nicht gemeint sind hier Personen mit einer abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung (medizinische Fachangestellte – MFA), da es für diese Personengruppe bestimmte Einschränkungen in § 10 Nr. 6 MTA-Gesetzt gibt (Aufsicht und Verantwortung). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  karin wald schrieb am 25.01.2015 - 12:44 Uhr:
Frage:2356 BETREFF: computer Ct schaedel
Sehr geehrter Herr Dr.Ewen. Ich hoffe Sie koennen mir helfen. Ich bin sehr beunruhigt wegen eines Schaedel CTs und eines Knie CTs welche ich vor ca 20 jahren ohne bleischuerze und ohne Schilddruesenschutz gemacht habe. Wurden damals die Vorkehrungen nicht so eng gesehen. Muss ich mir jetzt Sorgen wegen Schilddruesenkrebs und gehirntumor machen oder sind die Risken nach so langer Zeit vernachlässigbar. Ausserdem wurden auch zweimal Mammographien bei mir ohne bleischuerze gemacht. Sind meine Ängste berechtigt und soll ich irgendwelche untersuchungen machen lassen. Vielen Dank im voraus


1. Antwort: Frage wurde zweimal gestellt. Antwort: siehe Frage Nr. 2357! K. Ewen



  karin wald schrieb am 25.01.2015 - 12:44 Uhr:
Frage:2357 BETREFF: computer Ct schaedel
Sehr geehrter Herr Dr.Ewen. Ich hoffe Sie koennen mir helfen. Ich bin sehr beunruhigt wegen eines Schaedel CTs und eines Knie CTs welche ich vor ca 20 jahren ohne bleischuerze und ohne Schilddruesenschutz gemacht habe. Wurden damals die Vorkehrungen nicht so eng gesehen. Muss ich mir jetzt Sorgen wegen Schilddruesenkrebs und gehirntumor machen oder sind die Risken nach so langer Zeit vernachlässigbar. Ausserdem wurden auch zweimal Mammographien bei mir ohne bleischuerze gemacht. Sind meine Ängste berechtigt und soll ich irgendwelche untersuchungen machen lassen. Vielen Dank im voraus


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Wald, grundsätzlich sind Strahlenexpositionen von Patienten in der Röntgendiagnostik nie vollkommen risikofrei. Aber die Frage ist, auch für Ihren Fall, ob man über die Auswirkungen dieser für die Erzeugung eines Röntgenbildes nun mal notwendige Strahlendosis beunruhigt sein oder sich sogar darüber Sorgen machen muss. Dies könnte bei einer Röntgenuntersuchung dann der Fall sein, im Rahmen derer außergewöhnliche, also den in der Röntgendiagnostik üblichen Standardbereich deutlich überschreitende Dosiswerte appliziert worden sind. Zugegebenerweise sind heutzutage die CT-Expositionen gemäß der technischen Entwicklungen geringer als vor 20 Jahren, aber auch damals gab es schon ernst zu nehmende Vorschriften zum Strahlenschutz in der Röntgendiagnostik, auch für CT-Untersuchungen. Was die Mammographie betrifft, so konzentriert sich die dort applizierte Dosis im Wesentlichen auf die zu untersuchende Brustregion. Ob hier eine Schutzschürze wirklich einen nennenswerten Beitrag zur Dosisreduktion für andere Körperbereiche liefern kann, ist ziemlich fraglich. Bei den CT-Untersuchungen hätte man sicherlich mit abdeckenden Patientenschutzmitteln eine gewisse Dosisverringerung erreichen können. Fazit: Machen Sie sich keine Sorgen bezüglich eventuell jetzt noch auftretender gesundheitlicher Auswirkungen dieser Röntgenuntersuchungen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr gering. Sie sollte Sie nicht beunruhigen. Ich nehme mal an, dass die Ergebnisse dieser Röntgenuntersuchungen für Sie auch positive Ergebnisse gebracht haben, so dass deren Nutzen deutlich höher gelegen hat als das Strahlenrisiko. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kolb Rudolf schrieb am 23.01.2015 - 20:58 Uhr:
Frage:2355 BETREFF: Fischertisch
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, Ich habe eine Frage zu einem Fischertisch. Der Fischertisch wurde 2005 mit einem Anzeigeverfahren nach § 4 Röv in Betrieb genommen (Anlage hat CE Zeichen). Eine mAs Nachanzeige ist vorhanden. Eine Dosisanzeige fehlt. Die Anlage wird kurativ betrieben. Muss eine Dosisanzeige nachgerüstet werden?? 2011 wurde die Röntgenverordung geändert. Für Anlagen die im Screening eingesetzt werden ist die Nachrüstung einer Dosisanzeige gemäß § 3 Pflicht. Anlagen die nach § 3 in Betrieb genommen wurden benötigen ebenfalls eine Dosisanzeige(§3 Abs. 3 RöV) wenn es nach dem Stand der Technik möglich ist (es ist möglich). Für Anlagen, die nach § 4 in Betrieb genommen wurden fehlen entsprechende Vorgaben zur Dosisanzeige. mfG Kolb


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, nach § 3 Abs. 3 Nr. 2b RöV müssen Röntgeneinrichtungen zur Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen (und dazu gehört auch ein Fischertisch), die ab dem 1.6.2002 erstmalig in Betrieb gegangen sind, über Vorrichtungen zur Anzeige der Patientenexposition verfügen oder es muss, falls nach Stand der Technik nicht möglich, diese Exposition auf andere Weise unmittelbar ermittelbar sein (z.B. rechnerisch aus den technischen Aufnahmeparametern). Diese Regelung ist unabhängig davon, ob die Röntgeneinrichtung im Rahmen einer Genehmigung nach § 3 Abs. 1 RöV oder eines Anzeigeverfahrens nach § 4 Abs. 1 RöV in Betrieb genommen wird (siehe den Hinweis auf Einhaltung des § 3 Abs. 3 Nr. 2b in § 4 Abs. 2 Nr. 1d RöV). Das heißt, die ´entsprechenden Vorgaben´ fehlen also nicht für Anlagen, die nach § 4 RöV in Betrieb genommen werden. Eine Ausnahme gibt es beim Screening: Dort muss in jedem Fall eine Vorrichtung zur Anzeige der Exposition vorhanden sein (siehe § 3 Abs. 4a Nr. 4b RöV). Die Prüfposition 01H23 in der SV-RL lässt für kurativ genutzte Mammographiegeräte die o.g. ´Alternativregelung´ zu, wobei ich einen Fischertisch für die mammographische Stereotaxie auch in die Gerätegruppe ´Mammographie´ einordnen würde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Miriam schrieb am 21.01.2015 - 11:34 Uhr:
Frage:2354 BETREFF: Archivierung von Fehlaufnahmen
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, ich habe eine Frage an Sie. Wenn wir eine Fehlaufnahme machen (digitales System), muss diese dann aufbewahrt werden? Sprich im System gespeichert werden oder darf sie gelöscht werden? Hier scheiden sich bei uns die Geister. Mit freundlichen Grüssen, Miriam Caesar


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Caesar, § 28 RöV (´Aufzeichnungspflichten´´) gilt auch für Fehlaufnahmen (Anzahl und technische Daten). Man wird sie später sicherlich nicht mehr befunden, aber es muss sichergestellt werden, dass man die Patientenexposition ermitteln kann. Und dazu tragen Fehlaufnahmen ja auch bei. Informationen zum Thema Fehlaufnahmen findet man im Abschnitt 4.3.6.1 (´Röntgenbilder´) der ´Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV´ (findet man im Internet). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andreas Brockmann schrieb am 19.01.2015 - 17:58 Uhr:
Frage:2353 BETREFF: DIN 6868-157 Messung der Raumbeleuchtung
Sehr geehrter Herr Damen und Herren, in der DIN 6868-157 wird beschrieben, wie die Raumbeleuchtung in dem ein BWG steht gemessen werden soll. Zum einen ist die Rede von orthogonal zur Bildschirmfläche zum anderen wird senkrecht zur Bildschirmfläche. In beiden Fällen ist nicht beschrieben ob die Lichtrichtung gemeint ist, welche gemessen werden soll. Kann ich davon ausgehen, das ich das, im 90° Winkel zur Bildwiedergabefläche (Bildschirm) einfallende Licht messen soll ? Nimmt die 6868-157 Einfluss auf die Anzahl der Befundungsmonitore im dentalen Bereich ? Bislang reichte ja ein Befundungsmonitor aus. freundliche Grüße Andreas Brockmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Brockmann, gemessen werden muss in orthogonaler Geometrie. Messgerät auf Bildschirm aufsetzen und das von dort ausgehende Licht messen. Sollte in der Norm noch irgendwo ´senkrecht´ stehen, so ist das eine versehentlich nicht korrigierte Textstelle. Die zweite Frage, also nach der Zahl der Befundungsmonitore, ist nicht Gegenstand der DIN 6868-157. Ich persönlich gehe immer noch davon aus, dass es in der Regel mindestens einer sein muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Christian Wolter schrieb am 19.01.2015 - 14:27 Uhr:
Frage:2352 BETREFF: Anwendung der DIN 6868-157
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, da nun die DIN 6868-157 erschienen ist muss diese nun auch schon in der Zahnmedizin Anwendung finden? Oder kann hier noch die DIN 6868-57 verwendet werden, wenn ja wie lang noch? MFG Christian Wolter


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wolter, den Text der sog. Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL), um die es hier neben den von Ihnen genannten Normen geht, finden Sie im Internet oder aber auch auf der Startseite des Forums RöV unter ´neu eingestellt´. Was nun die Bildwiedergabesysteme (BWS) betrifft, so ist die QS-RL ´brandneu´ geändert worden (findet man aber noch nicht in den o.g. Versionen der QS-RL). 1) Abschnitt 3.15.3 Bildwiedergabesysteme für die Befundung: ´Die Abnahmeprüfung (AP) für BWS zur Befundung in der Human- und Zahnmedizin ist nach DIN 6868-157 durchzuführen. Die Konstanzprüfungen (KP) sind nach DIN 6868-157 durchzuführen.´ Weiterhin wurde ein Abschnitt 4.4. in die QS-RL eingeführt, dessen Teil für BWS folgendermaßen lautet: ´An BWS, die vor dem 01. Mai 2015 in Betrieb genommen wurden und an denen bisher keine AP nach DIN 6868-157 erfolgte, dürfen erforderliche Teil- oder Abnahmeprüfungen nach DIN V 6868-57 (Humanmedizin) und nach Anhang C.1.1 (Zahnmedizin) durchgeführt werden. Die KP erfolgen in diesen Fällen weiterhin nach Anhang B dieser Richtlinie. .... Falls diese Ausnahmeregelung in Anspruch genommen wird, dürfen diese Systeme bis 01.01.2025 betrieben werden.´ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Weber schrieb am 15.01.2015 - 08:54 Uhr:
Frage:2351 BETREFF: Ersatzdosis/Berufslebensdosis
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen; bei einer Mitarbeiterin wurde nach Radiojodtherapie auf der Plakette im ersten Folgemonat 2,7 , im nächsten 0,3 mSv registriert. Jetzt bietet die Überwachungsbehörde an: ´Sie können beim LAGetSi die Festlegung einer Ersatzdosis (0,0 mSv) für den Überwachungsmonat 10/2014 beantragen (schriftlich und formlos, gern auch per Mail). Die 2,7 mSv erhöhen ja sonst nur unnötig die Berufslebensdosis. Mit dem Antrag bitte nochmal kurz darlegen, dass die mit dem Dosimeter ermittelte Dosis nicht aus der beruflichen Tätigkeit der Frau ...., sondern aus der Radiojodtherapie im Monat Oktober stammt. Die Ersatzdosis wird durch uns festgelegt und in einem gebührenpflichtigen (ca. 50,-) Feststellungsbescheid bescheinigt.´ dies befremdet mich, msG Weber, StrSchB


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Weber, die zuständige Behörde kann nach § 41 Abs. 1 der Strahlenschutzverordnung (in der RöV wäre es der § 35 Abs. 8) bei unterbliebener oder fehlerhafter Messung der Personendosis eine Ersatzdosis festlegen. Diese Regelung dient dem Schutz der Beschäftigten in zweierlei Hinsicht: 1) Bei unterbliebenen Messungen oder bei Messergebnissen mit offensichtlich zu geringen Dosisanzeigen sowie beim Abhandenkommen von Dosimetern kann für die exponierte Person eine Ersatzdosis festgelegt werden, mit der die Überwachung in Bezug auf den Dosisgrenzwert für beruflich strahlenexponierte Personen im Interesse der Gesundheit der Beschäftigten sichergestellt wird. D.h. man erreicht mit dieser Möglichkeit, dass eine tatsächlich aufgetretene Dosis nicht einfach unberücksichtigt bleibt und dadurch der Jahresgrenzwert unbemerkt überschritten werden könnte. 2) Diese Regelung hilft aber auch dann, wenn eine Dosis ermittelt wird, die eine dosimetrisch überwachte Person tatsächlich nicht erhalten haben kann, z.B. wenn das Dosimeter am Kittel befestigt ist und dieser in einem Bestrahlung-, Applikations- oder Messraum verbleibt. Würde man die dann die von dem Dosimeter angezeigte Personendosis als tatsächliche Körperdosis annehmen, dann wäre der Grenzwert für das gesamte Kalenderjahr vielleicht schon erreicht oder gar überschritten und die betroffene strahlenexponierte Person dürfte nicht mehr oder nur noch mit Einschränkungen tätig werden. Unabhängig vom Grund für die Festlegung einer Ersatzdosis ist dieser behördliche Akt mit einem größeren Zeitaufwand für die zuständige Behörde verbunden. In vielen Bundesländern gibt es die Regelung, dass der entsprechende Aufwand durch die Festlegung einer Gebühr abgegolten werden soll. In der Regel wird die Behörde auf Antrag des Strahlenschutzverantwortlichen oder seines Beauftragten tätig. Sie kann aber durchaus auch von „Amtswegen“ , d.h. ohne einen von außen kommenden Antrag, eine Ersatzdosis festlegen. Aus meinen persönlichen Erfahrungen kann ich Ihnen versichern, dass die beim LAGetSi erhobenen Gebühren von etwa € 50,- moderat sind. Betrachtet man den tatsächlich Aufwand für eine solche Festlegung oder schaut man in die Gebührenordnungen anderer Bundesländer, so erkennt man, dass die Gebühren durchaus auch höher sein könnten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr Neuhaus schrieb am 13.01.2015 - 15:42 Uhr:
Frage:2350 BETREFF: Strahlenschutzbeauftrageter Rönten in der Unfallchirurgischen Praxis
Sehr geehrter Herr Professor, muss bei Betrieb eines stationären Röntgengerätes in einer unfallchirurgischen Praxis ein Strahlenschutzbeauftragter benannt werden; und wenn ja sind dann besondere Kurse zu absolvieren oder reicht die Fachkunde Stahlenschutz. Vielen Dank für Ihre Bemühungen. MFG


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Neuhaus, ja, in jedem Fall! Normalerweise übernimmt der Praxisinhaber diese Rolle. Wie auch immer, es muss jedenfalls ein/e Arzt/Ärztin sein und diese Person muss über Fachkunde im Strahlenschutz verfügen (schauen Sie auch in den § 13 RöV, unter anderem in die dortigen Absätze 2 und 3). Irgendwelche anderen Kurse, die speziell besucht werden müssten, damit man Strahlenschutzbeauftrager werden kann, sieht die RöV nicht vor. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rudolf Kolb schrieb am 12.01.2015 - 21:46 Uhr:
Frage:2349 BETREFF: Frage zur DIn 6868-157
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, in der neuen Norm für die Abnahmeprüfung von Bildwiedergabegeräten ist eine Prüfvoraussetzung, dass ein Pixel des Testbildes ein Pixel auf dem BWG repräsentieren muss. Im Dentalbereich werden Monitore mit unterschiedlichsten Auflösungen eingesetzt(z.B. Auflösung 1920 x 1080) Gehe ich recht in der Annahme, dass für solche Monitore auch Testbilder eingesetzt werden müssen, welche die gleiche Bildmatrix aufweisen (im oben genannten Beispiel also 1920 x 1080). Wenn dem so ist, wo bekommt man solche Testbilder her? mfG Kolb


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, ich habe mich auch erkundigen müssen und von einem, der es wissen muss, folgende Antwort auf Ihre Frage erhalten: Die Testbilder müssen an die jeweilige Auflösung des Monitors angepasst werden. Sie sind unter www.nar.din.de mit dem Suchbegriff Testbilder DIN 6868-157 abrufbar. Leider steht dort kein Testbildgenerator zur Verfügung, der eine Anpassung an das jeweilige Auflösungsvermögen des Monitors ermöglicht. Diesbezüglich sollten die Hersteller von Bildwiedergabegeräten kontaktiert werden, die eigentlich über derartige Testbildgeneratoren verfügen müssten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr . Weber schrieb am 12.01.2015 - 15:09 Uhr:
Frage:2348 BETREFF: Begleitung von CT-Transporten durch schwangere Ärztinnen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Klinik kam die Frage auf, ob schwangere Ärztinnen CT-Transporte zwecks Überwachung von intensivpflichtigen Patienten durchführen dürfen. Natürlich soll dabei gewährleistet sein, dass die Kolleginnen sich während der eigentlichen Untersuchung im Bedienerraum aufhalten. Die Frage ist, ob die Kolleginnen bei der Vor- und Nachbereitung der Untersuchung im CT-Raum anwesend sein dürfen, sprich dass bei den modernen CT-Geräten grundsätzlich außerhalb des eigentlichen CT-Scans ein erhöhte Strahlenbelastung ausgeschlossen werden kann! Für Ihre Antwort besten Dank!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dr. Weber, in Umgebung einer medizinischen Röntgeneinrichtung, also auch eines Computertomographen, kann dann und nur dann eine Strahlenemission auftreten, wenn die Röntgenstrahlung explizit eingeschaltet wird. Und nur dann ist eine Exposition des Personals im Röntgenraum, der jetzt zum Kontrollbereich wird, möglich, und zwar durch die hauptsächlich vom Patienten ausgehende Röntgenstreustrahlung, gegen die man sich durch Tragen entsprechender Schutzkleidung schützen muss. Alle Räume außerhalb des Röntgenraumes (auch der sog. Bedienraum) sind in der Regel durch bauliche Maßnahmen (z.B. abgeschirmte Wände, Bleifolien in den Türen) geschützt, so dass dort Strahlenexpositionen vernachlässigbar sind und sich schwangere Ärztinnen oder Assistentinnen gefahrlos aufhalten können. Fazit: Außerhalb der Einschaltzeiten, z.B. zur Erzeugung von CT-Scans, ist diagnostisch genutzte Röntgenstrahlung aus eindeutigen physikalischen Gründen nicht existent. Nirgendwo! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Julia Provenzano schrieb am 11.01.2015 - 16:48 Uhr:
Frage:2347 BETREFF: Strahlenschutzmaßnahmen im CT
Hallo! Könnten Sie mir bitte die aktuell empfohlenen Strahlenschutzmaßnahmen für CT-Untersuchungen nennen? Sind außer Augenschutz und Hosenkapseln z.B. Schilddrüsenabdeckungen und Mammaschutz obligat und wenn, für welche Altersgrenzen? Und: wo kann ich das am besten nachlesen? Vielen Dank für Ihre Antwort!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dr. Provenzano, in der so genannten Sachverständigen-Prüfrichtlinie (dort in der Anlage III) werden als Patientenschutzmittel bei CT-Untersuchungen verlangt: Hodenschutz, Schilddrüsenschutz und (wenn möglich, also wenn die Untersuchung nicht störend) Augenschutz bei Schädeluntersuchungen. Altersgrenzen sind nicht angegeben. Diese Richtlinie ist im Internet aufsuchbar. Allerdings befindet sie sich zurzeit in einem Novellierungsstadium, das aber öffentlich noch nicht zugänglich ist. Darin wird dann der oben erwähnte Augenschutz mit aufgenommen werden, der in der bisher noch geltenden alten Fassung noch nicht enthalten ist. Mammaschutz ist bisher nicht vorgesehen. Es gibt eine Publikation, an die Sie vielleicht rankommen können: B. Madsack, M. Walz: Strahlenschutz in der Computertomographie - Anwendung von Patientenschutzmitteln, radiologie/assistent 4/2009, S. 4-7. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Boris Rus schrieb am 08.01.2015 - 06:59 Uhr:
Frage:2346 BETREFF: Kinder Körperstamm
Sehr geehrter Herr Prof Even, in unserer Klinik röntgen wir sehr selten ( vielleicht 4 X im Jahr) den Körperstamm bei Kindern (unter 12 Jahren). Wir arbeiten Digital, an unsererm Buckyplatz lässt sich aber das Raster nicht entfernen. 1. Kann ich auch ohne Automatik, sprich Übertisch röntgen und frei belichten? 2. Ab wieviel Jahren muss ich mit Vollautomatik arbeiten ? 3. Darf ich überhaupt Kinder unter 12 Jahren röntgen, wenn das Raster nicht zu entfernen ist? 4. Und ... was ist , wenn wir in Zukunft mehr Kinder zum Röntgen bekommen ( ein Kinderchirurg soll eingestellt werden...). Vielen Dank für Ihre Antwort Boris Rus


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rus, zu Ihren 4 Fragen: 1) Wenn ich in Ihrer Frage das Wort ´Kann´ durch ´Darf´ ersetze, dann wäre die Frage mit ´ja´ zu beantworten. 2) Es gibt diesbezüglich in der ´Leitlinie der BÄK zur QS in der Röntgendiagnostik´ (im Internet einsehbar) kein ´muss´. Es wird dort empfohlen, in Abhängigkeit von Untersuchungsart, Alter und Körperdurchmesser des Kindes frei zu belichten, was eine gewisse Erfahrung voraussetzt. Wenn die Leitlinie in bestimmten Fällen nicht dagegen spricht, sollte man bei mangelnder Erfahrung lieber mit Belichtungsautomatik arbeiten. 3) Das Raster muss bei pädiatrischen Röntgenuntersuchungen nur dann entfernbar sein, wenn durchleuchtet werden soll (siehe E 14 der Anlage I in der Sachverständigen-Prüfrichtlinie, SV-RL; diese ist im Internet einsehbar). Wenn wir schon beim Raster sind, dann sollte das üblicherweise in einem Bucky-Tisch vorhandene Standard-Raster 12/40 bei pädiatrischen Röntgenaufnahmen durch ein Raster mit dem Schachtverhältnis R = 8 ersetzt werden (weniger Dosis). 4) Weder in der besagten Leitlinie noch in der SV-RL gelten die speziellen pädiatrischen technischen Aufnahmeregelungen grundsätzlich unabhängig von der Zahl der zu untersuchenden Kinder. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sabrina Rudolph schrieb am 05.01.2015 - 18:07 Uhr:
Frage:2345 BETREFF: MFA in der Teleradiologie
Sehr geehrer Herr Professor Ewen, an unserem Haus ist für die Nachtstunden Teleradiologie beantragt wurden. Bisher war ein Radiologe immer vor Ort, so dass auch MFAs für Nachtdienste eingesetzt wurden. Aus Personalgründen muss dies auch in Zukunft so erfolgen. Ich habe unseren Strahlenschutzverantwortlichen darüber informiert, das MFAs keine Teilereadiologie durchführen dürfen. Eine Antwort erhielt ich trotz Nachfrage nicht, nur ein Kopie des Genehmigungsbescheides der Aufsichtsbehörde. Habe ich irgendwelche als Leitende Assistentin irgendwelche Konsequenzen zu befürchten, wenn ich die MFAs trotz bessen Wissens weiter zu Nachtdiensten einteile? Wie gesagt, aus personellen Gründen ist dies anders gar nicht machbar. Vielen Dank für Ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Rudolph, die Röntgenverordnung beschreibt in § 3 Abs. 4, dass eine Genehmigung zur Teleradiologie nur erteilt werden kann, wenn die technische Durchführung durch eine Person nach § 24 Abs. 2 Nr. 1 oder 2 RöV erfolgt. Diese Personen müssen über die notwendige Fachkunde im Strahlenschutz nach dieser Regelung verfügen. D.h., der Einsatz von MFA, die ja keine Fachkunde im Strahlenschutz haben, ist nicht zulässig. Sofern diese Vorgaben nicht beachtet werden, kann die zuständige Behörde die Genehmigung widerrufen oder die Nichteinhaltung von Auflagen mit einem Bußgeld ahnden. Vertreten müssen dies der Strahlenschutzverantwortliche und der Strahlenschutzbeauftragte. Sie können in der Tat nicht mehr tun, als auf den Mangel hinzuweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Claudia Schneider schrieb am 05.01.2015 - 12:58 Uhr:
Frage:2344 BETREFF: Röntgenschein
Sehr geehrte Damen und Herren, gerne würde ich bei einem Radiologen in der Röntgenassistent beginnen. Als Voraussetzung bringe ich eine abgeschlossene Ausbildung zur Zahnarzthelferin. Leider habe ich eine lange Pause hinter mir. Vor zwanzig Jahren habe ich wegen dreifacher Mutterschaft beruflich pausiert. Welche Voraussetzungen bezüglich des Röntgens benötige ich. Ich lebe in Rheinland-Pfalz. Lieben Dank im Voraus. Claudia Schneider


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schneider, die Röntgenverordnung schreibt in § 24 Abs. 2 Nr. 4 vor, dass im Rahmen der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen Röntgenuntersuchungen auch von Personen technisch durchgeführt werden dürfen (Positionieren, Einstellen, Auslösen), die eine sonstige medizinische Ausbildung erfolgreich (!) abgeschlossen haben, sofern sie unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes tätig sind und die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz besitzen. In diesem Zusammenhang muss man berücksichtigen, dass die entsprechende sonstige medizinische Ausbildung (die Ausbildung zur Zahnarzthelferin gehört auch dazu) erfolgreich abgeschlossen sein muss, d.h. die Abschlussprüfung muss bestanden sein. Der Erwerb der erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz muss dem vorgesehenen Arbeitsgebiet entsprechen. Für den Bereich der Humanmedizin ist hierfür eine Ausbildung von 90 Stunden Theorie und Praxis vorgeschrieben (siehe Anlage 8 der Richtlinie Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin; siehe Internet). Nach erfolgreicher Teilnahme an einer solchen Ausbildung müssen die Kenntnisse dann von der zuständigen Stelle (häufig Ärztekammern) bescheinigt werden. Das Erfordernis der ständigen Aufsicht und Verantwortung durch den im Strahlenschutz entsprechend fachkundigen Arzt in Übereinstimmung mit der jeweiligen Aufgabenwahrnehmung ist seitens des Strahlenschutzverantwortlichen zu regeln. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass Sie mit einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zur Zahnarzthelferin auch die Kenntnisse im Strahlenschutz für die Humanmedizin erwerben können. Da eine Strahlenschutzausbildung aber immer mit zeitlichen und finanziellen Aufwänden verbunden ist, empfehle ich Ihnen, sich vorab bei dem in Rheinland-Pfalz für den Strahlenschutz zuständigen Ministerium (MINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFT, KLIMASCHUTZ, ENERGIE UND LANDESPLANUNG in Mainz) zu informieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



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