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  Eva-Maria Korb schrieb am 22.07.2016 - 10:55 Uhr:
Frage:2723 BETREFF: Monitore
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich hoffe ich verstehe es richtig Monitore Typ A = Technische Voraussetzung zur Befundung geeignet; wird als Befundungsmonitor genutzt. Monitor Typ B: Technische Voraussetzung zur Befundung geeignet; wird NICHT zur Befundung genutzt (z.B nur zur Demo etc.) Müssen an Typ B Monitore dieselben Konstanzprüfungen und Abnahmen durchgeführt werden wie bei Typ A ? D.h. die tägliche und die 1/4 bzw nach neuer DIN die 1/2 jährliche? Herzlichen Dank und mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Korb, Prüfungen im Sinne des Paragraphen 16 RöV sind nur im Zusammenhang mit der Untersuchung von Menschen erforderlich. Einrichtungen (Monitore), die nur für Demos, Vorführungen oder Besprechungen genutzt werden und die nicht zur Festlegung ´therapierelevanter Entscheidungen´ dienen (auch wenn sie technisch dazu in der Lage wären), unterliegen nicht der Qualitätssicherung nach Paragraph 16 und der Qualitätskontrolle nach Paragraph 17a RöV. Wer allerdings eine solche Einrichtung ohne Beachtung der §§ 16 und 17a RöV zur Befundung nutzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit i.S. des Paragraphen 44 Nr. 12 RöV, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  S. Tachlinski schrieb am 19.07.2016 - 21:49 Uhr:
Frage:2722 BETREFF: Zu Frage 2721
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Gibt es bezüglich der ´diskutierten Lösungsmöglichkeiten´ Schriftliches, das man sich im Nachhinein durchlesen kann?


1. Antwort: ... ich kann leider nicht mit offiziellen rechtlich relevanten Schriftstücken zu dieser Thematik dienen, so dass ich Ihnen auch nicht sagen kann ´Schauen Sie mal hier oder dort rein und Sie werden finden, was Sie wissen wollen.´ Die größte Chance in dieser Hinsicht, könnte nach meiner Meinung eine Kontaktaufnahme mit der zuständigen Aufsichts- oder Genehmigungsbehörde sein, denn das Umfeld Ihrer Fragestellung berührt eindeutig deren administrativen Zuständigkeitsbereich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  S. Tachlinski schrieb am 18.07.2016 - 16:30 Uhr:
Frage:2721 BETREFF: Anzeige der Patientenexposition / -dosis
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in §3 Abs.3 Nr. 2 b wird für Röntgeneinrichtungen eine Vorrichtung zur Anzeige der Strahlenexposition des Patienten gefordert. Für die Anzeige der Strahlenexposition bei Aufnahmen von Erwachsenen ist nach meiner Kenntnis nicht zwingend ein DFP-Messgerät vorgeschrieben, die Nachanzeige der geschalteten mAs würde ausreichen. In der Strahlentherapie werden zur Überprüfung der Patientenlagerung / der Lage des Zielvolumes am Linearbeschleuniger befestigte Röntgeneinrichtungen verwendet, um Cone-Beam-CT-Aufnahmen oder planare Aufnahmen anzufertigen. Gibt es eine Grundlage, warum die Anzeige des CTDI und der Gesamt-mAs für die Bestimmung der Patientenexposition nicht ausreichen sollte? Vielen Dank im Voraus für Ihre Meinung hierzu.


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Tachlinski, Vorrichtungen zur Anzeige der Strahlenexposition werden seit dem 1.7.2002 für die erstmalige Inbetriebnahme von medizinisch genutzten Röntgeneinrichtungen gefordert (§ 3 Abs. 3 Nr. 2b RöV). Einrichtungen, die bereits vor diesem Datum in Betrieb genommen wurden, mussten lediglich dann nachgerüstet werden, wenn mit diesen Röntgeneinrichtungen Angiographien, Interventionen, DSA oder Untersuchungen des Körperstamms von Kindern durchgeführt werden (siehe E12 Anlage I der SV-RL). Bei Erstinbetriebnahmen nach dem 1.7.2002 ist eine unmittelbare Anzeige der Strahlenexposition, z.B. in Form eines DFP, oder der Dosis in direkter Form (z.B. die Parenchymdosis bei der Mammographie) erforderlich. Die Anzeige des mAs-Produktes ist nicht ausreichend, da dadurch kein direkter Vergleich der Strahlenexposition des Patienten mit den diagnostischen Referenzwerten gegeben ist. Für die IGRT gibt es keine Ausnahme nach der RöV. Bei einem Cone-Beam-CT ist eine Anzeige des CTDI und des DLP notwendig, denn auch hier gilt, dass eine Vorrichtung zur Anzeige der Strahlenexposition des Patienten vorhanden sein muss. Diese wäre aus dem CTDI und dem mAs-Produkt nur rechnerisch zu ermitteln und entspricht somit keiner direkten Anzeige der Strahlenexposition im Sinne der RöV (siehe auch CT-Berichtsmuster 2.2.7 in der SV-RL, Prüfposition 07H08). Die Hersteller dieser Systeme wurden bereits vor Jahren darauf hingewiesen und es wurden Lösungsmöglichkeiten mit ihnen diskutiert. Es dürfte daher an sich keinerlei technische Probleme bei der Umsetzung mehr geben. Bei Einrichtungen, die bereits im Rahmen einer gültigen Anzeige (§ 4 RöV) oder Genehmigung (§ 3 RöV) betrieben werden, ohne über eine Vorrichtung zur Anzeige der Strahlenexposition zu verfügen, muss die Behörde deren Nachrüstung im Einzelfall jedoch erst anordnen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Richarz schrieb am 18.07.2016 - 12:28 Uhr:
Frage:2720 BETREFF: Übersicht europaweite bzw. internationale Röntgenvorschriften
Sehr geehrter Prof. Ewen, wir sind gerade dabei, ein neues Röntgenprodukt im Bereich industrieller Prüftechnik auf den Markt zu bringen. Bislang haben wir unsere Röntgenprodukte nur im deutschsprachigen Raum vertrieben, die Auslegung gemäß der deutschen RöV war somit ausreichend. Jetzt sind wir dabei, den Vertrieb zu internationalisieren und stehen dabei vor dem Problem, den Strahlenschutz und die Sicherheitstechnik so auszulegen, dass die Anlage mindestens europaweit zulassungsfähig ist. Meine Frage an Sie: Gibt es in irgendeiner Form öffentlich zugängliche Dokumente zu den entsprechenden Zulassungsverfahren in der EU, oder zumindest eine Liste mit Ansprechpartnern oder zuständigen Institutionen in den EU-Ländern? Mit freundlichen Grüßen J. Richarz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Richarz, leider ist bei technischen Röntgeneinrichtungen kein übergreifendes europäisches Regelwerk (wie z.B. das Medizinprodukterecht bei medizinischen Röntgeneinrichtungen) anwendbar. Wichtig ist allerdings, dass die europäischen Richtlinien zur Produkt- und Gerätesicherheit (Niederspannungsrichtlinie, Maschinenrichtlinie u.ä.) beachtet werden. Darüber hinaus gibt es europäische Normen, die sicher über die nationale Normungsorganisation (DIN) angefragt werden können. Eine Liste der zuständigen Behörden in der EU ist uns nicht bekannt. Hier können wir nur die Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Bundesumweltministerium (Unterabteilung RS II) und ggf. dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfehlen. Wenn es um Prüftechnik geht, kann Ihnen vielleicht auch die Deutsche Gesellschaft für zerstörungsfreie Prüfung (DGZfP) in Berlin wichtige Hinweise geben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Hartmann schrieb am 13.07.2016 - 14:58 Uhr:
Frage:2719 BETREFF: Rö-Schutzbrillen
Sehr geehrter Prof. Ewen, Sie haben auf dem Rö-Kongress erläutert welcher Reduktionsfaktor erreicht werden muss um die Augendosis z.B bei Angiographien auf 20mSV /a zu senken. Im Hybrid OP sind die OPerateure und die Op Schwester unmittelbar am Tisch. Ich denke weitere Personen im Op müssen nicht durch eine zusätzl. Brille geschützt werden? MfG HHartmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Hartmann, was die mögliche Ausrüstung weiterer Personen im OP mit Schutzbrillen betrifft, so kann man diese Frage nicht so einfach mit „ja“ oder „nein“ beantworten. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. Abstand der betreffenden Personen vom Streuzentrum (also vom Patienten), Zahl der Untersuchungen bzw. Dauer der Durchleuchtungen in einer bestimmten Zeit (z.B. pro Woche) und Art der Nutzung geräteeigener Strahlenschutzsysteme (u.a. gepulste Durchleuchtung, Bildspeicher, moderne Blendensysteme). Da ich aus meiner Sicht (also nur theoretisch von meinem Schreibtisch aus) Ihre Fragestellung nicht eindeutig beantworten kann, wäre es empfehlenswert, den Sachverständigen, der in Ihrem Haus die Strahlenschutzprüfungen durchführt bzw. durchgeführt hat, zu bitten, vor Ort und mit Ihnen zusammen diese Angelegenheit abzuklären. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Natalie Bayer schrieb am 08.07.2016 - 15:58 Uhr:
Frage:2718 BETREFF: Röntgen trotz Brustkrebsrisiko?
Sehr geehrter Prof. Ewen, vielen Dank für Ihre Betätigung hier im Forum. Ich hätte eine Frage bezüglich röntgen und familiären Brustkrebsrisiko. Ich wurde nach einem Arbeitsunfall vom d-Arzt zum Röntgen gedrängt, obwohl ich angegeben habe, dass die Schmerzen nicht so schlimm seien und ich aufgrund von Brustkrebs lieber darauf verzichten bzw. noch gerne 1-Tag abwarten würde, wie sich die Schmerzen entwickeln. Der zuständige Arzt meinte, bei einer d-Untersuchung (Radunfall auf dem Arbeitsweg) müsste aber alles dokumentiert werden. Schlussendlich habe ich mich dann überreden lassen, obwohl ich nur mittelmäßige Schmerzen im Bein und kaum Schmerzen in der Schulter hatte (5 Stunden nach Unfall). Geröntgt wurden Bein und HSW. Ich wollte einen Schutz für die Brust, der wurde aber abgelehnt (Streustrahlung sei dann zu hoch). Unterleib bekam eine Bleischürze. Folgende Messwerte wurden mir gegeben: HSW 0,888 dgycm² + 0,5 dgycm² und Bein 0,8 + 0,4 dgycm². Mit den Werten kann ich jetzt nicht viel anfangen (hohe, niedrige, korrekte Werte?) und das Röntgen ist jetzt auch schon passiert, aber meine Frage ist (für die Zukunft!), ob ich mich bei bestehenden Risiko lieber nicht mehr röntgen lassen sollte, wenn eigentlich die Schmerzen nicht so groß sind ...sowie ob jetzt durch das Röntgen für die Brust ein Risiko besteht? Eine weitere Frage ist, dass ich nach dem Röntgten ca. 12 Stunden später Kopfschmerzen, Schluckbeschwerden und Schleimhautentzündungen im Mund/Rachen bekommen habe, ich aber nicht krank (Erkältung etc.) geworden bin. Die Beschwerden halten seit über einer Woche an (ohne weitere Krankheitssymptome einer Grippe etc.). Ich kann mir durchaus vorstellten, dass das nicht mit dem Röntgen zusammenhängt (Korrelation ist ja nicht Kausalität), aber ich würde gerne wissen, ob solche kurzfristig auftretenden Nebenwirkungen vielleicht doch bekannt sind? Vielen Dank! Eine sicherlich zu besorgte Natalie Bayer :-)


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Bayer, zunächst einmal das für Sie Wichtigste: Natürlich wird jede Röntgenuntersuchung mit einer bestimmten Strahlenexposition für den/die Patienten/in verbunden sein. Das daraus resultierende strahlenbiologische Risiko hängt von der Höhe der Dosis ab. Man erkennt an den Ihnen mitgeteilten Messwerten des so genannten Dosisflächenproduktes (DFP), z.B. 0,888 dGycm2, usw.), dass die Untersuchungen mit einer relativ geringen Dosis durchgeführt worden sind. Das DFP ist das Produkt aus der Größe des Strahlenfeldes (in cm2) und der damit eingestrahlten Dosis (hier: in dGy). Das Strahlenrisiko einer Röntgenuntersuchung hängt auch von der Art des dabei exponierten Gewebes, also vom betroffenen Körperbereich ab. So sind die Extremitäten (z.B. das Bein) diesbezüglich relativ unkritisch. Was die HWS-Untersuchung betrifft, so lässt es sich in der Regel nicht vermeiden, dass die Schilddrüse im Strahlenbereich liegt. Das gilt nicht für die Brust, die nur in einem geringen Maße durch Streustrahlung betroffen ist. Die von Ihnen geschilderten kurzfristigen Beschwerden nach der Röntgenuntersuchung sind für Untersuchungen dieser Art vollkommen unsymptomatisch und müssen andere Ursachen haben. Ich kann als Physiker hier im Forum RöV keinen Kommentar zur medizinischen und rechtfertigenden Indikationsstellung für Ihre Röntgenuntersuchung geben. Das ist eine rein ärztliche Angelegenheit, in die ich mich nicht einmischen möchte und kann. Privat vertrete ich die Meinung, dass man als Patient/in eine korrekt indizierte Röntgenuntersuchung durchführen lassen soll, weil dann der gesundheitliche Nutzen höher einzuschätzen ist als das Strahlenrisiko (siehe § 23 Abs. 1 Satz 2 Röntgenverordnung). Mit freundlichem Gruß K. Ewen PS: Sorgen runterfahren!



  Amelie Klinger schrieb am 06.07.2016 - 11:42 Uhr:
Frage:2717 BETREFF: Zahnfilmaufnahme und Schwanger
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich bin in der 6. Wochen schwanger und als Zahnärztin tätig. Das Praxisteam ist noch nicht darüber informiert, da die erste Ultraschalluntersuchung beim Gynäkologen erst morgen stattfinden wird. Vor zwei Tagem hat die Helferin bei einer Zahnfilmaufnahme den Auslöser gedrückt, während ich es gerade noch geschafft habe bis zum Türrahmen zu kommen. Ich war ca. 2 bis 3 Meter von der Röhre entfernt. Die Röhre zeigt genau ich die entgegengesetzte Richtung von mir. Ich mache mir natürlich Gedanken über dieses Geschehen, kann es Auswirkungen auf die Entwicklung des Embryos haben? Ich war total schockiert , dass die (neue) Helferin den Auslöser drückte, obwohl ich das immer selbst tue. Das war meine erste Röntgenaufnahme in den letzen 6 Wochen, da ich so lange im Urlaub war. Ich danke Ihnen im Voraus für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen A. Klinger


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Klinger, Sie müssen sich wirklich keine Sorgen machen, denn die Dosis, die Sie bei dieser einen Zahnfilmaufnahme, und das außerhalb der Nutzstrahlung und in 2 bis 3 m vom Röntgenstrahler entfernt, erhalten haben können, liegt mehrere Größenordnungen unter irgendeinem radiologischen Gefährdungspotenzial. Eine negative Auswirkung auf den Embryo kann man ausschließen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Hans Frank schrieb am 01.07.2016 - 15:33 Uhr:
Frage:2716 BETREFF: Messung der Ortsdosis bei technischen Röntgenanlagen
Sehr geehrter Herr Ewen, wir haben bei uns im Unternehmen gerade eine Diskussion wie die Ortsdosis an einer technischen Röntgenanlage gemessen werden soll. Es geht in erster Linie um die Frage des Streukörpers. In der Medizin ist es wohl vorgeschrieben, dass eine gewisse Wassermenge als Patientensimulationskörper zur Messung der Ortsdosis benutzt wird. Hierfür gibt es scheinbar auch Verweise in Normen. Wie sieht dieser Streukörper nun bei technischen Röntgenanlagen aus? Wasser ist bei metallischen Gegenständen ja nicht wirklich ein guter Vergleichskörper? Gibt es eine DIN oder Verordnung in der vorgeschrieben wird mit welchem Material als Streukörper, zB in Abhängigkeit zur Röhrenspannung, die Ortsdosis bestimmt werden soll? Schon einmal vielen Dank für Ihre Information! Gruß Hans Frank


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Frank, richtig, Wasser oder anderes gewebeäquivalentes Material darf man zur Bestimmung der Streustrahlendosis im nicht-medizinischen Anwendungsbereich nicht benutzen. Die DIN 54113-3, auf deren Grundlage man den baulichen Strahlenschutz für den Betrieb nicht-medizinischer Röntgeneinrichtungen berechnen kann (und soll), gibt im Abschnitt 4.3 ´Berechnung der erforderlichen Schutzschichten aus Blei gegen Streustrahlung´ an, dass die entsprechenden Diagramme (in Bild 2) bis 250 kV für das Material Al und oberhalb von 250 kV für das Material Fe ausgelegt sind. Diese Materialien würden im jeweiligen Energiebereich den Fall der stärksten Streuung repräsentieren. Aus diesem Grund liegt es nahe, dass man bei Ortsdosis(leistungs)messungen Al und Fe als Streumaterialien einsetzt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jörn Bartelheimer schrieb am 30.06.2016 - 13:05 Uhr:
Frage:2715 BETREFF: Abnahme Monitore
Sehr geehrter Prof. Even, Bei Anschaffung eines gebrauchten mobilen C-Bogens muß am Anfang alle 4 Wochen eine Konstanzprüfung nach 6868-150 durchgeführt und dokumentiert werden. Wie verhält sich das mit den Monitoren die nach 6565-57 abgenommen sind ? Gibt es da auch eine Vorschrift ? Vielen Dank für ihre Mühe im voraus Mit freundlichen Grüßen J.Bartelheimer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bartelheimer, ich gehe mal davon aus, dass dieses gebrauchte C-Bogengerät erstmalig (!) vor dem 1.5.2015 in Betrieb gegangen ist. Die Inbetriebnahme eines gebrauchten (!) Röntgengerätes geschieht ja dann nicht ´erstmalig´. Unter dieser Bedingung ist folgendes zu beachten: Die Konstanzprüfung geschieht nicht nach DIN 6868-150 (das ist ja die AP-Norm!)sondern nach DIN 6868-4. Was das Bildwiedergabesystem (´Monitor´) betrifft, so gibt es jetzt 2 Möglichkeiten: 1) Das Gerät erlaubt die Einspeisung digitaler Testbilder. Die Konstanzprüfung muss dann nach Anhang B 4.1 der Qualitätssicherungs-Richtlinie (s. Internet)erfolgen. 2) Die Einspeisung digitaler Testbilder ist nicht möglich. Dann muss die Konstanzprüfung nach der ´Gerätenorm´ erfolgen, und das ist die DIN 6868-4. Details zu dieser hier insgesamt anstehenden Problematik finden Sie auf folgende Weise: Im Internet ´www.forum-roev.de´ eingeben. Es erscheint die Startseite ´Forum-Röntgenverordnung´. Dort den Link ´7. Richtlinien/BMU Schreiben´ anklicken. In der dann erscheinenden Liste ´13.05.2015 Ergänzenden Textlegungen ...´ anklicken. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andreas Brockmann schrieb am 28.06.2016 - 18:19 Uhr:
Frage:2714 BETREFF: Frage 2619, Abnahme/Konstanzprüfung mit Rohdatenbild
Sehr geehrter Herr Ewen, es ist tatsächlich bei manchen Geräten erforderlich, nach der Abnahme- bzw. Konstanzprüfung die Rohdaten der Aufnahme zu importieren und auszuwerten. Hierzu gibt es detaliierte Anleitungen, z.B. für ein Gerät von ´Orangedental´. Das Problem ist in der Aufnahmetechnik und der nachfolgenden Bildbearbeitung zu suchen. Patientenaufnahmen ergeben sehr kontrastreiche Ergebnisse. Technische Aufnahmen, wie z.B. mit einem Prüfkörper werden allerdings derartig verfälscht, das weder Niedrigkontraste noch Auflösungsvermögen dargestellt werden können. Daher erfolgt, zumindest beim PaxPrimo, die Überprüfung der Gerätekonstanz anhand der Rohdaten der Aufnahme.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Brockmann, wir tun uns schwer im Forum RöV, wenn Firmen (wie hier Orangedental) oder Produkte (wie hier PaxPrimo) namentlich genannt werden. Das Forum RöV soll eine in dieser Hinsicht unabhängige und neutrale Plattform sein. Nun haben Sie hier nicht direkt eine Frage gestellt, auf die wir explizit antworten sollen sondern eine technische Anmerkung gemacht, dass es in bestimmten Fällen offensichtlich vorteilhaft ist, gewisse qualitätssichernde Maßnahmen (Abnahme- und Konstanzprüfung)anhand der anfallenden Rohdaten durchzuführen. Was wir machen können, ist es, diesen von Ihnen hier angesprochenen Sachverhalt denjenigen Gremien zur Kenntnis weiterzugeben, die sich mit den technischen Regelwerken zur Durchführung der Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik beschäftigen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Luna B. schrieb am 23.06.2016 - 22:45 Uhr:
Frage:2713 BETREFF: Strahlenschutz Schwangerschaft
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Ich arbeite als Assistenzärztin in einer radiologischen Abteilung und bin schwanger. Zu Beginn meiner Schwangerschaft ist festgelegt wordendass ich nicht im Kontrollbereich arbeiten muss und daher kein Dosimeter brauche. Der Weg zu meinem Befundungsplatz führt zwangsläufig durch den Vorraum zum Röntgenraum. Aus Gewohnheit wird die Tür zum Röntgenraum auch während der Anfertigung einer Aufnahme von den MTRA offen gelassen (wahrscheinlich um Zeit zu sparen). Ich habe nun Sorge, unbemerkt und undokumentiert Streustrahlung abzubekommen, die ja eigentlich unnötig ist. Ich habe sowohl die MTRA gebeten, die Tür zu schließen wenn ich den Raum durchquere als auch meinen Chef informiert. Trotzdem wird es nicht umgesetzt - ich bin mehrmals an der offenen Tür vorbeigegangen, als gerade (für mich nicht absehbar) geröntgt wurde. Ich spreche die MTRA täglich darauf an, aber sie vergessen es häufig (sagen sie jedenfalls). Wie schätzen Sie die Situation ein? Ich fühle mich damit sehr unwohl.


1. Antwort: Hallo Frau Luna, es ist gut so, dass Sie jetzt nicht im Kontrollbereich arbeiten müssen, obwohl die RöV das rechtstheoretisch unter bestimmten Bedingungen zulassen könnte. Ich bin sicher, dass bei einem Aufnahmearbeitsplatz durch Nichtschließen der Tür zum Röntgenraum während des Auslösens der Röntgenaufnahme in der Regel außerhalb kein Kontrollbereich entstehen würde. Trotzdem wäre diese ´Unsitte´ ein Verstoß gegen das ´Vermeidungsprinzip´ des § 2c RöV (´Strahlenexposition auch unterhalb der Grenzwerte so gering wie möglich halten´). Es muss ja in dieser radiologischen Abteilung ein Strahlenschutzbeauftragter bestellt sein (wahrscheinlich der Chefarzt), zu dessen Pflichten es gehören würde, ggf. mit einem ´Machtwort´ diese Nachlässigkeit, die auch die dort tätigen MTRA selbst betrifft, abzustellen. Außerdem gibt es ja in Ihrem Haus auch noch einen Betriebs- bzw. Personalrat, und wenn alles nichts hilft, die zuständige Aufsichtsbehörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Yvonne schrieb am 18.06.2016 - 05:45 Uhr:
Frage:2712 BETREFF: Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, in unserer Radiologie arbeiten seit über 10 Jahren 2MFA`s, diese haben auch immer sehr viele Bereitschaftsdienste gemacht. Nun haben wir eine Teleradiologie und laut Gesetz dürfen diese Kolleginnen ja keine Bereitschaftsdienste mehr ableisten. Da nun sehr viele Dienste von den MTRA`s übernommen werden müssen,sind diese natürlich an der Grenze der Belastbarkeit. Personal ist derzeit nicht zu bekommen!Keine MTRA`s!! Gibt es irgendwelche Lösungen oder Möglichkeiten diese Situation zu entschärfen? Wäre eine Rufbereitschaft möglich? Wobei das die Belastung ja nicht mindern würde... Viele Grüße Yvonne


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Yvonne, die von Ihnen beschriebene Problematik ist hier im Forum RöV schon häufig diskutiert worden. Wir wollen es uns nicht zu einfach machen und nur auf die Beiträge im Forum verweisen, aber die Beiträge Nr. 2069 vom 26.9.2013 und insbesondere Nr. 2630 vom 1.3.2016 sind für die hier angesprochene Thematik schon sehr wichtig. Zusammenfassend möchten wir an dieser Stelle noch einmal darstellen, dass die einschränkenden Regelungen der RöV (§ 3 Abs. 4 Nr. 2 für die Teleradiologie und § 24 Abs. 2 Nr. 4 als Grundsatz) auf der Basis des MTA-Gesetzes folgerichtig formuliert worden sind und auch eingehalten werden müssen. Eine Änderung in den strahlenschutzrechtlichen Vorschriften wäre nur möglich, wenn das MTA-Gesetz eine entsprechende Grundlage erhalten würde. Insbesondere in der Teleradiologie gibt es unserer Meinung nach auch keine anderen Randbedingungen, da ein nach MTA-Gesetz erforderlicher Arzt mit der zutreffenden Fachkunde im Strahlenschutz eben nicht vor Ort ist, um Aufsicht führen zu können. Die Aufsicht über eine MFA durch eine MTRA könnte als Ausweg denkbar sein, ist aber rechtlich nicht ausreichend. Auch für die Einhaltung der sogenannten ständigen Aufsicht sind enge Vorgaben gestellt. Dies ergibt sich insbesondere auch aus dem Beschluss des Verwaltungsgerichtshofes für das Land Baden-Württemberg zur Tätigkeit von MFA in Verfahren nach strahlenschutzrechtlichen Vorschriften. Es bleibt hier weiterhin bei der Empfehlung, mit den zuständigen Behörden (Bundes- und Landesministerien) und Institutionen (Heilberufskammern u.ä.) zu sprechen, ob eine diesbezügliche Änderung des MTA-Gesetzes Sinn macht und, wenn ja, ob das überhaupt möglich ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ines Halbauer schrieb am 15.06.2016 - 21:20 Uhr:
Frage:2711 BETREFF: Zusatzfilter bei Jugendlichen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Wie erkenne ich in einem Röntgen Thorax (bei einem 14jährigen Jungen), ob der Zusatztfilter verwendet wurde. Darf ich bei einem kräftigen 14jährigen bei Frage nach Kontusion /Fraktur im Thorax/ Rippen auf den Filter verzichten ? Mit freundlichen Grüßen! I. Halbauer


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Halbauer, nach der ´Leitlinie zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik“ der Bundesärztekammer (s. Internet) soll für ´Kinder´ (bis Vollendung des 12. Lebensjahres) ein Zusatzfilter ≥ 0,1 mm Cu verwendet werden. In dieser Leitlinie wird auch für Jugendliche (13 – 18 Jahre) die Nutzung von Zusatzfilterung vorgeschlagen, was aber in anderen diesbezüglichen Regelwerken (z.B. in der Anlage I zur Sachverständigen-Prüfrichtlinie; s. Internet) nicht mitgetragen wird. Dort ist ein Jugendlicher im Alter von 14 Jahren „radiologisch gesehen“ ein Erwachsener. Aber letzten Endes entscheidet im fraglichen Einzelfall der im Strahlenschutz fachkundige Arzt, ob man - auch für Kinder - ein Zusatzfilter nutzen soll oder nicht. Denn ein Zusatzfilter verändert (erhöht) die mittlere Energie der Röntgenstrahlung und nimmt damit Einfluss auf die Bildqualität. So kann es also durchaus sein, dass bei bestimmten pädiatrischen Röntgenaufnahmen bewusst ohne Zusatzfilterung gearbeitet wird, weil es in diesen Fällen ganz besonders auf die Bildqualität ankommt. Die Frage, ob man bei Betrachtung einer Röntgenaufnahme erkennen kann, dass ein Zusatzfilter benutzt worden ist oder nicht, würde ich - zumindest aus Sicht eines Nicht-Mediziners – verneinen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Thomas schrieb am 14.06.2016 - 07:25 Uhr:
Frage:2710 BETREFF: ein paar Fragen
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich hatte Ihnen mal vor längerer Zeit eine mail geschrieben. Sie haben mir auch geantwortet. Jetzt wo ich sie dringend gebrauchen könnte finde ich diese leider nicht mehr. Ich arbeite als Ausbilder am Flughafen und wir bilden Kontrollpersonal aus, die auch Röntgenbildauswertung durchführen müssen. Nachdem wir Ausbilder nicht für die Unterweisung nach § 36 Abs. 1 RÖV verantwortlich sind und unser Strahlenschutzbeauftragten einige Behauptungen aufstellen, die ich in keiner Verordnung finde, möchte ich mich kundig machen. Eine Behauptung unsrer Beauftragten ist, dass eine Unterweisung auch in Schriftform (DIN A4 Blatt) gilt und diese nur unterschrieben werden muss. Darüber ist mir aber nichts bekannt - oder gibt es da eine Änderung? Ich habe (aber vor langer, langer Zeit ) mal einen Lehrgang besucht und jetzt nur noch gefährliches Halbwissen darüber. Deshalb hätte ich einige Fragen an Sie. 1. Muss eine Unterweisung von einem Strahlenschutzbeauftragten als kurzer Unterricht abgehalten werden? oder 2. langt es ein DIN A4 Blatt zu unterschreiben? 3.Muss immer noch eigens eine Einweisung/Unterweisung vor Inbetriebnahme des Röntgengerätes gemacht und dokumentiert werden? 5. Ist die Unterweisung jährlich 1mal zu halten? Ich bedanke mich für Ihre Bemühungen und verbleibe mit freundlichen Grüßen ThomasW.


1. Antwort: Hallo Thomas, hier die Antworten: 1) Die Art, wie eine Unterweisung durchgeführt wird, ist nicht vorgeschrieben. Sie kann auch in schriftlicher Form erfolgen, kurzer Unterricht ist sicherlich besser. 2) Die Unterweisung muss sich mit den individuellen Gegebenheiten eines Röntgenbetrieb beschäftigen und auch auf Vorschriften der Röntgenverordnung eingehen. Dabei kann es sicherlich so sein, dass sich die Unterweisung, die jährlich wiederholt werden muss, immer auf andere betriebliche und verordnungsrechtliche Schwerpunkte bezieht. Ein Pauschaltext kann hier sicherlich nicht ausreichend sein. Außerdem müssen die Inhalte der Unterweisung auch kurz dokumentiert werden, so dass das Unterschreiben eines ansonsten leeren DIN A 4 Blatts sicherlich nicht ausreichend ist 3) Die Unterweisung muss vor erstmaliger Aufnahme der entsprechenden Tätigkeit erfolgen (§ 36 Abs. 1 RöV). Eine Einweisung ist auch erforderlich (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV). 4) = 5) Die Unterweisung muss mindestens jährlich wiederholt werden (§ 36 Abs. 1 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wolfgang Bartels schrieb am 09.06.2016 - 15:47 Uhr:
Frage:2709 BETREFF: Status eines Operateurs in einem ambulanten OP-Zentrum
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meine Frage bezieht sich auf den Status eines Operateurs in einem ambulanten OP-Zentrum. Unsere Tagesklinik hält in ihren Operationssälen ein mobiles Durchleuchtungsgerät (C-Bogen) vor. Die dort operierenden Chirurgen oder Orthopäden können dieses Gerät während einer Operation in ihrem Sinne entsprechend verwenden. Sie sind keine Angestellten der Tagesklinik, sondern niedergelassene Ärzte, die nur zum operieren die Tagesklinik frequentieren. Sowohl der Strahlenschutzverantwortliche als auch der Strahlenschutzbeauftragte sind Anästhesisten der Tagesklinik. Die Gewerbeaufsicht hat uns nun aufgetragen, alle Ärzte, die nicht bei der Tagesklinik angestellt sind, aber die Röntgeneinrichtung bei Untersuchungen/Operationen verwenden, gemäß §13 Abs. 2RöV als Strahlenschutzbeauftragte zu bestellen. Das wären bei uns etwa 10-15 verschiedene externe Ärzte. Meiner Meinung nach ist dies nicht notwendig. In dem genannten §13 Abs. 2RöV wird darauf kein Bezug genommen. Da mir eine Frist zur Erledigung dieser Maßnahme gesetzt wurde, bräuchte ich eine Argumentationshilfe gegenüber dem Mitarbeiter der Gewerbeaufsicht. Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Bartels


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bartels, leider können wir Ihnen die erhofften Argumentationshilfen nicht liefern. Vielmehr denken wir, dass die Forderungen der zuständigen Gewerbeaufsicht sehr maßvoll sind. Wenn man die aktuellen Diskussionen verfolgt, dann nimmt das Erfordernis eher den Weg, dass jeder, der eine Röntgeneinrichtung eigenverantwortlich nutzt, eine eigene Anzeige erstatten muss. Sicherlich ist dieses von individuellen Vertragsverhältnissen abhängig, aber Ihre Schilderung weist schon in die Richtung der eigenverantwortlichen Nutzung der Röntgeneinrichtung durch die ´Operateure´, die Operationsraum und Röntgeneinrichtung in Ihrer Tagesklinik anmieten und nutzen. Wir vom Forum RöV meinen, dass der Aufwand für die Bestellung von Strahlenschutzbeauftragten sicherlich geringer ist als der Aufwand, für die Erstellung einer Vielzahl an Anzeigen, diese dann noch unter Beachtung der dazu notwendigen Abgrenzungen und empfehlenden Vorgaben der Gewerbeaufsicht, zu sorgen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andreas schrieb am 08.06.2016 - 16:45 Uhr:
Frage:2708 BETREFF: Praxis Umzug Befundungsmonitor
Hallo, wenn in einer Zahnarztpraxis ein Monitor nach DIN6868-57 (alte Norm) abgenommen ist, kann dieser ja noch weiter als Befundungsmonitor verwendet werden. Meine Frage hierzu: Wie lange, und gilt das auch noch wenn die Praxis umzieht? Gruß Andreas


1. Antwort: Hallo Andreas, sorry, Ihre Anfrage ist in meinem Rechner an einem falschen Ort gelandet - deshalb die Zeitverzögerung. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Wenn das Gerät nach der alten Norm (DIN V 6868-57) abgenommen worden ist, kann die Abnahmeprüfung auch bei einem Umzug nach dieser Norm erfolgen, allerdings unter Berücksichtigung der Raumklassen und Tätigkeitsarten. Dies gilt bis zum 01.01.2025. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jutta Reinholz schrieb am 06.06.2016 - 10:57 Uhr:
Frage:2707 BETREFF: Nicht korrekt ausgefüllte Röntgenanforderung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, es stellt sich die Frage nach der falsch ausgefüllten Röntgenanforderung. Beispiel 1: die Seite eines Organs, z:B. eines Knies ist nicht richtig. Zum Untersuchungszeitpunkt stellt die RA fest, dass das andere Knie operiert wurde und röntgenkontrolliert werden muss. Darf trotzdem geröntgt werden? Damit der Ablauf in der Röntgenabteilung weitergehen kann, und weil der Pat. vielleicht auch zuvor aufwendig von Station hergebracht wurde? Beispiel 2: Die rechtfertigende Indikation passt nicht zur angemeldeten Röntgenanforderung, oder andere nicht ´sinnfreie Gestaltungen´..., die aber erst zum Untersuchungszeitpunkt auffallen. Muss in diesen Fällen eine neue Röntgenanforderung durch den Arzt ausgefüllt werden? Oder dürfen wir ´korrigierend´ eingreifen, z.B. das richtige Knie röntgen und die Korrektur dann im RIS dokumentieren? Zu Ihrer Information: Wir sind eine kleine Röntgenabteilung einer Klinik mit zwei Fachabteilungen, d.h. wir haben keinen Radiologen, der für unsere Abteilung zuständig ist und mal eben eine neue Röntgenanforderung erstellen könnte. Die Röntgenanforderungen werden durch unsere fachkundigen Ärzte gestellt, aber auch manchmal durch das Pflegepersonal vorbereitet und dann durch den fachkundigen Arzt freigegeben. Vielen Dank im Voraus. Mit freundlichen j.Reinholz


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Reinholz, zunächst möchten wir aus rechtlicher Sicht folgenden Rat geben: Sollte ein/e MTRA oder MFA vor der von ihm/ihr technisch durchzuführenden Röntgenaufnahme feststellen, dass hier im Rahmen einer von einem Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz gestellten rechtfertigenden Indikation augenscheinlich eine falsche oder unklare Durchführungsanweisung gegeben wurde, dann ist es sicherlich die Pflicht der Assistenzperson, den betreffenden ´fachkundigen´ Arzt auf sein Versehen oder seinen Fehler hinzuweisen. Nur so kann eine unnötige Strahlenexposition verhindert werden, denn die Röntgenaufnahme würde ja wohl sonst höchstwahrscheinlich wiederholt werden müssen. Es sollten in derartigen Fällen nach unserer Auffassung keine Bedenken bestehen, wenn der fachkundige Arzt sein Versehen bzw. seinen Fehler unverzüglich korrigiert und eine neue mündliche Durchführungsanweisung gibt und die Dokumentation zeitnah korrigiert bzw. vervollständigt. Dann noch ein Kurzkommentar aus radiologischer Sicht: Wenn vor der Durchführung der Röntgenaufnahme der Assistenzperson durch eindeutige klinische Angaben(zum Beispiel: Z.n.Knie-TEP) und auf der Basis einer dezidierten Fragestellung (zum Beispiel: Stellungskontrolle) klar ist , dass in der Anforderung die Seite verwechselt wurde, kann man ohne neuen Anforderungsschein die richtige Seite röntgen. Der betreffende Arzt muss natürlich trotzdem informiert werden. Fehlen aber diese Angaben oder sind sie unvollständig oder widersprüchlich, ist auf einem neuen Anforderungsschein zu bestehen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Eduard schrieb am 03.06.2016 - 11:26 Uhr:
Frage:2706 BETREFF: Strahlenschutzmaßnahmen/Strahlenbelastung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei insgesamt 6 Röntgenaufnahmen: beide Knie im Stehen, LWS wurde mir keine Hodenkapsel eingesetzt. Könnten Sie mir bitte sagen ob die Leitlinen in der Röntgendiagnostik eingehalten worden. Wie kann ich nun die Strahlenbelastung messen? Vielen Dank für Ihre Antwort. MfG Eduard.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Freitag, nach der Leitlinie zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik der BÄK sollte man bei den genannten Röntgenaufnahmen, vor allem bei der LWS-Aufnahme, dem Patienten das Anlegen einer Hodenkapsel anbieten. Nachträglich kann man natürlich die Strahlenbelastung nicht mehr messtechnisch erfassen. Aber es existieren Methoden, mit deren Hilfe ein medizinphysikalischer Experte aus den Untersuchungsdaten die Hodendosis abschätzen kann. Ich darf hier im Forum RöV keine dafür geeignete Person benennen, aber vielleicht kann die für den Strahlenschutz örtlich zuständige Aufsichtsbehörde einen diesbezüglichen Hinweis geben. Zum Schluss eine Anmerkung: In allen Fällen (auch bei der LWS-Aufnahme, wenn sie korrekt eingestellt wurde) war der Hoden nicht durch Nutzstrahlung (relativ hohe Dosis!) sondern nur durch Streustrahlung (relativ niedrige Dosis!) exponiert. Das soll jetzt nicht rechtfertigen, Ihnen die Hodenkapsel nicht angeboten zu haben, sollte aber ein wenig, was das Strahlenrisiko betrifft, für Entspannung sorgen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kuespert schrieb am 01.06.2016 - 16:55 Uhr:
Frage:2705 BETREFF: DIN 6868-157 Anforderung BWGs
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich habe eine Frage zu DIN 6868-157. Es wird eine Röntgenanlage verwendet, die für Radiografie und Radioskopie spezifiziert ist. Auf dem System werden endoskopische Eingriffe durchgeführt. Das System umfasst einen geschützten Bereich und einen Behandlungsraum mit je einem Röntgenmonitor. Da mit dieser Anlage Projektionsradiografien erzeugt werden können, schreibt die DIN 6868-157 ab spät. 30.06.2018 vor, Bildwiedergabegeräte mit einer Matrix von mind. 1600 x 1200 Pixel zu verwenden. Meine Frage ist nun, muss sowohl im geschützten Bereich als auch im Behandlungsraum einen solchen Monitor betrieben werden, oder würde es ausreichen diesen 2MP Monitor nur im geschütztem Bereich (oder Behandlungsraum) zu installieren und im Behandlungsraum (oder geschütztem Bereich) eine Befundungsmonitor zu verwenden, der für die Durchleuchtung ausreichend ist. In diesem Fall könnte die Matrix des BWGs geringer ausfallen (1024 x 1024 Pixel). Falls ja, muss dieser 1MP Monitor gesondert gekennzeichnet werden? Vielen Dank und freundlichen Grüsse


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Küspert, in einem Rundschreiben des BMUB an die obersten für den Strahlenschutz zuständigen Landesbehörden zur Änderung der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) steht unter anderem, dass BWS mit der kleinen Matrix (1024 Pixel * 1024 Pixel) bis zum 30.06.2018 erstmalig in Betrieb gehen dürfen. Aus Ihrem Text kann man entnehmen, dass es sich in Ihrem Fall sowieso um eine ´Altanlage´ handelt. Dann kann die Einrichtung bis zum 31.12.2024 so weiterbetrieben werden. Alle in diesem Rundscheiben genannten Änderungen der QS-RL waren spätestens ab dem 15.12.2014 anzuwenden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 30.05.2016 - 21:11 Uhr:
Frage:2704 BETREFF: Röntgentherapie Patientenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen,gibt es in einer DIN-Norm oder Richtlinie oder einem sonstigen Regelwerk Vorgaben für Patientenschutzmittel in der Röntgentherapie? Evt. bezogen auf den Energiebereich der Therapie mit den geeigneten Bleigleichwerten und Schutzklassen? Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen, Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, mir sind keine ´offiziellen´ Normen oder Richtlinien bekannt, die sich mit Patientenschutzmitteln in der Röntgenstrahlentherapie beschäftigen. Etwas findet man zu diesem Thema allerdings im Internet (Google), beispielsweise das Merkblatt ´Strahlenschutzmaßnahmen Therapie-RöV 01Jul05´, erstellt vom ´Gewerbeaufsichtsamt, Regierung von Unterfranken´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  DR. HARTMANN schrieb am 29.05.2016 - 21:12 Uhr:
Frage:2703 BETREFF: Qualitätssicherung - Übertragungsgeschwindigkeit
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, welche Bedeutung hat die Erwähnung der Übertragungsgeschwindigkeit in §16 der RöV? MfG h.hartmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Hartmann, die Erwähnung der Übertragungsgeschwindigkeit im § 16 Abs. 3 RöV („Durchführung der Konstanzprüfung“) hat etwas mit der Teleradiologie im Sinne des § 3 Abs. 4 RöV zu tun. Es ist im Rahmen der Konstanzprüfung unter anderem die Konstanz der Geschwindigkeit zu prüfen, mit der die Daten und Bilder übermittelt werden. Dicht gekoppelt mit der Prüfung der Übertragungsgeschwindigkeit ist die Prüfung der Übertragungszeit, innerhalb derer die notwendige Anzahl der Bilder übertragen werden müssen. Deren Überprüfung muss im Rahmen der Abnahmeprüfung als auch der Konstanzprüfung durchgeführt werden. Die Qualitätssicherung in der Teleradiologie (Abnahme- und Konstanzprüfung) wird in der DIN 6868-159 („Sicherung der Bildqualität in röntgendiagnostischen Betrieben – Teil 159: Abnahme- und Konstanzprüfung in der Teleradiologie nach RöV“) beschrieben. Wenn Sie nähere prüfungstechnische Details benötigen sollten, empfiehlt es sich, die o.g. Norm zu besorgen. Ausführliche Informationen rund um diese Norm finden Sie im Internet, unter anderem „DIN 6868-159: Eine Norm für die Abnahme- und Konstanzprüfung in … „. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sven Weichert schrieb am 26.05.2016 - 13:31 Uhr:
Frage:2702 BETREFF: Weisungsrecht Strahlenschutzverantwortlicher
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich befasse mich derzeit mit der Fragestellung, ob ein Strahlenschutzverantwortlicher ein Weisungsrecht gegenüber den Strahlenschutzbeauftragten hat. Meine bisherige Recherche ist da leider widersprüchlich. Im Konfliktfall zwischen beiden, scheint der Verantwortliche mit seinem Veto lediglich den strittigen Fall zur Entscheidung an die entsprechende Behörde weiterzuleiten. Alles andere wäre m.E. aufgrund ggf. fehlender Fachkunde beim Verantwortlichen auch nicht nachvollziehbar. Allerdings kann der Strahlenschutzverantwortliche sowohl konkrete Aufgaben als auch den zu überwachenden örtlichen Bereich des Strahlenschutzbeauftragten festlegen und ändern! Gibt es nach Ihrer Kenntnis hier eine klarstellende Regelung zum Unterstellungsverhältnis? Für eine Antwort danke ich Ihnen sehr. Mit freundlichen Grüßen, S. Weichert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Weichert, ob es klarstellende „Regelungen“ zu einem möglichen Weisungsrecht des Strahlenschutzverantwortlichen gegenüber dem/den Strahlenschutzbeauftragten gibt, ist uns beim Forum RöV nicht bekannt. Da die RöV und StrlSchV hierzu keine konkreten Hinweise geben, können wir Ihnen nur die Nachprüfung in der amtlichen Begründung der Bundesregierung zu diesen Verordnungen, in einschlägigen Kommentaren und in Datenbanken zu Gerichtsverfahren empfehlen. Dies wäre eine Möglichkeit, ggf. belastbare Aussagen zu finden. Wir vom Forum RöV sehen die Regelung ähnlich, wie Sie sie beschrieben haben. Der Strahlenschutzbeauftragte nimmt seine Tätigkeit im Rahmen seines festgelegten Entscheidungsbereichs und seiner Befugnisse verantwortlich wahr und ist nach dem Strahlenschutzrecht keinen Weisungen des Strahlenschutzverantwortlichen unterworfen. Prüfen müsste man an dieser Stelle, ob es eventuell ein Weisungs- oder Direktionsrecht des Arbeitgebers über das „normale“ Arbeitsrecht gibt. Eine solche Prüfung können wir vom Forum RöV nicht durchführen. Hier sind sicherlich Fachleute des Arbeitsrechts zu befragen. Der Strahlenschutzbeauftragte hat, wie von Ihnen auch angeführt, das Recht, dem Strahlenschutzverantwortlichen über seine Erkenntnisse zu berichten und er hat die Pflicht, dem Strahlenschutzverantwortlichen Mängel mitzuteilen und Maßnahmen zu deren Abstellung vorzuschlagen. Die Entscheidungsverantwortung obliegt allerdings dem Strahlenschutzverantwortlichen. Dies ist aus unserer Sicht auch richtig, denn er allein kann die wirtschaftliche Seite des Unternehmens überblicken und ggf. drüber hinaus auch überzogene Maßnahmen des Beauftragten einordnen. Dass die Ablehnung von Vorschlägen durch den Strahlenschutzverantwortlichen die Information der Aufsichtsbehörde nach sich zieht, kompensiert ggf. die fehlende Fachkunde des Strahlenschutzverantwortlichen, denn in diesem Fall prüft die Behörde fachkompetent, ob die Ablehnung zu Recht erfolgt ist. Eingeschränkt sehen wir die „freie Entfaltung“ des Strahlenschutzverantwortlichen bei der Bestellung des Beauftragten, bei der Festlegung des Entscheidungsbereichs und der Befugnisse. Eingeschränkt deshalb, weil er über all diese Verfahren die zuständige Aufsichtsbehörde informieren muss, die dann einen Prüfauftrag hat und im Einzelfall durchaus feststellen kann, dass eine Person die Aufgaben des Strahlenschutzbeauftragten nicht wahrnehmen kann. D.h., auch hier ist das Weisungs-/Direktionsrecht des Strahlenschutzverantwortlichen nicht uneingeschränkt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Hagedorn schrieb am 26.05.2016 - 12:11 Uhr:
Frage:2701 BETREFF: Referenzaufanhme
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich kenne es nur so, dass bei analogen PSA Referenz- und Konstanzaufnahmen 3 cm vom Rand ein- geschnitten sein müssen, damit am Röntgenbildbetrachter ein visueller Abgleich möglich ist. Nun würde ich gerne die Rechtsgrundlage dazu wissen. Können Sie mir weiterhelfen? Vielen Dank für Ihre Mühe. Mit freundlichen Grüßen A. Hagedorn


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hagedorn, nach Rückfrage bei Experten, die sich mit der QS in der Röntgendiagnostik gut auskennen, wird bestätigt, dass dieses Vorgehen, das Sie beschrieben haben, durchaus Sinn macht und auch so praktiziert wird: Zum Vergleich der optischen Dichte soll die neu erstellte ´Konstanzaufnahme´ mit der ´Bezugsaufnahme´ verglichen werden. Da bei den Aufnahmen ein mehrere Zentimeter breiter unbelichteter Rand am Anfang und Ende des Filmes vorhanden ist, können die Dichtestufen schlecht miteinander (durch Aneinanderlegen) verglichen werden. Schneidet man nun einen X cm (z.B. 3 cm) breiten Rand an beiden Filmen ab - aber unbedingt jeweils am Anfang (oder Ende) -, können die Schnittkanten problemlos so aneinander gelegt werden, dass sich die Dichtestufen gegenüber stehen. Da in der Regel die Dichte zur Mitte zu- und dann zum Ende wieder abnimmt, muss der abgeschnittene Streifen in seiner Breite immer annähernd identisch sein. Wo allerdings dieses Vorgehen ´rechtlich´ festgelegt ist, entzieht sich unserer Kenntnis (wenn überhaupt, müsste es ja in den Normen DIN 6868-5 und/oder DIN 6868-151 zu finden sein). Vielleicht hat sich dieses Vorgehen einfach nur als praktikabel erwiesen und wurde deshalb so übernommen, was ja manchmal auch ohne rechtliche Anstöße möglich sein soll. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kindervater Guido schrieb am 24.05.2016 - 10:07 Uhr:
Frage:2700 BETREFF: Fachpersonal mit ´kleinem Röntgenschein´
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich bin mit der Frage konfrontiert worden, ob es zulässig ist Medizinisches Fachpersonal(Schwestern im Nachtdienst) an kleineren Krankenhäusern Röntgenaufnahmen anfertigen zu lassen natürlich bei Anwesenheit und Überwachung durch einen im Strahlenschutz fachkundigen Arzt, wenn erstere die entsprechenden Kurse absolviert haben.Das denke ich ist zulässig. Was ich aber nicht weiß,ob dieses Fachpersonal auch eine gewisse Zeit Röntgenaufnahmen z.B. nachweislich unter Anleitung einer MTR/Arzt erstellt haben müssen und wenn ja in welcher Anzahl. Muss ich als Strahlenschutzbevollmächtigter hier etwas beachten? Viele Grüße G. Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, ausgebildete medizinische Fachangestellte -MFA- (z.B. Arzthelferinnen, Krankenschwestern o.ä.) dürfen Röntgenuntersuchungen ´technisch durchführen´, wenn sie über Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen und unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes tätig sind. Diese notwendigen Kenntnisse im Strahlenschutz werden in Kursen vermittelt, die einen theoretischen Teil (i.d.R. 30 Unterrichtseinheiten) und einen praktischen Teil (i.d.R. 60 Unterrichtseinheiten) beinhalten und mit einer Prüfung abschließen. Die erfolgreiche Teilnahme an solchen Kursen ist die Voraussetzung, um anschließend die Kenntnisse im Strahlenschutz von der zuständigen Stelle (z.B. Ärztekammer) bescheinigt zu bekommen. Erst wenn diese Bescheinigung tatsächlich vorliegt, darf die MFA technisch durchführen. Aufgabe von Strahlenschutzverantwortlichen und in deren Auftrag von Bevollmächtigten sowie von Strahlenschutzbeauftragten ist es, darauf zu achten, dass die Kenntnisbescheinigung vorliegt und die Kenntnisse regelmäßig alle fünf Jahre aktualisiert werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Uwe Heinemann schrieb am 20.05.2016 - 15:07 Uhr:
Frage:2699 BETREFF: Juristische Wertigkeit von Röntgenbefunden
Haben im Rechtsfall Röntgenbefunde, die von fachkundigen Weiterbildungsassistenten oder Fachärzten aus Fachgebieten, die nicht dem radiologischen Fachbereich angehören, die aber über eine entsprechende Teilfachkunde nach RöV verfügen, vor Gericht die gleiche Aussagekraft wie Befunde, die von Radiologiefachärzten erstellt worden sind?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Heinemann, der von mir bezüglich Ihrer Anfrage angesprochene Experte ist, wie ich auch, der Meinung, dass man mit ´ja´ antworten muss, wenn die in einem Rechtsfall involvierten Röntgenbefunde das Anwendungsgebiet des Arztes betreffen, in dem dieser seine Fachkunde im Strahlenschutz (´Teilfachkunde´) besitzt, so dass er eigenständig befunden und nach § 23 Abs. 1 RöV auch die rechtfertigende Indikation für die betreffenden Röntgenuntersuchungen stellen darf. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Conny Altmaier schrieb am 18.05.2016 - 10:56 Uhr:
Frage:2698 BETREFF: Patienten CD
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, müssen denn beim Brennen von PatientenCDs die von den Ärzten in die Befundbilder eingezeichneten Messlinien oder Markierungen mit auf die CD gebrannt werden ? Diese Anmerkungen sind ja irgendwie auch befundrelevant. Oder dürfen da nur die originalen Bilder gebrannt werden ?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Altmaier, nach Auskunft einer im meinem Umfeld tätigen Ärztlichen Stelle ist zu verlangen, dass eine CD, die zur Vorlage bei einem mit- oder weiterbehandelnden Arzt angefertigt wird, die Original-bilder enthalten muss. Zusätzliche Bilder, Informationen, etc., wie z.B. Messlinien, Markierungen, sind keine Pflicht sondern, um im sportlichen Jargon zu bleiben, eine Kür. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Miriam Oberdorf schrieb am 17.05.2016 - 16:03 Uhr:
Frage:2697 BETREFF: Indikationen
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, darf eine Röntgenuntersuchung angefertigt werden, um eine eventuell vorhandene Fraktur auszuschließen, die aber nicht behandelt wird wie Rippen und Nase seitl. ? Wer legt fest, ob solche Bilder abgeschafft werden ? Wie das Schädelröntgen. Bei uns werden Indikationen aufgeschrieben, die man mit der Röntgenaufnahme nicht beantworten kann ZB Knie 2E + Pat. ax mit der Fragestellung Innenmeniskusläsion, außerdem Indikationen wie gestoßen(Fuß 2E), Schmerzen, Lumbalgie. Sind diese Indikationen rechtens ? Danke im Voraus Mit freundlichen Grüßen M. Oberdorf


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Oberdorf, nach Rücksprache mit einem radiologischen Kollegen folgende Antworten: Viele Ihrer Fragen lassen sich schon mit der so genannten „Orientierungshilfe für bildgebende Untersuchungen“ beantworten (siehe im Internet). Eine Röntgenuntersuchung des Nasenbeins ist - bei entsprechender Klinik - nach gezielter fachärztlicher Anforderung als weiterführende Untersuchung bei einem Nasentrauma indiziert. Eine dislozierte Nasernbeinfraktur wird sehr wohl therapiert. Bei einem klinisch stabilen Thoraxtrauma ist die Röntgenuntersuchung der Rippen als Primäruntersuchung indiziert. Bei nachgewiesenen Rippenfrakturen besteht die Gefahr eines Pneumo- oder Hämatothorax, den man nicht übersehen sollte. An der eigentlichen Therapie ändert sich nichts. Auch bei Kniebeschwerden kann eine Röntgenuntersuchung sinnvoll sein. Die übrigen Angaben (Schmerzen, gestoßen, Lumbalgie) stellen ohne weitere klinisch anamnestische Angaben keine Indikation für eine Röntgenuntersuchung da. Oft hat der im Strahlenschutz fachkundige anfordernde Arzt noch Zusatzinformationen, die er bei der nicht selten vorhandenen Hektik in der Ambulanz nicht auf dem Anforderungsschein dokumentiert hat. Auch Schädeluntersuchungen haben bei bestimmten Fragestellungen noch durchaus eine Berechtigung. Grundsätzlich gilt immer, dass sich die Indikationen für bestimmte Untersuchungen nicht allgemein sondern jeweils nur für einen konkreten Fall beantworten lassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Rost schrieb am 15.05.2016 - 17:48 Uhr:
Frage:2696 BETREFF: Erweiterung der Frage: Fachkunde/Kenntnisse
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank für Ihre Antwort, die trotz des Feiertages so schnell kam. Ich bin mit Allem was Sie schreiben im Großen und Ganzen da core, vor allem was den Schutz vor Strahlung betrifft. Und mir ist klar, dass Sie persönlich an den Gesetztesvorgaben nicht viel ändern können. Doch dachte ich, dass Sie vielleicht mit in einer Kommission sitzen oder zumindest die wichtigen Leute kennen. Was mir (SSB an einem kleinen Haus der Grundversorgung) zu schaffen macht, ist, dass ich bei noch so viel Internetrecherche zum Begriff „Ständige Aufsicht und Überwachung“ in diversesten Veröffentlichungen Meinungen vorfinde, u.a. von Ärztekammern usw., aber keine konkreten Durchführungsbestimmungen. Im Gesetz finde ich den Passus „jederzeit die Möglichkeit haben, den Patienten zu untersuchen.“ So wie es z.B. die Ärztekammer im Saarland definiert, darf ich als Strahlenschutz-fachkundiger Arzt eigentlich gar nichts mehr tun, was länger als einige wenige Sekunden dauert, z.B. darf nicht endoskopieren oder operieren, denn da kann ich ja nicht so einfach abtreten um sofort den Patienten zu untersuchen. Die Realität ist einfach eine andere. In einer anderen Plattform finde ich die Definition „sich auf dem Krankenhausgelände aufhalten und innerhalb von 15 Minuten den Patienten untersuchen können.“ Da frage ich mich, warum muss ich diese 15 Minuten, die mir an Zeit eingeräumt wird, auf dem Krankenhausgelände sein und nicht zu Hause (ca. 5 Minuten zu Fuß, entsprechend kürzer mit Auto oder Fahrrad). Auch heißt es ja „untersuchen können“ und nicht „müssen“, d.h. ich muss gar nicht jeden Patienten sehen. Ich „kann“ das sogar besser, wenn ich zu Hause sitze und 5 Minuten in die Klinik brauche als wenn ich „auf dem Klinikgelände“ bin, aber in einer komplizierten Prozedur oder OP feststehe. Oder soll man den Patienten in den OP oder den Endoskopieraum bringen, damit ich ihn dort sehen kann? Dies würde zumindest den Erlebniswert für den Patienten steigern. (Satire). Was mich eben stört ist die Undifferenziertheit der Forderung nach Aufsicht und Verantwortung und die Schwammigkeit der Begrifflichkeit. In einem Urteil des VG Stuttgart (Urteil vom 11. Mai 2012 • Az. 4 K 3381/11) wird indirekt eine differenziertere Herangehensweise angedeutet, in dem „unmittelbare“ und „ständige“ Aufsicht unterschieden werden (diesen Unterschied kennt die RöV aber gar nicht). In der Urteilsbegründung heißt es unter Anderem : „Fraglich ist allerdings, welchen Intensitätsgrad die „ständige Aufsicht und Verantwortung“ eines Arztes mit der erforderlichen Fachkunde erreichen muss. Aus der Regelung des § 82 Abs. 2 StrlSchV geht hervor, dass es einer solchen ständigen Aufsicht und Verantwortung bei den Berufsgruppen der Nrn. 1 und 2 (also Ärzte, Anmerkung von mir) nicht bedarf. Hier beschränkt sich die Aufgabe des die Behandlung anordnenden und verantwortenden Facharztes auf Stichproben und Kontrollen.´ Und diese Äußerung betraf eine Strahlentherapie-Praxis! Und sicherlich hat die unmittelbare Aufsicht und die Möglichkeit, in den Prozess einzugreifen, bei einer Strahlentherapie eine ganz andere Wichtigkeit als beim Röntgen eines Thorax oder eines Sprunggelenks. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat da, wenn auch bezogen auf die Strahlentherapie, durchaus auf eine solche Differenziertheit hingewiesen, leider ohne weitere Einzelheiten auszuführen. Ich bitte um Entschuldigung für meine Beharrlichkeit, aber es ist ein Problem, dass letztendlich alle Häuser der Grund- und Regelversorgung betreffen dürfte. Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rost, ich sehe diesen umfangreichen Beitrag hier im Forum RöV nicht als eine Frage an mich sondern als Ausführungen, die so ein wenig Ihren sicherlich nicht ganz unverständlichen Frust widerspiegeln. Deshalb gehe ich darauf nicht ein sondern lass es mal einfach so stehen. Doch eins muss ich klarstellen: Ich arbeite sicherlich in einigen den Strahlenschutz betreffenden Gremien (z.B. DIN-Arbeitskreise). Aber diese sind alle technisch-physikalisch orientiert, was für mich als Medizinphysiker auch sinnvoll ist. Ich bin kein Mitarbeiter in administrativ-rechtlichen Arbeitsgruppen oder Kommissionen, auf die ich aber, was Ihre hier geschilderten Probleme betrifft, verweisen muss (z.B. zuständige atomrechtliche Landesbehörden, Ärztekammern, Bundesumweltministerium). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Rost schrieb am 14.05.2016 - 14:40 Uhr:
Frage:2695 BETREFF: Fachkunde im Bereitschaftsdienst
Guten Tag, Herr Prof. Ewen, hat sich eigentlich jemand Gedanken darüber gemacht, wie das Ganze in kleineren Krankenhäusern auf dem Land funktionieren soll? Wenn ein Berufsanfänger eingestellt wird, dann benötigt er bis zur ersten Einsatz im Bereitschaftsdienst über ein Jahr, bis er nach Kenntniskurs, Grund- und Spezialkurs Notfallröntgen und 1 Jahr Sachkundeerwerb, bis er Dienst machen kann. Abegesehen davon, dass es für denjenigen sowohl vom Weiterbildungsverlauf und von der materiellen Seite her ziemlich katastrophal ist. Viele kleinere Häuser arbeiten mit 5-6 Assistenzärzten, da kann man, wenn auch nur 2 davon gar keine Dienste machen können, die gesetzlichen Vorgaben der Arbeitsrechtes nicht einhalten (max. 6 Dienste im Monat). Häufig gibt es zwei diensttuende Abteilungen (Innere und chirurgie), häufig mit unbesetzten Stellen. Wie soll das gehen? Es ist so schon schwierig genug, die Dienstpläne zusammenzuschustern. Wenn jetzt auch noch Rücksicht darauf genommen werden soll, dass einer der beiden Diensthabenden die Fachkunde haben soll, wird bald gar nichts mehr gehen. Und wenn man meint, dass eine Hintergrunddienst wegen jeder Röntgenaufnahme reinfährt, dann hat man flugs keine Hintergrunddienste mehr, und wir können die Krankenhäuser schließen. Da ist man oft nur zu 2t oder zu 3t, bei der Häufigkeit an Einsätzen ist dann auch keine Rufbereitschaft mehr anzuordnen, sondern Bereitschaftsdienst, was zu Folge hat, dass der Hintergrund am nächsten Tag frei haben muss, lt. Arbeitszeitgesetz. Und niemand wird jahrzehntelang Dienst im Haus machen oder womöglich Ruf-Bereitschaft mit regelmäßig fünf oder sechs Ausrückungen in der Nacht. Das schafft auch keiner. Also wird man keine erfahrenen Hintergrunddienste mehr haben. Mich würde also interessieren, wie sich diejenigen, die solche Dinge in Gesetzesform gießen, das vorstellen. Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rost, vielen Dank für Ihren kritischen Beitrag, der sicherlich ein ernstzunehmendes Problem anspricht. Wir wissen aus Erfahrung und immer wieder geführten Diskussionen in Strahlenschutzkursen durchaus um dieses Problem. Allerdings ist das Forum RöV nicht die geeignete Plattform, um dieses Thema auszudiskutieren. Erstens, liegt dies daran, dass man diese Diskussion mit dem Verordnungsgeber (Bundesumweltministerium) und, zumindest in eingeschränkter Form, mit den zuständigen Behörden führen muss. Zweitens, muss man bedenken, dass das Strahlenschutzrecht auf europäischen Grundlagen (EURATOM-Vertrag) beruht und nationale Abweichungen nur sehr eingeschränkt möglich sind. Unser grundsätzlicher Rat wäre, im Rahmen der bald anstehenden Fortschreibung des Strahlenschutzrechts über die Interessenverbände (z.B. Ärztekammern, Krankenhausgesellschaften o.ä.) die Anhörung der Verbände zu nutzen, um hier ggf. praktikable Annäherungen, Kompromisse, etc. zu erreichen. Ähnliches gilt auch für das Arbeitszeitrecht bzw. das Arbeitsrecht. Auch hier kann die Kommunikation mit den zuständigen Ministerien durchaus zielführend sein. Ohne Anspruch auf unbedingte Richtigkeit erlauben Sie als Abschluss eine persönliche Stellungnahme der Autoren des Forum RöV: ´Da die Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen bei allem bekannten Nutzen auch immer ein Restrisiko beinhaltet und nach der Rechtsprechung auch als Körperverletzung gelten kann, halten wir die Rechtfertigung der Anwendung im Einzelfall durch fachkompetente Ärzte für unabdingbar. Der Arzt, der diese Rechtfertigung vertritt, sollte nach unserer Meinung schon über eine geeignete Ausbildung im Strahlenschutz verfügen und sowohl die Rechtfertigung als auch die Erstbefundung verantwortlich wahrnehmen können. Auch Strahlenschutzorganisationen in größeren und kleineren Kliniken sollten sich mit diesem Thema grundsätzlich verantwortungsvoll auseinandersetzen und die einzelnen Bereiche abwägen, so wie Sie es in Ihrem Beitrag auch gemacht haben. Vielleicht kommt man dann zu einem Konsens in Bezug auf eine geeignete und praxisnahe radiologische Ausbildung der Ärzte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Hartmann schrieb am 13.05.2016 - 22:55 Uhr:
Frage:2694 BETREFF: DIN 6857-2
Sehr geehrter Herr Prof Eben Wir haben alte Röntgenschürzen im OP . Äußerlich sind deutliche nicht zu glättende Faltenwürfe zu erkennen Die CT zeigt jedoch keine Risse auch keine Haarrisse. Muss die Schürze ausgetauscht werden, da doch eine Ausdünnung des Material anzunehmen ist? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Hartmann, ich persönlich würde grundsätzlich bei ´alten´ Schürzen (aber Frage: was wird als ´alt´ bezeichnet?), die visuell erkennbare und vielleicht auch noch zu tastende ´Unregelmäßigkeiten´ aufweisen, einen Austausch vorschlagen. Aber hier in diesem Fall ist ja auch eine Röntgenuntersuchung vorgenommen worden, der man ja die größte Aussagekraft bezüglich ggf. vorhandener Läsionen bei Schutzkleidung unterstellen kann. Und diese Untersuchung zeigte keine Defekte. Deshalb neige ich in diesem Fall dazu, die Schürzen weiter zu benutzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Conny Altmaier schrieb am 13.05.2016 - 10:29 Uhr:
Frage:2693 BETREFF: CD Brennen
Sehr geehrte Damen und Herren, sollen bei den auf CD gebrannten Konstanzprüfungen für die ärztliche Stelle, die Textanmerkungen mit kopiert werden oder sind diese nicht zwingend notwendig ? Und was sollen wir tun, wenn der Brenner diese Angaben einfach nicht brennen will ?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Altmaier, sind Sie mir bitte nicht böse, wenn ich einfach mal so antworten muss: Da es mehrere ärztliche Stellen gibt, die möglicherweise mit diesem Problem des CD-Brennens unterschiedlich umgehen, kann ich Ihnen nur raten, sich bei der für Sie zuständigen ärztlichen Stelle entsprechend zu informieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  A. Krause schrieb am 12.05.2016 - 09:54 Uhr:
Frage:2692 BETREFF: DFP-Messgerät
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bittte entschuldigen Sie, dass ich zu diesem Thema nochmals nachhaken muss. Bei der SV-RL handelt es sich doch ´nur´ um eine Richtlinie. Somit hat man doch auch keine schwerwiegenden Konsequenzen zu erwarten, wenn diese nicht 100%ig eingehalten werden würde?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Krause, so einfach sollten Sie es sich nicht machen. Sie haben Recht, dass es sich bei dem von mir genannten Regelwerk um eine nationale Richtlinie handelt, die in ihrer Außenwirkung sicherlich nicht mit einem Gesetz oder einer Rechtsverordnung vergleichbar ist. Allerdings beschreibt die Sachverständigen-Prüfrichtlinie den Stand der Technik und der wird in der Röntgenverordnung für den ordnungsgemäßen Betrieb einer Röntgeneinrichtung gefordert. Das bedeutet, dass neue Röntgeneinrichtungen nicht in Betrieb genommen werden dürfen, wenn dieser Stand nicht erfüllt und nachgewiesen ist. Für Röntgeneinrichtungen, die bereits betrieben werden und eine zutreffende Anforderung aus der Sachverständigen-Prüfrichtlinie nicht erfüllen, heißt das, dass die zuständige Aufsichtsbehörde die Durchführung der erforderlichen Maßnahme anordnen kann, was unter Umständen mit einer zusätzlichen Gebühr verbunden ist. Mein Rat ist, die Durchführung der notwendigen Maßnahme mit der zuständigen Aufsichtsbehörde zu besprechen. Hierbei könnten dann auch bestimmte Umsetzungsfristen vereinbart werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anke Krause schrieb am 11.05.2016 - 00:22 Uhr:
Frage:2691 BETREFF: Messung Dosisflächenprodukt
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zu folgender Fragestellung habe ich bei meiner Recherche im Internet keine eindeutige Antwort gefunden: Muss bei kinderradiologischen Untersuchungen am Körperstamm zwingend ein Dosisflächenprodukt-Anzeigegerät bzw. -Messgerät vorhanden sein, oder gibt es hierbei für ältere Geräte eine Ausnahme? Mit freundlichen Grüßen Anke Krause


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Krause, Sie finden die Forderung nach Vorhandensein einer Dosisflächenprodukt-Anzeige bei radiologischen Untersuchungen von Kindern am Körperstamm in der Humanmedizin in der jetzt geltenden sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL), und zwar unter Punkt E 12 in der Anlage I zur SV-RL. Es gibt für ältere Geräte keine Ausnahme. Für entsprechende Untersuchungen in der Zahnmedizin (ausgenommen: Untersuchungen mit dem Tubusgerät) gilt dieselbe Forderung (auch in E 12), allerdings mit der Einschränkung auf Röntgeneinrichtungen, die ab dem 1.7.2010 erstmalig in Betrieb gegangen sind. Die SV-RL kann man im Internet aufsuchen. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Fr.Thoma schrieb am 09.05.2016 - 16:45 Uhr:
Frage:2690 BETREFF: Ringdosi und Körperdosi in der Nuk?
Ist es sinnvoll sowohl Körperdosimeter als auch Ringdosimeter in der Nuklearmedizin zu tregen? Was ist Kür und Pflicht?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Thoma, es gibt zu dem Thema Ermittlung der Körperexposition eine Richtlinie („Richtlinie für die physikalische Strahlenschutzkontrolle zur Ermittlung der Körperdosis“), die sowohl die Belange der RöV als auch der StrlSchV mit einbezieht. Ihre Anfrage bewegt sich mit der Nuklearmedizin im Zuständigkeitsbereich der StrlSchV. Die Richtlinie selbst besteht aus 2 Teilen: Teil 1 betrifft die äußere Strahlenexposition und Teil 2 die innere Strahlenexposition. Man kann beide Teile leicht im Internet aufsuchen und sich selbst orientieren, welches Verfahren für die eigene spezielle Arbeit (in Ihrem Fall in der Nuklearmedizin) anzuwenden ist. In Zweifelsfällen sollte man sich Rat bei der zuständigen Behörde suchen. Zur schnellen Orientierung über die für eine beruflich exponierte Person zutreffende Methode gibt es jeweils am Ende der Teile 1 und 2 in Anhängen ein Tabellenwerk mit all den möglichen Ermittlungsmethoden zur Körperexposition. Wenn wir beim Teil 1 bleiben, weil ich meine, dieser könnte für Sie besonders wichtig sein, so sollten Sie diesen Anhang und die in ihm enthaltenen Tabellen aufsuchen. Hier interessiert in Teil A „1. Genehmigungsbedürftiger Umgang mit radioaktiven Stoffen“ und darin wiederum „1.1 Anwendung in der Medizin“. Und wiederum darin wahrscheinlich für Sie von Bedeutung: „1.1.7 In-vivo-Diagnostik“ und ggf. auch „1.1.8 In-vitro-Diagnostik“. Die einzelnen Methoden und Verfahren zur Bestimmung der Körperdosis sind in diesem Anhang mit Kurzzeichen beschrieben. Dabei interessieren bezüglich Ihrer Forumanfrage besonders - jeweils zum Nachweis von Photonen bzw. Gammastrahlung - das amtliche Ganzkörperdosimeter (Kurzzeichen: Pa, z.B. Filmplakette) und das amtliche Teilkörperdosimeter (Kurzzeichen: pa, z.B. Fingerringdosimeter). Es wird in der Tabelle Teil A vorgeschlagen: In-vivo-Diagnostik „Pa“ und „(pa)“ und für die In-vitro-Diagnostik „(pa)“. Das Einfügen der Kurzzeichen in Klammern soll bedeuten, dass jeweils im Einzelfall, z.B. mit Hilfe der Behörde, geprüft werden soll, ob diese Methoden genutzt werden sollen oder nicht. Die Methode mit dem Kurzzeichen ´Pa´, also ohne Klammern, soll daher in der In-vivo-Diagnostik auf jeden Fall genutzt werden (´Pflicht´). Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Aja Borgwardt schrieb am 09.05.2016 - 15:46 Uhr:
Frage:2689 BETREFF: kv-unterschiede
Guten Tag, meine Frage ist warum brauche ich/verwende ich bei linksseitenlage des abdomens eine höhere kv als bei dem abdomen im liegen? MfG, Aja


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Borgwardt, die physikalische Begründung für die Einstellung einer höheren Röhrenspannung bei Linksseitenlage (LSL) ist, dass im Vergleich zur ap-Lagerung des Abdomens ein größerer Körperquerschnitt durchstrahlt werden muss und die Belichtungsautomatik einen entsprechend höheren KV-Wert einstellt (etwa ≥ 100 kV im Vergleich zur ap-Lagerung; dort: etwa ≥ 80 kV). Dazu noch eine medizinisch-radiologische Randbemerkung von einem radiologischen Kollegen: Patienten, die in LSL untersucht werden, sind oft schwer krank und nur eingeschränkt kooperationsfähig. Um Bewegungsartefakte zu minimieren, sollte deshalb die Expositionszeit möglichst kurz sein. Auch ist die Fragestellung bei dieser Aufnahme sehr eingeschränkt (freie Luft bei Hohlorganperforation oder ´stehende´ Darmschlingen bei V.a.Ileus). Die mit hohen KV-Werten üblicherweise verbundene etwas reduzierte Bildqualität („KV macht grau!“) ist hier nicht so kritisch. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Susanne Grotzke schrieb am 09.05.2016 - 09:50 Uhr:
Frage:2688 BETREFF: Dosismessgerät
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, fällt ein geeichtes Dosismessgerät, das die Sachverständigen zur Sachverständigenprüfung nehmen unter das MPG? Und muss dafür dann eine Bedienungsanleitung in deutscher Sprache vorliegen? Mit freundlichen Grüßen Susanne Grotzke


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Grotzke, das Dosismessgerät für die von Ihnen angesprochene Nutzung fällt nicht unter das MPG. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  hartmann schrieb am 08.05.2016 - 22:23 Uhr:
Frage:2687 BETREFF: Paragraph 31 RöV
welche konsequenzen ergeben sich durch diz zuordnung in die kategoria a oder b für die katgorisierte person bzw welche verpflichtungen erwachsen dem strahlenschutzbeauftragten aus der zuordnung danke


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Hartmann, für die Aufteilung der beruflich strahlenexponierten Personen in die Kategorien A und B ist der Strahlenschutzbeauftragte (SSB) zuständig. Es soll damit eine grobe Einteilung dieser Personen in mehr (´A´) und weniger (´B´) stark Exponierte erreicht werden. Die Konsequenz aus dieser Maßnahme muss nach § 37 Abs. 1 und 2 RöV sein, dass die in ´A´ eingeteilten Personen vor Beginn ihrer Tätigkeit und danach jährlich seitens eines diesbezüglich ermächtigten Arztes einer sog. arbeitsmedizinischen Vorsorge unterzogen werden müssen. Dafür hat der SSB zu sorgen. Die Liste der nach RöV und StrlSchV in den jeweiligen Bundesländern als ermächtigte Ärzte behördlich anerkannten Ärzte kann man im Internet finden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Gerald König schrieb am 06.05.2016 - 12:17 Uhr:
Frage:2686 BETREFF: Wichtungsfaktor Keimdrüsen
Guten Tag Herr Prof. Ewen. In der aktuellen Röntgenverordnung (Stand 11.12.2014 / http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/r_v_1987/gesamt.pdf), ist der Wichtungsfaktor-Keimdrüsen mit 0,20 angegeben. In div. anderen Quellen (http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/eckerty_ss15.pdf)findet sich für den Wichtungsfaktor-Keimdrüsen die 0,08 Welcher Wert ist derzeit verbindlich? Vielen Dank aus Erfurt Gerald König


1. Antwort: Sehr geehrter Herr König, nach Rücksprache mit einem bundesweit renommierten Kollegen aus der Strahlenbiologie folgende Antwort: Es ist richtig, dass mit der bis spätestens im Jahr 2018 zu erwartenden Umsetzung der EU-BSS (´Basic Safety Standards´) in das deutsche Strahlenschutzrecht der Keimdrüsen-Gewebe-Wichtungsfaktor von 0,20 auf 0,08 herabgesetzt werden wird. Begründung: Das strahleninduzierte Erbrisiko wird beim Menschen inzwischen als sehr niedrig angesehen, insbesondere weil die Untersuchungen an den Nachkommen der Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki bisher keinen statistisch signifikanten Anstieg von Erbkrankheiten gezeigt haben. ICRP hat sogar diskutiert, den Gewebe-Wichtungsfaktor für die Keimdrüsen ganz abzuschaffen, dann aber doch Abstand davon genommen, weil im Tierversuch diesbezüglich eindeutige Anstiege zu verzeichnen sind. Noch aber gelten die uns bekannten Fassungen der RöV und StrlSchV, somit also formalrechtlich auch die dort enthaltenen Gewebe-Wichtungsfaktoren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Richard Kolder schrieb am 04.05.2016 - 22:09 Uhr:
Frage:2685 BETREFF: Frage 2684 Dürfen Ärzte Röntgenaufnahmen anfertigen?
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, Durchleuchtungsuntersuchungen dürfen ja sowieso nur von fachkundigen Ärzten durchgeführt werden. Die von den fachkundigen Ärzten angefertigten konventionellen Röntgenaufnahmen würde ich mir gerne zur Begutachtung mal zeigen lassen.Ich hab da so ein ´ungutes´Gefühl. MfG Richard Kolder Leiter der Ärztlichen Stelle der Ärztekammer Nordrhein


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolder, lieber Richard, die RöV lässt nun mal im § 24 Abs. 2 mit Bezug auf § 24 Abs. 1 Nrn. 1 und 2 die technische Durchführung im Sinne des § 2 Nr. 7 seitens im Strahlenschutz fachkundiger Ärzte zu. Und es wird nicht zwischen Durchleuchtungs- und Aufnahmebetrieb unterschieden. Ich muss mich als Physiker mit diesbezüglichen Bedenken, die hier in deinem Forumbeitrag ´durchschimmern´, zurückhalten. Die RöV ist hier eindeutig, und das ist dir natürlich auch klar. Aber kann man sich als Leiter einer Ärztlichen Stelle nicht mal derartige Röntgenbilder zur Begutachtung zeigen lassen? Vielleicht verflüchtigt ja damit dein ´ungutes´ Gefühl. Mit freundlichen Grüßen Klaus Ewen



  Christoph Kutscha schrieb am 03.05.2016 - 22:12 Uhr:
Frage:2684 BETREFF: Dürfen Ärzte Röntgenaufnahmen anfertigen?
Liebe Forumsmitglieder Da wir in unserer Klinik ein akutes Personal,amgelproblem im Bereich der MTRA haben, ist geplant außerhalb der Regelarbeitszeit die Röntgenaufnahmen und Durchläuchtungen von Fachkundigen Ärzten durchführen zu lassen. Ist dies zulässig? Danke für die Antworten!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kutscha, wenn ich richtig verstanden habe, dann wollen Sie in Ihrer Klinik Ärzte mit der entsprechenden Fachkunde im Strahlenschutz außerhalb der Regelarbeitszeit damit beschäftigen, was in § 24 Abs. 2 RöV als ´technische Durchführung´ im Sinne des § 2 Nr. 7 bezeichnet und definiert ist. Das ist nach der RöV durchaus zugelassen: ´Die technische Durchführung ist neben den in Absatz 1 genannten Personen ... erlaubt.´ Und in diesem Absatz 1 sind unter den Nrn. 1 und 2 diejenigen fachkundigen Ärzte genannt, die dafür in Frage kommen, nämlich solche mit der Fachkunde für das Gesamtgebiet bzw. für ein Teilgebiet der Röntgenuntersuchungen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jörg Stein schrieb am 02.05.2016 - 18:00 Uhr:
Frage:2683 BETREFF: Strahlenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, nach einem kleinen Unfall mit diversen Knochenbrüchen wurde bei mir (männlich 41 Jahre) in der Notaufnahme eine CT Untersuchung durchgeführt. Ein Gespräch über diese Vorgehensweise oder Risiken die damit verbunden sind hat leider nicht stattgefunden. Obwohl dieses jeder Zeit möglich gewesen wäre. Ich bin davon ausgegangen das der Thorax geprüft wird, als ich mir später die Daten angeschaut habe, war ich sehr überrascht das der Untersuchungsbereich vom Hals bis zu den Oberschenkel reicht. Ein Strahlenschutz/ Hodenschutz wurde nicht angelegt, was mir jetzt nur noch schlaflose Nächte bereitet. Hat man hier richtig gehandelt keinen Schutz anzulegen? Was bedeutet das für mich bezüglich Krebsrisiko und Zeugungsfähigkeit? Was kann ich jetzt tun? Für eine Anmerkung wäre ich sehr dankbar. Gesamt mAs 8715 Gesamt DLP 1216 KV120 CTDIvol 15.26


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stein, die RöV legt fest, dass Röntgenuntersuchungen (auch CT-Untersuchungen) nur durchgeführt werden dürfen, wenn ein Arzt mit einer entsprechenden Fachkunde im Strahlenschutz das tatsächlich notwendige Untersuchungsverfahren unter Berücksichtigung einer Nutzen-Risikoabwägung festgelegt hat. Durch diese Regelung wird der Arzt verpflichtet, nur solche Untersuchungsverfahren zu rechtfertigen, die tatsächlich auch erforderlich erscheinen. Seine Entscheidung und die entsprechenden Untersuchungsparameter müssen aufgezeichnet werden. Einige dieser Aufzeichnungen können Sie als Patient sogar beim ´Betreiber´ der Röntgeneinrichtung als Abschrift anfordern (Daten nach § 28 Abs. 1 Nr. 2, 3 und 6 der RöV). Aus diesen Aufzeichnungen kann ein Fachmann (z.B. Medizinphysiker, Sachverständiger für Röntgeneinrichtungen) dann die tatsächliche Strahlenexposition ermitteln (z.B. auf der Basis der Daten, die Sie in Ihrer Formanfrage zum Schluss angegeben haben). Namen und sonstige Koordinaten von derartigen Fachleuten können Sie ggf. bei der zuständigen Aufsichtsbehörde (Gewerbeaufsichtsamt, Regierungspräsidium o.ä.) erfragen. Die Dokumentation über die o.g. ärztliche Entscheidung (Fachbegriff: rechtfertigende Indikation) muss dem Patienten nicht ausgehändigt, kann allerdings von der Aufsichtsbehörde geprüft werden. Die Aufklärungspflicht ergibt sich nicht aus der Röntgenverordnung. Hier sind das ärztliche Berufsrecht und das Patientenschutzgesetz heranzuziehen. Sofern Sie sich sicher sind, dass Sie nicht oder nur unzureichend aufgeklärt wurden (vergleichen Sie ggf. noch einmal, ob die schriftlichen Unterlagen, die Sie zur Untersuchung bekommen haben sollten, einen Aufklärungsbogen enthalten), empfehlen wir Ihnen, mit der zuständigen Ärztekammer oder Gesundheitsbehörde Kontakt aufzunehmen. Wir gehen mal davon aus, dass Ihr „kleiner“ Unfall mit „diversen Knochenbrüchen“ doch nicht so ganz klein war. Sonst hätte man bei Ihnen in der Notaufnahme nicht eine CT-Untersuchung durchgeführt, in der ausgedehnte Körperregionen inspiziert werden mussten. Dass Sie nur eine Thoraxuntersuchung erwartet haben, in Wirklichkeit aber weit mehr untersucht worden ist, wird in der Unfalldiagnostik nicht unüblich sein. Das Anlegen von Schürzen, Hodenkapseln, etc. zum Patientenschutz sollte natürlich auch bei CT-Untersuchungen geschehen, immer vorausgesetzt, diese Schutzmittel überdecken keine bildwichtigen Regionen oder führen zu keinen bildstörenden Artefakten. Eine Computertomographie erzeugt eine im Vergleich zu röntgendiagnostischen Standardverfahren höhere Dosis, aber auch eine dieser Dosis entsprechend größere Zahl an befundungswichtigen Informationen. Diese Dosis sollte Ihnen aber bezüglich des Krebsrisikos und einer möglichen Zeugungsunfähigkeit keine schlaflosen Nächte verursachen. Wir wünschen Ihnen, dass die Ergebnisse der CT-Untersuchung dazu beitragen werden bzw. beigetragen haben, Sie von den Unfallfolgen wieder zu befreien. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jan Peters schrieb am 30.04.2016 - 20:44 Uhr:
Frage:2682 BETREFF: IVP Aufnahmen an kombinierten Durchleuchtungsanlagen
Sehr geehrter Herr Proffessor Ewen, es geht um Aufnahmen zur IVP an kombinierten Durchleuchtungsanlagen mit Serienaufnahmen. An diesen Anlagen haben nach QS RL in der digitalen BV Aufnahme eine Auflösung von 1.2 Lp/mm bei einer max. Dosis von 2 µGy/Bild und einem BV Nenndurchmesser von 25cm. Entsprechend größere BV’s haben eine höhere Auflösung, aber nicht die für Körperstamm Aufnahmen geforderten 2.4 Lp/mm bei 2.5 µGy/ Bild. Meines Wissens nach erfüllt kein Bildverstärker diese Anforderung ohne entsprechende Dosis Anhebung und deren Folgen. Hier nun meine Frage: Ist die IVP zulässig an Urologischen Arbeitsplätzen mit kombinierten Druchleuchtungsanlagen ausgerüstet mit einem Bildverstärker? Durch die Anwendung von Kontrastmittel ist die IVP doch ein dynamischer Untersuchungsprozess bei dem die niedrigen Auflösungskriterien der Durchleuchtung gelten sollten oder nicht? Mit Freundlichen Grüßen, Jan Peters


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Peters, zur Beantwortung Ihrer Frage muss man die Tabellen 1 (´Grenzwerte für die Dosis/Dosisleistung in der Eingangsebene des Bildempfängers - Einrichtungen mit Bildverstärker-Fernsehkette als Bildempfänger´) und 3 (Grenzwerte für die Dosis in der Eingangsebene des Bildempfängers – Einzelaufnahme“) sowie 6 (´Grenzwerte für das Linienpaar-Auflösungsvermögen - Einrichtungen mit Bildverstärker-Fernsehkette als Bildempfänger´) und 8 (´Grenzwerte für das Linienpaar-Auflösungsvermögen - Einzelaufnahme´) der DIN 6868-150 (´Abnahmeprüfung nach RöV an medizinischen Röntgeneinrichtungen für Aufnahme und Durchleuchtung´) heranziehen. Für Serienaufnahmen mit dem Bezugsformat von 25 cm gelten die genannten Grenzwerte 1,2 Lp/mm und 2 µGy/B. Die Grenzwerte werden bei größeren Formaten geringer (!), z.B. bei 36 cm: 0,8 Lp/mm und 0,96 µGy/B. Was die genannten Grenzwerte 2,4 Lp/mm und 2 µGy/B betrifft, so gelten diese nicht für Serien- sondern nur für Einzelaufnahmen („digitale Radiographie“), wobei nach Tabellen 3 und 8 der Norm für die Dosis in der Eingangsebene des Bildempfängers der Grenzwert (formatunabhängig) von ≤ 5 µGy (und nicht 2 µGy!) je Bild festgelegt worden ist. Ob nun dieses System von Dosisgrenzwerten und Linienpaar-Auflösungsvermögen für die Durchführung einer IVP zulässig ist, sollte von Ihnen mit der für Sie zuständigen Ärztlichen Stelle abgeklärt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bernhard Kempers schrieb am 29.04.2016 - 12:14 Uhr:
Frage:2681 BETREFF: rechtfertigende Indikation / PET-CT / low_dose_CT
Erforderlichkeit Stellen der rechtfertigenden Indikation (RI) nach RöV bei PET-CT im Falle eines nicht diagnostischen low-dose-CT Sehr geschätzter Herr Prof. Ewen! Zum Thema:Erforderlichkeit Stellen der rechtfertigenden Indikation (RI) nach RöV bei PET-CT im Falle eines nicht diagnostischen low-dose-CT folgende Erläuterungen: Positronen- Emmissions- Computertomographie- Geräte (PET) sind nuklearmedizinisch eingesetzte Geräte, die technisch mit einem (Transmissions-) CT kombiniert sein können. Die Röntgenanlage liefert dabei Transmissionsdaten, die für die Berechnung der PET – Bilder technisch erforderlich sind. Die Parameter der erforderlichen CT-Aufnahme werden so gewählt, dass sie unter Berücksichtigung der Strahlenminimierung dem Erstellen der PET- Bilder genügen („low-dose-CT“ mit groben anatomischen Strukturen, die mit den PET-Bildern fusioniert werden). Darüber hinaus leistet der CT auch Aufnahmen mit „diagnostischer Qualität“. Sollten diese gewünscht werden, ist hinsichtlich der RI die Sachlage klar: Die RI nach StrlSchV (PET) stellt der Nuklearmediziner mit der erforderlichen Fachkunde (FK), die RI nach RöV (CT) der Radiologe mit der erforderlichen FK und jeder erstellt den Befund entsprechend seinem Fachgebiet. Die Frage ist nun, ob auch das technisch notwendige low-dose-CT, das OHNE diagnostische Intention gefahren und auch nicht befundet wird, einer RI nach RöV bedarf. Die Strahlenschutzkommission gab hierzu vor über 10 Jahren eine Stellungnahme ab (204.Sitzung am 08./09. Dez. 2005). Danach ist hinsichtlich PET-CT eine Fachkunde nach RöV zur Stellung der RI erforderlich, „SOFERN die CT mit diagnostischer Qualität und diagnostischer Intention erfolgt“. Aus dieser Formulierung darf wohl abgeleitet werden, dass nicht gegen die RöV verstoßen wird, wenn ein Nuklearmediziner (Fachkunde nur nach StrlSchV) PET-CTs mit nicht diagnostischen low-dose-CTs durchführt. Leider gibt es dazu kontroverse Meinungen. So bringt die Landesärztekammer im Falle eines nicht diagnostischen low-dose-CTs bei der PET-Untersuchung eine FK gemäß RöV für den Anwendungsbereich „Rö-8“ nach Richtlinie FK und Kenntnisse RöV ins Spiel. Unabhängig davon, dass eine FK nach RöV für den Strahlenschutz durchaus förderlich wäre, stellt sich mir die Frage nach der deren tatsächlichen Erforderlichkeit. Schon an dieser Stelle besten Dank für Ihre Einschätzung! Mit freundlichen Grüßen B. Kempers


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kempers, in der von Ihnen beschriebenen Zeitphase, in der damals die SSK Regelungen für die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz bei der Nutzung von PET/CT vorgeschlagen hat, haben demzufolge die obersten Landesbehörden und das Bundesumweltministerium festgelegt, dass eine spezielle Fachkunde für den CT-Bereich nicht erforderlich ist, solange der CT nur für bestimmte Verfahren (Vermessung u.ä.), aber nicht für die Diagnostik genutzt wird. Diese Festlegung ist im Jahr 2012 bei der Novellierung der Fachkunderichtlinien nochmals ausgiebig diskutiert worden. Da uns keine Unterlagen über das Diskussionsergebnis vorliegen, empfehle ich Ihnen, diese Frage mit der für Sie zuständige strahlenschutzrechtlichen Behörde zu besprechen (Ministerium, Bezirksregierung, Gewerbeaufsichtsamt). Die Fachkunde Rö8 enthält nach unserer Auffassung die Fachkunde für den gesamten diagnostischen CT-Betrieb (vergl. Tabelle 4.2.1 der Fachkunde-Richtlinie), und wir meinen, sie geht über die notwendigen Fachkompetenzen für die hier vorgesehenen Tätigkeiten hinaus. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frau Spies schrieb am 28.04.2016 - 22:44 Uhr:
Frage:2680 BETREFF: Frage 2675 Nachtrag helfende Tätigkt. Kinder
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Nachträgliche Erklärung zur Quantität unabdingbarer helfender/haltender Tätigkeiten durch uns als technisch durchführendes Personal im Kontrollbereich ( Rö Kinder) laut unserer Dokumentation (Ergebnis unserer Auswertung in Anzahl Rö-Aufnahmen) : Erfasster Zeitraum: 33 Wochen. Anzahl Hilfs/ Halteeinsätze im Kontrollbereich in diesen 33 Wochen insgesamt: 957 :-/ Wobei im Eifer des Tagesgeschäftes mancher Einsatz undokumentiert blieb und der eigene Verbleib im Kontrollbereich bei Untersuchungen am Durchleuchtungsgerät im Kontrollbereich noch nicht eingerechnet ist, dann kämen noch einmal 39 Einsätze hinzu.Wir hoffen damit sehr auf Gehör. MfG Frau Spies


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Spies, vielen Dank für diese Informationen, an die man ja so leicht nicht rankommt, aber mit Hilfe am Forum RöV interessierter Personen, wie Ihnen, dann zumindest auf dieser Plattform bekannt gemacht werden können und vielleicht in ´maßgeblichen Kreisen´ auch Gehör finden werden. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Dr. Felshart schrieb am 28.04.2016 - 16:41 Uhr:
Frage:2679 BETREFF: Durchführung der Orthovolttherapie von MFA mit Röntgenschein
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, in der RöV § 24 Absatz 2.4 heißt es, dass Personen mit einer erfolgreich abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung, wenn sie unter ständiger Aufsicht und Verantwortung einer Person nach Absatz 1 Nr. 1 oder 2 tätig sind und die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz besitzen, berechtigt sind zur technischen Durchführung. Die Orthovolttherapie fällt ja ebenfalls unter die RöV. Dürfen demnach MFas mit Röntgenschein diese Therapie durchführen? Und was heißt unter ständiger Aufsicht und Verantwortung? Muss der berechtigte Arzt quasi permanent daneben stehen oder nur greifbar sein? Vielen Dank im Voraus! Dr. Felshart


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Felshart, bei der Definition der ´technischen Durchführung´ wird im § 2 Nr. 7 RöV nicht unterschieden zwischen Diagnostik und Therapie. Die Therapie muss sich aber, was die Energie der Röntgenstrahlung betrifft, im Geltungsbereich der RöV bewegen (§ 1 RöV). Das trifft ja für die sog. Orthovolttherapie zu. Folgerichtung darf eine MFA mit den erforderlichen Kenntnissen im Strahlenschutz (´Röntgenschein´) zur technischen Durchführung auch in diesem Bereich eingesetzt werden. Allerdings ist dabei zu beachten, dass auf der Grundlage eines „Rundschreibens des BMU vom 21.8.2013“ der Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz für MFA bei der technischen Durchführung im Bereich der Röntgenstrahlentherapie unabhängig von den Verhältnissen in der Röntgendiagnostik zu erfolgen hat. Es muss also ein spezieller Kurs besucht werden („Kurs zum Erwerb der erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz für das Anwendungsgebiet der Teletherapie … sowie der Röntgentherapie für Personen mit einer erfolgreich abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung“). Näheres kann man sicherlich im Internet sowie bei der örtlich zuständigen Ärztekammer oder Behörde erfahren. Die ´ständige Aufsicht und Verantwortung´ durch den entsprechend fachkundigen Arzt wird von den einzelnen Behörden nicht immer exakt identisch ausgelegt. Aber keineswegs muss er ´permanent daneben stehen´. Häufige Auslegung ist, zumindest für die Röntgendiagnostik: In der Praxis bzw. auf dem Klinikgelände sein. Damit kann er ´im Fall des Falles´ entsprechend schnell eingreifen. Wichtig, weil strenger reglementiert als in der Diagnostik, ist aber für Röntgenbehandlungen die Beachtung des § 27 Abs. 2 RöV. Lesen Sie sich bitte den Text dort sorgfältig durch. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Fr.Thoma schrieb am 28.04.2016 - 13:00 Uhr:
Frage:2678 BETREFF: Abschaffen von Dosimetern
Lieber Herr Ewen, z.Z.trägt bei uns jeder Mitarbeiter eine Röntgenplakette. Nun ist vorgesehen die Plaketten (außer die des Nukpersonals)abzuschaffen. Was mus man beachten? Müssen die Mitarbeiter zustimmen oder vorab informiert werden? Kann ich eine anonyme Plakette für den seltenen Fall einer Durchleuchtungsaufnahme vorhalten? Die Regierungspräsidien haben zugestimmt und Helmholz braucht auch nur ein formloses Schreiben über unseren geplanten Ausstieg.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Thoma, ich glaube nicht, dass man in einer Röntgenabteilung so einfach die Personendosimeter (´Filmplaketten´) ´abschaffen´ kann. Man darf auch nicht ein derartiges Dosimeter ´anonym´ auf verschiedene Personen verteilen, und zwar mit der Begründung, dass insgesamt nur wenig durchleuchtet wird und dementsprechend die betreffenden Personen sich nur selten im Kontrollbereich aufhalten. Ein Personendosimeter auf der Basis einer Filmplakette muss persönlich zuzuordnen sein. Nach § 35 Abs. 1 Satz 1 RöV müssen Personen, die sich aus beruflichen Gründen im Kontrollbereich aufhalten, Personendosimeter tragen. Die zuständige Behörde kann zulassen, dass bei nur kleinen Dosiswerten die Exposition anderweitig ermittelt werden darf (§ 35 Abs. 1 Satz 2 RöV). Wenn aber die für Sie zuständige Behörde (offensichtlich das örtlich für Sie zuständige Regierungspräsidium) diesem ´Ausstieg´ aus der Personendosimetrie zugestimmt hat (was mich wegen der Erlaubnis einer totalen Abschaffung ein wenig wundert), dann habe ich hier im Forum RöV dazu kaum noch etwas zu sagen. Ihre Frage: ´Was muss man beachten?´ sollte an den zuständigen Strahlenschutzbeauftragten gehen, denn der hat über diese Angelegenheit die Entscheidung zu treffen. Die Mitarbeiter werden sich vielleicht wundern (wie ich auch), aber sie müssen nicht zustimmen. Eine diesbezügliche Information der Betroffenen mit einer Erklärung, warum die Personendosimetrie eingestellt werden soll, halte ich (schon aus kollegialen Gründen) für unbedingt erforderlich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jörn Bartelheimer schrieb am 28.04.2016 - 08:07 Uhr:
Frage:2677 BETREFF: Raumklasse 3 und 4
Sehr geehrter Professor Ewen, zu Untersuchungen mit dem C-Bogen stellt sich mir folgende Frage: 1.Welche Untersuchungen fallen noch unter Raumklasse 4 ? 2.Ist es richtig, dass der Arzt ( Strahlenschutzbeauftragter ) die Raumklasse festlegt ? 3. Ist der Sachverständige, der den C-Bogen abnimmt, berechtigt dem Arzt die Raumklasse zu verweigern. 4. Ist das nicht eigentlich Aufgabe der zuständigen Behörde. Der Sachverständige hat meines Wissens nur die Aufgabe den technischen Zustand zu bestätigen. 5. Gibt es zu diesem Sachverhalt der Raumklassen eigentlich ein Gesetz ? Wir stellen mittlerweile eine große Unsicherheit bei den Ärzten fest, die sich einen C-Bogen anschaffen möchten und nicht wissen was auf sie dann zukommt . Vielen Dank im voraus für die Beantwortung der Fragen Mit freundlichen Grüßen Jörn Bartelheimer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bartelheimer, zu Ihren Fragen: 1) Das sind Untersuchungen, auf deren Basis keine therapierelevanten Entscheidungen getroffen werden. Dies zu beurteilen und zu bewerten, kann eigentlich nur seitens eines Arztes geschehen. Die Raumklasse 4 wird also ehr seltener sein. Muss dagegen aufgrund einer Röntgenuntersuchung eine therapierelevante Entscheidung getroffen werden, ist ein BWS mit Befundqualität erforderlich und eine Raumklasse 4 kann dann nicht festgelegt werden. 2) Antwort: ja! 3) und 4) Der Sachverständige kann seine (abweichende) Meinung zur Festlegung der Raumklasse in seinem Prüfbericht zum Ausdruck bringen, aber die Entscheidung darüber muss dann von der zuständigen Behörde getroffen werden. 5) Es gibt zum Thema „Festlegung von Raumklassen“ keine Regelung auf Gesetzes- oder Verordnungsebene. Wir haben hier eine Norm (DIN 6868-157), die, wie alle technisch orientierten Normen, den Stand der Technik beschreibt, auf den unter anderem auch die RöV verweist (§ 3 Abs. 2 Nr. 5 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jörn Bartelheimer schrieb am 28.04.2016 - 08:03 Uhr:
Frage:2676 BETREFF: Raumklasse 3 und 4
Sehr geehrter Professor Ewen, zu Untersuchungen mit dem C-Bogen stellt sich mir folgende Frage: 1.Welche Untersuchungen fallen noch unter Raumklasse 4 ? 2.Ist es richtig, dass der Arzt ( Strahlenschutzbeauftragter ) die Raumklasse festlegt ? 3. Ist der Sachverständige, der den C-Bogen abnimmt, berechtigt dem Arzt die Raumklasse zu verweigern. 4. Ist das nicht eigentlich Aufgabe der zuständigen Behörde. Der Sachverständige hat meines Wissens nur die Aufgabe den technischen Zustand zu bestätigen. 5. Gibt es zu diesem Sachverhalt der Raumklassen eigentlich ein Gesetz ? Wir stellen mittlerweile eine große Unsicherheit bei den Ärzten fest, die sich einen C-Bogen anschaffen möchten und nicht wissen was auf sie dann zukommt . Vielen Dank im voraus für die Beantwortung der Fragen Mit freundlichen Grüßen Jörn Bartelheimer


1. Antwort: Frage wurde zweimal gestellt. Antwort: siehe Anfrage Nr. 2677. K. Ewen



  Frau Spies schrieb am 27.04.2016 - 22:37 Uhr:
Frage:2675 BETREFF: Helfende Person im Kontrollbereich, Kinderradiologie
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, seitdem wir im Rahmen unserer Tätigkeit als technisch durchführendes Personal einer Röntgenabteilung, die zu mehr als 98% Kinder zu ihren Patienten zählt, unsere helfenden und *haltenden* Tätigkeiten im Kontrollbereich schriftlich, mit Begründung dafür dokumentieren, drängt uns ein Veto gegen die allgemeine Verordnung, dass das *Halten* grundsätzlich zum Berufsbild gehört. Unserer, gelinde gesagt *erschreckenden Dokumentation* zufolge, bzgl. unserer quantitativen Einsätze im Kontrollbereich, scheint es so, als habe man bei diesem Erlass die Arbeit mit explizit nur Kindern nicht ganz bedacht. Die Dokumentation ansich führte bereits dazu, unser eigenes durchaus vorhandenes, vorschnelles Helfersyndrom Verhalten ;-) weitestgehend abzulegen, hier und da dann doch einmal mehr zu technischen Fixationsmitteln zu greifen, wie z.B. Kompressorium bei Rö Beckenübersicht beim Baby oder tobenden Kleinkind, oder Sandsäcken auf Kinderbeinchen, wobei uns das Herz blutet. Oft schafft es die Mutter, oder der Vater alleine nicht das wehrige, oder auch oft schwer behinderte Kind in der Position zu halten, die für eine befundungsfähige Aufnahme von Nöten ist. Oft auch nicht trotz technischer Hilfsmittel. So zeigt unsere Dokumentation sehr deutlich, dass wir trotz unseres eigenen Umdenkens, um Einsätze zu vermeiden, beim nur Kinder röntgen immer noch extem oft! unserer Pflicht nackommen müssen und dann auch gerne nachkommen. Nur: Es passiert immer öfter, dass Eltern oder kindbegleitendes Pflegepersonal um den Passus, dass das technisch durchführende Personal *halten muss* wissen und sich genau darauf berufen und ihren Einsatz im Kontrollbereich verweigern. Uns liegt daran, dass man für die radiologische Tätigkeit nur mit Kindern vielleicht mal eine Ausnahme macht, so dass sich keine Mutter, kein Vater, keine Schwester oder Pfleger mehr darauf berufen kann, ein/ sein Kind nicht selbst zu halten. Der Grundgedanke dass sich die Exposition helfender Personen im Kontrollbereich auf möglichst viele verteilt wird: Ist bei uns definitiv NICHT gegeben, wie unsere Aufzeichnungen seit August 15 belegen. Die Gründe sind zu vielfältig um sie hier alle explizit aufzuzählen und zu erläutern und liegen in der Natur von kranken, verletzten und behinderten Kindern von minus null bis 18 Jahren. Langer Rede kurzer Sinn: An wen können wir uns wenden, damit für Fälle wie bei uns wenigstens eine Gesetzesausnahme gemacht wird, damit wir uns zumindest Eltern und Pflegekräften gegenüber nicht *ergeben* müssen und zum zehnten Mal am Arbeitstag seufzend die Bleischürze überziehen und mal wieder....Wohlgemerkt: Wir machen das gerne, schon immer. Aber es ist definitiv erschreckend oft. Dankbar für einen Hinweis, wie man das am besten anfängt MfG Frau Spies


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Spies, Sie haben ja auch schon eine Anmerkung meinerseits zu Ihrem Forumbeitrag Nr. 2680 erhalten. Als konkrete Anfragen kann man Ihre Texte hier (Nr. 2675) und Nr. 2680 nicht bewerten. Das soll kein Vorwurf sein. Im Forum RöV kann man nicht nur Fragen stellen sondern auch Meinungen äußern. Wir können von uns aus seitens des Forum RöV nichts Konkretes in dieser Angelegenheit unternehmen. Aber wir werden Ihre Beiträge (zumindest zur Kenntnisnahme) an eine ´zuständige Institution´ weiterleiten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. U. Schröter schrieb am 27.04.2016 - 21:49 Uhr:
Frage:2674 BETREFF: Durchführung Röntgen-Thorax durch MFA ohne ´Röntgenschein´
Kann im Rahmen der Teilradiologie Röntgen-Thorax in meiner Anwesenheit und unter Aufsicht eine MFA OHNE s.g. Röntgenschein an einem digitalen Röntgengerät mit Abschaltautomatik ´einstellen und auf den Knopf drücken´. Eine MFA MIT Röntgenschein ist immer gleichzeitig vor Ort.


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Dr. Schröter, die sog. ´technische Durchführung´ einer Röntgenuntersuchung kann unter anderem auch von einer MFA durchgeführt werden, die dazu aber die Kenntnisse im Strahlenschutz aufweisen muss (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Diese Tätigkeit darf jedoch nur unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend im Strahlenschutz fachkundigen Arztes geschehen, was ja offensichtlich bei Ihnen auch gegeben ist. Wenn Sie aber einen Blick auf den Text von § 2 Nr. 7 RöV werfen, wo definiert ist, was unter ´technischer Durchführung´ zu verstehen ist (u.a. Einstellung technischer Parameter, Auslösen der Strahlung), dann wird ersichtlich, dass die besagte MFA den ´Röntgenschein´ (Kenntnisse im Strahlenschutz) besitzen muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Raymund Bay schrieb am 24.04.2016 - 14:13 Uhr:
Frage:2673 BETREFF: intraoperatve CT-Dagnostik
Sehr geehrter Herr Professor Eben, ich wurde vom GF der Klinik und gleichzeitigem SSV als SSB der chirurgischen Klinik berufen. Im Rahmen einer Neustrukturierung wurde eine neue WS-Chirurgie aufgebaut, die einen sog. C-Arm der Fa. Medtronic im OP einsetzt. Über diese Neueinrichtung eines Röntgengerätes wurde ich weder informiert noch eingewiesen. Ich bin mir nicht sicher, ob es sich bei diesem Gerät um einen C-Bogen handelt oder um ein mobiles CT. Des Weiteren bin ich nicht informiert, ob der Anwender über eine erweitere Fachkunde 5.1 CT verfügt. Wie verhalte ich mich richtig, um als SSB nicht gegen die RöV zu verstoßen. Darf das Gerät in Betrieb genommen werden? Über eine Antwort würde ich mich freuen und bedanke mich. R.Bay


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bay, der Strahlenschutzverantwortliche (SSV) muss die Inbetriebnahme der neuen Röntgeneinrichtung der zuständigen Behörde anzeigen bzw. dort eine Betriebsgenehmigung beantragen. In diesem Zusammenhang muss der SSV auch nachweisen, dass er Strahlenschutzbeauftragte mit entsprechendem Entscheidungsbereich und der notwendigen Fachkunde im Strahlenschutz für den Betrieb dieser Röntgeneinrichtung bestellt hat. Aus unserer Sicht wäre es angebracht, wenn Sie den SSV fragen würden, ob er Sie als Strahlenschutzbeauftragten für den Betrieb der neuen Röntgeneinrichtung ohne Ihr Wissen benannt oder ob er eine andere Person zum SSB bestellt hat. Wenn er Sie benannt hätte, dann sollten Sie ihm unmittelbar und mit Durchschrift an den Betriebs- oder Personalrat mitteilen, dass Sie diese Aufgabe nicht ausführen können, da Sie nicht über die erforderlichen Einweisungen/Fachkompetenzen für diese Röntgeneinrichtung verfügen würden. Sie sollten ihm auch mitteilen, dass eine Bestellung zum SSB schriftlich erfolgen und den Entscheidungsbereich beschreiben muss. Das heißt: Wenn z.B. eine neue Einrichtung dazu kommt, ändert sich der Entscheidungsbereich, was auch eine diesbezügliche Information der Behörde erfordert. Eine CT-Fachkunde ist nach unserer Auffassung im beschriebenen Fall nicht erforderlich. Nicht raten würden wir zu einer direkten Information der zuständigen Aufsichtsbehörde, da dies ggf. im Widerspruch zu arbeitsrechtlichen Verpflichtungen stehen kann. Hier wäre es günstiger, wenn der Betriebs- oder Personalrat den Kontakt mit der Behörde suchen würde. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Anke Krause schrieb am 22.04.2016 - 23:45 Uhr:
Frage:2672 BETREFF: Angabe der Röntgendosis
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich wollte mir zu einer Untersuchung eines Kindes den Röntgenpass ausfüllen lassen inkl. Dosiswerte. Dies lehnte man zuerst ab. Auf mein Bitten hin wurden 2 Werte ohne Maßeinheit eingetragen (Es war wohl KV-Wert und Ams?) Ich hatte dann darum gebeten, die Flächendosiswerte einzutragen, da die anderen Werte für mich nicht so relevant sind. Da dies nicht so einfach möglich wäre hat man mich um mehrere Tage vertröstet. Dies macht mich jetzt alles etwas skeptisch. Es handelte sich um ein digitales Gerät. Da müsste es doch kein Problem sein, die Daten herauszubekommen. Sind solche Werte nicht auch aufzeichnungspflichtig? Viele Grüße A.Krause


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Krause, die Röntgenverordnung verpflichtet den „Betreiber“ einer medizinischen Röntgeneinrichtung, der untersuchten Person einen sogenannten Röntgenpass anzubieten/auszustellen (vgl. § 28 Abs. 2 Satz 2 und 3 RöV). Dieser Röntgenpass enthält aber in der Regel keine Angabe zur applizierten Dosis. Daneben ist der „Betreiber“ verpflichtet, der untersuchten Person auf deren Wunsch eine Abschrift bestimmter Aufzeichnungen nach § 28 Abs. 1 RöV zu überlassen. Dazu gehören auch Angaben zur Berechnung der Strahlenexposition des Patienten, soweit diese am Gerät erfasst bzw. angezeigt worden ist, oder die zu deren Ermittlung erforderlichen Daten und Angaben (vgl. § 28 Abs. 2 Satz 1 RöV). Daraus ist erkennbar, dass die RöV nicht unbedingt die sofortige Aufzeichnung der Strahlenexposition des Patienten verlangt sondern auch deren spätere Ermittlung aus den vorliegenden Daten zulässt. Dabei ist nicht festgelegt, dass der „Betreiber“ diese Dosisermittlung für einen Patienten durchführen muss. Ob der Betreiber der Röntgeneinrichtung in dem von Ihnen geschilderten Fall tatsächlich über die Aufzeichnungen zur direkten Angabe/Anzeige der Strahlenexposition des Patienten (z.B. Dosisflächenprodukt) oder über die Angaben, die zu einer späteren Ermittlung der Patientenexposition führen, verfügt, ist von hier nicht festzustellen, da man dafür die Gerätekonfiguration kennen muss. Weiterhelfen könnte Ihnen in dieser Hinsicht ggf. die zuständige Strahlenschutzbehörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Tolga Demirci schrieb am 20.04.2016 - 14:10 Uhr:
Frage:2671 BETREFF: BWG Befundung Rechnertausch
Sehr geehrte Damen und Herren, ich stehe vor einem Konflikt. Wir haben beim Kunden im Juli 2015 einen neuen Befundungs-PC hingestellt. Die Befundungsmonitore sind geblieben. Daher ist klar, dass die Abnahmeprüfung nach Norm 6868-157 durchzuführen ist. Nach neuer Norm fällt ein Monitor durch, da ein Grauwert bei der Dicomkurve außerhalb der Toleranzgrenze liegt. Nach alter DIN 6868-57 kommt der Monitor aber ohne Probleme durch. Nun funkt ein Röntgentechniker dazwischen und meinte wenn wir die alte Grafikkarte in den neuen Rechner einbauen, dürfen wir wohl unsere Konstanzprüfungen nach alter Norm 6868-57 weiterführen, wenn die Toleranzgrenzen eingehalten werden. Ich habe recherchiert und nichts gefunden was theoretisch dagegen spricht. Auch in der Qualitätssicherungsrichtlinie (QS-RL) ist nichts zu finden. Der Arzt selber findet das gut, ich allerdings nicht. Daher wende ich mich nun an euch, mit der Bitte um Hilfestellung. Was sollen ich nun machen? Entweder hat sich nun eine Lücke gefunden, um die Monitore bis 2025 behalten zu können oder es liegt ein Fehler vor. Mit freundlichen Grüßen Tolga Demirci


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Demirci, wenn das hier angesprochene Bildwiedergabesystem durch Integration eines neuen Befundungs-PC im Juli 2015 (also nach dem 1. Mai 2015)wesentlich geändert worden ist, dann ist es nach unserer Meinung klar, dass, erstens, die Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157 erfolgt ist und dass, zweitens, der nach 1.5.2015 erfolgte Einbau einer Graphikkarte als wesentliche Änderung eine Teilabnahme nach der ´157´ erfordert (und nicht nach ´57). Dann muss auch die Konstanzprüfung nach DIN 6868-157 erfolgen. Die DIN V 6868-57 ist hier vollkommen raus. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Maya C-Bogen schrieb am 20.04.2016 - 09:48 Uhr:
Frage:2670 BETREFF: Aufhängen von Ortsdosimeter bei zwei C-Bögen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir haben zwei C-Bögen, die nebeneinanderstehen und momentan außer Betrieb sind. Der berechnete Überwachungsbereich ist jeweils nur ein kleiner Tisch im C-Bogen (r=40cm) aufgrund der geringen Einschaltzeiten. Genügt hier ein Ortsdosimeter zwischen den C-Bögen? Wenn zwei benötigt werden, wo müsste hier ein Ortsdosimeter dann befestigt werden? Vielen Dank und VG Maya.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau ... sind Sie Frau Fischer (wie in der Mailadresse) oder Frau Maya?... Wie auch immer: Ich halte die Anbringung eines Ortsdosimeters zur Lösung des von Ihnen geschilderten Problems für ungeeignet. Was soll dieses Gerät anzeigen? Was können Sie mit dieser Anzeige anfangen? Das ist alles für einen Routinebetrieb in einem OP viel zu kompliziert. Machen Sie es so, was man üblicherweise immer beim Betrieb von mobilen C-Bogengeräten macht: Die dort am Gerät arbeitenden Personen sollen die übliche Schutzkleidung (Schürze) und Personendosimeter (Filmplakette) tragen, und zwar unabhängig von Einschaltzeiten und Abständen. Dann ist man raus aus allen Überlegungen, wie diese beiden Geräten jetzt oder in Zukunft eingesetzt werden. So nebenbei gefragt: Sind diese beiden C-Bogengeräte schon einer Sachverständigenprüfung unterzogen worden? Denn dort hätten eigentlich Fragen der hier angesprochenen Art gestellt und beantwortet werden müssen. Zum Schluss noch eine kleine Korrektur: Ich denke, Sie meinen in Ihrem 2. Satz nicht ´Überwachungsbereich´ sondern ´Kontrollbereich´. Viele Grüße K. Ewen



  Maya Röntgen schrieb am 20.04.2016 - 09:31 Uhr:
Frage:2669 BETREFF: Personendosimeter + Strahlenpass
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Vertriebsmitarbeiter sind häufig bei Operation im OP dabei. Dabei wird des Öfteren geröntgt, je nach Fall mehr oder weniger. Aber Sie röntgen nicht selber. Da diese Mitarbeiter dort somit in ´fremden Firmen´ Röntgenstrahlen ausgesetzt sind, wäre es Pflicht, dass sie Personendosimeter tragen und einen Strahlenpass führen, oder wäre es auch ok, wenn im Vorfeld die max. mögliche Strahlendosis durch Krankenhaus-Auskunft oder einen Versuch ermittelt wird? Wenn sich hier rausstellt, dass die maximale anzunehmende Dosis immer kleiner 1mSv/a ist, müsste man trotzdem diesen Vertriebsmitarbeitern ein Personendosimeter und einen Strahlenpass geben? Vielen Dank. VG Maya


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Maya, grundsätzlich ist es nach § 35 Abs. 2 RöV in Verbindung mit § 6 Abs. 1 Nr. 3 RöV richtig, dass Personen, die im Zusammenhang mit dem Betrieb einer fremden Röntgeneinrichtung tätig werden, über einen von der zuständigen Stelle registrierten Strahlenpass verfügen müssen, wenn diese Tätigkeit zu einer effektiven Dosis von mehr als 1 Millisievert/a führen kann. Ein solcher Strahlenpass wird von der zuständigen Behörde nur registriert, wenn diese Tätigkeit vorher angezeigt wurde (§ 6 Abs. 1 RöV). Daraus folgt, dass eine solche Anzeige und das Führen eines Strahlenpasses nicht erforderlich sind, wenn sichergestellt ist, dass eine Dosis von 1 Millisievert/a nicht überschritten werden kann! Gleichzeitig hat der Strahlenschutzverantwortliche der fremden Röntgeneinrichtung die Verpflichtung, nur solchen Personen eine Tätigkeit im Kontrollbereich zu erlauben, die die Anforderungen (Strahlenpass und Dosimeter oder Nachweis, dass 1 Millisievert/a nicht überschritten wird) der RöV erfüllen (vgl. § 35 Abs. 3 RöV). Aus unserer Sicht ist es verständlich, dass viele Strahlenschutzverantwortliche fremder Röntgeneinrichtungen die Vorlage eines registrierten Strahlenpasses und ein Dosimeter verlangen, da sie hiermit die Pflichten der RöV auf jeden Fall erfüllen. Die Recherche, dass 1 Millisievert/a nicht überschritten wird, könnte unter Umständen schwerer fallen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Röntgendoktor schrieb am 18.04.2016 - 15:04 Uhr:
Frage:2668 BETREFF: Erwerb von Fachkunden - Notfall + CT
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zum Thema Erwerb von Fachkunden habe ich eine Frage. Damit AIWs in der Radiologie ´nachtdienstfähig´ werden, müssen sie ja neben erforderlichem Wissen und Erfahrungen auch Fachkunden haben. Rö 2 Notfalldiagnostik kann ja bei Vollzeittätigkeit in der Radiologie nach 6 Monaten erworben werden. Rö 5 Computertomographie ebenfalls nach mind. 6 Monaten. Man könnte jetzt also annehmen, wenn ein AIW mindestens 12 Monate Vollzeit im Geschäft ist, dann könnten beide FK beantragt werden. Geht aber wohl nicht, da es ja bei CT heißt: ´nur in Verbindung mit Rö 3.1, Rö 3.2 und Rö 3.3´. Wenn ich also auch noch z. B. Rö 3.1 bescheinigt haben möchte (dafür dann auch noch mal mindestens 6 Monate bei Vollzeit), dann muss ich als AIW ja mindestens 18 Monate in der Radiologie tätig gewesen sein (mal unabhängig von Grund-, Spezialkurs und den erforderlichen Untersuchungszahlen). Und wenn ich auf die Notfall-FK verzichte und stattdessen dann z. B. die Skelett-FK (6 Monate) und CT (6 Monate) mache (Skelett und CT sind ja offenbar dann kombinierbar), dann darf ich im Nachtdienst aber keinen Rö-Thorax befunden. Stimmen so diese Überlegungen? Oder habe ich das in den Merkblättern falsch interpretiert? Oder anders gefragt: für die Vorbereitung auf den Nachtdienst - ist es möglich nach 12 Monaten sowohl Notfall als auch CT zu beantragen, oder geht das nicht? Ganz herzlichen Dank für eine kurze Stellungnahme.


1. Antwort: Hallo, der Erwerb der Notfallfachkunde (abgekürzt in der Fachkunde-Richtlinie: Rö2) und der CT-Fachkunde (Rö5.1) ist auch bei ganztägiger Tätigkeit in der Radiologie in 12 Monaten nicht möglich. Dies liegt daran, dass die CT-Fachkunde explizit die Fachkundegruppen Rö3.1, Rö3.2 und Rö3.3 als Grundlage benötigt. Es ist aber möglich, eine Fachkunde aus den Gruppen Rö3.1, Rö3.2 oder Rö3.3 nach 6 Monaten bescheinigt zu bekommen und dann in weiteren 6 Monaten als Paket die Sachkunde der verbleibenden beiden Fachkundegruppen aus Rö3.x und zusätzlich Rö5.1 zu erwerben und nach insgesamt 12 Monaten dann zusätzlich die entsprechenden Fachkundebescheinigungen zu erhalten. Nach Ablauf dieser Zeit könnten dann die Gruppen Rö3.1, Rö3.2, Rö3.3 und Rö5.1 bescheinigt sein bzw. werden. Natürlich müssen die entsprechenden Fallzahlen (insgesamt 2600) und die entsprechenden Kurse (Grundkurs, Spezialkurs und CT-Kurs) nachgewiesen werden. Diese Fachkunden sollten zur Dienstfähigkeit ausreichen. Die genannte Regelung wurde vom Länderausschuss Röntgenverordnung so festgelegt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Martin Krauss schrieb am 18.04.2016 - 00:05 Uhr:
Frage:2667 BETREFF: Aktualisierungskurs
Sehr geehrter Herr Ewen, seit Mitte 2012 bin ich als Radiologe im Ausland taetig. Den letzten Aktualisierungskurs hatte ich im Maerz 2012 absolviert. Um mir eine evtl. spaetere Rueckkehr nach Deutschland nicht unnoetig zu erschweren, beabsichtige ich die Teilnahme an einem weiteren Aktualisierungskurs, das muesste ´offiziell´ ja bis Maerz 2017 stattfinden. Nun werde ich vor April/Mai 2017 vermutlich nicht nach Europa kommen. Ist eine verspaetete Kursteilnahme in meinem Fall ein gangbarer Weg oder wuerde das bedeuten, dass ich meine Fachkunde u.U. verliere? Vielen Dank, M Krauss


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Krauss, nein, Sie verlieren Ihre Fachkunde im Strahlenschutz grundsätzlich nicht, sondern Sie setzen sozusagen zwischen März 2017 und dem dann möglichst schnell zu absolvierenden Aktualisierungskurs (z.B. Mai 2017) mit Ihrer Fachkunde aus. In dieser Zeit dürften Sie rein formalrechtlich keine Tätigkeiten ausführen, die eine Fachkunde im Strahlenschutz verlangen (z.B. die rechtfertigende Indikation stellen). Um ganz sicher zu gehen, könnten Sie bei der nach Ihrer Rückkehr für Sie zuständigen atomrechtlichen Behörde oder Ärztekammer nachfragen, ob das dort auch so gesehen wird (was ich annehme). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sascha Hammerschlag schrieb am 15.04.2016 - 09:47 Uhr:
Frage:2666 BETREFF: Untersucherexposition durch Szintigraphie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, halten Sie es aus strahlenschutztechnischen Überlegungen (bezüglich der Exposition des untersuchenden Arztes) für bedenklich, wenn im Rahmen der Schilddrüsendiagnostik die Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse immer unmittelbar nach der i.v. Applikation des Nuklides (Tc-99m Pertechnetat) für die Schilddrüsenszintigraphie erfolgt? Arbeitstäglich fallen mindestens 10 solcher Untersuchungen an. Sollten Sie Bedenken haben, es sich aber bei uns ´organisatorisch´ nicht anders regeln lässt, empfehlen Sie dann dem Untersucher das Tragen eines persönlichen Strahlenschutzes (zB Bleichmantel und Schilddrüsenschutz). Dürften schwangere Kollegen diese ´gespritzten´ Patienten sonographieren? Ich bin als Radiologe leider über die Strahlenqualitäten der Nuklide und deren Bewertung nicht ausreichend informiert und konnte zu dieser Frage weder im Netz, noch unter Kollegen eine zufriedenstellende Antwort erhalten. Daher wende ich mich an Sie und verbleibe mit bestem Dank vorab.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hammerschlag, nach Rücksprache mit einem NukMed-Kollegen hier folgende Antwort: Schutzschürzen aus der Röntgendiagnostik bringen in der NukMed nicht viel. Die üblichen Bleigleichwerte der ´Röntgenschürzen´ betragen 0,25 bzw. 0,35 mm und haben in der Röntgendiagnostik eine sehr hoher Schutzwirkung. Mit einer Schürze ´0,25 mm Pb´ würde die 140 KeV-Gammastrahlung des 99mTc nur um den Faktor 1,3 und mit ´0,35 mm´ um den Faktor 1,6 geschwächt, also recht wenig. Bei 70 MBq 99mTc-Pertechnetat liegt direkt nach Applikation die Dosisleistung in 0,5 m Abstand vom Patienten bei 1,5 µSv/h. Lassen wir 10 Min. schallen (ist sehr lange), hätten wir dort eine Ortsdosis von 0,25 µSv, bei z.B. 10 Patienten am Tag also von 2,5 µSv. Wenn eine Person diesen Vorgang an 200 Tagen/Jahr durchführen würde, wäre deren Exposition 0,5 mSv/Jahr. So nebenbei: Schwangere dürfen nicht mit offenen radioaktiven Stoffen umgehen. Es ist eigentlich nicht einsehbar, warum die US-Untersuchung nicht vor der Applikation durchgeführt wird. Denn das ´nach´ bringt organisatorisch nicht viel Zeitgewinn und ist daher aus Strahlenschutzgründen nicht zu akzeptieren. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Uta Baumert schrieb am 12.04.2016 - 11:37 Uhr:
Frage:2665 BETREFF: Ct-Untersuchung Thorax
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, seit kurzem besteht unser Chef drauf, daß wir bei einer Ct-Thorax-Untersuchung das Feld immer so groß machen, dass er auch die Mamma mit beurteilen kann. Es könnte ja sein, daß sonst ein Mamma-Ca übersehen wird.... Das bedeutet, die Untersuchungen werden den im L- bzw. LL-Feld gefahren. Aus Strahlenschutzgründen wählen wir Mtras natürlich Untersuchungsfelder, die nur das zu untersuchende Organ darstellen. Ist sein Wunsch zulässig?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Baumert, normalerweise wird eine Projektionsmammographie zwecks Darstellung des niedrigen Objektkontrastes bei geringen Röhrenspannungen (um 30 kV)durchgeführt. Aber bei mit CT gewonnenen Röntgenbildern des Thorax kann man trotz hoher Röhrenspannungen (z.B. 130 kV) was erkennen. Beispielsweise sind zumindest Asymmetrien – was diese auch immer bedeuten mögen - ganz gut zu sehen. Eine ätiologische Zuordnung ist nach Meinung meines radiologischen Kollegen, den ich zu Rate gezogen hatte, dabei wohl nicht möglich. Er meint, dass auch bei einem lege artis durchgeführten Thorax-CT die Mamma meistens mit abgebildet sein sollte, da nach Leitlinie die Weichteile mit Muskulatur ebenfalls dargestellt werden müssten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Matthias Arndt schrieb am 12.04.2016 - 08:16 Uhr:
Frage:2664 BETREFF: Neue DIN 6868-157
Hallo, ich habe eine Frage zur neuen DIN 6868-157, genauer gesagt zur täglichen Monitor-Konstanzprüfung. Ich würde gerne wissen, ob es rechtlich in irgendeiner Form geregelt ist, wer eine Software zur täglichen Monitor-Konstanzprüfung zur Verfügung stellen muss. Muss es z. B. der Hardware-Lieferant des (Befundungs-) Monitors sein, oder der Software-Lieferant des Auswerte-Programms ? Es geht nicht um das eigentliche Prüfbild, sondern um eine Software, mit der sich die täglichen Prüfungen protokollieren lassen (wie z. B. das Programm ´SIMOCON´ von Sirona). Bisher habe ich diesbezüglich noch nichts gefunden... Vielen Dank für die Hilfe ! Matthias Arndt


1. Antwort: Sehr geehrter Arndt, ich habe mich im Kollegenkreis ein wenig umgehört. Fazit: Die Standardformate der Prüfbilder sind frei verfügbar und müssen entweder vom Anwender oder noch besser vom Hersteller des BWS an die tatsächliche Monitorgröße angepasst werden. Die Verwendung von Software für die Konstanzprüfung liegt im Entscheidungs- und Verantwortungsbereich des Anwenders/Betreibers. Es besteht keine Verpflichtung zur Verwendung einer KP-Software. Entweder bieten die Hersteller von BWS oder die Messgerätehersteller eine entsprechende KP-Software an. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Knobilinchen schrieb am 11.04.2016 - 17:48 Uhr:
Frage:2663 BETREFF: Hilfe!!! Kind und ich aus ´versehen´ 20-30 mal geröntgt worden???
Ich war gerade nochmal zum Gespräch bei dem Arzt und auch in dem Röntgenraum. Diesmal war ich ja nicht mit meinem Kind beschäftigt und konnte mich umsehen. Es sind keine zwei Geräte, sondern nur 1. Das Panoramagerät steht ca 1m weg (ich kann aber überhaupt nicht schätzen. 2-3 Schritte)) und kann mit der austauschbaren Linse auch fürs Hand röntgen benutzt werden. Die Plattform für die Hand befand sich also direkt neben unseren Köpfen neben dem Türrahmen. Der Arzt war sehr nett und hat alles erklärt. Aber meine Frage konnte dort leider nicht beantwortet werden. Die Helferin war nicht vorher in dem Raum. Konnte daher auch nichts umschalten. Der Zahnarzt meinte, vielleicht die Helferin vorher zum Hand röntgen. Aber die nahm ja nicht am Gespräch teil, sondern eilte mit dem anderen Kind nur rein und raus. Ob der Zahnarzt das selber umgestellt hat weiss er nicht. Ist ja nachvollziehbar bei so vieken Kindern und 4 Tage später. Als der Zahnarzt kam stand das Gerät auf test sagte er, das weiss er noch. Da ging aber schon lange nichts mehr.Mir ging es ja genau um den Zeitraum vorher. Als die Geräusche kamen, die ich vom Röntgen aus der Klinik kenne. Kurzes mechanisches Klacken des Apparates. Danach ging die Helferin in den Röntgenraum, drehte an den Schaltern und wackelte am Röntgengerät und holte dann erst den Arzt, weil es sich nicht drehte. Ich fürchte, das kann gar nicht nachvollzogen werden im nachhinein. Die Helferin wird das bestimmt nicht zugeben, sollte sie so etwas wichtiges vergessen haben. Für den Zahnarzt ist das erledigt, weil seine Helferinnen die Ausbildung haben und das nie machen würden.


1. Antwort: Hallo, ich kann von hier aus nichts unternehmen, denn das müsste, wie ich schon vorher geschrieben habe, von der örtlich zuständigen Aufsichtsbehörde übernommen werden. Dafür sind diese Behörden da. Die betreffende Behörde müsste natürlich informiert werden. Wie schon gesagt, wäre es sinnvoll, wenn das der Arzt selbst tun würde, um sich auch für seinen Tätigkeitsbereich Klarheit zu verschaffen. Aber auch Sie können die Behörde ansprechen (im Internet z.B. die Stichworte eingeben: Röntgenverordnung, Aufsichtsbehörde, Ort). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Knobilinchen schrieb am 10.04.2016 - 08:09 Uhr:
Frage:2662 BETREFF: Hilfe!!! Kind und ich aus ´versehen´ 20-30 mal geröntgt worden???
Zusatz: wir trugen keine Schutzkleidung. Soweit ich das verstanden habe, hatte der Arzt die Strahlung von dem Panoramagerät abgeschaltet und die Arzthelferin betätigte wohl den falschen Knopf für das Wachstumsfuge-Handgerät??Es wurde vor uns benutzt für eine Jugendliche. Das Drücken des Knopfes ging solange bis keinerlei Geräusche mehr Auslösbar waren. Ich bin so in Panik. Leider wurde weder vom hinzugerufenen Zahnarzt noch von der unsicheren Arzthelferin darauf eingegangen. So dass ich nicht weiß was genau passiert ist. Der Apparat stand ca 1 Meter (?) Links von uns... schwer zu sagen. Auflage der Hand zur Mitte des Raumes gerichtet, die Jugendliche sah aus dem Minifenster auf das Schaltplan direkt neben der Tür. Daher gehe ich nicht von einer grossen Entfernung zur Tür aus. Aber bin mir total unsicher wie oft das gebrummt hat nach dem Einmaligen Brumm-klicken..Auf alle Fälle nicht wenig. 20 mal?. Und habe mehr als Angst um mich und mein Kind. Ich wurde 4 Wochen vorher während einer Gallengangsop durchleuchtet und postoperative zur Kontrolle. Mein Kind danach auch noch mit dem Panoramagerät. IcH wusste nicht was da passiert und mache mir jetzt grosse Vorwürfe. Und warum um Himmels Willen hat die Helferin nichts gesagt. Was kann ich jetzt tun? Worauf muss ich achten. Mein Kind war jetzt gestern, 2 Tage später, blass und mitgenommen... Unser Untersuchungsausschuss befand sich übrigens im Kontrollraum mit Pult. Daher konnte ich die Jugendliche sehen


1. Antwort: Hallo, ich kann aus Ihrer Schilderung (ohne vor Ort zu sein) nicht im Detail erkennen, was dort bei diesem Zahnarzt passiert ist. Aber eins scheint mir sehr wahrscheinlich zu sein (und das sollte Ihrer Beruhigung dienen), dass hier keine Expositionen für Sie und das Kind in der - wie die Fachleute sagen - Nutzstrahlung vorgekommen sind, also in der Strahlung, welche die Röntgenbilder erzeugt. Sie hielten sich ja, wie Sie geschrieben haben, neben dem Röntgengerät auf, befanden sich also in einem Strahlenfeld, das man als Streustrahlung bezeichnet. Dort ist die Strahlenexposition vergleichsweise nur sehr gering und sollte kein Anlass zur Sorge sein. Dass Ihr Kind nach 2 Tagen blass und mitgenommen aussah, ist nach allem, was man über Strahlenwirkungen weiß, absolut nicht typisch. Trotzdem möchte ich dringend raten, dass von der für die Anwendung von Röntgenstrahlen örtlich zuständigen Aufsichtsbehörde eine Ortsbesichtigung durchgeführt wird, um abzuklären, ob ein technischer Defekt oder ein menschlicher Fehler vorgelegen hat. Ich kann von hier aus nicht sagen, welche Behörde das bei Ihnen ist. Aber der Zahnarzt selbst, der das weiß, müsste höchstes Interesse daran haben, dass dieser Vorgang aufgeklärt wird, und deshalb wäre er derjenige, der die Behörde informieren sollte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Knobilinchen schrieb am 10.04.2016 - 02:29 Uhr:
Frage:2661 BETREFF: Hilfe!!! Kind und ich aus ´versehen´ 20-30 mal geröntgt worden???
Beim Kieferorthopäde hatte mein Kind Angst vor dem drehenden Röntgenapparat. Ca. 2m entfernt gegenüber der Tür. Liebe neben der tür ca 1m stand ein Röntgenapparat für die Hand. Mein 10j Kind und ich standen in der Tür innerhalb des Raumes. Die Arzthelferin sollte zum zeigen das Gerät drehen lassen und löste aber 20-30mal kurz Röntgen aus. (Handgerät??? Drehenden???) Sie drückte den roten statt schwarzen Knopf. 1mal brumm...Blitzgeräusch und sonst nur brummen. Jetzt habe ich grosse Angst


1. Antwort: Hallo, das hier ist die Frage Nr. 2661. Bitte schauen Sie in die Antwort zu Ihrer Frage Nr. 2662, die sich ja mit demselben Thema beschäftigt. Dass Sie sich Sorgen machen, verstehe ich vollkommen. Trotzdem meine ich, Sie beruhigen zu können, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass Ihr Kind 20 bis 30mal geröntgt, also so oft mit Nutzstrahlung exponiert worden ist, vor allen Dingen, wenn ich lese, wo Sie beide gestanden haben. Wichtig ist, dass, wie ich in der Antwort 2662 geschrieben habe, die zuständige Behörde im Rahmen einer Besichtigung vor Ort abklärt, was dort tatsächlich abgelaufen ist. Der Zahnarzt bzw. Kieferorthopäde muss selbst ein hohes Interesse daran haben und deswegen schon die Behörde ansprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Eva Plewka schrieb am 09.04.2016 - 20:38 Uhr:
Frage:2660 BETREFF: Kontrollbereich
Was ist für ein unterschied zwischen Kontrollbereich A und B


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Plewka, es gibt keine Kontrollbereiche der Kategorie A und Kategorie B. Diese Bezeichnungen beziehen sich auf beruflich strahlenexponierte Personen, die beruflich in Kontrollbereichen tätig sind. Dabei ist eine beruflich strahlenexponierte Person der Kat. B eine solche, bei der die effektive Dosis zwar höher als 1 mSv im Kalenderjahr sei kann, aber nicht mehr als 6 mSv/a. Dagegen ist eine beruflich strahlenexponierte Person der Kat. A eine solche, bei der diese 6 mSv/a überschritten werden können. All diese Dosiswerte sind keine Grenz- sondern nur Definitionswerte. Für beide Personengruppen (A und B) gibt es einen gemeinsamen Grenzwert für die effektive Dosis von 20 mSv/a. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Geyer schrieb am 09.04.2016 - 15:33 Uhr:
Frage:2659 BETREFF: Archivierung von Röntgenanforderungen
Sehr geehrter Herr Professor, wie lange müssen Röntgenanforderungen im Papierformat aufgehoben werden? Bei der Befunderstellung wird sowohl die Fragestellung/ rechtfertigende Indikation mit in den Befundbericht übernommen. Dieser wird wiederum vom Radiologen digital signiert und archiviert. Lediglich der anfordernde Arzt ist weder im RIS noch im Befund, sondern lediglich auf der Papieranforderung ersichtlich. Wie lange sind (wenn überhaupt) die Anforderungen nach der Befundung zu archivieren? Der §28 RöV drückt sich hier meiner Meinung nach sehr vage aus. Vielen Dank für Ihre Antwort. K. Geyer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Geyer, die RöV schreibt nicht vor, auf welchem Medium die Aufzeichnungen nach § 28 aufbewahrt werden müssen. Also wäre Papierformat nicht gerade modern, aber nicht falsch. Die Aufzeichnungen müssen allerdings während der gesamten Zeit (§ 28 Abs. 3 RöV), also z.B. für die Diagnostik 10 Jahre, lesbar bleiben. Zu diesen Aufzeichnungen gehören auch Angaben zur Stellung der rechtfertigende Indikation im Sinne des § 23 Abs. 1 Satz 1 RöV. In diesem Zusammenhang ist es sehr wichtig, dass jeweils der Name des/der Arztes/Ärztin in die Aufzeichnungen mit aufgenommen wird, der/die die rechtfertigende Indikation gestellt hat, und diese Angabe derselben Aufzeichnungsdauer unterliegt, wie die anderen in § 28 Abs. 1 bzw. Abs. 3 RöV genannten auch. Eine Unterschrift dieser Ärzte/innen muss aber in diese aufzuzeichnenden Daten nicht mit aufgenommen werden. Begründung: Eine diesbezügliche Forderung steht nicht in der RöV. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Z. Puskas schrieb am 08.04.2016 - 12:26 Uhr:
Frage:2658 BETREFF: DL gestützte Interventionen im OP
Sehr geehrte Kollegen, operativ tätige Fachbereiche nutzen im zunehmenden Maße durchleuchtungsgestützte, sog. Hybridverfahren (Beispiel in der Gefäßchirurgie)unter Anwendung leistungsschwacher C-Bogen-Geräte in Kombination mit strahlentransparenten OP-Tischen in der Patientenversorgung. Für eine angiographische Kontrollaufnahme (z.B. Dokumentation der Bypassdurchgängigkeit) mag das ausreichend sein, jedoch sind die am häufigsten verwendete Geräte auf Grund der vergleichsweise geringen Bildqualität und ihrer Leistungsschäche für längere Durchleuchtungen im Rahmen schwieriger Drahtsondierungen und Angioplastien, weder i.S. des Strahlenschutzes (Blenden, Abstände, Abschirmungen für Personal), noch insbesondere i.S. der prozeduralen- und der Patientensicherheit ausreichend geeignet. Ab welcher Leistung sehen Sie Geräte für intraoperative Prozeduren mit unbestimmter Dauer als geeignet an und gibt es hier verbindliche Bestimmungen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Puskas, die Beurteilung bestimmter technisch-physikalischer Eigenschaften bildgebender Systeme in der Röntgendiagnostik und der daraus resultierenden Qualität der vom System angebotenen Röntgenbilder wird im § 16 Abs. 2 Satz 1 der Röntgenverordnung (RöV) mit folgender Optimierungsformel zusammengefasst: ´Bereitstellung einer erforderlichen Bildqualität mit möglichst geringer Strahlenexposition´. Der Begriff „Strahlenexpositon (des Patienten)“ ist relativ einfach durch eine geeignete Dosisgröße zu definieren (z.B. durch das am Gerät angezeigte Dosisflächenprodukt mit der Möglichkeit zur Umrechnung in die strahlenbiologisch relevante effektive Dosis). Im Gegensatz dazu sind die Definition der Bildqualität und die Festlegung diesbezüglicher Parameter, die diese möglichst korrekt beschreiben, deutlich schwieriger zu bewerkstelligen. Das liegt daran, dass man unterscheiden muss zwischen „physikalischer Bildqualität“, die also mit Hilfe von Prüfkörpern und physikalischer Methoden bestimmbar ist, und „diagnostischer Bildqualität“, die diagnostisch wichtige, für die Befundung durch den Arzt relevante Strukturen erkennen lassen soll (siehe § 2 Nr. 5 RöV). Es wird angestrebt, dass die Optimierung von Bildqualität und Dosis messtechnisch auf der Grundlage der physikalischen Bildqualität verifiziert wird und dass daraus resultierende Folgerungen auf die Güte der diagnostischen Bildqualität übertragbar sind. Mit anderen Worten: Im Idealfall sollte man davon ausgehen können, dass ein bildgebendes System mit Optimierung von physikalischer Bildqualität und Dosis auch auf der Basis der diagnostischen Bildqualität ein analoges Verhalten zeigt. Das Problem ist, dass man im Zusammenhang mit der physikalischen Bildqualität reproduzierbare bzw. konstante Prüfkörperstrukturen, also einen „Patienten mit Standardmaßen“, zur Verfügung hat. Das kann natürlich im Fall der diagnostischen Bildqualität, also bei „echten“ Patienten, nicht erwartet werden. Man arbeitet aber daran, die Qualitätssicherung nach § 16 RöV auf der Grundlage der physikalischen Bildqualität so zu gestalten, dass proportionale Aussagen zur diagnostischen Bildqualität möglich sind (z.B. Überprüfung der Langzeitstabilität bei ausgedehnten Durchleuchtungsphasen, wie sie bei Interventionen nicht selten sind - und das besonders bei adipösen Patienten). Was Ihre Fragestellung betrifft, so kann man zurzeit ein bildgebendes System in der Röntgendiagnostik, wie Sie es hier beschrieben haben, auf der Basis der RöV und der ihr zuzuordnenden QS-Nomen am besten beurteilen, indem man von der Annahme ausgeht, dass eine vor Inbetriebnahme nach DIN 6868-150 erfolgreich durchgeführte Abnahmeprüfung und dann während des Betriebs regelmäßig nach DIN 6868-4 erfolgreich durchgeführte Konstanzprüfungen am besten garantieren können, dass der Stand der Technik bezüglich einer Optimierung von (physikalischer) Bildqualität und Dosis erfüllt ist. Ich bin der Meinung, dass grundsätzlich ein vom Hersteller/Lieferanten gut eingestelltes und deswegen auch die Abnahmeprüfung bestehendes Röntgendiagnostikgerät eine für die Befundung erforderliche diagnostische Bildqualität bei moderater Dosis liefern kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Liane Falkner schrieb am 08.04.2016 - 11:52 Uhr:
Frage:2657 BETREFF: Ct Calibration im 6. Schwangerschaftsmonat
Sehr geehrte Damen und Herren Ich arbeite nicht in der Radiologie aber eine Kollegin von mir. Sie ist im 6. Schwangerschaftsmonat und es wurde das CT calibriert währenddessen Sie auf dem angrenzenden Toilettenraum war der für die Patienten ist, welcher wahrscheinlich nicht den ausreichenden Schutz bietet. Wie gefährlich ist das für die Schwangerschaft?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Falkner, man kann also in jedem Fall Entwarnung geben. Erstens, auch Patiententoiletten in der Nachbarschaft von Röntgenräumen müssen je nach räumlichem Abstand zum Röntgengerät entsprechend abgeschirmt werden. Zweitens, selbst wenn das nicht sein sollte, wäre die Dosis, welche Ihre Kollegin durch Streustrahlung (!) in diesem Fall erhalten haben könnte, so niedrig gewesen, dass ein Strahlenrisiko für das ungeborene Kind vernachlässigt werden kann. Also Gruß an die Kollegin: Keine Sorgen machen! Viele Grüße K. Ewen



  Martin Zillmer schrieb am 07.04.2016 - 18:47 Uhr:
Frage:2656 BETREFF: Drucker im Röntgenraum
Hallo, meine Frage: darf man einen Laserdrucker in einem Röntgenraum, 1-2 mal täglich wird geröntgt, aufstellen und betreiben. Vielen Dank für eine Info. MfG. Martin Zillmer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Zillmer, ein Laserdrucker kann zwar Zusatzgerät oder Zubehör einer Röntgeneinrichtung sein, erzeugt aber selbst keine Röntgenstrahlung. Er kann also grundsätzlich überall aufgestellt sein und betrieben werden, also auch in einem Röntgenraum. Er nimmt auch keinen Schaden, wenn dort mal Röntgenstrahlung eingeschaltet wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Erika Fortdran schrieb am 04.04.2016 - 19:22 Uhr:
Frage:2655 BETREFF: Erwerben OTAs Kenntnisse im Strahlenschutz
Sehr geehrter H. Ewen, erwerben OTAs während ihrer Ausbildung Kenntnisse im Strahlenschutz? Vielen Dank und herzliche Grüße


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Fortran, OTAs benötigen für ihre Tätigkeiten (´technische Durchführung´; siehe § 2 Nr. 7 RöV) Kenntnisse im Strahlenschutz (§ 24 Abs. 2 RöV). Je nach Struktur und Lehrplan der betreffenden OTA-Schule kann entweder der dafür notwendige Kurs während der Ausbildung absolviert und nach erfolgreichem Schulabschluss von der jeweils zuständigen Ärztekammer als Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz bescheinigt oder (wie allgemein bei MFAs üblich) nach Ausbildungsabschluss durch Besuch eines entsprechenden Strahlenschutzkurses erworben werden. Um weitere Details zu diesem Thema zu erfahren, können Sie die Internetplattform des Deutschen OTA-Schulträger-Verbandes (DOSV) e.V. aufsuchen und dort Fragen per Telefon oder Mail stellen.Vorschlag: http://www.ota.de/der-verband/der-vorstand/ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wolfgang, Bergmann schrieb am 01.04.2016 - 18:49 Uhr:
Frage:2654 BETREFF: Abdomen röntgen.
Braucht man Heute bei Abdomen Untersuchengen Patient auf der Linksseitenlage und Rückenlage röntgen, oder reich es nur Linksseitenlage? Wann braucht man Abdomen a-p Aufnahme als 2.Ebene zu Abdomen LSL? Danke im voraus.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bergmann, hier die Antwort auf Ihre Frage mit Hilfe eines radiologischen Kollegen: Die routinemäßige Durchführung einer Abdomenuntersuchung in LSL und ap ist nicht indiziert. Bei einem akuten Abdomen mit V.a. Perforation eines Hohlorgans (freie Luft) oder Ileus (stehende Darmschlingen) wird primär nur eine LS-Aufnahme angefertigt. Bei positivem Befund ist die Untersuchung damit abgeschlossen. Da die Bildqualität in Seitenlage oft eingeschränkt ist, wäre bei bestimmten Fragestellungen (Nieren-/Gallensteine) eine zusätzliche oder auch alleinige ap-Aufnahme indiziert. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bergmann schrieb am 01.04.2016 - 18:41 Uhr:
Frage:2653 BETREFF: Wer darf Patient am Röntgenstativ halten?
Darf MTRA Patienten beim röntgen am Wandstativ halten ? Wer kann Patient während röntgen halten.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bergmann, die technische Durchführung einer Röntgenuntersuchungen (Definition: siehe § 2 Nr. 7 RöV), wozu auch das korrekte Lagern der Patienten zählt, gehört zum Berufsbild einer MTRA. Das gilt auch für eine MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz (siehe § 24 Abs. 2 RöV). Und sollte dieses für eine erfolgreich durchzuführende Röntgenaufnahme notwendige Lagern durch ein unterstützendes Halten ergänzt werden müssen, dann kann und sollte dies durch das Assistenzpersonal einer Röntgenabteilung, dem die technische Durchführung nach der RöV gestattet ist, geschehen. Dabei möchte ich auf das Tragen entsprechender Schutzkleidung (Schürze) besonders hinweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Franz Heidgen schrieb am 29.03.2016 - 19:15 Uhr:
Frage:2652 BETREFF: DIN 6868-157
Sehr geehrter Herr Prof. Even, wir sind bezüglich der neuen DIN massiv verunsichert. Wir betreiben nur Geräte - C-Bögen in OP`s, Ambulanzen, urolog. und cardiol- C-Bögen - die alle vor dem Stichtag 1.5.2015 in Betrieb gegangen sind.Müssen wir nach der neuen DIN 6868-157 trotzdem irgendwelche Aktivitäten veranlassen oder erst nach der Übergangsfrist 2018 ??? Für eine verständliche Antwort - die Angaben der DIN verstehe ich nicht eindeutig - wäre ich sehr dankbar. Mit freundlichen Grüßen Franz Heidgen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Heidgen, was Sie hier suchen, finden Sie nicht in der DIN 6868-157 oder in der Vorgängernorm (DIN V 6868-57) sondern in einer Ergänzung zur QS-Richtlinie, die sich allerdings auf diese beiden Normen bezieht. Zu dieser Ergänzung gelangen Sie hier auf der Startseite des Forum RöV durch Anwählen des Link ´News´. Es öffnet sich ein kleines Fenster, in der Sie ´Neue Veröffentlichungen´ anklicken müssen. Sie sehen jetzt eine kleine Liste, unter anderem auch unter dem Datum 13.05.2015 ´Ergänzende Festlegungen vom 6. Mai 2015 zur Anwendung der QS-Richtlinie ... ´. Anklicken, und im Text, dort Kap. 2, werden Sie unter der Nr. (2) in den beiden Abschnitten a und b die für Sie interessanten Übergangsregelungen für mobile C-Bogengeräte und die damit verbundenen Randbedingungen herausfinden können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  F.Heidgen schrieb am 29.03.2016 - 18:47 Uhr:
Frage:2651 BETREFF: Konstanzprüfung an alten C-Bögen
Sehr geehrter Herr Prof. Even, die Ärzl. Stelle Münster hat bemängelt, dass an einem älteren C-Bogen immer noch mit dem ET-R1 anstatt mit dem Primus DL Phantom die Konstanzprüfungen durchgeführt werden. Gibt es eine neue Bestimmung und wenn ja , wie kriegt man als KP-Mensch sowas mit ? Vielen Dank Franz Heidgen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Heidgen, die Konstanzprüfung von Durchleuchtungsgeräten, unter anderem auch von mobilen C-Bogengeräten, geschieht nach DIN 6868-4 von Oktober 2007. Mit Umstellung der Konstanzprüfung nach der alten Norm (DIN 6868-4: 1987-01) auf die jetzt geltende DIN 6868-4: 2007-10 musste die Frage nach möglicher Weiterbenutzung des alten Prüfkörpers (z.B. ETR1) „ja“ oder „nein“ durch Übergangsregelungen geklärt werden. Diese Übergangsregelungen sind in einem „Rundscheiben des BMU vom 19.12.2007 zur Änderung der damaligen Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL)“ formuliert worden. Den betreffenden Text dazu finden Sie hier im Forum RöV auf folgendem Weg: Auf der Startseite des Forum RöV den Link 7 „Richtlinien/BMU Schreiben“ anwählen. Dann öffnet sich eine längere, nach Datum geordnete Tabelle. Dort das Datum „25.12.2007“ anklicken, und in dem sich dann zeigenden Text sind die o.g. Übergangsregelungen (3 Punkte) zu der von Ihnen hinterfragten Prüfkörperproblematik unter Abschnitt 2) zusammengestellt. Am Ende des Gesamttextes ist unter „Zu I.2“ auch die Begründung für diese Neuregelungen beschrieben. Im Internet (z.B. Google) können Sie zu diesem Thema unter dem Stichwort „DIN 6868-4“ folgende Publikation zu diesem Thema finden: „C.H.Lipfert: Die neue DIN 6868-4, MTA Dialog 4 (2008) Jahrgang 9, Seiten 278 – 280“. Nach allem, was man aus meiner Antwort zu Ihrer Frage entnehmen kann, ergibt sich, dass, je nach Zuordnung Ihrer C-Bogengeräte zu den o.g. 3 Übergangsregelungen, die Ärztliche Stelle Münster durchaus Recht haben kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heike Prager schrieb am 29.03.2016 - 09:18 Uhr:
Frage:2650 BETREFF: DIN 6868-14 (162)
Sehr geehrter Prof. Ewen, auf unser Mammographiegerät (Inspiration Siemens) wird eine neue Software eingespielt. Ist die Konsequenz eine neue Teilabnahmeprüfung und wenn ja, muss diese nach der neuen DIN durchgeführt werden (momentan Abnahme nach PAS 1054) ? Falls wir die Abnahmeprüfung nach der neuen DIN durchführen, müssen wir dann zwangsläufig auch die im Februar durchgeführte Jahresprüfung (ebenfalls nach PAS 1054) wiederholen ? Vielen Dank Mit freundlichen Grüßen Heike Prager


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Prager, ob nach Einspielung der neuen Software eine Teilabnahmeprüfung (TAP) erforderlich ist, sollte eigentlich von der Hersteller- oder Servicefirma beurteilt werden können. Dabei ist zu bedenken, dass nach jeder Änderung der Einrichtung oder ihres Betriebs, welche die Bildqualität oder die Dosis beeinflussen kann, eine sog. TAP durchgeführt werden muss, die sich auf die Änderung und deren Auswirkungen beschränkt (siehe § 16 Abs. 2 Satz 2 RöV). Im einfachsten Fall besteht diese TAP aus einer Neufestsetzung der Bezugswerte für die Konstanzprüfung. Wenn wirklich keine Änderungen im o.g. Sinne durch Update der Software resultieren, sollten Sie sich diese Tatsache durch die Hersteller- oder Servicefirma bescheinigen lassen. Wenn eine TAP erforderlich sein sollte, dann sind nach Abschnitt 4.1 der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) neu erschienene oder überarbeitete Normen anzuwenden (hier also die DIN 6868-162 und folgerichtig auch die DIN 6868-14 an Stelle von PAS 1054). Wird dagegen eine TAP als nicht erforderlich angesehen, würde diese Umstellung erst bis spätestens 30.6.2018 notwendig sein (s. Abschnitt 4.2 der QS-RL). Unabhängig von den o.g. Ausführungen möchte ich empfehlen, diese Softwareänderung zum Anlass zu nehmen, jetzt auf jeden Fall auf die moderne Variante der Qualitätssicherung bei digitalen Mammographiegeräten umzusteigen, also auf DIN 6868-162 und DIN 6868-14. Wie gesagt, bis 30.6.2018 muss das sowieso geschehen. Die damit verbundenen Zusatzinformationen und eine Aufzählung der notwendigen Hilfsmittel vor allem zur Durchführung der Konstanzprüfung nach DIN 6868-14 finden Sie beispielsweise in einer Publikation des Referenzzentrums Mammographie Südwest unter folgendem Link: https://referenzzentrum-suedwest.de/fachinformationen/physikalisch-technische-qualitaetssicherung Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Tobias Schröer schrieb am 23.03.2016 - 15:21 Uhr:
Frage:2649 BETREFF: Definition digitale Subtraktion vs. DSA
Sehr geehrter Herr Prof. Even, gibt es eine Definition was unter einer digitalen Subtraktion definiert ist. Gibt es einen Unterschied zwischen ´digitaler Subtraktion´ und einer ´DSA´? Bei einigen mobilen C- Bögen ist mir der Begriff ´digitaler Subtraktion´ statt DSA aufgefallen in der Beschreibung aufgefallen. mit freundlichen Grüßen Tobias Schröer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schröer, die DSA ist eine Röntgenuntersuchung, mit der Gefäßbilder isoliert dargestellt werden. Das „A“ steht für Angiographie. In der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL), die Sie im Internet einsehen können, gibt es eine Anlage I, darin ein Kapitel „Erläuterungen und Ergänzungen … „ und in diesem wiederum einen Abschnitt „E 20“. Im ersten Absatz von „E 20“ finden Sie eine Art Definition und Kurzbeschreibung zur DSA. Andere Subtraktionstechniken, sehr nützlich bei intraoperativen Röntgenuntersuchungen mit entsprechend ausgelegten mobilen C-Bogengeräten, verfolgen andere Ziele als die DSA (siehe den dritten Absatz in „E 20“). Dass DSA-Funktion und Subtraktionsfunktion nicht dasselbe sind, wird auch aus der DIN 6868-150, welche die Abnahmeprüfung an Aufnahme- und Durchleuchtungseinrichtungen (u.a. DSA) beschreibt, ersichtlich. Denn dort gibt es für die Prüfung der Niedrigkontrastauflösung bei DSA- und Subtraktionsmode zwei unterschiedliche Kapitel: 7.21 „Niedrigkontrastauflösung und Dynamikbereich (DSA-Funktion)“ und 7.22 „Niedrigkontrastauflösung (Subtraktionsfunktion)“. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Krellmann schrieb am 22.03.2016 - 12:04 Uhr:
Frage:2648 BETREFF: FK intraoperatives CT
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, die Anwendung eines mobilen CT-Gerätes (Airo-CT) intraoperativ für die spinale Neurochirurgie ist ja noch relativ neu. Es handelt sich ja um einen begrenzten Anwendungsbereich , der sich aktuell auf die WS beschränkt, zukünftig aber durchaus auch auf z.B. Schädel/Hirn ausgedehnt werden könnte. Es gibt meines Wissens nach keine spezielle Fachkunde für diesen Anwendungsbereich ( wie etwa für Röntgendiagnostik sonstiger verschiedener Anwendungsgebiete oder C-Bogen-Anwendungen ). Welchen Umfang müßte Ihrer Meinung nach der Sachkundeerwerb umfassen- analog CT-Planung Strahlentherapie mit mindestens 200 Planungs-CT oder entsprechend RöV mindestens 1000 CT bei Mindestzeit jeweils 12 Monate ?Mit freundlichen Grüßen , Michael Krellmann


1. Antwort: Die Frage wurde zweimal gestellt! Antwort: siehe Frage Nr. 2647. K. Ewen



  Michael Krellmann schrieb am 22.03.2016 - 11:14 Uhr:
Frage:2647 BETREFF: FK intraoperatives CT
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, die Anwendung eines mobilen CT-Gerätes (Airo-CT) intraoperativ für die spinale Neurochirurgie ist ja noch relativ neu. Es handelt sich ja um einen begrenzten Anwendungsbereich , der sich aktuell auf die WS beschränkt, zukünftig aber durchaus auch auf z.B. Schädel/Hirn ausgedehnt werden könnte. Es gibt meines Wissens nach keine spezielle Fachkunde für diesen Anwendungsbereich ( wie etwa für Röntgendiagnostik sonstiger verschiedener Anwendungsgebiete oder C-Bogen-Anwendungen ). Welchen Umfang müßte Ihrer Meinung nach der Sachkundeerwerb umfassen- analog CT-Planung Strahlentherapie mit mindestens 200 Planungs-CT oder entsprechend RöV mindestens 1000 CT bei Mindestzeit jeweils 12 Monate ?Mit freundlichen Grüßen , Michael Krellmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Krellmann, die notwendige Fachkunde im Strahlenschutz für Tätigkeiten von Ärzten bei CT-Untersuchungen richtet sich grundsätzlich nach Rö 5.1 der Tabelle 4.2.1 der Richtlinie „Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz beim Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin“ in der aktuellen Fassung. Eine Vereinfachung des Fachkundeerwerbs im Sinne von Rö5.2 durch Verkürzung der Sachkundezeiten bzw. durch Einschränkung der Grundfachkunde kommt nach unserer Meinung nur dann in Frage, wenn ausschließlich eine CT des Schädels durchgeführt wird. Man muss aber dann davon ausgehen, dass die zuständige Behörde den Betrieb bzw. die Art der Untersuchungen entsprechend einschränken wird. Ob es in Zukunft einen weiteren besonderen Anwendungsbereich für die CT-Diagnostik geben wird, ist aus unserer Sicht sehr zweifelhaft, da schon die o.g. besondere CT-Fachkunde für den Schädel in den zuständigen Gremien sehr kontrovers diskutiert wurde. Zusammenfassend heißt das: Es muss die entsprechende Grundfachkunde vorliegen (mindestens Rö 3.1, Rö 3.2 und Rö 3.3) und dann muss die Fachkunde Rö 5.1 (CT) erworben werden (12 Monate und 1000 Untersuchungen sowie Besuch des Spezialkurses CT). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andreas Hahn schrieb am 22.03.2016 - 07:44 Uhr:
Frage:2646 BETREFF: Frage nach erforderlichen Kenntnissen OP/C-Bogen
Guten Tag, welche Fachkenntnis nach RöV muss ein Arzt besitzen, wenn er während eines Eingriffs (über Endoskopie der Lunge) eine Arzthelferin (keine MTRA) das Starten der Durchleuchtung (C-Bogen) anweisen darf? Welche Fachkenntnis ausser Fachkunde im Strahlenschutz für MTRA muss die Arzthelferin besitzen bzw. nachweisen? Vielen Dank Andreas Hahn Medizintechniker


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hahn, nach der ´Fachkunde-Richtlinie Medizin RöV´ fällt der endoskopische Eingriff bei der Lunge mit einem C-Bogengerät für den ´anordnenden´ Arzt unter die FK-Gruppe Rö4. Die Arzthelferin als MFA, die die Strahlung auslöst, führt im Sinne des § 2 Nr. 7 RöV technisch durch und muss deswegen bescheinigte Kenntnisse im Strahlenschutz aufweisen. Der Erwerb weiterer ´Fachkenntnisse´ seitens der MFA für diese Tätigkeiten ist, abgestimmt auf die Art dieser Tätigkeiten, innerbetrieblich zu organisieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Beerning schrieb am 21.03.2016 - 02:35 Uhr:
Frage:2645 BETREFF: Aktualisierung der Fachkunde nach strahlenschutz
Frage ich hab 14.05.2006 meine Erste Aktualisierung in Richtigen Zeit-Fenster gemacht 28.05.2011 hab ich ihn auch wiederholt hab jetzt festgestellt das zwischen der 1. und 2 Wiederholung 14 Tage dazwischen liegen. Ich keine Gedanken gemacht war auch zu dem Zeitpnkt in Elternzeit war jetzt sind aber einige die sagen das reicht nicht aus hab ich meine Fachkunde noch oder nicht?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Beerning, zwischen der 1. und 2. Wiederholung lag also ein Zeitspanne von 5 Jahren und 14 Tagen. In diesen 14 Tagen ruhte sozusagen Ihre Fachkunde im Strahlenschutz. Das könnte man formal als einen Verstoß gegen die RöV interpretieren, der aber in der Vergangenheit stattgefunden hat und sowieso nicht mehr zu reparieren ist. Ihre Fachkunde im Strahlenschutz (so Sie Ärztin oder MTRA sind) bzw. Ihre Kenntnisse im Strahlenschutz (so Sie MFA sind) ist bzw. sind Ihnen aber nicht verloren gegangen. Ihre nun anstehende 3. Aktualisierung sollte bis zum 14.05. 2016 erfolgt sein, damit Sie wieder in die richtige zeitliche Spur kommen. Versuchen Sie, möglichst bis dahin einen entsprechenden Aktualisierungskurs zu besuchen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Annekatrin Bergmann schrieb am 17.03.2016 - 17:52 Uhr:
Frage:2644 BETREFF: Einteilung Kategorie A oder B
Sehr geehrte Damen und Herren, wie erfolgt die Einstufung einer beruflich strahlenexponierten Person in Kategorie A oder B? Grundlage bildet ja die effektive Dosis. Ist es zulässig, eine Person ist Kategorie B einzustufen, weil auf dem Personendosimeter immer Messwerte von 0,1-0,2 mSv abzulesen waren, obwohl sie z.B. in der interventionellen Angiologie arbeitet? Nach meiner Auffassung ist die Personendosimetrie unabhängig von der effektiven Dosis. Gibt es eine allgemeinverständliche Anleitung, wie die effektive Dosis ermittelt werden kann? Mit freundlichen Grüßen Annekatrin Bergmann


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Bergmann, Ihre Überlegungen über die Einstufungskriterien bei beruflich strahlenexponierten Personen nach RöV in die Kategorien A und B decken sich grundsätzlich auch mit meinen Ansichten. Die Anzeige von Dosiswerten auf Personendosimetern (diese sollen ja unter der Schutzkleidung getragen werden, die über 90 % der auftreffenden Dosis absorbiert) ist kein geeignetes Kriterium für die Einteilung in die Kategorien A und B. Würde man das so bewerkstelligen, dann würde kaum jemand die effektive Dosis von 6 mSv pro Jahr überschreiten (Definitionsuntergrenze für Kategorie A). Wir gehen davon aus, dass man mehr oder weniger pauschal bei sog. Hochdosisuntersuchungen (wesentlich: Angiographien, kardiologische Untersuchungen, größenteils auch intraoperative Untersuchungen mit den C-Bogengeräten und - natürlich - Interventionen) eine Kategorie-A-Exposition annehmen sollte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Robert Kulik schrieb am 16.03.2016 - 15:35 Uhr:
Frage:2643 BETREFF: Raumklasseneinteilung nach DIN6868-157
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, im Rahmen einer Umbaumaßnahme in der Radiologie wird der Standort der Befundungszimmer verändert. Die Befundungsplätze wurden bis jetzt nach der alten DIN EN 6868-57 der Konstanzprüfung unterzogen. Reicht es nach dem Umzug eine Teilabnahmeprüfung nach der alten Norm durchzuführen, oder muss ich jetzt die neue Norm DIN EN 6868-157 hinzuziehen? Wenn ja, muss eine Raumklasse für den Befundungsplatz vom Strahlenschutzverantwortlichen benannt werden. Hierzu muss mit einem z.B. LUXMETER die Beleuchtungsstärke des Befundungsraumes gemessen werde. Mir ist nicht ganz klar in welchen Bereich ich das Messgerät aufstellen muss. Nach meinen Informationen soll der Monitor abgeschaltet sein und das Messgerät soll senkrecht zu Bildschirmoberfläche des Befundungsmonitors positioniert werden. Ist diese Positionierung in Ordnung oder gibt es andere Vorgaben?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kulik, zu den im Kap. 11 der DIN 6868-157 beschriebenen wesentlichen Änderungen am BWS gehören auch Änderungen der Raumklasse (Absatz d) und Ortsveränderungen (Absatz e). In beiden Fällen ist eine neue Abnahmeprüfung nach DIN V 6868-57 (aber nur, wenn die Inbetriebnahme vor dem 1.5.2015 erfolgt war) oder DIN 6868-157 notwendig, wobei die Raumklasse nach den Tätigkeitsarten festzulegen ist. Im Fall e) ist eine Abnahmeprüfung nur erforderlich, wenn mit der Ortsveränderung auch eine Veränderung der Raumklasse verbunden ist. Sonst reichen hier eine Konstanzprüfung nach Tab. 6 der „157“ und die Messung der Schleierleuchtdichte nach 8.3.3 der „157“ aus. Die Beleuchtungsstärke im Befundungsraum ist am Ort des BWS zu bestimmen, und zwar auf folgende Art: Bei ausgeschaltetem Monitor wird das Luxmeter senkrecht zur Bildschirmoberfläche eingestellt, wobei der Sensor von der Bildschirmoberfläche abgewendet positioniert werden muss. Auf diese Weise soll damit die auf die Bildschirmoberfläche auftreffende Beleuchtungsstärke gemessen werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Stephan Christoph schrieb am 16.03.2016 - 12:48 Uhr:
Frage:2642 BETREFF: Fachkunde MPE bei Röntgentherapie Hauttumoren
Sehr geehrter Herr. Prof. Ewen, im Rahmen des Audit der ÄST der ÄKWL ist angemerkt worden, dass für die Strahlentherapie von Hauttumoren mit einem Röntgentherapiegerät neben der Verfügbarkeit eines MPE (st in ubnserer Abteilung mit Beschleuniger durch zwei MPE dauerhaft gewährleistet) eine besondere Fachkunde der MPE erforderlich ist. Frage 1. Gibt es eine besondere Fachkunde Strahlentherapie gem. RöV für MPE? Frage 2. Ist die Fachkunde Strahlentherapie für MPE gem. Anlage A2 der Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin GMBI 2011 für diese Behandlung nicht ausreichend? Frage 3. Reicht nicht allein für eine Standardtherapie bei Basaliom die rechtfertigende Indikation des fachkundigen Arztes aus?


1. Antwort: Diese Frage wurde doppelt gestellt. Antwort: siehe Frage 2641. K. Ewen



  Dr. Stephan Christoph schrieb am 16.03.2016 - 12:23 Uhr:
Frage:2641 BETREFF: Fachkunde MPE bei Röntgentherapie Hauttumoren
Sehr geehrter Herr. Prof. Ewen, im Rahmen des Audit der ÄST der ÄKWL ist angemerkt worden, dass für die Strahlentherapie von Hauttumoren mit einem Röntgentherapiegerät neben der Verfügbarkeit eines MPE (st in ubnserer Abteilung mit Beschleuniger durch zwei MPE dauerhaft gewährleistet) eine besondere Fachkunde der MPE erforderlich ist. Frage 1. Gibt es eine besondere Fachkunde Strahlentherapie gem. RöV für MPE? Frage 2. Ist die Fachkunde Strahlentherapie für MPE gem. Anlage A2 der Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin GMBI 2011 für diese Behandlung nicht ausreichend? Frage 3. Reicht nicht allein für eine Standardtherapie bei Basaliom die rechtfertigende Indikation des fachkundigen Arztes aus?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Christoph, hier unsere Antworten zu Ihren 3 Fragen: Zur Frage 1: Es gibt besondere Fachkunden im Strahlenschutz für MPE nach RöV: Fachkunde Röntgendiagnostik und Fachkunde Röntgentherapie. Alle Fachkunden müssen von der zuständigen Stelle bescheinigt werden. Diejenigen nach RöV können gemeinsam mit der Fachkunde Strahlentherapie oder Fachkunde NUK, aber auch einzeln erworben werden. Es gilt grundsätzlich, dass die Sachkundezeit mindestens insgesamt 24 Monate betragen muss und dass mindestens 6 Monate in jedem bescheinigten Anwendungsgebiet absolviert werden müssen. Hieraus folgt, dass man in 24 Monaten maximal vier Anwendungsgebiete erwerben kann, z.B. Teletherapie, Brachytherapie, NUK und Röntgentherapie. Wenn man auch noch Röntgendiagnostik abdecken möchte, sind weitere 6 Monate Sachkundezeit zu investieren. Dies gilt für jede andere Konstellation in gleicher Weise. Für jede erworbene Fachkunde (auch wenn sie später als Folge einer schon vorhandenen Fachkunde erworben wird) ist eine Fachkundebescheinigung erforderlich. Zur Frage 2: Aus der Formulierung in der Richtlinie „Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin“ (Ziffer 4.6.1) lässt sich ableiten, dass die Fachkunde Röntgentherapie nicht in der Fachkunde Strahlentherapie (nach Strahlenschutzverordnung) enthalten ist, sondern getrennt erworben und bescheinigt werden muss. Zur Frage 3: Die rechtfertigende Indikation für eine Standardtherapie beim Basaliom darf – wie bei allen anderen Anwendungen am Menschen - nur der entsprechend fachkundige Arzt stellen. Ob man bei dieser Art der Röntgenbestrahlung allerdings einen MPE für Planungen, Optimierungen und Qualitätssicherungen benötigt, hängt davon ab, ob ein individueller Bestrahlungsplan erstellt und überwacht werden muss. Wenn keine individuelle Bestrahlungsplanung erforderlich ist, dann braucht man nach unserer Meinung in der Röntgentherapie auch nicht unbedingt einen MPE. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heidrun Krach schrieb am 15.03.2016 - 19:58 Uhr:
Frage:2640 BETREFF: Antwort
Möchte mich recht herzlich für die rasche Antwort bedanken. Mf G Heidrun krach


1. Antwort: ..... gern geschehen! Viele Grüße K. Ewen



  Heidrun Krach schrieb am 14.03.2016 - 17:42 Uhr:
Frage:2639 BETREFF: Strahlenschutzbeauftragter
Kann eine MTRA mit aktueller Fachkunde Strahlenschutzbeauftragte werden?? Auf einer Weiterbildung habe ich solches gehört. kann aber keine schriftlichen Unterlagen weder Rö V noch MTA Gesetz dazu finden. MfG Heidrun krach


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Krach, aus unserer Sicht und den bisherigen praktischen Erfahrungen kann eine MTRA mit aktueller Fachkunde im Strahlenschutz durchaus zur Strahlenschutzbeauftragten bestellt werden. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass sich diese Bestellung zur Strahlenschutzbeauftragten aufgrund der eingeschränkten Fachkunde im Strahlenschutz nur auf einen begrenzten innerbetrieblichen Entscheidungsbereich beschränken kann. Die Leitung und Beaufsichtigung der Tätigkeit, die sich auf die Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen bezieht, bleibt Personen vorbehalten, die den ärztlichen Beruf ausüben dürfen und über Fachkunde im Strahlenschutz verfügen. In der Zusammenfassung heißt dies, eine MTRA kann dann als Strahlenschutzbeauftragte für einen begrenzten innerbetrieblichen Entscheidungsbereich, wie z.B. Durchführung und Organisation der Qualitätssicherung und der Personendosimetrie, bestellt werden, wenn es einen strahlenschutzbeauftragten Arzt gibt, der die Leitung und Beaufsichtigung der gesamten auf den Menschen bezogenen Tätigkeit wahrnimmt. Die Aufgaben des strahlenschutzbeauftragten Arztes kann natürlich auch der fachkundige Strahlenschutzverantwortliche wahrnehmen (wie im niedergelassenen Bereich). In der RöV ist nicht explizit ausgeführt, wer Strahlenschutzbeauftragter sein darf. Dies ist aber auch nicht notwendig, da nach § 3 Abs.3 Nr. 1 RöV grundsätzlich ein „Arzt“ mit der erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz erforderlich ist und weitere Strahlenschutzbeauftragte nach § 3 Abs. 2 Nr. 3 über die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz für die vorgesehene Tätigkeit (Entscheidungsbereich) verfügen müssen. Vergleichbare Regelungen finden sich auch in der Strahlenschutzverordnung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Katrin schrieb am 13.03.2016 - 23:24 Uhr:
Frage:2638 BETREFF: Anmerkung zur Frage 2630
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen und Dr. Beus, Ich bin selbst MTRA und kenne auch Dr. Beus aus meiner früheren Zeit. Ich habe ihn als einen sehr verantwortungsvollen und korrekten Radiologen und Vorgesetzten in Erinnerung. Aber der Aussage, dass das MTRA-Gesetz ausgehöhlt werden soll kann ich nichts abgewinnen und halte ich für gefährlich. Nicht weil ich meinen persönlichen Berufsstand gefährdet sehe sondern weil ich täglich die Realität sehe. Wenn MFAs eine gute Ausbildung haben und sich selbst ins Zeug legen, dann ist sicherlich vieles Möglich, aber in Wahrheit sind solche Fälle eher die Ausnahme. Ich kenne Radiologische Praxen, wo Krankenschwestern, Altenpflegerinnen und seit neuesten sogar Tierarzthelferinnen mit Röntgenschein (letztere angeblich zugelassen für den Bereich Humanmedizin) sich bewerben und angenommen werden. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie jemand mit diesem doch der Radiologie sehr fremden fachlichen Hintergrund jemals das Wissen, welches einer MTRA in einer langjährigen Fachausbildung vermittelt wird, parallel zu einem heutzutage doch recht schnell getakteten Berufsalltag, erwerben will? Auch gibt es große Praxen wo gar nur noch eine MTRA neben einer Menge MFAs beschäftigt ist. Die Qualität kann in solchen Fällen kaum mehr gehalten werden, denn wie soll eine MTRA die Technik an diversen Arbeitsplätzen vermitteln und auch überwachen? Der MTRA-Mangel ist sicherlich nicht weg zu diskutieren, aber anstatt das Berufsbild der MTRA auf das einer MFA mit Röntgenschein ´ab zu werten´ sollten allen Beteiligten, die Wert auf Qualität und Wissen, gerade im Sinne des Patienten, legen das Fördern der MTRAs und vor allem den Anreiz eine solche Ausbildung abzuschließen zu erhöhen, mehr am Herzen liegen. Ich bitte daher gerade Sie Herr Prof. Ewen dessen Stimme in der Fachwelt Gewicht hat die von mir beschriebene Realität bei Ihren Überlegungen mit zu Berücksichtigen. Merci!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Katrin, vielen Dank für Ihre kritische Stellungnahme zu unserer Meinungsäußerung als Antwort auf die Frage 2630. Es ist aus unserer Sicht beruhigend, dass eine Diskussion in Gang kommt und sich dann auch fachkompetente kritische Stimmen zu Wort melden (Ihr Beitrag). Keinesfalls sind wir der Auffassung, dass grundsätzlich MFAs die Aufgaben von gut ausgebildeten MTRAs übernehmen können. Wir glauben aber, dass es in begründeten Einzelfällen mehr Flexibilität geben muss, damit auch eine befähigte MFA in die Lage versetzt werden kann, mit einer Zusatzausbildung Kompetenzen zu erwerben, um bestimmte abgegrenzte radiologische Aufgabenfelder zu übernehmen. Wir halten hierfür ein entsprechende Zusatzausbildung (Theorie und Praxis) für zwingend erforderlich. Ein solches begrenztes Tätigkeitsfeld könnte z.B. die Teleradiologie sein (?). Unser Beitrag zur Frage 2630 sollte als Anregung zur Diskussion zwischen den Fachleuten dienen. Vielleicht ist uns das ein wenig gelungen und diese Diskussionen werden in den entsprechenden Ebenen und Gremien fortgeführt. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  J.Dittig schrieb am 13.03.2016 - 18:37 Uhr:
Frage:2637 BETREFF: Strahlenschutzanweisung Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es genau definierte Vorgaben welche Punkte eine Strahlenschutzanweisung für die Teleradiologie verbindlich enthalten sollte/ muß? Ich habe bisher bei meiner Recherche leider nur allgemein gehaltene Informationen gefunden. Haben Sie eventuell eine Orientierungshilfe? Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antwort. MfG J.Dittig


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Dittig, obligatorisch verlangen die Genehmigungsbehörden bei Genehmigungen zur Teleradiologie Strahlenschutzanweisungen nach § 15a der RöV. Mindestanforderungen zu dieser „notwendigen“ Strahlenschutzanweisung findet man in den Anlagen zur bundesweit abgestimmten Mustergenehmigung zur Teleradiologie. Insbesondere soll die Strahlenschutzanweisung gemäß § 15a RöV mindestens folgende Angaben enthalten: Organisation des Strahlenschutzes mit Darlegung der Befugnisse, Anwesenheit und Erreichbarkeit des SSB; Regelung zum wesentlichen Betriebsablauf; Führung eines Betriebsbuches; Angaben zu regelmäßigen Funktionsprüfungen; Angaben zur Ermittlung der Personendosis; Regelungen des Schutzes gegen Störmaßnahmen. Sofern gemäß § 3 Abs. 4 Nr. 6 RöV eine Vertretung des Teleradiologen geregelt ist, muss auch das notwendige Ausfallkonzept nachgewiesen und beschrieben werden. Weitere Informationen finden Sie im Internet (z.B. auf der Seite der Bezirksregierung Arnsberg) und bei der für Sie zuständigen Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexey Novikov schrieb am 11.03.2016 - 09:01 Uhr:
Frage:2636 BETREFF: 6868-157_Medizinprodukt
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich habe eine Frage zu einem Monitor, der nach der DIN 6868-157 abgenommen wurde und hoffe, dass Sie mir helfen können. Bei einem Kunden wurde ein ASUS Monitor (PB279Q) aufgestellt und abgenommen. Laut ASUS ist dieser Monitor kein Medizinprodukt. In der DIN 6868-157 steht: ´Die Norm gilt für medizinische BILDWIEDERGABESYSTEME mit BEFUNDQUALITÄT, die Bildinformationen auf BILD-WIEDERGABEGERÄTEN für Farb- oder Grauwertdarstellung wiedergeben.[...]´ Für mich (und auch für meine Kollegen in der Firma) bedeutet es, dass die Norm nur dann angewendet werden kann, wenn es sich um ein medizinisch Gerät handelt. Das würde für uns bedeuten, dass dieser Monitor nicht zur Befundung geeignet ist (obwohl die technischen und qualitativen Voraussetzungen sogar überfüllt sind). Die Firma, die den Monitor aufgestellt hat, sagt, dass der Monitor zur Befundung geeignet ist, mit folgender Begründung: ´Das Bildwiedergabesystem (BWS), bestehend aus Hardware, Software und getätigten Einstellungen wird gemeinsam, nach vorheriger Validierung der Komponenten und der getätigten Abnahme des Inverkehrbringers, schlussendlich zum Medizinprodukt.´ Meiner Meinung nach reicht diese Begründung nicht aus. Wie sehen Sie das? Ist diese Bgründung mit dem MPG vereinbar? Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antwort MfG Alexey Novikov


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Novikov, Ihre Frage trifft zwei Rechtsbereiche, und zwar die Vorschriften des Medizinprodukterechts zum erstmaligen Inverkehrbringen und Inbetriebnehmen und die Vorschriften der Röntgenverordnung für den regelmäßigen Betrieb bei Röntgenuntersuchungen. Grundsätzlich schränkt das Medizinproduktegesetz das Inverkehrbringen von Produkten zur Anwendung am Menschen ein. Mit der Zweckbestimmung ´Anwendung am Menschen´ dürfen nur Produkte erstmalig in Verkehr gebracht und in Betrieb genommen werden, die den Vorschriften des Medizinproduktegesetzes (MPG) genügen (mit Durchführung der Konformitätsbewertung und Anbringung der CE-Kennzeichnung). Der von Ihnen beschriebene Monitor ist aber nach Ihrer Darstellung nicht als Medizinprodukt erstmalig in Verkehr gebracht worden. Er benötigt daher auch keine CE-Kennzeichnung nach dem MPG. Nun lassen die weitergehenden Vorschriften des Medizinprodukterechts durchaus den Betrieb/die Anwendung von Medizinprodukten (z.B. Generator, Röntgenstrahler) mit anderen zu einem Gesamtsysem verbundenen Gegenständen (z.B. Monitor/BWS) zu, wenn die Randbedingungen des § 2 der Medizinprodukte-Betreiberverordnung erfüllt sind. Hierzu gehört u.a. die Überprüfung der Funktionsfähigkeit des Medizinprodukts und der damit verbundenen anderen Gegenstände. Dies bedeutet nach unserer Auffassung, dass die Nutzung von Monitoren ohne CE-Kennzeichnung nach dem MPG in bestimmten Fällen durchaus möglich ist. Wenn die Randbedingungen des Medizinprodukterechts erfüllt sind, dann lässt auch die RöV den Betrieb derartiger mit anderen Gegenständen verbundenen Medizinprodukte zu. Hierzu müssen allerdings die technischen Anforderungen nach RöV erfüllt sein und dies muss entsprechend nachgewiesen werden. Ein solcher Nachweis wäre die erfolgreiche Durchführung einer Abnahmeprüfung nach der zutreffenden Norm. Unserer Meinung nach ist es allerdings nicht so, dass das BWS nach der Validierung und Durchführung der Abnahmeprüfung durch den Inverkehrbringer dann zu einem Medizinprodukt wird. Hierfür wäre ein Konformitätsbewertungsverfahren erforderlich. Bei dem geschilderten BWS bleibt es nach unserer Rechtsauffassung bei einem Gegenstand, der mit einem Medizinprodukt verbunden ist und der mit diesem zusammen angewendet wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  julia müller schrieb am 06.03.2016 - 16:24 Uhr:
Frage:2635 BETREFF: Röntgenschutz bei Schülern
Guten Tag, nach einigen überlegungen wende ich mich jetzt einmal an dieses Forum. Ich bin noch Schülerin und momentan in einem Haus eingesetzt in dem ich nichteinmal angestellt bin (ausgeliehen sozusagen). Da ich aktuell in der Pädiatrie arbeite und es dort häufiger vorkommt das Kinder ins Röntgen müssen und die Mütter sich nicht auskennen, begleite ich diese. Mehrfach ist es jetzt schon vorgekommen das erst kurz vor der Röntgenaufnahme heraus kam das die anwesende Mutter schwanger war. Ich musste dann bei dem Kind bleiben und es während der Aufnahme festhalten. Als die selbe Situation dann wieder aufgetreten ist machte mcih das Personal der Röntgenabteilung endlich mal aufmerksam darauf das ich als Schülerin das eig garnicht darf wegen der Strahlenbelastung und sie selbst es aber auch nicht einsehen das Kind festzuhalten und ihre Gesundheit zu gefährden. Daraufhin wurde eine examinierte Pflegekraft von meiner Station angeufen und gebeten das Kind festzuhalten. Nach dieser Information weigerte ich mich die weiteren Male das Kind während der Röntgenaufnahme festzuhalten und bin auf der Station jetzt unten durch. ich würde gerne wissen ob es mein recht ist das ganze in Zukunft zu verweigern mit dem Argument das ich keine Röntgenplakette besitze? außerdem würde ich gerne wissen wer letztenendes dafür zuständig ist das Kind zu halten? Mitarbeiter der Röntgenabteilung? oder Mitarbeiter der Station die im Grunde genau so wenig Schutz besitzen wie ich? vielen Dank im vorraus


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Müller, die Situation ist so, wie Sie diese hier im Forum RöV beschrieben haben, von uns nach strahlenschutzrechtlichen Gesichtspunkten nicht so ganz einfach zu beantworten. Wichtig ist eine genaue Definition (Beschreibung) Ihres Beschäftigungsverhältnisses. Ihre Hinweise, dass Sie noch Schülerin, an ein Krankenhaus ´sozusagen´ ausgeliehen und dort in einer pädiatrischen Abteilung tätig sind, erscheinen uns nicht klar genug, um daraus juristisch belastbare Schlüsse ziehen können. Wenn eine Schule (welche auch immer) ´Schüler/innen´ an Unternehmen (z.B. an ein Krankenhaus) ausleiht, damit diese dort tätig werden, dann muss hinterfragt werden, in welchem Rahmen dies geschieht. Sind das zum Beispiel Arbeitnehmerüberlassungen oder erfolgt das im Rahmen von Werkverträgen? Oder geschieht dies gar nicht über die Schule sondern für schulfreie Zeiten durch ein Unternehmen zur Arbeitnehmerüberlassung? Dies müsste vorab geklärt werden, weil es wichtig ist, um über die dann notwendigen Strahlenpässe, Anzeigen, etc. nachzudenken. Sollten Sie dagegen als Schwesternschülerin oder MTRA-Schülerin in dem Krankenhaus tätig sein, dann stellt sich die rechtliche Situation anders da. In diesem Fall dürfen Sie nur im Rahmen des § 22 Abs. 1 Nr. 2c RöV den Kontrollbereich betreten, und zwar wenn es zur Erreichung des Ausbildungsziels erforderlich ist. Man kann sich durchaus gut vorstellen, dass MTRA-Schülerinnen oder Schwesternschülerinnen lernen müssen, wie man als beruflich strahlenexponierte Mitarbeiterin ein Kind bei einer Röntgenuntersuchung strahlenschutzmäßig korrekt zu halten hat. Dabei müssen natürlich alle auf diese Tätigkeit ggf. zutreffenden Schutzvorschriften der RöV (z.B. Personendosimetrie, Unterweisung, Einweisung, unter Umständen arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen) seitens des zuständigen Strahlenschutzbeauftragten beachtet und eingeleitet werden. Wichtig ist, dass diese Tätigkeit in der Funktion als beruflich strahlenexponierte Person und nicht als helfende Person erfolgt. Auch darf es dabei nicht regelmäßig dieselbe Person ´treffen´. Wenn diese Tätigkeit im Rahmen eines ´Schülerpraktikums´ erfolgen sollte, dann halten wir dies nicht für zulässig, denn hier gibt es kein entsprechendes Ausbildungsziel (siehe § 22 Abs. 1 Nr. 2c RöV). Ob Sie sich grundsätzlich weigern können, diese ´Haltearbeiten´ zu verrichten, hängt u.a. von den hier geschilderten Randbedingungen ab. Daher möchten wir Ihnen raten, sich mit der zuständigen Aufsichtsbehörde absprechen. Denn diese kann eine derartige Situation im Rahmen eines Gespräches viel genauer einschätzen als wir das hier im Forum RöV tun können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Becher schrieb am 04.03.2016 - 11:13 Uhr:
Frage:2634 BETREFF: Dosismessung bei helfenden Personen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in der Röntgenverordnung ist im §35 die Dosiesüberwachung von Personen geregelt, die sich aus anderen Gründen als zu ihrer ärztlichen Untersuchung oder Behandlung im Kontrollbereich aufhalten .Bei diesen Personen soll unverzüglich die Körperdosis ermittelt werde, wenn ich das richtig interpretiere, sind z.B. Mütter oder Väter gemeint, die Ihre Kinder während des Röntgens festhalten. Dies würde bedeuten, dass diese Personen für den kurzen Aufenthalt im Kontrollbereich ein Dosimeter z.B. Stabdosimeter tragen müssten. In der Praxis habe ich von einem solchen Vorgehen noch nicht gehört. Interpretiere ich diesen Paragraphen richtig oder gibt es Sonderreglungen? Mit freundlichen Grüßen aus Cuxhaven M.Becher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Becher, die Forderung nach Ermittlung der Körperdosis im § 35 RöV an Personen, die sich aus anderen Gründen .... im Kontrollbereich aufhalten (§ 35 Abs. 1 Satz 1 RöV) betrifft das Personal, das aus beruflichen Gründen im Kontrollbereich tätig werden muss (z.B. Ärzte, die Durchleuchtungsuntersuchungen durchführen). Bei helfenden Personen (nur ganz kurzer Aufenthalt im Kontrollbereich, Tragen von Schutzkleidung) würde ein Personendosimeter auf Grund seiner relativ geringen Empfindlichkeit die dort anfallenden sehr geringen Dosiswerte gar nicht messen können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Richter schrieb am 04.03.2016 - 09:05 Uhr:
Frage:2633 BETREFF: Patientenlagerung im Röntgen
Sehr geehrter Prof. Ewen, gibt es eine Norm/Vorschriften die sich mit den Anforderungen an Lagerungsmaterialien für Patienten im Röntgen beschäftigen? Oder werden die Materialien aufgrund von Erfahrungswerten und ´Test vor Ort´ ausgesucht? Ich arbeite im Einkauf daher fehlt mir das Hintergrundwissen, leider konnte man mir in unserer Radiologie keine sichere Antwort geben. MfG K. Richter


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Richter, es gibt mehrere Firmen, die Lagerungshilfen für die Röntgendiagnostik vertreiben/herstellen, die ich hier im Forum RöV natürlich nicht aufführen darf, die Sie aber unter den Stichworten z.B. ´Lagerungshilfen Röntgendiagnostik´ im Internet finden können. Von dort kann man sicherlich auch das für Sie notwendige Hintergrundwissen erfahren. Eine diesbezügliche Norm kenne ich nicht. Ich bin nicht sicher, ob derartige Lagerungshilfen Medizinprodukte sind und damit unter das Medizinprodukterecht fallen. Aber ich denke, das wissen die o.g. Firmen ganz bestimmt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  A.Blaschek schrieb am 03.03.2016 - 22:04 Uhr:
Frage:2632 BETREFF: Röntgenanforderung von Ärzten ohne Fachkunde
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich arbeite in einem ländlichen Krankenhaus, das keine radiologischen Ärzte beschäftigt. Bei uns ist es leider so, dass gerade im Nachtdienst und an den Wochenenden Ärzte eingesetzt sind, die nach RöV nicht die geforderte Fachkunde im Strahlenschutz besitzen und dennoch Röntgenleistungen anfordern; und auch Ärzte, die im Routinebetrieb Röntgenuntersuchungen anordnen, die über ihre Fachkunde hinausgehen. Bsp: Es gibt bei uns einen Arzt, der lediglich die Fachkunde für ´Extremitäten´ bescheinigt hat und postoperative Kontrollen für den Körperstamm beauftragt. Meine Frage: wie sollen wir uns als ´ausführendes Organ´ verhalten? Nach meiner Rechtsauffassung müssten wir die Röntgenuntersuchung ablehnen! Aber: Kann uns das als Arbeitsverweigerung angekreidet werden.


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Blaschek, die Antwort auf Ihre Frage ist formal recht einfach. Der Strahlenschutzverantwortliche (der ´Betreiber´ einer Röntgeneinrichtung, der Repräsentant des Besitzers) ist mit Unterstützung der Strahlenschutzbeauftragten für die korrekte Funktion der Strahlenschutzorganisation in einem Krankenhaus zuständig. Er muss sicherstellen, dass die Ärzte, die die rechtfertigende Indikationen stellen (§ 23 Abs. 1 RöV) oder ohne Notwendigkeit einer weitere Aufsicht Röntgenstrahlung am Menschen anwenden, also befunden (§ 24 Abs. 1 Nrn. 1 und 2 RöV in Verb. mit § 2 Nr. 1a RöV) über die dafür erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz verfügen. Wenn der Strahlenschutzverantwortliche dies nicht sicherstellt, muss er auch die Verantwortung tragen, d.h. gegen ihn könnte ein Bußgeldverfahren durchgeführt werden oder bei systematischen Verstößen ggf. auch eine Strafanzeige mit Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft erfolgen. Keinesfalls ist es aber Aufgabe der Personen, die im Sinne des § 24 Abs. 2 RöV technisch durchführen (in der Regel MTRA oder MFA) zu kontrollieren, ob der ´rechtfertigende´ Arzt tatsächlich über die notwendige Fachkunde im Strahlenschutz verfügt. Allerdings raten wir über diesen formalen Rahmen hinaus dazu, den zuständigen Strahlenschutzbeauftragten zu informieren, wenn man wirklich belastbar weiß, dass es derartige Unregelmäßigkeiten gibt. Der Strahlenschutzbeauftragte wiederum hat dann die Möglichkeit, den Strahlenschutzverantwortlichen über diese Mängel in Kenntnis zu setzen und ihn über Maßnahmen zur Abstellung dieser Mängel zu unterrichten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heidi Bastobbi schrieb am 01.03.2016 - 16:21 Uhr:
Frage:2631 BETREFF: Fachkundeaktualisierung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich bin MtRa und habe eine Frage zur Fachkundeaktualisierung: Ich müßte meine letzte Fachkundeaktualisierung 2024 machen, gehe aber zum 01.05.2025 in Rente. Muß ich für die wenigen Monate ´Überziehung´ noch einmal eine Fachkundeaktualisierung machen oder wäre in diesem Fall vielleicht eine Ausnahmegeehmigung möglich? Mit freundlichen Grüßen, Heidi Bastobbi


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Bastobbi, zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir keine Möglichkeit für die Behörde, eine befristete Ausnahme von der notwendigen Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz zuzulassen. Dies liegt daran, dass die diesbezüglichen §§ 18a RöV und 30 StrlSchV bei den Ausnahmemöglichkeiten seitens der Behörden nicht aufgeführt sind. Allerdings sind es bis zum Jahr 2024 noch 8 Jahre und wir wissen alle nicht, wie sich die Vorschriften ändern werden, z.B. wird das gesamte Strahlenschutzrecht zurzeit (bis 2018) überarbeitet. Unsere Empfehlung ist es, im Jahr 2023 die zuständige Aufsichtsbehörde (z.B. Bezirksregierung, Gewerbeaufsichtsamt) nach den dann bestehenden Möglichkeiten zu befragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr Jochen Beus schrieb am 01.03.2016 - 13:40 Uhr:
Frage:2630 BETREFF: CT-Fachkunde für MFA zur Sicherstellung der Patientenversorgung
Ich möchte eine Diskussion über folgendes Thema anregen: Es ist ein Fakt, dass weniger MTRA ausgebildet werden als benötigt. Hilfsweise muss daher die Radiologie vor allem in kleineren Kliniken auch in Bereitschaftsdiensten zunehmend auf Medizinische Fachangestellte zurückgreifen. Dies wird dann zum Problem, wenn die Klinik im Bereitschaftsdienst auf eine teleradiologisch betreute Computertomographie angewiesen ist. Die Röntgenverordnung schreibt hierfür die Anwesenheit eines/einer MTRA vor. Wahrscheinlich nicht nur im ländlichen Raum wird es wegen des Mangels an MTRA zunehmend schwierig, dieser Vorschrift nachzukommen. Die adäquate Versorgung der Patienten, die einer Computertomographie während des Bereitschaftsdienstes bedürfen, ist in Frage gestellt. Dass eine MTRA am Ende ihrer Ausbildung über eine weitaus fundiertere Ausbildung in der Röntgendiagnostik verfügt als eine unspezifisch ausgebildete MFA, steht außer Frage. Dennoch erlangen viele MFA in der täglichen Arbeit ausreichend Kenntnisse und Routine, um ein CT selbstständig anfertigen zu können. Es ist nun zu überlegen, ob man einer entsprechend qualifizierten MFA nicht die CT-Fachkunde ermöglichen könnte. Denkbar wäre z.B. die Fachkunde für eine MFA, nachdem sie nachweislich 1 Jahr ganztags unter Aufsicht eines Fachkundigen in der Computertomographie eingesetzt war und zusätzlich einen Theoriekurs mit Abschlussprüfung geleistet hat (in etwa analog zu der „Fachkraft Mammadiagnostik“). Ich halte es für sinnvoll, auf eine entsprechende Gesetzesänderung hinzuwirken.
Dateianhang: anzeigen

1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Beus, mit Ihrem Vorschlag, eine Diskussion über die Möglichkeiten eines Fachkundeerwerbs für ´qualifizierte´ MFAs anzuregen, befinden Sie sich mit uns im Forum RöV auf derselben Seite. Wir wissen aus unserer Erfahrung seit einigen Jahren um dieses Problem und haben auch schon mit vielen Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen (z.B. mit Radiologen, Medizinphysik-Experten) über Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Aus Kliniken und Praxen wurde oft darauf hingewiesen, dass es unter den MFAs qualifizierte Personen gibt, die aufgrund ihres fachlichen Interesses, ihrer zum Teil guten Ausbildung und ihrer langjährigen beruflichen Erfahrung durchaus auch in der Lage wären, gewisse Teilgebiete einer MTRA-Tätigkeit kompetent auszuführen. Eine Zusatzausbildung könnte noch bestehende Lücken füllen. Tatsächlich aber ist eine Problemlösung in diesem Bereich gar nicht trivial. Sie ist vor allem keine Angelegenheit des rechtlichen Strahlenschutzes, z.B. der RöV. Das Problem liegt bei den im MTA-Gesetz eng formulierten Begrenzungen, die keine Möglichkeit vorsehen, dass MFAs eine Fachkunde für die technische Durchführung in der Radiologie erwerben können.Sie weisen diese „vorbehaltenen Tätigkeiten“ daher nur MTRAs mit entsprechender Berufserlaubnis zu. Das MTA-Gesetz erlaubt daher lediglich nur, dass andere Assistenzkräfte (z.B. eine MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz) unter der ständigen Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend strahlenschutzfachkundigen Arztes technisch mitwirken dürfen. Der Begriff der ständigen Aufsicht ist inzwischen auch schon von Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichten behandelt und bezüglich seiner Auslegung sehr begrenzt festgelegt worden. Aus diesen Gründen sind die Strahlenschutzbehörden bzw. ist der Verordnungsgeber nicht wirklich in der Lage, hier Veränderungen vorzunehmen. Denn es dürfte eindeutig sein, dass die RöV oder die StrlSchV nicht über den knappen Rahmen des MTA-Gesetzes hinausgehen können. Unseres Erachtens ist es erforderlich, die die von Ihnen geforderte Diskussion über das MTA-Gesetz zu führen und hier eine größere Flexibilität zu erreichen. Es macht aus unserer Sicht viel Sinn, wenn eine solche Diskussion über die Vertretungen der Ärzte (Ärztekammern, Kassenärztliche Vereinigungen) und der Kliniken (Deutsche Krankenhausgesellschaft) mit dem Bundesgesundheitsministerium (zuständig für das MTA-Gesetz) angestoßen wird. (Nicht vom Forum RöV! Aber wir haben in diesem Fall gern unsere persönliche Meinung zu dieser Problematik geäußert). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Scherer Josef schrieb am 01.03.2016 - 12:29 Uhr:
Frage:2629 BETREFF: Dosis höher? bei kleinerem Zoom und digitalem Detektor
Eigentlich bräuchte ein dynamischer FD Detektor keine höhere Dosis bei einem kleinerem Bildausschnitt (Zoom) bei gleicher Bildqualität und gleichem Rauschen. Ein Gerätehersteller hatte nach einem Softwareupdate bei uns das Problem, dass die Dosis sich nur beim kleinsten Zoom fast verdoppelt hatte. Als Entschuldigung führte er an, dass historisch bei allen analogen DL-Geräten der kleine Zoom eine höhere Photonendichte benötigt und dies auf die digitale Generation einfach übertragen wurde. Wie wird dies in anderen Häusern umgesetzt und kontrolliert?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Scherer, beim Pixel-Binning werden mehrere benachbarte Detektorelemente zur Erzeugung des Pixelwertes eines Bildelementes zusammengefasst. Man kann damit die Dosis reduzieren, ohne, vor allem bei Übersichtsformaten, befundungsrelevante Bildqualitäten einbüßen zu müssen. Beim Zoomen jedoch wird jedes Pixel einzeln ausgelesen. Man benötigt daher größere Signalstärken, um das Signal-Rausch-Verhältnis auf einem Niveau zu halten, das die Ansprüche an die Bildqualität weiterhin erfüllt. Also könnte, je nach notwendiger Bildqualität, die Dosis erhöht werden müssen. Das geht, wenn auch nicht so direkt, aus dem Text des Abschnitts 7.12 der DIN 6868-150 („Abnahmeprüfung nach RöV an medizinischen Röntgeneinrichtungen für Aufnahme und Durchleuchtung“) hervor, denn es wird in diesem Abschnitt dieser Norm sowohl für Bildverstärker als auch für Flachdetektoren darauf hingewiesen, dass die Grenzwerte der Dosis(Dosisleistung) in der Eingangsebene des Bildempfängers nicht für die Zoom-Stufen gelten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Götze schrieb am 29.02.2016 - 19:36 Uhr:
Frage:2628 BETREFF: Röntgenschutzkleidung
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, aus den mir vorliegenden Internetbeiträgen zur DIN 6857-2 ist nicht eindeutig erkennbar, ob die vorgesehene Prüfung der Strahlenschutzkleidung auch in der Zahnarztpraxis zur Anwendung kommen soll. Gibt es ggf. getrennte Anforderungen ? MfG K.Götze


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Götze, die DIN 6857-2 gilt auch für die Prüfung von Personal-Schutzkleidung in der Zahnmedizin, denn es ist nichts Gegenteiliges im Kap. 1 ´Anwendungsbereich´ der Norm gesagt (´ ... in der medizinischen Radiologie´). In der zur Zeit vorgenommenen Novellierung der Sachverständigen-Prüfrichtlinie wird der Hinweis auf diese Norm auch in den drei zahnmedizinisch orientierten Berichtsmustern 2.2.5, 2.2.6 und 2.2.12 aufgenommen werden. De facto ist die Bedeutung der DIN 6857-2 in der zahnmedizinischen Radiologie eigentlich nur geringfügig, denn dort ist das Tragen von Personal-Schutzkleidung relativ selten erforderlich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Julia schrieb am 27.02.2016 - 14:42 Uhr:
Frage:2627 BETREFF: Aktualisierung der Fachkunde nach RöV und StrlSchV
Guten Tag, ich wollte mal nachfragen, ob jemand weiss was ist, wenn man seine Aktualisierung erst nach 5 Jahren und 3 Monaten macht? Hat das irgendwelche Auswirkungen?


1. Antwort: Hallo Julia, im Gegensatz zu der ersten Aktualisierung der Fachkunde oder Kenntnisse im Strahlenschutz nach den Übergangsvorschriften der Röntgenverordnung und der Strahlenschutzverordnung verfallen Fachkunde oder Kenntnisse im Strahlenschutz nicht automatisch, wenn die Frist von fünf Jahren überschritten wird. Allerdings sind dann Fachkunde und Kenntnisse in dieser Zeit „mängelbehaftet“. Diese Mängel können durch geeignete Maßnahmen abgestellt werden. Bei einer nur kurzfristigen Überschreitung ist es sicherlich die Regel, dass die Abstellung dieser Mängel durch einen zeitnahen (und erfolgreich abgeschlossenen) Besuch des nächsten Aktualisierungskurses erfolgen wird. Es ist davon auszugehen, dass die von Ihnen genannten drei Monate in den meisten Fällen in diesem zeitnahen Rahmen liegen werden. Andererseits kann die zuständige Stelle die Bescheinigung über die Fachkunde oder die Kenntnisse im Strahlenschutz entziehen oder deren Fortgelten mit Auflagen versehen, wenn der Nachweis über die Aktualisierung nicht oder nicht vollständig vorgelegt wird. Hierzu kann im Einzelfall sicherlich auch die verspätete Aktualisierung gehören. Üblicherweise wird die zuständige Stelle oder die Aufsichtsbehörde solche Fälle prüfen, wenn die Aktualisierung nicht oder erst nach relativ großer Fristüberschreitung vorgelegt wird bzw. wenn systematische Fristüberschreitungen festgestellt werden. In dem von Ihnen beschriebenen Fall gehen wir aufgrund bisheriger Erfahrungen nicht davon aus, dass sich weitere Konsequenzen für die betroffene Person ergeben werden. Diese Aussage ist natürlich keine gesicherte „amtliche“ Feststellung. Wenn man eine solche benötigen sollte, dann empfehlen wir, die zuständige Aufsichtsbehörde zu kontaktieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frau Klatt schrieb am 24.02.2016 - 09:14 Uhr:
Frage:2626 BETREFF: Erhöhung der Dosis bei kv-Erhöhung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich wende mich mit einigen Verständnisfragen an Sie. 1.Die Erhöhung der Röhrenspannung (kv) führt im Spektrum neben der Verschiebung der Grenzenergie doch ebenfalls zur Erhöhung der niederenergetischen Photoneneflussdichte, richtig ? 2. Wenn man vom Strahlenschutz durch Hartstrahltechnik spricht, bezieht sich das dann auf die gleichzeitige Verringerung der mAs und die Erhöhung der Durchdringungsfähigkeit, oder gibt es noch einen anderen Faktor? Die 3. bezieht sich auf den Einsatz von Filtern bei Hartstrahltechnik: Sind Geräte die ausschließlich für Thorax-Aufnahmen gebaut werden vom Hersteller mit einer höheren Eigenfilterung versehen? Herzlichen Dank im Voraus! K. Klatt


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Klatt, zu Ihren 3 Fragen. 1) ja, richtig: Mit Erhöhung der Röhrenspannung erhöht sich die Maximalenergie (´Grenzenergie´) der Röntgenquanten. Außerdem erhöht sich deren mittlere Energie, was etwas präziser das ausdrückt, was Sie wohl mit ´Erhöhung der niederenergetischen Photonenflussdíchte´ gemeint haben. 2) Wird die Röhrenspannung erhöht (´Hartstrahltechnik´), vergrößert sich die mittlere Durchdringungsfähigkeit bzw. reduziert sich die mittlere Absorptionsfähigkeit der Röntgenstrahlung in Gewebe, weil die Wirkung des die Absorption bestimmenden Photoeffektes mit wachsender Photonenenergie abnimmt. Dadurch erreicht mehr Röntgenstrahlung den Bildempfänger, so dass das mAs-Produkt zur Konstanthaltung der Bildempfängerdosis über die Belichtungsautomatik reduziert wird. 3) Meistens werden Thoraxaufnahmen am Rasterwandstativ ausgeführt. Aber unabhängig davon, wird dafür keine besondere, über den Standard von 2,5 mm Al hinausgehende mindestens erforderliche Gesamtfilterung verlangt (z.B. DIN 6815, Tab. 2). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  J. Hauschildt schrieb am 23.02.2016 - 14:12 Uhr:
Frage:2625 BETREFF: Formatautomatik nach SV-RL
Sehr geehrter Prof. Ewen, im Rahmen meiner Studienarbeit beschäftige ich mich zurzeit mit Abnahme- und Konstanzprüfungen an röntgendiagnostischen Einrichtungen nach § 16 RöV. Ein elementarer Bestandteil meiner Arbeit zum Unterthema ´Wann ist welche QS-Prüfung notwendig´ ist die SV-RL Tabelle II 1. In Zeile 4 ist davon die Rede, dass beim Austausch einer Tiefenblende nur mit ´Formatautomatik´ immer eine Teilabnahme notwendig ist. Meine Recherche in DIN-Normen und auch die Befragung eines Sachverständigen kamen bislang zu keinem richtigen Ergebnis: Wie ist die ´Formatautomatik´ im Sinne der SV-RL definiert? 1) Gilt die oben genannte Einschränkung nur für die Formatautomatik im herkömmlichen Sinne, also die automatische Einblendung auf eine bestimmte Kassettengröße oder 2) schließt ´Formatautomatik´ alle Tiefenblenden mit motorisch-automatischer Einblendung in modernen, digitalen Röntgenanlagen mit ein? Herzlichen Dank im Voraus. Mit freundlichen Grüßen J. Hauschildt


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Hauschildt, eine Teilabnahmeprüfung ist bei den motorisch gesteuerten Blenden erforderlich, bei denen die Anwahl bestimmter vorgegebener Formate automatisch (z.B. durch Abtastung von Kassettenformaten oder durch Einblendung auf das maximale Bildempfängerformat) oder z.B. durch tastengesteuerte Vorgabe (z.B. Anwahl von Zoom-Formaten bei Durchleuchtung) erfolgt. Für rein motorisch betriebene Blenden ohne automatische Begrenzungen gilt die Fußnote 1 in der lf. Nr. 4 der Tabelle II 1 der Anlage II der SV- RL. Die Betätigung erfolgt nicht mehr - wie früher - über Drehknöpfe sondern über Tasten. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Maik Fuhrmann schrieb am 22.02.2016 - 12:04 Uhr:
Frage:2624 BETREFF: MFA mit Röntgenschein auch am CT einsetzbar?
Sehr geherte Damen und Herren, kann eine MFA mit Röntgenschein in Bayern auch am CT eingesetzt werden, oder bedarf es einer weiteren Qualifikation?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Fuhrmann, zur technischen Durchführung im Sinne des § 2 Nr. 7 RöV (ich nehnme an, das meinen Sie mit ´eingesetzt werden´) ja, und das nicht nur in Bayern. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frau M. Dyke schrieb am 19.02.2016 - 15:16 Uhr:
Frage:2623 BETREFF: MTLA Erwerb Fachkunde nach Strl.sch.V
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, unter uns Kollegen besteht einige Unsicherheit über die Möglichkeit einer Anstellung MTA Labor in der Nuklearmedizin und wir hoffen, dass Sie uns weiterhelfen können. Ist es zulässig, dass eine MTA Labor die Fachkunde nach Strl.sch.V. erwirbt? Darf sie unter Aufsicht radioaktive Substanzen spritzen bzw. im Heißraum tätig sein, z. B. Spritzen messen/aufziehen? Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns weiterhelfen könnten. Mit freundlichen Grüßen, M. Dyke


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dyke, wir haben Ihre Anfrage in 3 Unterfragen unterteilt und diese beantwortet: 1) Eine Labor-MTA hat auf Grund ihrer Ausbildung im Gegensatz zu einer Röntgen-MTA oder MTRA keine Fachkunde im Strahlenschutz und kann diese auch nicht erwerben. 2) Sie kann aber Kenntnisse im Strahlenschutz erwerben und damit darf sie nach unserer Meinung unter der ständiger Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Arztes ´radioaktive Substanzen spritzen´. Einschränkend ist aber zu klären, ob das jeweilige Spritzen eine Leistung ist, die der Arzt delegieren darf. Dies ist aber nach unserer Auffassung keine Frage des Strahlenschutzes sondern des Berufsrechts, so dass der fachkundige Arzt diese Entscheidung treffen und auch verantworten muss. 3) Darf die Labor-MTA im sog. Heißraum tätig sein und Spritzen messen und aufziehen? Gehört das im Sinne des § 82 Abs. 2 Nr. 4 StrlSchV auch zur „technischen Mitwirkung bei der Anwendung radioaktiver Stoffe“, wozu man Kenntnisse im Strahlenschutz aufweisen muss? Schwierige Fragen! Dies liegt daran, dass die Verordnungen und auch das MTA-Gesetz bei den Anwendungen nach RöV (z.B. Röntgendiagnostik) von der technischen „Durchführung“ am Menschen, bei den Anwendungen am Menschen nach StrlSchV aber von der technischen „Mitwirkung“ sprechen. Wir meinen, dass dies in der StrlSchV ganz bewusst so gegensätzlich zur RöV formuliert worden ist, da man hier auch Vorbereitungen und spätere Messungen (z.B. Gammakamera) einbeziehen wollte (vgl. § 9 Abs. 1 Nr. 2 c und d MTA-Gesetz). Wir können das auch nachvollziehen, denn das Aufziehen der Spritzen und die Messungen mit Messgeräten (z.B. mit Aktivimetern) sind ja nicht ganz so einfache Vorgänge. Unsere Empfehlung wäre, dass auch eine Labor-MTA Kenntnisse für diese Tätigkeiten erwerben sollte. Dies ist auch nicht so aufwändig (insgesamt 40 Unterrichtseinheiten Theorie und Praxis 20/20). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 18.02.2016 - 12:32 Uhr:
Frage:2622 BETREFF: Strahlenschutz in der Strahlentherapie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen,ich hoffe, ich darf in diesem Forum auch eine Frage zum Fachbereich Strahlentherapie stellen. Das BAG in der Schweiz hat aufgrund von Häufungen von Vorkommnissen in Strahlentherapien in Frankreich eine Überprüfung aller strahlentherapeutischen Einrichtungen in der Schweiz durchgeführt. In dem Abschlussbericht des Audits ist die Sprache von Strahlenschutzmitteln bei Planungs-CT´s, diese werden in der Regel hier nicht verwendet. Argumentation ist natürlich, dass der Dosiseintrag eines CT im Vergleich zur therapeutischen Dosis klein ist, trotzdem widerspricht dies ja eigentlich dem ALARA-Prinzip.Das BAG hat nun die Betriebe aufgefordert, ein Konzept für die Anwendung von Strahlenschutzmitteln bei Planungs-CT´s zu erarbeiten. Natürlich unter Berücksichtung der Faktoren, die für eine reproduzierbare Lagerung des Patienten erforderlich sind. Meine Frage: wissen Sie,ob in Deutschland hierzu ebenfalls Überlegungen angestrengt werden? Besten Dank und freundliche Grüße, Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, ich möchte Sie mit Ihrer Frage praktisch direkt weiterleiten an die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Physik (DGMP). Genauere Angaben übersende ich Ihnen auf Ihre Privat-Mail, weil keine konkreten Namen, Adressen, etc. hier im Forum RöV publik gemacht werden sollen. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Ingo Steinert schrieb am 17.02.2016 - 17:18 Uhr:
Frage:2621 BETREFF: Kontrolle Röntgenschutzkleidung
Sehr geehrter Herr Professor Ewert, in unserem Klinikum stellt sich die Frage, ob Röntgenschutzkleidung nach Überschreiten einer bestimmten ´Altersgrenze´ z.B. älter als 7 Jahre ausgetauscht werden muss. Hintergrund der Frage ist eine bestehen Unsicherheit, ob es durch Material-Abrieb/Verschleiß im Inneren der Schutzkleidung zur Schwächung der Abschirmwirkung kommen kann. Im Normenentwurf DIN 6857-2 wird ja nur eine Sicht- /Tastprüfung mit anschließender Durchleuchtung beschrieben. Die im Hause durchgeführte Durchleuchtung einer etwa 10 Jahre alten Röntgenschürze hat keinen Mangel/Defekt ergeben. Kann der Strahlenschutzbeauftragte aufgrund dieses Prüfergebnisses trotz des Alters der Schutzkleidung von einer ausreichenden Schutzwirkung ausgehen. Vielen Dank . Mit freundlichem Gruß I. Steinert (Fachkraft für Arbeitssicherheit)


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Steinert, in der DIN 6857-2, die übrigens bis spätestens Frühjahr 2016 als Norm erscheinen wird, ist tatsächlich nichts über eine ´Altersgrenze´ für Schutzkleidung ausgesagt. Das haben wir bewusst deshalb so gemacht, weil es ja durchaus sein kann, dass relativ selten benutzte und/oder pfleglich behandelte Schürzen auch nach 7 oder sogar nach 10 Jahren noch mängel-/defektfrei sein können.Ich habe selbst an dieser Norm mitgearbeitet und möchte, kaum ist diese erschienen, hier im Forum RöV auch nichts propagieren, was über die Forderungen in der DIN 6857-2 hinausgehen würde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Gregor Kosmützky schrieb am 17.02.2016 - 14:36 Uhr:
Frage:2620 BETREFF: Betrachtung und ggf. Befundung ohne eigene Röntgen-Anlage
Sehr geehrter Herr Professor Ewert, die Röntgenanlage unserer Reha-Einrichtung wird in Bälde ersatzlos stillgelegt. Es besteht ungeachtet dessen die Notwendigkeit, Röntgenuntersuchungen anzuordnen und die Ergebnisse anzusehen. Eine Kooperation mit dem ortsansässigen Radiologen außerhalb unserer Einrichtung ist möglich. Die erstellten Röntgenaufnahmen möchten ungeachtet der Befundung durch den Radiologen in hoher Auflösung un Qualität von uns Orthopäden angesehen werden und in Betrachtungsqualität mit dem Patienten erörtert werden. 1. Ist hierzu ein eigener Befundungs-AP nach DIN 6868-157 mit entsprechender Verpflichtung zur Durchführung von Konstanzprüfungen notwendig oder genügt ein adäquater 4- oder 5K-Monitor, um die DICOM-Dateien aus der radiologischen Praxis am Krankenhaus anzusehen? 2. Ist ggf. eine direkte Verbindung zwischen Praxis und unserer Klinik notwendig oder ist eine Datenweitergabe über geeignete Datenträger ausreichend? 3. Ist für die Betrachtungsmonitore zur Erörterung mit dem Patienten eine besondere Ausstattung erforderlich? Herzlichen Dank! mit freundlichen Grüßen G. Kosmützky


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Kosmützky, es ist nicht ganz klar, ob Sie nun mit ´ansehen´ eine Bildbefundung oder Bildbetrachtung meinen. Wenn Letzteres zutreffen sollte (denn Sie sprechen von Befundung in Kooperation mit einem Radiologen), dann ist die Röntgenverordnung (RöV) gar nicht betroffen und die Vorgaben des § 16 RöV (Abnahme- und Konstanzprüfung) treffen für Sie gar nicht zu (siehe Abschnitt 3.15.1 ´Befundung und Betrachtung´ in der Qualitätssicherungs-Richtlinie, QS-RL; im Internet auffindbar). Wenn Sie aber (auch) Befundungen durchführen sollten, dann ist eine Abnahmeprüfung (AP) und dann sind Konstanzprüfungen (KP) nach § 16 RöV und somit in praktischen Ausführung nach DIN 6868-157 erforderlich. Erörterungen oder Erläuterungen von Röntgenbildern zu Informationen für die Patienten sind natürlich keine Befundungsaktivitäten. In diesem Sinne sind auch Ihre 3 Fragen zu beantworten: 1) Falls Befundung: AP und KP nach DIN 6868-157. Ein 4K- oder 5K-Monitor ist nicht erforderlich (siehe Tab. 4 in der DIN 6868-157). 2) Es ist nicht unbedingt eine Datenleitung zwischen Praxis und Klinik erforderlich. Es können auch andere elektronische Datenträger genutzt werden (s. § 28 Abs. 6 RöV). 3) Zur Vermittlung von Patienteninformationen sind keine ´besonderen Ausstattungen´ erforderlich (siehe oben). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Götze schrieb am 16.02.2016 - 15:55 Uhr:
Frage:2619 BETREFF: Abnahmeprüfung
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, an einer Dentalröntgenanlage mit digitalem Detektor wurde die Abnahmeprüfung an Hand des ´Rohdatenbildes´ durchgeführt, d.h. die Grauwerte sind gegenüber dem Endbild invertiert, in der nachfolgenden Bildbearbeitung kommt es a. lt. Techniker zu Kontrastverlusten und b. zu sogenannten ´Wurmeffekten´ also deutlich erkennbaren Fehlstrukturen. Ist die AP an einer Bild-Vorstufe zulässig, handelt es sich nicht um eine Parallele zum ´VW-Diesel-Problem´? MfG Dipl.-Phys.K.Götze ZSR Land Brandenburg


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Götze, ich habe mich zwecks Beantwortung Ihrer Frage auch ein wenig in der ´Szene´ rum gehört, aber viel ist dabei nicht raus gekommen. Aber das Wenige möchte ich Ihnen doch hier - sozusagen in Form einer Aufzählung - mitteilen: 1) Ein Rohdatenbild zeichnet sich nicht dadurch aus, dass die Grauwerte invertiert sind. 2) Der Begriff ´Wurmeffekt´ ist unbekannt. 3) Offensichtlich kennt man, zumindest bei den von mir Angesprochenen, keine Dentalsoftware, mit der eine AP/KP mit einer speziellen Bildbearbeitung zu erfolgen hat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Lisa E. schrieb am 11.02.2016 - 15:44 Uhr:
Frage:2618 BETREFF: MFA im Bereitschaftsdienst
Sehr geehrter Prof. Ewen, wir haben bei uns im Krankenhaus in der Röntgenabteilung mehrere MFA´s die gerne Bereitschaftsdienste machen würden. Wir arbeiten in den Bereitschaftsdiensten teleradiologisch mit einer anderen Klinik zusammen und die Röntgenaufnahmen werden am nächsten Tag von unserem Radiologen befundet. Arbeitsverträglich ist es intern geregelt da bei uns am Wochenende auch Arbeitszeit gilt. Wäre es möglich wenn eine MFA den Bereitschaftsdienst macht und eine MTRA die Rufbereitschaft fürs CT leisten würde? Gibt es da eine Richtlinie ob das so möglich wäre?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Lisa E., diese Darstellung der in Ihrem Haus praktizierten Teleradiologie ist uns nicht so ganz verständlich. Sie beschreiben, dass in den Bereitschaftsdiensten eine teleradiologische Zusammenarbeit mit einer anderen Klinik besteht. Wir verstehen es so, dass die rechtfertigende Indikation durch den Teleradiologen der anderen Klinik erfolgt. Weiter führen Sie aus, dass die Befundung erst am nächsten Tag durch Ihren Radiologen vorgenommen wird. Damit erschließt sich für uns nicht mehr der Sinn der Teleradiologie in den Diensten (nachts, Wochenende, feiertags). Im Sinne der RöV erfolgen die Stellung der rechtfertigenden Indikation und die Erstbefundung durch den Teleradiologen, und zwar zeitnah zur Untersuchung. Bei dem von Ihnen beschriebenen Konstrukt stellt sich die Frage, ob eine Teleradiologie (´Abweichung vom Standard´) überhaupt gerechtfertigt ist. Denn, wenn die Befundung bis zum nächsten Tag Zeit hat, dann doch sicherlich auch die Untersuchung? Nun aber zu Ihrer Frage. Wenn es sich um eine nach § 3 Abs. 4 RöV genehmigte Teleradiologie handelt und am Untersuchungsort in den Diensten nur Ärzte ohne Fachkunde im Strahlenschutz (aber mit Kenntnissen im Strahlenschutz) tätig sind, dann darf eine MFA weder bei konventioneller Radiologie (Projektionsradiographie) noch bei CT-Untersuchungen mitwirken. Dies hat nichts mit dem eigentlichen Untersuchungsverfahren zu tun sondern mit der fehlenden Möglichkeit zur Beaufsichtigung der MFA im Sinne des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV. Danach darf diese nur von Ärzten mit Fachkunde im Strahlenschutz wahrgenommen werden. Wenn sichergestellt ist, dass in den Diensten Ärzte mit Fachkunde im Strahlenschutz für die Projektionsradiographie, z.B. mit Notfallfachkunde, vor Ort sind, dann könnten diese Untersuchungen auch von einer MFA technisch durchgeführt werden. Allerdings wäre dann dafür eine Teleradiologie unnötig, da Ärzte mit entsprechender Fachkunde im Strahlenschutz für die konventionelle Radiologie sowohl die rechtfertigende Indikation stellen als auch die Erstbefundung durchführen dürfen. In diesen Fällen wäre die Teleradiologie nur für den CT-Betrieb erforderlich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Gaby H. schrieb am 09.02.2016 - 13:26 Uhr:
Frage:2617 BETREFF: Unterweisung nach § 36 RöV
Sehr geehrter Professor Ewen, gibt es Vorgaben, in welcher Form die jährliche Unterweisung nach § 36 RöV für Mitarbeiter einer radiologischen Praxis erfolgen muss? Ist zwingend eine mündliche Unterweisung erforderlich, oder kann die Unterweisung beispielsweise auch durch eine PowerPoint-Präsentation oder ein ausgedurcktes Dokument erfolgen, das der Mitarbeiter eigenständig durcharbeitet, sofern ihm die Möglichkeit gegeben wird bei Fragen den SSB zu kontaktieren?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Gaby H., nein, es gibt keine Vorgaben, in welcher Form eine Unterweisung nach § 36 RöV zu erfolgen hat.Ein grobe Inhaltsangabe ist in Abs. 1 des § 36 enthalten (Arbeitsmethoden, Gefahren, Sicherheits- und Schutzmaßnahmen ferner wesentliche Inhalte der RöV, der Genehmigung bzw. Anzeige sowie der Strahlenschutzanweisung).Auch ist eine mündlich durchgeführte Unterweisung keineswegs zwingend. Beispielsweise wäre die von Ihnen beschriebene Vermittlung der Unterweisung durchaus akzeptabel. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  H. Ullrich schrieb am 09.02.2016 - 12:19 Uhr:
Frage:2616 BETREFF: Kenntniskurs für Anästehsieärzte oder Anästehsieschwestern
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, benötigen Anästehsieärzte /-innen oder Anästehsieschwestern/-pfleger, die permanent in einem OP arbeiten, in dem ein C-Bogen oder andere Röntgengeräte zum Einsatz kommen, für ihren Einsatz im OP den Kenntniskurs nach RöV, auch wenn sie dabei nicht in die Situation kommen, den C-Bogen zu bedienen? Genügt die Einweisung und Belehrung zum Beginn Ihrer Tätigkeit sowie die jährlichen Strahlenschutzbelehrungen? Mit freundlichen Grüßen H. Ullrich


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Ullrich, der genannte Personenkreis benötigt keine Kenntnisse im Strahlenschutz, wenn von diesem die sog. technische Durchführung im Sinne des § 2 Nr. 7 RöV nicht wahrgenommen wird. Das gilt sowohl für die Ärzte als auch für die Schwestern und Pfleger. Nur für die Ärzte: Diese benötigen auch keine Fachkunde im Strahlenschutz, wenn von ihnen nicht die rechtfertigende Indikation nach § 23 Abs. 1 für die Durchführung von Röntgenuntersuchungen gestellt wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Manfred Hoffmann schrieb am 08.02.2016 - 13:48 Uhr:
Frage:2615 BETREFF: Patientenabdeckung zum Streustrahlenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, danke für Ihre prompte Antwort auf meine Anfrage vom 5.2.2016. Interessieren würde mich auch Ihre Ansicht der Verwendung entsprechenden Materials unter dem Aspekt Schutz des Untersuchungspersonals. Mit freundlichen Grüßen Manfred Hoffmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hoffmann, auch das radiologische Personal muss sich gegen Strahlung schützen. Was die Röntgendiagnostik betrifft, so ist nur das Personal (z.B. Ärzte, Assistenzpersonal) ´beruflich strahlenexponiert´ (wie die Röntgenverordnung, RöV, das ausdrückt), das sich während der Untersuchung im Röntgenraum aufhalten muss, wenn die Strahlung eingeschaltet ist. Dann entsteht dort hauptsächlich durch die vom Patienten ausgehende Streustrahlung eine erhöhte Dosis, wodurch der Röntgenraum zum Kontrollbereich wird. In diesem muss das Personal die Strahlenexposition ermitteln, was meistens durch Personendosimetern erfolgt (§ 35 RöV), und Schutzkleidung tragen (§ 21 Abs. 1 RöV). Diese Situation ist immer dann gegeben, wenn die Röntgenstrahlung über längere Zeit eingeschaltet werden muss, um dynamische, also zeitabhängige Informationen zu erhalten, wie z.B. bei Angiographien sowie bei kardiologischen und intraoperativen Untersuchungen. Welche Schutzkleidung getragen werden muss (Schürzen, Schutzbrillen, Schutzhandschuhe und Schilddrüsenschutz), hängt sehr von der Art der Untersuchung ab. Es gibt dazu verschiedene Informationen, z.B. auch in Tabellenform. Eine sehr übersichtliche ist die Tabelle A.1, die in der DIN 6815 enthalten ist (DIN 6815: Medizinische Röntgenanlagen bis 300 kV - Regeln für die Prüfung des Strahlenschutzes nach Errichtung, Instandsetzung und wesentlicher Änderung). Ich weiß nicht, ob Sie relativ leicht an diese Norm herankommen können. Radiologische Normen findet man leider in geschlossener Textform nicht im Internet. Der Alleinverkauf geschieht durch den Beuth-Verlag GmbH, 10772 Berlin. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Manfred Hoffmann schrieb am 05.02.2016 - 10:05 Uhr:
Frage:2614 BETREFF: Sreustrahlenschtz
Sehr geehrte Damen und Herren, Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wie schätzen Sie den praktischen Nutzen einer Patientenabdeckung zum Streustrahlenschutz (siehe Anlage) in der Interventionsradiologie/Kardiologie ein? Für eine kurze Wertung wäre ich sehr dankbar.
Dateianhang: anzeigen

1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hoffmann, ich bitte um Verständnis, dass ich das von Ihnen in der Anlage zu Ihrer Anfrage beschriebene und zur Reduzierung der Streustrahlendosis vorgesehene Patientenschutzmittel hier nicht explizit beurteilen kann, weil hier im Forum RöV grundsätzlich bei welchen Produkten auch immer irgendwelche Rückschlüsse auf eine Herstelleridentifizierung vermieden werden müssen. Ich kann daher Ihre Frage nur ganz allgemein beantworten. Rechtliche Basis zur Nutzung von Patientenschutzmitteln (z.B. Schürzen, Hoden- und Ovarienschutz) ist § 25 Abs. 3 RöV, nach dem nicht von der Nutzstrahlung getroffene Körperbereiche vor einer Strahlenexposition (schwerpunktmäßig durch Streustrahlung) so weit wie möglich zu schützen sind. Das geschieht, wie allgemein bekannt, weitgehend durch Nutzung der o.g. Patientenschutzmittel, deren Vielfalt z.B. in der Leitlinie der Bundesärztekammer und in der DIN EN 61331-3, aber auch in der Anlage III der Sachverständigen-Prüfrichtlinie (s. Internet) zur Kenntnis genommen werden kann. Besonders wichtig sind Überlegungen zum Streustrahlenschutz natürlich bei Untersuchungen mit verhältnismäßig hoher Strahlenexpositon des Patienten, wie das ja unter anderem bei Interventionen und Herzkatheteruntersuchungen der Fall ist. In den o.g. Publikationen werden für diese Anwendungen vorgeschlagen: Hodenschutz- und Ovarschutzsysteme sowie Gonadenschutzschürze. Wie groß der Schutzfaktor ist, der durch Patientenschutzmittel welcher Art auch immer erreicht werden kann, bleibt umstritten, denn die geometrische Verteilung der Streustrahlung in und außerhalb des menschlichen Körpers ist komplex und nicht immer reproduzierbar. Eins ist sicher: Man macht nichts falsch und kann nur gewinnen, wenn man in die Durchführung radiologischer Maßnahmen der o.g. Art Patientenschutzmittel mit einbezieht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Neumnn,Joachim schrieb am 04.02.2016 - 15:00 Uhr:
Frage:2613 BETREFF: Abdomen CT
Sehr geehrter Herr Ewen, bei mir wurde ein Abdomen CT durchgeführt. Nach einer erfolgreichen und zufriedenstellenden Darmspiegelung sagte der Arzt ,ca 30Sekunden im persönlichen Gespräch :jetzt machen wir eine CT , das ist gut,,wie TÜV beim Auto. Ich war noch ca 3 Stunden nach vollständiger Sedierung noch stark benommen und sollte den Aufklärungsbogen unterschreiben. War dies so in Ordnung? Ergebnis der CT:alles in Ordnung. im Nachhinein ärgerte ich mich sehr über die Strahlenlast. Muss die Indikation zur Abdomen CT in der Patientenakte für mich als Patienten zu erfahren sein? Für eine Antwort wäre ich Ihnen dankbar. Freundlichst J.Neumann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Neumann, rechtlicher Hintergrund für Ihre Frage hier im Forum ist die immer wieder diskutierte und oft auch falsch verstandene Forderung in der Röntgenverordnung (RöV) nach Stellung der sog. rechtfertigenden Indikation für eine Röntgenuntersuchung (§ 23 Abs. 1 RöV), nach der ein entsprechend im Strahlenschutz fachkundiger Arzt vor der Untersuchung entscheiden muss, ob der Nutzen der geplanten Anwendung von Röntgenstrahlung gegenüber dem Strahlenrisiko überwiegt. Eine Röntgenuntersuchung darf also nicht als ein ´Sicherheitscheck´ verstanden (und ´verkauft´) werden, wie er z.B. beim Auto üblich ist. Nehmen wir an, Sie hätten entsprechende Beschwerden im Darmbereich, so dass es sinnvoll wäre, zunächst eine Darmspiegelung vorzunehmen. Wenn sich dabei kein Befund ergibt, könnte eine weitere Abklärung mittels CT durchaus sinnvoll sein. Aber ohne vorhergehende Beschwerden und das dann mit einem unauffälligen Befund sollte eine CT-Untersuchung in der Regel nicht indiziert sein. Aus dem Text Ihrer Frage könnte man schließen, dass die Darmspiegelung als Früherkennungsmaßnahme bei Ihnen als einem klinisch asymptomatischem Patienten erfolgreich durchgeführt worden ist und man daher die Annahme nicht von der Hand weisen kann, dass die anschließende CT-Untersuchung auf der Basis des § 23 Abs. 1 RöV nicht gerechtfertigt indiziert war. Nach § 28 Abs. 1 Nr. 4 RöV müssen Angaben zur rechtfertigenden Indikation aufgezeichnet werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Botta-Schönrock Evelyn schrieb am 03.02.2016 - 20:06 Uhr:
Frage:2612 BETREFF: Frage 2610
Danke für Ihr Schreiben, aber Sie sind auf meine Fragen explizit nicht eingegangen. Den großen 120 Std. Strahlenschutzkurs hatte ich erwähnt, wurde auch gemacht. Unsere Privatschule hatte ihre eigenen Gesetze und wir waren der letzte Kurs der zweijährigen Ausbildung und hatten das Fach Röntgen und Strahlenschutz, sowie eine gründliche Physikausbildung noch in unserem Stundenplan und hatten auch Rö.-Geräte zur Verfügung, Praktikas im Röntgen mussten mehrere nachgewiesen werden.Also hatten wir doch eine andere Ausbildung als nur Labor-MTA´s und können doch nicht einfachen Arzthelferinnen gleichgestellt werden. Wie sieht denn das mit normalem Röntgen aus - dürfte ich das wenigstens ohne Anwesenheit eines Arztes oder ebenso wie die MFA nicht mehr? Das ist doch einfach ungerecht! Es gibt ja nicht einmal die Möglichkeit einer Zusatzqualifikation um die MTRA-Anerkennung nachzuholen. Das ist doch eine Bestrafung der älteren Arbeitnehme > 50 die eh schon schlecht Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.....Warum schaft man nicht diese Möglichkeit einer Nachqualifikation? Mein Zeugnis habe ich ihnen bei der letzten Frage ja beigelegt und Sie sehen eindeutig den Nachweis: Röntgen und Strahlenschutz (zusätzlich zu dem 120 Std.-Kurs den ich seperat auch noch gemacht habe....)


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Botta-Schönrock, sehr wohl sind wir auf Ihre Fragen eingegangen. Wir haben in unserer nicht-offiziellen Stellungnahme (mehr als diese können wir im Forum RöV nicht abgeben, denn wir sind keine Behörde und auch kein Sprachrohr einer Behörde) deutlich darauf hingewiesen, dass bereits seit 1988 nur noch Personen, die die Berufsbezeichnung MTRA oder MTA führen dürfen, über Fachkunde im Strahlenschutz zur technischen Durchführung von Röntgenuntersuchungen verfügen. Diese Regelung enthielt der damalige § 23 Abs. 2 der RöV vom 7.1.1987. Fortgeschrieben wurde diese Regel in § 24 Abs. 2 der Novelle der Röntgenverordnung von 2002. Sie haben Ihre Ausbildung als MTLA nach Ihren Zeugnisunterlagen im Jahr 1994 abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt gab es auch nach der RöV schon sechs Jahre lang eine klare Regelung, wer aus den Assistenzberufen über Fachkunde im Strahlenschutz verfügte. Aufgrund der vorbehaltenen Tätigkeiten nach dem MTA-Gesetz war es auch zu diesem Zeitpunkt nicht möglich, auf anderem Wege Fachkunde im Strahlenschutz zu erlangen. Auch heute ist es ein sehr kompliziertes Verfahren, wenn zusammen mit einer Berufsausbildung die Fachkunde im Strahlenschutz erworben werden soll. Dies erfordert in der Regel staatlich abgestimmte und überprüfte Ausbildungspläne und eine ebenso überwachte Ausbildung. Ihre zweijährige Ausbildung an der MTA-Schule war sicherlich sehr umfassend und geht über die üblichen Strahlenschutzkurse hinaus. Allerdings nehmen wir an, dass sie nicht mit einer Fachkundebescheinigung abgeschlossen hat. Genaueres können Sie wirklich nur bei den zuständigen Behörden (für die damalige Ausbildung und für Ihre jetzige Tätigkeit) erfahren. Sicherlich hätte die MTA-Schule Ihnen zum Abschluss Ihrer Ausbildung mitteilen sollen, was Sie mit Ihrer Ausbildung im Bereich Röntgen bei der Berufsausübung machen dürfen und welche Schritte vorher erforderlich sind. Sie hätten nach den Regeln der RöV schon damals eine Bescheinigung über die Kenntnisse im Strahlenschutz bei der zuständigen Stelle (z.B. in NRW die Ärztekammer) beantragen müssen und mit dieser Bescheinigung dann auch die Grenzen der möglichen Tätigkeiten erkennen können. Wir verstehen, dass Sie die Regelungen nach jahrelanger Berufspraxis für ungerecht halten, müssen aber auch deutlich machen, dass es diese Regelungen damals schon gab. Darüber hinaus müssen wir an dieser Stelle auch noch einmal darauf aufmerksam machen, dass wir im Forum RöV nur unsere persönliche Meinung abgeben sowie Ratschläge und Hinweise geben können. Veränderungen an bestehenden rechtlichen Situationen könnten aber - wenn überhaupt - nur im Zusammenwirken mit den zuständigen Behörden möglich sein. Ich denke, wir haben jetzt mit diesen beiden Anfragen und unseren Antworten dazu unsere Meinungen ausgetauscht. Mehr lässt sich jedoch auf dieser Ebene nicht erreichen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Roland Brandl schrieb am 03.02.2016 - 10:33 Uhr:
Frage:2611 BETREFF: Augenschutz bei CCT
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, der Linsenschutz bei CCTs ist in den meisten Instituten ja bereits Standard und es gibt auch eine Reihe von Empfehlungen dazu. Bis jetzt wurden diese Empfehlungen aber noch verpflichtend bzw. noch nicht in Leitlinien umgesetzt, zumindest nicht offiziell in der RöV oder den Empfehlungen der Bundesärztekammer, oder liege ich da falsch? Mit freundlichen Grüßen, R. Brandl, Regensburg


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Brandl, vielen Dank für Ihren Beitrag zu dem Thema Augenlinsenschutz bei CT-Untersuchungen im Schädelbereich. Nach meinem Kenntnisstand gibt es dazu bisher keine rechtlich belastbaren Regelungen. Wir sind dabei, im Rahmen der Novellierung der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) das Vorhandensein von Linsenschutzeinrichtungen bei CT-Arbeitsplätzen zu fordern. Deren tatsächliche Nutzung kann man allerdings über die SV-RL nicht erzwingen. Nach der SV-RL überprüfen Sachverständige vor Inbetriebnahme und danach alle 5 Jahre den technischen Strahlenschutz, unter anderem auch in der Röntgendiagnostik und damit auch an Computertomographen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Botta-Schönrock Evelyn schrieb am 02.02.2016 - 21:44 Uhr:
Frage:2610 BETREFF: Gleichstellung MTA-MTRA
Habe auf einer Privatschule noch vor Inkrafttreten des neuen MTA-Gesetztes von 1994 noch eine Ausbildung zur MTA gemacht, damals noch 2-jährig und mit Rö.-Ausbildung einschließlich Fachkunde im Strahlenschutz.( Beginn Ausbildung 1992). Die Privatschule hatte noch eine Sondergehmigung für die Röntgenausbildung. Den 120-Std. großen Röntgenkurs habe ich davor auch noch gemacht, ebenso die 5-jährigen Auffrischungen. Seit meiner Ausbildung habe ich nur im Rö.-Bereich gearbeitet. Jetzt soll ich auf einmal nur noch ebenso viel wert sein wie eine einfache MFA mit Rö.-Schein- das kann doch nicht sein? Gehalt soll ich weniger als die MTRA bekommen und keine Teleradiologie mehr machen und auch kein CT mehr außerhalb der Praxiszeit fahren dürfen.....Das kann doch nicht sein. Meine letzten 8 Berufsjahre möchte ich nicht noch degradiert werden- irgendwo muss doch die Erfahrung auch noch etwas zählen....20 Jahre Arbeiten in der RAdiologie kann man doch nicht wegwischen... Auf der Urkunde steht zwar med. technl Laboratoriumsassistentin aber im Zeugnis Röntgen mit Strahlenschutz! Was soll ich tun? Auf der Urkunde steht lt. MTA-Gesetz von 1971 Anhang: https://drive.google.com/file/d/0B_GKxYmuimj4Nm5CazcyYzF5dkk/view?usp=sharing Sorry, Bild ließ sich nicht anders hochladen.... Kam immer Datei zu groß!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Botta-Schönrock, das MTA-Gesetz ist unseres Wissens nach bereits 1972 so verändert worden, dass die Ausbildung in verschiedene Bereiche unterteilt wurde (MTRA, MTLA). Die Fachkunde im Strahlenschutz nach der Strahlenschutzverordnung und der Röntgenverordnung wurde von diesem Zeitpunkt an nur noch mit der Berufserlaubnis zur MTRA erteilt. Mit dem Inkrafttreten der Röntgenverordnung am 1. Januar 1988 wurde festgelegt, dass Personen, die zur Führung der Berufsbezeichnung MTRA oder MTA (nach dem bis 1972 geltenden MTA-Gesetz) berechtigt sind, über die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz für die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen (Definition: § 2 Nr. 7 RöV) verfügen. Alle anderen Assistenzpersonen (dazu gehören auch MTLA) mussten Kenntnisse im Strahlenschutz durch Teilnahme an bestimmten Kursen und durch eine Bescheinigung der zuständigen Stelle erwerben. Es ist durchaus möglich, dass ein solcher Kurs, der damals 120 Stunden dauerte, auch von der MTLA-Schule durchgeführt wurde. Allerdings gilt seit 1988, dass Personen, die nicht zum Führen der Berufsbezeichnung MTRA oder MTA berechtigt sind, nur unter Aufsicht eines fachkundigen Arztes tätig werden dürfen. Da diese Regelung aktuell in der Röntgenverordnung immer noch so ist, trifft es nach unserer Meinung zu, dass ein Mitwirken in der Teleradiologie für Personen mit Kenntnissen im Strahlenschutz (MTLA, MFA) nicht zulässig ist. Wenn ein Arzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz anwesend ist und die Aufsicht führt, können natürlich auch MTLA oder MFA mit den bescheinigten Kenntnissen im Strahlenschutz technisch durchführen. Sofern Sie in Ihrem speziellen Fall der Auffassung sind, dass Sie trotz dieser Regelungen über Fachkunde im Strahlenschutz im Sinne des § 24 Abs. 2 Nr. 1 oder 2 RöV verfügen, empfehlen wir Ihnen, dies unmittelbar mit der zuständigen Aufsichtsbehörde zu besprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Maximilian Müller schrieb am 02.02.2016 - 21:17 Uhr:
Frage:2609 BETREFF: MPE Fachkunde
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Betr. MPE Fachkunde in der Röntgendiagnostik Kann ich als staatlich geprüfter Elektrotechniker mit der Fachkunde Technik 6.1 und 20 Jahre Berufserfahrung, die Fachkunde Medizinphysikexperte für die Röntgendiagnostik erlangen? Mit freundlichen Grüßen M. Müller


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, um eine Fachkunde im Strahlenschutz als MPE zu erwerben, ist unabhängig von dem Bereich, für den die Fachkunde erlangt werden soll, also Röntgendiagnostik, Teletherapie oder Nuklearmedizin, ein erfolgreich abgeschlossenes Masterstudium in medizinischer Physik erforderlich oder eine inhaltlich gleichwertige Ausbildung mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss. Beim letztgenannten Personenkreis muss die Gleichwertigkeit der Ausbildung zusätzlich in einem so genannten Fachgespräch nachgewiesen werden. Eine Ausbildung als staatlich geprüfter Elektrotechniker ist leider nicht ausreichend, um eine Fachkunde als MPE erlangen zu können. Die Fachkunde nach R 6.1 ermöglicht lediglich die Prüfung, Wartung und Instandsetzung von Röntgeneinrichtungen, aber nicht die darüber hinaus gehende Tätigkeit als MPE. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Angelika Sahin schrieb am 01.02.2016 - 16:03 Uhr:
Frage:2608 BETREFF: DIN 6857-2
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ist der Entwurf der DIN 6857-2 bereits verabschiedet? Oder wie ist hier der Stand der Dinge? Vielen Dank für Ihre Nachricht. Mit freundlichen Grüßen Angelika Sahin


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Sahin, die DIN 6857-2 ist auf der Sitzung des zuständigen Arbeitskreises (AA2) des Normenausschusses Radiologie (NAR) am 22./23.10.2015 als Norm verabschiedet worden. Sie wird ´in Kürze´ vom Beuth-Verlag publiziert werden. Wann genau, entzieht sich meiner Kenntnis (mit Sicherheit spätestens Frühjahr). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Braun schrieb am 29.01.2016 - 23:51 Uhr:
Frage:2607 BETREFF: Röntgen-Befundung durch Nicht-Radiologen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich arbeite seit wenigen Monaten in einer kleinen Klinik und befunde dort überwiegend die Schnittbilddiagnostik. Die konventionellen Skelett-Röntgenaufnahmen werden von den orthopädischen Kollegen befundet,deren leitende Angestellte auch über die ´Fachkunde Notfall´ verfügen und erstellen auch schriftliche Befunde. Ihre Befunde versehen sie dabei stets mit dem Vorsatz ´orthopädisch-unfallchirurgischer Befund´, wohl um darauf hinzuweisen, dass sie das Bild lediglich aus ´ihrer orthopädischen Sicht´ befunden. Nun meine Frage: Inwiefern ist dies zulässig und wie gestaltet sich die Situation, wenn ein relevanter Befund übersehen wird, der aber eventuell nicht originär orthopädischer Natur ist? Ist es zulässig, somit im Befund nur auf bestimmte Aspekte des Röntgenbildes einzugehen? In diesem Zusammenhang noch eine weitere Frage: In welchem Zeitrahmen müssen radiologische Befunde zur Verfügung stehen? Existiert da eine klare Festlegung? Vielen Dank im voraus!


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Braun, es passierte zwar sehr selten, aber es gibt Fragen, die sind durch das Team des Forum Röntgenverordnung nicht mehr wirklich belastbar zu beantworten. Zu diesen wenigen Fragen gehört die Frage, die Sie gestellt haben. Wir können an dieser Stelle nur unsere Auffassung zur Verfügung stellen: Wenn ein Arzt mit einer Teilgebietsfachkunde die rechtfertigende Indikation stellt und die Befundung einer Röntgenuntersuchung durchführt, dann darf sich das nach den Regelungen der Röntgenverordnung nur auf die Anwendungsgebiete beziehen, für die er über eine bescheinigte Fachkunde im Strahlenschutz nach der Röntgenverordnung verfügt. In solchen Fällen schließt die RöV die Stellung der rechtfertigende Indikation für ein anderes Anwendungsgebiet vollkommen aus. Die Befundung ist ein Teil der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen (vgl. § 2 Nr. 1.a RöV) und darf nur durch Ärzte erfolgen, die über die erforderliche Fachkunde verfügen oder unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines entsprechend fachkundigen Arztes tätig werden (§ 24 Abs. 1 Nr. 1 - 3 RöV). Wenn nun ein Arzt eine Befundung (Anwendung) in einem Bereich durchführt, für den er nicht fachkundig ist und auch keine Beaufsichtigung durch einen entsprechend fachkundigen Kollegen erfolgt, dann muss man in Frage stellen, ob eine solche Tätigkeit den Regeln der RöV entspricht. Nach unserer Auffassung gehört es sicherlich zur ärztlichen Kunst, dass bei der Ansicht eines Röntgenbildes auch Bereiche außerhalb der engen Fragestellung mit beurteilt werden sollten. Es müsste/sollte der in einem solchen Fall befundende Arzt mit einer nicht zutreffenden Teilgebietsfachkunde in dem nach RöV notwendigen schriftlichen Befund (vgl. § 28 Abs. 1 Nr. 5 RöV) darauf hinweisen, dass Auffälligkeiten erkannt wurden, diese aber wegen der formal fehlenden Fachkunde nicht befundet wurden. Wenn sich die Bildbetrachtung explizit nur auf die besondere Fragestellung bezieht, dann sollte im schriftlichen Befund hierauf eindeutig und nicht nur pauschal hingewiesen werden. Da in Ihrer Fragestellung aber sowohl Berufsrecht als auch Strahlenschutzrecht zusammenwirken, empfehlen wir Ihnen, diese Frage einem Fachanwalt für Arztrecht oder den juristischen Abteilungen der Ärztekammern vorzulegen. Zum Zeitrahmen, in dem der radiologische Befund zur Verfügung stehen muss, gibt es nach unserem Wissen keine klare Festlegung. Dies ist sicherlich von der jeweiligen Dringlichkeit bei dem einzelnen Patienten abhängig und muss vom fachkundigen Arzt schon bei der rechtfertigenden Indikation mit berücksichtigt werden. Es gilt, dass die Befundung zeitnah erfolgen muss. Ansonsten könnten sicherlich Zweifel an der Rechtfertigung der Untersuchung auftreten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Becher schrieb am 29.01.2016 - 11:22 Uhr:
Frage:2606 BETREFF: Strahlenschutz bei Röntgen-Thorax
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meine Frage zielt auf den Strahlenschutz bei Röntgen Thorax Untersuchungen. Wenn ich die Röntgenverordnung richtig deute, ist das Anlegen einer Halbschürze also eines Strahlenschutzes vorgeschrieben. Nach einer Studie der Uniklinik Basel von 1991 hat dieses aber keinen oder nur einen sehr geringen Effekt. Hier wird lediglich empfohlen, die Halbschürze filmseitig anzulegen. Andere wiederum behaupten, das tragen einer Bleischürzte würde zu einer höheren Dosisaufnahme führen, da der Rückstrahleffekt verstärkt wird. Ist das so, oder sollte auch weiterhin der Strahlenschutz ausnahmslos angelegt werden? Mit freundlichen Grüßen von der Nordsee M.Becher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Becher, die Frage nach ´Patientenschutzschürze ja oder nein´ bei einer Thoraxaufnahme ist (etwas übertrieben gesagt) fast so alt wie die diagnostische Nutzung der Röntgenstrahlung. Dementsprechend variieren auch die Meinungen darüber (von bringt nichts bis unbedingt erforderlich). Sie haben das ja in Ihrer Frage schon zum Ausdruck gebracht. Ich trage daher mit der Antwort hier im Forum auch nur eine, nämlich meine Ansicht vor. Wenn wir von einer Röntgeneinrichtung, die im Sinne der RöV dem Stand der Technik entspricht, ausgehen, dann ist ein dosisreduzierender Effekt sicherlich vorhanden (Abschirmung der Gehäusedurchlassstrahlung im Gonadenbereich bei strahlerseitigem Anlegen einer Halbschürze), aber dieser ist in der Tat sehr gering. Keineswegs aber hat man durch Nutzung der Schürze einen Nachteil, denn dieser immer wieder angeführte ´Rückstrahleffekt´ durch angeblich von der Schürze ausgehende, in den Patienten gerichtete Streustrahlung ist bei einem Schürzenmaterial hoher Ordnungszahl (z.B. Blei) vernachlässigbar. Vielleicht sollte man den von vielen Patienten positiv empfundenen psychologischen Effekt einer angelegten Schutzschürze auch nicht ganz vergessen. Ich jedenfalls plädiere für die Nutzung einer Schürze bei Thoraxaufnahmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wolfgang Müller schrieb am 29.01.2016 - 10:48 Uhr:
Frage:2605 BETREFF: Fachkunde Interventionsradiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich besitze die Fachkunden Rö3.1 und Rö3.3 und habe bereits den Spezialkurs Interventionsradiologie besucht. Mein Sachkundezeugnis für die Interventionsradiologie habe ich auch schon durch einen entsprechend fachkundigen Arzt ausgestellt bekommen. Jetzt meine eigentliche Frage zum richtigen Lesen der Fachkunderichtlinie FK-RL. Muss ich bei der zuständigen ärztlichen Stelle zusätzlich auch die Teilfachkunde Rö3.5 beantragen, um hier eigenständig tätig zu werden oder ist die Rö7 höher zu werten? Ich denke nicht, aber die Antwort im IR-Spezialkurs hat mich nicht zufrieden gestellt. Nach meinem Verständnis wird das Anwendungsgebiet Rö7 in der Tabelle 4.2.1 zur FK-RL durch die einzelnen Teilfachkunden in der Rö3 eingeschränkt, d.h. von der Reihenfolge her benötigt man zuerst mindestens ein Teilgebiet der Rö3 um überhaupt die Rö7 erwerben zu dürfen, aber der Erwerb der Rö7 eröffnet nicht automatisch alle Anwendungsgebiete der Rö3 - Richtig? Vielen Dank und baldiges Wochenende. Auch ich bin über dieses Forum sehr froh! Großes Lob an das Forum-Team!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, Ihre Annahme ist richtig: Die Fachkunde Rö7 (Interventionen) darf von der zuständigen Stelle nur bescheinigt werden, wenn die erforderliche ´Grundfachkunde´ nach Rö3x, Rö4 oder natürlich Rö1 vorhanden ist. Die Listung in der Tabelle beinhaltet keine Höherwertigkeitsregelung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Monika Quade schrieb am 29.01.2016 - 09:53 Uhr:
Frage:2604 BETREFF: Sachverständigenprüfung in der Mammographie
Sehr geehrter Herr Prof.Even, meine Fragen betreffen nur die Mammographie d.h.die Praxis hat keine weiteren Röntgenanlagen. Es steht demnächst die fünfjährige Sachverständigenprüfung an. Nun bräuchte ich einige Informationen. - handelt es sich dabei nur um den baulichen und gerätetechnischen Strahlenschutz? - welche Unterlagen muss ich bereithalten? - muss eine Bleischürze für Patient und Personal vorhanden sein? - sind Dosimeter(Plaketten) für das Personal vorgeschrieben. Die Strahlung in der MGF hat ja nur eine sehr geringe Reichweite? - muss auch in diesem Fall eine jährliche Strahlenschuzunterweisung stattfinden? Vielen Dank und freundliche Grüße Monika Quade


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Quade, 1) Bei einer wiederkehrenden SV-Prüfung wird der bauliche Strahlenschutz im Vergleich zur Erstprüfung nicht erneut geprüft, es sei denn, dass in der Zwischenzeit eine entsprechende Änderung vorgenommen worden ist (z.B. aus einem Nachbarraum, der bisher nur als Lager benutzt wurde,ist ein Büroraum geworden). 2) Für den Sachverständigen wäre es nützlich, wenn Sie den Bericht über die letzte Prüfung vorlegen könnten. Denn es muss ja jetzt nicht derselbe Sachverständige sein, der die letzte Prüfung vorgenommen hat. 3) Bei einer Mammographie ist normalerweise keine Patientenschutzschürze erforderlich. Auch für das Personal ist Schutzkleidung nicht erforderlich, denn üblicherweise befindet sich die auslösende Person hinter einer Strahlenschutzscheibe oder außerhalb des Röntgenraumens, also in beiden Fällen nicht im Kontrollbereich. 4) Das Personal benötigt keine Personendosimeter, weil es sich nicht im Kontrollbereich aufhält (siehe oben). 5) Eine jährliche Unterweisung ist allerdings notwendig (Näheres dazu: siehe § 36 RöV). Der Sachverständige wird aber danach nicht fragen, weil dies zu prüfen nicht zu seinen Aufgaben zählt. Dann hoffe ich, dass die Sachverständigenprüfung problemlos verlaufen wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Werner Peters schrieb am 29.01.2016 - 09:08 Uhr:
Frage:2603 BETREFF: zu Frage 2601
Sehr geehrter Herr Ewen; Ich denke, die Frage von Frau Koehnlein ging in eine etwas kompliziertere Richtung: Linsenschutz liegt beim Topogramm im Strahlengang->bei automatischer Dosisregulation würde das CT jetzt in diesem Bereich die Dosis bei der Spirale ja nach oben regulieren. Meine Ansicht wäre aus diesem Grund, den Schutz erst nach dem Topogramm aufzulegen. Jetzt aber das nächste Problem: Beim Fahren der Spirale erfolgt ja die x-y-Dosismodulation, die ebenfalls auf die Absorption reagieren müsste und die Dosis hier unnötigerweise hochfährt. Beim Schädel kann man ja durchaus auf die Dosismodulation verzichten, aber wie würde sich tatsächlich die Dosismodulation auf die Strahlenbelastung auswirken? Mit grübelnden Grüßen, Werner Peters


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Peters, Dank Frau Köhnlein und Dank Ihnen scheinen wir hier ein kleines Fass aufgemacht zu haben. Und das meine ich keineswegs ironisch. Das Forum RöV ist ja schließlich dazu da, Probleme im Strahlenschutz anzusprechen und Lösungen zu finden. Ich werde das hier auch versuchen und einen CT-Experten konsultieren, von dem ich annehme, dass er Licht in unsere ´grübelnden´ Gedanken bringen kann. Dazu möchte ich aber um ein wenig Geduld bitten. Ich werde das Ergebnis dann selbst ins Forum RöV setzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kathrin schrieb am 29.01.2016 - 08:59 Uhr:
Frage:2602 BETREFF: zu Frage 2601
Eine Anmerkung zu Frage 2601: Nach meiner Ansicht macht es gerade Sinn den Linsenschutz schon beim Topogramm anzuwenden, weil man dann gut feststellen kann, ob ggf. doch bildrelevante Bereiche überdeckt oder durch Artefakte gestört werden und man den Linsenschutz bei der CT-Untersuchung besser entfernen sollte. Ich finde dieses Forum super!!!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Weber, gutes Argument für ´Linsenschutz auch beim Topogramm´. Vielen Dank! Wir sind im Forum RöV durchaus flexibel. Und Danke auch für das Lob! Viele Grüße K. Ewen



  S. Koehnlein schrieb am 28.01.2016 - 10:24 Uhr:
Frage:2601 BETREFF: CT-Augenschutz und Topogramm
Sehr geehrter Herr Prof. Even, wir benutzen bei den CTs des Kopfes einen Bismuthlinsenschutz. Da ich einen Standard festlegen möchte, jedoch unterschiedliche Auskünfte erhalte, meine Frage an Sie: gibt es eine verbindliche Richtlinie, ob bei automatischer Dosisreguation der Linsenschutz erst nach dem Topogramm aufgelegt werden soll oder kann er durchaus auch schon vor dem Topogramm angewendet werden. Mit freundlichen Grüßen S. Köhnlein


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Koehnlein, es ist natürlich sinnvoll, in Anbetracht der relativ hohen Strahlensensibilität der Augenlinsen bei CT-Untersuchungen im Kopfbereich einen Augenlinsenschutz zu benutzen, vorausgesetzt, es werden dadurch keine bildrelevanten Bereiche überdeckt oder störende Artefakte erzeugt. Ich kenne allerdings keine ´verbindliche´ Regelung (z.B. eine Richtlinie), die festlegt, ob das Anlegen eines Augenlinsenschutzes bei einer CT-Untersuchung im Kopfbereich das Topogramm mit einschließen soll oder nicht. Also wundert es mich auch nicht, dass Sie zu dieser Frage unterschiedliche Auskünfte erhalten haben, zumal man auch bedenken muss, dass die Strahlenexposition durch ein Topogramm in der Regel nur einen Bruchteil dessen ausmacht, was die eigentliche CT-Untersuchung erzeugt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  ddlfile schrieb am 25.01.2016 - 07:24 Uhr:
Frage:2600 BETREFF: DDL File
DDL File is heaven for all those people who want to use powerful and features-filled software but unable to download them. http://ddlfile.com


1. Antwort: ... we are not concerned. E.



  Christian Maindorfer schrieb am 22.01.2016 - 18:04 Uhr:
Frage:2599 BETREFF: Rechtfertigende Indikation für Radiologische Untersuchungen
Guten Tag Prof. Ewen. Ich hätte Fragen bezüglich der gerechtfertigten Indikation für Röntgenuntersuchungen. Was für RECHTE und PFLICHTEN hat definitiv ein MTRA, wenn er Röntgenanforderungen mit z. B. folgenden ´rechtfertigenden Indikationen´ und ´klinischen Fragen´ bekommt: #?, Schmerzen Fraktur? V.a. Stein li., etc.. Teilweise ohne genaue Klinik des Patienten oder ohne eine definitive Fragestellung. Ein Beispiel noch von heute im Dienst: re. thorakale Schmerzen ohne Trauma (gewünschte Aufnahme Thorax 2 Ebenen). Ich empfinde diese Indikationen und klinischen Fragen mehr als dürftig und bin nicht der Einzige, der so denkt. Ich habe im Januar diesen Jahres meine Fachkunde aktualisiert und unter anderem einen sehr interessanten Vortrag über diese Thematik von einem Rechtsanwalt (selbst auch in der Feuerwehr, also nicht ganz weltfremd) gehört. Nun würde mich Ihre Meinung interessieren. Mit freundlichen Grüßen. Ch. Maindorfer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Maindorfer, grundsätzlich ist bei der heilkundlichen Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen zwischen der medizinischen Fragestellung und der rechtfertigenden Indikation zur Strahlenanwendung zu unterscheiden. Die medizinische Fragestellung (medizinische Indikation) darf durch jeden Arzt erfolgen (keine Fachkunde im Strahlenschutz erforderlich) und kann daher sicherlich in Einzelfällen auch schon diffus sein. Auf Grundlage der Fragestellung muss dann der fachkundige Arzt die konkrete rechtfertigende Indikation stellen, hierüber seine Mitarbeiter (z.B. MTRA) informieren und die Dokumentation durchführen. Dass dieses so funktioniert, muss vom Strahlenschutzverantwortlichen (SSV) im Rahmen der Strahlenschutzorganisation festgelegt sein und vom strahlenschutzbeauftragten Arzt (SSB) begleitet werden. Dabei muss der fachkundige Arzt im Rahmen der rechtfertigenden Indikation das Ob und Wie festlegen und eine Risikoabwägung durchführen. Die Durchführungsanweisung an die Mitarbeiter könnte durchaus mündlich oder schriftlich im Einzelfall oder durch eine entsprechende Arbeitsanweisung erfolgen. Natürlich kann der fachkundige Arzt sich bei der rechtfertigenden Indikation auch der Bitte des Überweisers oder Zuweisers anschließen, ohne weitere Details festzulegen. Dies erfordert aber eine klare eindeutige Fragestellung. In den von Ihnen beschriebenen Fällen wäre es aus unserer Sicht sinnvoll, wenn Sie mit Ihrem ärztlichen Strahlenschutzbeauftragten sprechen, ihm die Mängel mitteilen (am besten schriftlich) und um Verbesserung im Ablauf bitten. Sollten Sie hiermit keinen Erfolg haben, bleibt der Weg zum Betriebs- oder Personalrat. Eine unmittelbare Information der zuständigen Behörde würden wir nicht empfehlen, da dies arbeitsrechtliche Konsequenzen (fehlendes Vertrauensverhältnis im Betrieb) haben könnte. Strahlenschutzrechtlich liegt die Verantwortung eindeutig beim SSV und beim SSB und nicht bei den Personen, die im Sinne des § 2 Nr. 7 und § 24 Abs. 2 RöV technisch durchführen (MTRA, MFA). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kai Gottwals schrieb am 20.01.2016 - 14:05 Uhr:
Frage:2598 BETREFF: Stand der Technik
Lieber Klaus, ich habe eine Frage zum ´Stand der Technik´. Anfang des Monats habe ich einen C-Bogen (BV, CRT-Bildschirm, Inbetriebnahme 1998) geprüft und festgestellt, das vom Prüfkörper nach DIN 6868-150 lediglich 7 Dynamik-Stufen (anstatt der geforderten 12 Stufen) dargestellt werden. Das hat jetzt nichts mit Abnahme- oder Konstanzprüfung zu tun! Ich berufe mich hier auf die Aussage, dass der Stand der Technik eingehalten ist und dieser in den aktuellen Normen definiert ist und den C-Bogen mit MK 2 bemängelt. Der Hersteller sieht das anders. Dieser beruft sich auf das Alter der Maschine und dem damaligen Stand der Technik. Wie siehst Du das? Liebe Grüße aus Stuttgart Kai Gottwals PS: Die ärztliche Stelle


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gottwals, lieber Kai, keine triviale Frage, die du dem Forum RöV präsentiert hast. Wir möchte darauf aber mehr im grundsätzlichen Sinne antworten. Auf den speziellen Fall bezogen, wäre erst im Detail zu prüfen, ob dieser Bereich (Dynamik-Stufen) tatsächlich zur wiederkehrenden Prüfung durch den Sachverständigen gehört und, wenn ja, ob es dann nicht nur die Kontrolle der Abnahmeprüfung (nach dem technischen Stand zum Zeitpunkt dieser Prüfung) betrifft. Als Einstieg in das Problem des Standes der Technik im Rahmen der RöV gilt grundsätzlich die Anforderung des § 18 Abs. 1 Nr. 5 RöV, nach der die wiederkehrende Sachverständigenprüfung einer Röntgeneinrichtung nach dem ´Stand der Technik´ erfolgen muss. Dabei ist nach unserer Auffassung dann vom Stand der Technik im Sinne der RöV auszugehen, wenn sich Fachleute (z.B. aus dem AK RöV oder aus Arbeitsausschüssen des NAR) auf bestimmte (technische) Anforderungen geeinigt haben. Diese Anforderungen, die dann meistens in Regelwerken (z.B. Richtlinien, Normen, Protokolle, Rundschreiben) formuliert worden sind, können bei vergleichbaren Einrichtungen und Systemen aufgrund der gegebenen Technik zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme durchaus unterschiedlich sein. Dadurch lassen sich auch Übergangsregelungen bzw. das Fortgelten älterer Regelwerke erklären. Allerdings gilt, dass solches Fortgelten und damit verknüpfte Übergangsvorschriften nachvollziehbar dokumentiert sein müssen. Wenn sich in einem neuen Regelwerk oder in Begleittexten kein Hinweis findet, dass ältere Anforderungen/Vorschriften anwendbar bleiben, dann gilt für den Sachverständigen auch bei einer wiederkehrenden Prüfung, dass er die erforderlichen Prüfungen nach den aktuellen Anforderungen durchführen und auch die möglichen Mängel so beschreiben muss. Ob dies Konsequenzen hat, bleibt der Entscheidung der zuständigen Aufsichtsbehörde vorbehalten, die bei Anordnungen auch die Verhältnismäßigkeit der Forderung berücksichtigt. Anders stellt sich der gesamte Vorgang ggf. dar, wenn es sich um eine Inbetriebnahme bzw. Wiederinbetriebnahme handelt. Dann wird bis auf wenige Ausnahmen nur nach dem aktuellen Stand der Technik geprüft und ein nicht abgestellter Mangel der Mängelkategorie 2 würde die Inbetriebnahme normalerweise ausschließen. Viele Grüße Klaus Ewen



  Werner Betz schrieb am 18.01.2016 - 17:20 Uhr:
Frage:2597 BETREFF: Mittlerer Grauwert bei Röntgenfilmen
Sehr geehrte Damen und Herren, man findet in der Literatur immer wieder die Angabe, dass bei Zahnröntgenfilmen der Mittlere Grauwert 1,2 +- 0,2 betragen dürfe. Oder auch 1 über Schleier. Wo ist dies definiert? Vielen Dank im Voraus für die Auskunft Werner Betz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Betz, es gibt nach meiner Meinung zwei offizielle Schriftstücke, in denen diese Werte genannt werden: 1) Durchführungsempfehlungen zur Qualitätssicherung in der zahnärztlichen Radiologie der Bundeszahnärztekammer: Die Bildempfängerdosis beim Zahnfilm darf den Wert von 360 uGy nicht überschreiten, und das bei einer Nettodichte von 1,0. 2) DIN 6868-5 (Sicherung der Bildqualität in röntgendiagnostischen Betrieben - Teil 5: Konstanzprüfungen nach RöV an zahnärztlichen Röntgeneinrichtungen): B.1 Beispiel eines Formblattes für die Aufzeichnung des Ausgangszustandes der Konstanzprüfung für Röntgeneinrichtungen mit analogem Bildempfänger sowie der Filmverarbeitung. Darin steht in der Zeile ´Optische Dichte der mittleren Stufe der Referenzaufnahme´: ´Sollwert 1,2 +- 0,2´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Lemling schrieb am 16.01.2016 - 19:05 Uhr:
Frage:2596 BETREFF: Durchführung der Konstanzprüfung
Guten Tag, dürfen Mfa´s mit Röntgenschein selbststämdig Konstanzprüfungen durchführen - ohne Anwesenheit einer MTRA oder Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz?


1. Antwort: Hallo, ja , das dürfen MFA`s mit ´Röntgenschein´, also mit Kenntnissen im Strahlenschutz, zumindest im eigenen Haus. Es ist dabei zwar keine Anwesenheit einer MTRA oder eines im Strahlenschutz fachkundigen Arztes erforderlich, aber die betreffende MFA darf nur unter Aufsicht und Verantwortung einer dieser Personen diesbezüglich tätig werden (§ 30 Nr. 2 RöV), was für diese z.B. einen Aufenthalt auf dem Klinikgelände bedeuten würde. Im Gegensatz dazu ist im Text des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV (technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung am Menschen durch eine MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz) von einer ständigen (!) Aufsicht und Verantwortung die Rede, und zwar nur durch fachkundige Ärzte/Zahnärzte. Diese ständige Aufsicht muss zeitlich lückenlos sein, damit ein schnelles Eingreifen bei einer Patientenuntersuchung durch einen Arzt ermöglicht werden kann. Bei einer Konstanzprüfung muss diese Aufsicht nicht jederzeit gegeben, also eben nicht ´ständig´ sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Thilo Kind schrieb am 15.01.2016 - 11:34 Uhr:
Frage:2595 BETREFF: Mobile Geraete
Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben eine Frage bzgl. mobiler Roentgengeraete zur Materialanalyse: Wie ist die Situation des Strahlenschutzbeauftragten /-verantwortlichen zu sehen, wenn ein solches Geraet als Dienstleistung fuer eine andere Firma und auf dem Gelaende dieser Firma eingesetzt wird? Der Betrieb des Geraetes wuerde durch den Dienstleister erfolgen. Ist hier ein Strahlenschutzbeauftragter /-verantwortlicher des Dienstleisters ausreichend oder werden vom Dienstleistungsnehmer ebenfalls die Einrichtung dieser Stellen verlangt? Danke und Gruss Thilo Kind


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kind, der erste Teil des letzten Satzes in Ihrer Frage ist richtig. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  B.Schwetlick schrieb am 14.01.2016 - 13:40 Uhr:
Frage:2594 BETREFF: Diagnostische Referenzwerte
Guten Tag Eine Frage zu den Diagnostischen Referenzwerten bei Angiographien. Bei einer BBA ist der Referenzwert 6400 cGyxcm² bei einer PTA 5000 cGy x cm² Wenn ich jetzt eine Diagnostische BBA + PTA mache muss ich dann bei Werte addieren, um im Referenzbereich zu liegen? Oder welcher Wert gilt dann? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schwetlick, zur Beantwortung Ihrer Frage habe ich mich auch mal rum hören müssen. Da es für die Kombination BBA und PTA keinen DRW gibt, müssen die Dosiswerte für jeden Teil extra erfasst werden. Das gestaltet sich in der Praxis manchmal als nicht ganz so einfach, weil einzelne Serien der Angio auch präinterventionell bei einer PTA ausgeführt werden. Wem rechnet man sie zu? Einfach addieren wäre sicherlich nicht korrekt. Aber als eine grobe Abschätzung der Dosis ´nach oben´ kann man die Summe durchaus gebrauchen. Das selbe Problem ergibt sich viel häufiger bei Koronarangiographien, wo bei einem pathologischen Befund die PTCA eventuell mit Stent angeschlossen wird. Reine PTCAs sind eher die Seltenheit. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kathrin schrieb am 12.01.2016 - 09:39 Uhr:
Frage:2593 BETREFF: mobiler C-Bogen Aufnahmeserie
Guten Morgen Herr Prof. Ewen, unsere ärztliche Stelle fordert 6 Aufnahmeserien von Patienten von unseren beiden mobilen C-Bögen. Beim C-Bogen wird doch durchleuchtet - welche Aufnahmen werden hier gefordert? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Müller, moderne C-Bogengeräte sind heutzutage, auf der Basis digitaler Techniken, sehr variabel einsetzbar. Man kann neben ihrer Hauptaufgabe, der Durchleuchtung, auch Röntgenaufnahmen (z.B. Einzelaufnahmen, Serien) mit durchaus befundbarer Bildqualität erzeugen. Insofern muss es nicht verwundern, wenn eine ärztliche Stelle in ihr Überprüfungsprogramm grundsätzlich auch den Aufnahmebetrieb mit einbezieht. Falls aber von einem Betreiber derartiger Röntgeneinrichtungen aus untersuchungsbezogenen oder aus technischen Gründen keine zur Befundung vorgesehenen Röntgenaufnahmen erzeugt werden bzw. erzeugen werden können, dann entfällt natürlich auch die Forderung einer ärztlichen Stelle nach Übersendung von Röntgenaufnahmebildern. Fragen dieser Art müssen individuell zwischen ärztlicher Stelle und Betreiber abgestimmt werden. Es hilft in diesem Zusammenhang vielleicht auch ein Blick in die Prüfberichte des Sachverständigen, die ja für Ihre C-Bogengeräte vorliegen müssten (befinden sich möglicherweise bei der Verwaltung Ihres Hauses). Darin sollte eigentlich der Betrieb dieser Geräte so beschrieben sein, dass man erkennen kann, ob ein Aufnahmebetrieb zum Zwecke der Befundung möglich bzw. vorgesehen ist. Auf jeden Fall sollten Sie sich mit der betreffenden ärztlichen Stelle in Verbindung setzen. Meine Erfahrung ist: Mit denen kommt man meistens ganz gut klar. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Annette Mack schrieb am 12.01.2016 - 07:16 Uhr:
Frage:2592 BETREFF: Strahlenschutz für Patienten
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich möchte gerne wissen, ob Patientenschürzen eine CE Kennzeichnung haben müssen und welchen Pb Gleichwert der Röntgenschutz für Patienten haben muss. Vielen Dank und herzliche Grüße A.Mack


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Mack, ja, Patientenschutzmittel (zum Beispiel Patientenschutzschürzen) sind Medizinprodukte und müssen CE-gekennzeichnet sein. Details (Maße, Bleigleichwerte, etc.) findet man in der DIN EN 61331-3 von Februar 2015: ´Strahlenschutz in der medizinischen Röntgendiagnostik - Teil 3: Schutzkleidung, Augenschutz und Abschirmungen für Patienten´. Die Bleigleichwerte liegen bei den meisten Patientenschutzmitteln zwischen 0,5 und 1,0 mm. Falls die genannte Norm für Sie nicht verfügbar sein sollte, kann man auch im Internet auf der Basis diesbezüglicher Informationen z.B. von Herstellern oder auch aus anderen Quellen fündig werden (Eingabe beispielsweise von Begriffen wie Patientenschutzschürzen, Röntgen). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Becher schrieb am 11.01.2016 - 11:40 Uhr:
Frage:2591 BETREFF: Strahlenschutz im OP
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meine Frage zielt auf den Strahlenschutz im OP. Neben der persönlichen Schutzausstattung wie der Bleischürzte scheint es vom Gesetzgeber keine Forderung bezüglich der OP Tisch Ausstattung zu geben. Die als Zubehör erhältlichen Bleischürzen die an den OP Tisch seitlich montiert werden können, scheinen nicht vorgeschrieben zu sein. Ist dem so, oder gibt es Möglichkeiten bzw. Vorschriften auf die man sich berufen kann um eine Anschaffung zu begründen. Mit freundlichen Grüßen M.Becher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Becher, wenn man zur Beantwortung Ihrer Frage die sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (im Internet aufsuchbar)zu Grunde legt, nach der Sachverständige den technischen Strahlenschutz von Röntgeneinrichtungen (also auch von im OP betriebenen) vor deren Inbetriebnahme und dann alle 5 Jahre überprüfen, muss man sagen, dass Sie Recht haben. Bei im OP genutzten Röntgengeräten handelt es sich in den meisten Fällen um mobile C-Bogengeräte und - seltener - um am Deckenstativ angebrachte C-Bogengeräte, deren für beide Gerätetypen geltendes Prüfberichtsmuster (Nr. 2.2.4), das der Sachverständige abarbeiten muss, am Gerät bzw. am OP-Tisch fest angebrachte Streustrahlenabschirmungen nicht fordert. Das trifft nicht zu auf sog. kombinierte Aufnahme- und Durchleuchtungsgeräte, die z.B. für urologische, kardiologische oder neuroradiologische Untersuchungen eingesetzt werden und deren Prüfberichtsmuster (Nr. 2.2.3) mit Prüfberichtsnummer 03E06 derartige Streustrahlenabschirmungen durchaus verlangt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Karl-Heinz Hoehlein schrieb am 06.01.2016 - 13:47 Uhr:
Frage:2590 BETREFF: Effektive Dosis bei Dental-Röntgengeräten
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, bei unseren Sachverständigenprüfungen im Dentalbereich werden wir häufig nach der Strahlenbelastung des Patienten gefragt. Während die Hautdosis über das Flächen-Dosisprodukt und der Größe des Nutzstrahlenfeldes berechnet werden kann (z.B. Energiedosis ca. 2 mGy für eine Tubus-Aufnahme), habe ich Berechnungsgrundlagen für die effektive Dosis in der Literatur noch nicht gefunden. Bei der Umrechnung von der Energiedosis auf die effektive Dosis werden sehr kleine Werte erhalten wenn nur die Haut als kritisches Organ berücksichtigt wird (Gewebe-Wichtungsfaktor Haut = 0,01, Anteil Gesamt-Hautoberfläche zu Nutzstrahlenfeld ca. 600) Somit würde die effektive Dosis bei einer Dental-Tubusaufnahme bei 0,03 µSv liegen, wenn nur die Haut als kritisches Organ berücksichtigt wird. Da in der Literatur bei Dental-Aufnahmen höhere Werte für die effektive Dosis angegeben werden (z.B. BfS: < 10 µSv), nehme ich an, dass bei den Berechnungen nicht nur die Haut als kritisches Organ berücksichtigt wird. Mögliche exponierte Organe wären Schilddrüse und Speicheldrüse. Bei der Schilddrüse ist natürlich bei Benutzung von Patienten-Schutzmitteln der Anteil der im Körper gestreuten Strahlung schwierig zu bestimmen, für die Speicheldrüse habe ich keine Werte für den Gewebe-Wichtungsfaktor gefunden (evtl. 0,05 für übrige Organe). Ist es im Dentalbereich bei den komplexen Bedingungen überhaupt sinnvoll eine effektive Dosis anzugeben? Vor allem ist es bei den sehr niedrigen berechneten Werten für die effektive Dosis bei Dental-Tubusgeräten schwierig, dem Betreiber Strahlenschutzmaßnahmen zur Reduzierung der Strahlenexposition des Patienten zu vermitteln, da kann dann nur das ALARA-Prinzip herhalten. Mit freundlichen Gruß, Karl-Heinz Hoehlein


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hoehlein, ich habe mir irgendwann mal aus der Literatur ein paar Konversionsfaktoren f zur Umrechnung „DFP/DLP in effektive Dosis E“ für zahnmedizinische Röntgeneinrichtungen herausgesucht: E = f * DFP bzw. DLP mit E in uSv, DFP in uGy x qm, DLP in mGy * cm, f in uSv/uGy*qm bzw. uSv/mGy*cm. Für Tubusaufnahmen gilt: f = 0,7 und für Panoramaschichtaufnahme gilt: f = 2,0. Für DVT muss man zwischen DLP- und DFP-Anzeigen unter-scheiden: E = 0,2 * DLP, wenn DLP bekannt ist bzw. E = 24* [DFP]hoch0,37, wenn DFP bekannt ist. Generell gelten für die effektive Dosis bei zahnmedizinischen Röntgenuntersuchungen folgende (zugegebener Weise kleine) Größenordnungen: Tubusaufnahme: ca. 5 – 10 uSv bzw. für den Zahnstatus ca. 80 uSv, Panoramaschichtaufnahmen: ca. 20 – 50 uSv, DVT: ca. 30 – 100 uSv (und mehr). Hier schwanken die Dosisangaben, u.a. in Abhängigkeit vom Alter der DVT-Einrichtung, ziemlich stark. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Britta Degler schrieb am 05.01.2016 - 17:02 Uhr:
Frage:2589 BETREFF: Frage 2588
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, die Behandlungen wurde am CT durchgeführt. Diese DLP wurden aufgezeichnet: 1.Tag Total Exam DLP 22,74 mGy*cm davon im Scout 10,02 mGy*cm 2.Tag Total Exam DLP 17,67 mGy*cm davon im Scout 10,04 mGy*cm 3.Tag Total Exam DLP 27,36 mGy*cm davon im Scout 9,55 mGy*cm Der Uterus lag nur im Scout im direktem Nutzstrahlengang. Danke Britta Degler


1. Antwort: Bitte in die Antwort zur Frage Nr. 2588 schauen (dort: ´1. Antwort´). K. Ewen



  Britta Degler schrieb am 05.01.2016 - 11:10 Uhr:
Frage:2588 BETREFF: Schwangerschaft
Sehr geehrter Prof.Ewen ich hätte folgende Frage an Sie. Bei uns in der Klinik hat eine junge Patientin am 17./21./23.12.2015 PRT-Behandlungen bekommen. Der Schwangerschaftstest vor der Behandlung war negativ. Heute haben wir erfahren das die Patientin jetzt in der 5.Woche schwanger ist. Die Behandlung wurde im Bereich S1/S2 vorgenommen. Wie würden sie weiter vorgehen?Sollte man der Patientin zu einem Abort raten? Danke Britta Degler


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Degler, Sie haben mir die wichtigsten Daten für eine Dosisabschätzung des Uterus (Werte des DLP und Lage der Nutzstrahlung) jetzt genannt: Summe DLP für Scout Nutzstrahlung: ca. 30 mGy * cm und für den Rest (Störstrahlung): ca. 40 mGy * cm. Das waren ja in diesem Fall keine CT-Untersuchungen, bei der durchaus ziemlich hohe Dosiswerte auftreten können, sondern Lagekontrollen bei der Applikation einer PRT-Nadel, wobei das zu behandelnde Segment (S1/S2) zwecks Planung und Steuerung von Stichlage und –tiefe mit CT-Unterstützung dargestellt worden ist. Dass hierbei die Strahlenexposition relativ niedrig war, erkennt man an dem Wert des DLP (insgesamt für die 3 Behandlungstage ca. 70 mGy * cm). Die Literaturwerte bewegen sich bei diagnostischen CT-Maßnahmen im Abdomenbereich um 900 mGy * cm bzw. im Beckenbereich um 450 mGy * cm, also etwa 13mal bzw. 6,5mal mehr. Die Störstrahlendosis am Uterus ist bezüglich einer Risikoabschätzung bei vorliegender Schwangerschaft konservativ auf nicht mehr als 1,0 mSv anzusetzen. Schätzt man jetzt aus den angegebenen Daten die Dosis am Uterus ab, und zwar unter der Voraussetzung, dass dieser nur für den Scoutbetrieb im Scanbereich gelegen hat (DLP = 30 mGy * cm), und dies nach einer Methode, die in einem Lehrbuch von H.D.Nagel (´Strahlenexposition in der Computertomographie´) zu finden ist, dann ergibt sich ein Wert von etwa 4,0 mSv. Addiert man zwecks Angabe der gesamten Uterusdosis den sicherlich sehr konservativ veranschlagten Störstrahlenwert von 1,0 mSv hinzu, so wäre über das Strahlenrisiko einer Dosis am Uterus von 5 mSv zu diskutieren. In einem Bericht der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik (DGMP) und der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) über ´Pränatale Strahlenexpositionen aus medizinischer Sicht´ (kann man im Internet finden) sind diese Strahlenexpositionen zusammen mit einer Bewertung der Folgerungen für Ärzte und Schwangere zusammengestellt. Es werden sog. Interventionsschwellen festgelegt, unter anderem eine (die unterste) von 20 mSv Uterusdosis, oberhalb derer eine genaue Dosisberechnung durchgeführt werden soll, und eine (die höchste: 200 mSv), bei deren Überschreitung Überlegungen zu einem Schwangerschaftsabbruch vom Arzt einbezogen werden. Als im Zusammenhang mit der Einschätzung von Uterusdosiswerten bei Schwangeren kritische Dosiswerte sollte man darin alle Werte von 100 mSv und mehr einordnen. Aus diesen Dosiswerten können Sie entnehmen, dass die o.g. Dosis von ca. 5,0 mSv, selbst wenn diese von mir erheblich zu klein abgeschätzt worden wäre, weit von der untersten Interventionsschwelle entfernt ist, geschweige von dem Wert 100 mSv, erst recht von dem Wert 200 mSv. Fazit: Ein Schwangerschaftsabbruch ist also nicht in Erwägung zu ziehen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen

2. Antwort: Sehr geehrte Frau Degler, ich habe vorab noch ein paar Fragen: Welches bildgebende Verfahren wurde benutzt (ich nehme an, dass mit Röntgenstrahlung gearbeitet wurde)? Aufnahme-, Durchleuchtungs- oder CT-Untersuchung? Wenn möglich, nähere Angaben über die Zahl der Aufnahmen oder die Länge der Durchleuchtungszeiten oder entsprechende Angaben zum CT. Befand sich der Uterusbereich in der Nutzstrahlung? Das ist bei S1/S2 anzunehmen. Ich denke nicht, dass eine Interruptio zu empfehlen ist, benötige aber doch noch ein paar Informationen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ralf Kossowski schrieb am 05.01.2016 - 09:24 Uhr:
Frage:2587 BETREFF: Atomgesetz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, als SSB und Bevollmächtigter in einem Klinikum stelle ich mir folgende Frage: Normadressat für die Röntgen- und Strahlenschutzverordnung ist der Strahlenschutzverantwortliche. Der SSV kann seine Aufgaben aus den genannten Verordnungen an einen Bevollmächtigten delegieren. Inwieweit ist dies auch für Aufgaben und Pflichten aus dem Atomgesetz möglich? Wer ist überhaupt Normadressat des Atomgesetzes? Der SSV wird hier nicht genannt. Können Pflichten aus dem Atomgesetz an Beauftragte / Bevollmächtigte weitergegeben werden? Wenn ja, auf welcher Grundlage? Vielen Dank für Ihre Antwort. Grüße, Ralf Kossowski


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kossowski, Normadressaten der Strahlenschutzverordnung und der Röntgenverordnung sind der Strahlenschutzverantwortliche (SSV) und in verschiedenen Bereichen die dafür bestellten Strahlenschutzbeauftragten (SSB). Dies gilt ebenso für Teile des Atomgesetzes. Die Regelungen, wer SSV ist, steht nicht im Atomgesetz sondern in § 31 Abs. 1 Satz 1 der StrlSchV und in § 13 Abs. 1 Satz 1 der RöV. Der SSV darf unserer Meinung nach auch Aufgaben aus dem Atomgesetz an ´Bevollmächtigte´ delegieren. Eine Rechtsgrundlage bedarf dieses ebenso wenig wie die Delegation nach Strahlenschutzverordnung oder Röntgenverordnung. Es muss auch berücksichtigt werden, dass der SSV auch bei einer Delegation an einen ´Bevollmächtigten´ seine Aufsichtspflichten voll umfänglich wahrnehmen muss. Eine Delegation der Verantwortung nach den atom- bzw. strahlenschutzrechtlichen Vorschriften auf einen ´Bevollmächtigten´ ist nach unserer Auffassung nicht möglich, so dass der SSV immer in der Verantwortung bleibt. Eine Besonderheit könnte sich aus den Vorschriften des Ordnungswidrigkeitengesetzes ergeben, da hier das Handeln für einen anderen geregelt ist. Es bedarf aber einer detaillierten juristischen Prüfung, ob ein Bevollmächtigter bei der Aufgabenwahrnehmung nach dem Strahlenschutzrecht eine Ordnungswidrigkeit begehen kann. Ihrer Anfrage zielt für uns ein wenig in die Richtung, inwieweit eine ´Bevollmächtigung´ für die Wahrnehmung von Aufgaben nach dem Atomgesetz für ein Klinikum überhaupt in Betracht kommt bzw. ob es in der medizinischen Radiologie tatsächlich Tätigkeiten gibt, für die eine Genehmigung oder Anzeige nach Atomgesetz erforderlich ist? Wir neigen in beiden Fällen zu ´nein´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Hr. Urs ELKE schrieb am 29.12.2015 - 10:10 Uhr:
Frage:2586 BETREFF: Fachkundeaktualisierung
Sehr geehrter Prof. Ewen. Es ergibt sich in unserer Klinik akutell folgende Problematik bzw. Frage: Aktualisiert eine neu erworbene FK (z.B. Interventions-FK) die Gesamtfachkunde Radiologie, sodass die Gesamt-FK erst wieder in fünf Jahren und nicht wie eigentlich in 1 Jahr aktualisiert werden muss? Man bekommt dazu auch widersprüchliche Aussagen seitens der ÄK, die eben sagen, dass eine neue FK die alten aktualisiert, d.h. man theoretisch erst nach mehr als 20 Jahren aktuialisieren muss, wenn man die FK einzeln alle 4 Jahre erwirbt!? Vielen Dank für Ihre Hilfe. Gibt es dazu detailliertere Ausführungen in einer RIchtlinie, als nur der Satz eine FK muss alle 5 Jahre akt. werden?!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Elke, für den Bezugszeitpunkt zur Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz gilt, dass dieser der Tag ist, an dem die letzte Fachkunde im Strahlenschutz von der zuständigen Stelle bescheinigt wurde. Diese Auslegung findet sich nicht in den entsprechenden Fachkunde-Richtlinien sondern in den Niederschriften der Bund-/Länderausschuss-Sitzungen zur einheitlichen Ausführung der Röntgenverordnung und der Strahlenschutzverordnung (Protokolle der Sitzungen des Länderausschuss Röntgenverordnung und des Fachausschusses Strahlenschutz). Wenn Sie hierzu schriftliche Auskünfte benötigen, dann empfehlen wir Ihnen, sich mit der für Sie bzw. für Ihren Standort zuständigen Aufsichtsbehörde in Verbindung zu setzen. Diese Behörden werden in der Regel durch die obersten Landesbehörden über derartige Dinge informiert. Diese hier zur Diskussion stehende Regelung ist schon vor einigen Jahren getroffen worden, und zwar aus dem Grund, eine einheitliche zeitliche Durchführung der Aktualisierungen festzulegen. Ansonsten hätte es ja vorkommen können, dass z.B. in den Ländern der o.g. Bezugszeitpunkt völlig unterschiedlich festgelegt worden wäre oder dass jede einzelne Teilgebietsfachkunde einer eigenen Aktualisierung bedurft hätte. Es gibt nach unserer Meinung auch Gründe, dieses Prinzip, die Zeitpunkte der Aktualisierungen auf diese hier beschriebene Weise festzulegen, zu kritisieren, es bietet aber die Gewähr einer bundesweit einheitlichen Durchführung und stellt sicher, dass bei den grundsätzlich sinnvollen und notwendigen Aktualisierungen ein angemessenes Maß gewahrt ist. Und es verdeutlicht, dass nicht jede zusätzlich erworbene Fachkunde einzeln (!) aktualisiert werden muss. Ihre Ausführungen zu Verlängerungen der Aktualisierungsfristen treffen grundsätzlich zu, wobei die Verlängerung der Aktualisierung für die Fachkunde ´Gesamtgebiet der Röntgendiagnostik´ durch den Erwerb der Fachkunde ´Interventionen´ ein nicht ganz passendes Beispiel ist, denn die Interventionsfachkunde (Rö 7) gehört explizit zum Gesamtgebiet (Rö 1). Siehe hierzu auch Spalte 3 der Zeile 1 der entsprechenden Tabelle in der ´Fachkunde-Richtlinie Medizin RöV´. Ein treffendes Beispiel wäre der zusätzliche Erwerb der Fachkunde Rö 3.6 (Gefäßsystem des Herzens). Allerdings ist die Anwendung dieser Regelung in den einzelnen Teilgebieten viel häufiger möglich: z.B. erst Fachkunde Thorax, dann Abdomen, danach Skelett und anschließend CT. Oder Diagnostik in der HNO: erst Rö 4 und dann DVT. Es ist zugegebener Weise etwas kompliziert mit dem Erwerb der vielen Fachkundesorten und den Aktualisierungen der Fachkunde, aber wir hoffen, dass wir ein wenig zur Aufklärung beitragen konnten. Mit freundlichen Gruß K. Ewen



  Dorothea Meinert schrieb am 27.12.2015 - 15:19 Uhr:
Frage:2585 BETREFF: Verstoß gegen die RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewans, ich habe ein sehr persönliche Frage, die ich zunächst nicht im Forum veröffentlicht haben möchte. Wäre es vielleicht möglich, dass sie mich unter meiner Mailadresse kontaktieren? Mit freundlichen Grüßen Meinert


1. Antwort: ..... ist geschehen! K. Ewen



  TFA Azubi schrieb am 27.12.2015 - 12:19 Uhr:
Frage:2584 BETREFF: Schutzkleidung in der Nuklearmedizin
Guten Tag, ich habe folgende Frage: Wir nehmen in der Berufsschule gerade Strahlenschutz durch (TFA). Beim Röntgen tragen wir natürlich Bleischürzen. Auch für die Szintigrafie sollen wir Bleischürzen tragen, hieß es in der Schule. Eine Tierärztin mit Fachkunde für Nuklearmedizin sagte mir jetzt, bei der Szinti soll ich auf keinen Fall Bleischürze tragen, die würde mich quasi zum Magneten für Strahlung machen. Das hätte ihr Professor ihr gesagt. Ich versteh jetzt die Logik dahinter nicht ganz - die Radionuklide sind doch Gammastrahler, und Blei schirmt Strahlung ab, also wieso soll die Schürze da jetzt plötzlich quasi kontraindiziert sein? Ich habe im Internet nach einer Antwort gesucht, aber nicht wirklich etwas dazu gefunden, außer ein Buch ´Fachwissen MTRA´, in dem zwar auch stand, daß die Schürze die Strahlung ´längerwellig und damit absorbierbar macht´ (S. 57), aber nicht wieso. Welche Schutzkleidung soll also bei einer Szintigrafie getragen werden und was ist von den obigen Aussagen bezüglich der Bleischürzen zu halten? MfG


1. Antwort: Hallo, in der Röntgendiagnostik hat man Schutzkleidung zu tragen, wenn man sich bei Einschaltung der Röntgenstrahlung im Röntgenraum aufhalten muss, was bei Durchleuchtungen (z.B. in der Chirurgie, Kardiologie und Angiographie) der Fall ist. Es werden üblicherweise Schürzen getragen, die einer Abschirmwirkung von 0,35 mm Blei entsprechen und die Dosis auf unter 10 % des ursprünglichen Wertes herabsetzen. Die Wirksamkeit von Schutzkleidung nimmt allerdings mit der Energie der Strahlung ab (´Photoeffekt´). Sie ist hoch in der Röntgendiagnostik (mittlere Energie um 50 keV) und niedrig in der Nuklearmedizin (Gammaenergie des dort am häufigsten genutzten Radionuklids, Tc 99m, 140 keV). Deshalb verlässt man sich in der Nukmed weniger oder gar nicht auf Schutzkleidung sondern auf z.B. Abstandvergrößerung (radioaktive Stoffe nicht direkt anfassen sondern Greifzange benutzen) und ökonomische Arbeitsabläufe (Personalexposition nur kurzzeitig zulassen). Das mit der angeblichen magnetischen Wirkung von Schutzkleidung in der Szintigraphie ist natürlich kompletter physikalischer Blödsinn. Viele Grüße K. Ewen



  Dr. Eder, Heinrich schrieb am 18.12.2015 - 09:15 Uhr:
Frage:2583 BETREFF: Röntgenschürzen
In der DIN 6815 sind die Materialstärken als 0,25 und 0,35 mm Pb (Bleigleichwert) klassifiziert, die für verschiedene Tätigkeiten erforderlich sind. Tatsache ist, dass viele Schürzen mit 0,5 mm Pb in Gebrauch sind. Aus rein physikalischen Überlegungen bietet die 0,5 mm Schürze- außer bei CT Anwendungen und ggf. in der Nuklearmedizin - keinen wirklichen Vorteil. Die Schutzwirkung steigt bei 80 kV von 98% (0,35 Pb) auf rd. 99% (0,5 mm Pb. Dagegen ist die Belastung der Wirbelsäule und der Gelenke erheblich höher. Wenn nun ein Gelenksschaden auf Grund des Tragens einer nicht normgerechten Schürze auftritt, ist dann der Arbeitgeber haftbar? Ich meine schon! Dr. Heinrich Eder, München


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Eder, in Ihrem Beitrag beschreiben Sie, dass eine Strahlenschutzschürze mit einem Bleigleichwert von 0,5 mm aus der Sicht des Strahlenschutzes dem Stand der Technik entspricht, denn sie hat mindestens denselben Schutzeffekt, wie die in der Norm beschriebenen Schutzschürzen. Damit sind wir der Auffassung, dass aus der Sicht des Strahlenschutzes dem Strahlenschutzverantwortlichen durchaus bestätigt werden muss, dass er die erforderliche Schutzkleidung i.S. des § 21 Abs. 1 RöV zur Verfügung stellt. Wenn diese Art der Schutzkleidung möglicherweise andere körperliche Schäden hervorrufen kann, dann ist dies nach unserer Meinung eine Frage des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. D.h., in solchen Fällen, müssen nach unserer Auffassung die Arbeitsschutzbehörden und/oder die Berufsgenossenschaften prüfen, ob aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes der Beschäftigten verlangt werden kann, dass eine aus der Sicht des Strahlenschutzes geeignete Schutzkleidung durch eine andere Schutzkleidung ersetzt werden muss. Ob es in den von Ihnen beschriebenen Fällen eine Haftung des Arbeitgebers für mögliche Gesundheitsschäden gibt, entzieht sich unserer Kenntnis. Hier empfehlen wir Ihnen eine Anfrage bei der zuständigen Berufsgenossenschaft. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sven Rahn schrieb am 16.12.2015 - 16:51 Uhr:
Frage:2582 BETREFF: Antwort auf Frage 2581
Sehr geehrte Frau Nobel, ich bin so frei und beatworte Ihre Frage: Gemeint ist die Tabelle 6 der DIN 6868-157:2014-11. Mit freundlichen Grüßen Sven Rahn


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rahn, zur Not wäre ich auch auf diese Antwort gekommen. Aber vielen Dank für Ihre Mitarbeit im Forum RöV. Gruß K. Ewen



  Chr. Nobel schrieb am 16.12.2015 - 14:18 Uhr:
Frage:2581 BETREFF: Ergänzende Festlegungen vom 6. Mai 2015-LA-RöV
Sehr geehrter prof. Ewens, im Schreiben vom 13.5.2015 -Ergänzende Festlegungen vom 6. Mai 2015 zur Anwendung der QS-Richtlinie, beschlossen auf der 74. Sitzung des LA-RöV finden sich unter Punkt 1 die Aussage: Für die Raumklassen 5 und 6 gelten bei der visuellen Prüfung mit dem Testbild TG18-OIQ die Anforderungen aus Tabelle 6 sowohl für die Abnahme- als auch für die Konstanzprüfung. In welchem Dokument kann man Tabelle 6 finden? Herzlichen Dank Christiane Nobel


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Nobel, schauen Sie in die Frage/Antwort Nr. 2582 im Forum RöV. Dort hat ein aufmerksamer Leser des Forums RöV Ihre Frage (richtig) beantwortet: ´DIN 6868-157 von Nov. 2014´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Becher schrieb am 14.12.2015 - 11:07 Uhr:
Frage:2580 BETREFF: Bereitschaftsdienst
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, besteht die Möglichkeit für eine Arzthelferin, mit sogenanntem Röntgenschein, am Bereitschaftsdienst in einem Krankenhaus mit akut Versorgung teilzunehmen ? Vielen Dank im voraus und mit freundlichen Grüßen Michael Becher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Becher, eine Arzthelferin mit ´Röntgenschein´ (gemeint ist das Vorhandensein von Kenntnissen im Strahlenschutz) darf im Sinne des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV eine Röntgenuntersuchung technisch durchführen. Was das bedeutet, ist in den Begriffsbestimmungen der RöV erläutert (§ 2 Nr. 7). Diese Tätigkeit darf sie aber nur ausüben, wenn die ´ständige Aufsicht und Verantwortung´ eines entsprechend im Strahlenschutz fachkundigen Arztes gegeben ist. Es muss also die für die betreffende Untersuchung erforderliche Fachkunde seitens des betreffenden Arztes vorhanden sein. Ständige Aufsicht und Verantwortung bedeutet, dass sich dieser Arzt zumindest auf dem Klinikgelände aufhalten muss. (Hier ist ja von einem ´Krankenhaus´ die Rede.) Sind die hier aufgezählten Voraussetzungen erfüllt, kann die betreffende Arzthelferin auch im Bereitschaftsdienst tätig sein. Mit freundlichem Gruß . Ewen



  Anke Richter schrieb am 12.12.2015 - 07:23 Uhr:
Frage:2579 BETREFF: Fachkunde
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Reicht die Notfallfachkunde zum Stellen der Rechtfertigenden Indikation für Röntgenuntersuchungen aus?( Internisten ,Chirurgen im Nachtdienst) Vielen Dank !


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Richter, die Fachkunde im Strahlenschutz nach RöV wird für den medizinischen Bereich nach der ´Fachkunde-Richtlinie Medizin RöV´ (siehe Internet) erworben. In der genannten Richtlinie ist definiert, was in diesem Zusammenhang unter ´Notfalldiagnostik´ zu verstehen ist: einfache Röntgendiagnostik im Rahmen der Erstversorgung ohne CT, und das für Schädel, Stamm- und Extremitätenskelett, Thorax und Abdomen. Ihre Frage kann also nicht einfach mit ´ja´ beantwortet werden. Vielmehr ist der Wortlaut in Ihrer Frage ´für Röntgenuntersuchungen´ im Sinne der o.g. Definition, was Notfalldiagnostik ist, zu ergänzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Thomas Münzenbacher schrieb am 11.12.2015 - 14:29 Uhr:
Frage:2578 BETREFF: RE: Überweisender Arzt?
Sehr geehrter Prof. Ewen, herzlichen Danke für Ihre schnelle Antwort, ich glaube, ich habe mich da etwas missverständlich ausgedrückt in meiner gestrigen Frage und möchte daher sie nochmal konkretisieren: Es geht mir darum, wer muß der Auftrageber sein, auf welchen Auftrag hin der Radiologie dann (mit Besitz aller nötigen Fachkunden) eine Röntgenuntersuchungen veranlassen (inkl. der Gabe rechtfertigender Indikation): muß der Auftraggeber ein Arzt sein oder kann es auch ein ´Nicht-Arzt´ sein. Kann oder darf ein Radiologie tätig werden, ohne daß ihn dazu ein anderer approbierter Arzt eine Fragestellung bezüglich eines Patienten übermittelt. Als Beispiel: darf eine Krankenschwester oder -pfleger, die den Verdacht auf eine Blutung bei einem Patienten hat, eine CT-Untersuchung oder muß ein Arzt dieses CT beim Radiologen anfordern. Ich würde hier vom letzteren ausgehen wollen, denn wie soll der Radiologe i.R. der rechtfertigenden Indikationsprüfung bei einer Krankenschwester die Überprüfung der medizinichen Erkenntnisse vornehmen? Ich verstehe den § 23 auch dahingehend, daß der Radiologie mit einem Arzt Rücksprache nehmen können muß bezüglich der gewünschten Untersuchung und es nicht genügt, wenn er dies mit einer Krankenschwester tun würde i.R. der rechtfertigenden Indikation. Wenn später bei einer offiziellen Überprüfung dieser gegebenen rechtfertigenden Indikation (z.B. durch ein Aufsichtsamt) herauskommt , daß der Radiologe diese auf der Basis der klinischen Angaben eines Nicht-Arztes eine CT Untersuchung bzw einer anderen Röntgenuntersuchung gerechtfertig hat, könnte er da Probleme bekommen? Ich hoffe, ich konnte mich nun etwas verständlicher ausdrücken und bedanke mich herzlich für Ihre Antwort! Mit freundlichem Gruß Thomas Münzenbacher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Münzenbacher, die RöV regelt die medizinische (!) Indikation vor der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen nicht. Vielmehr geht die RöV allein davon aus, dass bei der Anwendung im Rahmen der Heilkunde der im Strahlenschutz fachkundige Arzt, der die Röntgenuntersuchung verantwortet, die Rechtfertigung im Einzelfall vornimmt. D.h. der fachkundige Arzt entscheidet, ob und in welcher Weise Röntgenstrahlung am Menschen angewendet wird. Ob bzw. welche medizinisch orientierten Vorinformationen oder Fragestellungen erforderlich sind, gehört nicht zum Regelungsumfang der RöV. Daraus folgt, dass ein fachkundiger Arzt nach der RöV eine Röntgenuntersuchung grundsätzlich alleine verantwortet. Ob ein Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz dafür eine Überweisung oder Zuweisung durch einen anderen Arzt braucht oder ob eine Bitte auf Untersuchung auch durch eine andere Person möglich ist, ist ggf. im ärztlichen Berufsrecht geregelt. Die RöV jedenfalls beinhaltet diesbezüglich keinerlei Vorgaben an irgendeine Form eines ´Auftraggebers´. Nach der RöV ist nicht zu beanstanden, wenn der fachkundige Arzt das Erfordernis einer Untersuchung in der rechtfertigenden Indikation beschreibt (einschließlich der Durchführungsmethode und der Nutzen-/Risikoabwägung). Auch die Aufzeichnungspflichten geben keinen Hinweis darauf, dass eine Überweisung oder Zuweisung nötig wäre. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  guido kindervater schrieb am 11.12.2015 - 10:50 Uhr:
Frage:2577 BETREFF: Medizinexperte und Archivzugang
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich hätte 2 Fragenkomplexe. 1. Ab spätestens 2018 soll das Strahlenschutzgesetz gelten mit der Forderung nach einem Medizinexperten. Auf was muss sich ein Strahlenschutzverantwortlicher einstellen? Muss das ein Medizinphysiker sein oder kann mit zusätzlichen Kursen ein Radiologe diesen Part übernehmen? Und wenn letzteres bejaht wird , gibt es solche Kurse schon oder sind diese geplant? 2.Zunehmend werden im Krankenhaus Nachfragen gestellt, dass Berufsgruppen wie Physiotherapeuten gerne die Röntgenbilder der Patienten einsehen möchten. Bisher ist dieses nur Ärzten gestattet. Darf man den Zugang ins Archiv für andere Berufsgruppen freischalten oder sollten diese Berufsgruppen die Bilder nur in Anwesenheit eines Arztes betrachten dürfen. Vielen Dank für Ihre Antworten. Guido Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, mit dem von Ihnen angesprochenen Medizinexperten ist der Begriff ´Medizinphysik-Experte (MPE)´ gemeint, der bereits in der RöV definiert ist (vgl. § 2 Nr. 11 RöV). Die Anforderungen an diesen Personenkreis ist in der vg. Regelung beschrieben. Die zusätzlich dazu erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz kann auch heute schon erworben werden. Hierfür findet man ein entsprechendes Kurssystem und die Beschreibung über den notwendigen Sachkundeerwerb in der Fachkunderichtlinie RöV/Medizin in der Fassung vom 26.6. 2012. Für uns ist es einfach nicht vorstellbar, dass ein Radiologe die Aufgaben des MPE übernimmt bzw. übernehmen könnte. Erstens müsste der Radiologe entsprechend ausgebildet werden und, zweitens, er müsste in einem Fachgespräch nachweisen, dass seine Ausbildung der eines in medizinischer Physik ausgebildeten Diplom-Physikers entspricht. Daneben gilt dort, wo ein MPE erforderlich ist, nach unserer Auffassung grundsätzlich das Vier-Augen-Prinzip, d.h. die Aufgaben des MPE und des medizinischen Strahlenschutzbeauftragten können nicht durch dieselbe Person wahrgenommen werden. Um die genauen Anforderungen abzuklären, schlagen wir vor, mit der zuständigen Aufsichtsbehörde zu sprechen. Ihre zweite Frage trifft weniger die Regelungen der RöV sondern eher die ärztliche Schweigepflicht. Es ist z.B. zu klären, ob der Arzt, der die Röntgenbilder hergestellt hat, diese an einen Dritten (Nichtarzt) weitergeben darf. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Befundung grundsätzlich durch einen fachkundigen Arzt erfolgen muss und somit diese neben dem Röntgenbild dem Dritten zu übergeben wäre. Die Regelung der RöV, dass Röntgenbilder einem später untersuchenden Arzt zur Verfügung gestellt werden müssen, dient einzig der Dosisminimierung. Das heißt, es soll verhindert werden, dass erneut Röntgenuntersuchungen bei gleichartigen Fragestellungen erfolgen müssen, was sicherlich ein Beitrag zur Reduzierung der Strahlenexposition bedeuten würde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Adrian Beining schrieb am 11.12.2015 - 09:24 Uhr:
Frage:2576 BETREFF: Warnleuchte Frage 2572
Sehr geehrter Prof. Ewen, danke für Ihre Antwort, aber ich möchte doch nochmal nachfragen. Ein Abschalten der Röntgenenergie kann aber muss nicht zwingend über die Hochspannung geschehen. Eine Reduktion der Heizleistung oder die Verwendung einer Gitterröhre ermöglichen ebenfalls ein Abschalten der Röntgenleistung. Wenn nun in einem industriellen Fertigungsprozess ein Produkt automatisch in (durch) eine Röntgenvorrichtung gefördert wird und eine mehr oder weniger wiederkehrende Produkttaktungsänderung, mit Unterbrechungen, stattfindet müsste demnach die Strahlung ständig an bleiben obwohl in den Taktpausen dies nicht nötig ist. Eine immer wiederkehrende Einschaltung über den Schlüsselschalter ist hier nicht möglich, da sich dort nicht ständig Personal befindet und der ganze Prozess, wie gesagt, automatisch abläuft wobei ein Bediener das richtige Ein- Ausschalten nicht steuern könnte ! Ein Anlassen der Röntgenleistung würde, abgesehen davon dass sie dem Grundsatz „nur einschalten wenn nötig“ widerspricht, sowie eine unnötige Lebensdauerreduzierung der Röhre und besonders der Röntgenkamera eintritt. Wäre es nicht doch möglich die Röntgenleistung, bei eingeschalteter Warnleuchte, ab zu schalten? Ich würde das so definieren wollen. Das Gerät ist in Betrieb und zeigt damit an, dass Röntgenstrahlung vorhanden bzw. vorhanden sein kann. Nur wenn die Warnleuchte aus ist, ist das Gerät in einem Zustande in dem keine Röntgenenergie erzeugt werden kann. Eine Anmerkung noch: Das Gerät ist im Sinne der RöV ein Vollschutzgerät bzw. neu ein Basisgerät jedoch keine messbare Strahlung außerhalb und an den Zuführöffnungen. Mir sind Prozesse bekannt bei denen im Verhältnis 1 zu 9 mit einer Gitterröhre gearbeitet wird. Hierbei ist die Röhre nur zu 10% der Zeit an und in den restlichen 90% wird eine Bildanalyse durchgeführt. Mit freundlichen Grüßen Adrian Beining


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Beining, so wie Sie die Situation jetzt schildern, hört sich das etwas anders an als in Ihrer Forumanfrage Nr. 2572. Aus der Frage 2572 habe ich nicht entnehmen können, um welche Betriebsweise es sich bei Ihnen handelt (kontinuierliche Produktüberwachung mit offensichtlich regelmäßigem Ein- und Ausschalten der Röntgenstrahlung). Die Warnleuchte zeigt bei Ihnen die „Einschaltung“ des gesamten Prüfvorgangs an. Sie bleibt also während des getakteten („Strahlung regelmäßig ein und aus“) Prüfvorgangs eingeschaltet. Wichtig ist auch, dass Sie jetzt erwähnt haben, dass dieses Gerät physikalisch/technisch einem Basisschutzgerät entspricht und eine Ortsdosisleistung außerhalb nicht messbar ist. Diese Betriebsweise könnte ich jetzt akzeptieren. Entscheidend ist aber, was der Sachverständige, der die Einrichtung überprüfen wird oder schon überprüft hat, dazu sagen wird oder gesagt hat. Sollten diesbezüglich Diskrepanzen bestehen, wird die zuständige Behörde das entscheiden müssen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Müller schrieb am 11.12.2015 - 09:02 Uhr:
Frage:2575 BETREFF: Prüfkörper für Abnahmeprüfungen
Sehr geehrter Prof. Ewen, vielen Dank für die Antwort. Wer würde denn nach Ablauf der Frist zur Verantwortung gezogen werden können, wenn eine Abnahmeprüfung mit dem alten Prüfkörper durchgeführt worden wäre? Es ergibt sich noch eine andere Frage: Eine Firma B erhält einen Auftrag aus dem Ausland für ein System, kauft dieses für den Auftrag bei Firma A ein, ohne dass Firma A weiß, wohin das System verkauft werden wird. Wer ist in diesem Fall für die Abnahme zuständig? Für die Fertigstellung des Systems bekommt Firma A diverse Teile der Bildaufnahme von Firma B geliefert. Entschuldigen Sie bitte diese ganzen theoretischen ´was wäre wenn´ Fragen. Ich hoffe trotzdem auf eine Antwort. Mit freundlichen Grüßen Müller


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, nach § 15 Abs. 1 Nr. 4 ist der Strahlenschutzverantwortliche (SSV) u.a. auch für die nach § 16 Abs. 2 Satz 1 erforderliche Abnahmeprüfung zuständig. Das gilt formalrechtlich auch für die korrekte Ausführung der Abnahmeprüfung, obwohl der SSV diese nicht selbst durchführt sondern der Hersteller oder Lieferant. Es ist wahrscheinlich, dass die Nutzung eines falschen Prüfkörpers bei der Sachverständigenprüfung auffallen wird, wenn der Sachverständige die Abnahmeprüfung kontrolliert (was u.a. seine Aufgabe ist). Er wird das in seinem Bericht vermerken, so dass der SSV über diesen Weg von diesem Mangel erfahren könnte. Außerdem erhält der SSV keine Bescheinigung von dem Sachverständigen, da dieser die Prüfung nicht mängelfrei abschließen konnte. Dadurch ist auch eine Inbetriebnahme der Röntgeneinrichtung im vereinfachten Anzeigeverfahren nicht möglich. Schon aus diesem Grund wird der SSV dann wohl den betreffenden Hersteller/Lieferanten ansprechen und eine entsprechende Nachbesserung in der Abnahmeprüfung verlangen, ggf. mit Hilfe der zuständigen Behörde. Was die andere Frage betrifft (Firma A und B), so ist entsprechend der Fragestellung zu klären, wie eine Abnahmeprüfung im Bestellerland (Ausland) auszuführen ist. Abweichungen zu den Regelungen in Deutschland sind sehr wahrscheinlich zu erwarten. Wenn es sich andersherum verhalten würde und eine Einrichtung für Deutschland im Ausland bestellt würde, dann müsste vor der Inbetriebnahme eine Abnahmeprüfung nach RöV für die ´Röntgeneinrichtung´ durchgeführt werden, die in § 2 Nr. 14 definiert ist. Es ist unwichtig, woher die einzelnen Teile dieser Röntgeneinrichtung stammen. Entscheidend ist, wer diese Teile im Sinne der genannten Definition zu einer Röntgeneinrichtung zusammensetzt, wer also die ´gesamte´ Röntgeneinrichtung herstellt bzw. liefert (und nicht einzelne Teile davon). Dieser Hersteller oder Lieferant muss die Abnahmeprüfung im Sinne der Regelungen der RöV durchführen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael schrieb am 11.12.2015 - 08:19 Uhr:
Frage:2574 BETREFF: Röntgen NNH vs DVT
Hallo Herr Prof. Ewen, zur Vorbereitung einer Nasenscheidewand-OP meines 16,5 Jahre alten und recht ausgewachsenen Sohnes (1,91 cm) habe ich die Wahl zwischen - Röntgen NNH (Diagnose auf dem Rezept: Verdacht auf chron. Sinusitis) oder - DVT-Aufnahmen. Das DVT Gerät ist topaktuell: Planmeca H23 Mark III mit 120 KV Röhre und soll (nach Angaben des Herstellers/Verkäufers !!!) weniger Strahlenbelastung haben als die Röntgenaufnahme. Kann das sein insbesondere im speziellen für die Schädigung der Augenlinsen ? MfG Michael


1. Antwort: Hallo Michael, aus der Literatur kann entnommen werden, dass die auf den gesamten Patientenkörper bezogene Dosis (effektive Dosis) bei der NNH-Projektionsradiographie („Aufnahme“) in vergleichbarer Größenordnung liegt wie es bei der DVT-Untersuchung mit einem „topaktuellen“ Gerät der Fall ist. Insofern besteht auf der Basis einer stochastisch signifikanten Strahlenexposition zwischen diesen beiden Techniken kein entscheidender Unterschied, der eine eindeutige Entscheidung für oder gegen die Wahl eines der beiden Verfahren zur Folge haben könnte. Was die beste medizinisch-diagnostische Aussage dieser beiden Verfahren für die hier anstehende Fragestellung betrifft, so ist das eindeutig eine ärztliche Angelegenheit, auf die hier im Forum RöV nicht näher eingegangen werden kann. Immerhin aber ein Hinweis auf eine diesbezügliche Publikation im Ärzteblatt von 09.06.2014 (´Bildgebende Verfahren in der Kopf-Hals-Diagnostik´): Darin wird bezüglich der hier zur Diskussion stehenden Fragestellung der Schnittbilddiagnostik (z.B. CT) als Alternative zur Projektionsradiographie eindeutige Vorteile eingeräumt. Ich denke, dass diese Aussage auch auf DVT zutreffen könnte. Man muss, was die Exposition der Augenlinsen betrifft, offensichtlich davon ausgehen, dass sich diese in beiden Fällen (Aufnahme, DVT) in der Nutzstrahlung befinden. Es gibt inzwischen bei modernen DVT-Einrichtungen spezielle Blenden zur möglichst optimalen Ausblendung der Nutzstrahlung im Hinblick auf eine Dosisminimierung der Augenlinsen. Von hier aus kann dazu aber nichts Konkretes gesagt werden, was auch damit zusammenhängt, dass im Forum RöV auf die Nennung und Beurteilung spezieller Firmenprodukte verzichtet werden muss. Aber es könnte sich lohnen, diesbezüglich beim Hersteller nachzufragen, zumal hier von einem topaktuellen Gerät die Rede ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Thomas Münzenbacher schrieb am 10.12.2015 - 13:35 Uhr:
Frage:2573 BETREFF: Überweisender Arzt?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, dürfen von nicht-ärztlichen Krankenhaus-Mitarbeitern (z.B. Schwestern,Pfleger) Röntgenuntersuchungen angefordert werden, oder muß der Anforderer selbst ein approbierter Arzt sein, der den Patienten behandelt ? D.h., darf der fachkundige Radiologie tätig werden, ohne einen ärztlichen Überweisungsauftrag bzw. Behandlungsauftrag? Ich meine, hier wird der Paragraph 23 der RoeV relevant: Zitat: ´ 2) Der die rechtfertigende Indikation stellende Arzt hat vor der Anwendung, erforderlichenfalls in Zusammenarbeit mit dem überweisenden Arzt, die verfügbaren Informationen über bisherige medizinische Erkenntnisse heranzuziehen, um jede unnötige Strahlenexposition zu vermeiden.´ Kann hier der ´überweisende Arzt´ auch ein ´überweisender Nicht-Arzt´ sein? Im Rahmen der Überprüfung der rechtfertigen Indikation stelle ich mir das problematisch vor. Eine Analogie wäre vielleicht, daß ein Apotheker verschreibungspflichtige Medikamente auch nur aufgrund eines Rezepts eines approbierten Arztes an den Patienten abgeben darf, und nicht weil eine Krankenschwester dieses Rezept ausgestellt hat. Vielen Dank für Ihre Antwort im voraus, Thomas Münzenbacher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Münzenbacher, die Röntgenverordnung weist den einzelnen Akteuren bei einer Röntgenuntersuchung bestimmte Kompetenzen und Verantwortungen zu. Dies ist in unterschiedlichen Bereichen der Röntgenverordnung geregelt, z.B. in den Begriffsbestimmungen (§ 2) und in den Vorschriften zur Anwendung am Menschen (§§ 23 und 24). Ohne Ausnahme gilt, dass nur ein Arzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz die rechtfertigende Indikation, d.h. die Entscheidung, ob und wie Röntgenstrahlung angewendet wird, treffen darf. Die Anwendung selbst (technische Durchführung kombiniert mit Befundung) ist ebenfalls nur Ärzten vorbehalten, und zwar solchen mit der erforderlichen Fachkunde oder mit Kenntnissen im Strahlenschutz, wobei Letztgenannte dann aber nur unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines im Strahlenschutz fachkundigen Arztes tätig werden dürfen. Allein die technische Durchführung (nach Stellung der rechtfertigenden Indikation) darf durch nichtärztliches Personal erfolgen. Hier können MTRA und MFA (Letztgenannte aber wiederum nur unter Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Artes) tätig werden. Sie erkennen, dass die Anwendung am Menschen immer einen im Strahlenschutz fachkundigen Arzt verlangt, der die rechtfertigende Indikation stellen muss und mindestens die Anwendung beaufsichtigt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Adrian Beining schrieb am 09.12.2015 - 08:44 Uhr:
Frage:2572 BETREFF: Warnleuchte
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ist es zulässig bei eingeschaltetem (Schlüsselschalter) Sicherheitskreis und der darin integrierten überwachten Warnleuchte, die Röntgenstrahlung zeitweise aus zu schalten und dabei die Warnlampe an zu lassen? Der Sicherheitskreis und die damit verbundenen Abschaltung bleibt dabei aktiv. Mit freundliche Grüßen Adrian Beining


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Beining, Warnleuchten sollen nach den technischen Vorschriften (in der Sachverständigen-Prüfrichtlinie, SV-RL, dort z.B. Berichtsmuster 2.1.1 für ortsfeste technische Röntgeneinrichtungen; SV-RL: siehe Internet oder in DIN 54113-2) anzeigen, dass die Hochspannung an der Röntgeneinrichtung eingeschaltet ist bzw. dass Röntgenstrahlung erzeugt wird. Eine Warnlampe, die das zwar ordnungsgemäß tut, aber auch leuchtet, wenn die Röntgenstrahlung zeitweise ausgeschaltet ist, kann dazu führen, dass man ihre Anzeige nicht mehr ´ernst nimmt´. Wenn ich Sachverständiger wäre, würde ich eine derartige Warnleuchte bemängeln. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Müller schrieb am 08.12.2015 - 14:59 Uhr:
Frage:2571 BETREFF: Prüfkörper für Abnahmeprüfungen
Sehr geehrter Prof. Ewen, vielen Dank für die schnelle Antwort. Nur noch rein informativ die Frage, ab welchem Zeitpunkt die Abnahmeprüfungen mit dem ´neuen´ Prüfkörper erfolgen müssten? Sofort? Zu einem früheren Zeitpunkt schon? Oder gibt es eine Übergangsfrist? Was passiert, wenn Systeme noch mit dem ´alten´ abgenommen werden würden? Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Hallo, in Ergänzung: die DIN 6868-150 ist im Juni 2013 in Kraft getreten. Die Übergangsfrist für die Nutzung des alten Prüfkörpers betrug 6 Monate nach Inkrafttreten der Norm. Abnahmeprüfungen nach Ablauf dieser Frist müssen mit dem neuen Prüfkörper durchgeführt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Müller schrieb am 08.12.2015 - 10:53 Uhr:
Frage:2570 BETREFF: Prüfkörper für Abnahmeprüfungen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, mit welchem Prüfkörper müssen die Abnahmeprüfungen von mobilen Röntgenanlagen gemacht werden? Reicht hier noch der NORMI13? Oder sollte doch lieber auf den Normi RAD/FLU o.ä. umgestiegen werden? Vielen Dank für eine baldige Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Müller, die Abnahmeprüfungen von mobilen oder ortsfesten Aufnahme- oder Durchleuchtungsgeräten erfolgen mit dem in DIN 6868-150 beschriebenen Prüfkörper. Dieser entspricht dem Prüfkörper RAD/Flu. Der Prüfkörper Normi13 ist für die Konstanzprüfung (KP) von Röntgeneinrichtungen mit digitalem Bildempfänger vorgesehen. Wir gehen davon aus, dass bei der Inkraftsetzung der DIN 6868-4 für die KP an diesen Systemen auch der Prüfkörper nach DIN 6868-150 verwendet werden wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alina K. schrieb am 07.12.2015 - 11:42 Uhr:
Frage:2569 BETREFF: CT-gesteuerte Behandlung, Schwangerschaft
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen. Ich wende mich an Sie mit einer sehr persönlichen und für mich sehr wichtigen Frage und hoffe, dass Sie mir weiterhelfen können. Wegen meines Rückenleidens habe ich mich in den letzten Monaten einer CT-gesteuerten Behandlung unterzogen. Wie sich vor ein paar Tagen herausgestellt hat war ich bei den letzten zwei Terminen bereits schwanger. Meine Frauenärztin hat ausgerechnet, dass ich zu dem Zeitpunkt in der 1. und 2. Schwangerschaftswoche war. Könnten Sie mir bitte sagen welche Auswirkungen mit welcher Ausprägung diese Bestrahlung auf das Embryo hatte. DIe Einstellungen der Bestrahlung sind vorhanden. Ich bedanke mich schon im Voraus! A.K


1. Antwort: Hallo Frau Alina, ich glaube, dass es auch in Ihrem Sinne ist, wenn ich mich in dieser Angelegenheit auf Ihrer privaten Mail-Adresse melden werde. Denn alle Texte, die hier im Forum RöV erscheinen, sind dann auch bundesweit zugänglich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wolfgang Bachert schrieb am 07.12.2015 - 08:34 Uhr:
Frage:2568 BETREFF: 1.) Kontrollbereich 2.) Frage nach möglicher Schwangerschaft ?
Sehr geehrter Herr Ewen, 1.) auf einem unserer fahrbaren C-Bögen ist der Kontrollbereich mit 4 m Abstandsradius angegeben. Wir haben hier in unserer Klinik einen ´kleinen´ OP-Saal, bei dem sich der Kontrollbereich somit beim Betrieb des C-Bogens ´abstandstechnisch´ auf den Flur und den angrenzenden OP erstrecken würde. Muss der verantwortliche Operateur auch in diesen Bereichen schauen, dass alle dort sich Aufhaltenden entsprechende Schutzkleidung tragen oder endet der Kontrollbereich in solch einem Fall an den Wänden und Türen des kleinen OP,s - auch wenn der Abstand zur Röhre nur 2 m betragen würde ? 2.) Wer muss/kann bei eine Patientien im generationsfähigen Alter recchtssicher klären, ob eine Schwangerschaft möglich ist ? Immer der indikationsstellende Arzt(Teleradiologie ausgenommen) ? Oder kann er es auch delegieren ? Reicht das ´ausfüllen lassen´ eines Fagebogens durch eine Sekretärin aus ? Herzlichen Dank W. Bachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, zu 1) Die hier geschilderte Situation müsste eigentlich bei der sog. Sachverständigenprüfung vor Inbetriebnahme des mobilen C-Bogengerätes als etwas fraglich aufgefallen sein. Denn wenn auf dem Gerät eine Ausdehnung des Kontrollbereichs von 4 m (Radius) angegeben ist und die Abstände vom Röntgenstrahler bzw. Patient (also von den Strahlenquellen) zu den Wänden und Türen des OP-Raumes betragen nur 2 m, dann sind entweder die Türen und Wände des Raumes entsprechend abgeschirmt und der Sachverständige hatte keine Probleme damit oder der Kontrollbereich erstreckt sich tatsächlich bis in die Nachbarräume, was keineswegs akzeptabel wäre. Das letztgenannte Problem wäre auch nicht durch Tragen von Schutzkleidung in den Nachbarräumen zu lösen. Denn wie soll das de facto organisiert werden? Vorschlag: Im Haus (Verwaltung) nach dem Sachverständigenbericht fragen und schauen, ob darin diesbezüglich etwas ausgesagt ist. Ansonsten: Möglichst bald eine Überprüfung durch einen Sachverständigen einleiten. zu 2) Verantwortlich für die Tatsache, dass eine diesbezügliche Befragung gebährfähiger Patientinnen durchgeführt wird, ist grundsätzlich der Strahlenschutzbeauftragte, der das natürlich nicht selbst erledigen muss. Das gehört zu den Aufgaben des anwendenden Arztes, der vor den Anwendung der Röntgenstrahlung befragen und je nach Ergebnis der dieser Befragung über das weitere Vorgehen entscheiden muss (siehe § 23 Abs. 3 RöV). Über diese Befragungen sind Aufzeichnungen anzufertigen (siehe § 28 Abs. 1 Nr. 1 RöV). Die Art und Weise, wie aufgezeichnet werden muss, ist in der RöV nicht weiter beschrieben - also ´beliebig´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ann Ra schrieb am 06.12.2015 - 17:09 Uhr:
Frage:2567 BETREFF: Konstanzprüfung/monatlich oder 1/4 jährlich
Guten Tag Hr.Prof. Ewen Kann ich die Konstanzprüfung selbstständig von monatlich 1/4 jährlich ändern? Unsere Geräte sind immer in den eingestellten Werten oder muss dies die Ärztekammer genehmigen? Vielen Ann Ra


1. Antwort: Guten Tag, Frau Ra, die Fristen für die Durchführung der Konstanzprüfung (´mindestens monatlich´) können in der Tat verlängert werden. Aber dazu ist eine Unbedenklichkeitserklärung der für Sie zuständigen ärztlichen Stelle erforderlich. Diese ist zwar nicht zuständige Behörde für derartige Festlegungen (siehe § 16 Abs. 3 letzter Satz RöV), aber man hat sich so geeinigt, dass die Behörden, ohne explizit auf Einzelfälle einzugehen, diesbezügliche Erklärungen der ärztlichen Stellen sozusagen pauschal akzeptieren. Also Vorschlag: Kontakt mit Ihrer ärztlichen Stelle aufnehmen. Aber vorher in die Beurteilungen mal hineinschauen, die Sie doch bestimmt schon mal von der ärztlichen Stelle erhalten haben, wenn Sie von dieser aufgefordert waren, gewisse Unterlagen einzuschicken. Vielleicht steht dort schon ein Satz, dass gegen eine Fristverlängerung bei der Konstanzprüfung keine Bedenken bestehen. Dann wäre der Fall für Sie ja erledigt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marion Terhorst schrieb am 03.12.2015 - 09:01 Uhr:
Frage:2566 BETREFF: nicht genutzte Röntgenanlage
Sehr geehrter Prof. Ewen, In unserer Klinik, wurde im Mai d.J. eine Röntgenanlage in Betrieb genommen, jedoch wurde bis heute nicht eine einzige Röntgenaufnahme gefertigt. Als einzigste MTA werde ich die Klinik verlassen. Muss dann die Bezikrsregierung Düsseldorf darüber Informiert werden. Nach derren Auffassung müssen alle Änderungen gemeldtet werden. Hinzu kommt noch das dann kein Personal mit Fachkunde vorhanden ist.Wie ist die Rechtsgrundlage. Vielen Dank Marion Terhorst


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Terhorst, wir gehen nicht davon aus, dass Veränderungen im Personalbereich beim Betrieb von medizinischen Röntgeneinrichtungen in jedem Fall der zuständigen Aufsichtsbehörde mitgeteilt werden müssen. Die Bezirksregierung Düsseldorf als strahlenschutzrechtliche Aufsichtsbehörde wünscht sicherlich, dass ihr jede wesentliche (!) Änderung des Betriebs der Röntgeneinrichtung mitzuteilen ist. Dazu zählen Änderungen im Anwendungsbereich, technische Änderungen, die Änderung des Betriebsortes und Ähnliches. Dazu gehören Änderungen im personellen Bereich, wie schon ausgeführt, nicht. Dies ergibt sich nach unserer Meinung auch aus dem § 13 Abs. 5 der Röntgenverordnung, der beschreibt, dass eine Änderung bei den Strahlenschutzbeauftragten der Behörde mitzuteilen ist. Wenn personelle Veränderungen aber generell zu den wesentlichen Änderungen gehören würden, dann wäre diese spezielle Regelung für Strahlenschutzbeauftragte im § 13 RöV nicht erforderlich. Die Röntgenverordnung verpflichtet den Strahlenschutzverantwortlichen (Betreiber) der Röntgeneinrichtung, eine geeignete Strahlenschutzorganisation aufrecht zu halten, d.h. dieser muss sicherstellen, dass es im Strahlenschutz fachkundige Ärztinnen und Ärzte gibt, die als Strahlenschutzbeauftragte bestellt sind und/oder die rechtfertigende Indikation und die Befundung vornehmen, und dass es in ausreichender Zahl Personen gibt, denen die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen erlaubt ist (MTA/MTRA oder MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz, die von einem fachkundigen Arzt beaufsichtigt werden). Diese Organisation muss der Strahlenschutzverantwortliche der Aufsichtsbehörde auf Anforderung nachweisen. Eine Bringschuld hat er außerhalb der bestellten Strahlenschutzbeauftragten nach unserer Meinung nach nicht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  A. Horvat schrieb am 02.12.2015 - 15:59 Uhr:
Frage:2565 BETREFF: DIN 6868-14:2015-06
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ab wann ist die, im Betreff genannte Norm einzusetzten? In der aktuellen QS-RL vom 23. Juni 2014 ist auf S. 37 für die Abnahme die DIN 6868-162 und für die Konstanz die PAS1054 angegeben. Wo finde ich den Hinweis das die DIN6868-14 anzuwenden ist? Vielen Dank! Mit freundlichen Grüßen A. Horvat


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Horvat, was die Durchführung von Konstanzprüfungen betrifft, sind diesbezügliche Normen sofort anzuwenden, sobald sie veröffentlicht sind und in der Norm keine anders lautenden Festlegungen zum Beginn der Gültigkeit vermerkt sind. Letzteres ist aber bei der Norm DIN 6868-14:2015-06 nicht der Fall. Das resultiert daraus, dass im Gegensatz zur Abnahmeprüfung (siehe Kapitel 4 der Qualitätssicherungs-Richtlinie, QS-RL) in der QS-RL für Konstanzprüfungen (KP) keine entsprechenden „Festlegungen im Zusammenhang mit der Einführung von Normen zur Konstanzprüfung“ formuliert worden sind. Unter Kapitel 1.2 der QS-RL ist aber festgelegt: „Soweit in dieser Richtlinie auf Richtlinien oder technische Normen Bezug genommen wird, ist hier immer deren jeweils gültige Fassung gemeint (siehe Literaturverzeichnis).“ Auf dem Deckblatt der Norm DIN 6868-14:2015-06 steht der Ersatzvermerk „Ersatz für PAS 1054:2005-03“. Damit ist jetzt die neue Ausgabe bei der KP anzuwenden. Sobald neue Normen und Norm-Entwürfe erscheinen, ist dies offiziell im „DIN-Anzeiger für technische Regeln“, der in der Zeitschrift DIN-Mitteilungen veröffentlicht wird, nachzulesen. Außerdem findet man auf der Webseite des NAR (www.din.de/go/nar) ebenfalls die Neuveröffentlichungen auf dem Gebiet der Radiologie. Grundsätzlich können Ausnahmen aber trotzdem in einer Bekanntmachung des BMUB an die Länder getroffen werden bzw. jede Aufsichtsbehörde der einzelnen Länder kann von der QS-RL abweichende Regelungen treffen - was in beiden Fällen allerdings selten vorkommt und bisher für die ´6868-14´ auch nicht geschehen ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen.



  R. Meier schrieb am 30.11.2015 - 21:13 Uhr:
Frage:2564 BETREFF: FFA kann nicht eingehalten werden
Sehr geehrter Prof. Ewen, in unserer Klinik gibt es keinen Radiologen. Unsere Röntgenanlage wurde leider so installiert, daß wir bei Übertischaufnahmen den geforderten FFA von 105cm bei Extremitäten nicht einhalten können, bei Aufnahmen des Ellebogen sind wir bei ca. 85cmFFA. Somit setzen wir die Patienten je nach Abstand erhöhter Strahlung aus!? Der TÜV und unser Sicherheitsbeauftragter fühlen sich nicht zuständig. Welche Behörde ist hierfür der richtige Ansprechpartner um eine Abänderung zu erreichen? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Meier, Sie haben Recht, was den FDA von 105 cm betrifft. Man findet das in der Leitlinie der Bundesärztekammer. Dem TÜV, der wahrscheinlich als Sachverständiger nach RöV bei Ihnen tätig war bzw. ist, kann man keinen Vorwurf machen, denn gewisse Vorgaben der genannten Leitlinie (so auch die hier zur Diskussion stehende Forderung) werden in den Protokollen der Sachverständigen-Prüfrichtlinie, SV-RL (siehe Internet) nicht abgefragt. Ob, bei allem Respekt, ein Sicherheitsbeauftragter sich mit diesen Feinheiten des Strahlenschutzes auskennt, muss man dahingestellt lassen. Wer ist Ansprechpartner für dieses Problem? Ich schlage vor, dass Sie mit der für Sie bzw. Ihr Haus zuständigen ärztlichen Stelle Kontakt aufnehmen sollten. Diese müsste eigentlich in Ihrem Umfeld bekannt sein, weil ja von dort aus regelmäßig Aufforderungen an die Betreiber von Röntgeneinrichtungen verschickt werden, ihr gewisse radiologisch relevante Unterlagen und Informationen zukommen zu lassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  R. Neumann schrieb am 30.11.2015 - 11:00 Uhr:
Frage:2563 BETREFF: Technische Durchführung zum Norm-Entwurf der DIN 6857-2
Werter Prof. Ewen, bezüglich dem Norm-Entwurf der DIN 6857-2 ist auch eine Prüfung der Schutzkleidung mit Röntgenstrahlen vorgesehen. Als Medizintechniker habe ich weder einen Kurs für Kenntnisse im Strahlenschutz und auch keine Fachkunde im Strahlenschutz. Welches Kurs müsste ich belegen um selbstständig mittels Röntgenstrahlung die Schutzkleidung prüfen zu können? Besten Dank im Vorraus


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Neumann, wir gehen davon aus, dass Sie - solange Sie die Röntgenprüfungen der Schutzkleidung in einem Röntgenbetrieb, d.h. unter der Aufsicht und Verantwortung einer fachkundigen Person durchführen (z.B. Arzt mit Fachkunde)- selbst nicht über Fachkunde im Strahlenschutz verfügen müssen. Sie müssen allerdings nach § 30 Röntgenverordnung über die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz für die vorgesehene Anwendung außerhalb der Medizin verfügen. Diese Kenntnisse werden im Rahmen von internen oder externen Einweisungen und Unterweisungen vermittelt. Anders verhält es sich, wenn Sie diese Röntgenprüfungen eigenverantwortlich, d.h. als Dienstleister, durchführen wollen. In diesem Fall müssen Sie die Tätigkeit bei der Zuständigen Behörde anzeigen und mit der Anzeige die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz nachweisen. Welche Fachkundegruppe dann erforderlich ist, sollten Sie mit der für Ihren Betriebssitz zuständigen Behörde absprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Peter Meier schrieb am 29.11.2015 - 11:31 Uhr:
Frage:2562 BETREFF: Dosismodulation bei CT-Geräten
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ist es richtig, dass ab 01.01.2016 CT-Geräte ohne Möglichkeiten einer Dosismodulation nicht mehr betrieben werden dürfen? Vielen Dank, mit freundlcihen Grüßen P. Meier


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Meier, das ist grundsätzlich richtig (siehe E 24 und Ü 15 in der Anlage I zur Sachverständigen-Prüfrichtlinie; diese ist im Internet auffindbar). Aber dass de facto entsprechende Computertomographen ab 01.01.2016 wegen fehlender automatischer Dosisregelung (ADR) nicht mehr betrieben werden dürfen, bedarf in jedem Einzelfall einer Entscheidung seitens der zuständigen atomrechtlichen Behörde. Aber es ist durchaus vorstellbar und wohl auch zu erwarten, dass die Behörde im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens bei Berücksichtigung gewisser radiologischer Randbedingungen und Beachtung spezifischer von ihr formulierter Auflagen ggf. für einen bestimmte Zeitspanne einem Weiterbetrieb eines CT auch ohne ADR nach dem 01.01.2016 zustimmen könnte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Andrea Wohlfahrt schrieb am 24.11.2015 - 13:34 Uhr:
Frage:2561 BETREFF: Fachkunde Röntgen/Strahlenschutzkurse
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ein Arzt, ob EU Bürger oder ausserhalb EU stammend benötigt ja die entsprechende Fachkunde (nach RöV/ StrlSchV) Ein MTRA aus Deutschland erwirbt diese ja im Rahmen ihrer Ausbildung in Deutschland. Ein MTRA, aus einem anderen EU Land oder aus einem nicht EU Land - in unserem speziellen Fall Bossnien-, bebötigt dieser eine spezielle Fachkunde um in einer Röntgenabteilung eigenständig Dienst zu machen? Oder ist dies mit einer Äquivalenzbescheinugung ( anerkennung seiner Ausbildung für Deutschland), die er sowieso benötigt angedeckt. Vielen Dank Mif freundlichen Grüssen


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dr. Wohlfahrt, die entsprechende Regelung findet sich in der Nr. 4.7 der Richtlinie ´Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder der Zahnmedizin´´ (siehe Internet). Hier ist festgelegt, dass Personen, die außerhalb Deutschlands ausgebildet worden sind und die im Rahmen der RöV Aufgaben einer MTRA wahrnehmen wollen, nach § 2 Abs. 2 MTA-G die Gleichwertigkeit ihres Ausbildungsstandards mit der MTA-APrV nachweisen und die notwendigen Spezialkenntnisse und insbesondere das erforderliche Gesetzeswissen durch Teilnahme an einem Spezialkurs Röntgendiagnostik erwerben müssen. Die Fachkunde ist durch die zuständige Stelle (oft: Ärztekammern)zu bescheinigen. Vergleichbares gilt für die Nuklearmedizin und die Strahlentherapie (siehe Nr. 3.1.5 Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Karl-Heinz Szeifert schrieb am 24.11.2015 - 09:33 Uhr:
Frage:2560 BETREFF: Indirekter Ovarienschutz Eischub in die Tiefenblende
Sehr gehrter Herr Prof Ewen, die Leitlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik fordert grundsätzlich bei weiblichen Personen die Anwendung eines Ovarienschutzes als direkte Abdeckung oder als indirekter Ovarienschutz durch Einschieben einer Bleiplatte in die Tiefenblende , soweit hierdurch der Informationsgehalt der Untersuchung nicht wesentlich eingeschränkt wird oder die Wahrscheinlichkeit von Wiederholungsaufnahmen nicht deutlich erhöht wird. Bei einer kürzliche Schulung behaupteten allerdings einige Teilnehmer, dass der indirekte Ovarienschutz durch Einschieben einer Bleiplatte in die Tiefenblende angeblich nicht mehr erlaubt sei. Das hätte angeblich die ärztl.Stelle Hessen so behauptet!!!??? Deshalb hätten sie diese Strahlenschutzmittel entsorgt. Eine nachvollziehbare Begründung wurde mir allerdings nicht geliefert und ich kann mir bisher auch keine Erklärung dazu ableiten. Was halten Sie davon? Herzlichen Dank und viele Grüße Karl-Heinz Szeifert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Szeifert, da ist wohl die Meinung der ärztlichen Stelle Hessen bei einigen Teilnehmern der Schulung nicht vollständig korrekt rüber gekommen. Gemeint war: indirekter Gonadenschutz bei weiblichen Personen (indirekter ´Ovarien´schutz) ja, indirekter Gonadenschuz bei männlichen Personen nein, weil eine Hodenschutzkapsel deutlich mehr an Dosisreduzierung bringt als ein indirekter ´Hoden´schutz, wenn Letztgenannter überhaupt eine Wirkung hat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Christian Alexander schrieb am 21.11.2015 - 14:55 Uhr:
Frage:2559 BETREFF: Überstrahlung / Gonadenschutz
Guten Tag Herr Prof. Ewen, besten Dank für Ihre prompte Rückantwort auf meine erste Frage. Erlauben Sie mir bitte eine kurze Nachfrage: Ist es ausgeschlossen, dass eine Arzthelferin zu lange mit dem Finger auf dem Einschaltknopf bleiben kann? Wie kann ich mir, als Laie, das vorstellen? Zählt sie rückwärts (´drei, zwei, eins, aus´) und/oder macht der Röntgenapparat das automatisch, nachdem der Einschaltknopf betätigt wurde (ähnlich wie bei der Selbstauslöser-Funktion einer Fotokamera)? Danke, freundlichen Gruß.


1. Antwort: Hallo Christian, das Einschalten der Strahlung bei einer Röntgenaufnahme geschieht durch Knopfdruck seitens der Assistentin. Das Abschalten der Strahlung und damit die Beendigung der Aufnahme kann (ohne Zutun der Assistentin) auf zweierlei Arten geschehen: Meistens mit Hilfe einer Belichtungsautomatik (BA), welche die Dosis am Bildempfänger misst oder errechnet und die Strahlung bei einem bestimmten Wert abschaltet, der für eine befundbare Bildqualität sorgt. Manchmal wird eine Röntgenaufnahme auch mit sog. freier Belichtung hergestellt, also ohne BA, indem manuell von der Assistentin ein bestimmtes mAs-Produkt eingestellt wird, was dazu führt, dass bei Erreichen dieses Wertes die Strahlung abschaltet und die bei diesem Vorgang resultierende Dosis am Bildempfänger ein befundbares Bild erzeugt. Bei einem möglichen Versagen der Aufnahmeabschaltung in beiden Fällen (Abschaltung durch BA oder durch Erreichen des eingestellten mAs-Produktes) übernimmt eine vorgeschriebene, in allen Röntgenaufnahmegeräten eingebaute Sicherheitsvorrichtung das Abschalten der Röntgenstrahlung, und zwar bei Dosiswerten, die für den Patienten noch keine ernst zu nehmende strahlenbiologische Gefährdung bedeuten. Röntgendiagnostikeinrichtungen müssen vor ihrer Inbetriebnahme und in regelmäßigen Zeitabständen technisch überprüft werden. In diesen Prüfungen ist auch der Test des hier beschriebenen Abschaltsystems enthalten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Christian Alexander schrieb am 21.11.2015 - 08:27 Uhr:
Frage:2558 BETREFF: Überstrahlung / Gonadenschutz
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich bin froh, dieses Forum gefunden zu haben, weil ich nach einer dieser Woche durchgeführten Röntgenuntersuchung sehr beunruhigt bin. Zum Sachverhalt: Im Auftrag der DRV musste ich ich mich bei einem Orthopäden vorstellig machen, als allererstes, ohne dass vorher ein aufklärendes Gespräch stattgefunden hat, wurden drei Röntgenbilder angefertigt. Den Gonadenschutz habe ich falsch angelegt, da während des ganzen Prozederes die Arzthelferin anwesend war, sogar als ich mich ausgezogen habe. Alles musste sehr schnell gehen. Irritiert durch die Anwesenheit der Arzthelferin war es mir nicht möglich, mich sozusagen auf das ´Wesentliche´ zu konzentrieren. Genauso schlimm empfand ich die darauf folgende Untersuchung, die keine fünf Minuten gedauert hat. Unmittelbar danach verspürte ich starke Schmerzen in den Hoden sowie im Unterbauch, einhergehend mit Durchfällen. Diese Beschwerden dauern bis heute noch an. Deshalb wollte ich Sie fragen, in wie weit die Möglichkeit einer Überstrahlung im Zuge einer (falsch durchgeführten?) Röntgenuntersuchung besteht, darüber hinaus, ob die Arzthelferin mich nicht hätte darauf aufmerksam machen müssen, dass der Gonadenschutz nicht richtig sitzt, denn dessen falsche Positionierung war ja offensichtlich. Ich bin um meine Gesundheit wirklich besorgt und hoffe, dass Sie mir mit Ihrer Auskunft weiterhelfen können. Vielen Dank im Voraus!


1. Antwort: Hallo Christian, zunächst einmal das Wichtigste: Sie müssen sich wegen einer möglicherweise falsch durchgeführten Röntgenuntersuchung oder wegen eines eventuellen technischen Defektes an dem Gerät keine Sorgen machen, weil die von Ihnen geschilderten, unmittelbar danach einsetzenden körperlichen Beschwerden keineswegs von einer zu hohen Strahlendosis verursacht sein können. Typisch für die gesundheitlichen Folgen hoher Dosiswerte ist, dass diese Symptome nicht wie bei Ihnen sofort sondern erst sehr viel später auftreten (Tage, Wochen, Monate). Offensichtlich waren die Röntgenaufnahmen ja auch in Ordnung, sonst hätte man Ihnen in dieser Hinsicht irgendetwas gesagt, z.B. dass die Untersuchung wiederholt werden müsste. Dass Sie ärztlicherseits nicht darüber aufgeklärt worden sind, warum diese Röntgenuntersuchung erforderlich sein soll, ist sicherlich ein Lapsus, der nicht vorkommen darf. Was das Verhalten der Arzthelferin betrifft, so kann man darüber diskutieren, ob diese, abgesehen von der Nichtbeachtung der nicht korrekt angelegten Hodenkapsel, sonst noch etwas falsch gemacht hat. Schließlich gehört es zu ihrer Aufgabe, den Patienten am Röntgengerät richtig zu lagern und die Feldgröße korrekt einzustellen. Dazu muss sie natürlich im Röntgenraum sein. Fazit: Ich sehe aus dem, was Sie hier geschildert haben, keinen offensichtlichen Zusammenhang zwischen Ihren Beschwerden und der durchgeführten orthopädischen Röntgenuntersuchung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Werner Dähler schrieb am 16.11.2015 - 15:10 Uhr:
Frage:2557 BETREFF: Barc- Monitor nach DIN6868-57 abgenommen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, In einer Radiologieabteilung gibt es zwei Barco-Monitore, die nach DIN 6969-57 im Jahre 2012 abgenommen wurden. Ist diese Abnahme noch gültig? Mit freundlichen Grüßen werner Dähler


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dähler, nach den diesbezüglichen Regelungen, die im TOP C 06 der 73. Sitzung des Länderausschusses RöV am 4.11.2014 (´Mitteilung zur Änderung der QS-RL´) festgelegt und jeweils den obersten Landesbehörden zur Durchführung der RöV mitgeteilt worden sind, dürfen diese Monitore bis zum 01.01.2025 betrieben werden. Voraussetzungen: Keine wesentlichen Änderungen, die eine sog. Teilabnahmeprüfung zur Folge hätten, und Durchführung der Konstanzprüfungen nach Anhang B der QS-RL. Letztgenannte ist u.a. im Internet aufsuchbar. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Thomas Müller schrieb am 13.11.2015 - 15:13 Uhr:
Frage:2556 BETREFF: Fachkunde Computertomografie als Chirurg
Hallo ich bin seit langem Chirurg und habe die Fachkunde Röntgen aus dem Jahr 1986, als es noch keine Aufteilung in verschiedene Bereiche z.B. Ct gab. Da ich keine Fachkundebescheinigung nach neuem Recht brauche und in den Jahren vor 1987 auch Computertomografien durchgeführt habe, bin ich der Meinung, die Fachkunde zur Durchführung von Ct Untersuchungen zu besitzen und diese Untersuchungen im Krankenhaus selbständig ohne Radiologen anordnen und durchführen zu dürfen. Ist diese Einschätzung richtig ?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, es macht mir richtig Spaß, ohne Wenn und Aber sagen zu können, dass Sie vollkommen Recht haben. Nur eine kleine Empfehlung: Sollte die zuständige Behörde auf die Idee kommen, zu hinterfragen, ob Sie wirklich vor 1987 schon CT-Untersuchungen durchgeführt haben, wäre es gut, wenn sie das irgendwie glaubhaft bestätigen könnten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  K.Müller schrieb am 11.11.2015 - 18:29 Uhr:
Frage:2555 BETREFF: Bezug zu Frage 2544 - Röntgenschürzen
Sehr geehrter Prof. Ewen. Mich verunsichert Ihre Aussage zur Kennzeichnung ´bleifreier´ Röntgenschürzen. In der DIN 6815 unter Pkt. 5 steht u.a. ...´Um eine ausreichende Schutzwirkung über die in der Röntgendiagnostik verwendeten Röntgenröhrenspannungen sicher zu stellen, muß bei Schutzkleidung, die Kompositmaterialien enthält u. ab Jan. 2009 (...) in Verkehr gebracht worden ist, der Hersteller den Nachweis erbringen, dass eine Prüfung nach DIN 6857-1 durchgeführt wurde u. die in DIN 6857-1 geforderte Schutzwirkung eingehalten wird.´ Bisher habe ich bei den Prüfungen diesen Nachweis gefordert. Wenn ich Ihre Antwort zu Frage 2544 richtig verstehe, reicht aber die CE-Kennzeichnung u. die Angabe nach E DIN EN 61331 aus. Ich weiß, daß die DIN.. kein Gesetz ist, aber es ist hilfreich, sich bei Prüfungen in Deutschland darauf berufen zu können.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, zunächst möchte ich Ihnen miteilen, dass DIN 6857-1 im Frühjahr 2016 (wahrscheinlich: Februar 2016) außer Kraft gesetzt und durch DIN EN 61331-1 und -3 ersetzt wird. Wenn es wirklich einen Verdacht gibt (und der muss nach unserer Meinung wirklich gut begründet sein), dass eine persönliche Schutzausrüstung (PSA) mit CE-Kennzeichnung nicht den Anforderungen für die CE-Kennzeichnung genügt, ist die Marktüberwachungsbehörde des jeweiligen Bundeslandes zuständig. Zum Beispiel in NRW wären das die Bezirksregierungen (Dezernate 55), in anderen Bundesländern die Gewerbeaufsichtsämter oder Arbeitsschutzämter. Da mit einer Meldung über einen Verdacht, dass die Anforderungen an die CE-Kennzeichnung nicht erfüllt sein könnten, ein Überprüfungsverfahren angestoßen wird, ist es sinnvoll, den zuständigen Behörden die gewonnenen Erkenntnisse zugänglich zu machen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Guido Kindervater schrieb am 11.11.2015 - 12:42 Uhr:
Frage:2554 BETREFF: Personendosis Personalgespräch
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, letztens habe ich mir die Frage gestellt, wann man ein Personalgespräch führen muss, wenn sich erhöhte Werte in der Personendosimetrie ergeben. Gibt es da Grenzen monatlich oder jährlich? Falls nein, was sagt der Strahlenschutzverstand ab welchen Werten eine Fehlersuche und das Personalgespräch zu suchen ist? Danke für Ihre Anrwort G. Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, der wichtigste Grenzwert für beruflich strahlenexponierte Personen beträgt 20 mSv effektive Dosis im Kalenderjahr. Die Anzeige eines Personendosimeters kann unter bestimmten Bedingungen als Maß für die effektive Dosis gelten (siehe § 35 Abs. 4 Satz 4 RöV). Bei Tragen einer ordnungsgemäßen Schutzschürze (0,35 mm Bleigleichwert), was im Kontrollbereich unbedingt erforderlich ist, wobei sich das Personendosimeter normalerweise unter der Schutzkleidung befinden muss, ist in der Röntgendiagnostik, speziell bei Durchleuchtungsuntersuchungen, davon auszugehen, dass bei Berücksichtigung der Abschirmwirkung der Schürze die vom Dosimeter angezeigte Dosis sehr deutlich unter 20 mSv im Kalenderjahr liegen muss, meistens sogar in einer Größenordnung von nicht mehr als 1 mSv/a. Anhand dieser groben Abschätzung hier können Sie ermessen, wann man mit dem entsprechenden Personal über ´erhöhte´ Werte in der Personendosimetrie sprechen könnte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Elke Nowak schrieb am 11.11.2015 - 10:59 Uhr:
Frage:2553 BETREFF: Str.schutz im Schockraum
Sehr geehrter Herr Prof. Ewens, in unserem Haus soll ein neuer Schockraum entstehen, in dem selbstverständlich dann auch die eine oder andere Röntgenaufnahme erstellt werden soll. Der Raum verfügt nicht über entsprechende Str.schutzmaßnahmen in den Wänden. Darf in einem solchen Raum geröntgt werden? Vielen Dank, Elke


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Nowak, die Frage, ob für die von Ihnen hier beschriebenen Röntgenuntersuchungen der Röntgenraum abgeschirmt werden muss (z.B. die Türen mit einer Bleieinlage), hängt von verschiedenen Untersuchungsdaten ab, die im Einzelfall bekannt sein müssen. So pauschal kann Ihre Frage ´Abschirmung des Röntgenraums ja oder nein´ hier nicht beantwortet werden. Man benötigt Angaben zur maximal einzustellenden Röhrenspannung, zu der ungefähren Zahl der Röntgenaufnahmen (z.B. pro Woche), zu den Abständen zwischen Patient/Röntgenstrahler und den Aufenthaltsplätzen von Personen außerhalb des Röntgenraumes, zu der Art der Nachbarräume (z.B. Kabine, Schaltraum) und zu den Bereichen, die sich in der Nutzstrahlrichtung befinden. Grundlage zur Berechnung von Abschirmungen in der Röntgendiagnostik ist die DIN 6812. Wir hier im Forum können Ihnen leider aus Zeit- und Zuständigkeitsgründuen nicht konkret die Abschirmungen berechnen. Das könnte möglicherweise durch die Firma geschehen, die das Gerät liefert, oder durch den Sachverständigen, der später vor Ort die technische Überprüfung vornehmen wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  T. W. schrieb am 10.11.2015 - 16:22 Uhr:
Frage:2552 BETREFF: RI und Befund
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, im Bereitschaftsdienst / nachts wird die RI nach RöV durch fachkundige klinischen Ärzte gestellt. Müssen diese Ärzte dann auch den Befund zur Untersuchung erstellen, oder kann der Befund im nachfolgenden Normaldienst vom Radiologen erstellt werden? Danke für Ihre Meinung. MfG Wiese


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wiese, wenn im Bereitschaftsdienst (nachts) die rechtfertigenden Indikationen durch entsprechend im Strahlenschutz fachkundige Ärzte gestellt werden, und zwar unter der Bedingung, dass diese Ärzte die Möglichkeit haben, die Patienten vor Ort untersuchen zu können, ist dieser Punkt ja rechtlich in Ordnung. Der Befund kann dann entweder von diesen Ärzten oder später von Ärzten im ´Normaldienst´, die die Bedingungen des § 24 Abs. 1 Nrn. 1 - 3 RöV erfüllen, erstellt werden (siehe auch § 2 Nr. 1 RöV). Dies zu entscheiden, ist keine rechtliche Frage der RöV sondern muss sich daraus ergeben, wie medizinisch wichtig es ist, den Befund sofort (also nachts) oder erst später (im ´Normaldienst´) zu erstellen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  MELANIE schrieb am 10.11.2015 - 13:08 Uhr:
Frage:2551 BETREFF: Röntgen am CT Arzthelferin mit Rö.Schein.
Guten Tag . Ich arbeite im Funktionsbereich im Krankenkhaus. Arbeite hauptsächlich im Röntgen. Darf ich als Arzthelferin mit Rö.Schein auch im CT arbeiten? Oder benötige ich hierzu eine gesonderte Aus .o. Weiterbildung. ? Vielen Dank im Voraus. Mit freundl. GRUSS MELANIE


1. Antwort: Hallo Melanie, ja, eine MFA (z.B. eine Arzthelferin) mit Kenntnissen im Strahlenschutz (´Röntgenschein´) darf auch an einem Computertomographen die Röntgenuntersuchung im Sinne des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV technisch durchführen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Rainer Weidner schrieb am 10.11.2015 - 04:36 Uhr:
Frage:2550 BETREFF: Einsatz von MFA auf Mammobilen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Der Einsatz von MFA auf Mammobilen ist unter ´ständiger Aufsicht´ zu gestalten. Abweichend von den Regelungen für den Strahlenschutz scheint hierfür eine besondere Präsenz der Aufsicht führenden Person erforderlich. Diese Präsenz ist in diesem Fall problematisch, weil das Mammobil kein ´Haus´ ist und die mobile Röntgenreihenuntersuchung besonders organisiert ist. Der Einsatz der MTRA und MFA setzt ein für beide Berufsgruppen identisches Fortbildungs- und Zertifizierungsverfahren nach dem Bundesmantelvertrag voraus. Die Röntgenanlage wird arbeitstäglich durch Physiker der Referenzzentren ´online´ frei gegeben Mammobile arbeiten komplett online im ´KV-Safenet´ und im Betreibernetzwerk. Die Röntgenassistentinnen erstellen im Fliessbandverfahren immer die gleichen Aufnahmen der Mamma. Darüber liegt eine Engmaschige Qualitätskontrolle . Der online Zugriff ist dem Verantwortlichen Arzt jederzeit möglich. Eine Gefahrenabwägung ergibt keinen plausiblen Grund, warum die Aufsicht unmittelbar im Mammobil eine persönliche Präsenz der Verantwortlichen Person nur für den Einatz der MFA erfordert Hintergrund ist der eklatante fachkräftemangel, der dort, wo Mammobile eingesetzt werden, am größten ist. Der Verzicht auf den Einsatz von MFA´s stellt die Betreiber vor fast unlösbare Probleme. Praktisch ist es so, dass MTRA für den eintönigen Fliessbandbetrieb überqualifiziert sind und schwer zu rekrutieren sind - wenn überhaupt verfügbar. Eine auf diese Situation zugeschnittene zeitgemäße Regelung ist erforderlich. Hierbei scheint die Gefahrenabwägung entscheidend. Der Einsatz von Mammobilen auf dem Land ist außerordentlich segensreich und hat sowohl den Versorgungsgrad als auch die Versorgungsqualität drastisch verbessert. Mit freundlichem Gruß Dr. R. Weidner


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Weidner, wir sehen Ihren Beitrag weniger als Frage an das Forum RöV sondern mehr als Plädoyer für den Einsatz von ausgebildeten MFA auf Mammomobilen. Ohne das Für und Wider weiter zu kommentieren, verweisen wir an dieser Stelle nur auf die Genehmigungsvoraussetzungen des § 3 Abs. 4a Ziffer 4.a) der Röntgenverordnung. Das bedeutet, dass die zuständige Genehmigungsbehörde zurzeit eine Genehmigung gar nicht erteilen kann, wenn diese Voraussetzung (ständige Aufsicht durch einen im Strahlenschutz entsprechend fachkundigen Arzt bei technischer Durchführung durch eine MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz) nicht nachgewiesen wird. Da es sich um eine Genehmigungsvoraussetzung handelt, gibt es auch keine Kompensationsmöglichkeit durch eine Ausnahmeregelung oder Ähnliches. Auch für einen späteren Wegfall dieser Genehmigungsvoraussetzungen gibt es rechtliche Randbedingungen. In § 17 Abs. 3 des Atomgesetzes heißt es: „Genehmigungen und allgemeine Zulassungen können widerrufen werden, wenn eine ihrer Voraussetzungen später weggefallen ist und nicht in angemessener Zeit Abhilfe geschaffen wird.“ Eine Veränderung in Ihrem Sinne ist unseres Erachtens nur möglich, wenn die Regelungen der Röntgenverordnung verändert werden. Die Initiative hierzu müsste z.B. von Fachgesellschaften oder ähnlichen Organisationen mit dem Bundesumweltministerium abgesprochen werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Conny Berger schrieb am 06.11.2015 - 18:06 Uhr:
Frage:2549 BETREFF: Aktualisierung Strahlenschutz
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, Ich versteh Ihr Bedenken. Ich bin seit 40 Jahren ZMF/ZMV. Meine Abschlussprüfung ist schon etwas her :-) Ich habe den Fragebogen vorab zum Ausfüllen bekommen, Mitte November besuche ich den Auffrischungskurs zum Strahlenschutz (der alle 5 Jahre nötig ist) der ca 2 Std dauert und zu dem ich den Fragebogen mitbringen soll. Vielen Dank für die schnelle Nachricht. Liebe Grüße C.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Berger, es tut mir Leid, Ihnen auf diesem Weg nicht helfen zu können. Aber wenn ich das über das Forum RöV machen würde, könnte ich damit eine kleine Lawine lostreten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Conny Berger schrieb am 06.11.2015 - 13:08 Uhr:
Frage:2548 BETREFF: Aktualisierung Strahelnschutz
Sehr geehrte Damen und Herren, Habe demnächst Aktualisierung im Strahlenschutz u zwei Fragen des Fragebogens sind etwas ...schwierig. Habe schon in drei(!) befreundeten Praxen angerufen, aber keine ZMF wusste Rat! Können Sie bitte helfen? Hier die Fragen: 1. Bei der Anfertigung einer intraoralen Aufnahme haben sie einen Aufsatz in den Tubus des Rö - Gerätes gesteckt. Welche Aussage ist richtig (1 Antwortmöglichkeit): a. durch den im Aufsatz eingebauten Filter werden die Strahlen auf den Film gelenkt. b. durch den Aufsatz wird der Tubus verlängert und dadurch die Strahlung an die Filmempfindlichkeit angepasst c. der Strahlenfeldbegrenzer kann nur bei der Paralelltechnik angewendet werden. d. Der Aufsatz enthält ein Prüffeld, das die Belichtungszeit des Rö-Bildes dokumentiert (ich würde sagen a. ist richtig) 2. Was schreibt die RöV zwingend vor? (1 Antwortmöglichkeit) a. Jeder Patient muss vor dem Anfertigen einer Röntgenaufnahme über die wichtigsten Inhalte der RöV informiert werden b. Für häufig vorkommende Arten von Rö-Aufnahmen muss eine Arbeitsanweisung vorhanden sein. c. Alle Mitarbeiter in einer Praxis, auch die Sekretärin usw. müssen alle zwei Jahre überdie Gefahren des Röntgens geschult werden. d. Die Prüfung der Röntgengeräte durch einen Sachverständigen muss jährlich erfolgen. (ich würde sagen b. ist richtig) In der Hoffnung auf Hilfe, liebe Grüße E.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Berger, Ihre Anfrage hier im Forum RöV verunsichert uns etwas. Sie schreiben, dass Sie demnächst eine Aktualisierung Ihrer Kenntnisse im Strahlenschutz durchführen müssen, schicken aber jetzt bereits zwei Prüfungsfragen mit. Da wir nicht sicher sind, ob es sich nicht um eine Abschluss- oder Zwischenprüfung in einem Online-/Präsenzkurs o.ä. handelt, möchten bzw. dürfen wir Ihnen diese Fragen nicht beantworten. Würden wir das nämlich tun, wäre ja damit ein Strahlenschutzkurs, der mit Erfolgskontrolle (in der Regel durch Beantwortung von Prüfungsfragen) abschließen muss, geradezu ad absurdum geführt, wenn wir hier Prüfungsfragen öffentlich beantworten würden. Ich hoffe auf Ihr Verständnis und empfehle Ihnen, mit dem Kursveranstalter Kontakt aufzunehmen und Ihre Fragen im Chat oder am Telefon zu erörtern. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Brigitte Kolb schrieb am 05.11.2015 - 19:09 Uhr:
Frage:2547 BETREFF: Durchleuchten im OP
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, darf das Pflegepersonal mit einem absolvierten 20-h-Strahlenschutzkurs auf Anweisung des Arztes den Durchleuchtungsknopf bzw. den Fußschalter zum Durchleuchten bedienen? Oder ist das Auslösen der Strahlung zum Durchleuchten eine ausschließlich ärztliche Tätigkeit? Uns hat man im Strahlenschutzkurs gesagt, dass das OP-Personal mit Kenntnissen im Strahlenschutz (20-h-Kurs) nur den C-Bogen einstellen und positionieren darf, Durchleuchten darf nur der Arzt.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Kolb, das Ein- und Ausschalten der Durchleuchtung im OP auf Anweisung und unter unmittelbarer Aufsicht eines entsprechend im Strahlenschutz fachkundigen Arztes durch eine MFA mit Kenntnissen im Strahlenschutz (hier: erworben durch den genannten 20-h-Kurs) ist durchaus erlaubt. Damit hat diese Person ja keine Durchleuchtung durchgeführt, deren zentrales Anliegen doch darin besteht, eine medizinische Aussage, z.B. einen Befund, zu gewinnen. Sie hat, und zwar anordnungsgemäß, nur den Durchleuchtungsschalter betätigt (´Ein´ bzw. ´Aus´). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  D. Wittig schrieb am 05.11.2015 - 12:15 Uhr:
Frage:2546 BETREFF: Tomosynthese vs. Mammographie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, sehen Sie zum jetzigen Zeitpunkt in Deutschland bereits aus strahlenhygienischer Sicht die Vorgehensweise gerechtfertigt, die Mammographie in 2 Ebenen (kurative Mammoggraphie) gegen die Tomosynthese in 1 Ebene plus Mammographie in der anderen Ebene zu ersetzen? Das Argument dafür wäre, dass die Tomosynthese laut Studien insb. aus den skandinavischen Ländern die Sensitivität und diagnostische Genauigkeit erhöht. Unter dieser Prämisse würden weitere Röntgenuntersuchungen in der Abklärungsdiagnostik (insb. Kompressionsaufnahmen) gespart, wenn primär direkt die Tomosynthese eingesetzt würde. Zudem wäre (bei vergleichbarer Dosis wie bei der Mammographie in 2 Eb.) die Sensitivität höher. Die Röntgenverordnung fordert, das Verfahren mit der geringsten Dosis einzusetzen. Andererseits ist natürlich die digitale Mammographie Goldstandard und die Tomosynthese noch nicht Teil der Leitlinien in der Senologie. Danke und herzliche Grüße


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wittig, diese hier von Ihnen angesprochene Thematik und Ihre damit verbundene Frage an das Forum RöV ´2-Ebenen-Mammographie versus Tomosynthese plus Mammographie in jeweils einer (unterschiedlichen) Ebene?´ ist schon in verschiedenen Institutionen, wie Arbeitskreis RöV (AK RöV) und Länderausschuss RöV (LA RöV), diskutiert worden, aber bisher noch nicht abschließend und im Wesentlichen nur auf der Basis strahlenschutztechnischer Aspekte. Wir hier im Forum RöV haben aber den Eindruck, dass Ihre Fragestellung mehr die radiologischen Gesichtspunkte dieser Problematik betrifft, so dass Überlegungen zu einer fachlich fundierten Antwort ehr von medizinisch orientierten Gremien erwartet und angestellt werden sollten. Ein konkreter Ansprechpartner könnte für Sie das Bundesamt für Strahlenschutz sein, das sich nach unserem Wissensstand mit dieser Thematik schon beschäftigt hat bzw. dabei ist, sich damit zu beschäftigen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Endora schrieb am 02.11.2015 - 21:10 Uhr:
Frage:2545 BETREFF: Strahlenschutz /Zahnarztpraxis
Hallo! Es gibt Aufsätze, die bei intraoralen Röntgenaufnahmen in den Tubus des Röntgengeräts gesteckt werden können. Werden durch diesen Aufsatz die Strahlen auf den Film gelenkt? Oder wofür ist solch ein Aufsatz gedacht? Liebe Grüße, Endora


1. Antwort: Hallo, ich kann mir vorstellen, dass damit Einblendungssysteme für die Nutzstrahlung gemeint sind (´Formateinblendung´), mit deren Hilfe das Nutzstrahlenfeld variiert (verkleinert) werden kann, um die Strahlenexposition der Patienten zu reduzieren. Beispielsweise sind das typische Feldgrößen von 2 cm x 3 cm oder von 3 cm x 4 cm. Gegebenenfalls könnten das zusätzlich auch geeignete Positionshilfen für den Bildempfänger sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wilfried Beyerle schrieb am 02.11.2015 - 12:57 Uhr:
Frage:2544 BETREFF: Röngenschürzen
Guten Tag, habe eine Frage zur Nutzung von Röntgenschürzen in der Zahnarztpraxis. Die besagte Schürze (bleifreies Material) erfüllte die Medizinprodukterichtlinie 93/42/ EWG (hat ein CE-Zeichen) und die EN ISO 61331-1. Leider ist nicht bescheinigt, dass auch die DIN 6857-1 erfüllt wird. Darf so eine Schürze in Deutschland genutzt werden ? Ich meine ja, da eine Konformitätserklärung vorliegt. Die Einhaltung der DIN 6857-1 ist gesetzlich nicht vorgeschrieben.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Beyerle, Sie haben Recht; diese Schürzen entsprechen den Vorschriften des Medizinprodukterechts (CE-Kennzeichen, Konformitätserklärung) und können daher (auch ohne expliziten Nachweis, dass DIN 6857-1 eingehalten ist) eingesetzt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Brigitte König schrieb am 29.10.2015 - 16:13 Uhr:
Frage:2543 BETREFF: Zuständigkeit für Filmdosimeter
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer OTA-Schule absolvieren interne Auszubildenden und externe Auszubildende einen 20 stündigen Kurs zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz nach Anlage 10 der Fachkunderichtlinie. Die internen Teilnehmer erhalten die Filmdosimeter aus der Heimatklinik wo sich die OTA-Schule befindet und die externen aus dem Kooperationshaus. Das bedeutet, dass bei den externen Teilnehmern der Filmdosimeter von einem anderen Krankenhaus bei uns getragen wird. Ist das regelkonform oder wie ist in diesem Fall zu verfahren? Ich freue mich auf eine Rückmeldung und verbleibe, mit freundlichen Grüßen Brigitte König


1. Antwort: Sehr geehrte Frau König, die RöV regelt in § 35 Abs. 1, dass an Personen, die sich aus anderen Gründen als zu ihrer ärztlichen oder zahnärztlichen Untersuchung oder Behandlung im Kontrollbereich aufhalten, unverzüglich die Körperdosis zu ermitteln ist. Die Ermittlung der Körperdosis hat dabei in der Regel durch die Messung der Personendosis mit einem Dosimeter der behördlich bestimmten Messstelle zu erfolgen. Diese Regelung wendet sich an den Strahlenschutzverantwortlichen (SSV), d.h. an den Betreiber der Röntgeneinrichtung (vgl. § 15 Abs. Nr. 4 RöV). Daraus folgt, dass der SSV dafür sogen muss, dass diesen Personen ein Dosimeter zur Verfügung gestellt wird und er auch die Auswertung veranlassen muss. Dieses Vorgehen macht grundsätzlich auch Sinn, denn nur so erhält der SSV einen Überblick über die Expositionen und ggf. über vorgekommene ´Dosisspitzen´. Allerdings ergibt sich aus dieser Regelung auch der Nachteil, dass bei Tätigkeiten in Kontrollbereichen verschiedener SSV auch verschiedene Dosimeter getragen werden müssten und eine Aufsummierung möglicherweise variabler Expositionen erst relativ spät im Strahlenschutzregister beim Bundesamt für Strahlenschutz erfolgen könnte. Eine Lösung wäre § 6 Abs. 1 Nr. 3 RöV: Die externen Teilnehmer der OTA-Schule haben ein Dosimeter ihres Arbeitgebers und einen registrierten vollständig geführten Strahlenpass (in dem alle Expositionen zeitnah eingetragen werden) und sie erhalten am Einsatzort ein jederzeit ablesbares Dosimeter, damit der SSV der Röntgeneinrichtung Unregelmäßigkeiten sofort erkennen kann. Dieses Verfahren stellt sicher, dass alle Expositionen auf nur einem ´amtlichen´ Dosimeter erfasst und zeitnah ausgewertet werden. Allerdings ist der formale Rahmen für dieses Verfahren recht aufwändig (siehe hierzu § 6 Abs. 1 Nr. 3 und Abs. 3 RöV), und das besonders bei Berücksichtigung der sicherlich realistischen Annahme, dass die gemessenen Dosiswerte sehr gering sein werden. Wir empfehlen Ihnen, mit der für Sie zuständigen Aufsichtsbehörde Kontakt aufzunehmen und zu erfragen, ob bei der von Ihnen beschriebenen Verfahrensweise eine Ausnahme von der Verpflichtung des SSV, Personendosimeter für alle Personen, die im Kontrollbereich tätig werden, bereitzustellen, möglich ist, da die Sicherheit der Tätigkeit dadurch (sehr kleine Dosiswerte sind zu erwarten) nicht beeinträchtigt wird. Ggf. könnten Sie anbieten, dass neben dem amtlichen Dosimeter des externen Arbeitgebers ein jederzeit ablesbares Dosimeter getragen wird. Ein solche Ausnahme sollte eigentlich nach § 33 Abs. 6 Nr. 2 RöV möglich sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kolb Rudolf schrieb am 26.10.2015 - 20:33 Uhr:
Frage:2542 BETREFF: Prüfung des Kontrastauflösungsvermögens
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, in der QS Richtlinie ist bei der Prüfung des Kontrastauflösungsvermögens nach Prüfverfahren A in der Tabelle 3.4.4 für den Goldplättchendurchmesser 2,0 ein Grenzwert angegeben. In der Prüfanleitung der deutschen Referenzzentren für Mammographie Vers. 2.0 ist dieser Goldplättchendurchmesser nicht auszuwerten. Nach welcher Vorgabe soll man sich denn nun richten? mfG Kolb


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, Sie haben Recht, an dieser Stelle gibt es in der Tat Unstimmigkeiten. In der gemeinsam von den Referenzzentren erarbeiteten Prüfanleitung wie auch in dem von einem kleinen Expertenteam erstellten Entwurf des betreffenden Abschnittes der QS-RL ist bei der visuellen Auswertung die 2 mm Strukturreihe gestrichen worden. Hintergrund war, dass die für die automatische Auswertung eingesetzte Software „CDMAM Analysis v.1.5.5“ diesen Durchmesser nicht bewertet und man die Vorgaben entsprechend angleichen wollte. Ein weiterer Grund war, dass erfahrungsgemäß die Prüfanforderungen bei diesem Durchmesser immer erfüllt werden. Zum Beispiel wurden bei 600 durchgeführten Prüfungen in einem Referenzzentrum nur in einem Fall die Anforderungen bei 2 mm nicht erfüllt, was aber auch auf alle weiteren Strukturreihen zutreffend war. Somit ist der Informationsgehalt der ´2 mm Struktur´ als nicht relevant einzuschätzen. Die 2 mm wurden aus uns nicht näher bekannten Gründen bei der Einarbeitung des betreffenden Entwurfes in die QS-RL erneut aufgenommen. Vorschlag, nach dem auch einige Referenzzentren vorgehen: Diesen Durchmesser zwar auswerten und in den jeweiligen Auswertebögen dokumentieren, das Ergebnis aber nicht in der tabellarischen Übersicht aufführen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 26.10.2015 - 17:24 Uhr:
Frage:2541 BETREFF: Kenntniskurs DVT
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank erst mal für die sehr schnelle Antwort zu meiner Frage 2539. hier möchte ich Ihnen und Ihrem Team doch auch mal ein großes Lob aussprechen. Dieses Forum ist ausgesprochen hilfreich. Und doch muss ich meine Frage bzgl des Kenntniskurses noch mal präzisieren. In besagtem Fall handelt es sich um die Anwendung eines DVT im Bereich der Handchirurgie und die MFA bedienen das DVT Gerät auf direkte Anweisung und unmittelbare Aufsicht des Arztes mit Fachkunde, quasi anstelle des C-Bogens. Damit wäre die Voraussetzung eines verkürzten Kenntniskurses eigentlich gegeben, oder? Freundlich grüßt I.Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, Danke für das Lob zum Forum RöV. Zu Ihrer Zusatzfrage: Wenn wir deren Inhalt so interpretiere, dass sich die notwendige Tätigkeit nur bei Operationen oder Interventionen ergibt, sich ausschließlich auf das Bedienen der Röntgeneinrichtung DVT bezieht und die unmittelbare Aufsicht und Verantwortung des im Strahlenschutz fachkundigen Arztes gewährleistet ist, dann können wir Ihren Argumenten folgen. Ausgeschlossen wäre aber die Tätigkeit im Rahmen der Untersuchungen außerhalb von Operationen oder Interventionen und nach unserer Meinung bei der Durchführung der Qualitätssicherung. Da die Überprüfung der durchführten Tätigkeit durch die örtlich zuständigen Aufsichtsbehörde erfolgt, ist unser Rat (mindestens für den Fall, dass die Kenntnisse noch nicht vorhanden sind), dort nachzufragen. Sie bekommen bestimmt eine verbindliche Auskunft, auf die Sie sich auch im Konfliktfall beziehen können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  S. Hage schrieb am 25.10.2015 - 11:59 Uhr:
Frage:2540 BETREFF: Strahlenschutz bei NNH-Aufnahmen
Sehr geehrter Herr Prof. Even, welcher Patienten-Strahlenschutz ist bei konventionellen NNH-Aufnahmen erforderlich. Ist ein Gonadenschutz mit flexiblen Spannbügel ausreichend? Oder sollte dem Patienten bei NNH-Aufnahmen eine Röntgenschürze umgelegt werden? Mit freundlichen Grüssen S.Hage


1. Antwort: Sehr geehrte Frau (?) Hage, es ist bei derartigen Fragestellungen am besten, man schaut in die ´Leitlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik´ nach (Internet!). Dort wird u.a. auch etwas zum Patientenschutz bei Röntgenaufnahmen im Kopfbereich gesagt: Es wird ein Schilddrüsenschutz empfohlen und in der Pädiatrie eine ´Bleigummiabdeckung der unmittelbar anschließenden Körperabschnitte des Körperstamms´. Letzteres kann man sicherlich mit der von Ihnen erwähnen ´Röntgenschürze´ bewerkstelligen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 24.10.2015 - 15:49 Uhr:
Frage:2539 BETREFF: Kenntniskurs für DVT
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, welchen ´Kenntniskurs´ müssen Personen mit einer sonstigen medizinischen Ausbildung abolvieren, um Kenntnisse im Strahlenschutz für den Anwendungsbereich DVT ( nicht zahnärztlich ) zu erhalten? Vielen Dank und freundliche Grüße Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, Personen mit einer erfolgreich abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung (MFA) müssen den normalen 90-Stundenkurs absolvieren, um die notwendigen Kenntnisse für die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen mit DVT bescheinigt zu bekommen. Der Kurs ist in der ´Fachkunderichtlinie Medizin RöV´ (s. Internet) unter der Anlage 8 beschrieben. Verkürzte Kurse zum Kenntniserwerb sind nur für ´OP-Personal´ (Tätigkeit unter unmittelbarer Aufsicht eines fachkundigen Arztes) und für Knochendichtemesseinrichtungen vorgesehen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  W. Maqua schrieb am 23.10.2015 - 08:33 Uhr:
Frage:2538 BETREFF: Röntgen bei Asylbewerbern
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, Bürokratie und Gesetz können manchmal verblüffende Schwierigkeiten bereiten. Laut Asylgesetz müssen wohl Asylbewerber über 15 Jahren sich einer Röntgen-Untersuchung im Rahmen der Tuberkoulose überwachung unterziehen. Die Betreuung der Asylbewerber obliegt inzwischen privaten Gesellschaften, ist ´outgesourct´. Es gibt dort keinen ärztlichen Ansprechpartner. Darf ich als Radiologe überhaupt die Untersuchung durchführen, da ich ja eigentlich nur auf ärztlichen Auftrag tätig werden darf, und, noch schwieriger, wem übermittele ich den Befund? Darf ich der ´Lagerverwaltung´ das Ergebnis mitteilen? Verstosse ich dann nicht der Schweigepflicht? Es ist keine theoretische Überlegung, sondern meine Realität im Arbeitsalltag. Gruß W. Maqua


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Maqua, die von Ihnen angesprochenen Röntgenuntersuchungen von Flüchtlingen und Asylbewerbern, die in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden sollen, erfolgen abweichend von den regelmäßigen Röntgenuntersuchungen nicht im Rahmen der Heilkunde sondern in nach dem Infektionsschutzgesetz (IFSG) zugelassenen Fällen. Diese Anwendung ist nach § 23 Abs. 1 Röntgenverordnung explizit zugelassen und bedarf auch nicht der rechtfertigenden Indikation durch einen fachkundigen Arzt vor der Durchführung der Untersuchung. Die Untersuchungen nach IFSG sind sicherlich eine Besonderheit innerhalb des Strahlenschutzrechts, da tatsächlich keine ärztliche Überweisung, Zuweisung oder Inaugenscheinnahme vor der Untersuchung vorgeschrieben sind. Sofern die Randbedingungen (älter als 15 Jahre, keine Schwangerschaft) erfüllt sind, darf die Röntgenuntersuchung von einer berechtigten Person technisch durchgeführt werden. Berechtigte Personen sind sicherlich MTRA, ggf. auch MFA. Dies ist im Einzelfall mit der zuständigen Strahlenschutzbehörde abzuklären. Das Outsourcing macht solange keine Probleme, als die Befundung durch einen fachkundigen Arzt erfolgt, die Röntgeneinrichtung dem Stand der Technik entspricht, qualitativ allen Anforderungen genügt und der Betrieb für diese Art der Untersuchung zugelassen ist. Ob die Weitergabe des Befunds an die Leitung der Gemeinschaftsunterkunft oder an das Organisationsteam ein Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht ist, lässt sich aus der Röntgenverordnung nicht beantworten. Allerdings regelt § 36 Abs. 4 IFSG, dass die Personen, die in einer Gemeinschaftsunterkunft aufgenommen werden sollen, ein ärztliches Zeugnis vorzulegen haben, das sich auf eine erstellte Röntgenaufnahme der Lunge erstreckt. Diese Personen sind nach den Regelungen des IFSG verpflichtet, die Untersuchungen zu dulden. Insoweit ist der Weg eindeutig geregelt: Der untersuchende Arzt stellt ein entsprechendes Gesundheitszeugnis für den Flüchtling oder Asylbewerber aus und dieser legt das Zeugnis der Leitung der Gemeinschaftsunterkunft vor. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Hans Werner Müller schrieb am 22.10.2015 - 11:09 Uhr:
Frage:2537 BETREFF: Umlaufender Rand bei OPG FRS DVT
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, bei dem Vertieb, Betreuung eines neu endwickelten OPG / 3D Gerätes mit optionalen Ceph, würde ich gerne wissen wie es sich mit dem nach der aktuellen QS-RL vom 23.6 2014 mit dem notwendigen umlaufenden Rand verhält. Das Gerät zeigt bei OPG Aufnahmen nur einen Rand rechts und links, aber keinen sichtbaren Rand oben und unten FRS kein umlaufender Rand sichtbar DVT kein umlaufender Rand sichtbar Strahlenfeld Begrenzung kann messtechnisch nachgewiesen werden und überstrahlt den Sensor nicht, es wird aber nach der Bildaufnahme kein sichtbarer Rand angezeigt. Es gibt z.Z. nur ja nur einen Entwurf der Din 6868-161 und bei Sachverständigen Prüfern wird eine Überprüfung des umlaufenden Randes sehr unterschiedlich gehandhabt. Mich würde mich interessieren wie der Hersteller seine Geräte rechtssicher in Deutschland vertreiben kann oder sollte. Es ist heute ja möglich das der eine Prüfer in Freiburg das Gerät als mängelfrei beurteilt der andere in Kiel dies aber ganz anderes sieht. Ich denke da gerade an Überprüfungen bei den Zahnärztlichen Stellen oder Überprüfungen nach 5 Jahren von einem anderen Sachverständigen.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, es gibt in der Tat auf dem von Ihnen angesprochenen Gebiet einige ´Verwerfungen´, die zum Teil durch den zurzeit laufenden Novellierungsprozess bei der SV-RL zu begründen sind, wobei für DVT-Geräte auch noch die AP-Norm DIN 6868-161 (ist kein Entwurf mehr) eine Rolle spielt. Eine glatte Auflösung dieser Problematik kann ich jetzt auch noch nicht anbieten. In Zweifelsfällen muss ´Rechtssicherheit´ bis zur Verfügbarkeit der novellierten SV-RL nur durch eine jeweilige Einzelfallentscheidung seitens der örtlich zuständigen Behörde erreicht werden. 1) OPG/Fernröntgen: Hier gilt die Prüfposition 06F07 (noch geltende SV-RL): allseitig umlaufender unbelichteter Rand auf Film und digitaler Aufnahme erkennbar. 06F07 (Entwurf SV-RL): allseitig umlaufender Rand auf Film und Speicherfolie erkennbar bzw. bei direkten Aufnahmesystemen keine Überstrahlung der aktiven Fläche. 2) DVT: Prüfposition 12F05 (noch geltende SV-RL): Eingrenzung des Strahlenbündels auf den Bildempfänger durch fokusnahe Blende vorhanden. 12F05 (Entwurf SV-RL): wie geltende SV-RL, nur statt ´Strahlenbündels´ jetzt ´Strahlenfeldes´. Neu ist (Entwurf SV-RL) 12F05a: Fokusnahe Blende so justiert, dass keine Überstrahlung der aktiven Fläche erfolgt. Die DIN 6868-161 fordert unter 4.3.2 (Ausrichtung des Nutzstrahlenfeldes zur aktiven Detektorfläche) in 4.3.2.1 (Anforderung) eine von der SV-RL (geltend und Entwurf) abweichende und quantitativ ausgerichtete Regelung. Es bestehen bei Sachverständigen Zweifel, wie die Prüfung (siehe 4.3.2.2 in der Norm) tatsächlich erfolgen soll. Hier gibt es also, wie einleitend erwähnt, noch Abstimmungsprobleme zwischen SV-RL und Norm, die dringend behoben werden müssen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marion Terhorst schrieb am 21.10.2015 - 19:32 Uhr:
Frage:2536 BETREFF: CT-Basiskur evt. Erweiterung des Strahlenschutz
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, Ich bin seit 2000 im Besitz des Röntgenscheins nach §23 Nr4 RöV muss ich für die Bedienung eines CT meinen Röntgenschein erweitern und wenn ja, wer bietet solsche Kurse an? Auch wäre es wünschenswert CT Basiskurse anzubieten die in Wohnortnähe liegen. Bsp. Mönchengladbach, Viersen, Krefeld usw.Bisher habe ich leider nichts dergleichen im Internet gefunden. Vielen Dank Mit freundlichen Grüßen Marion T.


1. Antwort: ehr geehrte Frau Terhorst, die bescheinigten Kenntnisse im Strahlenschutz für die technische Durchführung i.S. des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV gelten, wenn nicht explizit eine Einschränkung auf der Bescheinigung der zuständigen Stelle vermerkt ist, für den gesamten Bereich der Röntgendiagnostik. Spezielle Kurse, die Kenntnisse für den Bereich CT vermitteln, sind nicht vorgesehen und werden nach unserem Wissen für Assistenzpersonal nicht angeboten. In Ihrem Fall heißt das, dass die im Jahr 2000 erworbenen und bescheinigten Kenntnisse auch für die Tätigkeit am CT ausreichen, sofern die notwendigen Aktualisierungskurse fristgemäß und erfolgreich besucht wurden und Bescheinigungen darüber vorliegen. Völlig unabhängig von den bescheinigten und aktualisierten Kenntnissen im Strahlenschutz ist natürlich immer eine qualifizierte Einweisung in die sachgerechte Handhabung von Röntgeneinrichtungen (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV) sowie die regelmäßige Unterweisung (§ 36 RöV) erforderlich. Vergleichbares gilt für die Fachkunde im Strahlenschutz nach RöV, über die MTRA gemäß ihrer Berufserlaubnis verfügen. Auch diese gilt u.a. grundsätzliche umfassend für alle Anwendungen in der Röntgendiagnostik. Anders stellt sich die Lage bei Ärztinnen und Ärzten dar. Wenn diese Personen Fachkunde im Strahlenschutz benötigen, um verantwortlich am CT tätig zu sein, muss neben der Fachkunde für bestimmte konventionelle Teilgebiete eine spezielle CT-Fachkunde erworben werden. Hierfür muss auch ein besonderer CT-Strahlenschutzkurs besucht werden, der aber auch regelmäßig angeboten wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Maren Lenz schrieb am 21.10.2015 - 08:11 Uhr:
Frage:2535 BETREFF: Kennzeichnung von Röntgengeräten
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ein Sachverständiger hat die Herstellerfirma eines Röntgengerätes darauf hingewiesen, dass die Anbringung des Strahlenzeichens auf dem Strahler nicht in Einklang mit der RöV steht, da dieses Zeichen nur in der Strahlenschutzverordnung vorgesehen ist. In der DIN 25430 sind aber unter Abschnitt 5.8 Hinweise zum Warnschild für eine Röntgenanlage enthalten, auf dem dieses Kennzeichen steht. Der Zusatz „Röntgen, kein Zutritt für Unbefugte“ lässt allerdings den Schluss zu, dass dieses Warnschild für Röntgenräume und nicht für Geräte zu verwenden ist. Meine Fragen: Warum findet sich in der RöV kein Hinweis auf das Strahlenschutzzeichen? Macht der Hersteller einen Fehler, wenn er das Zeichen direkt auf dem Strahler aufbringt? Mit freundlichen Grüßen Maren Lenz Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales Mecklenburg-Vorpommern


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Lenz, nach § 19 Abs. 2 sind Kontrollbereiche während der Einschaltzeit mindestens (!!) mit den Worten ´Kein Zutritt - Röntgen´ zu kennzeichnen. Diese Kennzeichnung kann z.B. an den Türen zu einem Röntgenraum, der bei Einschaltung der Strahlung zum Kontrollbereich wird, oder auch an der Röntgeneinrichtung selbst angebracht sein, was in der Regel z.B. an mobilen C-Bogengeräten im OP geschieht, wobei da noch oft zusätzlich auf dem Schildchen die Ausdehnung des Kontrollbereiches (z.B. 3,5 m) in Umgebung des Geräts zahlenmäßig angegeben wird. Das Wort ´mindestens´ lässt ja den Schluss zu, dass auf dieser Kennzeichnung neben den besagten Worten auch noch mehr stehen darf. Das Warnschild WS 120 in der DIN 25430 enthält neben den Worten ´Röntgen´ und ´Kein Zutritt´ noch die Worte ´für Unbefugte´ und eben dieses Warnzeichen. Man könnte fragen: Na und? Mit dem Wort ´mindestens´ wird mit WS 120 doch nicht gegen die RöV verstoßen. Mit diesem Warnschild wird nicht auf einen Röntgenraum hingewiesen, der existiert ja immer, wenn sich ein Röntgengerät darin befindet, auch wenn es ausgeschaltet ist, sondern auf die Existenz eines Kontrollbereiches, die physikalisch nur dann gegeben sein kann, wenn die Strahlung eingeschaltet ist. Ist dann der gesamte Röntgenraum Kontrollbereich, dann wird man, wie oben gesagt, die Kennzeichnung außen an den Türen anbringen. Ist nur ein Teil des Röntgenraumes Kontrollbereich, wie oft in größeren OP-Räumen, dann wird man am besten das Schild, wie oben auch gesagt, am Gerät anbringen. Das ist also kein Fehler! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Becher schrieb am 20.10.2015 - 11:53 Uhr:
Frage:2534 BETREFF: Aktualisierung der Fachkunde
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, in unserem Hause steht für viele Mitarbeiter die Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz an. Ein leitender Arzt sprach mich an, er habe auf einer Fortbildung gehört, es gäbe eine verkürzte Version für Ärzte und OP Personal. In der Strahlenschutzverordnung kann ich diesbezüglich keine Aussagen finden. Gibt es eine solche Reglung? Mit freundlichen Grüßen aus dem Seehospital Michael Becher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Becher, die Länge der notwendigen Aktualisierungskurse richtet sich nach den einschlägigen Richtlinien über Erwerb und Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass die Zeit zur Aktualisierung der Fachkunde für Ärzte und MTRA auf jedem Gebiet (Röntgenverordnung oder Strahlenschutzverordnung) jeweils acht Unterrichtseinheiten beträgt. Wenn die Aktualisierung kombiniert wird (RöV plus StrlSchV), dann können für beide Bereiche zwölf Unterrichtseinheiten ausreichend sein. Diese Regelung gilt auch für Medizinphysik-Experten (MPE). Unterschiedlich können die zeitlichen Anforderungen an die Aktualisierung der Kenntnisse für medizinisches Assistenzpersonal sein. Während z.B. eine Arzthelferin, die als medizinische Fachangestellte Röntgenuntersuchungen technisch durchführt, einen Aktualisierungskurs von 8 Unterrichtseinheiten Dauer besuchen muss, reichen bei OP-Personal, welches ausschließlich auf Anweisung und unter unmittelbarer Aufsicht eines fachkundigen Arztes tätig wird, Aktualisierungskurse mit einer Dauer von 4 Unterrichtseinheiten. Vielleicht kommen die Angaben über verkürzte Versionen der Aktualisierungen aus diesem besonderen Tätigkeitsfeld. Angaben hierzu finden Sie weder in der Röntgenverordnung noch in der Strahlenschutzverordnung sondern nur in der Richtlinie „Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin“. Grundsätzlich gilt für alle Aktualisierungen eine Frist von fünf Jahren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Schreiber schrieb am 19.10.2015 - 15:24 Uhr:
Frage:2533 BETREFF: Röntgen Dosisgrenzwerte bei beruflicher Strahlenexposition
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen Ich melde mich bei Ihnen wegen den Werten der monatlichen Messungen der persönlichen Röntgen Plackten im MVZ Op. Hier wird gemessen, nicht bei allen ein mSv Wert von ( 0,2 ). Davor war es 0,1mSv. Ist dies bedenklich ? was muss unternommen werden? Wenn Sie mich kurzfristig informieren würden, würde ich mich freuen. Vielen Dank. Mit freundlichen Grüßen Schreiber


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Schreiber, normalerweise muss ein ´amtliches´ Personendosimeter (in der Regel ein Filmdosimeter) monatlich von der amtlichen Messstelle ausgewertet werden (§ 35 Abs. 7 Satz 1 RöV). Allerdings kann die zuständige Behörde Auswertezeiträume bis zu 3 Monaten gestatten (§ 35 Abs. 7 Satz 2 RöV). Ich denke, Sie arbeiten im OP an einem mobilen C-Bogengerät, jedenfalls in der Nähe eines Durchleuchtungsgerätes, befinden sich also bei Einschalten dieses Gerätes im Kontrollbereich und zählen deshalb zu den beruflich strahlenexponierten Personen. Deren Grenzwert beträgt 20 mSv im Kalenderjahr (effektive Dosis; siehe § 31a Abs. 1 Satz 1 RöV). Wenn ich mal unterstelle, dass Ihr Personendosimeter monatlich ausgewertet wird und die gemessene Dosis in jedem Monat eines Jahres zwischen 0,1 und 0,2 mSv (Mittelwert über das Jahr: 0,15 mSv/Monat) liegt, dann würde sich eine mittlere Jahresdosis von 1,8 mSv ergeben. Dieser Dosiswert ist weit von dem o.g. Grenzwert (20 mSv pro Jahr) entfernt. Fazit: Das ist unbedenklich, Sie müssen nichts unternehmen und sich keine Sorgen machen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wolf Bach schrieb am 17.10.2015 - 17:51 Uhr:
Frage:2532 BETREFF: Mobiles Röntgengerät AMX 4 der Fa. GE
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Klinik soll das in die Jahre gekommene alte Röntgengerät ersetzt werden. Der Abbau und die Neuinstallation nehmen etwa 3-4 Wochen in Anspruch. Nun meine Frage dazu: Dürfen wir -sozusagen geplant - unser fahrbares Rö-Gerät des o.g. Herstellers nutzen, um die normalerweise in einer kleinen Klinik (incl. Notfallversorgung) anfallenden Rö- Untersuchungen durchzuführen ? Auch Aufnahmen des Achsenskeletts und Thorax - alles ohne Streustrahlenraster ? Und wie schaut es mit Aufnahmen von Kindern und Jugendlichen aus ? Mit freundlichen Grüßen W. Bach


1. Antwort: Korrektur zur Anfrage von Herrn Bach: In der 7. Zeile des Antworttextes muss das Wort ´praktikabel´ durch ´unpraktikabel´ ersetzt werden. K. Ewen

2. Antwort: Sehr geehrter Herr Bach, ich gehe mal davon aus, dass dieses mobile ´Ersatzgerät´ nicht über eine Belichtungsautomatik (BA) verfügt. Dass auch kein Raster vorhanden ist, hatte Sie ja gesagt. Bei Röntgenaufnahmen an Kindern wird auch ein Zusatzfilter gefordert (mind. 0,1 mm Cu-Äquivalent). Es gibt zwar die Aussage einer ärztlichen Stelle, dass Aufnahmen mit freier Einstellung denen mit BA durchaus gleichwertig seien, wobei man mit Belichtungstabellen, bezogen auf den Patientendurchmesser, arbeiten müsste. Aber das erscheint uns praktikabel, da kaum eine MTRA oder eine MFA damit Erfahrung haben dürfte und so die Gefahr von Fehlaufnahmen - besonders wenn noch analog geröntgt wird - sehr groß ist. Dann fehlt immer noch das Raster, ohne das bei kräftigeren Patienten wegen zu großer Streustrahlungseinflüsse die Bildqualität kaum befundbar sein wird. Schließlich gibt es auch die Leitlinie der BÄK, die für die verschiedenen Röntgenaufnahmen ganz bestimmte technische Voraussetzungen fordert, die von dem besagten mobilen Röntgengerät sicherlich nicht erfüllt werden können. Selbst wenn man jeweils bei einzelnen Röntgenaufnahmen von der Leitlinie begründet abweichen darf, hätten wir große Bedenken, die Nutzung dieses Ersatzgerätes zu akzeptieren. Also unsere Empfehlung: Entweder ein ´passendes´ Röntgengerät leihen oder solange nicht röntgen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andreas Bertels schrieb am 15.10.2015 - 14:50 Uhr:
Frage:2531 BETREFF: Abnahme Bildwandler, hier: bildabbildendes System
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir betrieben in unserer Praxis ein Bildwandlersystem (´C-Bogen´) für wirbelsäulennahe Injektionen. Nach 5 Jahren Betrieb war jetzt eine Abnahme gemäß RöV erforderlich, die das bisherige Gerät technisch nicht überlebt hat. Aus dem Fundus eine bekannten Gebrauchtgerätehändlers haben wir jetzt einen ´neuen´ gebrauchten, technisch einwandfreien BV erworben, der allerdings mit einem CRT-Monitor ausgestattet ist und keine Möglichkeit für das Einspielen von digitalen Prüfbildern vorsieht. Im Rahmen der Abnahme dieses Gerätes (und in Erwartung der folgenden Abnahmen gemäß RöV in 5 resp. 10 Jahren, so denn das Gerät so lange hält) teilen uns Händler und TüV-Sachverständiger unterschiedliche Dinge mit: Während der Händler sagt, dass eine ja wohl nach neuester DIN zwingend vorgeschriebene Abnahme des bildabbildenden Systems (Monitors) auch z. B. mit der Aufnahme eines Phantoms möglich wäre erklärt uns der Sachverständige des TÜV, dass diese Möglichkeit für die Abnahme des bildabbildenden Systems nur noch bis Mitte 2017 möglich sei, mithin also spätestens in 5 Jahren von uns ein neues Gerät z. B: mit TFT-Bildschirm und USB-Anschluss und Einspielmöglichkeit für digitale Prüfbilder gekauft werden müsste. Den geltenden DIN entnehme ich dagegen, dass es für bestehende Installationen eine Übergangsfrist bis 2025 geben soll, nach der erst dann eine Prüfung des bildabbildenden Systems mit eingespielten Prüfbildern notwendig wäre. Was stimmt nun? Immerhin geht es für uns um eine nicht unbedeutende Investition und wir können uns schlecht vorstellen, dass in 2017 alle BV mit analogem CRT (also auch unser Neuerwerb) auf dem Müll landen sollen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bertels, die DIN 6868-157 gilt nicht für CRT-Monitore. Also können Abnahme- und Konstanzprüfung nicht nach dieser Norm erfolgen. Es gibt ein Rundschreiben ´an die obersten Landesbehörden zur Durchführung der RöV´ zur Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL), in dem deren Beziehung zu den Normen DIN 6868-157 bzw. DIN V 6868-57 konkretisiert wird (Rundschreiben im Internet suchen bzw. die zuständige Behörde ansprechen). In diesem Rundschreiben findet man u.a. ´(2) Folgender neuer Abschnitt 4.4 wird eingefügt:´ Darin gibt es den Punkt (2), der die mobilen C-Bögen betrifft, die vor dem 01.05.2015 erstmalig in Betrieb gegangen sind und bei denen eine AP nach DIN 6868-157 noch nicht erfolgt ist. Punkt (2) unterteilt sich wiederum in Fall a. (Möglichkeit zur Einspeisung eines digitalen Testbildes ist möglich) und Fall b. (diese Einspeisung ist nicht möglich). Im Fall a. werden die AP nach DIN V 6868-57 und die KP nach Anhang B 4.1 der QS-RL vorgenommen. Diese Systeme dürfen dann bis 1.1.2025 betrieben werden. Im Fall b. dürfen die AP und KP nach der jeweiligen Gerätenorm vorgenommen werden: hier AP nach DIN 6868-150, KP nach DIN 6868-4. Diese Systeme dürfen dann bis 30.06.2018 betrieben werden. Wichtig ist zu wissen, dass nach Ablauf dieser Fristen über die eventuelle Außerbetriebnahme nicht ein Sachverständiger entscheidet sondern in jedem Einzelfall nur die zuständige Behörde. Es kann also sein, dass die Behörde bei Vorliegen bestimmter Gründe einen Weiterbetrieb z.B. über den 30.06.2018 hinaus durchaus zulassen kann. Wie gesagt, der Weiterbetrieb oder die Außerbetriebnahme wird für einen jeweiligen Betreiber von der zuständigen Behörde im Einzelfall entschieden. Es könnte sich lohnen, neben der Kenntnisnahme dieser Antwort im Forum RöV auch die zuständige Behörde zu kontaktieren. Nochmals: Diese ist keineswegs ein Sachverständiger. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Udo Trost schrieb am 11.10.2015 - 20:06 Uhr:
Frage:2530 BETREFF: Thoraxröntgen bei Flücjtlingen
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, gemäß Infektionsseuchschutzgesetz wird vom Gesundheitsamt, das die Asylbewerber betreut und vorher medizinisch untersucht hat, eine Thoraxaufnahme zum Ausschluss einer TB indiziert. Können diese Aufnahme von einer MTRA ohne Anwesenheit eines Radiologen durchgeführt werden? Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Trost, die Stellung der rechtfertigenden Indikation entfällt bei Untersuchungen nach dem Infektionsschutzgesetz (vgl. § 25 Abs. 1 Satz 3 RöV). Aus diesem Grund muss deswegen auch kein im Strahlenschutz fachkundiger Arzt anwesend sein. Die technische Durchführung darf durch eine MTRA erfolgen, die nach § 24 Abs. 2 Nr. 1 RöV nicht unter ´ständiger Aufsicht´ tätig werden muss. Die Befundung darf aber nur durch einen entsprechend im Strahlenschutz fachkundigen Arzt oder durch einen Arzt mit Kenntnissen unter der ständigen Aufsicht eines im Strahlenschutz fachkundigen Arztes erfolgen. Ort der Untersuchung und Ort der Befundung müssen aber nicht dieselben sein. Wichtig ist, dass auch bei Röntgenuntersuchungen nach dem Infektionsschutzgesetz die Frage einer möglichen Schwangerschaft und die Frage nach dem Alter der zu untersuchenden Person geklärt werden müssen (vgl. hierzu § 36 Infektionsschutzgesetz und § 23 Abs. 3 RöV). Hier ist zu prüfen, inwieweit diese Fragen berufsrechtlich delegierbar sind. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Masha Stepuk schrieb am 10.10.2015 - 00:46 Uhr:
Frage:2529 BETREFF: Von Schutzkleidung nicht bedeckte Körperorgane
Guten Tag. Bei der üblich verwendeten Strahlenschutzkleidung im Operationssaal sind Kopf,Arme Beine frei. Schilddrüsenschutz gibt es ja als Zusatz. Wie ist der aktuelle Wissenstand zu den nicht bedeckten Körperstellen? Kopf,Arme Beine


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Stepuk, die übliche Schürze, die im OP bei Röntgenuntersuchungen vom Personal zum Schutz gegen Streustrahlung zu tragen ist, schützt fast alle bezüglich stochastischer Strahlenwuirkungen empfindlichen Organe und Gewebe, weil sich diese mit Ausnahme der Schilddrüse im Abdomenbereich befinden. Die Schilddrüse aber kann man mit dem von Ihnen erwähnten Schilddrüsenschutz abdecken. Arme und Beine sind deutlich weniger strahlensensibel als die oben erwähnten Körperbereiche, so dass man hier auf Schutzkleidungsmaßnahmen (auch aus Praktikabilitätsgründen) verzichtet. Was bleibt, ist der Schutz der Augenlinsen. Es wird dringend empfohlen, und zwar besonders bei lang andauernden chirurgischen Durchleuchtungen, eine Strahlenschutzbrille zu tragen, welche die Dosis an den Linsen fast auf 10 % reduzieren kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stefanie Bach-Rodenberg schrieb am 06.10.2015 - 11:48 Uhr:
Frage:2528 BETREFF: Szintigraphie
Guten Tag, welche Schutzkleidung ist bei Durchführung einer Schilddrüsenszintigraphie (für das Personal) vorgeschrieben? Wenn eine Schwangerschaft angestrebt wird (und noch unklar ist, ob schwanger oder es dem Arbeitgeber noch nicht mitgeteilt wurde), wie hoch schätzen Sie das Risiko für den Embryo/Fetus ein, wenn 1-2 Szintigraphien pro Woche durchgeführt werden (als MTA/Ärztin, nicht Patientin)? Freundliche Grüßse


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Bach-Rodenberg, Schutzkleidung für Personal, wichtig in der Röntgendiagnostik, die beim Aufenthalt im Röntgenraum während des Einschaltens der Röntgenstrahlung die hauptsächlich vom Patienten ausgehende Streustrahlung abschirmen soll, ist in der Nukmed weder erforderlich noch sinnvoll. Gründe: Im Gegensatz zur Röntgendiagnostik gibt es dort nur sehr geringe Dosiswerte für das Personal, aber eine höhere Strahlenenergie der Gammastrahlung im Vergleich zur Röntgenstrahlung, so dass die Schutzkleidung in der Nukmed nicht besonders wirkungsvoll wäre. Üblich sind in der Nukmed: Kittel, Überschuhe, Handschuhe, Schutzbrille, Mundschutz. Über das, was davon im Einzelfall genutzt wird, muss der Strahlenschutzbeauftragte, und zwar in Abhängigkeit von der Art der Tätigkeiten und Untersuchungen, der gehandhabten Aktivitäten, der Zahl der Untersuchungen, etc., entscheiden. Was die berufliche Tätigkeit von Schwangeren in der Nukmed betrifft, also den Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen, so muss der § 43 Abs. 2 StrlSchV beachtet werden. Danach müssen für schwangere Mitarbeiterinnen die Arbeitsbedingungen (z.B. in der Nukmed) so gestaltet werden, dass eine innere berufliche Strahlenexposition ausgeschlossen ist. Das heißt, dass dieser Personenkreis mit offenen radioaktiven Stoffen nicht umgehen sollte. Die ´letzte´ Entscheidung darüber (´sollte´!) hat aber im Einzelfall der zuständige Strahlenschutzbeauftragte (siehe auch Richtlinie ´Strahlenschutz in der Medizin´; darin der Abschnitt 4.4.3; Richtlinie ist im Internet auffindbar). Ich schätze zwar bei derartigen Untersuchungen das personalbedingte Strahlenrisiko für Embryo/Fetus als sehr gering ein, besonders bei nur 1 - 2 Szintigraphien pro Woche, aber das ´so gering wie möglich´ im Sinne des § 6 Abs. 2 StrlSchV sollte auch berücksichtigt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Florian Hoffmann schrieb am 02.10.2015 - 11:43 Uhr:
Frage:2527 BETREFF: Röntgen als Praktikant für den Beruf Ordinationsassistent
Sehr geehrte Damen und Herren, aus unwissenheit und neugier habe ich mir die Frage gestellt ob ich als Angehender Ordinationsassistent ohne jegliche Ausbildung,und nach kurzer Einweisung eigenständig Röntgen darf/muss. Meines erachtens darf ich das nicht! Wo kann ich das nachlesen? Mit freundlichen Grüssen


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hoffmann, die Ausbildung zum Ordinationsassistenten ist nach dem ´österreichischen Bundesgesetz über medizinische Assistenzberufe und die Ausübung der Trainingstherapie (Medizinische Assistenzberufe-Gesetz – MABG)´ eine abgeschlossene sonstige medizinische Ausbildung. Allerdings gilt, dass die europäische Union keine Harmonisierung der Ausbildungsinhalte oder der Ausbildungssysteme herbeiführen kann und es damit nach unserem Wissen auch keine Verpflichtung zur Anerkennung von Berufsabschlüssen in anderen Mitgliedsstaaten gibt. Um aber die Anerkennung von Diplomen in anderen Mitgliedstaaten grundsätzlich zu erleichtern, hat die europäische Union bereits in den 1970er Jahren Richtlinien für einzelne Berufe erlassen. Sie regeln die Anerkennung der Diplome vor allem im medizinischen Bereich, so bei Ärzten, Zahnärzten, Tierärzten, Krankenschwestern und -pflegerinnen, Hebammen, Apothekern u.ä.. Daher besteht nach unserer Meinung durchaus Anlass zur Annahme, dass der Beruf des Ordinationsassistenten anerkannt ist bzw. werden kann. Es ist aber sicherlich ratsam, das genaue Verfahren noch einmal bei der zuständigen Gesundheitsbehörde (Ärztekammer, Bezirksregierung, Gesundheitsamt) zu erfragen. Wenn die Anerkennung als sonstige medizinische Ausbildung gegeben ist, bestehen sicherlich keine Bedenken, die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz nach der RöV zu erwerben, sie von der zuständigen Stelle bescheinigen zu lassen und dann eine Tätigkeit im Sinne des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV (technische Durchführung unter Aufsicht eines fachkundigen Arztes) auszuführen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Masha Stepuk schrieb am 01.10.2015 - 20:57 Uhr:
Frage:2526 BETREFF: Praxis und Strahglenbelastung in der Unfallchirurgie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, In der Unfallchirurgie wird während EINER OP sehr viel geröngt. Ich habe z.B. gesehen, dass nach einer OP auf dem Röntgengerät 533 cGy*cm² stand. Wenn man das nun 4 Monate jeden Tag 1-3 derartige OPs mitmacht (mitmachen muss wg Ausbildung) (mit Bleischutz), wie ist die gefährdung einzuschätzen? Vielen Dank.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Stepuk, lassen Sie uns mal ein wenig rechnen (oder besser: abschätzen). Dosisflächenprodukt (DFP): ca. 500 cGy x cm2 (= 500 uGy x m2) pro OP-Maßnahme (U).Umrechnung in die Strahlenexposition H einer etwa 1 m vom Patienten entfernt stehenden Person: H (in uGy) = 0,06 (in uGy/uGy x m2) x DFP (in uGy x m2) = 0,06 x 500 = 30 uGy/U = 30 uSv/U. Für Röntgenstrahlung gilt: 1 uGy = 1 uSv. Im Mittel haben wir 2 OP-Maßnahmen (U = 2) pro Tag, so dass die Dosis pro Jahr (mit 1 Jahr entspricht 200 Arbeitstagen) 200 x 30 x 2 = 12000 uSv/Jahr = 12 mSv/Jahr beträgt. Zurück gerechnet auf 4 Monate ist für diesen Zeitraum die Exposition dieser Person 4 mSv (ohne Schutzkleidung!). Die Schwächung einer in der Rö-Diagnostik üblichen Schutzschürze (Bleigleichwert: 0,35 mm) hängt von der Röhrenspannung ab. Sagen wir: Unter der Schürze beträgt die Dosis noch 5 %, so dass die Exposition der Person (unter der Schürze) unter den o.g. Voraussetzungen 0,2 mSv pro 4 Monate beträgt. Das alles ist mehr eine Abschätzung als eine exakte Rechnung, gibt Ihnen aber eine ungefähre Größenordnung. Fazit: Mit diesem Wert sind Sie weit von dem Grenzwert für beruflich strahlenexponierte Personen entfernt (effektive Dosis: 20 mSv/Jahr nach RöV) entfernt, müssen aber wirklich immer Schutzkleidung tragen und sollten mit dem vor Ort zuständigen Strahlenschutzbeauftragten sprechen, ob zusätzlich auch ein Schilddrüsenschutz genutzt werden sollte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Herr Zanetto schrieb am 01.10.2015 - 16:48 Uhr:
Frage:2525 BETREFF: Filmdosimeter bei Gamma-Energien von 6MV und 15 MV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, das Personal in der Strahlentherapie, welches zu 95% mit Energien von 6MV und 15MV Photonen arbeitet, werden mit Filmplaketten dosimetrisch überwacht. Auf der Rückseite der Kasette der Filmplakette (Kasette, wo sich die Filmplaketten befinden) steht : 20 keV < Eph < 4,4 MeV. Ich nehme an, das ist der Arbeitsbereich des Filmdosimeters, also nur Photnen zwischen diesen genannten Energien werden detektiert. Hieße dies, dass es ´blind´ für höher-energetische Photonen (>4,4 MeV) ist und darf man es dann trotzdem verwenden? oder muss man andere Dosimeter verwenden, die empfindlicher (für hohe Energien) sind? Oder da es sich um ein kontinuierliches Photonenenergiespektrum aus dem Linac handelt, wo die allermeisten Photonen sich eh zwischen 20 keV und 4,4 MeV befinden, sind diese Dosimeter auch so zulässig und die Ungenauigkeit bei eventuelle Strahlenexposition wird toleriert? Vielen Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüssen Alessandro Zanetto


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Zanetto, Sie tragen das Personendosimeter beim Betrieb eines Linac in der Strahlentherapie ja nicht, um die hochenergetische Bremsstrahlung (6 und 15 MV) zu detektieren, denn niemand außer dem Patienten darf und wird sich während des Einschaltens der Strahlung im Bestrahlungsraum aufhalten. Aber nur während dieser Zeit ist diese hochenergetische Bremsstrahlung gegenwärtig. Diese Art Bremsstrahlung und vielleicht auch Neutronen können aber durch Aktivierungen radioaktive Stoffe erzeugen, z.B. im Bereich der Strahlenaustrittselemente. Und diese radioaktiven Stoffe emittieren Gammastrahlung, die von der Filmplakette problemlos erfasst werden kann, weil keineswegs höherenergetischer als die besagten 4,4 MeV. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Neumann schrieb am 30.09.2015 - 08:33 Uhr:
Frage:2524 BETREFF: Mammographie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ´ein MPE (mit Fachkunde nach RöV) ist für nur Jährliche Konstanzprüfung von Mammographie Gerät notwendig. Dafür muss ein MPE (mit Fachkunde nach RöV) nicht Vorort und nicht festangestellt sein. Jährliche Konstanzprüfung von Mammographie wird meistens von einem externen MPE bei anderen Krankenhäusern gemacht.´ ich wurde von der Behörde so informiert. Wenn Sie mich kurzfristig informieren würden, würde ich mich freuen. Vielen Dank. Mit freundlichen Grüßen Neumann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Neumann, die RöV fordert in den §§ 3 und 4, dass die Möglichkeit bestehen muss, einen MPE zur Beratung hinzuziehen zu können, wenn die Art der Untersuchung dies erfordert. Da es bisher keine Standarduntersuchung gibt, für die eine Notwendigkeit des Hinzuziehens eines MPE beschrieben ist, legen die zuständigen Behörden so etwas nur in wirklich notwendigen Einzelfällen fest. Als Fazit bedeutet dies, dass man sich bei der zuständigen Behörde erkundigen muss, ob und wann das Hinzuziehen eines MPE erforderlich ist. Die gilt sowohl für die Mammographie als auch für alle anderen Untersuchungsverfahren. Änderungen an dieser Regelung sind vor der Umsetzung der neuen EURATOM-Grundnormen auch nicht mehr zu erwarten. Im Übrigen: Dass die jährliche Konstanzprüfung in der Mammographie ´meistens´ von einem externen MPE durchgeführt wird und dass diese Auskunft von einer Behörde kommt, verwundert mich sehr. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Neumann schrieb am 29.09.2015 - 13:14 Uhr:
Frage:2523 BETREFF: Mammographie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank für Ihre Hilfe. wenn eine Röntgendiagnostikabteilung ein Mammographie Gerät hat,braucht die Röntgendiagnostikabteilung einen MPE mit Fachkunde nach RöV ? Wenn Sie mich kurzfristig informieren würden, würde ich mich freuen. Vielen Dank. Mit freundlichen Grüßen Neumann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Neumann, nach der jetzt geltenden RöV kann ich mir keinen Grund vorstellen, warum die zuständige Behörde für den Betrieb eines Mammographiegerätes einen MPE verlangen sollte. Das gilt auch für die Zukunft, also nach der geplanten Umsetzung der neuen EU-Richtlinie in ein geändertes nationales Strahlenschutzrecht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marioo schrieb am 28.09.2015 - 11:17 Uhr:
Frage:2522 BETREFF: 4 mal in 3 Monaten geröngt
und werden die strahlung irgendwann mal vom Körper abgebaut, wenn ja wann ? Beste grüße


1. Antwort: Hallo Marioo, die Strahlung, die zwecks Herstellung einer Röntgenaufnahme eingeschaltet und den Patientenkörper durchdringt, ist - physikalisch gesehen - nur für die Dauer der Exposition präsent, und diese Zeit bewegt sich im Millisekundenbereich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marioo schrieb am 28.09.2015 - 10:37 Uhr:
Frage:2521 BETREFF: 4 mal in 3 Monaten geröngt
Sehr geehrter Herr Professor, Ich hab nochmal eine frage bezüglich der röntgenstrahlung der Zähne, die Einheiten die mir mitgegeben wurde sind: 73kv 15Ma, Wieviel mSv sind das ? Ist die strahlenBelastung hoch? Beste grüße


1. Antwort: Hallo Marioo, zahnmedizinische Röntgenaufnahmen gehören zu den Röntgenuntersuchungen, welche die geringsten Patientenexpositionen aufweisen. Meistens gibt man Expositionen in der Röntgendiagnostik als effektive Dosis an. Für Zahnaufnahmen mit intraoralem Bildempfänger (sog. Tubusaufnahmen) liegt die effektive Dosis im Bereich von 15 uSv, bei Panoramaschichtaufnahmen ist die effektive Dosis etwas höher und bewegt sich bei Werten um 25 uSv. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Helga Klein schrieb am 27.09.2015 - 18:32 Uhr:
Frage:2520 BETREFF: Zeitraum Fachkundesaktualisierung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, meine letzte Fachkundeaktualisierung habe ich am 2.4.2011 durchgeführt. Die 5-Jahresfrist irritiert mich aber. Genügt es, wenn die nächste Aktualisierung erst Ende April/Anfang Mai 2016 - also 3-4 Wochen später stattfindet?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Klein, zur Beantwortung Ihrer Frage verweise ich im Wesentlichen auf die Antworten zu den Forumanfragen 2516 und 2518. Die Aktualisierung muss in Ihrem Fall bis zum 2.4.2016 erfolgen. Obwohl in den meisten Fällen eine um wenige Wochen verspätetet durchgeführte Aktualisierung nicht zu größeren Problemen führen wird, ist dies grundsätzlich keinesfalls sichergestellt. Ich rate Ihnen daher, sicherheitshalber die zuständige Behörde/Stelle diesbezüglich zu kontaktieren. Besonders ist darauf zu achten, ob die Fachkunde im Strahlenschutz und deren fristgerechte Aktualisierung evtl. zur Durchführung einer vertragsärztlichen Tätigkeit erforderlich sind. In diesem Fall sind unabhängig vom Strahlenschutzrecht auch die Randbedingungen der zuständigen KV zu beachten, die sonst vielleicht zu Einschränkungen in der Leistungserstattung bei verspäteter Aktualisierung führen können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  P. Bonitz schrieb am 26.09.2015 - 17:55 Uhr:
Frage:2519 BETREFF: Schädel röntgen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Röntgenabteilung gibt es zur Zeit große Diskussionen bezüglich der Anfertigung von konventionellen Röntgenaufnahme des Schädels. Laut den Orientierungshilfen der SSK geht hervor, dass es bei traumatischen Fragestellungen keine rechtfertigende Indikation dafür gibt. Wie soll bzw kann ich mich rechtlich korrekt verhalten, wenn ich trotzdem so eine Anforderung erhalte? Gibt es andere Gesetzestexte, die ich in dem Falle meinem Chefarzt bzw den anweisenden Chirurgen vorlegen kann? Mit freundlichen Grüßen, P.Bonitz


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Bonitz, diese Anfrage hatten wir schon einmal im Forum RöV. Ich habe mich anlässlich Ihrer Frage erneut bei einer ärztlichen Stelle informiert und von dort bestätigt bekommen, dass in Ihrem Text vollkommen richtig argumentiert worden ist: Laut Orientierungshilfe gibt es keine Indikation für ´Röntgen - Schädel´ bei einer Fragestellung nach Trauma, lässt man mal die Gesichtsschädelverletzungen außen vor. Andere ´Gesetzestexte´ in dieser Hinsicht sind nicht bekannt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Karin Klatt schrieb am 25.09.2015 - 12:29 Uhr:
Frage:2518 BETREFF: Fachkundeaktualisierung nach StrSchV
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, in meiner vorangegangenen Mail habe ich mich nicht korrekt ausgedrückt. Die Frage lautet natürlich: Wie kann die Kollegin die Fachkunde im Sinne der Strahlenschutz-Verordnung aktualisieren? Mit freundlichen Grüßen K. Klatt


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Klatt, die Aktualisierung der Fachkunde und der Kenntnisse im Strahlenschutz muss sowohl nach der Röntgenverordnung als auch nach der Strahlenschutzverordnung mindestens alle fünf Jahre erfolgen. Daraus ergibt sich, dass die Aktualisierung fünf Jahre nach der letzten Aktualisierung oder der Bescheinigung über den Erwerb der Fachkunde bzw. der Kenntnisse im Strahlenschutz erfolgt sein muss. Eine Überschreitung dieser Frist bedeutet zwar nicht, dass die Fachkunde verloren ist, dies stellt aber auf jeden Fall einen nach RöV oder StrlSchV rechtlichen Mangel dar. Um diesen Mangel zu beheben, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Am leichtesten ist es, wenn ein Aktualisierungskurs einfach nur nachgeholt werden kann. Diese Möglichkeit ist sicherlich bei kurzzeitigen Terminüberschreitungen möglich. Bei längeren Zeiträumen (über ´längeren´ entscheidet die zuständige Behörde/Stelle) könnte es sein, dass ein gewöhnlicher Aktualisierungskurs nicht ausreichend ist und ggf. ein Spezialkurs (oder auch mehrere Spezialkurse, z.B. Teletherapie und NUK) besucht werden muss (müssen). Wenn (immer nach Einschätzung durch die Behörde) die Zeiträume noch ausgedehnter sind (ggf. wurde während dieser Zeitspanne radiologisch gar nicht praktisch gearbeitet), kann es erforderlich sein, auch die Sachkunde zu aktualisieren, z.B. durch eine Hospitation. All diese möglichen Verfahren sind vom Einzelfall abhängig und dieser Einzelfall kann nur von der zuständigen Behörde oder der zuständige Stelle, die für Fachkundefragen zuständige ist, betrachtet und entschieden werden. Daher rate ich Ihrer Kollegin, auf jeden Fall mit der entsprechend zuständigen Behörde/Stelle Kontakt aufzunehmen und dort zu klären, welche Maßnahme zur verspäteten Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz in Betracht kommen könnte bzw. müsste. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  neumann schrieb am 24.09.2015 - 10:29 Uhr:
Frage:2517 BETREFF: Fachkunde nach RöV für Medizin Physik Experte
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Ich habe einige Fragen an Sie; Ich habe schon Fachkunde für Teletherapie und nuklearmedizin aber die Geschäftsführung möchte von mir Fachkunde nach RöV. Braucht eine Röntgenabteilung unbedingt MPE nach RöV? Kann eine MTRA / Arzt in der Röntgen alle Aufgaben übernehmen ? Ich habe keine Sachkunde in der Röntgen. Muss ich mind. 6 Monate in der Röntgen arbeiten und ein MPE, der Fachkunde nach RöV hat, soll das bescheinigen oder? Und muss ich während der Sachkunde noch Grundkurs/Spezialkurs nach RöV machen ? Wenn Sie mich kurzfristig informieren würden, würde ich mich freuen. Mit freundlichen Grüßen Neumann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Neumann, eine Röntgenabteilung braucht einen MPE, wenn Röntgentherapie durchgeführt wird und die Bestrahlungsplanung individuell erfolgt (siehe auch Kap. 5.2 in der sog. Qualitätssicherungs-Richtlinie; im Internet auffindbar). In der Röntgendiagnostik ist aktuell ein MPE erforderlich, wenn die zuständige Behörde dies explizit fordert. Hier ist aber mit der Umsetzung der neuen EURATOM-Grundnormen-Richtlinie eine Änderung zu erwarten, die einen MPE bei Untersuchungsverfahren mit höheren Strahlenexpositionen (CT, Interventionen) erfordern wird. Ein Arzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz kann in der Röntgendiagnostik zurzeit die Aufgaben eines Strahlenschutzbeauftragten wahrnehmen, eine MTRA kann dies auf keinen Fall ´vollumfänglich´, abgesehen von kleineren bzw. eingeschränkten Entscheidungsbereichen, die nicht die (medizinische) Anwendung am Menschen betreffen. Ein bereits in der Strahlentherapie und/oder Nuklearmedizin fachkundiger MPE (mit der notwendigen Fachkundebescheinigung) muss zusätzlich die für die Röntgendiagnostik erforderliche Sachkundezeit von 6 Monaten nachweisen. Üblicherweise muss das entsprechende Zeugnis von einem in diesem Bereich fachkundigen MPE unterzeichnet sein. Hier empfehlen wir Ihnen jedoch die Rücksprache mit der für Sie zuständigen Stelle, da es ggf. Abweichungen geben kann. Damit die Fachkunde im Strahlenschutz für die Röntgendiagnostik bescheinigt werden kann, müssen Sie noch eine Teilnahme an dem ´Spezialkurs im Strahlenschutz für Medizinphysik-Experten in der Röntgendiagnostik´ (Anlage 5 der Richtlinie Fachkunde nach RöV/Medizin; im Internet auch auffindbar) nachweisen. Den Grundkurs müssen Sie normalerweise nicht wiederholen, da Sie bereits über eine aktuelle Fachkunde im Strahlenschutz verfügen und hierfür die Teilnahme am Grundkurs ja erforderlich war. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frau Klatt schrieb am 24.09.2015 - 09:11 Uhr:
Frage:2516 BETREFF: Fachkundeaktualisierung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, in unserer Abteilung hat eine neue Kollegin (MTRA) angefangen. Im Jahr 2011 ist die Fachkundeaktualisierung nur nach Röntgenverordnung erfolgt. In den vorangegangenen Jahren immer die Aktualisierung nach Röntgen- und Strahlenschutzverordnung. In unserer Abteilung könnten sich Tätigkeiten im Sinne dr Strahlenschutzes ergeben. Wie kann die Kollegin die Fachkunde im Strahlenschutz aktualisieren? Mit freundlichen Grüßen K. Klatt


1. Antwort: Antwort: siehe Anfrage Nr. 2518. K. Ewen



  Rüting schrieb am 23.09.2015 - 08:11 Uhr:
Frage:2515 BETREFF: Bilddokumentation C-bogen
Sehr geeherter Herr Prof.Ewen, welche Daten müssen auf der Bilddokumentation eines C-bogen vorhanden sein. Wir fertigen die Bilder mit einem Videodrucker vom Monitor. Mit freundlichem Gruß Th.Rüting


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rüting, eine Rückfrage meinerseits bei einer ärztlichen Stelle ergab, dass die Anforderungen zur Beschriftung dieser von Ihnen hier angeführten Aufnahmen nicht genau definiert sind. Es wird vorgeschlagen, dass zumindest der Name des Patienten und sein Geburtsdatum sowie das Datum der Untersuchung zwecks eindeutiger Zuordnung dokumentiert sein müssen. Die Untersuchungsdaten nach RöV und der ihr zugeordneten ´Aufzeichnungs-Richtlinie´ können ja anderweitig dokumentiert werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ute Schreiber schrieb am 17.09.2015 - 18:22 Uhr:
Frage:2514 BETREFF: Personalbemessung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, wir sind eine Röntgenabteilung in einem kleinen Krankenhaus. Wir sind nicht digitalisiert und haben ca. 100 Leistungen im konventionellen Röntgenbereich ( in der Zeit von 08:00h bis 18:00h ). 1-3 Urograme sind dabei, der größte Teil macht orth. Einstelltechniken aus. Auch chir.und geriatrische Patienten sind neben den internistischen Leistungen oft gefragt. Nun meine Frage: Gibt es eine Personalbedarfsrechnung bzw. mit wievielen Mitarbeitern ist dieses Programm zu leisten? Wir wissen nicht mehr wo uns der Kopf steht und müssen jeden Tag 120 % geben um diesen Ansturm zu bewältigen.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schreiber, eine wirklich schwierige Frage, die Sie hier aufwerfen. Es gibt nach unserem Wissen keine einfach abrufbare Personalbedarfsrechnung, da diese von zu vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig ist. Allerdings haben wir einen Rat für Sie: Die Röntgenverordnung (RöV) beschreibt in § 3 Abs. 2 Nr. 6 als Genehmigungsvoraussetzung, dass keine Tatsachen vorliegen dürfen, aus denen sich Bedenken ergeben, dass das für eine sichere Ausführung des Betriebs notwendige Personal nicht vorhanden ist. Dies gilt sinngemäß auch für den nach § 4 RöV angezeigten Betrieb von Röntgeneinrichtungen. Allerdings ist der Verweis auf das ´notwendige´ Personal ziemlich unbestimmt. Die Behörden können und ggf. müssen hier im Genehmigungs- oder Anzeigeverfahren, aber auch im Rahmen der staatlichen Aufsicht über den Betrieb einer Röntgeneinrichtung Konkretisierungen vornehmen. Dazu holt sich die Behörde in vielen Fällen eine Stellungnahme der zuständige Fachgesellschaft ein. In Ihrem konkreten Fall wäre dies die Deutsche Röntgengesellschaft (siehe Internet). Wir geben allerdings zu bedenken, dass sich die Beschäftigten nicht unbedingt direkt an die zuständige Behörde wenden dürfen. Arbeitsgerichte haben ein solches Vorgehen in der Vergangenheit schon als Verletzung der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten gerügt. Daher ist es unserer Meinung nach sinnvoll, zuerst den Strahlenschutzbeauftragten anzusprechen und mit diesem gemeinsam (möglichst auch mit Wissen und Unterstützung des Strahlenschutzverantwortlichen) direkt bei der Deutschen Röntgengesellschaft nachzufragen, ohne die zuständige Behörde einzuschalten. Sollte dies nicht weiter helfen, dann bleibt noch der Weg, den Betriebs- oder Personalrat zu informieren, der dann mit der Aufsichtsbehörde Kontakt aufnehmen kann. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Döring schrieb am 11.09.2015 - 22:25 Uhr:
Frage:2513 BETREFF: Ovarschutz
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, Gibt es eine verbindliche Regelung für den Gebrauch eines Ovarienschutzes? Konkret: Becken ap tief für H Tep Planung. Der Schutz stört nicht, ist den Mtras aber lästig. ab welchem Alter, wenn überhaupt, ist es legal den Schutz wegzulassen? Vielen Dank Döring


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Döring, wenn Sie eine rechtlich verbindliche Regelung meinen (Röntgenverordnung), so ist Ihre Frage zu verneinen. Man muss auch unterscheiden zwischen einer möglichen Pflicht zum Bereithalten von Patientenschutzmitteln (z.B. eines Ovarienschutzes) und der dann bei einer bestimmten Röntgenuntersuchung tatsächlichen Anwendung dieses Schutzmittels. Fazit zu Ihrer Frage: Der Gebrauch von Ovarienschutz ist nicht rechtlich verbindlich geregelt. Es bleibt der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz seitens der anwendenden Ärzte/innen überlassen, Patientenschutzeinrichtungen dieser Art einzusetzen oder nicht. Eine Altersregelung zur Nutzung von Patientenschutzmitteln gibt es nicht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frau Dr. Kruska schrieb am 06.09.2015 - 11:53 Uhr:
Frage:2512 BETREFF: Strahlenbelastung bei Sentinel-Operationen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich wende mich mit der Frage nach der Strahlenexposition des OP-Personals bei Sentinel-Operationen an Sie. In der Literatur habe ich Werte von < 1 µSv gefunden (Der Nuklearmediziner 2006; 29: 88–94). Kann der Strahlenschutzbeauftragte mit gutem Gewissen schwangerem OP-Personal und Personen < 18 Jahren den Einsatz bei solchen Eingriffen gestatten? Herzlichen Dank für Ihre Antwort im Voraus!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dr. Kruska, Sentinel-Operationen sind in der Tat mit einer verhältnismäßig kleinen Exposition des Personals verbunden, aber man arbeitet mit offenen radioaktiven Stoffen, wenn auch mit solchen geringer Aktivität. Dabei muss auf den § 43 Abs. 2 StrlSchV hingewiesen werden, wonach die Arbeitsbedingungen für schwangere Mitarbeiterin so gestaltet werden müssen, dass eine innere berufliche Strahlenexposition ausgeschlossen ist. Man kann also auf dem Standpunkt stehen, dass dies grundsätzlich immer sein kann, wenn man mit offenen radioaktiven Stoffen umgeht. Ich persönlich würde diese Auffassung vertreten, aber das letzte Wort sollte in derartigen ´Grenzfällen´ die zuständige Behörde haben. Das gilt sicherlich auch die Beteiligung von Personen unter 18 Jahren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Miriam Caesar schrieb am 02.09.2015 - 11:06 Uhr:
Frage:2511 BETREFF: indirekter Gonadenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, benutzt man noch den indirekten Gonadenschutz bei Röntgenaufnahmen oder ist dies obsolet? Mit freundlichen Grüssen, Miriam Caesar


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Caesar, der indirekte Gonadenschutz ist keineswegs obsolet. Er ist problemlos anzuwenden und hilft, in Ergänzung zur Tiefenblende das Nutzstrahlenbündel wirksam einzublenden. Im Rahmen der zurzeit laufenden Novellierung der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie wird auch die darin enthaltene Anlage III (´Patientenschutzmittel´) überarbeitet und bei vielen dort aufgezählten Röntgenuntersuchungen ist (unter anderem natürlich) ebenfalls der indirekte Gonadenschutz aufgeführt. Auch in der Leitlinie der ´Bundesärztekammer´ wird auf die Nutzung dieses Schutzmittels hingewiesen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  R. Schenk schrieb am 01.09.2015 - 14:44 Uhr:
Frage:2510 BETREFF: Dosisvergleich
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich (MTRA) wurde schon mehrfach gefragt, wie sich die Dosis einer konventionellen Röntgenuntersuchung, zu der Dosis einer CT Untersuchung der gleichen Körperregion verhält. Gibt es einen nachvollziehbaren Rechenweg, z.B. um ein Röntgenbild des Thorax mit einem DFP von 10 cGy*cm2 und ein CT des Thorax mit einem DLP von 100 mGy*cm zu vergleichen? Kann man einen Faktor angeben(z.B.:10fache Dosis)? Leider konnte mir bisher niemand eine (für mich) verständliche Antwort geben. Vielen Dank. R. Schenk


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schenk, in der Literatur (zum Teil im Internet auffindbar) kann man sog. Konversionsfaktoren heraussuchen, mit denen man für konventionelle Röntgenuntersuchungen bzw. für CT das jeweilige Dosisflächenprodukt (DFP) bzw. Dosislängenprodukt multiplizieren muss, um daraus dann die effektive Dosis zu erhalten. Mit dieser kann man dann das stochastische Strahlenrisiko bei verschiedenen Röntgenuntersuchungen direkt vergleichen. Wenn Sie in Google z.B. eingeben: ´Konversionsfaktor Dosisflächenprodukt effektive Dosis´ bzw. ´Konversionsfaktor Dosislängenprodukt ... ´ sollten Sie eigentlich fündig werden. Sie müssen beim Multiplizieren aber nur aufpassen, dass Sie die richtigen (passenden) Einheiten benutzen. Leider gibt es z.B. beim DFP nicht nur eine Einheit. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Uta-Mareike Baumert schrieb am 01.09.2015 - 13:39 Uhr:
Frage:2509 BETREFF: Din Norm 6857-2
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich meinte natürlich die DIN 6857-2, die im Oktober Pflicht werden soll. Ist diese Info korrrekt?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Baumert, die DIN 6857-2 wird im Oktober 2015 nicht ´Pflicht´. Zurzeit befindet sich diese Norm im Stadium eines Normentwurfes, was bedeutet, dass es, bedingt durch mögliche Einsprüche von ´außen´ gegen den Normtext, noch Änderungen geben kann. Es sieht aber jetzt so aus, dass alle Einsprüche abgearbeitet sind, so dass dieser Normentwurf nun auf den vorgegebenen Weg geschickt werden kann, um frühestens im 1. Quartal 2016 als Norm in Kraft zu treten. Dieses Inkrafttreten von Normen bedeutet juristisch aber nicht, dass deren Einhaltung nun einer gesetzgeberischen Pflicht unterliegt, so wie das für eine Verordnung, also z.B. für die Röntgenverordnung, der Fall ist. Eine Norm ist ein technisches Regelwerk, dessen Einhaltung dem Bürger dringend zu empfehlen ist. Aber wenn er eine sicherheitstechnische Problematik anders als in der Norm formuliert, aber mit Erreichung desselben Ziels lösen kann, ist das auch gut. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kai Krugmann schrieb am 01.09.2015 - 09:57 Uhr:
Frage:2508 BETREFF: MTRA Schwangerschaft
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meine Frau ist als MTRA in der Radiologie eines Krankenhauses v.a.im CT beschäftigt. Nun ist sie schwanger und ihre Vorgesetzten sind der Meinung, dass sie weiterhin im CT eingesetzt werden darf. Mich beunruhigt diese Tatsache: Ist dieses Vorgehen üblich? Kann man tatsächlich davon ausgehen, dass das Personal im CT-Bereich keiner erhöhten Strahlung ausgesetzt wird? Zwar berichtet meine Frau, dass sie sich während der eigentlichen Aufnahme nur im Vorraum aufhält, doch muss sie schließlich mehrmals täglich die Patienten im CT-Raum vorbereiten! Sollte sie hierfür Schutzkleidung tragen? Vielen Dank für Ihre Antwort und das Angebot dieses Forums! Freundliche Grüße!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Krugmann, Sie brauchen sich keine Sorgen um Ihre Frau zu machen. Wie Sie ja geschrieben haben, ist sie nur dann im CT-Raum (Röntgenraum), wenn die Strahlung ausgeschaltet ist. Bei Einschaltung der Strahlung befindet sie sich in einem Vorraum zum Röntgenraum, der mit Sicherheit strahlenschutzmäßig ausgelegt, also mit Abschirmungen zum Röntgenraum hin ausgestattet ist. Es ist außerdem Vorschrift, dass ein medizinisches Röntgengerät, also auch ein CT, nur dann in Betrieb gehen darf, wenn seitens einer sog. Sachverständigenprüfung sichergestellt ist, dass die Abschirmungen ausreichend sind. Solange die Röntgenstrahlung nicht eingeschaltet ist, gibt es für die im Röntgenraum anwesenden Personen keinerlei Strahlenexposition. Sie müssen daher in dieser Zeit dort auch keine Schutzkleidung tragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr.med. Henrike Ebel schrieb am 27.08.2015 - 15:09 Uhr:
Frage:2507 BETREFF: Gonadenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es Ihrer Meinung nach ein Höchstalter für Gonadenschutz? Sollte man bei Frauen ab 60 Jahren und älter keinen Ovarienschutz mehr anlegen, bei Männern aufgrund der pot. ´unendlichen´ Zeugungsfähigkeit kein Höchstalter benennen? Wie sieht es aus mit Hodenkapseln im CT? Sinnvoll? oder ist die ´körperinterne´ Streustrahlung das Hauptproblem und würde dadurch nicht verhindert? Bei Kindern zB beim Schädel-CT Rö.-Schürze um den Körperstamm wickeln? Mit herzlichem Dank, Henrike Ebel


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dr. Ebel, 1) Es gibt kein (offizielles) Höchstalter für das Anlegen von Gonadenschutz in der Röntgendiagnostik. Ich möchte mich zurückhalten, hier im Forum RöV ein derartiges Alter für Mann und Frau festlegen oder auch nur vorschlagen zu wollen. 2) Hodenkapseln beim CT sind sicherlich sinnvoll für Untersuchungen im unteren Abdomenbereich, aber bestimmt nicht sehr effektiv für Schädel- und Extremitäten-CT. 3) Beim Schädel-CT sollten möglichst Schilddrüsen- und Augenschutzmittel genutzt werden. 4) Das Einwickeln des Körperstamms mit einer Schutzschürze bei pädiatrischen Schädel-CT-Untersuchungen wird unterschiedlich gesehen: Die Skala reicht von Störungen des Untersuchungsablaufes durch eine massive Einwicklung des Körperstamms mit einer Schürze bis hin zu Maßnahmen, wie sie unter 3) auch für Erwachsene empfohlen werden. Ich persönlich neige zu einem ´sanften´ Auflegen einer Schürze, ohne mit dieser den Körperstamm auch noch zu umwickeln. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Baumert, Uta schrieb am 27.08.2015 - 09:11 Uhr:
Frage:2506 BETREFF: Prüfung von Röntgenschürzen
Sehr geehrte Herr Prof. Ewens, ist es korrekt, daß ab Oktober 2015 die DIN 6857-1 verpflichtend ist. Wir halten zum Strahlenschutz unseres Personals div. Schürzen, Kostüme, Schilddrüsenschutz vor. Die Konstanzprüfungen unserer Geräte (C-Bögen, Rö-Geräte etc.) werden von einer externen Firma durchgeführt,da ich als leitende Mtra kaum Zeit dafür finde. Würden Sie empfehlen, die Durchführung der Din 6857-1 auch nach extern zu verlagern, um z.B.der Dokumentationspflicht nachzukommen? Mit freundlichen Grüssen Uta-Mareike Baumert


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Baumert, ich muss zur Beantwortung Ihrer Frage wissen, ob Sie wirklich die DIN 6857-1 meinen oder nicht vielleicht die DIN 6857-2. Aus Ihrem Anfragetext würde ich ehr vermuten, dass es Ihnen um die DIN 6857-2 geht. Denn diese Norm beschreibt die regelmäßige Prüfung von Schutzkleidung des Personals. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marioo schrieb am 25.08.2015 - 11:39 Uhr:
Frage:2505 BETREFF: 4 mal in 3 Monaten geröngt
Vielen dank Herr Professor damit haben sie mich etwas beruhigt. Aber was mich noch interessieren würde wieviel mSv wäre das alles zusammen, ist damit die Grenze pro Jahr überschritten? Ich habe vorallem angst vor leukämie, wie hoch ist da diesbezüglich die wahrscheinlichkeit und was können sie mir empfehlen sich vor dieser Krankheit zu schützen? Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit Beste grüße


1. Antwort: Die Frage wurde zweimal gestellt. Antwort siehe Nr. 2504! K. Ewen



  Marioo schrieb am 25.08.2015 - 11:24 Uhr:
Frage:2504 BETREFF: 4 mal in 3 Monaten geröngt
Vielen dank Herr Professor damit haben sie mich etwas beruhigt. Aber was mich noch interessieren würde wieviel mSv wäre das alles zusammen, ist damit die Grenze pro Jahr überschritten? Ich habe vorallem angst vor leukämie, wie hoch ist da diesbezüglich die wahrscheinlichkeit und was können sie mir empfehlen sich vor dieser Krankheit zu schützen? Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit Beste grüße


1. Antwort: Hallo Marioo, man gibt Strahlenexpositionen, z.B. auch diejenigen von Patienten in der Röntgendiagnostik, oft als sog. effektive Dosis an. Man kann diese Dosis relativ einfach aus der Kenntnis des Dosisflächenproduktes errechnen (Sie hatten ja die Werte bei Ihrer ersten Frage angegeben). Die effektive Dosis beschreibt das Risiko für sog. stochastische Strahlenwirkungen. Darunter fallen Krebs, Leukämie und genetische Effekte. In Überstimmung mit Angaben aus der Literatur beträgt die effektive Dosis für eine Thoraxaufnahme in 2 Ebenen max. 0,2 mSv, so dass man bei drei derartiger Untersuchungen auf 0,6 mSv kommt. Die zahnmedizinische Untersuchung trägt davon nur einen Bruchteil bei, so dass man damit in der Gesamtsumme nicht mehr als ungefähr 0,65 mSv erreicht. Es gibt keinen gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für die Patientenexposition in der Röntgendiagnostik, aber die Geringfügigkeit dieser 0,65 mSv lassen sich an der jährlichen Dosis ermessen, die im Durchschnitt jeder Bürger in Deutschland durch die natürliche Strahlenexposition erhält (ca. 2,3 mSv). Ich kann keine Empfehlung geben, wie man sich vor einer Krankheit schützen kann, die durch eine schon erfolgte sehr niedrige Strahlenexposition möglicherweise entstehen könnte. Eine diesbezügliche Empfehlung ist aber bei der Kleinheit des in Ihrem Fall vorliegenden Strahlenrisikos auch gar nicht erforderlich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marioo schrieb am 24.08.2015 - 20:44 Uhr:
Frage:2503 BETREFF: 4 mal in 3 Monaten geröngt
Sehr geehrte Herr Professor, Ich wurde letztes jahr 4 mal geröngt: 20.Mai2014 hws in 2 Ebene 8,6/ 13,8 centy Grey pro QuadratZentimeter. 28.Mai2014 Thorax 8,2 centy Grey pro QuadratZentimeter. 25.Juni2014 Zähne keine Angaben, gerät ist 15 Jahre alt. 20.August2014 erneut Thorax 8,6 centy Grey pro QuadratZentimeter. Jetzt bin ich ziemlich verunsichert, Ist das eine hohe strahlendosis die ich dadurch abbekommen habe?? Und bin ich in der Zukunft diesbezüglich Tumor gefährdet? Ich bin 25 Jahre Alt, Männlich und sportlich. Können sie mich bitte aufklären ? Ich bedanke mich im voraus Schöne grüße


1. Antwort: Hallo Marioo, Sie müssen sich keine Sorgen machen, was eventuelle Folgen durch die von Ihnen geschilderten Röntgenuntersuchungen betrifft. Klar, jede Röntgenuntersuchung erzeugt eine gewisse Strahlendosis, aber entscheidend für das daraus resultierende gesundheitliche Risiko ist die Größenordnung dieser Dosis. In Ihrem Fall sind zwar 4 Röntgenuntersuchungen in einem relativ kurzen Zeitraum durchgeführt worden, aber Röntgenaufnahmen des Thorax und ganz besonders der Zähne sind grundsätzlich mit einer besonders geringen Strahlenexposition verbunden, so dass Sie im Hinblick auf eine daraus gegebenenfalls resultierende Tumorbildung nicht verunsichert sein müssen. Die von Ihnen angegebenen Dosiswerte (genauer: die Werte des Dosisflächenproduktes in cGy mal cm2) liegen alle im Normalbereich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andreas Rauch schrieb am 24.08.2015 - 14:05 Uhr:
Frage:2502 BETREFF: Rechtfertigung i. S. des § 2a RöV
Guten Tag, § 2a der RöV führt aus, dass neue Arten von Tätigkeiten gerechtfertigt sein müssen. Anlage 5 der RöV enthält nicht gerechtfertigte Tätigkeiten. Gesetzt den Fall ein größeres Unternehmen möchte zukünftig ein Hochschutzgerät oder Vollschutzgerät einsetzen, um Poststücke und Pakete vor dem Öffnen auf potenziell gefährliche Inhalte (z. B. Sprengsätze) zu durchleuchten (also keine medizinische Anwendung!). Ist diese für das Unternehmen gänzlich neue Art der Tätigkeit i. S. des §2a der RöV gerechtfertigt? Falls ja: Wie ist dies begründet? Falls nein: warum nicht?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rauch, Röntgengeräte zur Gepäck- und Paketkontrolle sind auf dem Markt käuflich zu erwerben. Zum Beispiel als Hoch- oder Vollschutzgeräte fällt ihre Anwendung keineswegs unter die nicht gerechtfertigten Tätigkeitsarten des § 2a Abs. 3 RöV. Man muss sie nur vorschriftsmäßig nach der RöV in Betrieb nehmen. Wenn es sich beispielsweise um bauartzugelassene Hoch- oder Vollschutzgeräte handeln sollte, fallen die Inbetriebnahmemodalitäten unter § 4 Abs.3 der RöV. Falls also die einschlägigen technischen und administrativen Vorgaben der RöV eingehalten sind, warum sollen Geräte dieser Art nicht betrieben werden dürfen? Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Susanne K. schrieb am 21.08.2015 - 10:06 Uhr:
Frage:2501 BETREFF: Standortwechsel Röntgenanlage
Sehr geehrte Damen und Herren, ist bei einem Standortwechsel einer fest installierten Röntgenanlage eine erneute Abnahmeprüfung erforderlich, oder reicht eine Sachverständigenprüfung aus? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Kühl, wählen Sie das Forum RöV an (www.forum-roev.de). Klicken Sie dann auf der Startseite des Forum RöV an: 7. Richtlinien/BMU Schreiben. In der sich öffnenden Tabelle unter Datum 25.08.2011 ´Konsolidierte Fassung der SV-RL´ anklicken. Dann in dieser Richtlinie, ziemlich am Ende, die Anlage II und dort die Tab. II 1 (´Änderungen ... ´) aufsuchen. In dieser Tabelle interessiert, was Ihre Frage betrifft, die Nr. 2 (´Änderung des Aufstellungsortes stationärer Geräte´). Dort wird für den Fall, dass bei dem Standortwechsel die Anlage ganz oder teilweise zerlegt werden muss (und ich halte das bei einem stationären Gerät für wahrscheinlich), gefordert, dass eine Teil-/Abnahmeprüfung durchzuführen ist (Sp. 3) und dabei alle Prüfparameter der Abnahmeprüfung abgearbeitet werden müssen (Sp. 4). Sie können die Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) natürlich auch im Internet finden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Volker Sendler schrieb am 19.08.2015 - 12:02 Uhr:
Frage:2500 BETREFF: Forum Röntgenverordnung
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, lieber Klaus, es war im Dezember 2009, dass in diesem Forum die 1000te Frage beantwortet wurde. Du hattest damals versprochen, dem mittlerweile geflügelten Wort „nicht verzagen – Ewen fragen“ auch weiterhin nachzukommen. Nun, fünfeinhalb Jahre später und 1500 Fragen weiter, ist das Forum immer noch eine wichtige Plattform zum Erfahrungsaustausch und Informationszentrale für alles, was mit dem Thema Röntgenverordnung zusammenhängt. Eine etwa kontinuierliche Aufrufzahl von über 3000/Monat und im Schnitt eine Frage pro Tag sprechen für sich. Die Zahl derer, die Dich im Hintergrund unterstützen ist seitdem deutlich gewachsen. Aber auch die Fragen sind komplexer geworden, weil es mit der Digitalisierung in der Röntgentechnik eben nicht alles einfacher wird. Es gibt aber trotzdem nur ganz selten eine Frage, die Du nicht beantworten kannst, weil sie wirklich nicht in das Thema gehört. Also an dieser Stelle, sicher auch im Namen der Forumnutzer, an Dich und alle die hier nicht Genannten, die Dich unterstützen, ein Glückwunsch zum Erreichen der Frage 2500 und großer Dank für alles, was Du hier leistest. Mein Dank auch an die Firmen, die den Betrieb des Forums mit Werbeeinblendungen unterstützen (wir haben natürlich Platz für mehr). In diesem Sinne wünsche ich Dir weiterhin gute Gesundheit und das die Forumnutzer noch lange nicht verzagen brauchen, weil: sie können ja Ewen fragen!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Sendler, lieber Volker, diesmal ist ja keine Frage zu beantworten sondern ´nur´ ein Lob einzustecken. Vielen Dank dafür. Ich gebe das natürlich an die Personen weiter, die mich bei Beantwortung der nicht immer so ganz leichten Fragen mit Rat und Informationen unterstützt haben. Als ich damals mit der Durchführung dieses Forum RöV vom Arbeitskreis RöV (AK RöV) beauftragt wurde, hätte ich mir nicht vorstellen können, irgendwann mal die 2500. Frage zu erreichen. Das Forum RöV war also ein voller Erfolg und zeigt, dass ein nicht unerheblicher Bedarf ein rechtlichen und technischen Informationen im Zusammenhang mit der Durchführung der RöV (zum Teil auch der StrlSchV und des MPG) besteht. Wie soll es weitergehen? Die Zahl 3000 ansteuern? Dabei muss ich persönlich aber an Wilhelm Busch denken, der lange vor Albert Einstein sinngemäß feststellte: ´Die Zeit fliegt hin im Sauseschritt - wir springen auf und fliegen mit.´ Lassen wir also in Ruhe die Zukunft des Forum RöV, wie auch immer sie gestaltet sein mag, auf uns zukommen. Viele Grüße Klaus Ewen



  guido kindervater schrieb am 14.08.2015 - 12:48 Uhr:
Frage:2499 BETREFF: DIN 6868-157
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, danke für die Antwort Frage 2498. Leiderstellt sich mir noch eine praktische Frage. Ist es zulässig den entsprechenden Luxwert bei der Befundung mit Lichtschutz etc passend zum Befundungszeitpunkt mit einem im Raum vorhandenem Lux-meter einzustellen? Ich denke da an Räume mit wechselnden Lichtverhältnissen oder an Räume, in denen auch Patientengespräche stattfinden, die man ungerne bei 50 Lux durchführt. Vielen Dank für Ihre Antwort Guido Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, ich sehe kein Problem in der von Ihnen geschilderten Vorgehensweise. Es gibt bestimmt auch elegantere Methoden (z.B. Einstellung der geforderten Beleuchtungsstärke für die Zeit der Befundung ´per Knopfdruck´), aber nach meiner Auffassung spricht nichts gegen Ihre Art, die richtige Beleuchtungsstärke einzustellen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  guido kindervater schrieb am 13.08.2015 - 08:36 Uhr:
Frage:2498 BETREFF: Raumklassen nach neuer DIn
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, betrifft die nach DIN6868-157 notwendige Einteilung nach Raumklassen auch alte Befundungs- und Betrachtungsmonitore? Wenn nein, gilt eine Übergangsfrist? Vielen Dank für Ihre Antwort Guido Kindervater


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kindervater, ja, es gibt Übergangsregelungen: 1) Forum RöV anwählen: www.forum-roev.de 2) Startseite ´Forum-Röntgenverodnung´ öffnet sich 3) Link ´Richtlinien/BMU Schreiben´ anwählen 4) direkt 1. Zeile der sich öffnenden Tabelle ´13.05.2015 Ergänzende Festlegungen ... ´ beinhaltet u.a. auch die o.g. Übergangsregelungen. Wichtiges Fazit: Wenn eine Abnahmeprüfung (AP) nach DIN 6868-157 durchgeführt werden muss, betrifft diese AP auch die notwendige Einteilung in Raumklassen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stephan Wenzlik schrieb am 11.08.2015 - 09:53 Uhr:
Frage:2497 BETREFF: DVT durch Orthopäden
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Ich habe eine Frage zur Anwendung der DVT in der Orthopädie. Welche Voraussetzungen sind zum Betrieb durch einen Facharzt für Orthopädie erforderlich? Gibt es eine spezielle Fachkunde für den Bereich oder ist die Anwendung durch die Fachkunde Teilgebietsradiologie abgedeckt? Vielen Dank! S. Wenzlik


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wenzlik, Basis für die Antworten auf Ihre Frage ist die ´Fachkunde-Richtlinie Medizin RöV´ (findet man im Internet). Als so genannte Grundfachkunde ist für Orthopäden die Fachkunde Rö3.1 (Skelett) erforderlich. Auf der Grundlage dieser Fachkunde kann dann die Fachkunde (DVT) nach Rö9.2 erworben werden (Rö9.1 gilt explizit nur für die HNO-Heilkunde). Für den Erwerb der Fachkunde Rö9.2 gilt, dass bei der notwendigerweise vorhandenen Grundfachkunde ein Spezialkurs ´Digitale Volumentomographie und sonstige tomographische Verfahren für die Hochkontrastbildgebung außerhalb der Zahnmedizin´ (Dauer 8 Stunden nach Anlage 2.4 der o.g. Fachkunderichtlinie) erfolgreich absolviert werden muss und in einem Zeitraum von mindestens 6 Monaten als Sachkunde 100 dokumentierte DVT-Untersuchungen (unter Aufsicht eines bereits fachkundigen Kollegen/einer Kollegin) nachgewiesen werden müssen. Alternativ wäre auch die Teilnahme an einem von der zuständigen Stelle anerkannten ´Kombinationskurs´ (Theorie und Praxis) möglich. Falls es solche anerkannten Kombinationskurse überhaupt gibt, werden sie vergleichbare Randbedingungen bezüglich der Zeiten und Sachkundenachweise aufweisen, d.h. zwischen Beginn und Abschluss werden 6 Monate liegen. Und 100 Untersuchungen sind auch hier nachzuweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ralf Stolpe-Jazbinsek schrieb am 06.08.2015 - 14:15 Uhr:
Frage:2496 BETREFF: DIN 6868-157, ein Fall von Altersdiskriminierung?
Sehr geehrter Herr Prof. Even, leider ist im Feld eindeutig festzustellen das die neue NORM DIN 6868-157 bei kritischer Betrachtung große Probleme bei der visuellen Bewertung mit sich bringt. Hierbei ist festzustellen das ein junger, aber unerfahrener Prüfer mehr sieht als ein deutlich älterer, aber sehr erfahrener Prüfer. (Tests ergaben gleiches bei jungen und älteren Radiologen) Das ist im allgemeinen nichts neues, sondern natürlich! Aber, im Zusammenhang mit der Bewertung nach DIN 6868-157 haben wir es hier mit Altersdiskriminierung zu tun! Genauere Erklärung ´Altersdiskriminierung´ unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Altersdiskriminierung Ein Fall also für die Zentrale Ethikkommission Berlin? Was schlagen Sie vor wie damit umzugehen ist? Kann und wird die QS-RL entsprechend ergänzt/geändert? Mit freundlichen Grüßen, Ralf Stolpe-Jazbinsek


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stolpe-Jazbinsek, zunächst einmal eine allgemeine Antwort auf alle Forumanfragen, welche die DIN 6868-157 betreffen. Wir sind dabei, die damit verbundenen Problemfälle zusammenzufassen und haben vor, dies dann hier im Forum RöV bekannt zu geben. Das wird aber noch etwas dauern. Hier also zunächst diese pauschale Antwort: In letzter Zeit häufen sich die Fragen im Forum RöV zur DIN 6868-157 („BWS“) und zu ihrem Umfeld (z.B. QS-RL). Da diese Fragen oft sehr spezifisch sind, wurde der Vorschlag unterbreitet, diese Anfragen einem kleinen Gremium von Experten auf diesem Gebiet zukommen zu lassen und deren Antworten dann in das Forum RöV einzustellen. Es ist verständlich, dass dieser Vorgang insgesamt etwas länger dauern wird als normalerweise im Forum RöV üblich. Die Forumleitung hat darauf wenig Einfluss. Ich bitte darum um Verständnis. Dann eine spezifische Antwort auf Ihr Thema ´Altersdiskriminierung´: Ich kann Ihren Text dazu nicht so ganz nachvollziehen. Natürlich weiß ich auch aus eigener Erfahrung, dass jüngere Leute in vielen Bereichen leistungsfähiger sind als die ältere Generation, zu der ich ja schließlich auch zähle. Sagen wir es einfach mal so: Das ist das Recht der Jugend. Im Zusammenhang mit technischen und medizinischen Prüfungen von radiologischen Einrichtungen ist mir im Rahmen meiner praktischen Tätigkeiten aufgefallen, dass ältere erfahrene Personen diesen Anteil an größerer Leistungsfähigkeit seitens der jüngeren Kollegen/innen durch zielgerichtete Nutzung von in langer Zeit erworbener Erfahrung ausgleichen, manchmal sogar toppen konnten. Ich denke insoweit nicht, dass die von Ihnen angesprochene ´Bewertung nach DIN 6868-157´ tatsächlich eine Altersdiskriminierung bedeutet und somit ein Fall für eine Ethikkommission ist. Vielmehr hat man in dieser Vorschrift Anforderungen festgelegt und geregelt, wie die hier angesprochenen Systeme bei Abnahme- und Konstanzprüfungen (strahlenschutz)technisch bewertet werden sollen. Dabei hat man sowohl jungen als auch älteren Kollegen/innen diese Bewertung in gleichem Maße zugestanden. Dass auch ältere Kollegen/innen mit all ihren Erfahrungen dazu bestens in der Lage sind, zeigt sich zum Beispiel an den Prüfungen von digitalen Mammographiegeräten mit dem CDMAM-Phantom, die ich selbst intensiv begleitet habe. Hier erzielten sowohl jüngere als auch ältere Kollegen/innen vergleichbare Ergebnisse. Eine Altersabhängigkeit konnte dabei nicht festgestellt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frau Tarrach schrieb am 30.07.2015 - 21:19 Uhr:
Frage:2495 BETREFF: MRT ohne Arzt
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, derzeit befinde ich(ausgebildete MTRA) mich noch im Erziehungsurlaub und fange demnächst in einem MVZ an im MRT zu arbeiten. Bisher habe ich genügend Erfahrung gesammelt aber Untersuchungen ohne Arzt durchzuführen erscheint mir doch etwas unsicher auch wenn es nur Native sind. Da ja Patienten nicht berechenbar sind. Die Ärztin geht in den Urlaub und wir sollen in dieser Zeit weiterhin untersuchen. Kein Vertretungsarzt o.ä. Ist dies rechtens oder darf ich die Arbeit in der Zeit niederlegen bis ein Arzt mit Fachkunde in Rufnähe ist?


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Tarrach, hätten Sie diese Frage zur Tätigkeit an einer Röntgeneinrichtung gestellt, hätten wir Ihnen eine eindeutige Antwort bezüglich rechtfertigender Indikation (ausschließlich durch im Strahlenschutz fachkundigen Arzt), technische Durchführung (durch MTRA oder MFA mit Kenntnissen im Straahlenschutz unter Aufsicht eines fachkundigen Arztes) und Befundung (fachkundiger Arzt oder Arzt mit Kenntnissen unter Aufsicht) geben können. Vergleichbar eindeutige Regelungen wie in der Röntgenverordnung und Strahlenschutzverordnung sind uns für den Bereich der nichtionisierenden Strahlung (z.B. MRT) nicht bekannt. Hier werden sicherlich das ärztliche Berufsrecht, die Vertragsbedingungen der SGB V-Partner und die Leitlinien der Fachgesellschaften den Stand der medizinischen Wissenschaften und die damit verbundenen Voraussetzungen definieren. Wir glauben nicht, dass eine Entscheidung, ob und in welcher Form eine MRT-Untersuchung durchgeführt werden soll, von einem fachkompetenten Arzt auf eine MTRA delegiert werden darf (fachkompetenter Arzt deshalb, weil es für MRT bisher keine Vorschriften für eine bescheinigte Fachkunde im Strahlenschutz gibt). Außerdem meinen wir, dass eine Befundung der MRT-Untersuchung zu den ärztlichen Aufgaben gehört. Da dies aber nur unsere Meinung widerspiegelt und für uns rechtlich nicht belegbar ist, empfehlen wir Ihnen, mit den Berufsverbänden (MTRA-Verbände, Radiologenverband) Kontakt aufzunehmen und dort eine belastbare Auskunft einzuholen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  P. Pröhl schrieb am 28.07.2015 - 17:09 Uhr:
Frage:2494 BETREFF: KPs mit DR- und CR-Technik?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wenn an einer Rö.-Anlage mit Verwendung von zwei unterschiedlichen digitalen Bildempfängersystemen gearbeitet wird, muss dann auch zwangsläufig eine „doppelte“ Konstanzprüfung mit beiden Systemen durchgeführt werden? Fakt 1: diese Anlage wird zu ca. 95% mit DR-Technik und zu ca. 5% mit CR-Technik (Bettaufnahmen) betrieben; Fakt 2: das CR-System wird zu 100% im Nebenraum verwendet, daher wird natürlich die komplette KP für diesen Raum auch damit durchgeführt. Nach meiner Meinung werden bei den KPs zu Fakt 1: DR-Anlage mit DR-Technik, zu Fakt 2: konventionelle Anlage mit CR-Technik alle zu prüfenden Komponenten gem. DIN 6868-13 ausreichend geprüft. Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass Rö.-Anlagen verwendungsrelevant zu prüfen sind. Können Sie dem so zustimmen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pröhl, ich kann es kurz machen: Ich stimme Ihrer Auffassung zu. Das ist aber nur die inoffizielle Meinung des Forum RöV. Deshalb empfehle ich, bei der zuständigen ärztlichen Stelle zu hinterfragen, ob man das dort genauso sieht. Vielleicht gibt es Argumente gegen diese Art der Durchführung einer Konstanzprüfung, die wir so nicht gesehen haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Krellmann schrieb am 28.07.2015 - 12:17 Uhr:
Frage:2493 BETREFF: Teleradiologie und MRT
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, die MRT fällt nicht unter die RöV und ist deshalb auch nicht für eine Teleradiologie genehmigungspflichtig. Sie haben ja ein umfangreichstes Wissen auch über die RöV hinaus. Deshalb meine Frage, ob Ihnen ein Genehmigungsweg für eine solche Befundung bekannt ist oder man einfach , natürlich unter Wahrung aller Datenschutzbestimmungen, ´losbefunden´ kann. Vielen Dank !


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Krellmann, Sie haben ja schon richtig beschrieben, dass der Betrieb eines MRT nicht unter die strahlenschutzrechtlichen Vorschriften fällt und damit auch nicht die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen der RöV nachzuweisen sind. Wir gehen aber davon aus, dass auch beim Betrieb eines MRT, insbesondere wenn er im Rahmen der Telemedizin genutzt werden soll, bestimmte technische und personenbezogene Voraussetzungen beachtet werden müssen. So gelten auf jeden Fall die Vorschriften des Medizinproduktegesetzes, wonach nur sichere und leistungsfähige Produkte genutzt werden dürfen. Dies ist mit der CE-Kennzeichnung, aber auch durch Funktionsprüfungen nach der Medizinprodukte-Betreiberverordnung nachzuweisen und gilt sicherlich auch für die Bildwiedergabesysteme. Auch muss die Telemedizin mit MRT sicherlich ähnlichen Anforderungen bezüglich der Übertragung genügen wie die Teleradiologie nach der Röntgenverordnung. Ebenso wird der befundende Arzt (Telemediziner) Fachkompetenzen haben, die dem Facharztstandard entsprechen. Und es ist sicherlich notwendig, dass das Bedienpersonal über die notwendigen Kompetenzen und Qualifikationen für die Bedienung der Anlage verfügen muss. Nicht erforderlich für MRT ist bisher, dass der Betrieb, ähnlich wie bei Röntgeneinrichtungen, genehmigt werden muss. Dabei ist aber auch zu berücksichtigen, dass bei der Anwendung von ionisierender Strahlung am Menschen seitens eines im Strahlenschutz fachkundigen Arztes immer eine rechtfertigende Indikation mit Nutzen-Risiko-Abwägung gestellt werden muss. Dieses Erfordernis gibt es beim Betrieb von MRT (noch) nicht. Daher stellt sich die Situation in der MRT-Diagnostik heute noch etwas einfacher dar als dies in der Röntgendiagnostik der Fall ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Früh schrieb am 26.07.2015 - 08:45 Uhr:
Frage:2492 BETREFF: Anwender CT
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich setze mich zur Zeit mit dem Betrieb von Computertomographen auseinander. Nun betrachte ich das Anwenden eines CT-Gerätes aus Anwendersicht und setzte mich damit auseinander, welche Forderungen ich als Anwender eines CTs in Bezug auf MPBetreibV und RöV beachten muss. Durch die MPBetreibV wird deutlich der Anwender benannt (§2). Hier ist mir deutlich bewusst, welche Forderungen beachtet werden müssen. Bei der Betrachtung der RöV ist mir aufgefallen, dass sich diese eigentlich nur an den Betreiber eines Gerätes, das nach RöV behandelt werden muss gerichtet ist. Heißt das, dass i keine Forderungen durch die RöV speziell an den Anwender gibt? Vielen herzlichen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Früh, das Forum RöV möchte Ihnen als Antwort auf Ihre Frage, sozusagen in Kurzfassung, die unterschiedlichen Konzeptionen von Medizinprodukterecht und Strahlenschutzrecht, die schon seit dem europäischen Ursprung dieser Rechtsverordnungen bestehen, erläutern. Während das Medizinprodukterecht Regelungen enthält, die denjenigen unmittelbar betreffen, der ein Medizinprodukt anwendet, laufen die administrativen Kanäle im Strahlenschutzrecht (fast) immer über den Strahlenschutzverantwortlichen oder die von ihm bestellten Strahlenschutzbeauftragten und somit über die von diesen wesentlich mitbestimmte Strahlenschutzorganisation. Im Medizinproduktesetz und der auf dessen Basis erlassenen Medizinprodukte-Betreiberverordnung werden bestimmte Pflichten dem „Betreiber“, aber auch dem Anwender unmittelbar zugeordnet, während in der Röntgenverordnung und in der Strahlenschutzverordnung beschrieben ist, dass der Strahlenschutzverantwortliche (Betreiber) und im gewissen Maße die Strahlenschutzbeauftragten dafür zu sorgen haben, dass die Pflichten eingehalten werden. Dafür sind auch besondere Befugnisse einzuräumen. Diese unterschiedlichen Regelungen bedeuten aber nicht, dass der Anwender im Strahlenschutzrecht keine Pflichten zu beachten hätte. Auch er muss die Vorgaben z.B. der Röntgenverordnung beachten. Lediglich der „Behördendurchgriff“ ist unterschiedlich. Während die Behörde bei der Nichtbeachtung von Vorschriften des Medizinprodukterechts ggf. unmittelbar den Anwender verpflichten oder gegen ihn Sanktionen einleiten kann, trifft dies im Strahlenschutzrecht in erster Linie den Strahlenschutzverantwortlichen und die Beauftragten. Aber auch hier kann die Behörde Einschränkungen festlegen (Schulungen, Tätigkeiten nur unter Aufsicht oder Ähnliches). Wenn die bescheinigte Fachkunde oder Kenntnisse im Strahlenschutz angezweifelt werden, dann wird auch hier das Prinzip der Strahlenschutzorganisation durchbrochen und die zuständigen Behörden bzw. zuständige Stellen können Maßnahmen unmittelbar gegenüber der fachkundigen Person festlegen, die ja auch Anwender sein kann. Sie sehen, die Konzeptionen des Medizinprodukterechts und des Strahlenschutzrechts sind in der Tat grundsätzlich unterschiedlich und es ist vielleicht erforderlich, im Strahlenschutzrecht andere Personen verantwortlich zu verpflichten als im Medizinprodukterecht. Aber das Ziel, für einen sicheren Betrieb oder eine sichere Anwendung zu sorgen, muss und kann kann in beiden Rechtsbereichen erreicht werden, wenn auch auf unterschiedlichen Rechtswegen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Zachotzky schrieb am 25.07.2015 - 18:21 Uhr:
Frage:2491 BETREFF: Mobil Röntgen, dentale Tubusgeräte
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, unter Berücksichtigung von RöV, SV-RL und MPBetreibV sind Akku betriebene Tubusgeräte bereits erfolgreich zugelassen. Eine nicht unerhebliche, technische Verbesserung und Unterstützung bei der Behandlung immobiler Patienten. Teilweise widersprechen Sachverständige wie auch andere Fachleute dieser Tatsache und sorgen bei Interessenten für erhebliche Unsicherheit. Bereits auf telefonische Nachfrage wird jegliche Betriebserlaubnis aus nicht nachvollziehbaren Gründen strikt abgelehnt. Warum diese ablehnende Haltung? Können Sie freundlicherweise dazu Stellung nehmen? MfG


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Zachotzky, die Einbeziehung strahlenschutztechnischer Anforderungen an mobile dentale Tubusgeräte in das Konzept der Sachverständigenprüfung nach der SV-RL ist aus jetzt nicht mehr nachvollziehbaren Gründen bezüglich der Kommunikation zwischen den daran beteiligten Kreisen nicht so ganz glatt verlaufen. Das scheint der Hauptgrund gewesen zu sein, warum die von Ihnen angesprochene Unsicherheit in der Sachverständigenszene entstanden ist. Ich will hier versuchen, den Ablauf der Beratungen zu dieser Thematik nachzuvollziehen, um zu zeigen, dass zumindest grundsätzlich das Problem sachlich gelöst ist. Mit dem Thema ´spezielle strahlenschutztechnische Anforderungen an mobile dentale Tubusgeräte´ hatte man sich erstmals schon auf 40. Sitzung des AK RöV im Jahr 2010 beschäftigt. Dort wurde festgelegt, dass die entsprechenden zusätzlichen Strahlenschutzvorkehrungen, wie Vorhandensein von Stativ und Fernauslösung sowie geeigneter Fokus-Haut-Abstand, gegeben sein müssen. Dieser Forderungskatalog wurde, wie üblich bei allen technischen Vorschlägen, die vom AK RöV erarbeitet werden, dem LA RöV vorgetragen. An dieser Stelle könnte es an der Kommunikation gehakt haben, denn aus unbekannten Gründen ist es nicht zu einer diesbezüglichen Änderung bzw. Ergänzung der SV-RL gekommen. Erst auf der 47. Sitzung des AK RÖV im Jahr 2013 erschien dieses Thema wieder auf der Tagesordnung. Es wurde auf das Ergebnis der Beratungen bei der o.g. 40. Sitzung des AK RöV verwiesen. Zurzeit wird die SV-RL novelliert, unter anderem auch das Prüfprotokoll für dentale Tubusgeräte (Berichtsmuster 2.2.5). Dort findet man jetzt die Berücksichtigung der o.g. Anforderungen: Prüfposition M05F02 zum Fokus-Haut-Abstand (diese Prüfposition ist nicht neu; sie gilt auch für stationäre dentale Tubusgeräte) und die neu formulierte, nur für ortsveränderlich genutzte dentale Tubusgeräte geltende Prüfposition M05F12 zur Fernauslösung und zum Stativ. Es ist nicht bekannt, wann die neue SV-RL in Kraft treten wird. Aber mit dieser Forumantwort sind jetzt diese technischen Anforderungen an mobile dentale Tubusgeräte zumindest als Entwurf bekannt und könnten von den Sachverständigen in deren Prüfungen an Geräten dieser Art mit einbezogen werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  O.Dölker schrieb am 23.07.2015 - 17:47 Uhr:
Frage:2490 BETREFF: CT Geräte ohne Röhrenstrommodulation
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, CT´s ohne Röhrenstrommodulation (ADR)dürfen in der Radiologie nur noch bis zum 31.12.2015 betrieben warden. Dürfen diese CTs in der Strahlentherapie zur Planung weiter verwendet warden. Wird es da eine Ausnahmeregelung geben. Mit freundlichen Grüßen O.Dölker


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dölker, Ein wesentliches Ziel der Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL), in deren Anlage I man die von Ihnen genannte Übergangsregelung findet, ist es, dazu beizutragen, dass röntgendiagnostisch genutzte Einrichtungen dem jeweiligen Stand der Technik entsprechen. Dabei muss, wie immer, wenn es um eine Forderung nach Vorhandensein des Standes der Technik geht, die Verhältnismäßigkeit gewährleistet bleiben. Aus diesem Grund werden in der SV-RL relativ großzügig bemessene Übergangsfristen eingeräumt. Dies gilt natürlich auch für die technische Anpassung beispielsweise älterer Computertomographen. Es wurden in den betreffenden technischen Regelungen keine unterschiedlichen Gesichtspunkte bezüglich der Anwendung der betreffenden Modalitäten berücksichtigt, sondern es wurde festgelegt, dass diese Systeme nach Ablauf der jeweiligen Übergangsfrist nicht mehr den technischen Anforderungen genügen. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass es für Röntgeneinrichtungen, die nach RöV genehmigt oder angezeigt betrieben werden, einen Bestandsschutz gibt. Die Entscheidung, ob eine solche Einrichtung im konkreten Einzelfall tatsächlich außer Betrieb genommen werden muss, ergibt sich nicht durch Änderung eines technischen Regelwerkes (wie z.B. der SV-RL) sondern durch eine Einzelfallentscheidung der zuständigen Aufsichtsbehörde. Der Strahlenschutzverantwortliche (Betreiber) hat dabei 2 Möglichkeiten: 1) Er kann abwarten, bis die betreffende Behörde ihm mitteilt, dass er das Gerät außer Betrieb nehmen muss. Er kann dann (möglichst frühzeitig) versuchen, mit der Behörde einen eingeschränkten Betrieb für eine bestimmte Anwendung (hier: CT in der Strahlentherapie), für die die Nachrüstung (hier: einer ADR) nicht relevant sein mag, zu vereinbaren. 2) Der Betreiber klärt schon im Vorfeld mit der zuständigen Behörde ab, ob diese damit einverstanden ist, dass mit einer Änderungsgenehmigung oder -anzeige die Anwendung schon vor einer möglichen behördlichen Anordnung freiwillig auf bestimmte Verfahren eingeschränkt wird. Wenn es Anwendungen sind, für die eine Anpassung an die Vorgaben des technischen Regelwerks (z.B. SV-RL) nicht relevant ist, erscheint es möglich, dass die Behörde dem zustimmt. Aus unserer Sicht macht es Sinn, der Behörde durch eine Stellungnahme einer fachkompetenten Person nachzuweisen, dass durch die Nachrüstung (z.B. einer ADR) für den geplanten Betrieb (z.B. CT in der Strahlentherapie) weder eine relevante Verringerung der Strahlenexposition noch eine relevante Verbesserung der Bildqualität erreicht wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heike Prager schrieb am 23.07.2015 - 07:53 Uhr:
Frage:2489 BETREFF: DPX-Messung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, leider habe ich mich etwas falsch ausgedrückt bzw. zu wenig Infos weitergegeben (momentan ist es einfach zu heiß) ! ich meinte nicht ´nichtärztliches Personal´, sondern nichtmedizinisches Personal. Bei fraglicher Person handelt es sich um eine Bürokraft. Kann diese ohne medizinische Ausbildung einen Strahlenschutzkurs absolvieren ? vielen lieben Dank für Ihre Mühe ! Mit freundlichen Grüßen Heike Prager


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Prager, diese Korrektur Ihrerseits ändert natürlich die Situation grundsätzlich: Die technische Durchführung zwecks Anwendung von Röntgenstrahlung in der Heilkunde (z.B. eine DPX-Messung) darf nicht durch ´nichtmedizinisches Personal´ (z.B. durch eine Bürokraft) erfolgen sondern von Personen, die eine erfolgreich abgeschlossene sonstige medizinische Ausbildung (z.B. eine Arzthelferin) absolviert und zusätzlich die Kenntnisse im Strahlenschutz (´Strahlenschutzkurs´) erworben haben (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Insofern stellt sich die Frage gar nicht, ob z.B. eine Bürokraft einen Strahlenschutzkurs absolvieren kann oder darf. Denn er würde ihr ja in keinster Weise beruflich etwas nutzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heike Prager schrieb am 21.07.2015 - 15:01 Uhr:
Frage:2488 BETREFF: DPX-Messung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, darf nichtärztliches Personal eine DPX-Messung am Patienten vornehmen wenn der Arzt mit Fachkunde anwesend ist ? Vielen Dank Heike Prager


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Prager, ja, das ist möglich, wenn von diesem Personal (z.B. von einer Arzthelferin) die entsprechenden Kenntnisse im Strahlenschutz erworben werden, was durch erfolgreichen Besuch eines diesbezüglichen Kurses von 10 Stunden Dauer geschehen kann, und wenn der erwähnte Arzt mit Fachkunde im Strahlenschutz die sog. ständige Aufsicht und Verantwortung übernimmt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Anke S. schrieb am 21.07.2015 - 13:28 Uhr:
Frage:2487 BETREFF: Anfrage
Sehr geehrter Prof. Ewen, eine Klinik(ein KIS/RIS/PACS)mit zwei Radiologien in verschiedenen Häusern. Befundung zentral in einem Gebäude, dies ist keine Teleradiologie oder? Vielen Dank!


1. Antwort: Hallo Anke, die Teleradiologie im Sinne der RöV bedeutet, dass es ich um eine Untersuchung eines Menschen unter der Verantwortung eines fachkundigen Arztes handelt, der sich nicht am Ort der technischen Durchführung befindet und der mit Hilfe elektronischer Datenübertragung und Telekommunikation insbesondere zur rechtfertigenden Indikation und Befundung unmittelbar mit der Person am Ort der technischen Durchführung in Verbindung steht (vgl. § 2 Nr. 24 RöV). Aufgrund Ihrer Ausführungen gehe ich davon aus, dass die von Ihnen beschriebene Radiologie dort anders erfolgt. Nach Ihren Ausführungen wird die rechtfertigende Indikation im Sinne des Facharztstandards gestellt, d.h. der fachkundige Arzt kann den Patienten sehen und erforderlichenfalls auch körperlich untersuchen. Die Befundung erfolgt zwar nicht unmittelbar an der Modalität sondern an einem zentralen Ort, aber innerhalb der Klinik. Der fachkundige Arzt (Befunder) hat aber auch bei dieser Konstellation jederzeit die Möglichkeit eine weitere Untersuchung durchzuführen oder weitere Maßnahmen unmittelbar mit den weiterbehandelnden Kollegen zu besprechen. Darüber hinaus hat er die Möglichkeit, während der Untersuchung seine Verantwortung wahrzunehmen. Nach unserer Sicht handelt es sich hier nicht um eine Teleradiologie im Sinne der RöV. Das Verfahren unterscheidet sich auch nicht wesentlich von Verfahren, die es früher in der analogen Röntgendiagnostik gab, wo Röntgenaufnahmen dezentral hergestellt wurden, die Befundungen aber zentral z.B. in der Radiologie erfolgten. Wenn Sie allerdings eine wirklich rechtlich belastbare Entscheidung darüber benötigen, ob es sich in Ihrem speziellen Fall (entgegen unserer Meinung) nicht doch um Teleradiologie im Sinne der RöV handelt, empfehle ich Ihnen, mit der zuständigen Aufsichtsbehörde zu sprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexander T. schrieb am 21.07.2015 - 10:27 Uhr:
Frage:2486 BETREFF: Kinderfilter
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wo im Strahlengang sollte der Kinderfilter platziert werden? Vor oder hinter dem DAP? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Türk, das sog. Kinderfilter muss - in Strahlrichtung gesehen - vor der DAP-Messkammer angeordnet sein, denn es soll ja die von der Filterung modifizierte Einfalldosis zur Messung kommen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marina schrieb am 15.07.2015 - 16:20 Uhr:
Frage:2485 BETREFF: Teleradiologie
Hallo, seit 23 Jahren arbeite ich als Arzthelferin mit Röntgenschein im Krankenhaus und nehme auch an den Bereitschaftsdiensten teil. Jetzt soll die Teleradiologie eingeführt werden und ich darf an den Bereitschaftsdiensten nicht mehr teilnehmen. Ich verliere dadurch monatlich für mich sehr viel Geld. Gibt es eine Art Bestandschutz oder irgendetwas was mir hilft? ?? Liebe Grüße Marina


1. Antwort: Hallo Marina, im Rahmen eines Bereitschaftsdienstes (Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst) im Sinne des § 3 Abs. 4 RöV („Teleradiologie“), also unter der Voraussetzung, dass am Untersuchungsort kein für die betreffende Untersuchung (z.B. CT) im Strahlenschutz fachkundiger Arzt anwesend ist, der dort die rechtfertigende Indikation nach § 23 Abs. 1 RöV stellen kann, darf die technische Durchführung (§ 2 Nr. 7 RöV) nicht von einer MFA, also z.B. von einer Arzthelferin, durchgeführt werden (siehe § 3 Abs. 4 Nr. 2 im Zusammenhang mit § 24 Abs. 2 Nrn. 1 oder 2 RöV), auch wenn diese Kenntnisse im Strahlenschutz („Röntgenschein“) aufweisen kann und sie ordnungsgemäß aktualisiert hat. Die RöV enthält in dieser Hinsicht auch keine Ausnahmeregelung, z.B. in Form eines irgendwie gegebenen Bestandsschutzes. Dies hängt u.a. auch mit den sehr restriktiven Regelungen des MTA-Gesetzes zusammen, das eine solche Tätigkeit ohne die Aufsicht durch einen für die Anwendung fachkundigen Arzt nur durch MTRA zulässt. Aber: Alle Formen eines radiologischen Bereitschaftsdienstes (z.B. bei der Nutzung konventioneller Röntgengeräte), im Verlaufe derer Ärzte vor Ort mit der entsprechender Fachkunde im Strahlenschutz anwesend sind und dort die rechtfertigende Indikation stellen und die Aufsicht wahrnehmen können, wo also die Einführung der Teleradiologie nicht erforderlich ist, sind bezüglich der technischen Durchführung beispielsweise auch für MFA (z.B. Arzthelferinnen mit „Röntgenschein“) durchaus offen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Werner Storch schrieb am 15.07.2015 - 13:11 Uhr:
Frage:2484 BETREFF: Rechtfertigende Indikation
Sehr geehrter Herr Prof., das Thema wurde unter anderen Aspekten wohl schon mehrfach besprochen, ich möchte aber mal für eine konkrete Situation nachfragen: Die Rechtf. Indikation muss ja durch einen fachkundigen Arzt erfolgen, der die Möglichkeit hat, sich den Pat. selbst anzusehen. Im Rahmen der Ausbildung können dies ja auch Ärzte ohne Fachkunde ( aber mit Kenntnissen im Strahlenschutz )unter Aufsicht tun, wobei die Verantwortung beim Fachkundigen bleibt, der ja vor Ort ist. Meine Frage: Darf ein Arzt mit Kenntnissen im Strahlenschutz Untersuchungen anfordern, wenn der aufsichtführende Fachkundige Arzt Hintergrunddienst hat und jederzeit gerufen werden kann? Er wäre ja jederzeit zu erreichen und hätte ja die Möglichkeit, vor Ort zu erscheinen und mit dem Pat. zu sprechen. Anders läuft es ja praktisch in der Teleradiologie auch nicht. Die Frage ist: wie weit darf ein Fachkundiger Arzt entfernt sein, damit andere Ärzte unter seiner Aufsicht die Rechtfertigende Indikation stellen können? Geht das als Hintergrunddienst von zu Hause aus?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Storch, Ihre Frage ist auf formalen Vorgaben der strahlenschutzrechtlichen Verordnungen sehr einfach und klar zu beantworten. Der noch nicht fachkundige Arzt darf keine rechtfertigende Indikation stellen. Dies gilt sowohl zu den Zeiten, in denen der fachkundige Kollege im Haus ist, als auch zu den Bereitschaftszeiten. Die von Ihnen beschriebene zulässige Tätigkeit, die ein noch nicht fachkundiger Arzt mit Kenntnissen im Strahlenschutz unter Aufsicht ausführen darf, betrifft die Anwendung von Röntgenstrahlung auf Menschen (§ 24 Abs. 1 Nr. 3 RöV). Die rechtfertigende Indikation gehört aber gerade nicht zur Anwendung (Anwendung ist die technische Durchführung und die Befundung in der Diagnostik, vgl. § 2 Nr. 1a RöV). Die rechtfertigende Indikation geht der Anwendung immer voraus und die dafür geltende Vorschrift des § 23 Abs. 1 RöV sieht keine Abweichung von der Aufgabenwahrnehmung unmittelbar durch den fachkundigen Arzt vor. Der noch nicht fachkundige Kollege kann hier lediglich mitwirken, um diese Tätigkeit zu erlernen. Die Teleradiologie ist eine Besonderheit, denn hier wird vom Facharztstandard abgewichen. Aber auch bei dieser Abweichung trifft der fachkundige Arzt (Teleradiologe) die rechtfertigende Indikation, bevor die Anwendung erfolgt. Dabei gilt, dass in der Teleradiologie besondere Randbedingungen eingehalten werden müssen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Berthold Student schrieb am 10.07.2015 - 09:19 Uhr:
Frage:2483 BETREFF: Fragen zur Strahlenschutzbelehrung
Sehr geehrte Damen und Herren, wir wollen in den Räumlichkeiten unseres Unternehmens demnächst eine Info-Veranstaltung zum Thema Röntgen anbieten, zu der auch eine Strahlenschutzbelehrung für Tierärzte und Tierärztliche Fachangestellte gehören soll. Mein Frage an dieser Stelle ist, in welchen Abständen diese beiden Gruppen an einer solchen Belehrung teilnehmen müssen, und ob Tierärzte dafür auch ATF Punkte bekommen. Gruß, B. Student


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Student, Strahlenschutzunterweisungen (nicht: ´...belehrungen´!) müssen bei einer entsprechend beruflichen Tätigkeit von Personen (z.B. von Tierärzten, die röntgen)erstmalig durchgeführt werden und danach in jährlichen Abständen (§ 36 RöV). Grundsätzlich kann die sog. zuständige Behörde Ausnahmen oder Änderungen zulassen bzw. fordern (§ 33 Abs. 6 RöV). Ich kann mir nicht vorstellen, dass Tierärzte für die Teilnahme an einer Unterweisung nach § 36 RöV ATF-Punkte bekommen können. Zumindest habe ich davon noch nie etwas gehört. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Weber schrieb am 06.07.2015 - 09:43 Uhr:
Frage:2482 BETREFF: Helfende Person/Hospitanten/ Azubi im Kontrollbereich
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, gibt es inzwischen zuverlässige und bezahlbare elektronische Geräte als Ersatz für die Stabdosimeter zum Einsatz in der Personendosimetrie im Kontrollbereich für helfende Personen, hospitierende Gäste, Einweisungsassistenten für interventionelle Verfahren im Hybrid OP etc; wobei letztgenannte wie auch Techniker ja von ihren Firmen an wechselnden Einsatzorten ausgestattet sein könnten. mit strahlendem Gruß Weber


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Weber, Sie sind mit diesen oder ähnlichen Fragen gut aufgehoben beispielsweise bei der Materialprüfungsanstalt NRW (MPA) in Dortmund. Das MPA ist u.a. amtliche Messstelle für 5 Bundesländer (Bremen, NRW, NS, Rheinland-Pfalz, Saarland). Die wichtigen Koordinaten: 0231/45020, info@mpanrw.de. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stefan Wagner schrieb am 02.07.2015 - 14:01 Uhr:
Frage:2481 BETREFF: DIN 6868-157 - Konstanzprüfung und Maximales Leuchtdichteverhältnis
Sehr geehrter Professor Ewen, ich habe eine weiter Frage zur DIN 6868-157. Im Beispielreport zur Konstanzprüfung ist das ´maximale Leuchtdichte-Verhältnis´ enthalten - in der Norm selbst finde ich aber keinen Hinweis darauf, dass das auch in der Konstanzprüfung berücksichtigt werden muss. Ist das hier rein informativ aufgeführt, oder ist das auch ein Wert der in der Konstanzprüfung berücksichtigt werden muss (und dann auch entsprechend mit der maximalen Abweichung verglichen werden soll). Schon einmal vielen Dank für die Information - ich bin sehr gespannt auf Ihre Antworten. Mit freundlichen Grüßen! Stefan Wagner


1. Antwort: siehe Frage 2469. K. Ewen

2. Antwort: Sehr geehrter Herr Wagner, in letzter Zeit häufen sich die Fragen im Forum RöV zur DIN 6868-157 („BWS“) und zu ihrem Umfeld (z.B. QS-RL). Da diese Fragen oft sehr spezifisch sind, wurde der Vorschlag unterbreitet, diese Anfragen einem kleinen Gremium von Experten auf diesem Gebiet zukommen zu lassen und deren Antworten dann in das Forum RöV einzustellen. Es ist verständlich, dass dieser Vorgang insgesamt etwas länger dauern wird als normalerweise im Forum RöV üblich. Die Forumleitung hat darauf wenig Einfluss. Ich bitte darum um Verständnis. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frau Dr. Kruska schrieb am 02.07.2015 - 13:28 Uhr:
Frage:2480 BETREFF: Wöchentliche Dosisermittlung in der Schwangerschaft
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich wende mich an Sie mit der Frage, in welchen Fällen eine wöchentliche personendosimetrische Überwachnung von Schwangeren notwendig ist. Im Speziellen möchte ich mich für den Bereich Anästhesiologie informieren: Sofern die schwangere Kollegin nicht in Kontrollbereichen eingesetzt wird, ist dann die herkömmliche monatliche Dosisauswertung ausreichend? Ohne ein wöchentlich ablesbares Dosimeter müsste dann vermutlich ein Einsatz in OP-Bereichen (mit ensprechender Schutzkleidung) in denen Röntgenstrahlen zum Einsatz kommen, ausgeschlossen sein! Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Antwort!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dr. Kruska, die RöV reglementiert nicht den Zutritt von schwangeren Mitarbeiterinnen in den Überwachungsbereich (§ 22 Abs. 1 Nr. 1 RöV). In diesem Bereich muss auch niemand ein Personendosimeter tragen (§ 35 Abs. 1 RöV). Schwangeren Mitarbeiterinnen ist nach § 22 Abs. 1 Nr. 2d RöV nur dann der Zutritt zu Kontrollbereichen gestattet, wenn der Strahlenschutzbeauftragte dies gestattet und der Grenzwert für das ungeborene Kind nicht überschritten wird (§ 31a Abs. 4 Satz 2 RöV). Das dabei zu tragende Dosimeter muss (arbeits)wöchentlich ausgewertet werden (§ 35 Abs. 6 Satz 2 RöV). Natürlich muss Schutzkleidung getragen werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Tamer Sözeri schrieb am 01.07.2015 - 14:47 Uhr:
Frage:2479 BETREFF: röntgenschein
sehr geehrte Herr Prof.Ewen Ich habe in der türkei als Radiologie tekniker Medizinische abschuluss.hier nicht voll anerkannt Darf man mit diesen abschuluss Röntgen schein Kurse machen als helfer?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Sözeri, da Ihre Anfrage mehrere Bereiche der deutschen Röntgenverordnung betreffen könnte, versuchen wir diese differenziert zu beschreiben. 1) Die deutsche Röntgenverordnung verlangt, dass Personen, die Röntgeneinrichtungen prüfen, erproben, warten und instand setzen über die dafür erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz verfügen und diese Fachkunde auch durch die zuständige Stelle bescheinigt ist. Da diese Aufgabe häufig von Radiologie- oder Medizintechnikern wahrgenommen wird, möchten wir zuerst diesen Bereich beschreiben. Wenn Sie über einen qualifizierten Berufsabschluss als Radiologietechniker verfügen und dieser Berufsabschluss von der zuständigen Stelle oder Behörde in der Türkei bescheinigt ist, sollten Sie mit einer Übersetzung dieser Berufsabschlussbescheinigung die nach der deutschen Röntgenverordnung zuständige Stelle an Ihrem Arbeits- oder Wohnort kontaktieren. Wer diese zuständige Stelle ist und wo sie ihren Sitz hat, werden Sie vom örtlich zuständigen Gewerbeaufsichtsamt, Arbeitsschutzamt oder Regierungspräsidium erfahren. Mit dieser zuständigen Stelle können Sie dann besprechen, ob der Nachweis über Ihren Berufsabschluss ausreicht, um die Fachkunde im Strahlenschutz zu erwerben und bescheinigt zu bekommen. Wenn Zusatznachweise erforderlich sind, wird Ihnen die zuständige Stelle dies auch mitteilen können. 2) Die zweite in Betracht kommende Möglichkeit wäre der Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz zur technischen Durchführung von Röntgenuntersuchungen an Menschen. Die Grundlage für diese Tätigkeit ist eine erfolgreich abgeschlossene sonstige medizinische Ausbildung. Ob die Ausbildung zum Radiologietechniker oder Medizintechniker nach türkischem oder auch deutschem Recht als erfolgreich abgeschlossene sonstige medizinische Ausbildung gilt, vermögen wir hier nicht zu beurteilen. Allerdings haben wir vom Forum RöV hier grundsätzliche Zweifel. Ein belastbares Ergebnis hierzu kann jedoch nur eine Einzelfallprüfung ergeben. Auch hierfür ist die zuständige Stelle zu befragen. D.h., wenn Sie diesen Nachweis anstreben, sollten Sie mit der zuständigen Stelle (siehe oben) für Ihren Arbeits- oder Wohnort Kontakt aufnehmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Prof. Dr. L. Spieß schrieb am 30.06.2015 - 21:57 Uhr:
Frage:2478 BETREFF: Austausch baugleicher Hochspannungsgenerator
An einem Röntgendiffraktomter, zusammengestellt aus damals (1993) bauartzugelassenen Komponenten (Strahlenschutzgehäuse, Feinstrukturröhren, Strahlenschutzkabine), aber wegen Eigenzusammenstellung betrieb mit Genehmigung - R3 Vollschutzgerät entsprechend, musste jetzt der Hochspannungsgenerator K760 (Siemens) durch einen baugleichen Generator getauscht werden. Muss ich neben der Anzeige auch den Sachverständigen kommen lassen. Ich habe früher immer dies bejaht, denn Strahler ist laut Definition (Röhrenschutzgehäuse, Röhre und Generator) und Änderungen sind anzeigepflichtig und vorher Abnahme durch Sachverständiger. SSV will aber nur widerwillig Geld locker machen und erst bei nächster 5 Jahresprüfung (2017) das mit erledigen.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Prof. Spieß, es gibt in der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL; im Internet aufsuchbar), nach der Sachverständige ihre Prüfungen durchführen sollen, eine Anlage II mit einer Beispielsammlung für Änderungen an Röntgeneinrichtungen und deren Betrieb. Darin sind in Tab. II2 die entsprechenden Verhältnisse für nichtmedizinische Röntgengeräte zusammengestellt, unter anderem auch, wann bei welcher Änderung eine Sachverständigenprüfung erforderlich ist oder nicht. Daraus geht hervor, dass derartige Prüfungen nicht erforderlich sind, wenn Strahler- und Generatorwechsel durch baugleiche Systeme und ohne Erhöhung der Röhrenspannung ablaufen. Da es sich in Ihrem Fall um ein Genehmigungsverfahren handelt, in dem die zuständige Behörde unter Umständen spezielle Anforderungen in Form von Auflagen festlegen kann, empfiehlt es sich, die Genehmigungsbehörde zu kontaktieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kathrin schrieb am 30.06.2015 - 18:22 Uhr:
Frage:2477 BETREFF: Strahlenschutzgesetzgebung und amtliche Überwachung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, 1. Frage) warum existieren eigentlich die RöV und StrlSchV immer noch parallel? Viele Inhalte (z.B. Strahlenschutzgrundsätze, Grenzwerte, etc.) sind identisch. Gibt es behördliche Bestrebungen eine gemeinsame Verordnung/Gesetz zu schaffen? Für die anknüpfenden Richtlinien (z.B. Fachkunderichtlinien), Normen, Anzeigen, Genehmigungen, etc. wäre der Aufwand (entsprechenden Paragraphen anpassen) natürlich enorm... 2. Frage) in den amtlichen Dosimetern werden Filme eingelegt. Wird es da nicht bald zu Engpässen kommen, weil die Hersteller die Filmproduktion einstellen/runterfahren werden bzw. die Kosten in absehbarer Zeit steigen? Werden die Filmdosimeter durch beispielsweise TLD ersetzt? Gibt es dazu bereits Informationen? 3. Frage) der Grenzwert für die Teilkörperdosis der Augen wird auf 20mSv/a bis spätestens Februar 2018 herabgesetzt. Muss die Augendosis in jedem Fall bestimmt werden, auch wenn eine Bleiglasbrille (0,5mm Pb) getragen wird? Oder verhält es sich hier genauso wie mit dem Körperdosimeter, welches unter der Schürze getragen wird und überwiegend 0mSv/Monat anzeigt. Anders herum gefragt: kann man auf das amtliche Augendosimeter verzichten, wenn man die Bleiglasbrille/-visier trägt (oder Bleiglasscheibe verwendet) oder geht es hier um die Möglichkeit der Grenzwertüberschreitung? Wie würden Sie im praktischen Strahlenschutz vorgehen? Ich stelle mir folgenden Ablauf vor: - Personenkreis ermitteln, bei denen eine erhöhte Augendosis in Frage kommt - dieser Personenkreis trägt ein Augendosimeter (Schläfe) über einen längeren Zeitraum (3-6 Monate) - für eine konservative Abschätzung den höchsten Monatswert unter Berücksichtigung der Häufigkeit und Strahlzeiten auf ein Kalenderjahr hochrechnen - Auswertung: - die Abschätzung ist weit unter den 20mSv: keine Brille und kein Augendosimeter - bei Abschätzung wird der Grenzwert zu 3/10 ausgeschöpft: Augendosimeter *oder* Brille - Alternative: grundsätzliche innerbetriebliche Festlegung, dass eine Brille getragen werden muss und somit keine amtliche Überwachung der Augendosis zu erfolgen brauch Großen Dank und viele Grüße


1. Antwort: Hallo Kathrin, gute Fragen und Überlegungen (das vorab)! Zu den Fragen: 1) RöV und StrlSchV werden im Zuge der Umsetzung der neuen EU-Richtlinie in nationales Gesetz (muss bis 2018 erfolgt sein) zum Strahlenschutzgesetz zusammengefügt. 2) Nach Schätzungen von amtlichen Messstellen werden Filme für die Personendosimetrie noch einige Jahre (könnten noch 10 Jahre sein) verfügbar sein. An anderen Messtechniken (z.B. TLD) wird natürlich gearbeitet. Nähere Informationen dazu z.B. von Helmholtz-Zentrum München oder Materialprüfungsamt Dortmund (Kontakte: s. Internet). 3) Die messtechnische Erfassung der Augenlinsendosis wird in der Tat ganz aktuell durch die zu erwartende deutliche Reduzierung des Grenzwertes auf 20 mSv/a. Ich weiß noch nicht, wie dann die diesbezügliche in dem neuen Strahlenschutzgesetz zu formulierende Regelung aussehen wird, aber ich kann mir nicht denken, dass man zwischen dem Tragen einer Bleiglasbrille oder der Nutzung des von Ihnen erwähnten geräteintegrierten Streustrahlenschutzes und einem Augendosimeter wählen darf. Man kann ja auch nicht wählen zwischen dem Tragen einer Schutzschürze und der Nutzung eines Personendosimeters. Die Entscheidung für oder gegen die Nutzung eines Augendosimeters wird voraussichtlich, wie auch sonst bei Teilkörperdosimetern (z.B. Fingerringdosimeters), beim Strahlenschutzbeauftragten liegen. Möglich ist eine Regelung, die wir ja anderweitig auch schon kennen, dass die Nutzung eines Augendosimeters dann nicht erforderlich ist, wenn voraussichtlich 30 % des entsprechenden Grenzwertes (hier: 20 mSv/a) nicht überschritten wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Angela Brand schrieb am 29.06.2015 - 09:04 Uhr:
Frage:2476 BETREFF: Vielen Dank
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ganz herzlichen Dank für die Info! Mit besten Grüßen aus Berlin! Angela Brand


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Brand, gern geschehen! Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihren Bemühungen. Gruß K. Ewen



  Angela Brand schrieb am 27.06.2015 - 07:50 Uhr:
Frage:2475 BETREFF: Missstände im MTRA-Beruf
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, stellvertretend für sehr viele MTRA in Deutschland wende ich mich mit diesem Schreiben an Sie. In einer geschlossenen Facebookgruppe für MTRA und MTRA-Schüler sind wir inzwischen fast 2000 Mitglieder aus Deutschland und auch aus anderen europäischen Staaten. Wir diskutieren viel über alle möglichen Dinge unseres Berufs, aber die allgemeine Unzufriedenheit ist doch das wichtigste Thema. Aus diesem Grund haben wir in der Gruppe die wichtigsten Punkte gesammelt und mit einigen Mitgliedern ein Schreiben aufgesetzt und in Form einer Online-Petition an die Deutsche Röntgengesellschaft gerichtet. Inzwischen haben wir über 1600 Unterschriften gesammelt. Leider ist die Deutsche Röntgengesellschaft und auch der VMTB nicht der richtige Ansprechpartner für unser Anliegen. Der DVTA ist inzwischen mit uns in Kontakt. Viele der Gruppenmitglieder kennen Sie und meinten, wir sollten Sie um Unterstützung bitten, die richtigen Ansprechpartner für unser Anliegen zu finden. Im Anschluss der Link zu unserem Brief/Petition. Mit freundlichen Grüßen Angela Brand https://www.change.org/p/deutsche-r%C3%B6ntgengesellschaft-verbesserung-des-berufes-der-mtra?recruiter=41545797&utm_source=share_petition&utm_medium=email&utm_campaign=share_email_responsive


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Brand, vielen Dank für Ihren Beitrag und den Zugang zur Petition. Auch wenn wir - hier im Forum RöV - viele Ihrer Themen unterstützen, hilft Ihnen dass nicht wirklich weiter. Unseres Erachtens sollten Sie Ihre durchaus berechtigten Anmerkungen auch an die zuständigen Bundes- und Landesministerien richten. Für den Strahlenschutz ist hier das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit die erste Adresse, für das Thema Gesundheitsberufe das Bundesministerium für Gesundheit. Ebenso gibt es in den Bundesländern Gesundheitsministerien, die Sie zur Unterstützung Ihrer Anliegen kontaktieren sollten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Jürgen Westhof schrieb am 26.06.2015 - 13:23 Uhr:
Frage:2474 BETREFF: C-Bogengeräte für Hand- und Fußchirurgie
Bezugnehmend auf die Forumsanfrage 2472 habe ich folgende Ergänzungen zu dem Thema. Die C-Bogengeräte die in der Hand- Fußchirurgie genutzt werden sind in der Norm zur Abnahmeprüfung DIN 6868-150 nicht erfasst, ebenso ist in der Norm zur Konstanzprüfung diese Geräte gruppe bisher nicht erfasst. Vorgaben für die Abnahme- und Konstanzprüfung sind auch nicht in der QS-RL und SV-RL aufgeführt. Um die Einhaltung der Grenzwerte für die Dosisleistung am Bildempfänger zu überprüfen, muss ein Prüfkörper für dieses Messvorhaben so beschaffen sein, dass das Gerät noch im Regelungsbereich der Dosisleistungsregelung arbeitet. Aufgrund des Anwendungsbereichs (Durchleuchtung von medizinischen Objekten mit geringer Schichtdicke) ist die Verwendung von 25 mm Al nicht sinnvoll. Daher werden je nach Gerätehersteller 1 mm Cu, 6 mm Al oder 100 mm PMMA als Prüfkörper im Rahmen der Abnahmeprüfung bzw. Konstanzprüfung eingesetzt. Im hier vorliegen Fall ist aus meiner Sicht der Grenzwert von 0,6 µ Gy/s auch bei pädiatrischen Untersuchungen zur Anwendung zu bringen, da hier nur die peripheren Extremitäten im Nutzstrahl sind (keine Oberschenkel, keine Oberarme somit keine Organe im Nutzstrahl in den sich Blutbildendes Knochenmark befindet). Da diese Geräte über kein Streustrahlenraster (Faktor < 2) verfügen, da die zu untersuchenden Organe eine geringe Schichtdicke haben und die Feldgröße klein ist, sind die erforderlichen technischen Anforderungen aus meiner Sicht erfüllt. Die Regelungslücke hinsichtlich der technischen Vorgaben und des Verfahrens im Rahmen der Abnahme- und Konstanzprüfung soll durch Vorgaben in der SV-RL, die derzeit in der grundlegenden Überarbeitung ist, erfolgen.“


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Westhof, lieber Jürgen, ich sehe deinen Text, wie du ja auch formuliert hast, als eine ´Ergänzung´ zu dieser nicht ganz einfachen Thematik an, so dass ich sachlich dazu nicht Stellung beziehen muss (siehe die Forumanfrage Nr. 2472 und meine Antwort darauf). Wie arbeiten ja beide in der Arbeitsgruppe, die sich um die Novellierung der SV-RL bemüht, und werden daher diesbezüglich auch dieses Problem im Auge behalten. Viele Grüße Klaus Ewen



  Claudia Radßuweit schrieb am 26.06.2015 - 11:43 Uhr:
Frage:2473 BETREFF: Berufsanerkennung
Hallo, folgende Frage für eine Kollegin: Sie arbeitet seit 13 Jahren als gelernte MTLA in einer Röntgenabteilung. Hat bisher die Aktualisierung der Fachkunde mitgemacht. Kann sie sich jetzt als MTRA umbenennen lassen? Ggf. mit einer zusätzlichen Prüfung? Liebe Grüße!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Radßuweit, eine Umstellung Ihrer Kollegin von MTLA auf MTRA auf der Basis langjähriger Berufserfahrungen, durch erfolgreiche Teilnahme an Aktualisierungskursen (die aber nur zur Aktualisierung der Kenntnisse im Strahlenschutz gedient haben können) und ggf. durch zusätzliche Prüfungen (welcher Art auch immer) ist nicht möglich. Die MTRA-Ausbildung erfolgt auf einer klar festgelegten gesetzlichen Grundlage (´MTA-Gesetz´), die nach ihrem Abschluss unter anderem zum Besitz der Fachkunde im Strahlenschutz führt (siehe § 18a Abs. 1 Satz 6 RöV) , was bei der MFA-Ausbildung nicht der Fall ist (hier gilt § 18a Abs. 3 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dieter Hopmann schrieb am 25.06.2015 - 13:52 Uhr:
Frage:2472 BETREFF: Pädiatrische zusatzfilterung bei Mini C Bogen Systemem
Die Problematik ist,dass gem. der SV Richtlinie alle C Bogen Systeme auch bei Anwendung an Extremitäten eine Filterung oder Dosiskennlinie benötigen welche bei Anwendung an Kindern die BV Eingangsdosis auf max. 0,2 µGy reduziert bzw . auf das halbe DFP reduziert. Da die Extremitäten nicht mehr von dieser Regelung ausgenommen sind gilt diese Regelung auch für die im Bereich der Hand- und Fußchirurgie verwendeten Mini C Bogen Systeme . Bei diesen Systemen ist es jedoch so, dass diese von vorn herein kein Raster verwenden und die operationstechnische Anwendung dieser Geräte eine BV nahe Anwendung ermöglicht wodurch die Dosis am Patient so weit wie möglich reduziert wird. „Normale´ C Bogen Systeme können bei Anwendung an der Extremität oftmals nicht BV nah eingesetzt werden so dass der Patient und der Operateur einer erheblich höheren Dosis ausgesetzt sind, auch wenn die Systeme die Vorgaben der pädiatrischen Filterung genügen. Daher wäre es wünschenswert bei Einsatz der Mini C Bogen Systeme ,auch bei Kindern, an der oberen Extremität und an der unteren Extremität einschl. Knie (ausgenommen Oberschenkel )diese Regelung nicht umzusetzen. Zusätzlich ist zu berücksichtigen das diese Systeme eine bessere Bildqualität liefern und daher letztendlich auch damit eine geringere Durchleuchtungszeit erreicht wird.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hopmann, die SV-RL befindet sich zurzeit in einer grundlegenden Novellierungsphase, wobei natürlich auch die Anlage I zu dieser Richtlinie nicht ausgenommen bleibt. Und in dieser Anlage I findet man ja auch die Vorgaben für C-Bogenuntersuchungen an Kindern, die Sie hier ansprechen. Ich werde Ihre Anfrage hier im Forum und meine Antwort der Arbeitsgruppe, die für die Novellierung der SV-RL zuständig ist und in der ich auch mitarbeite, zukommen lassen. Beispielsweise könnte man sich an den Abschnitt 7.15 der DIN 6868-150 (´Dosisreduktion im pädiatrischen Durchleuchtungsbetrieb´) orientieren, in dem es z.B. eine Anmerkung 1 gibt, nach der die Einhaltung der ´pädiatrischen Anforderungen´ durch verschiedene Maßnahmen erfolgen könnte, unter anderem durch ´unterschiedliche Vorgaben für die Zusatzfilterung´. Die Einfügung der Worte ´unter anderem´ deutet daraufhin, dass auch noch weitere Möglichkeiten nicht ausgeschlossen werden könnten, z.B. die nicht erforderliche Verwendung eines Rasters. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Thomas schrieb am 24.06.2015 - 09:57 Uhr:
Frage:2471 BETREFF: Röntgenkontrolle am Flughafen
ein Hallo an die Betreiber des Forums, ich Arbeite am Flughafen und bediene dort ein Smith Heimann Röntgengerät bei der Passagier Kontrolle. In der Firma in der ich davor war wurde ich einmal im Jahr nach der §36 RÖV. unterwiesen und mußte dafür unterschreiben. Meine jetzige Firma hat das bis jetzt noch nicht gemacht ich arbeite jetzt schon 7 Jahre dort!Muß oder sollte ich da was machen? Und wie sollte ich es machen? Habe es erst jetzt durch nachlesen festgestellt, dass es da klare Regeln gibt und das per Gesetz festgelegt ist! Würde mich über eine Antwort freuen mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Hallo Thomas, wenn Sie an einem Röntgengerät beispielsweise zur Gepäckkontrolle im Flughafen arbeiten, dann wenden Sie dazu Röntgenstrahlung an. Das bedeutet unter anderem auch, dass Sie die Röntgenstrahlung einschalten, und zwar um mit deren Hilfe Kontrollmaßnahmen technisch durchzuführen. Nach § 36 der Röntgenverordnung (RöV) muss veranlasst werden, dass z.B. im Zusammenhang mit der oben angesprochenen Anwendung von Röntgenstrahlung beschäftigte Personen vor Antritt dieser Tätigkeit und dann in jährlichen Abständen unterwiesen werden (§ 36 Abs. 1 Satz 2 RöV). Irgendjemand in Ihrem Team bzw. in Ihrer Firma muss ja die Funktion des Strahlenschutzbeauftragten innehaben. Diesen sollen Sie mal ´ganz vorsichtig´ auf diese Forderung der RöV hinweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stefan Wagner schrieb am 23.06.2015 - 16:14 Uhr:
Frage:2470 BETREFF: Konstanzprüfung DIN 6868-157 - DICOM-Kennlinie
Sehr geehrter Professor Ewen, ich habe eine weitere Frage, diesmal zu Konstanzprüfung der Leuchtdichte-Kennlinie nach DIN 6868-157. Hier steht in der Fußnote, dass die Kurve nur gemessen werden muss, wenn die ´Messwerte der TESTBILDER TG18-LN8-01 und TG18-LN8-18 von den Bezugswerten der Abnahmeprüfung abweichen´. Ich bin mir jetzt unsicher, was hier mit Abweichung gemeint ist. Die 30% ja ehr nicht, da das neue Messen der Kurve ja keine Fehlerbehebung ist. Die Warnschwelle ab einer 20%igen Abweichung hat damit ja auch erstmal auch nichts zu tun (das Messen der DICOM-Kurve ist ja keine Maßnahme um weitere Abweichungen zu verhinden). Können Sie mir hier einen Tipp geben? Mit freundlichen Grüßen! Stefan Wagner


1. Antwort: siehe Frage 2469. K. Ewen

2. Antwort: Sehr geehrter Herr Wagner, in letzter Zeit häufen sich die Fragen im Forum RöV zur DIN 6868-157 („BWS“) und zu ihrem Umfeld (z.B. QS-RL). Da diese Fragen oft sehr spezifisch sind, wurde der Vorschlag unterbreitet, diese Anfragen einem kleinen Gremium von Experten auf diesem Gebiet zukommen zu lassen und deren Antworten dann in das Forum RöV einzustellen. Es ist verständlich, dass dieser Vorgang insgesamt etwas länger dauern wird als normalerweise im Forum RöV üblich. Die Forumleitung hat darauf wenig Einfluss. Ich bitte darum um Verständnis. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stefan Wagner schrieb am 23.06.2015 - 15:57 Uhr:
Frage:2469 BETREFF: Konstanzprüfung DIN 6868-157 - Schleierleuuchtdichte
Sehr geehrter Professor Ewen, ich habe eine Frage zur Konstanzprüfung an Bildschirmen nach der neuen Norm 6868-157. In Tabelle 7 sind bei der Schleierleuchtdichte zwei Fußnoten aufgeführt. Die eine (a) besagt, dass die Prüfung für RK3, RK5 und RK6 entfällt. Die andere (b) sagt, dass die Prüfung nur bei Auffälligkeiten der Minimalleuchtdichte erforderlich ist. Was heißt das? Muss man für RK3,5,6 die Schleierleuchtdichte nur messen, wenn es Auffälligkeiten bei der Minimalleuchtdichte gibt, oder muss man sie bei RK3,5,6 nie messen und bei den anderen nur, wenn es Auffälligkeiten gibt? Und dann habe ich noch die Ergänzungsfrage, was diese Auffälligkeiten genau sein können - eine Abweichung über die ´Warnschwelle´ von 20% im Vergleich zur Abnahmeprüfung oder noch etwas anderes? Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen! Mit freundlichen Grüßen! Stefan Wagner


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wagner, es gab inzwischen eine Reihe von verschiedenen Informationsveranstaltungen zur DIN 6868-157 (z.B. Erfahrungsaustausch der Sachverständigen im Haus der Technik, Essen), deren Gesamtumfang hier im Forum RöV nicht dargestellt werden kann. Stellvertretend dafür übersende ich Ihnen einige Informationen zum Thema DIN 6868-157, die aber nicht unbedingt genau auf Ihre Fragen eingehen. Ich hoffe, es hilft trotzdem ein wenig weiter. Mit freundlichem Gruß K. Ewen

2. Antwort: Sehr geehrter Herr Wagner, in letzter Zeit häufen sich die Fragen im Forum RöV zur DIN 6868-157 („BWS“) und zu ihrem Umfeld (z.B. QS-RL). Da diese Fragen oft sehr spezifisch sind, wurde der Vorschlag unterbreitet, diese Anfragen einem kleinen Gremium von Experten auf diesem Gebiet zukommen zu lassen und deren Antworten dann in das Forum RöV einzustellen. Es ist verständlich, dass dieser Vorgang insgesamt etwas länger dauern wird als normalerweise im Forum RöV üblich. Die Forumleitung hat darauf wenig Einfluss. Ich bitte darum um Verständnis. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Stephan Popp schrieb am 23.06.2015 - 10:28 Uhr:
Frage:2468 BETREFF: NARDIN6868-157
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wie auf dem KIS-RIS-PACS-DICOM Treffen in Mainz letzte Woche mit Herrn Simmler besprochen, einige Fragen zur DIN6969-157 mit der Bitte um Antwort in Abstimmung mit dem NAR. In Punkt 8.4. und 8.5. ist von einer Mindestpixelgröße mit 140µm die Rede. Moderne 4k/5k Displays haben Pixelabstände die teilweise unter dieser Grenze liegen. Mobile Geräte wie z.B. iPads, iPhones mit Retina Display auch. Können diese stationären/mobilen Displays für Bildwiedergabesysteme verwendet werden? Als der analoge Film durch digitale Aufnahmetechniken ersetzt wurde, gab es Stimmen, die befürchteten, dass die Existenz von Pixeln keine genaue Diagnose zulassen. Moderne Displays sind in der Lage die Pixel unterhalb der Auflösungsgrenze des menschlichen Auges darzustellen. Warum ist es wichtig, dass die Pixel diese Mindestgröße haben? Wenn die Anwendungssoftware einen Zoom zuläßt, können dann auch Displays mit kleinerer Pixelgröße betrieben werden? Anwender auf dem o.g. Treffen bestätigten, dass sie bereits Displays mit einer kleineren Pixelgröße einsetzen. Ist das normkonform und zulässig? Beste Grüße. Stephan Popp


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Popp, es gab inzwischen eine Reihe von verschiedenen Informationsveranstaltungen zur DIN 6868-157 (z.B. Erfahrungsaustausch der Sachverständigen im Haus der Technik, Essen), deren Gesamtumfang hier im Forum RöV nicht dargestellt werden kann. Stellvertretend dafür übersende ich Ihnen einige Informationen zum Thema DIN 6868-157, die aber nicht unbedingt genau auf Ihre Fragen eingehen. Ich hoffe, es hilft trotzdem ein wenig weiter. Mit freundlichem Gruß K. Ewen

2. Antwort: Sehr geehrter Herr Popp, in letzter Zeit häufen sich die Fragen im Forum RöV zur DIN 6868-157 („BWS“) und zu ihrem Umfeld (z.B. QS-RL). Da diese Fragen oft sehr spezifisch sind, wurde der Vorschlag unterbreitet, diese Anfragen einem kleinen Gremium von Experten auf diesem Gebiet zukommen zu lassen und deren Antworten dann in das Forum RöV einzustellen. Es ist verständlich, dass dieser Vorgang insgesamt etwas länger dauern wird als normalerweise im Forum RöV üblich. Die Forumleitung hat darauf wenig Einfluss. Ich bitte darum um Verständnis. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jörg Fscher schrieb am 22.06.2015 - 15:45 Uhr:
Frage:2467 BETREFF: DIN6868-14 div.
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, gestatten Sie mir folgende Fragen: 1. nach der im Juni 2015 erschienenen und ab dem Dezember 2015 somit verbindlich anzuwendenden DIN6868-14 ist es so, dass in der arbeitstäglichen Konstanzprüfung über einen neuen 40mm dicken PMMA-Prüfkörper das Strom-Zeit-Produkt (nach Festlegung max 15% Abweichung) notiert wird(Sonstige Bedingungen entsprechend)? Die gleiche Aufnahme verwendet man dann auch entsprechend für die Störstrukturen. D.h. Thoraxseitige Bildbegrenzung sowie Einfalldosis (mit dem Standardprüfkörper + Treppe) sind NICHT mehr umfänglich arbeitstäglich zu dokumentieren? 2.Bei der monatlichen QS bezieht sich der Punkt 7.4 ´Dynamikumfang des Detektorsystems´ auf DR-Systeme mit Panel und NICHT auf CR-Systeme? Hier wäre dann auch nur eine Aufnahme zu erstellen und mittels Differenzbestimmung zweier Pixelwerte (gem. genauer Beschreibung) die Nichtüberschreitung der Differenz (15%) nachzuweisen? Auch hier ist eine Dosismessung nicht mehr durchzuführen? 3. Die DIN 6868-14 bezieht sich ausschließlich auf nach DIN6868-162 abgenommene Geräte. Nach PAS1054 abgenommene Geräte werden unverändert nach PAS1054 weiter geprüft (bis zum Ablauf der Übergangsfrist)? Vielen Dank! J. Fischer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Fischer, sind Sie bitte nicht enttäuscht, wenn ich Ihnen schreibe, dass derartig detaillierte Anfragen, deren Beantwortung sicherlich für Ihre Arbeit wichtig sind, über den (auch zeitlich verfügbaren) Rahmen dieses Forums hinausgehen. Aber ich will Sie nicht ganz im Regen stehen lassen, sondern möchte Ihnen eine Internetadresse angeben, unter der vom Referenzzentrum Südwest sog. Durchführungshilfen zur DIN 6868-162 und zur DIN 6868-14 zu finden sind: ´https://referenzzentrum-suedwest.de/fachinformationen´. Vielleicht finden Sie darin auch Antworten auf zumindest einen Teil Ihrer Anfragen und möglicherweise auch Hinweise zu eventuellen Nachfragen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  P. Schröder schrieb am 22.06.2015 - 09:34 Uhr:
Frage:2466 BETREFF: Verbindlichkeit Ergebnisse 74. Sitzung LA-RöV
Sehr geehrter Prof. Ewen, Vielen Dank für die elaborierte Antwort. In unserem Falle geht es primär um die Einführung der neuen DIN 6868-157 zur Abnahmeprüfung von Monitoren. Bisher wurde diese nach der DIN 6868-57 durchgeführt und soll nun nach dem 01.05.2015 (interessanterweise ist das Rundschreiben ja später datiert) anhand der neuen DIN durchgeführt werden. Ich kann Ihren Ausführungen also entnehmen, dass dieses Rundschreiben zwar nicht den Rechtscharakter einer Verordnung/Richtlinie hat, man jedoch gut daran täte, diese bereits vor dem offiziellen Inkrafttreten durch die Verabschiedung einer aktualisierten QS-RL anzuwenden ?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schröder, um es klar auszudrücken: Es ist kein Inkrafttreten einer ´aktualisierten´ QS-RL zu erwarten, sondern das genannte Rundschreiben als solches übernimmt die Anweisung, dass die darin beschriebenen Vorgehensweisen in die Praxis umgesetzt werden sollen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Lenasarah schrieb am 19.06.2015 - 14:13 Uhr:
Frage:2465 BETREFF: Digitale Volumentomographie
Hallo, bei mir wurde gestern eine digitale Volumentomographie des Kiefers durchgeführt. Ich habe dafür keine Bleischürze bekommen. Auf Anfrage hat die Praxis mir mitgeteilt, dass die Bleischürze bei dieser Untersuchung nur noch als historisches Vermächtnis gesehen werden kann und dass es dadurch keine veränderte Verteilung der Strahlendosis im Patienten geben würde. Stimmt das so? Ich bin jetzt etwas beunruhigt. Viele Grüße,


1. Antwort: Hallo Lenasarah, die wichtigste Information für Sie persönlich: Sie müssen nicht beunruhigt sein, weil man Ihnen bei der DVT-Untersuchung des Kiefers die ´Bleischürze´ vorenthalten hat. Die Dosis ist auch ohne dieses Hilfsmittel bei derartigen Untersuchungen gering. Aber diesen Patientenschutz als ´historisches Vermächtnis´ zu bezeichnen, ist sicherlich nicht korrekt, denn für DVT-Aufnahmen müssen entsprechende Patientenschutzmittel bei den Betreibern von DVT-Einrichtungen vorgehalten werden. Das findet man in der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL), nach der Sachverständige Röntgeneinrichtungen überprüfen müssen (die SV-RL findet man im Internet). Es handelt sich dort um die Prüfpositionen 12E04 und 12E05 im Prüfberichtsmuster 2.2.12 für Geräte zur (dentalen) Digitalen Volumentomographie. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexander Schwennicke schrieb am 19.06.2015 - 13:06 Uhr:
Frage:2464 BETREFF: Tomosynthese
Sehr geehrter Herr Prof. Even, die Aufsichtbehörde verlangt nun eine Genehmigung für die Tomosynthese im Rahmen des Mammografie-Screening. Die Auflagen sind, das die Geräte nach DIN 6868-162 abgenommen sind und mit geeigneten Mitteln nachgewiesen wird, daß sich das Strahlenfeld, auch in Tomo-Modus, nicht über den Patientenlagerungstisch hinaus erstreckt. Leider kann ich in der DIN über die Strahlenfeldbegrenzung im Tomo-Modus nichts finden. Kennen Sie die Hintergründe darüber und die Rechtsgrundlage? MfG A.Schwennicke


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schwennicke, zur Erteilung einer Betriebsgenehmigung im Rahmen der Nutzung der Tomosynthese im Mammographie-Screening (´Genehmigung für die Tomosynthese in der Abklärungsdiagnostik im Rahmen des Screenings´) existiert zu diesem Thema eine Mustergenehmigung aus dem Land NRW. Nach einem Beschluss im Länderausschuss RöV erstellen alle entsprechend zuständigen Behörden in Deutschland nach diesem Muster die Genehmigung für die Tomosynthese in der Abklärungsdiagnostik im Rahmen des Screenings. Zu dieser Mustergenehmigung gehört eine Anlage (ein Beiblatt), die zusätzliche Prüfpositionen zur physikalisch-technischen Qualitätssicherung enthält. Eine der zusätzlichen Prüfpositionen, die über die Anforderungen der DIN 6868-162 hinausgehen (die Tomosynthese ist nicht Gegenstand der Norm, sie wird erst in einem jetzt laufenden Normungsverfahren behandelt), ist die Überprüfung der seitlichen Überstrahlung im Tomo-Modus. Man hat mir folgende Methode zur Überprüfung dieser möglichen seitliche Überstrahlung genannt: Man benötigt dazu ein sog. strahlungsempfindliches Lineal. Diese Lineale wurden allerdings für die konventionelle Radiographie ausgelegt. Daher muss eine hohe Exposition gewählt werden (> 140 mAs). Der Detektor sollte dann mit einer Stahlplatte, die diesen vollständig abdeckt, geschützt werden. An sich müssten jetzt alle zuständigen Behörden über die notwendigen Anforderungen im Rahmen des o.g. Genehmigungsvefahrens informiert sein, so dass man dort sicherlich weitere Auskünfte geben könnte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  P. Schröder schrieb am 19.06.2015 - 10:33 Uhr:
Frage:2463 BETREFF: Verbindlichkeit Ergebnisse 74. Sitzung LA-RöV
Sehr geehrter Prof. Ewen, Unter unseren Kollegen herrscht Uneinigkeit über die Verbindlichkeit der ergänzenden Festlegungen des LA RöV vom 06.05.2015. Das Schreiben liest sich ja zunächst einmal wie eine Verfahrensempfehlung an die Landesbehörden. Da seitdem keine aktualisierte Form der QS-RL seitens der Landesbehörden verabschiedet wurde, ist es -zumindest mir - nicht klar, ob die Ergebnisse der ergänzenden Festlegungen rechtlich verbindlich sind, oder es erst noch werden.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schröder, hier die Meinung des Forum RöV: Der Sinn von nationalen Richtlinien im Strahlenschutz liegt darin, für eine Vielzahl der Fälle ein vergleichbares Verwaltungshandeln in Deutschland zu erreichen. Obwohl Richtlinien oder Rundschreiben keine rechtliche Verbindlichkeit im Sinne eines Gesetzes oder einer Verordnung haben, erreichen sie faktisch insofern trotzdem eine hohe Bedeutung, als die zuständigen Behörden sie in aller Regel gemeinsam entwickeln (oft mit Unterstützung von externen Fachleuten) und zur Konkretisierung unbestimmter Vorgaben der Röntgen- oder Strahlenschutzverordnung anwenden. Dabei haben Sie natürlich Recht mit Ihrer Annahme, dass sich diese Richtlinien und Rundschreiben in erster Linie an die strahlenschutzrechtlichen Behörden wenden. Da Regelungen dieser Art aber die zu erreichenden Ziele und die Wege dahin häufig sehr konkret und qualitätsgesichert beschreiben, haben sie auch für die Anwender und für den gesamten Servicebereich eine große Bedeutung, so dass Bund und Länder vereinbart haben, diese Regelwerke für alle interessierten Kreise verfügbar zu machen. In der Praxis bedeutet dies: Die Behörde wird sich an der Richtlinie oder dem Rundschreiben orientieren und der Betreiber (Strahlenschutzverantwortliche) muss nachweisen, dass er das festgelegte Ziel erreicht hat. Wenn er hierfür die in Richtlinien oder Rundschreiben oder auch in Normen festgelegten Verfahren nutzt, ist dieser Nachweis meistens recht einfach zu führen. Wenn das Ziel durch ein anderes alternatives Verfahren erreicht werden soll, so ist dies natürlich auch möglich. Es sind jedoch viel mehr Einzelnachweise zu führen, der Prüfaufwand wird größer und ggf. erhöhen sich auch die Kosten. Zu dem am 6.5.2015 auf der Sitzung des Länderausschusses Röntgenverordnung beschlossenen Rundschreiben gilt, dass die Länder es gegenüber den Behörden und Prüforganisationen als „zu beachten“ festlegen und dass es damit faktisch verbindlich ist oder wird. Wie weit die Umsetzung schon erfolgt ist, kann von hier nicht angegeben werden, jedoch haben einigen Bundesländer das Schreiben schon bekannt gemacht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marco Mühlmann schrieb am 16.06.2015 - 19:06 Uhr:
Frage:2462 BETREFF: Frage:2461
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort auf meine Frage, allerdings ist mir eines noch nicht ganz klar: Es wird ja für alle Modi (DL, Serien, Einzelaufnahme, Direktradiographie) ein und der selbe Detektor verwendet. Kann man das so verstehen, dass dieser integrierte Flachdetektor im Durchleuchtungsmodus ein ´dynamischer´ Detektor und im Direktaufnahmemodus ein ´statischer´ ist, also auf unterschiedliche Art ausgelesen wird - je nach Anwendung?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mühlmann, ja, das ist natürlich derselbe Detektor, und die Anwendung entscheidet, wie dieser arbeitet und wie er dann qualitätsgeprüft werden muss. Im Durchleuchtungsmode arbeitet der Detektor dynamisch, produziert also pro Sekunde eine bestimmte Zahl von zeitlich auf dem Monitor hintereinander dargestellten Röntgenbildern (z.B. 25) mit einer verhältnismäßig kleinen Dosis pro Bild und mit dementsprechend geringerer, aber für das Durchleuchtungsbild ausreichender Bildqualität. Bei einer Röntgenaufnahme (Direktradiographie) dagegen arbeitet er statisch. Es entsteht eben nur ein einziges Bild mit größerer Dosis und entsprechender höherer, für eine Röntgenaufnahme erforderlicher Bildqualität (speziell: höhere Ortsauflösung). In beiden Fällen geschieht die Abnahmeprüfung nach DIN 6868-150. Die Konstanzprüfung (KP) erfolgt für Direktradiographie nach DIN 6868-13 und für Durchleuchtung nach DIN 6868-4, an deren Novellierung gearbeitet wird. Als KP-Prüfkörper für die Direktradiographie kann z.B. DIGI 13 (oder ein entsprechendes Produkt anderer Hersteller) und für die Durchleuchtung + Serienaufnahmen z.B. Normi 4 FLU plus (oder auch hier ein entsprechendes Produkt anderer Hersteller) genutzt werden. Jedenfalls kann für diese beiden Anwendungen nicht derselbe KP-Prüfkörper eingesetzt werden.Ich schließe nicht aus, dass man Überlegungen anstellen könnte bzw. wird, die KP für beide Anwendungen in die DIN 6868-4 zu integrieren, die DIN 6868-13 auslaufen zu lassen und den Prüfkörper nach DIN 6868-150 für beide Konstanzprüfungen zu nutzen. Aber das ist eine jetzt noch nicht zu bestätigende Zukunftsmusik. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marco Mühlmann schrieb am 15.06.2015 - 16:45 Uhr:
Frage:2461 BETREFF: Konstanzprüfung an kombinierten Aufnahme- und Durchleuchtungsgeräten
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, werte Forumsgäste! Meine Frage: Für die Prüfung der Durchleuchtung sowie der Indirektaufnahmemodi (Schuß/ Serie) verwendet man eindeutig einen Prüfkörper nach DIN 6868-4 und prüft auch nach dieser Norm. Welchen Prüfkörper aber muss ich zur Konstanzprüfung des Direktaufnahmemodus an einem komb. Aufnahme- und Durchleuchtungsgerät mit Flachdetektor verwenden: einen nach DIN 6868-4 oder den nach 6868-13? Meiner Meinung nach den letzteren, da für Direktradiographie z.B. auch die Übereinstimmung von Licht- und Nutzstrahlenfeld sowie Leuchtdichte- oder Pixelwert relevante Prüfparameter sind, welche in der 6868-4 gar nicht abgefragt werden. Wie sehen Sie das?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mühlmann, ich bin derselben Meinung wie Sie: Die Konstanzprüfung (KP) des Direktaufnahmemodus an einem kombinierten Aufnahme- und Durchleuchtungsgerät mit Flachdetektor muss nach DIN 6868-13 durchgeführt werden. Man kann das nach meinem Verständnis schon aus der Beschreibung des Anwendungsbereiches im Kap. 1 der DIN 6868-4 entnehmen, in den beispielsweise die dynamischen Flachdetektoren (Durchleuchtung ohne BV, aber mit Flachdetektor) einbezogen sind und nach dem die KP im Zusammenhang mit statischen Flachdetektoren (Aufnahmemodus in Direkttechnik) auf der Basis der DIN 6868-13 durchgeführt werden muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bosse Pohlmann schrieb am 15.06.2015 - 13:38 Uhr:
Frage:2460 BETREFF: Jährliche Unterweisung § 36
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Die jährliche Unterweisung nach § 36 RöV soll durch den Strahlenschutzbeauftragten oder eine von ihm benannte Person durchgeführt werden. Ist es legitim die Unterweisung an die Chefärzte (Fachkunde vorausgesetzt) für ihre jeweilige Abteilung zu delegieren? Muss die Benennung, Beauftragung durch den Strahlenschutzbeauftragten irgendeiner Form entsprechen? Z. B. schriftlich? Vielen Dank im Voraus!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Pohlmann, zunächst einmal: Es wäre an sich viel sinnvoller, wenn jede (autark arbeitende) Abteilung in einem Krankenhaus, die ionisierende Strahlung anwendet, eigene Strahlenschutzbeauftragte hätte, als dies zentral (z.B. durch den Chefarzt der Röntgenabteilung) für das gesamte Haus zu regeln. Dann würden auch diese abteilungsinternen Strahlenschutzbeauftragten die Unterweisung speziell bezogen auf ihre Strahlenschutzprobleme selbst gestalten können. Wie auch immer die Strahlenschutzbeauftragung auch geregelt sein mag, ist es jedenfalls legitim, die Unterweisung beispielsweise vom für das gesamte Haus zuständigen Strahlenschutzbeauftragten (z.B. vom Chefarzt der Röntgenabteilung) an andere fachlich qualifizierte Personen zu delegieren (z.B. an die Chefärzte der einzelnen Abteilungen). Diese Übertragung der Unterweisungspflicht auf andere Personen (z.B. in den jeweiligen Abteilungen) muss nachvollziehbar sein, was sicherlich nur in schriftlicher Form möglich ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Tobias Müller schrieb am 15.06.2015 - 11:31 Uhr:
Frage:2459 BETREFF: MPE in der Röntgendiagnostik
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, seit einiger Zeit ist immer wieder die Rede von der Pflicht, dass zukünftig MPE in der Röntgendiagnostik bei Anwendungen mit hohen Dosen (interv. Radiologie, CT) hinzuzuziehen sind, also auch zumindest teilweise in einer Praxis oder einer Röntgenabteilung arbeiten müssen. Ich habe dazu die entsprechende EU-Richtlinie und ein Positionspapier der APT gefunden. Ab wann in etwa und in welcher Art kann mit einer Umsetzung der EU-Richtlinie in Deutschland gerechnet werden, und sind die Personalbedarfs-Schlüssel der APT als realistisch einzuschätzen? Vielen Dank für Ihre Antwort! Mit freundlichen Grüße, Tobias Müller


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, die Umsetzung der genannten EU-Richtlinie in nationales Recht muss bis spätestens 06.02.2018 vollzogen sein. Es wird zur Zeit bezüglich der zukünftigen Rolle des MPE von der Strahlenschutzkommission (SSK) ein Papier erarbeitet, was noch in diesem Jahr fertig sein soll. Unabhängig davon sind natürlich die Fachgesellschaften (DGMP und APT) auch mit dieser Frage beschäftigt. Man kann bei Berücksichtigung des hohen fachlichen Niveaus dieser beiden Institutionen erwarten, dass deren Meinungen durchaus als realistisch einzuschätzen sind. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Hans Sannik schrieb am 12.06.2015 - 20:33 Uhr:
Frage:2458 BETREFF: Prüfung Strahlenschutzkleidung
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich hätte eine Verständnisfrage zu der Prüfnorm DIN 6857, Strahlenschutzzubehör bei medizinischer Anwendung von Röntgenstrahlung - Teil 2: Qualitätsprüfung von in Gebrauch befindlicher Schutzkleidung. Sind Röntgenschutzbrillen zu dieser Schutzkleidung hinzu zu rechnen? Sind den Prüfungen dementsprechend auch an Röntgenschutzbrillen und Gesichtschutz duchzuführen. Wie soll diese Prüfung erfolgen und wie ist hierzu eine Prüfung zu dokumentieren. Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar. Ein schönes Wochenende Mit freundlichen Grüßen Hans Sannik


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Sannik, die DIN 6857-2 liegt, wie Sie sicherlich wissen, zurzeit noch als Entwurf vor, hat aber große Chancen, im Herbst 2015 als Norm verabschiedet zu werden. Im Kap. 1 ´Anwendungsbereich´ sind Strahlenschutzhandschuhe, Strahlenschutzbrillen und Visiere ausgeschlossen worden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Annette schrieb am 12.06.2015 - 11:28 Uhr:
Frage:2457 BETREFF: baulicher Strahlenschutz
Hallo Prof. Ewen, bei uns im Schockraum wurde eine ´vollwertige´ Röntgenanlage installiert - wir haben zwar die Warnleuchten, aber dieser Raum kann leider nicht gegen unbefugten Zutritt gesichert werden. Der Hauptzugang ist eine elektrische (via Knopfdruck)Schiebetür und kann nicht ´verriegelt´ werden. Unsere Bleikanzel ist aber so eingebaut, dass wir den Zugang nicht im Blick haben, wenn wir Strahlung auslösen - so kommt es leider immer wieder vor, dass Personen ungeschützt ´in die Strahlung laufen´. Das ist meines Wissens nach (§20 RöV) doch gar nicht zulässig. Bei der Planung des neuen Schockraums war ich als leitende MTRA leider nicht involviert und konnte somit erst nach Vollendung der Baumaßnahme meinen Strahlenschutzverantwortlichen darauf hinweisen. Er ist nicht bereit, den Mangel zu beheben, will aber, dass dort nicht nur ´Schockraumpatienten´ geröngt werden, sondern auch die Tagesroutine. Wie soll ich mich denn verhalten??
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1. Antwort: Hallo Annette, Sie sprechen hier eine Situation an, die in der Röntgendiagnostik, vor allem bei Durchleuchtungsuntersuchungen, nicht so ganz selten ist: Von außen kommende Personen öffnen versehentlich eine Tür zum Röntgenraum, wenn Röntgenstrahlung eingeschaltet ist, und betreten diesen Raum, der dann Kontrollbereich ist, vielleicht auch noch. In diesem Zusammenhang wird oft die Frage gestellt, warum diese Türen nicht mit einem sog. Türkontakt versehen sein müssen, der beim Öffnen der Tür die Strahlung abschaltet (wie das in der Strahlentherapie z.B. mit Elektronenbeschleunigern realisiert ist). Das Problem in der Diagnostik ist, dass mit Betätigung von Türkontakten die Gefahr besteht, dass bei komplexen Untersuchungen (z.B. bei Angiographien) und je nach Phase dieser Untersuchungen mit Abschaltung der Röntgenstrahlung der gesamte Erfolg dieser radiologischen Maßnahme in Frage gestellt sein kann und die Untersuchung ggf. wiederholt werden muss. Würde man nun aus dem geschützten Bereich heraus (´Bleikanzel´) diese Tür im Auge behalten können, wäre eine schnelle Warnung an die betreffende Person sicherlich hilfreich, deren Strahlenexposition (durch Streustrahlung) sehr klein zu halten. Man muss sich also etwas einfallen lassen (Spiegel?). Ein derartiges Problem darf den für diesen Bereich verantwortlichen, im Strahlenschutz fachkundigen strahlenschutzbeauftragten Arzt nicht kalt lassen (siehe auch § 22 Abs. 1 Nr. 2 RöV). Was hat denn die Sachverständigenprüfung dieser Röntgeneinrichtung ergeben? An sich hätte der Sachverständige diese Problematik kritisieren müssen. Sie haben als MTRA, die nicht Strahlenschutzbeauftragte ist, das getan, was von Ihrer Seite getan werden muss, und haben auf dieses Problem hingewiesen. Theoretisch könnten Sie jetzt die zuständige Behörde informieren, was aber aus verschiedenen Gründen nur der ´allerletzte´ Ausweg sein sollte. Vielleicht lässt sich, ggf. mit Unterstützung dieser Antwort hier, eine ´vernünftige´ Maßnahme finden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heinrich Mertens schrieb am 10.06.2015 - 08:16 Uhr:
Frage:2456 BETREFF: Teleradiologie
Sehr geehrte Damen und Herren, in einer fachradiologischen Abteilung eines Krankenhauses ist für die Werktage in der Regelarbeitszeit nur 1 Arzt im Dienst, der die Fachkunde im Strahlenschutz nach Röntgenverordnung besitzt und die Aufgabe des Strahlenschutzbeauftragten für die in der Abteilung zum Einsatz kommenden Röntgeneinrichtungen wahrnimmt; für den Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst existiert eine genehmigte Teleradiologie. Fragen: Ist die Genehmigung zum Betrieb einer Röntgeneinrichtungen zur Teleradiologie für den Fall der Abwesenheit (Urlaub, Fortbildung, Krankheit, ...) des einzigen fachkundigen Arztes auch für die Regelarbeitszeit an Werktagen möglich? Wenn ja, wer kann die Aufgabe des Strahlenschutzbeauftragten wahrnehmen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, wenn wir Ihren Beitrag so interpretieren, dass es in dem Krankenhaus für die Regelarbeitszeit nur einen im Strahlenschutz fachkundigen Arzt gibt, der sowohl die Aufgaben im Zusammenhang mit der rechtfertigenden Indikation und der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen als auch die Aufgaben des Strahlenschutzbeauftragten übernehmen muss, dann ist das für diesen Arzt und für die Aufgabenwahrnehmung der gesamten Röntgenabteilung wirklich eine sehr eng, wenn nicht zu eng ausgelegte Rechtskonstruktion - vor allem schon deshalb, weil ja auch zu den Zeiten der genehmigten Teleradiologie ein Strahlenschutzbeauftragter verfügbar sein muss, um in besonderen Fällen tätig werden zu können. Eine Genehmigung zur Teleradiologie außerhalb der Dienste, d.h. in der Regelarbeitszeit, ist in erster Linie davon abhängig, ob hierzu ein Bedürfnis im Hinblick auf die Patientenversorgung plausibel nachgewiesen werden kann. Darüber hinaus müssen auch in einem derartigen Fall die sonstigen Voraussetzungen erfüllt sein. Eine davon betrifft den Nachweis, dass die für den sicheren Betrieb der Röntgeneinrichtung notwendige Anzahl von Strahlenschutzbeauftragten vorhanden ist (§ 3 Abs. 2 Nr. 2 bzw. § 4 Abs. 2 Nr. 3 RöV). Wie viele Strahlenschutzbeauftragte tatsächlich erforderlich sind und ob man hier auch entsprechend geeignete externe Personen bestellen kann, muss mit der örtlich zuständigen Behörde besprochen werden. Ein Strahlenschutzbeauftragter für den medizinischen Betrieb einer Röntgeneinrichtung muss immer mindestens folgende Voraussetzungen erfüllen: Erlaubnis zur Ausübung des ärztlichen Berufs und Nachweis der aktuell gehaltenen Fachkunde im Strahlenschutz für die vorgesehenen Anwendungen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Karl-Heinz Hoehlein schrieb am 05.06.2015 - 20:32 Uhr:
Frage:2455 BETREFF: Monitorprüfung von C-Bogengeräten
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in den „Ergänzenden Festlegungen vom 6. Mai 2015 zur Anwendung der QS-Richtlinie“ werden unter 2b. die C-Bogengeräte erwähnt, die nicht die Möglichkeit zur Einspeisung digitaler Testbilder haben. Eine erforderliche Teil- oder Abnahmeprüfung darf nach der jeweiligen Gerätenorm durchgeführt werden. Allerdings ist dann bis 30.06.18 bei diesen Geräten eine Monitor-Abnahmeprüfung nach V DIN 6868-57 und bis 01.01.25 eine Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157 durchzuführen. Meine Frage: Für so eine Abnahmeprüfung ist aber doch ein Testbild nach der entsprechenden Monitor-Norm erforderlich und dies kann man bei diesen Geräten nicht einspeisen. Würde dies bedeuten, dass nach einer Teilabnahmeprüfung diese Geräte ab diesen Zeitpunkten nicht mehr betrieben werden dürfen (über den Umweg einer nicht durchführbaren Monitor-Abnahmeprüfung)? Oder ist man der Meinung, dass bis 2018 bzw. 2025 es bei manchen C-Bogengeräten vielleicht technisch doch möglich sein könnte ein Monitor-Testbild einzuspeisen.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hoehlein, ich möchte Ihre Frage zweiteilig beantworten: 1) Testbildnutzung nach DIN V 6868-57: Ich interpretiere diese Norm so, dass zwar für die Durchführung qualitätssichernder Maßnahmen in der Regel technische Testbilder genutzt werden sollen (mit oder ohne Zugriff auf dauerhaft gespeicherte Testbilder; siehe 7.2.3 bzw. 7.2.4 der genannten Norm), aber auch Ausnahmen möglich sind, wenn keine geeigneten Testbilder von einem Testbildgenerator zur Verfügung stehen. Wird das BWG an einem bildgebenden System betrieben, für das ein genormtes Verfahren zur Abnahmeprüfung existiert (z.B. für ein mobiles C-Bogengerät die DIN 6868-150) und diese Abnahmeprüfung schon vollzogen ist, so kann nach 9.5 der DIN V 6868-57 zur Erzeugung eines Testbildes auch der Prüfkörper für die Abnahme- und Konstanzprüfung verwendet werden, wobei als Kenngrößen für das BWG die für diese Röntgeneinrichtung bildrelevanten Kenngrößen dienen können, die in 9.5 beispielsweise aufgezählt sind. Somit ist im Sinne der Festlegungen zur Umsetzung der QS-RL (dort Abschn. 2, Nr. 2.b.) auf diese Weise eine „Abnahmeprüfung nach DIN V 6868-57“ durchgeführt worden, welche erst bis spätestens 01.01.2025 durch eine Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157 aktualisiert werden müsste. 2) Zwang zu einer möglichen Außerbetriebnahme bei Nichterfüllung bestimmter Forderungen aus einer Norm: Selbst wenn die im Punkt 1) dargestellte Ausnahmeregelung nicht nachvollziehbar sein sollte, muss beachtet werden, dass die Nichteinhaltung rein normativer Forderungen keineswegs eine grundsätzliche und sofortige Einstellung des Betriebs aller betroffenen Einrichtungen bedeutet. Vielmehr kann dieses, und zwar jeweils im Einzelfall und mit entsprechender Begründung („Gefährdung von Patienten oder Personal“), nur durch die zuständigen Behörden erfolgen. Im vorliegenden Fall müsste seitens der Behörden in jedem Einzelfall ein solcher Nachweis geführt werden, der dann noch durch die zuständigen Verwaltungsgerichte nachgeprüft werden könnte. Erst am Ende der rechtsstaatlichen Überprüfungskette würde dann die tatsächliche Außerbetriebnahme stehen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sebastian Hippe schrieb am 05.06.2015 - 11:04 Uhr:
Frage:2454 BETREFF: Vornorm 6868-57
Sehr geehrte Damen und Herren, meine Frage ist, warum ist die ehemalige DIN 6868-57 eine Vornorm? Was sind die Gründe dafür, dass es keine richtige Norm war? Vielen Dank im Voraus.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hippe, in jeder Vornorm des NAR wird ganz am Anfang (auf der 1. oder 2. Seite) erklärt, was eine Vornorm bedeutet und warum gerade die betreffende Norm als Vornorm erschienen ist: ´Eine Vornorm ist das Ergebnis einer Normungsarbeit, das wegen bestimmter Vorbehalte zum Inhalt oder wegen des gegenüber einer Norm abweichenden Aufstellungsverfahrens vom DIN noch nicht als Norm herausgegeben wird.´ Die ´Vorbehalte´ und das ´abweichende Aufstellungsverfahren´ sind dann natürlich im Detail unterschiedlich erklärbar und sehr von Zweck und Anliegen der betreffenden Norm abhängig. So war es bei der DIN V 6868-57 so, dass man die Notwendigkeit einer Qualitätssicherung an Bildwiedergabegeräten erkannt hatte, aber bezüglich der Regelung bestimmter Einzelheiten gewisse Unsicherheiten und Zweifel nicht sofort ausräumen konnte und daher Erfahrungen mit der praktischen Handhabung durch Formulierung einer Vornorm gewinnen wollte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  D. Weidlich schrieb am 04.06.2015 - 14:00 Uhr:
Frage:2453 BETREFF: ´Aufsicht´ bei Konstanzprüfungen
Sehr geehrter Prof. Ewen, unsere Techniker führen Konstanzprüfungen an Röntgeneinrichtungen zur Untersuchung von Menschen durch. Nicht alle Techniker sind fachkundig, alle verfügen aber über Fachkenntnisse und können entsprechend § 30 Nr. 2 RöV ´unter Aufsicht´ Konstanzprüfungen durchführen. Ich habe keine Antwort für diese Konstellation in Ihrem Forum gefunden, deshalb meine Frage: Wie ist der Begriff ´unter ´Aufsicht´ auszulegen? Muss der fachkundige Techniker innerhalb einer bestimmten Zeit vor Ort sein? Genügt ein fachkundiger Techniker in einem anderen Krankenhaus, der telefonisch erreichbar ist? Ich vermute eine viel weitere Auslegung als bei der Formulierung ´unter ständiger Aufsicht´ bei § 24 Abs. 1 Nr. 3 RöV. Denn schließlich erfolgt die Konstanzprüfung nicht in Anwesenheit von Patienten oder anderen Menschen. Vielen Dank für Ihre Meinung. Mit freundlichen Grüßen


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Weidlich, dass Sie zu diesem Problem noch nichts im Forum gefunden haben, müssen wir natürlich abstellen. Die Auslegung dieser oder ähnlicher sog. unbestimmter Rechtsbegriffe, wie z.B. ´unter Aufsicht´, ist nicht immer einfach und, was erschwerend hinzu kommt, auch nicht immer bundesweit einheitlich. Deshalb unsere etwas längeren Ausführungen zu Ihrer Frage und der Hinweis im allerletzten Satz, die für Sie zuständige Aufsichtsbehörde ebenfalls anzusprechen. Hier also unsere Meinung: Die unterschiedlichen Formulierungen in der RöV im Zusammenhang mit der technischen Durchführung zur Anwendung von Röntgenstrahlung sind sicherlich den möglichen Risiken angepasst. Die Personen, die die Anwendung am Menschen technisch durchführen, müssen zum einen über weitgehende und bescheinigte Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen, zum anderen müssen sie auch ständig beaufsichtigt werden. Personen, die in sonstigen Fällen technisch durchführen, müssen über Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen und beaufsichtigt werden. Allein diese Formulierungen zeigen, wie Sie auch zutreffend angemerkt haben, dass hier unterschiedliche Verfahrensweisen beschrieben sind. Die Personen, die im Sinne z.B. des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV tätig werden, müssen an anerkannten Ausbildungslehrgängen teilnehmen, sie müssen eine Prüfung bestehen, sie müssen eine geeignete Berufsausbildung nachweisen und die zuständige Stelle muss die Kenntnisse im Strahlenschutz außerdem noch explizit bescheinigen. Darüber hinaus muss der im Strahlenschutz fachkundige Arzt die ständige Aufsicht führen. Der Begriff „ständige“ bedeutet hierbei, dass er, abhängig vom Anwendungsrisiko, in einer relativ kurzen Zeit am Ort der technischen Durchführung eintreffen können muss, um ggf. korrigierend einzugreifen. Daneben muss er aber auch immer wieder kontrollieren, ob die Personen mit bestätigten Kenntnissen im Strahlenschutz ihre Aufgabe nach den entsprechenden Vorschriften und Anweisungen ausführen. Neben diesem fachkundigen Arzt, der für die medizinischen Anwendungen verantwortlich ist, gibt es natürlich auch in der heilkundlichen Anwendung Strahlenschutzbeauftragte, die bestimmte Aufgaben erledigen und im Bedarfsfall schnell am Ort des Geschehens eintreffen müssen. Bei anderen Anwendungsarten (nach § 30 RöV), wie also in Ihrem Fall, ist der Erwerb der Kenntnisse sehr viel einfacher gestaltet. Hier ist kein besonderer Kurs vorgeschrieben, die notwendigen Kenntnisse im Strahlenschutz werden hier durch Einweisungen und Unterweisungen erworben. Auch die Verpflichtung zur Aufsicht durch eine fachkundige Person ist etwas moderater formuliert. Allerdings gilt die generelle Verpflichtung zur Aufsicht auch hier, d.h. auch bei rein technischen Anwendungen muss die im Strahlenschutz fachkundige Person innerhalb einer angemessenen Zeit am Ort der technischen Durchführung sein können, um ggf. korrigierend einzugreifen. Auch hier ist die angemessene Zeit bis zum Eintreffen am Durchführungsort sicherlich von möglichen Risiken abhängig. D.h. in der Praxis, dass man beim Betrieb bestimmter Röntgeneinrichtungen, wie z.B. Bauarten, die einem Hochschutz- oder Vollschutzgerät entsprechen, eine längere Zeitspanne akzeptieren wird als bei Grob- oder Feinstrukturgeräten. Gerade im Bereich der geschäftsmäßigen Prüfung, Erprobung, Wartung und Instandsetzung von Röntgeneinrichtungen oder Störstrahlern außerhalb des eigenen Betriebs wird man in der Regel ein stringenteres System von fachkundigen Personen fordern. Dies lässt sich nach unserer Meinung auch nachvollziehen, da die Röntgeneinrichtung während dieser Tätigkeit, z.B. bei der Durchführung von Konstanzprüfungen, temporär als „eigene“ Röntgeneinrichtung betrieben wird und die notwendigen komplexen Tätigkeiten häufig unter Zeitdruck abgeschlossen sein müssen. Daher haben sich die zuständigen Behörden ja auch schon frühzeitig entschlossen, unterschiedliche Fachkunden festzulegen. Speziell für diese Tätigkeiten gibt es sowohl Fachkunden für die Leitung (R5.1 und R6.1) als auch für die Tätigkeit vor Ort (R5.2 und R6.2). Diese Unterteilung weist darauf hin, dass die Personen, die außerhalb des eigenen Betriebs tätig werden, mindestens eine eigne Fachkunde nachweisen müssen. Diese Anforderungen gelten allerdings dann nicht, wenn die beschriebenen Tätigkeiten ohne Einschalten von Röntgenstrahlung an Anwendungsgeräten, Zusatzgeräten und Zubehör, der erforderlichen Software sowie an Vorrichtungen zur medizinischen Befundung durchgeführt werden und keine Strahlenschutzmaßnahmen erfordern (vgl. § 6 Abs. 1 Satz 3 RöV). Dieses wird aber wahrscheinlich bei den von Ihrem Unternehmen ausgeführten Tätigkeiten nicht zutreffen. Wenn Sie eine verbindliche Auslegung zu der Tätigkeit Ihres Unternehmens benötigen (die dann vielleicht nicht bundesweit so formuliert ist, aber bundesweit akzeptiert wird), empfehle ich Ihnen, sich auf jeden Fall mit der für Sie zuständigen Behörde zu besprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Achim Kranefeld schrieb am 28.05.2015 - 14:52 Uhr:
Frage:2452 BETREFF: CT Raum mit Überwachungskamera statt Sichtfenster
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Wie erwägen, ein CT in einem Raum zu installieren, der ursprünglich als Afterloading-Bunker geplant worden war. Die nötigen Installationen sind vorhanden, die Strahlenschutz-Abschirmung wäre kein Problem, nur das sonst allerorten übliche Sichtfenster zwischen CT-Raum und CT-Schaltraum ist nicht realisierbar. Ist ein solches Fenster in irgendeiner deutschen Norm vorgeschrieben, oder ließe es sich durch eine Videoüberwachung ersetzen? Vielen Dank, mit freundlichen Grüßen Achim Kranefeld


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kranefeld, man findet in der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie, das Regelwerk, nach dem ein Sachverständiger eine Röntgeneinrichtung vor Inbetriebnahme und dann alle 5 Jahre überprüft, im CT-Berichtsmuster 2.2.7 die Prüfposition 07D03 ´Optische Verbindung zum Patienten vorhanden´. Aus diesem Wortlaut kann man entnehmen, dass diese Sichtverbindung nicht unbedingt ein Sichtfenster sein muss. Eine Videoverbindung würde auch akzeptabel sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Nils Wagner schrieb am 28.05.2015 - 12:00 Uhr:
Frage:2451 BETREFF: Konstanzprüfung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, für die Konstanzprüfungen von Röntgengeräten gibt es ausführliche DIN-Normen (6868-x). Aber welche Norm gilt für die Konstanzprüfung von C-Bögen und mobilen Röntgengeräten? Mit freundlichen Grüßen, Nils Wagner


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wagner, die KP von mobilen C-Bogengeräten und C-Bogengeräten an Deckenstativen geschieht nach DIN 6868-4 (´Sicherung der Bildqualität in röntgendiagnostischen Betrieben - Teil 4: Konstanzprüfung an medizinischen Röntgeneinrichtungenne zur Durchleuchtung´). Die KP an mobilen Röntgenaufnahmegeräten erfolgt nach DIN 6868-3 (´ ... Teil 3: Konstanzprüfung bei Direktradiographie´) für ´analog´und nach DIN 6868-13 (´... Teil 13: Konstanzprüfung bei Projektionsradiographie mit digitalen Bildempfänger-Systemen´) für ´digital´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Schumann schrieb am 28.05.2015 - 10:42 Uhr:
Frage:2450 BETREFF: Richtlinie Ärztliche und Zahnärztliche Stellen
Wann tritt die neue Richtlinie zur Qualitätssicherung durch Ärztliche Stellen in Kraft?


1. Antwort: .... die Richtlinie befindet sich bei den Ländern im sog. Umlaufverfahren. Mit einem Inkrafttreten wird im Sommer 2015 gerechnet. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jacqeline schrieb am 27.05.2015 - 19:47 Uhr:
Frage:2449 BETREFF: Dosimeter
Ich arbeite an zwei Arbeitsstätten (ein Arbeitgeber),muß ich mein Dosimeter immer mit hin und her nehmen oder ist der Arbeitgeber verpflichtet mir 2 Dosimeter zu stellen? Vielen Dank


1. Antwort: Hallo Jacqeline, für die Einhaltung der entsprechenden Vorschriften zur ´Ermittlung der Körperdosis´ (§ 35 RöV), was in der Regel mit Hilfe von Personendosimetern durchgeführt wird (s. § 35 Abs. 4 RöV), ist nach § 15 Abs. 1 Nr. 4 RöV der Strahlenschutzverantwortliche (ich nehme in Ihrem Fall an, das ist der von Ihnen erwähnte Arbeitgeber) verantwortlich. Sie arbeiten zwar an zwei Arbeitsstätten, beide unterstehen aber einem Strahlenschutzverantwortlichen, so dass auch ein Dosimeter ausreichend ist. Bei der Gelegenheit möchte ich nur darauf hinweisen, dass Personendosimetrie nur erforderlich ist, wenn man im Kontrollbereich tätig ist. Vielleicht ist das ja bei Ihnen nicht der Fall (oder nicht an beiden Arbeitsstätten), so dass sich die Angelegenheit damit erledigen würde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  C. Müller schrieb am 27.05.2015 - 19:10 Uhr:
Frage:2448 BETREFF: Strahlenschutzmittel Kopf
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich wende mich mit einer Fragestellung an Sie, da mir bisher niemand eine zufriedenstellende Auskunft geben konnte. Es geht um „Strahlenschutzhauben“ oder „Kappen“, die die Exposition des Kopfes der beruflich strahlenexponierten Personen bei interventionellen Eingriffen reduzieren sollen. Die Industrie bewirbt diese Produkte intensiv und bezieht sich wohl sogar auf eine veröffentlichte Studie, die zeigen soll, dass Gehirntumore bei Ärzten, die regelmäßig Expositionen ausgesetzt sind, vermehrt auftreten. Die Konsequenz daraus ist nun, dass die in unserem Hause tätigen Ärzte die Anschaffung der Produkte fordern. Trotz intensiver Recherchen sehe ich bisher keine Möglichkeit eine objektive Entscheidung bzgl. der Anschaffung zu treffen. Kurz zusammenfassen möchte ich meinen derzeitigen Wissenstand wie folgt: 1) Die SSK gibt diesbezüglich leider keine Empfehlung. 2) In der SV Richtlinie werden diese Hauben nicht gefordert. 3) Nach Rücksprache mit verschiedenen Sachverständigen gemäß RöV wollen diese sich über den Nutzen nicht festlegen. 4) § 2c RöV: „Wer eine Tätigkeit … ist verpflichtet, jede Strahlenexposition von Mensch … unter Beachtung des Standes der Technik und unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles auch unterhalb der Grenzwerte so gering wie möglich zu halten.“. Die konkrete Einschätzung dieses Paragraphen ist jedoch ebenfalls nicht trivial. Meine konkrete Frage an Sie wäre: Ist die Anschaffung anzuraten oder gar erforderlich? Eine ausführliche Begründung Ihrer Antwort würde sehr weiterhelfen. Auch im Zusammenhang mit Interventionen ist eine weitere Frage aufgetreten: Es gibt, beispielsweise von Mavig, „femorales“ und „radiales Drape“. Dies sind Einwegabdeckungen, die auf den Patienten gelegt werden und die Strahlenexposition des Arztes ebenfalls weiter reduzieren sollen. Wie ist hier Ihre Einschätzung? Bringen diese Produkte etwas und sollten genutzt werden? Vielen Dank für Ihre Bemühungen. Mit freundlichen Grüßen, C. Müller


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Müller, da sprechen Sie ein sicherlich nicht triviales Problem an, da es hier um die Möglichkeit der Induktion sog. stochastischer Strahlenwirkungen geht, wozu auch die strahlenbedingte Verursachung von Krebs bzw. Tumoren gehört. Stochastische Strahlenwirkungen gehorchen statistischen Gesetzen, wobei also keine eindeutigen Aussagen in Einzelfällen sondern nur kollektive Risikoabschätzungen möglich sind, mit welchen Wahrscheinlichkeiten bestimmte Dosiswerte z.B. eine Krebserkrankung induzieren können. Diese grundsätzliche ´unscharfe´ Risikoaussage muss auch einer Antwort auf Ihre Frage zu Grunde gelegt werden, ob bei bestimmten Röntgenuntersuchungen mit möglicherweise nicht geringen Dosiswerten für das im Röntgenraum befindliche Personal das Tragen dieser Schutzhauben aus prophylaktischen Gründen (Dosisreduzierung des Gehirns zwecks Reduzierung des Tumorrisikos dort) angeraten, wenn nicht sogar notwendig sein sollte. Bisher gibt es, wie Sie ja auch angemerkt haben, diesbezügliche Forderungen nicht (SSK, SV-Richtlinie, Sachverständige). In der zurzeit in der Novellierungsphase befindlichen SV-Richtlinie ist es auch nicht vorgesehen, eine derartige Forderung mit aufzunehmen. Nochmals: Es ist wirklich schwierig, angesichts des stochastischen Charakters einer strahlenbedingten Tumorinduktion die Anwendung einer bestimmten strahlenschutztechnischen Maßnahme (hier: Schutzhaube) zu fordern oder nicht. Bei welcher Dosis legt man das noch akzeptable Strahlenrisiko fest? Eine Frage, die mich während meines (langen) ´Strahlenschutzlebens´ immer wieder beschäftigt hat. Die neuste Tabelle der sog. Gewebewichtungsfaktoren zur Ermittlung der (´stochastisch signifikanten´) effektiven Dosis aus der EURATOM-Richtlinie 2013/59 gibt für das Gehirn den im Vergleich zu anderen Geweben (z.B. Knochenmark, Lunge, Brust) kleinen Wert von 0,01 an. Daraus muss man schließen, dass für dieses Organ das stochastische Strahlenrisiko als relativ gering eingestuft wird. Fazit für mich: Strahlenschutzhauben kann man empfehlen, sollte sie aber nicht fordern. Was die Drapes betrifft, so sind diese zusammen mit dem (oft an der Decke angebrachten, schwenkbaren) Streustrahlenschutz zu nutzen. Sie vergrößern durchaus die Schutzwirkung dieses Streustrahlenschutzes (´sie bringen etwas´). Nutzung bei Hochdosisarbeitsplätzen empfehlenswert, wird aber bisher nicht gefordert. Sehr wichtig in eigener Sache: Hier wird von der anfragenden Person die Fa. Mavig angesprochen. Es gibt noch andere Firmen, die ebenfalls auf diesem Gebiet des Strahlenschutzes (Patienten- und Personalschutzkleidung, usw.) tätig sind! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  J. Spranz schrieb am 27.05.2015 - 12:34 Uhr:
Frage:2447 BETREFF: Prüfungen nach DIN 6868-157 durch IT-Systemhaus
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ein IT-Systemhaus beabsichtigt Techniker aus seinem Unternehmen die nach DIN 6868-157 geforderten Abnahme- bzw. Konstanzprüfungen an Befundungsmonitoren durchführen zu lassen. Nicht vorgesehen sind Prüfungen an ´strahlenden´ Baugruppen (z.B. Röntgengerät selbst). Meine Fragen: 1. Welche Grundqualifikation muss dieser Techniker besitzen? Üblicherweise absolviert ein derartiger Techniker die Ausbildung zum Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration, also keine medizinische Ausbildung. 2. Inwieweit muss dieser Techniker die spezielle Fachkunde nach § 18a RöV nachweisen? 3. Hat das IT-Systemhaus einen Strahlenschutzbeauftragten oder -verantwortlichen zu bestellen? 4. Wird bei den zuvor gestellten Fragen unterschieden in Abnahme- und Konstanzprüfung? Vielen Dank und viele Grüße J. Spranz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Spranz, wenn es bei der sog. geschäftsmäßigen Durchführung von Abnahme- und Konstanzprüfungen nicht erforderlich ist, Röntgenstrahlung einzuschalten, sich diese Prüfungen auf Anwendungs- und Zusatzgeräte, ..., auf Vorrichtungen zur medizinischen Befundung ... beschränken und wenn keine Strahlenschutzmaßnahmen erforderlich sind, muss diese Tätigkeit nicht nach § 6 Abs. 1 und 2 RöV bei der zuständigen Behörde angezeigt und keine Fachkunde im Strahlenschutz erworben werden. Diesen Text finden Sie in der sog. Qualitätssicherungs-Richtlinie vom 23. 6. 2014, dort in Abschnitt 1.6. Zu den Fragen: 1) Die hier von Ihnen genannte Grundqualifikation reicht aus. Natürlich muss der Techniken informiert sein, wie diese Prüfungen an Bildwiedergabesystemen nach DIN 6868-157 durchgeführt werden. Das kann ihm firmenintern beigebracht werden. 2) Kein Fachkundenachweis erforderlich (s.o.). 3) Keine Strahlenschutzbeauftragten und -verantwortlichen erforderlich. 4) Einziger Unterschied: Die Abnahmeprüfung ist komplexer und technisch aufwändiger als die Konstanzprüfung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Thorsten Lange schrieb am 26.05.2015 - 10:57 Uhr:
Frage:2446 BETREFF: Digitalvolumentomographie Zahnheilkunde
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich bin Zahnarzt und überweise an ein Röntgenzentrum für die Ausführung von DVT`s. Die Befundung sollte meines Wissens nach so erfolgen, dass alle auf dem Bild ersichtlichen pathologischen Fakten erfasst werden. Leider erhalte ich keine vollständigen Befunde und finde dazu keinen Rat. Der Betreiber gibt mir die Auskunft, dass nur die Regio befundet wird, wegen der ich überweise. Gibt denn die Röntgenverordnung dazu keine genaue Anweisung, ich finde nichts eindeutiges.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Lange, nach Meinung eines von mir zur Beantwortung Ihrer Fragen hinzugezogenen zahn/ärztlichen Kollegen sind zahnärztliche Leistungen nur dann abrechenbar, wenn der jeweilige Leistungsinhalt vollständig erbracht wurde. Bei einer Röntgenuntersuchung gehören Befund und Dokumentation dazu, die technische Ausführung einer Aufnahme reicht nicht. Die in der Anfrage geschilderte ´Teil-Befundung´ gibt in der Tat immer wieder Anlass zu Missverständnissen. Wenn ein Zahnarzt mit DVT-Fachkunde aber ohne eigenes Gerät z.B. von einem Kollegen mit Gerät eine DVT-Aufnahme anfertigen lässt, mag man dies im Einzelfall noch dann hinnehmen können, wenn diese Aufnahme qualifiziert nachbefundet werden kann. Bei einer Überweisung an ein ´Röntgen-Zentrum´ sollte man jedoch von diesem immer den vollständigen Leistungsumfang fordern. Dies gilt insbesondere, wenn ein Zahnarzt ohne DVT-Fachkunde eine entsprechende Überweisung veranlasst. Vorschlag zu einer praktischen Lösung: Einen anderen DVT-Anbieter suchen (diese gibt es inzwischen reichlich) oder im Einzelfall ganz gezielt die unvollständig erbrachte Leistung nicht bezahlen und in Ruhe abwarten, wie das wohl für das ´Röntgen-Zentrum´ ausgehen wird. In der RöV findet man zu diesem Fragenkomplex nichts Konkretes. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Marie schrieb am 21.05.2015 - 14:16 Uhr:
Frage:2445 BETREFF: Strahlendivergens
Sehr geehrter Prof. Ewen, ich arbeite als ltd. MTA in einem kleinen Krankenhaus ohne Radiologen. Die Röntgenanforderungen werden von den Ärzten mit der nötigen Fachkunde gestellt, mit der recht. Indikation. Leider kommt es vor, dass Röntgenaufnahmen angefordert werden, die meiner Meinung nach nicht richtig sind. Bsp. 10 jähriges Kind mit einer Schürfwunde am Ellenbogen. Bekommt 6 Röntgenaufnahmen. HG 2 Eb Unterarm 2 Eb und Ellenbogen 2 Eb. Wenn ich dem Arzt dann versuche zu erklären, dass ich das HG 2 Eb mit Anteil Unterarm röntge und den Ellenbogen mit Anteil Unterarm (4 Aufnahmen)bekomme ich zur Antwort, das möchte er nicht. Er könnte die Gelenke dann wegen der Strahlendivergens nicht nicht beurteilen. 1. habe ich gelernt, dass man Extremitäten immer mit einem angrenzenden Gelenk röntgt (hat sich vielleicht in den letzten 20 Jahren ohne mein Wissen geändert ??) 2. kommt die Strahlendivergens erst bei z.b. Ganzbeinaufnahmen zum tragen. Da ich nur MTA bin, und nichts schriftliches habe sind mir die Hände gebunden und ich musste dieses Kind röntgen. Wie kann ich dagegen argumentieren? Wo kann ich etwas wegen der Strahlendivergens nachlesen? Ich habe schon viel im Internet geschaut, finde aber nichts was mir weiter hilft. Wo steht es, dass man Extremitäten nur mit einem Gelenk röntgen darf? Vielen Dank.


1. Antwort: Hallo Marie, ich selbst bin zwar kein Radiologe (sondern Physiker), weiß aber ganz gut, wen ich bei Anfragen dieser Art zu Rate ziehen kann. Hier die Antworten: 1) Bei einer reinen Schürfwunde ist eigentlich eine Röntgenaufnahme nicht indiziert. 2) Skelettanteile werden immer mit einem angrenzenden Gelenk geröntgt, soweit natürlich die Indikation für die Röntgenuntersuchung besteht. Also ist Ihre Meinung durchaus korrekt. 3) Was die Beurteilbarkeit einer Röntgenaufnahme betrifft, so hat die sog. Strahlendivergenz keinen Einfluss darauf. Da müssen Sie auch nichts nachlesen. Noch etwas ganz allgemein: Es ist sicherlich zu begrüßen, wenn in einer Röntgenabteilung eine kritische MTA oder MTRA tätig ist, aber die ´letzte Entscheidung´ über die Art und Weise, ob und wie eine Röntgenuntersuchung durchgeführt werden soll, hat der im Strahlenschutz fachkundige Arzt, der die rechtfertigende Indikation nach § 23 Abs. 1 RöV gestellt hat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dieter Arenhold schrieb am 21.05.2015 - 11:30 Uhr:
Frage:2444 BETREFF: Betrieb Angiographieanlage
Sehr geehrter Prof Ewen, wir hatten vor kurzen eine Sachverständigen prüfung für eine Angiogrphiegerät mit der folgerung unter Punkt N ´Die Grenzwerte für die Darstellung der Niedrigkontrastauflösung und des Dynamikbereich werden nicht erreicht. Dies gilt sowohl für Durchleuchtung wie auch für den Cine Mode. Die Linienpaarauflösung (bei Durchleuchtung min. 1,0 LP bezogen auf 25 cm BV-Durchmesser) wird ebenfalls nicht erreicht. Die Bildqualität ist beim Cine Mode innerhalb einer Serie sehr unterschiedlich, bei Durchleuchtung ist das Bild stark verrauscht.´ Muss das Gerät sofort stillgelegt werden kann mann bis zur zeitnahen Reparatur oder Austausch mit dem Gerät noch weiter arbeiten? Vielen Dank und freundliche Grüße Dieter Arenhold


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Arenhold, ich nehme mal an, dass es sich hier um eine sog. Wiederholungsprüfung gehandelt hat (§ 18 Abs. 1 Nr. 5 RöV). Hier ist ja gefordert, dass der ´Betreiber´ der Röntgeneinrichtung (der Strahlenschutzverantwortliche) den Prüfbericht vom Sachverständigen (SV) zugesandt bekommt und er diesen dann weiter an die zuständige Behörde übersenden muss. Nur diese hat grundsätzlich darüber zu entscheiden, was zu geschehen hat, wenn in diesem Bericht Mängel festgestellt werden. Sie wird die Abstellung dieser Mängel um so kurzfristiger fordern, je gewichtiger diese Mängel sind (sicherlich vor allem Mängel der Kategorie I). Im Extremfall einer möglichen relevanten und akuten Gefährdung des Personals oder der Patienten kann sie auch den Betrieb der Einrichtung untersagen, bis die Mängel abgestellt sind. Bei schwerwiegenden Mängeln sollte der SV in seinem Bericht auf diesen Umstand hinweisen. Auch der Betreiber selbst hat eine Überwachungspflicht: ´Bei jeder Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen muss die ordnungsgemäße Funktion der Röntgeneinrichtung sichergestellt sein´ (§ 25 Abs. 1a RöV). Ich persönlich bewerte die von Ihnen geschilderten Mängel als durchaus kritisch, denn die beiden wichtigen Parameter, welche die Bildqualität beschreiben, und zwar sowohl die Ortsauflösung (zu wenige LP/mm) als auch die Kontrastauflösung (Bild stark verrauscht), liegen im Argen. Ich will auch nicht verschweigen, dass sich beim einfachen Weiterbetrieb der Röntgeneinrichtung sogar strafrechtliche oder zivilrechtliche Konsequenzen ergeben könnten. Man stelle sich vor, dass ggf. aufgrund der vorliegenden Mängel eine Erkrankung möglicherweise nicht oder nicht vollständig erkannt wird und der Patient dadurch weiteren Schaden nimmt. In einem solchen Fall und mit dem Wissen über die vorhandenen Mängel wäre der Verdacht auf grob fahrlässiges oder vorsätzliches Handeln sicherlich nicht auszuschließen. Wenn schon keine sofortige Stilllegung, so sollte die Reparatur bzw. die Mängelbeseitigung doch ohne zeitlichen Verzug erfolgen und dann der Vollzug dieser Maßnahme der Behörde mitgeteilt werden. Es sollte erwogen werden, dass bis dahin der Anwendungsumfang der betroffenen Röntgeneinrichtung durch den Strahlenschutzverantwortlichen oder den Strahlenschutzbeauftragten zumindest eingeschränkt werden sollte. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  T. Müller schrieb am 16.05.2015 - 12:44 Uhr:
Frage:2443 BETREFF: Fachkunde MPE RöV
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, welche (Teil-)Fachkunden nach der RöV existieren für MPEs und welche Fachkunde ist insbesondere für die IORT mit einem IORT-Gerät erforderlich, welches mit Röntgenstrahlung arbeitet? Welche Kurse sind ggf. erforderlich, um diese Fachkunde zu erwerben? Vielen Dank und freundliche Grüße! T. Müller


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Müller, um die Tätigkeit eines MPE ausüben zu dürfen, müssen zwei Erfordernisse erfüllt sein, und zwar der Nachweis der erforderlichen Ausbildung und der Nachweis der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz. Zum Nachweis der notwendigen Ausbildung verweisen wir auf § 2 Nr. 11 RöV bzw. § 3 Abs. 2 Nr. 21 StrlSchV. Da dieser Nachweis von verschiedenen Faktoren abhängt, ist es ratsam, die örtlich zuständige Aufsichtsbehörde zu befragen. Wenn allerdings schon die Tätigkeit des MPE in der Strahlentherapie (z.B. Teletherapie oder NUK) ausgeübt wird, dann gilt der Nachweis der erforderlichen Berufsausbildung auf jeden Fall als erbracht. Für die Fachkunde Röntgentherapie muss bei bereits vorliegender Fachkunde für die Teletherapie nach StrlSchV nur noch die Sachkundezeit in der Röntgentherapie von 6 Monaten nachgewiesen werden, damit die zuständige Stelle auch die Fachkundebescheinigung für diesen Bereich ausstellen kann. Wenn die Fachkunde des MPE bisher für die Tätigkeit nur in der NUK oder nur in der Röntgendiagnostik bescheinigt ist, dann muss zusätzlich zu den 6 Monaten Sachkunde in der Röntgentherapie auch der Spezialkurs Teletherapie nachgewiesen werden. Dieser Kurs gilt sowohl für die Teletherapie nach StrlSchV als auch für die Röntgentherapie (z.B. IORT). Wenn - im Extrenfall - bisher keinerlei Fachkunde vorliegt, dann müssen alle Kurse (Grundkurs, Spezialkurs Teletherapie) und 24 Monate Sachkunde (davon mindestens 6 Monate in der Röntgentherapie) nachgewiesen werden. Für die MPE-Fachkunde in der Röntgendiagnostik gilt Vergleichbares, wobei mindestens 6 Monate Sachkunde in der Röntgendiagnostik nachzuweisen sind und auf jeden Fall (auch bei schon tätigen MPE) ein Spezialkurs Röntgendiagnostik für Ärzte nach der Fachkunderichtlinie zur RöV erfolgreich zu absolvieren ist. In allen Fällen gilt: Die erworbene bzw. zusätzlich erworbene Fachkunde muss immer von der zuständigen Stelle bescheinigt werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Ricken schrieb am 12.05.2015 - 13:20 Uhr:
Frage:2442 BETREFF: Organigramm
Wir müssen für unsere Klinik ein Organigramm zur Organisation der Verantwortlichkeiten im Strahlenschutz erstellen. Hier bitte ich um Zusendung entsprechender Vorlagen bzw. um Rückmeldung bezgl. der Einbindung von angeschlossenen Praxen / MVZ bzw. kooperierenden externen Praxen. Herzlichen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Ricken, die Abbildung einer Strahlenschutzorganisation in Kliniken oder größeren Praxen kann beliebig komplex und variabel sein. Dies ist abhängig von der Unternehmensform (z.B. AG, GmbH, GbR o.ä.), von den innerbetrieblich tätigen Personen, wie beispielsweise Strahlenschutzverantwortlicher, Strahlenschutzbeauftragter, Bevollmächtigter, sonstige Mitarbeiter in verschiedenen Hierarchiestufen, Arbeitsschutzorganisationen, Betriebs- oder Personalratsstrukturen. Daneben sind auch noch landesrechtlich unterschiedliche Sichtweisen bei Festlegung und Abgrenzung von Strahlenschutzverantwortlichen (z.B. bei einer GbR oder bei Mehrfachnutzung einer Einrichtung) zu berücksichtigen. All diese möglichen Ebenen innerhalb von Strahlenschutzorganisationen machen es dem Forum RöV unmöglich, hierzu allgemeingültige Aussagen zu machen. Formblätter oder Vorlagen halten wir im Forum RöV auch nicht vor, und diese, so sie überhaupt existieren, könnten aus oben genannten Gründen sicherlich nur sehr allgemein formuliert sein. Wir empfehlen Ihnen, sich mit der örtlich zuständigen Strahlenschutzbehörde zwecks Beratung in Verbindung zu setzen oder einen Sachverständigen hinzuzuziehen, der mit den örtlichen und landesrechtlichen Gegebenheiten vertraut ist. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Frank Rost schrieb am 09.05.2015 - 11:00 Uhr:
Frage:2441 BETREFF: Einweisung vor Inbetriebnahme Gammakamera
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ich kann leider nirgends Informationen bezüglich folgender Fragestellung zur Gammakamera mit SPECT System erhalten und wende mich deshalb an Sie. Bedarf dieses Medizinprodukt einer Einweisung durch den Hersteller bzw. qualifizierten Person? Fällt eine Gammakamera unter die RÖV(da nur Detektor)? Laut MPBetreiberV gilt diese Einweisungspflicht nur für MP der Anlage 1. Dieser Anlage kann ich keine Zweckbestimmung einer Gammakamera zuordnen. Unter welcher Verordnung würden Sie dieses Medizinprodukt dann zuordnen oder an wen würden Sie sich wenden? Viele Grüße und vielen Dank,F.Rost


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rost, eine Gammakamera an sich ist ja kein strahlenerzeugendes System sondern eins, mit dem man Strahlung (Gammastrahlung) nachweisen kann. Also fällt dieses System (für sich alleine) weder unter die StrlSchV, aber erst recht nicht unter die RöV, denn Röntgenstrahlung ist keineswegs im Spiel. Eine Gammakamera, als Messeinrichtung in der Nuklearmedizin, kann natürlich in ein entsprechendes Genehmigungsverfahren nach StrlSchV für den Umgang mit in der Nukmed genutzten radioaktiven Stoffen integriert sein. In § 5 der MPBetreibV wird die Einweisung für den Betrieb von Medizinprodukten gefordert, die in Anlage 1 der MPBetreibV aufgeführt sind. In der dortigen Liste sind die Gammakamera oder ähnlich arbeitende Systeme allerdings nicht aufgeführt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Walter Huhn schrieb am 08.05.2015 - 15:49 Uhr:
Frage:2440 BETREFF: Forumanfrage 2432 vom 24.4.2015
Lieber Klaus, ich habe an dieser Stelle eine Anmerkung zur Forumanfrage 2432 vom 24. April 2015 und auf die Antwort zu dieser Frage. Diese Anmerkung betrifft nicht die Ausführungen, die zur Anwendbarkeit von Richtlinien und Normen erfolgt sind. Ich denke, diese sind ausführlich und beschreiben die Bedeutung dieser Regelwerke, aber auch die Möglichkeiten, Nachweise auf anderem Weg zu führen. Meine Anmerkung ist, dass die Mitteilungen der obersten Landesbehörden zur Umsetzung der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) und insbesondere zu DIN 6868-157 vom November und Dezember 2014 aus bestimmten Gründen, die nicht vernachlässigt werden durften, angepasst werden mussten. Diese Anpassungen wurden von den Vertretern der obersten Landesbehörden für die Durchführung der RöV beraten, mit den v.g. Mitteilungen aus dem November und Dezember 2014 zusammengefasst und am 6. Mai 2015 als zusätzliche Festlegung zur QS-RL beschlossen. Somit liegt eine aktuelle Regelung vor, die die QS-RL ergänzt und bei Bedarf bei den örtlich zuständigen Behörden abgefragt werden kann. Ich gehe davon aus, dass diese zusätzliche Festlegung in Kürze auch auf den Fachseiten im Internet oder den entsprechenden Informationsseiten der Strahlenschutzbehörden zu finden sein wird. Gruß Walter Huhn


1. Antwort: Lieber Walter, Danke für diesen aktuellen Hinweis zu gewissen Umsetzungsmodalitäten im Zusammenspiel zwischen QS-RL und DIN 6868-157. Diese als ´zusätzliche Festlegung zur QS-RL´ bezeichnete Ergänzung zur QS-RL ersetzt jetzt den Text, der zum Zeitpunkt der Formanfage Nr. 2432, also am 24.4.2015, noch Gültigkeit hatte und damals von mir zitiert wurde. Wichtig für die an dieser Thematik interessierten Forum-User ist: Der neue Text kann jetzt bundesweit bei den örtlich zuständigen Behörden abgefragt werden, ggf. mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auch im Internet. Viele Grüße Klaus Ewen



  B.Russ schrieb am 07.05.2015 - 22:40 Uhr:
Frage:2439 BETREFF: Kinderfilter
Sehr geehrter Herr Prof Ewen, Bisher wurden bei uns keine Kinder geröntgt, was sich aber wohl ändern wird. An dem Bucky Gerät können wir die gewünschte Cu Filterung(0,1-0,4) eingeben. Aber wie komme ich an die 1mm Al? Die zu bestellenden Pädiatriefilter bestehen wohl alle aus 0,1mm Cu+1mm Al. Dh wenn ich diesen Filter einschiebe, brauche ich doch nicht mehr den Cu Filter am Gerät. Ich hätte dadurch den doppelten Cu -Filter. Oder hab ich jetzt einen Denkfehler? Herzlichen Dank im Voraus B. Russ


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Russ, die Forderung nach Zusatzfilterung in der Pädiatrie, z.B. nach der Leitlinie der Bundesärztekammer, beträgt 1 mm Al + mindestens 0,1 mm Cu. Dabei entspricht 1 mm Al etwa einer Cu-Dicke von 0,03 mm. Sie sehen also, dass 1 mm Al im Vergleich zu 0,1 mm Cu (oder mehr) keine große Rolle spielt. Üblicherweise haben Aufnahmegeräte eine Mindestfilterung von 2,5 mm Al. Wenn Sie also an Ihrem Gerät Zusatzfilterungen von 0,1 - 0,4 mm Cu anwählen können, ist ja alles in Ordnung. Wenn man andererseits ein ´Pädiatriefilter´ von ´0,1 mm Cu + 1 mm Al´ (irgendwo im Strahlenaustrittsbereich des Röntgenstrahlers) einschieben würde, dann reicht das natürlich und man benötigt (irgendwo anders im Strahlengang, also ´am Gerät´) kein weiteres Cu-Filter. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Uwe Zeilinger schrieb am 07.05.2015 - 14:09 Uhr:
Frage:2438 BETREFF: Bedienoberfläche einer Durchleuchtungsanlage
Sehr geehrter Hr.Prof. Ewen, wir haben seit kurzem eine Durchleuchtungsanlage in Betrieb der zwar eine deutsche Bedienungsanlage beiliegt aber deren bedieneroberfläche und Tastatur komplett in Englisch ist und die laut Hersteller nicht umzustellen ist. Ist solch eine Anlage MPG und Röv konform. Gruß Uwe Zeilinger


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Zeilinger, die RöV schreibt in ihrem § 18 Abs. 1 Nr. 1 eine deutschsprachige Gebrauchsanweisung vor, aber nicht, dass Bedieneroberfläche und Tastatur nicht in Englisch ausgelegt sein dürfen. Ich stecke nicht so tief drin im Medizinprodukterecht, kann mir aber nicht denken, dass dort etwas anderes verlangt wird. In einer Zeit, in der auch das Strahlenschutz- und Medizinprodukterecht von EU-Richtlinien bestimmt werden, kann ich mir auch gar nichts anderes vorstellen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ronny Rhinow schrieb am 30.04.2015 - 08:52 Uhr:
Frage:2437 BETREFF: 5-Jahres-Frist überziehen möglich?
Ich habe vier SSB, die im März 2016 ihre Fachkunder erneuern müssen. Der nächste Kurs am Institut meiner Wahl ist im Mai 2016. Hat jemand Erfahrungen damit, ob eine solche Überziehung der 5-Jahres-Frist von den Behörden akzeptiert wird? Gruß, Rhinow


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rhinow, auf Ihre Frage gibt es nur eine Antwort: Bei der zuständigen Behörde nachfragen. Denn die Auslegung, was im Zusammenhang mit der Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz eine ´Überziehung´ ist, wird von den Behörden - in einem gewissen Rahmen natürlich - ein wenig unterschiedlich gehandhabt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Nils Wagner schrieb am 29.04.2015 - 14:21 Uhr:
Frage:2436 BETREFF: Prüfung Befundungsmonitore
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen. Welche rechtlichen Voraussetzungen muss ich erfüllen, um Befundungsmonitore in einer Arztpraxis prüfen zu können?Prüfen bedeutet an der Stelle: Konstanzprüfungen im Sinne der neuen DIN 6868-157 als Wiederholungsprüfung. Nicht: Abnahmeprfungen bei Inbetriebnahme. Die Fachkunde im Strahlenschutz nach R6.1 besitze ich bereits. Brauche ich dann auch den Nachweis der praktischen Tätigkeit nach Fachkunde-Richtlinie Technik nach der RöV? Und an welcher Stelle gibt es dafür rechtssichere Aussagen? Herzlich, Nils Wagner


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wagner, werfen Sie bitte einen Blick in die Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) vom 23.6.2014, und zwar dort in den Abschnitt 1.6. Die QS-RL ist im Internet auffindbar, aber auch hier im Forum RöV (forum-roev.de; dann auf der Startseite den Link ´7.Richtlinien ...´ anwählen; mit Datum 23.6.2014 ist dort ganz oben in der Tabelle die QS-RL eingeordnet). Aus dem besagten Abschnitt 1.6 geht hervor, dass für die Durchführung von Konstanzprüfungen, zu deren Durchführung die Röntgenstrahlung nicht eingeschaltet werden muss und die sich auf Anwendungsgeräte, Zusatzgeräte, ..., wozu auch Befundungsmonitore gehören, beschränken, keine Fachkunde im Strahlenschutz erforderlich ist. Ich kann aus der DIN 6868-157 (Anhang C.2) keine Prüfposition erkennen, zu deren Durchführung Röntgenstrahlung eingeschaltet werden müsste. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. C. Ahlers schrieb am 29.04.2015 - 13:05 Uhr:
Frage:2435 BETREFF: Ausbildungsvoraussetzungen DXA
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen! Ich habe eine Mitarbeiterin mit der Ausbildung zur ZFA (Zahnmedizinische Fachangestellte). Sie verfügt über den ´Röntgenschein´ für den Bereich Zahnmedizin. Darf Sie mit der entsprechenden Herstellereinweisung DXA-Messungen bei uns durchführen? Falls nein, welche Qualifikation müsste sie erwerben? Perspektivisch würde ich Sie auch gerne im konventionellen Röntgen einsetzen. Wie sieht es da aus? Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Ahlers, seitens einer ZFA reicht der Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz für das Gebiet der Zahnmedizin zur technischen Durchführung von DXA-Messungen nicht aus. Es gibt 2 Möglichkeiten: Entweder sie erwirbt diese speziellen ´DXA-Kenntnisse´ (10 Unterrichtsstunden nach Anlage 8.1 der Fachkunde-Richtlinie Medizin RöV) oder, falls spätere Tätigkeiten in der konventionellen Röntgendiagnostik nicht ausgeschlossen sein könnten, sie erwirbt die Kenntnisse im Strahlenschutz für das gesamte Gebiet der Röntgendiagnostik (90 Uh nach Anlage 8 der genannten Richtlinie). Letztgenannte Kenntnisse schließen DXA-Messungen mit ein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ralf Stolpe-Jazbinsek schrieb am 27.04.2015 - 13:07 Uhr:
Frage:2434 BETREFF: zu Frage 2432
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, vielen Dank für Ihre superflotte Beantwortung! Nun ist das geklärt, für alle die noch Zweifel hatten zum nachlesen. Vielen Dank! MfG Ralf Stolpe-Jazbinsek


1. Antwort: ... gern geschehen. Das Thema DIN 6868-157 ist ja auch nicht ganz so trivial. Gruß K. Ewen



  Boris Russ schrieb am 25.04.2015 - 09:00 Uhr:
Frage:2433 BETREFF: Rasterschacht
Sehr geehrter Herr Prof. Even, Wir sollen im Ausnahmezustand im Schockraum Schwerstverletzte die Basisuntersuchung mit der Mobilette durchfüheren. Allerdings nur Thorax und Becken. Müssen bei CR Technik (digitalisierte Speicherfolietechnik)noch Rasterschächte benutzt werden? Ich hatte mich mal so umgehört und erfahren, dass nach der Umstellung von Film-Folien Systeme auf CR, Rasterkassetten bzw Rästerschächte nicht mehr notwendig sind. Genauso wie Ausgleichsfilter oder Tubus.Vielleisvht können Sie mir falls es so ist, schreiben ob und warum es so ist. Und wo ich ggf nachlesen kann Vielen Dank für Ihre Mühe B. Russ


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Russ, Sie haben ja Ihre Frage ´Raster ja oder nein´ ganz konkret auf Röntgenaufnahmen mit einem fahrbaren Röntgengerät ausgerichtet. Auch in der analogen Zeit (FFS) wurden diese Aufnahmen weitgehend ohne Nutzung einer Rasterkassette durchgeführt. Bei adipösen Patienten führte diese Technik dann zu kontrastarmen Röntgenbildern. Zur Nutzung digitaler Systeme, also von DR- oder CR-Systemen (Speicherfolien), schreibt die Leitlinie der BÄK (diese finden Sie im Internet) folgendes (Auszug): ´Für digitale Abbildungssysteme gilt: ... kann vor allem bei schlanken Patienten auf ein Raster verzichtet werden. Der dadurch bedingte Kontrastverlust wird durch digitale Kontrastanhebung bei der Bildverarbeitung ausgeglichen.´ Zusätzlich empfehlen wir immer, sich bei derartigen Fragestellungen (wie hier z.B. ´Thorax, Becken mit einer mobilen Röntgeneinrichtung und das ohne Raster´) mit der zuständigen ärztlichen Stelle abzusprechen. Nit freundlichem Gruß K. Ewen



  Ralf Stolpe-Jazbinsek schrieb am 24.04.2015 - 23:36 Uhr:
Frage:2432 BETREFF: DIN 6868-157, Gültig ab 1.5.2015? Wodurch?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zu o.g. kurzen Fragen finde ich keine Antwort. Es wird zwar viel darüber geredet, aber wo steht es das die neue Norm DIN 6868-157 ab 1.5.2015 verbindlich umgesetzt werden muss? Es ist zwar ein Schreiben im Umlauf mit Namen ´TOP C 06 der 73. Sitzung des LA RöV am 4.11.2014 Mitteilung zur Änderung der Qualitätssicherungsrichtlinie (QS-RL)´, aber hierzu fehlt jede gesetzliche Verbindlichkeit, auch im Schreiben selbst! Ich hätte erwartet das zum 1.5.2015 eine verbindliche und neue QS-RL vorliegt,die letzte Änderung vom 23. Juni 2014 ist aber noch gültig und somit kann wohl auch über den 1.5.2015 nach DIN V 6868-57 geprüft werden! Momentan gehe ich davon aus das wir noch keine verbindliche Rechtssicherheit zu o.g. Norm, DIN 6868-157, haben und Einigkeit darin besteht das die alte Norm DIN V 6868-57 bis zum Inkrafttreten der neuen QS-RL auch an Neugeräten ab 1.5.2015 noch immer verwendet werden darf bzw. muss. Noch fehlt der entsprechende Eintrag DIN 6868-157 als Prüfnorm in Tabelle ´Normen´ auf Seite 34 der QS-RL Fassung 23.6.2014. Der Eintrag: DIN V 6868-57 (zukünftig DIN 6868-157) in Tabelle Anhang A, Seite 37 der QS-RL Fassung 23.6.2014. kann das nicht ersetzen. Was wir hier brauchen ist gesetzliche Klarheit! MfG Stolpe-Jazbinsek
Dateianhang: anzeigen

1. Antwort: Sehr geehrter Herr Stolpe-Jazbinsek, bei einer Richtlinie (z.B. hier: bei der QS-RL) geht es nicht um die Frage nach deren rechtlichen Verbindlichkeit. Das sind Richtlinien im Strahlenschutzrecht in der Regel nämlich nicht, da sie in den Verordnungen (hier: in der RöV) explizit nicht als Regelungen aufgeführt sind (Ausnahme sind die Allgemeinen Verwaltungsvorschriften -AVV-, die mit Zustimmung des Bundesrates erlassen werden können). Entsprechendes kann man auch aus dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs für Baden-Württemberg herauslesen, der eine Festlegung zur Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin beschreibt. Genauso wenig verbindlich sind Normen (national und international). Allerdings beschreiben Richtlinien und Normen oder Rundschreiben der obersten Bundesbehörden oder Landesbehörden häufig den aktuellen Stand der Technik, und genau dieser ist z.B. nach der RöV nachzuweisen (§ 3 Abs. 2 Nr. 5 bzw. § 4 Abs. 2 Nr. 1c). Wenn nun eine Norm einen bestimmten Stand der Technik beschreibt, so geben die Behörden normalerweise vor, ab wann dieser Stand vom Strahlenschutzverantwortlichen nachzuweisen ist. Um das Verfahren für alle Beteiligten handhabbar zu machen, wird häufig eine gewisse Übergangszeit eingeräumt. Die obersten Landesbehörden teilen den atomrechtlichen Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden, den Sachverständigen, den ärztlichen Stelle und den Messstellen mit, dass sie bei der Erfüllung einer gewissen Norm, einer Richtlinie oder eines Rundschreibens davon ausgehen können, dass der Stand der Technik erfüllt ist. Natürlich ist es auch möglich, auf ganz andere Weise nachzuweisen, dass der Stand der Technik an einer Röntgeneinrichtung vergleichbar zu einer Norm erfüllt ist. Allerdings ist dann mit einem aufwändigen Gutachten oder einer Stellungnahme einer sachverständigen Person der Behörde nachzuweisen, dass das vorgegebene Ziel vergleichbar zur Norm auf anderem Weg erreicht wird. Dieser Vorgang ist meistens sehr aufwändig und ggf. auch kostenintensiv. Die Verbindlichkeit eines Rundschreibens der obersten Landesbehörden ergibt sich dann, wenn dieses Schreiben in den Ländern umgesetzt wurde, also dem Vollzug zugrunde liegt. Dann werden die Genehmigungsbehörden den entsprechenden Nachweis verlangen. Wenn also nach Ablauf der Übergangsfrist am 1.5.2015 weiterhin die DIN V 6868-57 angewendet wird, dann werden sich die Behörden dezidiert nachweisen lassen, dass der Stand der Technik tatsächlich erfüllt wird. Als Fazit kann man sagen, dass eine Richtlinie genauso viel oder wenig verbindlich ist wie ein Rundschreiben, Gesetzes- oder Verordnungskraft haben beide nicht - Normen natürlich auch nicht. Allein die Beschreibung des Stands der Technik gibt diesen Regelungen ihre große Bedeutung. Zusammenfassung zu Ihrer Fragestellung: Es liegt ein Schreiben an die obersten Landesbehörden zur Durchführung der RöV vor, das sich auf den TOP C 06 der 73. Sitzung des LA RöV bezieht und eine Mitteilung zur Änderung der QS-RL zum Thema BWS beinhaltet. Diese daraus resultierenden Änderungen der QS-RL sind spätestens ab dem 15.12.2014 anzuwenden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Werner Betz schrieb am 23.04.2015 - 20:54 Uhr:
Frage:2431 BETREFF: Röntgenforum aktuell?
Sehr geehrtes Röntgenforum-Team, äuscht mich mein Eindruck, dass die Website des Röntgenforums nicht mehr aktualisert wird? Das wäre wirklich schade. Mit freundlichen Grüßen Werner Betz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Betz, zunächst vielen Dank für Ihr fürsorgliches Interesse am Röntgenforum. Wir haben Ihren Beitrag intern besprochen und verabredet, diesem Aspekt des Forums, der ja neben der aktuellen und möglichst zeitnahen Beantwortung der eingehenden Fragen auch wichtig ist, (wieder) mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Heinrich Mertens schrieb am 23.04.2015 - 11:07 Uhr:
Frage:2430 BETREFF: Einweisung in die Bedienung
Sehr geehrte Damen und Herren, gemäß § 18 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Röntgenverordnung (RöV) ist dafür zu sorgen, dass die beim Betrieb einer Röntgeneinrichtung beschäftigten Personen anhand einer deutschsprachigen Gebrauchseinweisung durch eine entsprechend qualifizierte Person in die sachgerechte Handhabung eingewiesen werden. Gemäß Kapitel 2.1 der Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV muss bei Erstinbetriebnahme die Einweisung durch entsprechend qualifizierte Personen des Herstellers oder Lieferanten erfolgen; im weiteren Betrieb können die ersteingewiesenen Personen die Einweisung durchführen. Ein Durchleuchtungssystem kann als ein Medizinprodukt nach Anlage 1 der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) eingeordnet sein. Gemäß § 5 Abs. 2 MPBetreibV dürfen so eingeordnete Röntgendiagnostikeinrichtungen nur von Personen angewendet werden, die die Voraussetzungen nach § 2 Abs. 2 erfüllen und die durch den Hersteller oder durch eine nach Abs. 1 Nr. 2 vom Betreiber beauftragte Person unter der Berücksichtigung der Gebrauchsanweisung in die sachgerechte Handhabung dieses Medizinproduktes eingewiesen worden sind. Fragen: 1) Besteht ein qualitativer Unterschied zwischen einer ersteingewiesenen Person im Sinne der RöV und einer vom Betreiber beauftragten Person im Sinne der MPBetreibV? Wenn ja, welcher? 2) Gibt es eine Quelle, in der steht, welche Röntgendiagnostikeinrichtungen als Medizinprodukt nach Anlage 1 der MPBetreibV eingeordnet sind? 3) Hat eine Einweisung durch entsprechend qualifizierte Personen des Herstellers oder Lieferanten im laufenden Betrieb dieselbe Qualität wie die Einweisung zum Zeitpunkt der Erstinbetriebnahme, d.h. gelten die dann eingewiesenen Personen ebenfalls als ersteingewiesene Personen? Für die Beantwortung meiner Fragen möchte ich Ihnen im Voraus danken. Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Mertens, zur Frage 1 : Wenn die beauftragte Person nach MPBetreibV auch das notwendige Wissen nach der RöV, vor allem bezüglich der betroffenen Röntgeneinrichtung, hat, dann besteht nach unserer Meinung kein qualitativer Unterschied. Die RöV schließt nicht aus, dass die Einweisung von neuem Personal durch einen qualifizierten Dienstleister erfolgt. Die notwendige Qualifikation muss diese Person im Einzelfall ggf. nachweisen (z.B. durch eine Fachkundebescheinigung, Lehrgangszeugnisse, o.ä.). Dies gilt natürlich auch umgekehrt. Zur Frage 2: Dass Röntgendiagnostikeinrichtungen (hier Durchleuchtungseinrichtungen) in die Anlage 1 der MPBetreibV eingeordnet sind, ist uns nicht erkenntlich. Da wir im Forum RöV (!) aber nicht unbedingt die Fachkompetenz für die Regelungen des MP-Rechts haben, empfehlen wir Ihnen, sich mit der zuständigen Aufsichtsbehörde für das Medizinprodukterecht in Verbindung zu setzen (z.B. in NRW mit den Dezernaten 24 der Bezirksregierungen). Ein Blick in die Anlage 1 zur MPBetreibV zeigt, dass darin als bildgebendes Verfahren nur die Kernspintomographie aufgeführt ist, die aber nicht unter den Geltungsbereich der RöV fällt. Zur Frage 3: Der § 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV legt fest, dass die beim Betrieb der Röntgeneinrichtung beschäftigten Personen durch eine entsprechend qualifizierte Person in die sachgerechte Handhabung eingewiesen werden. Festgelegt ist, dass diese Einweisung vor der ersten Inbetriebnahme durch qualifizierte Personen des Herstellers oder Lieferanten erfolgen muss. Später, z.B. beim Hinzukommen weiterer Personen, kann diese Einweisung dann auch durch bereits eingewiesenes qualifiziertes Personal des Betreibers erfolgen. Es ist jedoch jederzeit möglich, dass solche Einweisungen von neuem Personal auch durch qualifizierte Personen des Herstellers oder Lieferanten erfolgen können. Der Betreiber (der Strahlenschutzverantwortliche) muss dafür sorgen, dass die erforderliche Dokumentation über diese Einweisungen erfolgt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 19.04.2015 - 21:48 Uhr:
Frage:2429 BETREFF: Rechtfertigende Indikation
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, rein hypothetisch: wenn eine Röntgenuntersuchung durchgeführt wurde, ohne dass ein Arzt mit Fachkunde die rechtfertigende Indikation gestellt hat, wer ist dann im Falle eines Falles haftbar zu machen? Nur der Arzt mit Fachkunde? Auch der Arzt mit Fachkenntnissen, der die Untersuchung angeordnet hat? Und wie ist es mit der MTRA, die die technische Durchführung gemacht hat? Vielen Dank für Ihre Antwort, herzliche Grüße Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, hier unsere Meinung zu Ihren Fragen: Man muss zwischen den Regelungen des Strahlenschutzrechts, des Strafrechts und des Zivilrechts unterscheiden. Nach den Regelungen des Strahlenschutzrechts sind immer die Strahlenschutzverantwortlichen (´Anlagenbetreiber´ bzw. ´-besitzer´) und die für den jeweiligen Bereich bestellten Strahlenschutzbeauftragten die verantwortlichen Personen. Die zuständige Strahlenschutzbehörde wird sich zur Klärung strahlenschutzrechtlicher Probleme mit diesen Personen auseinandersetzen. Wenn tatsächlich Verstöße festgestellt werden, können auf diese Personen Bußgelder bis zu € 50.000,- zukommen. Außerdem könnte die atomrechtliche Zuverlässigkeit dieser Personen auf dem Prüfstand stehen. Sollte es jedoch durch eine unrechtmäßig gestellte rechtfertigende Indikation zu einem Personenschaden kommen, dann könnte daraus auch eine unrechtmäßige Körperverletzung resultieren, die ggf. von der Staatsanwaltschaft verfolgt wird. Wer dann die Verantwortung übernehmen muss, wird von der Staatsanwaltschaft festgelegt bzw. eingegrenzt werden. Hierbei ist nicht auszuschließen, dass auch der die rechtfertigende Indikation stellende Arzt, der das ohne Fachkunde im Strahlenschutz gar nicht hätte tun dürfen, zur Verantwortung gezogen wird. Vergleichbares gilt nach unserer Meinung auch im Zivilverfahren, z.B. in Schadensersatz- oder Schmerzensgeldprozessen. Eine MTRA ist bei Problemen im Zusammenhang mit der Stellung der rechtfertigenden Indikation rechtlich gesehen außen vor, denn diese Berufsgruppe ist nur für die technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung verantwortlich (§ 24 Abs. 2 RöV). Man muss hinzufügen, dass auch diese Antworten rechtlich ungesichert sind und nur den nach unserer Auffassung vorstellbaren Rahmen beschreiben. Im konkreten Fällen sind sicherlich noch diverse andere Einzelheiten zu betrachten, die weitere Möglichkeiten nicht ausschließen. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Irene Vent schrieb am 19.04.2015 - 21:07 Uhr:
Frage:2428 BETREFF: Zutritt von KrankenpflegerschülerInnen im Kontrollbereich
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, laut RöV ist Auszubildenden zur Erreichung des Ausbildungszieles der Zutritt zum Kontrollbereich erlaubt. Mir ist nicht klar und ich konnte noch keine eindeutige Antwort darauf finden, ob dies auf die Ausbildung zum/zur KrankenpflegerIn bzw. GesundheitspflegerIn zutrifft. Gleichermaßen stellt sich mir die Frage bei der Ausbildung zur MFA. Man kann sicherlich diese Ausbildung absolvieren, ohne dass man je im Kontrollbereich war. Wie ist es aber, wenn eine MFA eine Ausbildung zB. bei einem Chirurgen macht, der mit einem C-Bogen durchleuchtet. Gehört dieser Bereich dann zur praktischen Ausbildung? Denn die MFA- Auszubildende darf ja ohnehin den C-Bogen nicht bedienen, geschweige denn, Strahlung auslösen. Ganz herzlichen Dank und viele Grüße Irene Vent


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Vent, ja, richtig: Auszubildenden ist zur Erreichung ihres Ausbildungszieles der Zutritt zu Kontrollbereichen erlaubt. Das gilt auch für Kranken- und Gesundheitspflegerinnen, wenn zu deren zukünftiger Berufsausübung eine radiologische Tätigkeit gehören würde. Es könnte durchaus sein, dass dieser Aufenthalt im KB im Rahmen der Ausbildung einer MFA sogar erforderlich sein muss (!), wenn sie z.B. bei einem Chirurgen an einem mobilen C-Bogengerät mit der technischen Durchführung (siehe § 2 Nr. 7 RöV) beschäftigt werden soll. Nach dieser Definition darf sie (mit Kenntnissen im Strahlenschutz) durchaus ein derartiges Röntgengerät bedienen und auch (z.B. auf Kommando des Chirurgen) dort die Strahlung auslösen. Dabei muss der (im Strahlenschutz fachkundige Chirurg) die ständige Aufsicht und Verantwortung ausüben (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV), was ja schon dadurch gegeben ist, dass er aus ersichtlichen Gründen sowieso mit im Raum (OP) anwesend sein muss. Mit freundlichen Gruß K. Ewen



  Marie schrieb am 17.04.2015 - 18:22 Uhr:
Frage:2427 BETREFF: Schädel Röntgen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei uns gibt es leider keinen Radiologen. Die Röntgenanforderungen werden von einem Arzt mit Fachkunde gestellt. Nun bekommen wir hin und wieder einen Auftrag Schädel in 2 Eb. wenn man dann anfängt mit dem Arzt zu diskutieren, dass man das heutzutage nicht mehr röntgt, bekomme ich zur Antwort. Ich bin der Arzt und will diese Aufnahme. Gibt es dazu Literatur, die ich dem Arzt zeigen kann? Da wir eine CT haben, ist es kein Problem ein CCT zu fahren.


1. Antwort: Hallo Marie, ich unterstelle mal, Sie sind keine Ärztin. Dass es in Ihrem Haus keinen Radiologen gibt, ist aus der Sicht der Röntgenverordnung (RöV) nicht wichtig. Entscheidend ist nur, dass es entsprechend im Strahlenschutz fachkundige Ärzte/Ärztinnen gibt, die für die Röntgenuntersuchungen, die bei Ihnen anfallen, die rechtfertigende Indikation stellen dürfen und können. Ich denke, dass Sie das mit ´Röntgenanforderungen´ meinen. Natürlich dürfen Sie, so Sie MTRA oder MFA sind, mit einem (fachkundigen) Arzt über die Durchführung einer Röntgenuntersuchung diskutieren, aber das ´letzte Wort´ über die Art und Weise, wie die Untersuchung durchgeführt werden soll, hat eindeutig er. Das gehört zu seinem Berufsbild und nicht zu demjenigen einer Assistentin. Ja, es gibt natürlich Literatur zum Thema Indikation und Durchführung von Röntgenuntersuchungen - in rauhen Mengen. Es ist aber oft durchaus sinnvoll, mit einer diesbezüglichen Literaturrecherche im Internet zu beginnen. Ich mache das auch oft so. Wenn ein CT im Haus ist, bedeutet das natürlich eine positive Ausweitung der verfügbaren Indikationsstellungen, aber nicht vergessen: Trotz moderner Gerätetechnik ist für die Untersuchung einer bestimmten Körperregion die CT-Dosis signifikant höher als die Dosis bei der entsprechenden Projektionsradiographie. Das muss bei der Stellung der rechtfertigenden Indikation auch bedacht werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  A. Fuchs schrieb am 17.04.2015 - 16:58 Uhr:
Frage:2426 BETREFF: Zeitpunkt der Indikationsstellung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer radiologischen Abteilung ist 24h ein fachkundiger Arzt vor Ort. Rechtfertigende Indikationen für Röntgenuntersuchungen (konventionell und CT) werden normalerweise zeitnah vor der Untersuchung z.B. morgens und tagsüber gestellt. Nun ist der Nachtdienst angehalten, die rechtfertigenden Indikationen für die Untersuchungen des Folgetages in der Nacht zu stellen. Während der Untersuchung am Tag nach dem Nachtdienst wird der Nachtdientsarzt, welcher die rechtfertigende Indikation gestellt hat, jedoch nicht mehr anwesend sein. Patienten befinden sich zum Zeitpunkt der Indikationsstellung in der Nacht auf den Stationen und sind nur im entfernten Sinne ´vor Ort´. Auch Rückfragen bezüglich der angefortderten Untersuchungen sind nicht möglich, weil ein großer Teil der zuweisenden Ärzte in der Nacht nicht in Hause und damit nicht erreichbar ist. Ist er problemlos möglich, dass der Nachtdienst diese Indikationen stellt und während der Untersuchung dann nicht mehr im Hause ist? Muss er theoretisch die Patienten auf der Station gesehen haben, um die Indikation zu stellen? Oder reicht es, dass die Patienten bereits in der Klinik aufgenommen sind? Wie sieht es aus bei Indikationen für Untersuchungen geplanter poststationärer oder ambulanter Patienten, die zum Zeitpunkt der Indikationsstellung nicht vor Ort sind? Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen. Arnold Fuchs


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Fuchs, hier die Meinung des Forum RöV zu Ihrem Fragenkomplex: Grundsätzlich kann die rechtfertigende Indikation zur Röntgenuntersuchung auch im Nachtdienst gestellt werden, wenn eine entsprechende medizinische Indikation gegeben ist und die Untersuchung dann am nächsten Tag durchgeführt wird. Dies ist vergleichbar mit der Stellung der rechtfertigenden Indikation im Frühdienst und der technischen Durchführung der Röntgenuntersuchung im Spätdienst (mit unterschiedlichem Personal). Wenn eine Rücksprache mit dem ´Überweiser´ oder ´Zuweiser´ erforderlich sein sollte, dann gilt in jedem Fall, dass ein Aufschub der rechtfertigenden Indikation erfolgen muss, bis diese medizinisch notwendige Rücksprache erfolgt ist (kein Unterschied zwischen dem Tag- oder Nachdienst). Sofern der fachkundige Arzt den Patienten vor Stellung der rechtfertigenden Indikation sehen bzw. untersuchen muss, so gilt dieses Erfordernis natürlich auch im Nachtdienst. Wenn eine solche medizinisch notwendige Untersuchung vor der rechtfertigenden Indikation nicht durchgeführt wird, könnte dies ggf. eine Ordnungswidrigkeit sein, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann oder bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz vielleicht sogar eine Straftat darstellt. Allerdings schreibt die RöV nicht für jeden Fall eine vorlaufende Untersuchung durch den ´rechtfertigenden´ Arzt vor sondern nur in den medizinisch relevanten Fällen. Dass der ´rechtfertigende´ Arzt bei der technische Durchführung nicht anwesend ist und auch nicht selbst befundet, muss nicht unbedingt ungewöhnlich sein, solange ein entsprechend fachkundiger Kollege die Aufsicht führt und die Erstbefundung durchführt oder überwacht (vgl. hierzu § 24 der RöV). Mit freundlichem Gruß K.Ewen



  Wilfried Schröter schrieb am 15.04.2015 - 22:20 Uhr:
Frage:2425 BETREFF: Frage:2424 BETREFF: Gerätepass
Erläuterung Ein Gerätepass ist der umgangssprachlich verwendete Begriff für einen Einweisungsnachweis nach Medizinprodukterecht, im Bereich der Anwender von Medizinprodukten, die auch nach RöV oder StrlSchV angewendet werden, wird dieser Begriff eher seltener angetroffen Gruß Wilfried Schröter Fachverband Biomedizinische Technik e.V. fbmt


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schröter, das ist das lebendige Forum RöV! Wenn ich mal nicht weiter weiß, dann wissen das andere! Aber dieser Gerätepass ist für die beruflichen Belange der medizinischen Fachangestellten, die hier im Forum die Frage Nr. 2424 gestellt hatte, wohl nicht von Bedeutung. Vielen Dank und herzliche Grüße K. Ewen



  Irene Zumbusch schrieb am 15.04.2015 - 12:53 Uhr:
Frage:2424 BETREFF: Gerätepass
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, es tut mir leid, dass ich Sie mit Fragen bombardiere. Brauche ich, um meinen Beruf in der Radiologie ausüben zu können zwingend einen Gerätepass? Darf ich ohne Gerätepass nicht arbeiten? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Zumbusch, nun muss ich mal (ganz dumm und sozusagen in aller Öffentlichkeit) zugeben, dass ich nicht weiß, was ein Gerätepass ist und welchen Zweck dieser erfüllen soll. Meinen Sie Ihre Bescheinigung über die erworbenen Kenntnisse im Strahlenschutz, ohne diese Sie in der Tat ihre Tätigkeit in der Radiologie gar nicht ausführen dürften? Oder könnte Ihre Einweisung in die sachgemäße Handhabung eines Röntgengerätes durch eine entsprechend qualifizierte Person gemeint sein (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 RöV)? Dafür benötigt man aber keine persönlich ausgestellte Bescheinigung oder einen Pass. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Zumbusch schrieb am 15.04.2015 - 12:08 Uhr:
Frage:2423 BETREFF: Ergänzung Frage 2422
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, kurzes Beispiel im Bereitschaftsdienst: Ein Chirurg(Fachkunde?) oder Internist(Fachkunde?) meldet mit Orbis ein CT - Abdomen - Angio an, ich fordere den Arzt, der die Untersuchung angeordnet hat auf, bei der Untersuchung anwesend zu sein. Er spritzt Kontrastmittel, weil er der Meinung ist, dass es erforderlich ist und ich erledige den technischen Teil(Teleradiologie, der Radiologe wir telefonisch nach dem Befund gefragt) Ist diese Situation für mich bedenklich? Im konventionellen Röntgen-Bereitschaftsdienst meldet der Chirurg oder Internist eine Röntgenaufnahme an und befundet diese sofort im Anschluß selbst. Ist diese Situation im konventionellen Bereich juristisch für mich in Ordnung, ich denke ja, oder? Herzlichen Dank für Ihre Hilfe


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Zumbusch, zunächst muss man etwas abklären: Wenn Sie schreiben, dass ein Chirurg oder Internist eine Röntgenuntersuchung ´angemeldet´ hat, dann unterstelle ich mal, dass diese Ärzte die rechtfertigende Indikation dazu gestellt haben (§ 23 Abs. 1 RöV). Das dürfen sie aber nur, wenn sie für diese Art der Röntgenuntersuchungen die Fachkunde im Strahlenschutz aufweisen. Die Ärzte sind nicht verpflichtet, Ihnen gegenüber, die diese Röntgenuntersuchungen technisch durchführt, ihre Fachkunde nachzuweisen, noch haben Sie die Aufgabe, die Ärzte danach zu fragen. Sie erledigen nur die technische Durchführung. Dabei aber immer bedenken: Dazu muss für Sie als MFA die ´ständige Aufsicht und Verantwortung´ gegeben sein (siehe meine Ausführungen zu Ihrer Forumanfrage Nr. 2422). Die Befundungsmodalitäten sind ein anderes Thema, das nur die Ärzte und nicht Ihre Berufsgruppe betrifft. Soweit sollte der Ablauf des Geschehens - wohl gemerkt außerhalb der Teleradiologie - für Sie unbedenklich sein. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Irene Zumbusch schrieb am 15.04.2015 - 10:37 Uhr:
Frage:2422 BETREFF: Haftbarkeit in der Radiologie
Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin von Beruf MFA, erfülle aber seit vielen Jahren die Aufgaben einer MTRA im Krankenhaus. Seit kurzer Zeit bin ich in einem Krankenhaus tätig, in dem ich nachts Bereitschaftsdienste ohne einen Radiologen (Teleradiologie) mache. Meine Frage: Bin ich in irgendeiner Form haftbar, bei einem Kontrastmittelzwischenfall oder ähnlichem? Es gibt in diesem Krankenhaus keinen radiologischen Chefarzt, meine Vorgesetzte ist einzig und allein eine MTRA. Schon im Voraus besten Dank für Ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Zumbusch, zunächst einmal grundsätzlich Vorsicht mit der RöV, wenn Sie seit vielen Jahren die Aufgaben einer MTRA erfüllen. Eine MTRA darf ohne ´ständige Aufsicht und Verantwortung´ seitens eines im Strahlenschutz fachkundigen Arztes eine Röntgenuntersuchung technisch durchführen (§ 24 Abs. 2 Nr. 1 RöV), eine MFA darf das nicht (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Definition ´technische Durchführung´: siehe § 2 Nr. 7 RöV. ´Ständige Aufsicht und Verantwortung´ wird zwar etwas unterschiedlich ausgelegt, aber zumindest muss dazu ein entsprechend fachkundiger Arzt in der Praxis oder auf dem Klinikgelände sein. Im Rahmen der nach § 3 Abs. 4 RöV genehmigten Teleradiologie müssen am Ort der Untersuchung ein Arzt mit irgendeiner Teilfachkunde oder ein Arzt mit spezifischen Kenntnissen in der Teleradiologie sowie eine MTRA (!) für die technische Durchführung anwesend sein. Eine KM-Applikation bzw. daraus eventuell resultierende Zwischenfälle können nicht einer MFA übertragen bzw. angelastet werden. Das gilt aber auch für eine MTRA (siehe die erwähnte Definition der technischen Durchführung). Überhaupt kann man einer MFA oder MTRA keine Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Aufrechterhaltung einer funktionierenden Strahlenschutzorganisation z.B. in einem Krankenhaus auferlegen. Dafür sind die Strahlenschutzverantwortlichen und Strahlenschutzbeauftragten zuständig. Ihre Tätigkeit und Verantwortung als MFA erschöpft sich auf diejenigen Gebiete, für deren Ausführung Sie die Kenntnisse im Strahlenschutz erworben und diese (hoffentlich) auch aktualisiert haben. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Yvonne Knoll schrieb am 14.04.2015 - 10:58 Uhr:
Frage:2421 BETREFF: bleifreie Röntgenschürzen im Herzkatheterlabor
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, ich bin kardiologische Fachassistentin und arbeite seit vielen Jahren im Herzkatheterlabor. Zu meinem Arbeitgebiet gehören die verschiedensten invasiven kardiologischen Eingriffe ( Schrittmacherimplantationen, HK, TAVI, etc.). Das heisst ich trage meinen Röntgenschutz zeitlich gesehen unterschiedlich lang (ca 4-5 Stunden netteo) und stehe auch zeitweise recht nah am Bildwandler. Wie sicher ist der Gebrauch von bleifreien Schürzen im alltäglichen Einsatz im Herzkatheterlabor. Gibt es Produktempfehlungen? Stehen möglicherweise auch neue Richtlinien zur Verfügung? Vielen Dank für Ihre Unterstützung und Ihre Bemühungen. Mit besten Grüßen aus München, Yvonne Knoll


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Knoll, es gibt immer wieder Kritik an der Nutzung von bleifreier Schutzkleidung (Entstehung sehr niederenergetischer sog. Röntgenfluoreszenzstrahlung durch Auftreffen der Streustrahlung auf das Schürzenmaterial, was zu einer gewissen zusätzlichen Exposition beitragen kann), aber entscheidend ist der Bleigleichwert der Schürze (Abschirmwirkung einer Schürze, ausgedrückt durch einen Zahlenwert in mm Blei - also so, als ob die Schürze aus Blei hergestellt wäre). Dieser Bleigleichwert ist im Inneren der Schürze auf einem Schildchen angegeben und er sollte 0,35 mm betragen (DIN 6815), und zwar egal, aus welchem Material die Schürze tatsächlich hergestellt ist. Es gibt auch Schürzen mit einem Bleigleichwert von 0,5 mm oder solche, die auch den Rücken abdecken (sog. Mantelschürzen), aber alle sind natürlich entsprechend schwerer. Wenn wir schon über Schutzkleidung in einem vielbeschäftigten Herzkatheterlabor reden, denken Sie auch an den Schilddrüsenschutz und, wenn möglich, auch an eine Schutzbrille. Und das gilt für das gesamte Team im Röntgenraum! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Miriam Caesar schrieb am 14.04.2015 - 07:52 Uhr:
Frage:2420 BETREFF: Strahlenexposition
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, ich habe eine Frage bezgl. der Strahlenexposition. Röntgen wir z.B. ein Handgelenk - darf ich den Patienten doch am oberen bzw. unteren Ende des Tisches positionieren?! (Beine natürlich nicht unter des Tischplatte). Oder ist die Strahlenexposition dann höher als wenn der Patient seitlich am Tisch sitzt? Die zweite meiner Fragen bezieht sich auf das Umlagern des Patienten auf den Tisch. Passiert dies mittels Rollboard,das ja strahelndurchlässig ist, so kann ich dieses doch unter dem dem Patienten ´liegen´ lassen, während ich die Aufnahmen anfertige? Mit freundlichem Gruss, Miriam Caesar


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Caesar, Sie haben im Zusammenhang mit der Positionierung des Patienten z.B. bei einer Handgelenkaufnahme schon die wichtige Regelung genannt: ´Beine natürlich nicht unter der Tischplatte´. Alle anderen Fragen (Positionierung seitlich oder am oberen bzw. unteren Tischende) spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle und können sozusagen je nach Bequemlichkeit für den Patienten ausgeführt werden. Ein Rollboard ist in der Tat so strahlendurchlässig und erzeugt im Vergleich zum Patienten so wenig Streustrahlung, dass seine Entfernung bei der Röntgenaufnahme keine Vorteile bringt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Jochen Bauer schrieb am 13.04.2015 - 12:25 Uhr:
Frage:2419 BETREFF: erforderliche Qualifikation für Durchführung der prakt. Einweisung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, laut Richtlinie Ziff. 6.2.1. kann für den Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz die 4-std. praktische Einweisung durch den fachkundigen Arzt (hier der Radiologe)oder eine ´beauftragte Person mit der entsprechenden Fachkunde im Strahlenschutz´ durchgeführt werden. Muss dies ebenfalls zwingend ein Arzt sein oder kann die beauftragte Person auch die leitende MTRA (selbst Referentin in Kursen zum Erwerb der Fachkunde) sein, zumal die praktischen Abläufe im Vordergrund stehen?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Bauer, der praktische Teil der Kenntnisvermittlung im jeweiligen Anwendungsgebiet erfolgt vor Ort durch einen Arzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz, unter dessen Aufsicht der Arzt bei der Anwendung steht, oder durch eine von diesem fachkundigen Arzt beauftragte Person, welche die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzt. Diese Formulierung in der Nummer 6.2.1 der Fachkunde-Richtlinie lässt nach unserer Meinung deutlich erkennen, dass der aufsichtführende Arzt mit Fachkunde entscheiden kann, vielleicht sogar entscheiden soll, wer bestimmte Teile der praktischen Kenntnisvermittlung zu übernehmen hat. Dabei ist es aus unserer Sicht häufig sehr sinnvoll, wenn er z.B. für den Bereich der technischen Durchführung die fachkundige MTRA mit der Wahrnehmung dieser Aufgabe beauftragt. Es mag andere Aufgaben bei dem praktischen Kenntniserwerb geben, die sich mit ärztlicher Tätigkeit befassen und die dann ein fachkundiger Arzt übernehmen muss (z.B. im Zusammenhang mit der rechtfertigenden Indikation und der Befundung). Die einzelnen Teile müssen zum Schluss zusammengefasst und vom aufsichtführenden fachkundigen Arzt bestätigt werden. Diese Bestätigung wird neben der Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme an dem theoretischen Teil des Kenntniserwerbs für die zuständige Stelle die Grundlage bilden, das Vorhandensein der notwendigen Kenntnisse im Strahlenschutz bescheinigen zu können. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  M. Schaufler schrieb am 10.04.2015 - 22:17 Uhr:
Frage:2418 BETREFF: Prüfungen Befundungsmonitore
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Klinik überlegt man, die vierteljährlichen Konstanzprüfungen an unseren PACS Befundungs Monitoren durch die IT-Abteilung selbst vorzunehmen. Hierzu hätte ich drei Fragen: 1.) Welche Voraussetzungen / Ausbildung sind hier nötig, um dies von einem IT Mitarbeiter durchführen zu lassen? 2.) Wo kann man solche Kurse am besten machen? 3.) Wie sieht es außerdem mit den Abnahmeprüfungen aus, wenn man die Rechner z.B. von WinXP auf Win7 updatet. Muss da eine Abnahmeprüfung stattinden und wenn ja, darf man die dann selbst durchführen wenn man die nötigen Kenntnisse / Ausbildung hat? Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort. mit freundlichen Grüßen Martin Schaufler


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Schaufler, zu Ihren 3 Fragen: 1) Ich gehe mal davon aus, dass die genannte IT-Abteilung zu Ihrer Klinik gehört, also die dort tätigen Personen Mitarbeiter/innen der Klinik sind. Für diese würde der Tatbestand der geschäftsmäßig durchzuführenden Prüfung (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV) nicht zutreffen, und diese Tätigkeit müsste daher nicht bei der zuständigen Behörde angezeigt werden. Daher ist auch keine Fachkunde im Strahlenschutz für die diese Tätigkeit ausführenden Personen im Sinne der ´Fachkunde-Richtlinie Technik RöV´ (FK-Gruppe 6) erforderlich. Entscheidend ist dann nur, dass für diese Personen eine (wie auch immer erworbene) ausreichende Qualifikation gegeben ist, die Konstanzprüfung an BWS durchführen zu können. 2) Der Besuch eines ´offiziellen´ Strahlenschutzkurses ist daher nicht notwendig. 3) Was das Update der Software betrifft, so sollten Sie einen Blick in die DIN 6868-157 (´AP und KP von Bildwiedergabesystemen´) werfen, und zwar in das Kapitel 11 (´Wesentliche Änderungen am BWS´), speziell in den Abschnitt a). Ich erkenne dort nicht, dass der Anwender das nicht selbst durchführen darf. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Becher schrieb am 09.04.2015 - 12:33 Uhr:
Frage:2417 BETREFF: Quallifikationsvoraussetzungen für Strahlenschutzkurse
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Klinik arbeitet im Steri eine Mitarbeiterin als Sterilgutassistentin in leitender Funktion. Diese Assistentin hat als Basisberuf keine medizinische Ausbildung, Sie ist gelernte Diplom Leder Technikerin. Besteht dennoch für Sie die Möglichkeit eine Quallifikation zu erlangen, die es Ihr ermöglicht einen C-Bogen bei Schmerzmittelinfiltrationen zu bedienen? Nach §24 RöV scheint dieses nicht möglich zu sein.b Herzlichen Dank! M.Becher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Becher, im Grundsatz teilen wir Ihre Auffassung, dass der § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV für eine Person mit der hier von Ihnen beschriebenen Ausbildung diese Tätigkeit nicht zulässt. Die einzige Möglichkeit, die theoretisch besteht, wäre eine Ausnahme durch die zuständige Behörde. Diese kann nach § 33 Abs. 6 RöV im Einzelfall gestatten, dass man von bestimmten Vorschriften der RöV abgeweicht, wenn z.B. die Sicherheit der Tätigkeit durch diese Abweichung nicht beeinträchtigt wird. Auch in Bezug auf die Regelungen des o. g. § 24 RöV könnte eine solche Abweichung gestattet werden. Allerdings müsste man einen entsprechenden Antrag wirklich gut begründen (z.B. durch besonders erworbene Qualifikation der betroffenen Person). Da ein derartiger Vorgang immer eine behördliche Entscheidung im Einzelfall ist, rate ich, mit der zuständigen Landesbehörde Kontakt aufzunehmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Jochen Bauer schrieb am 08.04.2015 - 17:03 Uhr:
Frage:2416 BETREFF: Kurs Teleradiologie?
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wie ist Absatz 3 der Ziff. 6.2.2 der Fachkunde-Richtline von 2012 hinsichtlich der Anforderungen an den Arzt am Ort der teleradiologischen Untersuchung zu interpretieren: ´Der Arzt am Untersuchungsort hat die erfolgreiche Teilnahme an einem von der zuständigen Stelle anerkannten Kurs nach Anlage 7.2 nachzuweisen.´ Frage 1: Braucht ein Arzt ohne Fachkunde, aber mit Kenntnissen im Strahlenschutz zusätzlich zur 14-tägigen Einweisung noch einen 8-stündigen Kurs Teleradiologie nach Anlage 7.2? Frage 2: Sind die Form und Mindestinhalte der teleradiologischen Einweisung für fachkundige Ärzte (siehe RL 6.2.2.Abs. 4) in irgendeiner Form definiert? Frage 3: Wie soll eine 14-tägige praktische Einweisung in die Teleradiologie im Klinikalltag umzusetzen sein? Diese Regelung erscheint weder von den Radiologen noch von den einzuweisenden Ärzten in der Praxis leistbar zu sein.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Bauer, hier die Beantwortung Ihrer 3 Fragen, zu der ich auch einen Experten im Strahlenschutzrecht hinzugezogen habe: Zur Frage 1: Der Arzt vor Ort braucht nach § 3 Abs. 4 Nr. 3 RöV die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz. Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, dass für diese Tätigkeit ein Nachweis des Kenntniserwerbs i.S. der Anlage 7.2 der ´Fachkunde-Richtlinie Med RöV´ erforderlich ist. Die Inhalte der Kenntnisse nach den Anlagen 7.1 und 7.2 der RL unterscheiden sich. In der Anlage 7.1 geht es um grundsätzliche Themen und um Standardanwendungen. Die Anlage 7.2 hat als Schwerpunkt den Bereich Teleradiologie, also eine Anwendung außerhalb des sogenannten Facharztstandards. Dies gilt natürlich auch für den praktischen Kenntniserwerb, der ja nur einen Überblick über die Verfahren geben kann. Auch hier steht die Teleradiologie bei der Anlage 7.2 im Mittelpunkt. Sollte es anerkannte Kombinationskurse geben, die sowohl die Kenntnisse nach Anlage 7.1 als auch nach Anlage 7.2 vermitteln, dann ist eine (zeitliche) Erleichterung vorstellbar.Zur Frage 2: Die ´Fachkunde-Richtlinie Med RöV´ erkennt sinnvollerweise unter der Nummer 6.2.2 an, dass Ärzte mit ´Teilgebietsfachkunde´ schon über viel Erfahrung verfügen (z.B. aus der absolvierten Sachkundezeit). Diese Ärzte brauchen keine zusätzlichen Kenntnisse nach Anlage 7.2 nachzuweisen. Hier reicht die vorhandene Fachkundebescheinigung als entsprechender Nachweis. Auch für die notwendigen praktischen Erfahrungen in der Teleradiologie sind für diesen Personenkreis explizit keine zwei Wochen vorgeschrieben. Auch gibt es keine festgelegten Inhalte für den Erwerb der notwendigen praktischen Erfahrungen. Hier muss der ausbildende Teleradiologe oder der fachkundige Strahlenschutzbeauftragte entscheiden, wann das notwendige praktische Wissen vorhanden ist und dies mit einem entsprechenden formlosen Zeugnis dokumentieren. Zur Frage 3: Die festgelegten zwei Wochen entstammen den praktischen Erfahrungen der an der Erarbeitung des Regelwerks beteiligten Fachärzte. Es ist sicherlich nicht gemeint, dass diese praktischen Erfahrungen ´permanent´ erworben werden müssen. Allerdings muss in den zwei Wochen bei den Untersuchungen, die durchgeführt werden und bei denen man teleradiologische Aspekte berücksichtigen kann, diese auch entsprechend erörtert werden. Nach Ablauf von zwei Wochen muss dann der ausbildende Kollege entscheiden, ob die notwendigen praktischen Erfahrungen nun tatsächlich vorhanden sind. Die Zeit von zwei Wochen dient hier auch dazu, unerfahrenen Kollegen die Möglichkeit zu geben, bestimmte Untersuchungen, die auch teleradiologisch möglich sind, mehrfach zu begleiten und Fachfragen auch noch ein paar Tage später zu diskutieren. Sofern im konkreten Einzelfall Abweichungen oder Veränderungen erforderlich sind, rate ich, mit der örtlich zuständigen Behörde oder Stelle Kontakt aufzunehmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Bettina Lang schrieb am 08.04.2015 - 16:20 Uhr:
Frage:2415 BETREFF: Auszubildende im Kontrollbereich
Guten Tag, in unserem Krankenhaus sollen Krankenpflegeschüler zu Ausbildungszwecken bei Bronchoskopien mit Durchleuchtung oder ERCP dabei sein. Der gesamte Einsatz dauert evtl. nur 4 Wochen. Müssen für diese Schüler Personendosimeter beschafft werden und müssen diese einem ermächtigten Arzt vorgestellt werden?Wie verhalten wir uns da rechtlich korrekt? Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Lang, an Personen, die sich aus beruflichen Gründen (dazu gehört auch die Ausbildung) im Kontrollbereich aufhalten, muss die Körperdosis ermittelt werden (§ 35 Abs. 1 Satz 1 RöV). Von gewissen Ausnahmen abgesehen (siehe § 35 Abs. 1 Satz 2 RöV), die man für Schüler, also für junge Leute, nicht anwenden sollte, muss die Körperdosis mittels Personendosimetern ermittelt werden (§ 35 Abs. 4 Nr. 1 RöV). Da dieser Einsatz ca. 4 Wochen dauern wird, bietet es sich an, die Dosimeter bei der für Ihr Haus zuständigen Messstelle zu besorgen, so dass sie von Anfang bis Ende dieser Zeitdauer getragen und danach ausgewertet werden können. Sollten diese Schüler unter 18 Jahre alt sein, beträgt der Grenzwert für die effektive Dosis 1 mSv im Kalenderjahr (§ 31a Abs. 3 RöV). Ich denke nicht, dass für diese Krankenpflegeschüler im Rahmen dieser Ausbildung eine effektive Dosis von mehr als 6 mSv im Kalenderjahr erreicht werden kann, so dass sie dann nicht beruflich strahlenexponiert nach Kategorie A wären (siehe § 31 RöV) und eine Vorstellung bei einem ermächtigten Arzt nicht erforderlich sein würde (siehe § 37 Abs. 1 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rita W. schrieb am 05.04.2015 - 19:50 Uhr:
Frage:2414 BETREFF: Strahlenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen Unser Röntgenraum ist vor einigen Wochen in einen anderen Raum umgezogen. Aus Gründen von Platzmangel verlasse ich jetzt zum Auslösen der Strahlung den Röntgenraum nicht mehr sondern befinde mich in einer Nische mit Glasscheibe im Raum. Diese Glasnische umgibt mich aber nicht komplett und bei Stativaufnahmen stehe ich fast frei im Raum, quetsche mich in diese Ecke und kann mir unmöglich vorstellen hier keine Streustrahlung mehr abzubekommen. Obwohl ich hoffe, dass dies durch eine Teilabnahmeprüfung im Vorfeld ausgeschlossen worden ist, kann ich trotzdem ein zusätzliches nichtamtliches Dosimeter verlangen um die mögliche Strahlenbelastung zu überprüfen? Zudem ist es seit dem Umzug nicht mehr möglich richtig Einzublenden da keine ausreichende Verdunklungsmöglichkeit des Raumes vorliegt und ich das Lichtvisier nicht erkennen kann. Unterliegt dies nicht auch einer Teilabnahmeprüfung?


1. Antwort: Hallo Rita, der Umzug einer stationären Röntgeneinrichtung in einen anderen Raum muss auf jeden Fall bei der zuständigen Behörde angezeigt (§ 4 Abs. 5 RöV) und im Rahmen dieser eine Sachverständigenprüfung durchgeführt werden. Der Prüfbericht und die Bescheinigung des Sachverständigen (siehe § 4 Abs. 2 Nr. 1 RöV) muss dann an die Behörde übersandt werden. Ein wichtiger Punkt besonders beim Ortswechsel einer stationären Röntgeneinrichtung ist die Überprüfung des baulichen Strahlenschutzes durch den Sachverständigen (unter anderem durch Ortsdosis/leistungsmessungen der Streustrahlenumgebung). Dabei ist natürlich auch die ausreichende Abschirmung des Ortes zu verifizieren, von dem aus die Strahlung ausgelöst wird, in Ihrem Fall also auch die ausreichende Abschirmung und Nutzungsmöglichkeit der sog. Glasnische. Sollte dies alles strahlenschutzmäßig in Ordnung sein, dann dürfte dort kein Kontrollbereich festgestellt werden und es wären auch keine Personendosimeter erforderlich. Auch die ausreichende Erkennbarkeit des Lichtvisierfeldes muss durch den Sachverständigen überprüft werden, und wenn diese Erkennbarkeit mangelhaft sein sollte, hätte der Sachverständigen das in seinem Bericht kritisieren müssen. Nun hoffe ich, dass diese Sachverständigenprüfung ordnungsgemäß durchgeführt worden ist und Sie die Möglichkeit haben, nach Rücksprache mit dem für Sie zuständigen Strahlenschutzbeauftragten (SSB) einen Einblick in diesen Bericht zu bekommen. Sie müssen also in jedem Fall bezüglich Ihrer Befürchtungen den SSB ansprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Boris Rus schrieb am 04.04.2015 - 15:49 Uhr:
Frage:2413 BETREFF: Traumazentrum
Sehr geehrter Herr Professor, unsere Klinik soll als Traumazentrum zertifiziert werden. Im Schockraum ist nur ein einfacher mobiler C-Bogen (für Stellungs.-Gipskontrollen etc.) ohne Befundungsmonitore. 1.Darf mit diesem C Bogen die Lunge und das Becken geröntgt werden bevor der Pat ins CT geschoben wird? 2. Muss ein Radiologe vor Ort sein (Hausdienst oder Rufbereitschaft) oder dürfen Polytraumen via teleradiologisch befundet werden. Die Datenübertragung bzw Leitungen müssen sicher bestimmte Vorraussetzungen erfüllen ( Schnelligkeit etc.) Herzlichen Dank Boris Rus


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rus, hier zusammengefasst Antworten zu Ihren Fragen, die ich von einer ärztlichen Stelle erhalten habe: 1) Ein C-Bogengerät ist zur primären Röntgenaufnahmediagnostik nicht geeignet. 2) Ein CT-fachkundiger Arzt muss vor Ort sein oder es liegt eine nach § 3 Abs. 4 RöV genehmigte Teleradiologie vor. Dazu müssen unter anderem die Voraussetzungen der Kenntnisse/Fachkunden der vor Ort Tätigen erfüllt sein (siehe § 3 Abs. 4 Nrn. 2 und 3 und RöV). Auch ein Polytrauma kann per Teleradiologie befundet werden. Der hierbei zu erwartende maximale Bilddatensatz muss in einer bestimmten Zeit übertragen werden können. Siehe hierzu die Vorgaben der diesbezüglichen DIN 6868-159 (´Sicherung der Bildqualität in röntgendiagnostischen Betrieben - Teil 159: Abnahme- und Konstanzprüfungen in der Teleradiologie nach RöV´). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Simon Eckelmeier schrieb am 02.04.2015 - 10:07 Uhr:
Frage:2412 BETREFF: Strahlenschutzkurz Auffrischung R6.1
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, wissen Sie ob im 1. Halbjahr 2015 noch irgendwo ein Auffrischungskurs für die Fachgruppe R6.1 Strahlenschutz angeboten wird? MfG Simon Eckelmeier


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Eckelmeier, Sie werden verstehen, dass ich im Forum RöV diese Auskunft nicht geben kann. Ich kenne die Termine der verschiedenen Kursanbieter bundesweit auch nicht vollständig und kann daher zwangsläufig hier nur eine Auswahl nennen. Haben Sie mal diesbezüglich ins Internet geschaut? Ich schicke Ihnen eine Mail. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kolb Rudolf schrieb am 01.04.2015 - 16:55 Uhr:
Frage:2411 BETREFF: Frage 2402
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, Bildwiedergabesysteme im Dentalbereich haben doch mit der Röntgenanlage an sich nichts zu tun. Das Bildwiedergabesystem greift auf ein Datenarchiv zu (welches von der Röntgenanlage mit Bildern gefüllt wird) und ist doch unabhängig von der Röntgenanlage zu betrachten. Bei einer Abnahme- oder Teilabnahmeprüfung muss doch lediglich sichergestellt sein, dass vor der Inbetriebnahme ein geprüftes Bildwiedergabesystem vorhanden ist. mfG Kolb


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, hier nochmals unsere Meinung zu dieser Problematik, die doch ein wenig im Gegensatz zu der Ihrigen steht. Aber wir befinden uns ja in einem Forum! Zu einer Röntgeneinrichtung gehören neben dem Teil, der zum Zwecke der Erzeugung von Röntgenstrahlung betrieben wird, auch Anwendungsgeräte, Zusatzgeräte und Zubehör, die erforderliche Software und die Vorrichtungen zur medizinischen Befundung. Dies ist nachzulesen in den Begriffsbestimmungen (§ 2 Nr. 14). Damit dürfte geklärt sein, dass Bildwiedergabegeräte/systeme, die zur medizinischen Befundung (wozu natürlich auch die zahnmedizinische gehört) genutzt werden, ein Teil der Röntgeneinrichtung sind. Wenn das BWG/BWS nicht Teil der Röntgeneinrichtung wäre, wie man aus Ihrem Beitrag ggf. ableiten könnte, dann wäre überhaupt keine AP oder KP erforderlich, denn der § 16 RöV bezieht sich auf Röntgeneinrichtungen zur Untersuchung von Menschen. Da der § 16 RöV bei diesen Röntgeneinrichtungen (wozu das BWG/BWS gehört) zu beachten ist, dann ist auch die Regelung, dass bei einer Änderung auch die Auswirkungen der Änderung zu beachten sind, anzuwenden. Dieses ist aber nur möglich, wenn alle Schnittstellen mit betrachtet werden können. Darüber hinaus verlangt die RöV den Nachweis, dass der Stand der Technik eingehalten wird. Dieser Nachweis ist aber dann nicht mehr zu führen, wenn man sogenannte Vorratsprüfungen zulassen würde. Das Scenario könnte z. B. so ablaufen: Heute wird eine Komponente beschafft, es folgt ein Teil einer AP, dann lagert man diese Komponente ein. Später, wenn ein Teil an der Einrichtung defekt ist, nutzt man dann die bis dahin eingelagerte Komponente mit dem Hinweis, dass eine aktuelle AP nicht notwendig sei, da eine solche ja – mindestens teilweise - bereits vor längerer Zeit durchgeführt worden wäre. Dass sich in dieser Zeit der Stand der Technik und das Regelwerk geändert haben könnten, würde keinerlei Berücksichtigung finden. Diese theoretische Möglichkeit scheidet nach unserer Meinung aus, da die RöV nach einer Änderung die AP fordert und diese Änderung ist dann gegeben, wenn die neue Komponente mit den vorhandenen Teilen der Röntgeneinrichtung zusammen genutzt wird. Die vorhandene Übergangsfrist von 6 Monaten zur Anwendung neuer Normen ist nur geschaffen worden, um den Herstellern und Lieferanten einen angemessenen Zeitraum für die Umrüstung ihres Prüfequipments einzuräumen. Ich glaube, die verschiedenen Aspekte dieser problematischen Situation sind hier ausgiebig diskutiert worden. Ich kann mir vorstellen, dass darüber anderswo (z.B. im AK RöV) auch nochmal diskutiert und ein Beschluss formuliert werden wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Alexander Wolge schrieb am 01.04.2015 - 09:02 Uhr:
Frage:2410 BETREFF: DIN6868-150
Sehr geehrte Herren, ich habe eine Frage zur Abnahmeprüfung nach der o.g. Norm. Der Teil 150 umfasst ja seit letztem Jahr die Abnahme von Bildempfänger und Strahlenerzeuger. Muss denn jetzt, falls nur der Bildempfänger ausgetauscht wird, auch eine neue Strahlerabnahme erfolgen? Oft sind es ja unterschiedliche Hersteller für Erzeuger und Entwickler. Die ´alte´ Abnahme des Strahlers verliert ja durch einen neuen/anderen Entwickler nicht die Gültigkeit, oder? Vielen Dank im voraus.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wolge, im Zusammenhang mit der Frage nach Abnahme- bzw. Teilabnahmeprüfungen bei Änderungen an der Röntgeneinrichtung (z.B. Strahler- oder Bildempfängertausch) schaut man am besten zunächst einmal in die Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL), dort in die Anlage II (Tab. II.1). Die SV-RL können Sie hier im Forum RöV unter www.forum-roev.de einsehen, indem Sie auf der Startseite den Link ´7. Richtlinien ...´ aufsuchen. In der sich öffnenden Tabelle finden Sie ´25.08.2011 - konsolidierte Fassung der SV-RL...´. Dort in der Tab. II.1 mit den Überschriften ´Art der Änderung, Teil-/Abnahmeprüfung, Parameter der Teil ..., Sachverständigenprüfung ...´ ist alles zusammengestellt, was bei entsprechenden Änderungen an Röntgeneinrichtungen zu beachten ist, u.a. was den Strahlertausch und den Tausch von Bildempfängern betrifft (lf. Nrn. 6, 9, 12 und 13). Wenn z.B. der Bildempfänger austauscht wird, ist es nicht zwingend erforderlich, dass auch der ´alte´ Rö-Strahler wieder abnahmegeprüft werden muss. Entscheidend ist die Spalte ´Parameter der Teil...´ in der Tab. II.1! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Klaus Götze schrieb am 31.03.2015 - 20:08 Uhr:
Frage:2409 BETREFF: Leuchtdichteabfall von Monitoren
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen ich habe vergeblich im Internet Informationen gesucht, aus denen sich der zeitliche Verlauf der maximalen Leuchtdichte über die Nutzungsstunden/ Nutzungsjahre ablesen lässt. Im Klartext : Durch welche Daten wird die Forderung nach halbjährlicher bzw. jährlicher Messung der Leuchtdichte gestützt ? Können Sie mir Quellen nennen ? Für den zahnärztlichen Bereich, der diese Messungen in Fremdleistung machen lassen wird, schafft das erhebliche Probleme.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Götze, ich habe bei einer Expertin auf diesem Gebiet nachgefragt und hier ist ihre Meinung dazu: ´Für den zahnmedizinischen Bereich ist eine jährliche Konstanzprüfung gefordert. Neben visuellen Prüfungen (DIN 6868-157, Tabelle 6) ist die messtechnische Prüfung der Minimalleuchtdichte und Maximalleuchtdichte durchzuführen (DIN 6868-157, Tabelle 7). Die DIN 6868-157 formuliert folgende Anforderungen an die Maximalleuchtdichte: 1) Bei einer Abweichung der Messwerte um mehr als 20 % von den Bezugswerten aus der Abnahmeprüfung wird empfohlen, Maßnahmen zu ergreifen, die weitere Abweichungen verhindern (DIN 6868-157, 10.). 2) Bei Abweichungen der Messwerte um mehr als 30 % von den Bezugswerten aus der Abnahmeprüfung oder Nichteinhaltung des Grenzwertes muss eine Fehlerbehebung vorgenommen werden (DIN 6868-157,10.). 3) Außerhalb der Zahnmedizin sind auch die Anforderungen an die sogenannte DICOM-Kurve (GSDF) mit niedrigeren Toleranzbereichen zu beachten (siehe Tabelle 7 mit Verweis zu Tabelle 4 und Beispiel Anhang C.2) und die Konstanzprüfung ist halbjährlich durchzuführen. Unabhängig von den Toleranzen sind aber Mindestanforderungen (Tabelle 1 und Tabelle 4) zu beachten.´ Jetzt noch eine Anmerkung von mir: Leider kann ich nicht mit konkreten Daten dienen, mit denen man die halbjährlichen bzw. jährlichen Messungen der Leuchtdichte quantitativ begründen kann. Es liegen eben nur Erfahrungen vor, dass die Leuchtdichten im Verlaufe der Nutzungszeiten nicht konstant bleiben, was Anlass genug war, diese hier diskutierten Prüfungen in diese Norm mit aufzunehmen. Aber wie gesagt, konkrete quantitative Werte liegen uns nicht vor. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sören Ehlers schrieb am 31.03.2015 - 13:56 Uhr:
Frage:2408 BETREFF: Kontrollbereich C-Bogen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, zunächst vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage zur DIN 6868-157. Ich freue mich, wenn Sie mir zudem zwei Fragen zum Strahlenschutz bei C-Bögen beantworten können: 1. Wird der Kontrollbereich nur Aufgrund des Bildempfängerdurchmessers festgelegt oder spielt hierbei auch der Anwendungszweck (Streustrahlung bei unterschiedlich dicken Objekten) eine Rolle? 2. Ist bei Personen die sich im Rahmen einer kurzen Demonstration (Messung von Streustrahlung bei unterschiedlich dicken Objekten) im Kontrollbereich befinden eine Personendosismessung mit amtl. Dosimetern notwendig, oder genügen hier elektronische Dosimeter?. Nochmals vielen Dank für Ihre Antworten. Sören Ehlers


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Ehlers, zu den beiden Fragen: 1) Sicherlich hat die Dicke des Objekts einen Einfluss auf die Streustrahlenintensität (´je dicker um so mehr´), aber bei der Messung der Streustrahlenumgebung bei Durchleuchtungsgeräten benutzt der Sachverständige in der Regel die Prüfkörper (Absorber, Phantome) nach DIN 6815 (Wasserphantom oder PMMA-Phantom). Damit erreicht man in etwa den Mittelwert aus den üblicherweise von den Patienten ´angebotenen´ Objektdicken. 2) Normalerweise benutzt man amtliche Dosimeter für die Personendosimetrie in Kontrollbereichen (§ 35 Abs. 4 RöV). Bei kleinen Dosiswerten (z.B. für die effektive Dosis nicht höher als 1 mSv/a) kann die zuständigen Behörde Ausnahmen zulassen (siehe § 35 Abs. 1 Satz 2 RöV). Also stellen Sie bitte Ihre Frage 2 an die für Sie zuständige atomrechtliche Behörde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  S. Ehlers schrieb am 31.03.2015 - 12:05 Uhr:
Frage:2407 BETREFF: DIN 6868-157 - Raumklassen und Zuordnung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in der neuen DIn 6868-157 sind zwar Raumklassen definiert, es findet jedoch (im Vergleich zum Normenentwurf)keine Zuordnung zu Modalitäten statt. In welche Raumklasse würden Sie ein CT einordnen - ist Raumklasse 2 ´geeignet´ oder kann auch Raumklasse 3 Anwendung finden? Vielen Dank und freundliche Grüße, S. Ehlers


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Ehlers, ich beantworte mal Ihre Frage so, wie Sie diese formuliert haben: ´In welche Raumklasse würden Sie ein CT einordnen?´ Also wie würde ich (Ewen) diese Einordnung vornehmen? Antwort: Wenn die CT-Bilder in einem speziellen Befundungsraum befundet werden, dann RK1. Sollte dies im Untersuchungsraum mit sofortiger Befundung geschehen, dann RK2. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jan Zwingenberger schrieb am 31.03.2015 - 11:06 Uhr:
Frage:2406 BETREFF: baulicher Strahlenschutz beim Betrieb von Röntgen C-Bogen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, der Hersteller eines C-Bogen gibt den Kontrollbereich mit Radius 2,5m an. Wenn der OP-Raum 5,5m x 5,5m gross ist und der C-Bogen im Zentrum steht, kann man dann u.U. auf zusätzlichen baulichen Strahlenschutz verzichten, wenn in den Nachbarräumen keine Dauer-Arbeitsplätze sind ? Der OP-Raum existiert bereits, ein Umbau wäre sehr aufwändig. Die OP-Wände sind Leichtbauwände mit Bleigleichwert=0 nach einer Seite, nach den anderen Seiten ca. 24cm Ziegelmauerwerk. GGf. könnte man im OP auch zusätzliche mobile Strahlenschutz-Trennwände aufstellen. Vielen Dank für Ihre Stellungnahme. Mit freundlichen Grüssen Jan Zwingenberger


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Zwingenberger, zunächst einmal rein formal: Antworten auf Fragen im Forum RöV, wie z.B. diese hier, besitzen natürlich keinen gutachterlichen Charakter, der von einer zuständigen Behörde als solcher offiziell anerkannt werden kann. Deshalb empfehle ich, diese von Ihnen geschilderte Fragestellung mit einem behördlich bestimmten Sachverständigen zu besprechen, und zwar möglichst mit demjenigen, der hinterher auch vor Ort die Prüfung durchführen wird. Meine Kommentare: 1) Die Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL; s. Internet)), nach der ein Sachverständiger eine Röntgeneinrichtung überprüft, legt im Berichtsmuster 2.2.4 (mobile C-Bogengeräte) folgende Kontrollbereichsgrenzen fest (Radius): 3 m für Bildempfänger-Nennwertdurchmesser bei Vollfeld <= 25 cm und 4 m bei Bildempfänger-Nennwertdurchmesser bei Vollfeld > 25 cm. Das ist nicht identisch mit den Angaben, die Ihnen der Hersteller genannt hat. Dieser Unterschied sollte zumindest abgeklärt bzw. begründet werden. 2) Über die Wandstärken von 24 cm Ziegel müssen wir nicht mehr reden. Die sind für den Betrieb eines C-Bogengerätes in der von Ihnen genannten Raumgeometrie ´dicke´ ausreichend. 3) Etwas Sorge könnte die Wand mit dem Bleigleichwert 0 mm bereiten. Dabei kommt es sehr darauf an, was unter ´keine Dauer-Arbeitsplätze´ verstanden wird. Nehmen wir für den betreffenden Ort einen Grenzwert (effektive Dosis) von 1 mSv/a und einen sog. Aufenthaltsfaktor nach DIN 6812 von 0,1 an, dann müsste dort de facto eine Dosis von 1/0,1 = 10 mSv/a eingehalten werden. Das Einhalten dieser Dosis könnte an dem besagten Ort ohne zusätzliche Wandabschirmungen (knapp) möglich sein. Die letzte Entscheidung darüber muss aber der Sachverständige bei seiner Prüfung treffen (Ortsdoisleistungsmessung, Festlegung von Einschaltzeit und Aufenthaltsfaktor, ggf. Nutzung mobiler Strahlenschutzwände). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Chris Decker schrieb am 30.03.2015 - 13:50 Uhr:
Frage:2405 BETREFF: Röntgen von Kindern
Vielen dank für die schnelle Antwort. Gruß Familie Decker


1. Antwort: ... gern geschehen und alles Gute für den Sohn! K. Ewen



  Chris Decker schrieb am 27.03.2015 - 15:44 Uhr:
Frage:2404 BETREFF: Röntgen von Kindern
Hallo. Ich habe ein kleines Planungs- bzw. Vorbereitungsproblem. Bei unserem Sohn(6) wird demnächst ein Kotrastmittelröntgen der Harnblase durchgeführt, mit Katheter usw. Daher folgende Frage: Werden Kinder heutzutage dafür in Narkose versetzt oder müssen sie es ´so´ ertragen? Es wäre gut zu wissen, worauf ich ihn seelisch vorbereiten muss. Danke im Voraus Gruß Familie C.Decker


1. Antwort: Diese Frage wurde doppelt gestellt. Antwort: siehe Frage mit der Nr. 2403. K. Ewen



  Chris Decker schrieb am 27.03.2015 - 15:43 Uhr:
Frage:2403 BETREFF: Röntgen von Kindern
Hallo. Ich habe ein kleines Planungs- bzw. Vorbereitungsproblem. Bei unserem Sohn(6) wird demnächst ein Kotrastmittelröntgen der Harnblase durchgeführt, mit Katheter usw. Daher folgende Frage: Werden Kinder heutzutage dafür in Narkose versetzt oder müssen sie es ´so´ ertragen? Es wäre gut zu wissen, worauf ich ihn seelisch vorbereiten muss. Danke im Voraus Gruß Familie C.Decker


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Decker, bei Röntgenuntersuchungen der Harnblase mit Kontrastmitteln an männlichen Kindern erfolgt in der Regel eine Sedierung. Diese Maßnahme führt zu einer Beruhigung des Patienten (lat.: sedare = beruhigen) und damit zu einem vollkommen erträglichen Ablauf dieser Untersuchung. Eine Narkose ist nicht üblich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rudolf Kolb schrieb am 27.03.2015 - 14:09 Uhr:
Frage:2402 BETREFF: Monitorabnahmeprüfung im Dentalbereich
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, lt. Änderung der QS RL dürfen Bildwiedergabesysteme die vor dem 01.05.15 in Berieb genommen werden und nach den bisherigen Vorgaben (DIN 6868-57 und QS-RL) abgenommen sind bis 2025 weiterbetrieben werden. Erforderliche Teil- und Abnahmeprüfungen dürfen weiterhin (bis 2025) nach DIN 6868-57 bzw. QS-RL durchgeführt werden. Jetzt möchten verschiedene Zahnärzte (die im Moment noch nicht digital Arbeiten) noch vor dem 01.05. Monitore abnehmen lassen, um die Vorgaben der neuen DIN /z.B. erhöhter Aufwand für die Konstanzprüfung) bis 2025 zu umgehen. Auf diesen Monitoren wird dann ein Testbild aufgespielt und die Abnahmeprüfung durchgeführt. Eine entsprechende Software zum Befunden von Patientenaufnahmen fehlt. Wie sehen Sie die Sache? Ist diese Vorgehensweise legitim? Was spricht gegen diese Vorgehensweise? mfG


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, wir haben mit der Antwort auf Ihre Frage etwas ausgeholt, und zwar weil auch Personen das Forum RöV verfolgen, die nicht so ganz tief in der Materie stecken wie das sicherlich bei Ihnen der Fall ist. Hier unsere Meinung zu dieser rechtlich wirklich interessanten Situation: Der § 16 Abs. 2 RöV schreibt vor, dass vor Inbetriebnahme einer Röntgendiagnostikeinrichtung eine Abnahmeprüfung durch den Hersteller oder Lieferanten erfolgen muss. Nach jeder Änderung, die die Bildqualität oder die Höhe der Strahlenexposition beeinflussen kann, ist ebenfalls eine Abnahmeprüfung durch den Hersteller oder Lieferanten durchzuführen, die sich allerdings auf die Änderung und deren Auswirkungen beschränken kann. Diese Prüfung muss auch vom Hersteller oder Lieferanten durchgeführt werden. Nur wenn die Abnahmeprüfung durch diesen nicht mehr möglich ist, darf ein anderes Unternehmen die Abnahmeprüfung durchführen, das dann aber die Bedingungen des § 6 Abs. 1 Nr. 1 RöV erfüllen muss. Bei neu gekauften Bildwiedergabesystemen (BWS) lässt sich nach unserer Auffassung nicht begründen, warum nicht der Hersteller oder Lieferant die Abnahmeprüfung durchführt (den gibt es ja noch). Ein Abweichen von dieser Regelung ist nur zulässig, wenn die zuständige Behörde dies nach § 33 Abs. 6 RöV im Einzelfall gestattet. In der Konsequenz bedeuten die Regelungen der RöV, dass bei Röntgeneinrichtungen, die in Betrieb genommen werden (Definition Betrieb einer Röntgeneinrichtung: § 2 Nr. 3 RöV), vor Inbetriebnahme eine Abnahmeprüfung der gesamten Röntgeneinrichtung erfolgen muss (siehe § 16 Abs. 2 Satz 1 RöV: ´... Röntgeneinrichtungen ... ´). Bei Änderungen muss nach erfolgter Änderung und vor der (Wieder-)Anwendung am Menschen die Abnahmeprüfung (´Teilabnahmeprüfung´) erfolgen. Dabei ist auch die Auswirkung der Änderung auf den Rest der Röntgeneinrichtung zu betrachten. Ggf. ist in diesem Zusammenhang sogar eine Änderungsgenehmigung oder eine Änderungsanzeige erforderlich. Nur so sind auch die ´Übergangsregelungen´ zur QS-RL zu verstehen. Hiernach darf bei einer Inbetriebnahme oder einer Änderung vor dem 1. Mai 2015 die Abnahmeprüfung bzw. Teilabnahmeprüfung noch nach der DIN V 6868-57 (Humanmedizin) bzw. nach Anhang C.1.1 der QS-RL (Zahnmedizin) erfolgen. Dabei sind immer auch die Auswirkungen auf einen schon vorhandenen Teil der Röntgeneinrichtung zu betrachten. Eine ´Vorratsprüfung´ allein des BWS (welches dann ggf. später eingebaut wird) ist schon aus diesem Grund nicht möglich. Würde man ein BWS jetzt einer Abnahmeprüfung nach C.1.1 der QS-RL unterziehen und es nach dem 1. Mai 2015 an die vorhandene Röntgeneinrichtung anbauen, dann müsste die (Teil-)Abnahmeprüfung anschließend durch den Hersteller oder Lieferanten nach der dann anzuwendenden Norm noch einmal durchgeführt, um auch die Auswirkungen der Änderungen festzustellen. Erst danach dürfte die Anwendung am Menschen erfolgen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wolfgang bachert schrieb am 26.03.2015 - 10:37 Uhr:
Frage:2401 BETREFF: Frage 2397
Hallo Herr Prof. Ewen, ´ich wollte mal ganz vorsichtig und höflichst´ anfragen, ob es (noch) eine Antwort zur Frage gibt ? Herzliche Grüße Wolfgang Bachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, in habe Sie nicht vergessen. Aber ich wollte vor der Veröffentlichung meiner Antwort auf Ihre Frage noch einen Experten auf dem Gebiet des Fachkundeerwerbs kontaktieren. Dieser ist aber erst in der nächsten Woche aus dem Urlaub zurück. Also bitte noch ein wenig Geduld. Viele Grüße K. Ewen



  Lutz, Volker schrieb am 25.03.2015 - 10:53 Uhr:
Frage:2400 BETREFF: digitale Signatur der rechtfertigende Indikation
Sehr geehrte Herr Prof. Ewen, vielen Dank für die prompte Antwort, somit ist unsere Unsicherhait ausgeräumt. Mit freundlichen Grüßen, V. Lutz


1. Antwort: ... immer zu Diensten! Gruß K. Ewen



  Awe Holger schrieb am 24.03.2015 - 15:41 Uhr:
Frage:2399 BETREFF: Baulicher Strahlenschutz mobiles Röntgengerät
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, welchen baulichen Strahlenschutz muss eine Zwischenwand besitzen, wenn in zwei benachbarten Zimmern die Patienten quasi Kopf gegenüber Kopf liegen (wenige 1,5m, Zwischenwand Gips) und mit einem mobilen Aufnahmegerät geröntgt wird. Im Musterprüfbericht 2.2.1 habe ich sogar gefunden, dass die bautechnischen Strahlenschutzvorkehrungen mit ´entfallen´ durch den Sachverständigen angekreuzt werden können!? Wenn ein 2. Patient im Zimmer liegt, dann wird darauf geachtet, dass entweder die 1,5m eingehalten werden oder man Abschirmungen erhält, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man im Nachbarzimmer nachschaut, ob da auch ein Patient liegt ... oder ist es vernachlässigbar, wenn man annimmt, dass die Köpfe jeweils 50cm entfernt voneinander liegen und die Gipswand zusätzlich abschirmt? Besten Dank und viele Grüße


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Awe, die Abschirmung von medizinisch genutzten Röntgeneinrichtungen wird üblicherweise nach der DIN 6812 berechnet. In die Berechnung gehen als wesentliche Parameter Röhrenspannung, Einschaltzeit bzw. Betriebsbelastung (in mA min/Woche), Abstand zwischen Strahlenquelle und zu schützendem Ort und der dort geltende Grenzwert (mSv pro Jahr oder pro Woche) ein. Bei mobilen Röntgendiagnostikgeräten ist normalerweise die Einschaltzeit bzw. Betriebsbelastung nicht so hoch anzusetzen wie bei stationären Einrichtungen, so dass es durchaus sein kann, dass in bestimmten Einzelfällen (ausreichend große Abstände zu den Aufenthaltsplätzen von Personen) auf eine bauliche Abschirmung verzichtet werden kann. Wenn wir für den von Ihnen geschilderten Fall mal eine Abschirmung zwischen diesen beiden Räumen abschätzen wollen, dann gehe ich mal von folgenden Parametern aus: Röhrenspannung: 90 kV, Betriebsbelastung: 1/6 des Wertes bei stationären Geräten, also sagen wir: 70 mA min/Woche, Abstand Patient zu Patient in den beiden Räumen (´von Mitte zur Mitte´): 2 m, Grenzwert: 1 mSv/a (= 0,02 mSv/Woche). dann sollte die Wand, so sie aus Gips besteht, etwa 10 cm dick sein (10 cm Gips entspricht in etwa 0,4 mm Blei). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Lutz, Volker schrieb am 24.03.2015 - 14:56 Uhr:
Frage:2398 BETREFF: digitale Signatur der rechtfertigende Indikation
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen,in unserem Krankenhaus möchten wir die Rö-Anforderung durch einen fachkundigen Arzt digital ausführen und archivieren.Es besteht die Unsicherheit ob eine qualifizierte Signatur im elektronischen System notwendig ist, oder ob eine einfache Signatur mit Zeitstempel ausreicht. Für Ihre möchte ich mich im Voraus bedanken, mit freundlichen Grüßen. V. Lutz


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Lutz, wenn ich in Ihrem Text den Begriff ´Röntgenanforderung´ durch ´Stellung der rechtfertigenden Indikation´ ersetze - und ich denke, das ist so gemeint -, sucht man in der RöV vergeblich eine Vorschrift, die explizit verlangt, dass der die rechtfertigende Indikation stellende, entsprechend fachkundige Arzt diesen Vorgang mit seiner Unterschrift (Signatur) belegen muss. Sein Name muss bekannt sein und aufgezeichnet werden, damit man bei eventuell später sich ergebenden Rückfragen weiß, wer die rechtfertigende Indikation gestellt hat. Vielleicht ist mit dieser Antwort die von Ihnen erwähnte Unsicherheit ausgeräumt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Wolfgang Bachert schrieb am 23.03.2015 - 15:37 Uhr:
Frage:2397 BETREFF: Stellung der rechtfertigenden Indikation
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, darf ein Anästhesist, der die Fachkunde für den Bereich ´Notfalldiagnostik - Rö2´ erworben hat, die Indikation für chir. und int. Patienten im Bereitschaftsdienst (Notfalldienst) stellen ? Wie sieht es aus, wenn er nur die ´Rö4 - Röntgendiagnostik in einem sonstigen begrenzten Anwendungsbereich, z.B. einfache intraoperative Röntgendiagnostik, Thoraxdiagnostik auf der Intensivstation´ ? Darf die (Vor-) Befundung unabhängig vom Indikationsstellenden erfolgen - z.B. nachts durch den Ass.-Arzt (Innere oder Chirurgie) jeweils ohne komplette Fachkunde und am nächsten Morgen qualifiziert durch einen facharzt der jeweiligen Disziplin ? Vielen Dank für ihre Bemühungen im Voraus Wolfgang Bachert


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, sorry, hat etwas länger gedauert. Aber jetzt: Ein Arzt (Anästhesist, Chirurg, Internist oder ...), der über die Fachkunde im Strahlenschutz Rö2 (Notfalldiagnostik bei Erwachsenen und Kindern - Röntgendiagnostik ohne CT im Rahmen der Erstversorgung) verfügt, darf die rechtfertigende Indikation zur Strahlenanwendung in den Fällen der Erstversorgung stellen. Dabei ist es unerheblich, ob dies im Bereitschaftsdienst oder in den normalen Dienstzeiten erfolgt. Ärzte, die nicht über Fachkunde im Strahlenschutz verfügen, dürfen diese rechtfertigende Indikation zur Strahlenanwendung nicht stellen. Sie dürfen aber die medizinische Indikation stellen, d.h. eine Abklärung beauftragen. Die Entscheidung, ob diese Abklärung dann mittels ionisierender Strahlung erfolgt, bleibt dem fachkundigen Arzt vorbehalten. Dabei regeln die entsprechenden Teilgebietsfachkunden den zulässigen Anwendungsbereich, d.h. Rö2 für Notfalldiagnostik nur im Rahmen der Erstversorgung ohne CT, Rö3.1 für Skelett, Rö5.1 für CT-Untersuchungen. Die Fachkundegruppe Rö4 ermöglicht es, für ganz bestimmte eingeschränkte Untersuchungfelder in recht kurzer Zeit die notwendige Fachkunde zu erwerben. Mit einer solchen eingeschränkten Fachkunde darf man aber im beschriebenen Bereich sowohl die rechtfertigende Indikation stellen als auch befunden und die Röntgenuntersuchung technisch durchführen. Eine Befundung ohne Fachkunde im Strahlenschutz oder mit einer Fachkunde für ein anderes Teilgebiet ist unserer Meinung nach rechtlich nur zulässig, wenn der Arzt mindestens über bescheinigte Kenntnisse im Strahlenschutz verfügt und die ständige Aufsicht durch einen entsprechend fachkundigen Kollegen gewährleistet ist. Das bedeutet, dass Ihre Konstruktion, Vorbefundung durch einen nicht fachkundigen Arzt im Nachtdienst und qualifizierte Nachbefundung am nächsten Morgen, wenn der fachkundige Kollege wieder anwesend ist, ausscheidet, da in diesem Fall die ständige Aufsicht nicht sichergestellt werden kann (vergl. § 24 Abs. 1 Nr. 3 RöV). Ein erläuternder Hinweis hierzu: Befundung ist ein Teil der Anwendung nach § 2 Nr. 1 a) der RöV und für die Anwendung gilt der vg. § 24 Abs. 1 RöV. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Guggenbichler schrieb am 23.03.2015 - 10:15 Uhr:
Frage:2396 BETREFF: Din 6868-157
Guten Morgen Herr Ewen, von einem namhaften Hersteller von Monitoren wurde mir mitgeteilt, dass selbst ein Monitor der die Kriterien für die Befundung erfüllen würde, hierfür nicht verwendet werden darf wenn dieser vom Hersteller nicht als Befundungsmonitor und somit ´zweckbestimmt´ ausgewiesen wurde. mfg Michael Guggenbichler


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Guggenbichler, die Aussage des Herstellers ist dann richtig, wenn er, gebunden an die Zweckbestimmung beispielsweise ´Monitor für die Befundung in der Röntgendiagnostik´, die Verantwortung für diese Art Nutzung übernehmen muss. Bei einem Monitor, der seitens des Herstellers nicht diese oder eine ähnlich lautende Zweckbestimmung aufweist, aber sonst alle Kriterien für eine Nutzung als Befundungsmonitor erfüllt (z.B. Bestehen der Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157) wird der Hersteller diese Verantwortung nicht übernehmen (können). Diese würde dann auf den Anwender übergehen und dort auch verbleiben, falls bei Nutzung des betreffenden Monitors für die Befundung in der Röntgendiagnostik eventuell (strahlenschutz)technische Problemfälle auftreten würden. Diese hier geäußerte Meinung resultiert unter anderem aus einer Interpretation vor allem des § 2 Abs. 5 MPBetreibV seitens eines Experten für Medizinprodukterecht. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  I. Maria Schäfer schrieb am 18.03.2015 - 10:35 Uhr:
Frage:2395 BETREFF: Tätigkeiten von MTRA Schülern
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, ist es zulässig, dass MTRA Schüler alleine auf der Intensivstation röntgen dürfen? MfG Inge Schäfer


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schäfer, diese Personengruppe fällt unter die Bestimmungen des § 24 Abs. 2 (´technische Durchführung´), dort unter die lf. Nr. 2 (´in der beruflichen Ausbildung befindlich´). Die Tätigkeit ist für diese Personen zulässig, wenn Kenntnisse im Strahlenschutz vorliegen und wenn eine ständige Aufsicht und Verantwortung eines im Strahlenschutz entsprechend fachkundigen Arztes gegeben ist. Diese ´ständige Aufsicht ... ´ ist es, die oft zu Diskussionen führt, in denen auch das Wort ´alleine´ vorkommen kann. Der Rechtsbegriff ´ständige Aufsicht ... ´ wird nach meiner Auffassung richtig interpretiert, wenn man unterstellt, dass dieser Arzt sich in der Abteilung aufhält (muss nicht unbedingt direkt am Untersuchungsort sein) und bei einem Problem schnell eingreifen kann. In diesem Sinne muss man den Zustand ´alleine´ ablehnen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Prof. Dr. R. Köster schrieb am 16.03.2015 - 19:01 Uhr:
Frage:2394 BETREFF: Hodenschutz bei CT-Untersuchungen
Lieber Herr Ewen, in den Leitlinien zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik wird unter den aufnahmetechn. Qualitätsanforderungen bei Hüftgelenk u. OS und Becken explizit: Strahlenschutz Hodenkapsel gefordert. In den Leitlinien zur Qualitätssicherung in der CT findet sich keine explizite diesbezügliche Forderung für Untersuchungen des Abdomens und Beckens. Und auch sonst finde ich keine diesbezügliche Forderung in der Literatur, was ich umso erstaunlicher finde, als ja die Hodenkapsel eine Strahlenreduktion bis zu 95 % bringt! Ist dies mit § 25 Abs. 1 RöV abgedeckt? Braucht es auch nicht explizit in den geforderten Arbeitsanweisungen für MTRA´s aufgeführt sein? Herzliche Grüße, R. Köster


1. Antwort: Lieber Herr Köster, in der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie (SV-RL) zur RöV, nach der die Sachverständigen Röntgeneinrichtungen vor Inbetriebnahme und dann alle 5 Jahre Überprüfen müssen, gibt es eine Anlage III, in der die Patientenschutzmittel für die Röntgendiagnostik zusammengestellt sind, die der Sachverständige auch abfragen wird. Die SV-RL wird zurzeit gerade novelliert und in der neuen Fassung wird das Vorhandensein des ´Hodenschutzes´ für folgende Untersuchungen gefordert: LWS, Wirbelsäulenganzaufnahme, Becken- u. Sacrumaufn., Kolon- u. Rectumuntersuchung, Dünndarmuntersuchung, urologische Röntgenuntersuchungen, Gefäße, Abdomen, Gallenwege, Pankreas, Ösophagus, Magen, Duodenum, Angiographie, Untersuchungen am Herzen, Thoraxaufnahme, Schulter, Arme, Klavikula, Rippen, Sternum, Füße, Hand, CT, Zahnheilkunde, Pädiatrie. Sie sehen, wir haben schon eine lange Liste aufgeführt. Ob der Hodenschutz auch überall genutzt wird, ist eine andere Sache. Darauf haben wir als externe Strahlenschützer keinen großen Einfluss. Sicherlich wäre in dieser Hinsicht eine kleine ´Arbeitsanweisung´ an das Assistenzpersonal ganz nützlich. Der § 25 Abs. 1 RöV ist formalrechtlich natürlich sinnvoll, geht aber, vollkommen normal für Verordnungstexte, nicht in die Details. Viele Grüße K. Ewen



  K. Müller schrieb am 13.03.2015 - 08:41 Uhr:
Frage:2393 BETREFF: Konstanzprüfungen an Röntgengeräten
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserem Haus existieren eine ganze Reihe von Röntgengeräten (C-Bogen, Mammografiegerät, CT, Durchleuchtung etc.) in verschiedenen Abteilungen. Derzeit werden die Konstanzprüfungen von einem MPE mit Fachkunde nach RöV durchgeführt. In Zukunft soll dies aber von einem Mitarbeiter der Medizintechnik erledigt werden, wobei der MPE weiterhin im Unternehmen beschäftigt wäre. Da dies natürlich auch die selbstständige Bedienung der Geräte erfordert daher meine Frage: Werden Kenntnisse mit entsprechenden Kenntniskursen nach Fachkunde-Richtlinie Medizin benötigt, und ist dann ein Arbeiten nur unter Aufsicht eines fachkundigen Arztes oder MPE möglich? Wie wäre in diesem Fall die Aufsicht bzw. ständige Aufsicht definiert? Oder benötigt der Medizintechniker eine Fachkunde R6.2 nach Fachkunde-Richtlinie Technik? Wo findet man die entsprechende Regelung? Mit freundlichen Grüßen, K. Müller


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Müller, ich kann aus dem Text nicht ganz genau erkennen, ob der MPE und dieser ´Mitarbeiter der Medizintechnik´ in Ihrem Haus beschäftigt sind oder einem externen ´Unternehmen´ angehören, das im Auftrag Ihres Hauses dort die Konstanzprüfung durchführt. Im ersteren Fall muss für den betreffenden Mitarbeiter keine explizite Fachkunde im Strahlenschutz vorliegen. Entscheidend wäre nur, der Mitarbeiter ist so geschult, dass er in qualifizierter Weise die Konstanzprüfungen durchführen kann. Im letzteren Fall müsste dieses Unternehmen, das Konstanzprüfungen (KP) geschäftlich anbietet und abwickelt, diese Tätigkeit nach § 6 RöV bei der zuständigen Behörde anzeigen und für diejenige Person, welche dort die Leitung der gesamten Tätigkeiten innehat, die Fachkunde im Stahlenschutz nach FK-Gruppe 6.1 und für Personen, die zur Durchführung der KP ´vor Ort´ tätig sind, die Fachkunde nach FK-Gruppe 6.2 nachweisen. Kenntniskurse werden in diesem Zusammenhang nicht angeboten und sind auch nicht erforderlich. Bei der Durchführung der KP wird Röntgenstrahlung ja auf völlig andere Weise angewendet als in der Röntgendiagnostik, so dass der vor Ort fachkundige Arzt hier keine Aufsichtspflicht vornehmen muss und kann. Wo findet man entsprechende Regelungen? In entsprechenden Stellen der RöV und in der von Ihnen genannten FK-Richtlinie Medizin RöV. Daneben empfiehlt es sich grundsätzlich immer, bei Fragen Kontakt mit der zuständigen Behörde aufzunehmen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Siemens schrieb am 09.03.2015 - 21:37 Uhr:
Frage:2392 BETREFF: Betriebsärztliche Untersuchung
Hallo , ich arbeite im Op und bin täglich den Röntgenstrahlung ausgesetzt. Ist es irgendwo festgelegt wie oft man eine betrieblich ärztliche Untersuchung durchlaufen muss? Aus einem anderen Haus ist mir bekannt dass der Op-Personal jährlich untersucht wird. Ich bedanke mich im Voraus . Hochachtungsvoll E.Siemens


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Siemens, wenn Sie viel im OP mit Röntgenstrahlung zu tun haben (wahrscheinlich arbeiten Sie an einem sog. mobilen C-Bogengerät), dann sollte Sie der für Sie zuständige Strahlenschutzbeauftragte in die Klasse der beruflich Strahlenexponierten der Kategorie A einteilen (siehe § 31 Nr. 1 RöV). Dann müsste er Sie nach § 37 Abs. 1 RöV einmal im Jahr zu einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung bei einem ermächtigten Arzt schicken. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Siemens schrieb am 09.03.2015 - 21:36 Uhr:
Frage:2391 BETREFF: Betriebsärztliche Untersuchung
Hallo , ich arbeite im Op und bin täglich den Röntgenstrahlung ausgesetzt. Ist es irgendwo festgelegt wie oft man eine betrieblich ärztliche Untersuchung durchlaufen muss? Aus einem anderen Haus ist mir bekannt dass der Op-Personal jährlich untersucht wird. Ich bedanke mich im Voraus . Hochachtungsvoll E.Siemens


1. Antwort: Frage wurde zweimal gestellt. Antwort siehe Fragen-Nr. 2392. K. Ewen



  Beate Korus schrieb am 06.03.2015 - 21:19 Uhr:
Frage:2390 BETREFF: Röntgengerätegenehmigung
Sehr geehrte Professor Even, Ich habe eine Frage ob das Vorgehen des Regierungspräsidium Darmstadt in meinem Fall nachvollziehbar ist und ob ich es so annehmen muss oder brauche ich einen anwaltlichen Beistand und mit welchen Bußgeldern ist da zu rechnen? Ich bin seit ca. 6 Jahren Juniorpartnerin in einer zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis. Die Praxis verfügt über Röntgeneinrichtung Heliodent MD und Orthophos. Die Geräte waren bis zum meinen Eintritt in der Praxis auf meine Kollegin angemeldet und genehmigt und auch regulär nach der Röntgenverordnung geprüft. Am 12.04.2011 wurde die erste TÜV Prüfung durch einen Sachverständigen der TÜV Hessen durchgeführt innerhalb der Gemeinschaftspraxis. In fast zwei Jahren nach der Prüfung ( am 21.01.2013 wurde ich von Regierungspräsidium Darmstadt Abteilung Arbeitsschutz und Umweltschutz angeschrieben, dass der Sachverständigenprüfbericht MEINER Röntgeneinrichtung Orthophos und Heliodent bei Regierungspräsidium eingegangen ist. Mit der Information: ´Damit Sie Röntgenanlagen in Betrieb nehmen dürfen, ist die Inbetriebnahme mindestens 2 Wochen vor Inbetriebnahme hier anzuzeigen bzw. die Genehmigung zu beantragen´ Die Information erreicht mich nach zwei Jahren nach der Prüfung. Mit der Information kommen alle Formblätter und Hinweise welche Unterlagen erforderlich sind um Antrag auf Genehmigung des Betriebes der Röntgeneinrichtung erforderlich sind. Die erforderlichen Unterlagen waren bei mir vorhanden und ich konnte sie unverzüglich der Sachbearbeiterin des Regierungspräsidiums einreichen. Die Sachbearbeiterin hat mich drauf angewiesen dass falls ich die angeforderten Unterlagen bis zum genannten Termin nicht vorlege ist das Schreiben als Anhörung i.S.v.&28 Hessisches Verwaltungsverfahrensgesetz zu betrachten. Das eine eventuelle Anordnung wäre kostenpflichtig für mich. Ich habe die Unterlagen vollständig eingereicht damit konnte die Anmeldung und Genehmigung erfolgen was ich im telefonischem Gespräch mit der Sachbearbeiterin bestätigt bekommen habe . In 2 Jahren am 4.03.2013 erhalte ich eine Anhörung in Ordnungswidrigkeitenverfahren. Betreiben der Röntgeneinrichtung ohne Genehmigung in der Zeit von 12.04.2011 bis 28.03.2013. Das ist der Zeitraum zwischen der TÜV Prüfung und erfolgte Anmeldung. Ich weiß Unwissen schützt nicht vor Strafen so viel Lebenserfahrung hab ich schon. Ich muss aber trotzdem Fragen warum kann nach paar Jahren so eine unerwartete Anschuldigung bekommen? Anmeldung meinerseits war jede Zeit möglich weil es an keinen Unterlagen fehlte . Ich wurde nicht darüber Informiert auch nicht von der Landeszahnärztekammer dass wäre doch sofort möglich für die Zahnärzte entsprechende Anmeldung Vorzunehmen wenn wir von der Kammer bei der Bildung eine GP entsprechende Anmeldungsformulare bekommen hätten. Auch in der Aktualisierung der Fachkunde was wir zusammen mit meiner Gemeinschaftspraxiskollegin vor 4 Jahren besucht haben wurde so eine wichtige Information uns nicht vermittelt. Vielen Dank im Voraus.Mit freundlichen Grüßen.Beate Korus


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Korus, bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir hier im Forum RöV keine Rechtsberatung in Einzelfällen geben dürfen und können. Insoweit können wir Ihnen wirklich nur raten, das Gespräch mit der zuständigen Behörde zu suchen und im Bedarfsfall eine Rechtsberatung durch einen Rechtsanwalt einzuholen. Wir können an dieser Stelle nur über bekannte Erfordernisse und Erfahrungen berichten. Wie man aus den Vorschriften des § 3 RöV erkennen kann, macht die Röntgenverordnung die Inbetriebnahme einer Röntgeneinrichtung von einer personengebundenen Konzession abhängig, d.h. wer eine Röntgeneinrichtung betreibt oder deren Betrieb wesentlich verändert, bedarf der Genehmigung. Vergleichbares gilt für den anzeigebedürftigen Betrieb einer Röntgeneinrichtung (§ 4 RöV). Die Genehmigung hat der Strahlenschutzverantwortliche (Betreiber) vor der Inbetriebnahme oder vor der Inbetriebnahme nach einer wesentlichen Änderung zu beantragen bzw. dort, wo der anzeigebedürftige Betrieb nach § 4 RöV in Betracht kommt, mit einem Vorlauf von zwei Wochen anzuzeigen. Der Prüfbericht eines Sachverständigen ersetzt diesen Genehmigungsantrag oder die notwendige Anzeige nicht. Dies ist auch nachvollziehbar, da es nicht sichergestellt ist, dass der Prüfbericht eines Sachverständigen der zuständigen Genehmigungsbehörde überhaupt zugeht und diese dann daraus die möglichen Schlüsse ziehen kann. Auch gibt es verständlicherweise nirgendwo die Verpflichtung, dass einem Strahlenschutzverantwortlichen (Betreiber) seine Pflichten von der Behörde aufgezeigt werden müssen. Mit einer solchen Verpflichtung kämen Behörden in eine Garantenstellung, der sie nicht gerecht werden könnten. Vielmehr ist es im Strahlenschutzrecht so, dass es fachkundige Personen gibt und dass diese fachkundigen Personen durch ihre Aus- und Fortbildung im Strahlenschutz auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb von Röntgeneinrichtungen kennen müssen. Ob in dem von Ihnen beschriebenen Fall ein Bußgeld möglich ist, kann natürlich von hier aus auch nicht beurteilt werden. Auch hier kann es wieder nur eine grundsätzliche Antwort geben. Die RöV legt in § 44 Nr. 1a fest, dass derjenige, der vorsätzlich oder fahrlässig ohne Genehmigung nach § 3 Abs. 1 RöV eine Röntgeneinrichtung betreibt oder deren Betrieb verändert, ordnungswidrig handelt. Da der anzeigebedürftige Betrieb einer Röntgeneinrichtung nach § 4 RöV nur eine Ausnahme von der Genehmigungspflicht nach § 3 Abs. 1 RöV darstellt, ist es aus unserer Sicht wahrscheinlich, dass bei nicht fristgemäß erstatteter Anzeige eine Genehmigung erforderlich gewesen wäre und der Betrieb der Röntgeneinrichtung ohne diese Genehmigung die Ordnungswidrigkeit darstellt. Ob hier mögliche Verjährungsfristen zum Tragen kommen, entzieht sich unseren Kenntnissen. Frau Korus, an dieser Stelle will ich nochmals darauf hinweisen, dass diese Beschreibung die Auffassung der Bearbeiter des Forums RöV darstellt und keinerlei rechtliche Relevanz hat oder als Gutachten angesehen werden kann. Die rechtliche Klärung in den Einzelfällen ist nur mit den zuständigen Behörden u.U. unter Einschaltung der Rechtswege möglich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jörn Bartelheimer schrieb am 05.03.2015 - 08:23 Uhr:
Frage:2389 BETREFF: DIN 6868-157
Sehr geehrter Prof. Ewen, unser Aufgabenfeld ist der Vertrieb und Service von gebrauchten mobilen C-Bögen.Bezgl ihrer Antwort an Dr. Seyfarths Anliegen habe ich folgende Frage in Bezug auf die DIN 6868-157 : 1. Wie verhält es sich mit schon in den Verkehr gebrachten C- Bogensystemen ? 2. Was ist mit der Sachverständigenprüfung bei Ortsveränderung ? 3. Was passiert bei der 5 Jahresprüfung Die Thematik der neuen DIN hat sowohl hinsichtlich des Verkaufes durch Händler, als auch für den Kunden ( in der Mehrzahl Praxen, aber mittlerweile auch immer mehr Kliniken ) enorme Konsequenzen. Wir bekommen als Händler etliche Anfragen nach gebrauchten Systemen. Wenn ich die neue Norm nun richtig interpretiere ist der Gebrauchtmarkt praktisch, Stand jetzt, nicht mehr seriös zu bedienen. Vielen Dank im voraus und mit freundlichen Grüssen Jörn Bartelheimer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bartelheimer, zur Frage 1): Für mobile C-Bogengeräte, die vor dem 01 Mai 2015 erstmalig in Betrieb genommen wurden und an denen keine Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157 erfolgte, dürfen erforderliche Abnahme- oder Teilabnahmeprüfungen nach DIN V 6868-57 durchgeführt werden. Es sind die Testbilder nach dieser Norm einzuspeisen und darzustellen. Bei der Prüfung sind die Raumklassen und Tätigkeitsarten nach DIN 6868-157 zu Grunde zu legen. Anforderungen an das Bildwiedergabegerät: Kontrastverhältnis ≥ 40, Leuchtdichte ≥ 120 cd/m2. Zur Frage 2): Die zweite Frage ist leider etwas unspezifisch. Unter der Voraussetzung, dass eine Abnahmeprüfung nach DIN V 6868-57 oder DIN 6868-157 durchgeführt wurde, ist keine Sachverständigenprüfung erforderlich, wenn sich Raumklasse und Tätigkeitsart nicht geändert haben. Sonst siehe das Procedere nach Antwort zur Frage 1. Zu Frage 3): Der Sachverständige prüft im Rahmen der wiederkehrenden Prüfung den aktuellen Stand der Technik ab. Wenn das mobile C-Bogengerät die Möglichkeit bietet, Testbilder nach DIN V 6868-57 einzuspeisen, wird geprüft, ob der Stand der Technik eingehalten wird. Bei mobilen C-Bogengeräten, bei denen die Einspeisung von Testbildern nicht möglich ist, erfolgt die Prüfung mittels Durchleuchtung eines Prüfkörpers. Diese Variante ist aber nur bis 30.06.2018 möglich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kai-J. Seyfarth schrieb am 04.03.2015 - 17:32 Uhr:
Frage:2388 BETREFF: Neue DIN 6868-157
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Chirurgischen Praxis hat der BV leider seinen Betrieb eingestellt. Nun steht die Anschaffung eines neuen (gebrauchten) Gerätes an. Im Mai 2015 steht die DIN 6868-157 an. Nach div. Gesprächen mit Sachverständigen soll nächstes Jahr dort auch eine neue Handlungsanweisung in Kraft treten. Können Sie mir eine Empfehlung hinsichtlich eines auch in Zukunft noch zugelassenen Gerätes geben? Flachbildschirm o. Röhrenmonitor ? Was tun ? Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank, Dr. Kai-J. Seyfarth


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Seyfarth, grundsätzlich gilt die DIN 6868-157 nicht für Bildwiedergabegeräte, die auf der Basis von Kathodenstrahlröhren (CRTs) arbeiten (siehe ´Anwendungsbereich´ der Norm). Da Sie die mögliche Anschaffung eines gebrauchten C-Bogengerätes angesprochen haben: In der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) ist nachträglich folgender Passus eingeführt worden: ´Bei C-Bögen, die nicht die Möglichkeit zur Einspeisung digitaler Testbilder haben, darf eine ... Abnahmeprüfung sowie die Konstanzprüfung nach der jeweiligen Gerätenorm durchgeführt werden.´ Das wäre die DIN 6868-150 für die Abnahme- und die DIN 6868-4 für die Konstanzprüfung. Die DIN 6868-157 wäre nicht im Spiel. Diese Regelung gilt aber nur für Systeme, die bis zum 30.6.2018 betrieben werden. Deshalb besser eine neues C-Bogengerät anschaffen und die Prüfung des Bildwiedergabesystems nach DIN 6868-157 durchführen. Von einer angeblich im nächsten Jahr in Kraft tretenden neunen Handlungsanweisung habe ich bisher nichts gehört. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Prof. Saleh schrieb am 04.03.2015 - 13:55 Uhr:
Frage:2387 BETREFF: Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, eine Ärztin war 12 Jahre im Erziehungsurlaub und hat ihre Fachkunde 14 Jahre lang nicht aktualisiert. Die Landesärztekammer Bayern hat mir zu meiner großen Überraschung auf Anfrage mitgeteilt, dass ein erneuter Aktualisierungskurs ausreicht, um die Fachkunde wieder gültig zu machen. Ich dachte immer, wer die Aktualisierung verpasst (es hieß immer: auch nur um einen Tag) muß zurück auf Start, von vorn anfangen und die Fachkunde neu erwerben. Offensichtlich ist das, zumindest in Bayern, anders und die Legende diente nur dazu, die Fachkundebesitzer zu disziplinieren? Vielen Dank für eine kurze Bestätigung. Herzliche Grüße Andreas Saleh


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Prof. Saleh, das von Ihnen beschriebene Beispiel zeigt, dass die Fragen zur Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz nicht pauschal beantwortet werden können. Der von Ihnen geschilderten Fall ist nach unserer Auffassung wie folgt zu bewerten: Die genannte Ärztin hat ihre Fachkunde im Strahlenschutz nach Ihren Angaben seit 14 Jahren nicht aktualisiert. Daraus folgt, dass die Fachkunde im Strahlenschutz vor dem 1. Juli 2002 erworben wurde. Die erste Aktualisierung hätte somit nach den Übergangsvorschriften des § 45 Abs. 6 der RöV bis zum 1. Juli 2007 erfolgen müssen. Nur wenn dieser Termin eingehalten worden wäre, hätte die vor dem 1. Juli 2002 erworbene Fachkunde im Strahlenschutz fortgelten können. Nach unserer Auffassung, die auch von den zuständigen Bundes- und Landesbehörden sowie von Fachgutachtern geteilt wird, hätte die Überschreitung des Aktualisierungstermins 1. Juli 2007 bedeutet, dass die Fachkunde im Strahlenschutz neu erworben werden muss. In NRW gab es z.B. besondere Fachkundelehrgänge zum „Wiedererwerb“ der Fachkunde im Strahlenschutz. Anders stellt sich die Situation dar, wenn die Fachkunde im Strahlenschutz nach dem 1. Juli 2002 erworben wurde oder die erste Aktualisierung fristgemäß erfolgt ist. In diesen Fällen tritt der o.g. Automatismus nicht ein, d.h. bei einer Fristüberschreitung der notwendigen Aktualisierung entscheiden die zuständigen Behörden(z.B. Gewerbeaufsicht) und Stellen (z.B. Ärztekammer) in der Regel im Einzelfall, wie der vorhandene Mangel der Fristüberschreitung behoben werden kann. Hier könnte bei kurzer Fristüberschreitung das Nachholen des Aktualisierungskurses oder ein entsprechender Spezialkurs in Betracht kommen, aber auch ein vorübergehendes Ruhenlassen der Fachkunde oder sogar die Entziehung der Fachkunde im Strahlenschutz sind vorstellbar und bereits praktiziert worden. In Fällen, in denen die Fristüberschreitung nicht mehr als kurz anzusehen ist, kann man nur den Rat erteilen, mit der örtlich zuständigen Behörde Kontakt aufzunehmen. Die meisten Behörden sind nicht kleinlich ... !Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  M. Beecken schrieb am 03.03.2015 - 17:09 Uhr:
Frage:2386 BETREFF: Prüfkörper 3D Konstanzprüfung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, bei der Durchführung der KP von 3D fähigen Anlagen ist bei uns eine gewaltige Diskussion entbrannt. Es ist uns nicht klar welche Prüfkörper für die KP verwendet werden muss. Laut DIN 6868-150 wird ein bestimmter Prüfkörper verlangt. Allerdings auch nur für die AP. Kann oder darf dieser auch für die KP verwendet werden oder bin ich da frei in meiner Entscheidung welchen der zahlreichen am Markt verfügbaren Prüfkörpern ich verwenden darf. Mit freundlichen Grüßen M. Beecken


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Beecken, es ist ratsam, auch die Konstanzprüfung mit dem in DIN 6868-150 beschriebenen Prüfkörper nach den Vorgaben der -150 durchzuführen. Das geht offensichtlich schneller und einfacher als mit anderen Prüfkörpern - so die mir mitgeteilten Erfahrungen aus der ´Szene´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  W.Bachert schrieb am 27.02.2015 - 09:57 Uhr:
Frage:2385 BETREFF: Aufenthalt im Kontrollbereich
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, wir haben in unserer Klinik Schüler zur Ausbildung in der Gesundheits-und Krankenpflege. Im Rahmen ihrer Ausbildung müssen sie auch im OP eingesetzt werden. Was müssen wir beachten,bzw. tun wenn Schüler während einer Durchleuchtung (Chirurgisch oder bei SM-Implantation)im OP Saal anwesend sind ? Besonders, wenn die Schüler noch keine 18 Jahre alt sind ? Mit freundlichen Grüßen W. Bachert Ltd. MTRA


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Bachert, man muss damit rechnen, dass sich dieser Schüler bei Anwesenheit im OP mit eingeschalteter Röntgenstrahlung im Kontrollbereich aufhalten wird. Das darf er auch (siehe § 22 Abs. 1 Nr. 2c RöV). Dazu muss er Personendosimeter (§ 35 Abs. 1 und 4 RöV) und Schutzkleidung (§ 21 Abs. 1 RöV) tragen. Der Dosisgrenzwert z.B. für die effektive Dosis 1 mSv/a darf, falls die Behörde keine höheren Werte zulässt, nicht überschritten werden (§ 31a Abs. 3 RöV). Außerdem muss der Schüler in die Unterweisung nach § 36 RöV mit einbezogen werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Heinrich Merten schrieb am 26.02.2015 - 18:24 Uhr:
Frage:2384 BETREFF: Zeitangabe für die Befundung in der Teleradiologie
Sehr geehrter Damen und Herren, im Kapitel 6.2 ´Durchführung der Qualitätsprüfungen´ der Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL) vom 23. Juni 2014 findet sich der Hnweis: Die Übertragung des größten teleradiologisch verwendeten Bilddatensatzes innerhalb von 15 Minuten impliziert, dass eine Befundung innerhalb von ca. 30 Minuten gewährleistet ist. Frage: Kann dieser Hinweis dahingehend gedeutet werden, dass gemäß der Richtlinie für die Befundung des teleradiologischen Bilddatensatzes 15 Minuten anzusetzen sind und somit zwischen dem Beginn der Bilddatenübertragung und dem Ende der Befundung nur ca. 30 Minuten liegen dürfen? Bitte: Können Sie diesen Hinweis kommentieren. Für die Beantwortung meiner Frage möchte ich Ihnen im Voraus danken. Mit freundlichen Grüßen Heinrich Mertens


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Merten, eine CT-Untersuchung mit modernen Scannern dauert nur maximal einige wenige Minuten. Bei einer Notfalluntersuchung kann der Radiologe nach Durchführung der Untersuchung dann mit der Befundung beginnen. Denn bei Notfalluntersuchungen ist aus naheliegenden Gründen eine zeitnahe Befundung nach geltenden Leitlinien erforderlich. Bei der Teleradiologie kommen noch die Übertragungszeiten hinzu, sodass diese Zeiten von den ca. 30 Minuten bis zur Erstellung des Befundberichts abzuziehen sind. Es gilt der Grundsatz, dass durch die Teleradiologie keine nennenswerte Abstriche in der radiologischen Versorgung erfolgen dürfen, daher diese Reglementierung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sven Rahn schrieb am 17.02.2015 - 09:58 Uhr:
Frage:2383 BETREFF: RöV §16 (2) - Definition Hersteller oder Lieferant in Bezug auf BWS
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, mit der Einführung der neuen DIN 6868-157 und der Ausweitung der Betrachtung der für die Bildqualität maßgeblichen Bestandteile eines Befundarbeitsplatzes, auf das Bildwiedergabesystem, ergibt sich folgende Fragestellung: Wer ist nach §16 (2) RöV alles als Hersteller und Lieferant eines BWS anzusehen und wer explizit nicht? Mich würde Ihre Abgrenzung sehr interessieren, da in der Praxis durchaus auch verschiedene Hersteller oder Lieferanten an einem BWS beteiligt sein können. Mit freundlichen Grüßen Sven Rahn


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rahn, Ihre Anfrage betrifft ein immer schon latent vorhandenes Problem, was zum Teil auch aus dem von Ihnen genannten Grund häufig nicht so ganz sauber und klar gehandhabt worden ist bzw. werden konnte. Und auch jetzt im Rahmen der neuen DIN 6868-157 ist die Vorschrift des § 16 Abs. 2 Satz 1 RöV (´Abnahmeprüfung durch Hersteller oder Lieferant´) nicht optimal umsetzbar. Ich habe unter anderem auch bezüglich Ihrer Forumanfrage diesbezüglich mal in der ´Szene´ nachgefragt. Es gibt folgende ´Formel´, die sich auch aus der neusten Fassung der QS-RL (mit Berücksichtigung eines Rundschreibens an die Länder vom 05.12.2014) ableiten lässt: Man muss folgende Systeme unterscheiden: a) Befundungsmonitore, die unabhängig von der bilderzeugenden Modalität sind, und b) es gibt ortsfeste Aufnahme- und Durchleuchtungseinrichtungen einschließlich des zur Systemkonfiguration gehörenden Befundungsmonitors und mobile C-Bogengeräte. Bei a): Abnahmepüfung durch Hersteller oder Lieferant des Befundungsmonitors, ggf. auch durch den PACS-Hersteller oder -Lieferant. Bei b): Abnahmeprüfung durch den Hersteller/Lieferant der bilderzeugenden Modalität. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Nicole schrieb am 13.02.2015 - 20:49 Uhr:
Frage:2382 BETREFF: Richtlinien zur Wartung Röntgen digital
Hallo, Meine Frage: Digitales Röntgen und C-Bogen in Praxis. gibt es eine gesetzlich vorgeschriebene Wartungspflicht? Muss dies jährlich vorgenommen werden und wer überprüft dies? Ist die Sicherheitstechnische Kontrolle auch jährlich Vorschrift, oder entspricht dies einer Wartung. Mit welcher Konsequenz ist zu rechnen, wenn man nicht regelmäßig wartet. Gruß N.


1. Antwort: Hallo Nicole, eine Wartung wie nach § 66 Abs. 2 StrlSchV z.B. jährlich an einem Elektronenlinearbeschleuniger (Linac) in der Strahlentherapie ist in der RöV nicht vorgeschrieben. Die sicherheitstechnische Prüfung durch einen Sachverständigen, die nach StrlSchV z.B. an einem Linac ebenfalls jährlich gefordert wird (siehe auch § 66 Abs. 2 StrlSchV), muss an medizinisch genutzten Röntgeneinrichtungen nur alle 5 Jahre durchgeführt werden (§ 18 Abs. 1 Nr. 5 RöV) durchgeführt werden. Wird aber eine sog. wesentliche Änderung an einer Röntgeneinrichtung vorgenommen, die Bildqualität und/oder Dosis beeinflussen könnte, kann eine Abnahmeprüfung im Sinne des § 16 Abs. 2 Satz 2 RöV und/oder eine Sachverständigenprüfung (§ 4 Abs. 5 RöV) erforderlich sein (siehe auch Anlage II in der sog. Sachverständigen-Prüfrichtlinie; diese kann man im Internet finden). Sollten derartige Änderungen seitens des Betreibers einer Röntgeneinrichtungen ignoriert werden, könnte es Ärger mit der zuständigen Behörde geben. Zum Schluss: Man sollte bei medizinischen Röntgeneinrichtungen auch an die regelmäßigen Überprüfungen durch die Ärztlichen Stellen nach § 17a RöV denken (ca. alle 2 Jahre). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Patient DG schrieb am 13.02.2015 - 14:05 Uhr:
Frage:2381 BETREFF: Röntgenaufnahme fehlgeschlagen
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, ich weiß nicht ob ich in diesem Forum richtig bin, da es hier scheinbar um Themen zur Röntenverordnung geht. Ich habe als Patient eine konkrete Frage zu einer kürzlich fehlgeschlagenen Röntgenaufnahme (digitales Gerät). Es sollte bei meinem Zahnarzt eine Röntgenaufnahme meines Zahn/Kieferbereichs gemacht werden. Nachdem die Arzthelferin alles eingestellt und den Raum verlassen hatte, ist der Aufnahmebereich des Röntgengeräts (aus meiner Sicht) wahllos angefangen, sich um meinen Kopfbereich zu bewegen und ab und zu auch zu stoppen. Einige Sekunden später kam es zu einem Abbruch (ich weiß jetzt nicht ob von der Arzthelferin oder von der Computersteuerung veranlaßt - auf dem Monitor war glaube ich eine Abbruchmeldung zu erkennen). Die Arzthelferin hat darauf gesagt, dass das gerät manchmals ´spinnt´. Es war aber laut Ihrer Aussage noch keine Röntgenstrahlung aktiv. Beim zweiten Versuch hat sich dann der Aufnahmebereich des Gerätes entlang meines Kiefers bewegt, und eine erfolgreiche Aufnahme erstellt. Ich bin aber bzgl. der fehlgeschlagenen Aufnahme sehr besorgt. Was kann bei einem Fehlverhalten des Geräts schlimmsten falls passieren, wenn die Strahlung dabei aktiv ist. Es entstehen bei einer durchschnittliche Aufnahme zwar nur 0,006 mSv. Was aber, wenn das Gerät an einer bestimmten Stelle hält und diese Dosis genau auf einen konzentrierten Punkt für mehrer Sekunden strahlt. Ich weiß wirklich nicht, was dieses Gerät in diesen paar Sekunden gemacht hat und ob es theoretisch sein kann das ein falsches Programm abgelaufen ist oder es durch eine Fehleinstellung zu einer riskanten Strahlendosis kommen kann? Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar! MFG Patient DG


1. Antwort: Hallo, aus dem, was Sie hier geschildert haben, gehe ich davon aus, dass eine sog. Panoramaschichtaufnahme durchgeführt worden ist. Dabei dreht sich der Röntgenstrahler um den Kopf des Patienten, und während dieses Vorgangs wird Röntgenstrahlung erzeugt, die wegen dieser Drehung den Kopf des Patienten aus unterschiedlichen Winkeln durchstrahlt und dadurch im Rahmen der von dem Zahnarzt gestellten Fragestellung die gewünschte Bildinformation erzeugt. Ich will nicht und kann aus der Entfernung auch nicht die Ursache für diesen offensichtlich mechanischen Zwischenfall bei der Strahlerbewegung erklären. Sie sollten aber wissen, dass Röntgengeräte vor ihrer Inbetriebnahme und regelmäßig alle 5 Jahre von besonders qualifizierten Sachverständigen überprüft werden müssen, die dabei eine umfangreiche Checkliste abzuarbeiten haben. Diese Liste enthält eine Reihe von Vorgaben für die mechanische, elektrische und strahlenschutztechnische Sicherheit von Röntgeneinrichtungen, die in der Zahn-(Medizin) eingesetzt werden und die auch von den Herstellern derartiger Geräte beachtet werden müssen. In der für Panoramaschichtgeräte zuständigen Checkliste gibt es eine Prüfposition, die folgendermaßen lautet: ´Bei umlaufendem Strahler ... Strahlung nur bei Bewegungsablauf oder Abschaltung durch Loslassen des Aufnahmeschalters oder durch Notschalter möglich´. Also gehe ich zunächst einmal davon aus, dass mit großer Wahrscheinlichkeit während der von Ihnen geschilderten Bewegungsunterbrechung die Röntgenstrahlung nicht eingeschaltet war. Seitens der betreffenden Praxis hätte man natürlich abklären lassen müssen, wenn das Gerät manchmal ´spinnt´. Aber das Forum RöV hat keine Sachverständigen- oder Behördenfunktion. Zum Schluss zur Beruhigung: Selbst wenn während des Bewegungsstopps die Strahlung nicht ausgeschaltet worden sein sollte, wäre eine gesundheitlich besorgniserregende Strahlendosis nicht zu erwarten gewesen, denn im Vergleich zu fast allen anderen Röntgendiagnostikgeräten bewegt sich der Dosisbereich bei einem Panoramaschichtgerät am unteren Ende der Expositionsskala. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  S. Hünnebeck schrieb am 13.02.2015 - 12:51 Uhr:
Frage:2380 BETREFF: AC-Gelenk - Panoramaaufnahme
Guten Tag, ich komme aus dem Fachgebiet Orthopädie/Unfallchirurgie. Auf den letzten Kongressen habe ich vernommen, dass aus strahlenschutztechnischen Gründen die Panorama-Aufnahme des AC-Gelenkes bei V.a. ACG-Sprengung obsolet ist. Hierzu finde ich jedoch keinerlei Hinweise in der Literatur. Ist dies eine offizielle Empfehlung? Vielen Dank. Herzliche Grüße, Sophia Hünnebeck


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Hünnebeck, der von mir angesprochene Experte (siehe meine Mail an Sie) hat sich zu Ihrer Frage folgendermaßen geäußert: Die Aussage, dass aus Strahlenschutzgründen keine Panoramaaufnahmen der Schultern mit der Frage nach Schultereckgelenkssprengung gemacht werden sollen, ist auch in einer Veröffentlichung des Thieme Verlags (Orthopädie und Unfallchirurgie up2date, 2012 oder 2014) zu entnehmen. Wie schon bei den Bandläsionen im Sprunggelenk hat sich auch beim Schultereckgelenk die Indikation zur OP geändert, so dass hauptsächlich konservativ behandelt wird (Ausnahme zum Beispiel Sportler, beispielsweise Speerwerfer, oder schwere körperliche Arbeit) Wenn schon bei der klinischen Untersuchung eine gröbere Schultereckgelenkssprengung ausgeschlossen werden kann, besteht keine Indikation zur Anfertigung einer zusätzlichen Panoramaaufnahme. Die Einteilung der Schwere der Verletzung erfolgt nach Rockwood oder Tossy. Wenn der Seitenvergleich dennoch indiziert ist, kann man beide Schultern getrennt unter Belastung röntgen. Hierdurch wird dann die unnötige Exposition von Sternum und Brustwirbelsäule vermieden. Eine Alternative wäre es, eine Panoramaaufnahme unter Ausblockung der vorgenannten anatomischen Strukturen vorzunehmen. In der ´analogen´ Zeit wurde diese Aufnahme mittels einer Spezialkassette (20cmx60cm), die an einer Aufhängevorrichtung vor das Rasterwandstativ befestigt wurde, mit freier Belichtung durchgeführt. In der heute üblichen Digitaltechnik ist ein solches Kassettenformat kaum vorhanden, um beide Schultern gleichzeitig darzustellen, außer bei möglichen Spezialanfertigungen mit Kassetten größer 43 cm. Also dürfte die Durchführung einer derartigen Röntgenuntersuchung schon meistens an den technischen Grundvoraussetzungen scheitern. Mit freundlichen Grüßen K. Ewen



  Michael Krellmann schrieb am 12.02.2015 - 14:05 Uhr:
Frage:2379 BETREFF: Intraoperatives CT
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, mit dem technischen Fortschritt kommen immer neue Herausforderungen auf uns zu. Unsere Neurotraumatologen beabsichtigen, ein intraoperativ zu nutzendes transportables CT-Gerät anzuschaffen,keiner der Chirurgen verfügt aber bisher über die CT-FK im Strahlenschutz , die ja unabdingbar für den Betrieb ist. Zur Erlangung der FK wäre eine 12-monatige Ausbildung am CT unter Leitung eines fachkundigen Arztes erforderlich. Könnte Ihrer Meinung nach eine Röntgenassistentin die Durchführung der intraoperativen CT`s übernehmen, ohne daß der indikationsstellende Chirurg die entsprechende FK besitzt ? Reicht die Anwesenheit eines fachkundigen Radiologen irgendwo im Haus aus , um den Betrieb zu sanktionieren ( ähnlich wie bei Teleradiologie ) ? Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüßen, Michael Krellmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Krellmann, hier meine Antwort, zu deren Formulierung ich auch einen Experten im Strahlenschutzrecht einbezogen habe. Direkt vorweg: Ganz so einfach, wie von Ihnen beschrieben, wird ein solches Verfahren nicht funktionieren. Grundsätzlich benötigt man für die Inbetriebnahme und den laufenden Betrieb eines solchen Computertomographen einen im Strahlenschutz CT-fachkundigen Arzt, der die Aufgaben des Strahlenschutzbeauftragten wahrnimmt. Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, dann muss im Rahmen des täglichen medizinisch-radiologischen Betriebs die rechtfertigende Indikation, welche u.a. die Anwendungsmethode und eine Risikoabwägung beinhaltet, durch einen für CT-Anwendungen fachkundigen Arzt gestellt werden. Dazu muss der fachkundige Arzt – außerhalb der Teleradiologie - die Möglichkeit haben, den Patienten zu sehen, ggf. auch körperlich untersuchen zu können. Diese Forderung gilt auch, wenn es eine Überweisung oder Zuweisung von medizinischen Spezialisten gibt. Nach gestellter rechtfertigender Indikation durch den CT-fachkundigen Arzt (,die zeitnah zu dokumentieren ist,) darf die technische Durchführung durch eine/n MTRA erfolgen, die/der für diese Tätigkeit fachkundig ist, d.h. diese Person muss dabei nicht seitens eines fachkundigen Arztes beaufsichtigt werden. Technisch durchführen dürfen auch medizinische Fachangestellte mit Kenntnissen im Strahlenschutz, die aber „ständig“ von einem fachkundigen Arzt beaufsichtigt werden müssen. An dieser Stelle gibt es ein Problem, das eine pauschale Aussage hier im Forum RöV erschwert, wenn nicht sogar verhindert. Der Begriff ständige Aufsicht ist bisher nicht eindeutig definiert (auch nicht durch Obergerichte). Daher ist es unbedingt erforderlich, mit der örtlich zuständigen Strahlenschutzbehörde die Aufsichtsmöglichkeiten bzw. -modalitäten durch den CT-fachkundigen Arzt zu besprechen. Das gilt im Übrigen auch, wenn die Befundung durch einen Arzt ohne CT-Fachkunde (mit Kenntnissen im Strahlenschutz oder Fachkunde nur für konventionelle Anwendungen) erfolgen soll. Da die Befundung ein Teil der Anwendung ist, dürfen Ärzte ohne die zutreffende Fachkunde dies auch nur unter ständiger Aufsicht eines CT-fachkundigen Kollegen tun. Hier ist ebenso der Zeitraum zur Wahrnehmung der ständigen Aufsicht mit der Behörde zu klären. Problemlos wäre nach unserer Meinung folgende Fallkonstruktion: Der fachkundige Radiologe (vorausgesetzt, er besitzt auch die CT-Fachkunde) stellt die rechtfertigende Indikation auf der Grundlage der Anforderung des Spezialisten (er prüft dabei natürlich, ob er den Patienten sehen muss), die technische Durchführung geschieht durch eine/einen MTRA, die verantwortliche Erstbefundung erfolgt anschließend durch den fachkundigen Radiologen an „irgendeinem“ geeigneten qualitätsgesichertem Bildwiedergabegerät innerhalb des Krankenhauses. Der Befund und die weitere Behandlungsschritte können dann natürlich auch telefonisch oder mit Mail vereinbart werden. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Becher schrieb am 11.02.2015 - 09:23 Uhr:
Frage:2378 BETREFF: Schüler Praktikum in der Radiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, leider kann ich in der Strahlenschutzverordnung keine eindeutige Aussage finden, ob minderjährige Schüler ein Schulpraktikum ( berufsorientiert) in einer Röntgenabteilung absolvieren dürfen bzw. können. Wenn ja, welche Bedingungen, welche Punkte müssen beachtet werden? Vielen Dank im vorraus und mit freundlichen Grüßen Michael Becher


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Becher, Ihre Frage ist mit ´ja´ zu beantworten, und zwar unter folgenden Bedingungen: 1) Rücksprache mit der zuständigen Aufsichtsbehörde zwecks Gestattung einer Erlaubnis durch den Strahlenschutzverantwortlichen oder Strahlenschutzbeauftragten, ´auch anderen Personen den Zutritt zu Strahlenschutzbereichen zu erlauben´ (§ 22 Abs. 1 vorletzter Satz RöV). 2) Einhaltung des Grenzwertes z.B. für die effektive Dosis von 1 mSv/Kalenderjahr für Personen unter 18 Jahren (§ 31a Abs. 3 RöV). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Katja Moch schrieb am 10.02.2015 - 21:49 Uhr:
Frage:2377 BETREFF: MTA-F und Angiographien
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, meine Kolleginnen und ich sind MTA für Funktionsdiagnostik und arbeiten im Rechtsherzkatheterlabor. Seit Ende letzten Jahres werden bei uns Angiographien durchgeführt, bei denen wir dem Arzt assistieren. Unsere Mitarbeiter fragen sich jedoch, ob wir hier anreichen dürfen, oder diese Untersuchungen ausschließlich den Radiologieassistentinnen vorbehalte sind? Einen Kurs zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz haben wir absolviert. Wir hoffen, sie können uns Auskunft geben. Vielen Dank. Mit freundlichem Gruß Katja Moch


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Moch, nach Auffassung der Heilberufskammern (Ärztekammern) ist die erfolgreich absolvierte ´sonstige medizinische Ausbildung´ zur MTA für Funktionsdiagnostik geeignet, um Kenntnisse im Strahlenschutz zu erwerben und im Sinne des § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV tätig zu werden. Ja, sie dürfen also bei Angiographien assistieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Antje Richter schrieb am 10.02.2015 - 20:31 Uhr:
Frage:2376 BETREFF: BWS Teleradiologie
Sehr geehrter Prof.Ewen, darf man in der Teleradiologie einen beliebigen Laptop( welcher die Mindestanforderungen Befundung DIN 6868-157 erfüllt) einsetzen? Wenn ja, wer führt dann die Abnahmeprüfung durch? Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Richter, zunächst ist es grundsätzlich wichtig festzuhalten, dass Teleradiologie genehmigungspflichtig ist (§ 3 Abs. 4 RöV). Im Gegensatz zu Anzeigeverfahren (siehe dort § 4 Abs. 2 Nr. 1d RöV) wird bei Genehmigungsverfahren nicht auf den § 16 Abs. 2 Satz 1 RöV verwiesen, als auch nicht auf die Tatsache, dass Abnahmeprüfungen nur durch den Hersteller oder Lieferanten durchgeführt werden dürfen. Also ist es zunächst einmal offen, wer in dem von Ihnen geschilderten Fall die Abnahmeprüfung durchführt. Nach Rücksprache mit der Genehmigungsbehörde kann dann eine entsprechend qualifizierte Person oder Institution, die nicht Hersteller oder Lieferant des Laptops ist, mit der Abnahmeprüfung betraut werden. Und diese Prüfung kann auch bei einem Laptop erfolgreich verlaufen, wenn dieser die Anforderungen der DIN 6868-157 erfüllt. Allerdings, so die Experten, sollte sich aus bildtechnischen Gründen die Befundung an einem Laptop auf Schnittbilder beschränken. Details zu diesem letzten Satz können Sie vielleicht auch selbst recherchieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Cathrin schrieb am 10.02.2015 - 10:31 Uhr:
Frage:2375 BETREFF: Arzthelferin und Teleradiologie
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, Arzthelferinnen mit Röntgenschein dürfen ja keine CT´s mit Teleradiologie im Bereitschaftsdienst durchführen. Nun steht uns nur eine Handvoll MTRA´s im Rufdienst zur Verfügung, so dass ca. 80% des Monats abgedeckt wäre. Die restlichen 20% sollen weiterhin von den diensthabenden Arzthelferinnen durchgeführt werden. Wie sollen wir uns verhalten, und darf der Arbeitgeber eine solche Anordnung über bestehende Gesetze hinaus, tätigen. Wir sind total verunsichert. Was ist, wenn was passiert? Danke im Voraus. Catherin


1. Antwort: Hallo Cathrin, es ist richtig, dass eine MFA, also auch beispielsweise eine Arzthelferin, im Rahmen der Teleradiologie nicht mit der technischen Durchführung einer Röntgenuntersuchung betraut werden darf, sondern nur eine MTRA (siehe § 3 Abs. 4 Nr. 2 RöV). Die RöV lässt zwar zu (siehe § 33 Abs. 6), dass die zuständige Behörde gestatten kann, von gewissen, in diesem Absatz aufgezählten Regelungen der RöV abweichen zu dürfen, aber der § 3 Abs. 4 ist in dieser Aufzählung nicht enthalten. Fazit: Auch Ihr Arbeitgeber muss einen Verordnungstext (hier denjenigen der RöV) einhalten und darf eine Berufsgruppe, wie die Ihre, im Rahmen der Teleradiologie für die technische Durchführung einer Röntgenuntersuchung nicht einsetzen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jan Hanis schrieb am 09.02.2015 - 14:36 Uhr:
Frage:2374 BETREFF: TG18-Testbilder nach DIN 6868-157 / Konstanzprüfung
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, für die zukünftige Abnahme- und Konstanzprüfung müssen die neuen TG18-Testbilder verwendet werden. Die Bezeichnungen der Testbilder, die wir in unserer Arbeitsgruppe finden konnten, weichen von den in der oben genannten DIN ab. So haben wir hier z.B. in mehreren Herstellersoftware-Programmen ein Testbild ´TG18-QC´ zur Verfügung, in der DIN 6868-157 lautet die Bezeichnung ´TG18-OIQ´. Beide Testbilder sind zwar sehr ähnlich, weisen aber signifikante Unterschiede auf, die uns bezüglich der Verwendbarkeit leicht verunsichert haben. Daher meine Frage: Ist es in der Praxis der Konstanz- und Abnahmeprüfung akzeptabel, auch die ´TG18-QC´-Bilder zu verwenden oder ist dies unzulässig? Falls die Antwort unzulässig lautet, wo können wir die ´originalen´ Testbilder bekommen? Vielen Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüßen, Jan Hanis mts Medizintechnische Gesellschaft Zechenstr. 3a 45768 Marl


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Hanis, ich selbst habe bei der Erstellung der DIN 6868-157 nicht mitgearbeitet, kenne aber Kollegen, die an der Formulierung dieser Norm beteiligt waren. Von dort kommt die dringende Empfehlung, nur die Testbilder zu nutzen, die man beispielsweise über Verfolgung des Weges mit der Einstiegsadresse www.nar.din.de als ´DIN-konform´finden kann. Ich z.B. bin auch über die Eingabe ´Testbilder nach DIN 6868-157´ über Google fündig geworden. Das Argument war, dass auch kleinere Unterschiede zwischen den Testbildern einen Einfluss auf das Bestehen bzw. Nichtbestehen einer Abnahmeprüfung haben könnte. Es wurde außerdem gesagt, dass man bei Nutzung anderer (DIN-konformer) Testbilder diese ggf. an die Matrixgröße anpassen muss, ein Vorgang, den die Hersteller von BWS beherrschen sollten. Zum Schluss muss noch gesagt werden, dass die Frage, ob die Nutzung von Testbildern außerhalb des Dunstkreises der DIN 6868-157 ´zulässig´ sei, mit dem Hinweis beantwortet werden muss, dass eine Norm eine technische Empfehlung ist und kein Verordnungstext. Klar, man kann abweichen, wenn das betreffende Schutzziel auch anderweitig erreicht wird. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Jörg Meyer schrieb am 05.02.2015 - 11:40 Uhr:
Frage:2373 BETREFF: Schwestern und Konstanzprüfung
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, dürfen Schwestern die Konstanzprüfung an Röntgeneinrichtungen durchführen, wenn ja, welche Anforderungen müssen sie erfülleb? Der Fall: Da der beauftragte Röntgentechniker dem Verwaltungsleiter des Krankenhauses auf Dauer zu teuer war, wurde dieser Aufgabenbereich neu geregelt. In diesem zusammenhang wurde festgelegt, daß die Konstanzprüfung in der Angio sowie am Linksherzkatheter-Arbeitsplatz von den dort arbeitenden Schwestern durchgeführt werden soll. Diese Schwestern arbeiten an diesen Arbeitsplätzen, zu ihren Aufgaben gehört es auch, die administrativen Dinge an diesen Maschinen zu bearbeiten, also bearbeitung der Patientendaten u.ä. Ich halte es für bedenklich, daß sie Aufgaben übernehmen sollen, zu denen ihnen fachlich das Verhältnis fehlt, da sie aus einer anderen Berufsgruppe stammen. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mich bei der Klärung der Situation unterstützen könnten. Mit freundlichen Grüßen Jörg Meyer


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Meyer, die Röntgenverordnung verpflichtet den Strahlenschutzverantwortlichen (´Betreiber´) dafür Sorge zu tragen, in regelmäßigen Zeitabständen Konstanzprüfungen an der Röntgeneinrichtung durchzuführen. Dabei ist nicht beschrieben, wer diese Konstanzprüfungen tatsächlich durchführt. Wenn man davon ausgeht, dass die Konstanzprüfung im Rahmen des bestimmungsgemäßen Betriebs nach den §§ 3 oder 4 der RöV erfolgt, also mit eigenem Personal (und nicht durch einen externen Dienstleister nach § 6 RöV), dann müssen die Personen, die diesen Teil der Tätigkeit durchführen, dafür die notwendigen Kenntnisse über mögliche Strahlengefährdungen und die anzuwendenden Schutzmaßnahmen besitzen. Diese Qualifikation muss aber nicht, wie bei der Anwendung am Menschen, in besonderen Ausbildungskursen erworben werden. Vielmehr kann man diese speziellen Kenntnisse durch Einweisungen, Unterweisungen und praktische Übungen erwerben. Diese Einweisungen und Unterweisungen müssen zwar auch ausreichend dokumentiert werden, sie können aber durchaus betriebsintern erfolgen, und es ist hierfür auch keine Mindestqualifikation vorgeschrieben wie bei der o.g. Anwendung am Menschen. Es stellt sich sicherlich die Frage, ob es sinnvoll ist, die Konstanzprüfungen, die zum Teil ja auch technisch komplex sind, durch entsprechend eingewiesene Schwestern durchführen zu lassen. Grundsätzlich verboten ist das aber nicht. Die zuständige Behörde könnte unserer Meinung nach erst eingreifen, wenn die ärztliche Stelle im Rahmen ihrer Qualitätssicherungsüberprüfungen Mängel feststellt, die auf die ungenügende Qualifikation des Personals zurückzuführen sind. Es bleibt natürlich auch im Fall der Konstanzprüfung durch Schwestern dabei, dass die Aufsicht und Verantwortung beim fachkundigen Arzt oder auch, falls vorhanden, beim Medizinphysikexperten verbleibt. Dies ist abhängig von der Regelung zur Festlegung der hausinternen innerbetrieblichen Entscheidungsbereiche. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  iris Frings schrieb am 04.02.2015 - 11:58 Uhr:
Frage:2372 BETREFF: nochmals Nachfrage zu 2367 / 2358
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, vielen Dank für Ihre Antwort, die uns erhellt und weiterbringt. Aber aufgrund der vielen offenen MTRA-Stellen ergeben sich immer wieder neue Fragen! Anerkennungskandidaten erfüllen meist die Anforderungen für den Bereich der Radiologischen Diagnsotik. Für den Bereich Strahlentherapie und Nuklearmedizin müssen oft aufwendige Nachschulungen oder Praktika absolviert werden. Daraus ergibt sich meine folgende Frage: Kann eine Person, die also in der Radiologischen Diagnostik nicht nachgeschult werden muss,in der Rad. Diagn. selbstständig nach RöV §24,2,2 arbeiten, wenn die Behörde nach erfolgter Fachkundeschulung die Fachkunde nach RÖV ausstellt? Oder erscheint Ihnen dieses Konstrukt zu gewagt? Vielen Dank!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, wenn eine Person die Voraussetzungen des § 24 Abs. 2 Nr. 2 der RöV erfüllt, d.h. eine staatlich geregelte, staatlich anerkannte oder staatlich überwachte Ausbildung, die die technische Durchführung von Röntgenstrahlenanwendungen als Gegenstand der Ausbildung und Prüfung beinhaltete, erfolgreich abgeschlossen hat, und sie zusätzlich über die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz für die technische Durchführung verfügt, dann ist diese Person auch vergleichbar mit einer MTRA (§ 24 Abs. 2 Nr. 1 RöV) in der Röntgendiagnostik einsetzbar. Die Randbedingungen zum Erwerb der Fachkunde für diese Personengruppe finden Sie unter der Nr. 4.8 der Richtlinie „Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin nach RöV“. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Roberto Schubert schrieb am 03.02.2015 - 14:36 Uhr:
Frage:2371 BETREFF: Wer darf den Röntgenschein erwerben?
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, eine Mitarbeiterin der Rezeption in unserer radiologischen Gemeinschaftpraxis interessiert sich für den Erwerb des ´Röntgenscheins´, d.h. Sie möchte den 90-Stunden-Kurs im Stahlenschutz für medizinsiches Assistenzpersonal absolvieren. Allerdings hat sie keinen Abschluß als MFH/Arzthelferin, sondern als ´staatlich geprüfte Sekretärin im Gesundheitswesen´. 1. Erfüllt Sie die Zugangsvoraussetzungen für den 90-Stunden-Kurs? 2. Darf sie nach Kursabschluss unter fachkundiger Aufsicht Röntgenuntersuchungen technisch durchführen? Vielen Dank für ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Schubert, wir hier im Forum RöV vertreten die Meinung dass - bei allem Respekt - die Berufsausbildung einer staatlich geprüften Sekretärin im Gesundheitswesen nicht die Bedingungen für die in § 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV genannte ´sonstige medizinische Ausbildung´ erfüllt. Wenn das so ist, darf diese Mitarbeiterin auch nicht eine Röntgenuntersuchung im Sinne des § 2 Nr. 7 RöV technisch durchführen, selbst wenn sie den 90-Stunden-Kurs erfolgreich absolviert und die technische Durchführung nur unter fachkundiger Aufsicht geschieht. Also, wie gesagt, dass ist die Meinung hier im Forum RöV. Vielleicht lohnt es sich, auch noch woanders nachzufragen, z.B. bei der zuständigen Ärztekammer. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Nina schrieb am 03.02.2015 - 13:28 Uhr:
Frage:2370 BETREFF: Abnahmeprüfung nach DIN 6868-157
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen,bisweilen haben wir Abnahmeprüfungen von Befundmonitoren immer von Externen durchführen lassen, da es in der DIN 5858-157 heißt, dass die Abnahme von ´Hersteller und Anwender oder Sachverständigen´ durchzuführen ist. In der neuen Norm DIN 6868-157 ist ein solcher Satz nicht zu finden. Ist es nun möglich, die Abnahmeprüfung selber durchzuführen? Fachkunde nach Fachkundegruppe R6.1 ist vorhanden.Lieben Dank! Mit freundl. Gruß Nina Sancken


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Sancken, zunächst einmal muss man davon ausgehen, dass Abnahmeprüfungen, auch an Befundungsmonitoren, vom Hersteller oder Lieferanten durchgeführt werden müssen. Das steht so in der RöV (§ 16 Abs. 2 Satz 1 RöV). Diese Regelung in einer Verordnung kann auch nicht durch eine Norm aufgehoben werden. Unter den in dem besagten Text der RöV genannten Begriff ´Röntgeneinrichtung´ fallen nach § 2 Nr. 14 RöV auch die Vorrichtungen zur medizinischen Befundung. Man kann im Einzelfall bei der örtlich zuständigen Aufsichtsbehörde versuchen, nach § 33 Abs. 6 RöV eine Ausnahmeregelung zu erhalten. Grundsätzlich gibt die RöV das her. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Eva Korb schrieb am 02.02.2015 - 22:08 Uhr:
Frage:2369 BETREFF: Röntgenschürzen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, müssen Röntgenschürzen alle 5Jahre durch einen SV geprüft werden? Die ÄK hat noch nie eine Prüfung eingefordert. Es sollte doch eine DIN erstellt werden, was die Schürzenprüfung angeht - oder habe ich das falsch in Erinnerung. Herzlichen Dank Mit freundlichen Grüßen Eva Korb


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Korb, der zweite Norm-Entwurf der DIN 6857-2, der sich - ganz im Sinne Ihrer Erinnerung - mit der ´Schürzenprüfung´ beschäftigt (u.a. in welchen Zeitabständen und Prüfmethoden) wird mit Ausgabedatum 2015-03 veröffentlicht. Sie können den aktuellen, zweiten Norm-Entwurf unter http://www.nar.din.de/cmd;jsessionid=OGNLFGOIGAWTAGBZSZXGWYEO.4?level=tpl-artdetailansicht&committeeid=54739011&artid=227763202&languageid=de&bcrumblevel=2 vorbestellen (Beuth-Verlag Berlin) oder auch bereits unter https://secure.beuth.de/cmd?servicerefname=dino&contextid=neport&level=tpl-anmelden-fehler&languageid=de&errmsg=-10010 lesen und kommentieren. Es tut mir leid, aber ich habe diese extrem langen Adressen nicht erfunden. Unabhängig davon gehört zum Überprüfungsprogramm bei den alle 5 Jahre erforderlichen Sachverständigenprüfungen auch die Inspektion der Schutzkleidung. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  M.Wolf schrieb am 02.02.2015 - 17:29 Uhr:
Frage:2368 BETREFF: Prüfnorm Röntgenschutzkleidung DIN 6857-2
Hallo, wir wollen nach der neuen Norm unsere Röntgenschürzen prüfen gibt es genaue Vorgaben, die ich beachten muss? - Rö Schürzen alle eigene Nr. (Beschriftung) - Überpüfung erfolgt 50 - 120 KV (0,25 - 0,55mm PB) - Äusserliche Betrachtung - alle 1 - 2 jahre - Dokumentation gibt es noch weitere Richtlinien an die ich mich halten muss bzw. Vordrucke zur Dokumentation oder ähnliches? Vielen Dank


1. Antwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Wolf, der zweite Norm-Entwurf zur DIN 6857-2 wird mit Ausgabedatum 2015-03 veröffentlicht. Darin finden Sie wohl die Antworten auf alle Fragen, die Sie hier gestellt haben, und noch ein paar mehr. Wie kommen Sie an diese Norm? Sie können den aktuellen, zweiten Norm-Entwurf unter http://www.nar.din.de/cmd;jsessionid=OGNLFGOIGAWTAGBZSZXGWYEO.4?level=tpl-art-detailansicht&committeeid=54739011&artid=227763202&languageid=de&bcrumblevel=2 vorbestellen oder auch bereits unter https://secure.beuth.de/cmd?servicerefname=dino&contextid=neport&level=tpl-anmelden-fehler&languageid=de&errmsg=-10010 lesen und kommentieren. Weitere Richtlinien zu diesem Thema, die ähnlich gehaltvoll sind wie diese Norm, sind mir nicht bekannt. Ein Vordruck zur Dokumentation der Prüfungen ist in dieser Norm auch enthalten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Iris Frings schrieb am 02.02.2015 - 14:53 Uhr:
Frage:2367 BETREFF: Nachfrage 2358
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, vielen Dank für Ihre Ausführung. Habe dazu noch eine konkrete Nachfrage: In unserem Fall geht es um eine Anerkennungskandidatin aus Kroatien, die 2011 einen Anschluss als Baccalaurea der Radiologischen Diagnostik absolviert hat. Ihr Anerkennungsverfahren absolviert sie nun über unsere MTA-Schule. Wenn sie dieses abgeschlossen hat, bekommt sie zwar die Berusfbezeichnung MTRA anerkannt, besitzt aber dennoch noch keine Fachkunde (nicht nach RöV sowie nicht nach StrSchV), da sie die nationalen Gesetze und Regelungen nicht kennt. Sehe ich das so richtig? Sie haben mir dazu geantwortet: ´Diese Personen können dann durch Teilnahme an entsprechenden Strahlenschutzkursen die Fachkunde erwerben und nach § 24 Abs. 2 Nr. 2 RöV tätig werden´. Können Sie mir bitte sagen, welcher Kurs nach Fachkunderichtlinie dafür vorgesehen ist? Kann es sein, dass es dafür gar keinen passenden Kurs gibt? Falls dies so ist, wie könnte die kroatische Kollegin die beiden Fachkunden erhalten? Freue mich nochmals über eine Antwort und bedanke mich, Iris Frings


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, Sie sehen die Problematik der Kollegin aus Kroatien vollkommen richtig. Jetzt kommt, was Sie auch richtig sehen, das Problem auf diese Dame zu, die ´entsprechenden´ Strahlenschutzkurse zu besuchen, wo die nationalen Strahlenschutzgesetze und -regelungen angeboten werden. Aber ich kenne keinen Kurs, der genau das und nur das vermittelt. Unser Vorschlag ist folgender: Die kroatische Kollegin oder vielleicht Sie selbst sollten mit der für Sie zuständigen Stelle Kontakt aufnehmen, die Fachkunde- und Kenntnisbescheinigungen ausstellt. Das sind in den meisten Bundesländern (wie auch bei uns in NRW) die Ärztekammern. Dort könnte man anfragen, ob der erfolgreiche Besuch (zunächst einmal) des Spezialkurses Röntgendiagnostik plus des CT-Spezialkurses für diese Zwecke akzeptiert wird. Die zuständige Stelle könnte dann danach die Fachkunde im Strahlenschutz (wie gesagt, zunächst einmal für die Röntgendiagnostik) bestätigen. Wenn die Kollegin weitere Fachkunden erwerben möchte, müsste sie auch die anderen Spezialkurse (Therapie und Nukmed) besuchen. Bei allen Spezialkursen werden die strahlenschutzrechtlichen Aspekte angesprochen. Uns hier im Forum RöV fällt leider kein einfacherer Weg ein, aber vielleicht hat die o.g. zuständige Stelle eine weniger aufwändigere Lösung parat. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kai Gottwals schrieb am 02.02.2015 - 12:31 Uhr:
Frage:2366 BETREFF: Sachkundeerwerb FK-RL Gruppe R1.1
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, es geht um den Betrieb einer Anlage nach Prüfberichtsmuster 2.1.1 - techn. CT im Röntgeraum. Kann die Sachkunde hier nachgewiesen werden, wenn die Ausbildung an einer Anlage nach Prüfberichtsmuster 2.1.8 (begehbare Kabine mit Eigenschaften eines Hochschutzgerätes) erfolgte, für welche die Fachkunde nach Gruppe R3 ausreichend ist? Oder muss die Sachkunde zwingend an einer Anlage nach PB-Muster 2.1.1 erfolgen? Mit freundlichen Grüßen Kai Gottwals


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Gottwals, ich bin bestimmt kein ´strahlenschutzrechtlicher Scharfmacher´, aber in diesem Fall muss man eine der FK-Gruppe R1.1 gemäße Sachkunde fordern, und zwar im Sinne des Abschnitts 3.2 der ´FK-RL Technik RöV´: ´... Inhalt und zeitlicher Umfang sind abhängig von der Fachkundegruppe und von der Art der Ausbildung ... ´. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Younis Rais schrieb am 02.02.2015 - 08:50 Uhr:
Frage:2365 BETREFF: Schwangerschaft und Aktivierungsschwelle
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, ich nehme Bezug auf die Frage Nr. 2312 ´BETREFF: Schwangere Mitarbeiterin´. Entschuldigen Sie auch von meiner Seite, dass es eher ein StrlSchV und keine RöV Frage ist, aber da ich das Thema hier schon fand, möchte ich Sie gerne konsultieren und bedanke mich schon sehr für Ihre Antwort im Voraus! Wir haben zwei Linearbeschleuniger, bei denen Energien von 6 MV und 15 MV Photonen genutzt werden zur Therapie der Patienten. Die Energie der 15 MV Strahlung liegt eindeutig über der Aktivierunsgschwelle für Stickstoff (auch wenn es ein Energiespektrum ist und die Maximalenergie, also die 15 MV, sehr geringe Intensität aufweist). Laut Richtilinie Strahlenschutz in der Medizin 4.4.3 ist die Beschäftigung von Schwangeren und Stillenden in Bestrahlungsräumen mit Photonenenergien > Aktivierungsschwelle nicht vorzusehen (aufgrund § 43 StrlSchV). Bedeutet dies im Endeffekt, dass zur Maximierung der Sicherheit eine schwangere Mitarbeiterin nicht mehr den Bestrahlungsraum betreten darf (gesetzlich)? D.h. sie darf dann nur in den Schalträumen arbeiten (außerhalb des Bestrahlungsraumes). Mit freundlichen Grüßen Hr. Younis Rais


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rais, macht nichts: Wir bearbeiten auch die StrlSchV, wenn es sein muss! Für Tätigkeiten von schwangeren Frauen im Kontrollbereich nach der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) gilt grundsätzlich, dass der fachkundige Strahlenschutzverantwortliche oder der Strahlenschutzbeauftragte eine solche Tätigkeit gestatten muss. Er darf sie allerdings nur gestatten, wenn durch geeignete Überwachungsmaßnahmen sichergestellt wird, dass der besondere Dosiswert für das ungeborene Kind nach § 55 Abs. 4 Satz 2 StrlSchV eingehalten wird und entsprechende Dokumentationen erfolgen. Dies ist in § 37 Abs. 1 Nr. 2 d) der StrlSchV geregelt. Als Besonderheit ist weiter zu beachten, dass bei schwangeren oder stillenden Frauen eine innere berufliche Strahlenexposition ausgeschlossen werden muss (§ 43 Abs. 2 StrlSchV). D.h. der Strahlenschutzverantwortliche und der Strahlenschutzbeauftragte müssen durch entsprechende Gestaltung der Arbeitsbedingungen dafür sorgen, dass eine Inkorporation nicht möglich ist. Beim Betrieb von Elektronen- Beschleunigern mit entsprechenden Energien müssen die genannten verantwortlichen Personen durch diesbezügliche Arbeitsanweisungen und Überwachungsmaßnahmen dafür sorgen, dass die schwangere oder stillende Frau den Kontrollbereich erst dann betritt, wenn ´inkorporationsrelevante´ Luftaktivierungen (Schwerpunkt: N 13, HWZ: ca. 10 min) ausgeschlossen werden können (z.B. Photonenenergien nicht höher als 10 MeV, bei höheren Photonenenergien ggf. gewisse Wartezeiten, Luftwechselzahl der RLT-Anlage mindestens 8 pro Stunde; siehe Kap. 13 in DIN 6847-2). Allerdings gilt immer, dass Regelungen in der Betriebsgenehmigung beachtet werden müssen. Wenn die Genehmigungsbehörde in der entsprechenden Genehmigung ausgeschlossen hat, dass schwangere oder stillende Frauen aus beruflichen Gründen in diesen Bereichen tätig werden dürfen, dann sind die Regelungen der Strahlenschutzverordnung durch die Auflagen in der Genehmigung entsprechend eingeschränkt. Hier bleibt nur der Rat, mit der zuständigen Genehmigungsbehörde über mögliche Änderungen zu sprechen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kathrin Respondek schrieb am 01.02.2015 - 14:21 Uhr:
Frage:2364 BETREFF: Strahlenschutz CT
Sehr geehrter Herr Ewen, es entstand letzthin ein Streitgespräch wie sinnvoll ist der Strahlenschutz im CT z.B. beim Thorax-CT ( Frauen im gebärfähigen Alter ). Bezogen auf die Arbeit von PD Dr.Walz... Wie sieht es aus mit der neuen CT-Generation ?? Vielen Dank für Ihre Mühe mit freundlichen Grüßen Kathrin Respondek


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Respondek, sind Sie mir nicht böse, aber Ihre Frage ist für mich nicht klar genug gestellt. Welche Art ´Strahlenschutz im CT´ ist gemeint? Gerätetechnischer Strahlenschutz, untersuchungsbedingter Strahlenschutz (Pitch, Schichtdicke, mAs-Produkt, usw.)? Strahlenschutz für Patienten oder Personal (in beiden Fällen kann es Frauen im gebärfähigen Alter geben)? Welche Arbeit von Dr. Walz? ´Wie sieht es aus mit der neuen CT-Generation?´ Über diese Frage könnte man ein Buch schreiben. Was meinen Sie genau mit dieser Frage? Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Björn Carstens schrieb am 01.02.2015 - 12:21 Uhr:
Frage:2363 BETREFF: Wer darf Röntgen ?
Sehr geehrter Professor Ewen. In meiner Zahnarztpraxis arbeitet seit mehreren Jahren eine Mitarbeiterin in der Assistenz, die allerdings keine medizinische Ausbildung abgeschlossen hat. Dürfte diese Mitarbeiterin - das Bestehen eines entsprechenden Kurses vorausgesetzt - Röntgenaufnahmen nach meiner Anweisung erstellen ? Wenn ´ja´, welcher Kurs müsste erfolgreich abgeschlossen werden ? Vielen Dank für Ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Carstens, die besagte Assistentin darf eine Röntgenuntersuchung nicht technisch durchführen, auch nicht unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines im Strahlenschutz fachkundigen Zahnarztes, weil sie ihre medizinische Ausbildung nicht abgeschlossen hat (§ 24 Abs. 2 Nr. 4 RöV). Dabei hilft auch nicht ein erfolgreich besuchter Kenntniskurs. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sabrina Rudolph schrieb am 31.01.2015 - 18:26 Uhr:
Frage:2362 BETREFF: (Rechtfertigende) Indikation
Sehr geehrter Herr Professor Ewen, unsere Röntgenabteilung verfügt derzeit über keinen Radiologen mehr. Die Röntgenuntersuchungen werden von den Fachabteilung angeordnet und selbst befundet. Zunehmend werden Röntgenanforderungen gestellt, deren Fragestellung aus einnem einzelnen Wort besteht (Fraktur? Präoperativ; Verlaufskontrolle). Die MTRA müssen sich darauf verlassen, das die angeforderte Untersuchung stimmt. Sind solche Anforderungen (z.B. die genannten Fragestellungen) ausreichend, um eine Untersuchung durchzuführen? Vielen Dank fpr Ihre Antwort


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Rudolph, ich bin der Meinung, dass ein/e MTRA nicht die Fachkunde des Anfordernden und dessen medizinisch-radiologische Qualifikation hinterfragen muss. Dies gehört, strahlenschutzrechtlich gesehen (RöV!), nicht zum Berufsbild eines/r MTRA. Da in diesem Fall der Anforderer ebenfalls Befunder ist, der auch die Klinik kennt, kann die Anforderung auch aus einem einzigen Wort bestehen.Bei bestimmten Fragestellungen wird dies aber nicht ausreichend sein. So wird die Thoraxaufnahme bei einer Verlaufskontrolle z.B. bei Pneumonie in Inspiration und beim Pneumothorax in Expiration geröntgt. Auch bei der Verlaufskontrolle von Frakturen können bestimmte Einstellungen kontraindiziert sein. Weiterhin ist bei Überweisungen, oder wenn im Krankenhaus eine andere Person als der Anforderer befundet, dieses ´einzelne Wort´ als Anforderung unzureichend. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sabine schrieb am 30.01.2015 - 19:25 Uhr:
Frage:2361 BETREFF: Mammografie - Ausschluß der Schwangerschaft
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, ich habe eine eher prinzipielle Frage. Folgender Sachverhalt: Der Patientin wurde ein Befragungsformular (Ankreuzform) vorgelegt mit Fragen wie ´Wann war Ihre letzte Menstruation?´, ´Nehmen Sie Kontrazeptiva (Pille) ein?´(Antwort: nein), ´Sind Sie schwanger?´ (Antwort: nein), ´Können Sie eine Schwangerschaft ausschließen?´ (Antwort: nein). Auf Grund der angekreuzten Antwortvorgaben wurde der Patientin die ärztliche Untersuchung (Mammografie, Kontrolluntersuchung wegen der seit mehreren Jahren bestehenden Mastopathie) verweigert, weil sie den Schwangerschaftsausschluß nicht mit ´JA´ beantwortete, weil sie eine Schwangerschaft eben nicht 100-%ig ausschließen konnte. Meine Frage bezieht sich hier hauptsächlich auf das Prinzip, denn welche Frau im gebärfähigen Alter und gesundheitlichem Zustand, mit regelmäßigem Geschlechtsverkehr kann trotz Verhütungsmaßnahmen mit 100-%iger Sicherheit eine Schwangerschaft ausschließen? Technisch betrachtet würde dies ja bedeuten, dass jede dieser Frauen vor dem Röntgen einen Schwangerschaftstest machen muß (am besten vor Ort) bzw. geradewegs vom Gynokologen kommen muß. Ist es also tatsächlich aus medizinischer Sicht vertretbar, die Behandlung zu verweigern? Wäre die Frage nach der Aufklärung über die Risiken einer Röntgenuntersuchung bei einer möglicherweise doch bestehenden Schwangerschaft nicht wesentlich sinnvoller und ausreichend? Schließlich wurde die Frage nach einer festgestellten Schwangerschaft ja schon mit ´nein´ beantwortet. Bei der oben beschriebenen Vorgehensweise kommt doch schnell der Verdacht auf, dass hier jegliche ärztliche und medizinische Verantwortung dem Patienten gegenüber, dem Patienten selbst auferlegt werden soll. Im Umkehrschluß bedeutet dies schließlich auch, dass jede verantwortungsvolle Frau erst ab 65+ mit ruhigem Gewissen zur Brustkrebsvorsorgeuntersuchung gehen könnte. So wird Präventionsmedizin - Vorbeugung und Früherkennung - nach meinem Verständnis mit Füßen getreten. Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antwort.


1. Antwort: Hallo Sabine, ich übersende Ihnen über Ihre Mailadresse als Anlage zu Ihrer Fragestellung ´Schwangerschaft´ einen Beitrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS). Aus technischen Gründen kann ich diesen Text meiner Antwort hier im Forum RöV nicht beifügen. In dem BfS-Papier ist auf Seite 2 das Thema ´Schwangerschaft´ und das im Rahmen einer radiologischen Maßnahme rechtlich korrekte Verhalten einer anschließend bekannt gewordenen Schwangerschaft angesprochen. Nach meiner Meinung lässt sich daraus erkennen, dass der Arzt in der Regel die Frage nach dem Bestehen einer Schwangerschaft stellt, sich auf die Antwort verlässt, nicht noch weitergehende Untersuchungen durchführt und keine intimere Befragungen vornimmt. Daraus entnehme ich aber auch, dass eine besondere Rechtfertigung erforderlich ist, wenn die Patientin angibt, dass sie schwanger sein könnte (!). In einem solchen Fall würde ich als im Strahlenschutz fachkundiger Arzt eine planbaren Untersuchung verschieben - falls (auch aus medizinischen Gründen) möglich. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Stephan Christoph schrieb am 28.01.2015 - 12:17 Uhr:
Frage:2360 BETREFF: Ständige Aufsicht des Fachkundigen gem. RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserem Klinikverbund setzten wir zum 1.2.15 konsequent die Regelung durch, dass nur noch fachkundige Ärzte die Vidierung von Rö-Anforderungen im RIS tätigen dürfen. Kann die Anforderung auch von Ärzten mit Kenntnissen erfolgen, wenn die ständige Aufsicht des zuständigen fachkundigen Ärztes garantiert ist? Können Sie mir darüber hinaus Rechtskommentare nennen, die die ständige Aufsicht für die Behörden in NRW genau umschreiben?


1. Antwort: Anfrage wurde zweimal gestellt. Antwort: Siehe Anfrage Nr. 2359. K. Ewen



  Dr. Stephan Christoph schrieb am 28.01.2015 - 09:00 Uhr:
Frage:2359 BETREFF: Ständige Aufsicht des Fachkundigen gem. RöV
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserem Klinikverbund setzten wir zum 1.2.15 konsequent die Regelung durch, dass nur noch fachkundige Ärzte die Vidierung von Rö-Anforderungen im RIS tätigen dürfen. Kann die Anforderung auch von Ärzten mit Kenntnissen erfolgen, wenn die ständige Aufsicht des zuständigen fachkundigen Ärztes garantiert ist? Können Sie mir darüber hinaus Rechtskommentare nennen, die die ständige Aufsicht für die Behörden in NRW genau umschreiben?


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Christoph, um Ihnen eine einigermaßen verlässliche Antwort geben zu können, muss man den Begriff „Vidierung“ hier unterschiedlich interpretieren. Sollten Sie mit „Vidierung“ allein die Anforderung einer Abklärung (medizinische Indikation mit Fragestellung) meinen, so gilt eindeutig, dass diese medizinische Indikation durch jeden Arzt erfolgen darf. Die medizinische Indikation mit einer entsprechenden Fragestellung enthält keine explizite Festlegung für die Durchführung einer Untersuchung mit Röntgenstrahlung, daher ist dieser Teil des gesamten Untersuchungsverfahrens auch nicht durch die RöV reglementiert. Wenn „Vidierung“ aber die rechtfertigende Indikation zur Anwendung von Röntgenstrahlung (Festlegung) bedeutet, dann beinhaltet dies sowohl die Nutzen-Risiko-Abwägung und die Anwendungsmethode als auch die Anweisungen an das technisch durchführende Personal. Die rechtfertigende Indikation darf nur von Ärzten gestellt werden, die für die vorgesehene Untersuchungsmethode die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzen. Aus der notwendigen Dokumentation muss erkennbar sein, wer die rechtfertigende Indikation gestellt hat. Darüber hinaus sollte auch der zeitlich Zusammenhang zwischen rechtfertigender Indikation und technischer Durchführung erkennbar sein. Ein nicht fachkundiger Arzt darf bei der Stellung der rechtfertigenden Indikation nur mitwirken, was man hier als „lernen“ bezeichnen könnte. Eine Stellung der rechtfertigenden Indikation durch einen nichtfachkundigen Arzt ist auch bei ständiger Aufsicht und Verantwortung durch einen fachkundigen Kollegen nicht zulässig (siehe auch § 23 Abs. 1 RöV, dort ist der Hinweis auf ständige Aufsicht und Verantwortung im Gegensatz zu § 24 Abs. 1 Nr. 3 RöV nicht enthalten). Zu Ihrer Frage nach Rechtskommentaren für die Einhaltung der ständigen Aufsicht kann ich Sie insbesondere auf das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs für das Land Baden-Württemberg vom 17.12.2012 (Az.:10 S 1340/12) hinweisen, das auch über Baden-Württemberg hinaus weitreichende Bedeutung hat. Für den Bereich der Röntgenuntersuchungen hat man in NRW (wie in einigen anderen Ländern auch) festgelegt, dass im Rahmen der ständigen Aufsicht sichergestellt werden muss, dass der aufsichtsführende fachkundige Arzt entsprechend des Risikos schnell am Untersuchungsort sein muss. Zeiten über 15 Minuten bis zum Eintreffen des fachkundigen Arztes am Untersuchungsort werden auch bei Verfahren mit geringerem Risikopotential nicht akzeptiert. Mit dieser Regelung ist NRW den Weg der Praktikabilität gegangen und hat die geringen Interpretationsräume im Sinne der tatsächlichen Machbarkeit ausgelegt. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Iris Frings schrieb am 27.01.2015 - 08:55 Uhr:
Frage:2358 BETREFF: RÖV §24, Absatz 2, 2 Berechtigte Personen
Sehr geehrter Herr Prof.Ewen, welche Personen bzw. welche Berufsgruppe oder welche Ausbildung könnte mit §24, Absatz 2,2 gemeint sein? Können Sie mir bitte auf die Sprünge helfen? Vielen Dank hierfür, I. Frings


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Frings, der § 24 Abs. 2 Nr. 2 RöV soll Personen, in deren staatlich geregelten, anerkannten oder überwachten und erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung die technische Durchführung von Röntgenuntersuchungen Gegenstand der Ausbildung und Prüfung war, die technische Durchführung ohne ständige Aufsicht und Verantwortung ermöglichen, sofern sie die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzen. Wie man leicht erkennt, sind hier zwei Voraussetzungen nachzuweisen: Die entsprechende Berufsausbildung und die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz. Nicht gemeint sind hier MTA oder MTRA, die ihre Ausbildung nach dem deutschen MTA-Gesetz erfolgreich abgeschlossen haben. Diese Personen besitzen im Rahmen der gesetzlichen Regelungen und Übergangsvorschriften die Fachkunde im Strahlenschutz für die technische Durchführung nach der RöV oder der technischen Mitwirkung nach der StrlSchV. Gemeint sind hier Personen, die die technische Durchführung zwar im Rahmen der entsprechend überwachten Ausbildung erlernt haben, die aber nicht uneingeschränkt die Randbedingungen des MTA-Gesetzes erfüllen. Dies können sein: MTRA/MTA, die im Ausland ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und deren Berufsabschluss im Grundsatz in Deutschland anerkannt wird. Mit der Anerkennung ist aber nicht der Bereich der atomrechtlichen Regelungen erfasst. Diese Personen können dann durch Teilnahme an entsprechenden Strahlenschutzkursen die Fachkunde erwerben und nach § 24 Abs. 2 Nr. 2 RöV tätig werden. Ähnliches wäre auch vorstellbar, wenn z.B. eine staatlich geregelte, anerkannte oder überwachte nichtärztliche Hochschulausbildung die technische Durchführung nach der RöV als Gegenstand der Ausbildung und der Abschlussprüfung beinhaltete und diese Personen zusätzlich die entsprechende Fachkunde im Strahlenschutz erwerben. Diesbezügliche Formulierungen finden sich in § 10 Nr. 5 MTA-Gesetz. Nicht gemeint sind hier Personen mit einer abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung (medizinische Fachangestellte – MFA), da es für diese Personengruppe bestimmte Einschränkungen in § 10 Nr. 6 MTA-Gesetzt gibt (Aufsicht und Verantwortung). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  karin wald schrieb am 25.01.2015 - 12:44 Uhr:
Frage:2356 BETREFF: computer Ct schaedel
Sehr geehrter Herr Dr.Ewen. Ich hoffe Sie koennen mir helfen. Ich bin sehr beunruhigt wegen eines Schaedel CTs und eines Knie CTs welche ich vor ca 20 jahren ohne bleischuerze und ohne Schilddruesenschutz gemacht habe. Wurden damals die Vorkehrungen nicht so eng gesehen. Muss ich mir jetzt Sorgen wegen Schilddruesenkrebs und gehirntumor machen oder sind die Risken nach so langer Zeit vernachlässigbar. Ausserdem wurden auch zweimal Mammographien bei mir ohne bleischuerze gemacht. Sind meine Ängste berechtigt und soll ich irgendwelche untersuchungen machen lassen. Vielen Dank im voraus


1. Antwort: Frage wurde zweimal gestellt. Antwort: siehe Frage Nr. 2357! K. Ewen



  karin wald schrieb am 25.01.2015 - 12:44 Uhr:
Frage:2357 BETREFF: computer Ct schaedel
Sehr geehrter Herr Dr.Ewen. Ich hoffe Sie koennen mir helfen. Ich bin sehr beunruhigt wegen eines Schaedel CTs und eines Knie CTs welche ich vor ca 20 jahren ohne bleischuerze und ohne Schilddruesenschutz gemacht habe. Wurden damals die Vorkehrungen nicht so eng gesehen. Muss ich mir jetzt Sorgen wegen Schilddruesenkrebs und gehirntumor machen oder sind die Risken nach so langer Zeit vernachlässigbar. Ausserdem wurden auch zweimal Mammographien bei mir ohne bleischuerze gemacht. Sind meine Ängste berechtigt und soll ich irgendwelche untersuchungen machen lassen. Vielen Dank im voraus


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Wald, grundsätzlich sind Strahlenexpositionen von Patienten in der Röntgendiagnostik nie vollkommen risikofrei. Aber die Frage ist, auch für Ihren Fall, ob man über die Auswirkungen dieser für die Erzeugung eines Röntgenbildes nun mal notwendige Strahlendosis beunruhigt sein oder sich sogar darüber Sorgen machen muss. Dies könnte bei einer Röntgenuntersuchung dann der Fall sein, im Rahmen derer außergewöhnliche, also den in der Röntgendiagnostik üblichen Standardbereich deutlich überschreitende Dosiswerte appliziert worden sind. Zugegebenerweise sind heutzutage die CT-Expositionen gemäß der technischen Entwicklungen geringer als vor 20 Jahren, aber auch damals gab es schon ernst zu nehmende Vorschriften zum Strahlenschutz in der Röntgendiagnostik, auch für CT-Untersuchungen. Was die Mammographie betrifft, so konzentriert sich die dort applizierte Dosis im Wesentlichen auf die zu untersuchende Brustregion. Ob hier eine Schutzschürze wirklich einen nennenswerten Beitrag zur Dosisreduktion für andere Körperbereiche liefern kann, ist ziemlich fraglich. Bei den CT-Untersuchungen hätte man sicherlich mit abdeckenden Patientenschutzmitteln eine gewisse Dosisverringerung erreichen können. Fazit: Machen Sie sich keine Sorgen bezüglich eventuell jetzt noch auftretender gesundheitlicher Auswirkungen dieser Röntgenuntersuchungen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr gering. Sie sollte Sie nicht beunruhigen. Ich nehme mal an, dass die Ergebnisse dieser Röntgenuntersuchungen für Sie auch positive Ergebnisse gebracht haben, so dass deren Nutzen deutlich höher gelegen hat als das Strahlenrisiko. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Kolb Rudolf schrieb am 23.01.2015 - 20:58 Uhr:
Frage:2355 BETREFF: Fischertisch
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, Ich habe eine Frage zu einem Fischertisch. Der Fischertisch wurde 2005 mit einem Anzeigeverfahren nach § 4 Röv in Betrieb genommen (Anlage hat CE Zeichen). Eine mAs Nachanzeige ist vorhanden. Eine Dosisanzeige fehlt. Die Anlage wird kurativ betrieben. Muss eine Dosisanzeige nachgerüstet werden?? 2011 wurde die Röntgenverordung geändert. Für Anlagen die im Screening eingesetzt werden ist die Nachrüstung einer Dosisanzeige gemäß § 3 Pflicht. Anlagen die nach § 3 in Betrieb genommen wurden benötigen ebenfalls eine Dosisanzeige(§3 Abs. 3 RöV) wenn es nach dem Stand der Technik möglich ist (es ist möglich). Für Anlagen, die nach § 4 in Betrieb genommen wurden fehlen entsprechende Vorgaben zur Dosisanzeige. mfG Kolb


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, nach § 3 Abs. 3 Nr. 2b RöV müssen Röntgeneinrichtungen zur Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen (und dazu gehört auch ein Fischertisch), die ab dem 1.6.2002 erstmalig in Betrieb gegangen sind, über Vorrichtungen zur Anzeige der Patientenexposition verfügen oder es muss, falls nach Stand der Technik nicht möglich, diese Exposition auf andere Weise unmittelbar ermittelbar sein (z.B. rechnerisch aus den technischen Aufnahmeparametern). Diese Regelung ist unabhängig davon, ob die Röntgeneinrichtung im Rahmen einer Genehmigung nach § 3 Abs. 1 RöV oder eines Anzeigeverfahrens nach § 4 Abs. 1 RöV in Betrieb genommen wird (siehe den Hinweis auf Einhaltung des § 3 Abs. 3 Nr. 2b in § 4 Abs. 2 Nr. 1d RöV). Das heißt, die ´entsprechenden Vorgaben´ fehlen also nicht für Anlagen, die nach § 4 RöV in Betrieb genommen werden. Eine Ausnahme gibt es beim Screening: Dort muss in jedem Fall eine Vorrichtung zur Anzeige der Exposition vorhanden sein (siehe § 3 Abs. 4a Nr. 4b RöV). Die Prüfposition 01H23 in der SV-RL lässt für kurativ genutzte Mammographiegeräte die o.g. ´Alternativregelung´ zu, wobei ich einen Fischertisch für die mammographische Stereotaxie auch in die Gerätegruppe ´Mammographie´ einordnen würde. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Miriam schrieb am 21.01.2015 - 11:34 Uhr:
Frage:2354 BETREFF: Archivierung von Fehlaufnahmen
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ewen, ich habe eine Frage an Sie. Wenn wir eine Fehlaufnahme machen (digitales System), muss diese dann aufbewahrt werden? Sprich im System gespeichert werden oder darf sie gelöscht werden? Hier scheiden sich bei uns die Geister. Mit freundlichen Grüssen, Miriam Caesar


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Caesar, § 28 RöV (´Aufzeichnungspflichten´´) gilt auch für Fehlaufnahmen (Anzahl und technische Daten). Man wird sie später sicherlich nicht mehr befunden, aber es muss sichergestellt werden, dass man die Patientenexposition ermitteln kann. Und dazu tragen Fehlaufnahmen ja auch bei. Informationen zum Thema Fehlaufnahmen findet man im Abschnitt 4.3.6.1 (´Röntgenbilder´) der ´Richtlinie Aufzeichnungen nach RöV´ (findet man im Internet). Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Andreas Brockmann schrieb am 19.01.2015 - 17:58 Uhr:
Frage:2353 BETREFF: DIN 6868-157 Messung der Raumbeleuchtung
Sehr geehrter Herr Damen und Herren, in der DIN 6868-157 wird beschrieben, wie die Raumbeleuchtung in dem ein BWG steht gemessen werden soll. Zum einen ist die Rede von orthogonal zur Bildschirmfläche zum anderen wird senkrecht zur Bildschirmfläche. In beiden Fällen ist nicht beschrieben ob die Lichtrichtung gemeint ist, welche gemessen werden soll. Kann ich davon ausgehen, das ich das, im 90° Winkel zur Bildwiedergabefläche (Bildschirm) einfallende Licht messen soll ? Nimmt die 6868-157 Einfluss auf die Anzahl der Befundungsmonitore im dentalen Bereich ? Bislang reichte ja ein Befundungsmonitor aus. freundliche Grüße Andreas Brockmann


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Brockmann, gemessen werden muss in orthogonaler Geometrie. Messgerät auf Bildschirm aufsetzen und das von dort ausgehende Licht messen. Sollte in der Norm noch irgendwo ´senkrecht´ stehen, so ist das eine versehentlich nicht korrigierte Textstelle. Die zweite Frage, also nach der Zahl der Befundungsmonitore, ist nicht Gegenstand der DIN 6868-157. Ich persönlich gehe immer noch davon aus, dass es in der Regel mindestens einer sein muss. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Christian Wolter schrieb am 19.01.2015 - 14:27 Uhr:
Frage:2352 BETREFF: Anwendung der DIN 6868-157
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, da nun die DIN 6868-157 erschienen ist muss diese nun auch schon in der Zahnmedizin Anwendung finden? Oder kann hier noch die DIN 6868-57 verwendet werden, wenn ja wie lang noch? MFG Christian Wolter


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Wolter, den Text der sog. Qualitätssicherungs-Richtlinie (QS-RL), um die es hier neben den von Ihnen genannten Normen geht, finden Sie im Internet oder aber auch auf der Startseite des Forums RöV unter ´neu eingestellt´. Was nun die Bildwiedergabesysteme (BWS) betrifft, so ist die QS-RL ´brandneu´ geändert worden (findet man aber noch nicht in den o.g. Versionen der QS-RL). 1) Abschnitt 3.15.3 Bildwiedergabesysteme für die Befundung: ´Die Abnahmeprüfung (AP) für BWS zur Befundung in der Human- und Zahnmedizin ist nach DIN 6868-157 durchzuführen. Die Konstanzprüfungen (KP) sind nach DIN 6868-157 durchzuführen.´ Weiterhin wurde ein Abschnitt 4.4. in die QS-RL eingeführt, dessen Teil für BWS folgendermaßen lautet: ´An BWS, die vor dem 01. Mai 2015 in Betrieb genommen wurden und an denen bisher keine AP nach DIN 6868-157 erfolgte, dürfen erforderliche Teil- oder Abnahmeprüfungen nach DIN V 6868-57 (Humanmedizin) und nach Anhang C.1.1 (Zahnmedizin) durchgeführt werden. Die KP erfolgen in diesen Fällen weiterhin nach Anhang B dieser Richtlinie. .... Falls diese Ausnahmeregelung in Anspruch genommen wird, dürfen diese Systeme bis 01.01.2025 betrieben werden.´ Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Michael Weber schrieb am 15.01.2015 - 08:54 Uhr:
Frage:2351 BETREFF: Ersatzdosis/Berufslebensdosis
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen; bei einer Mitarbeiterin wurde nach Radiojodtherapie auf der Plakette im ersten Folgemonat 2,7 , im nächsten 0,3 mSv registriert. Jetzt bietet die Überwachungsbehörde an: ´Sie können beim LAGetSi die Festlegung einer Ersatzdosis (0,0 mSv) für den Überwachungsmonat 10/2014 beantragen (schriftlich und formlos, gern auch per Mail). Die 2,7 mSv erhöhen ja sonst nur unnötig die Berufslebensdosis. Mit dem Antrag bitte nochmal kurz darlegen, dass die mit dem Dosimeter ermittelte Dosis nicht aus der beruflichen Tätigkeit der Frau ...., sondern aus der Radiojodtherapie im Monat Oktober stammt. Die Ersatzdosis wird durch uns festgelegt und in einem gebührenpflichtigen (ca. 50,-) Feststellungsbescheid bescheinigt.´ dies befremdet mich, msG Weber, StrSchB


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Weber, die zuständige Behörde kann nach § 41 Abs. 1 der Strahlenschutzverordnung (in der RöV wäre es der § 35 Abs. 8) bei unterbliebener oder fehlerhafter Messung der Personendosis eine Ersatzdosis festlegen. Diese Regelung dient dem Schutz der Beschäftigten in zweierlei Hinsicht: 1) Bei unterbliebenen Messungen oder bei Messergebnissen mit offensichtlich zu geringen Dosisanzeigen sowie beim Abhandenkommen von Dosimetern kann für die exponierte Person eine Ersatzdosis festgelegt werden, mit der die Überwachung in Bezug auf den Dosisgrenzwert für beruflich strahlenexponierte Personen im Interesse der Gesundheit der Beschäftigten sichergestellt wird. D.h. man erreicht mit dieser Möglichkeit, dass eine tatsächlich aufgetretene Dosis nicht einfach unberücksichtigt bleibt und dadurch der Jahresgrenzwert unbemerkt überschritten werden könnte. 2) Diese Regelung hilft aber auch dann, wenn eine Dosis ermittelt wird, die eine dosimetrisch überwachte Person tatsächlich nicht erhalten haben kann, z.B. wenn das Dosimeter am Kittel befestigt ist und dieser in einem Bestrahlung-, Applikations- oder Messraum verbleibt. Würde man die dann die von dem Dosimeter angezeigte Personendosis als tatsächliche Körperdosis annehmen, dann wäre der Grenzwert für das gesamte Kalenderjahr vielleicht schon erreicht oder gar überschritten und die betroffene strahlenexponierte Person dürfte nicht mehr oder nur noch mit Einschränkungen tätig werden. Unabhängig vom Grund für die Festlegung einer Ersatzdosis ist dieser behördliche Akt mit einem größeren Zeitaufwand für die zuständige Behörde verbunden. In vielen Bundesländern gibt es die Regelung, dass der entsprechende Aufwand durch die Festlegung einer Gebühr abgegolten werden soll. In der Regel wird die Behörde auf Antrag des Strahlenschutzverantwortlichen oder seines Beauftragten tätig. Sie kann aber durchaus auch von „Amtswegen“ , d.h. ohne einen von außen kommenden Antrag, eine Ersatzdosis festlegen. Aus meinen persönlichen Erfahrungen kann ich Ihnen versichern, dass die beim LAGetSi erhobenen Gebühren von etwa € 50,- moderat sind. Betrachtet man den tatsächlich Aufwand für eine solche Festlegung oder schaut man in die Gebührenordnungen anderer Bundesländer, so erkennt man, dass die Gebühren durchaus auch höher sein könnten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr Neuhaus schrieb am 13.01.2015 - 15:42 Uhr:
Frage:2350 BETREFF: Strahlenschutzbeauftrageter Rönten in der Unfallchirurgischen Praxis
Sehr geehrter Herr Professor, muss bei Betrieb eines stationären Röntgengerätes in einer unfallchirurgischen Praxis ein Strahlenschutzbeauftragter benannt werden; und wenn ja sind dann besondere Kurse zu absolvieren oder reicht die Fachkunde Stahlenschutz. Vielen Dank für Ihre Bemühungen. MFG


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Neuhaus, ja, in jedem Fall! Normalerweise übernimmt der Praxisinhaber diese Rolle. Wie auch immer, es muss jedenfalls ein/e Arzt/Ärztin sein und diese Person muss über Fachkunde im Strahlenschutz verfügen (schauen Sie auch in den § 13 RöV, unter anderem in die dortigen Absätze 2 und 3). Irgendwelche anderen Kurse, die speziell besucht werden müssten, damit man Strahlenschutzbeauftrager werden kann, sieht die RöV nicht vor. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Rudolf Kolb schrieb am 12.01.2015 - 21:46 Uhr:
Frage:2349 BETREFF: Frage zur DIn 6868-157
Sehr geehrter Hr. Prof. Ewen, in der neuen Norm für die Abnahmeprüfung von Bildwiedergabegeräten ist eine Prüfvoraussetzung, dass ein Pixel des Testbildes ein Pixel auf dem BWG repräsentieren muss. Im Dentalbereich werden Monitore mit unterschiedlichsten Auflösungen eingesetzt(z.B. Auflösung 1920 x 1080) Gehe ich recht in der Annahme, dass für solche Monitore auch Testbilder eingesetzt werden müssen, welche die gleiche Bildmatrix aufweisen (im oben genannten Beispiel also 1920 x 1080). Wenn dem so ist, wo bekommt man solche Testbilder her? mfG Kolb


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Kolb, ich habe mich auch erkundigen müssen und von einem, der es wissen muss, folgende Antwort auf Ihre Frage erhalten: Die Testbilder müssen an die jeweilige Auflösung des Monitors angepasst werden. Sie sind unter www.nar.din.de mit dem Suchbegriff Testbilder DIN 6868-157 abrufbar. Leider steht dort kein Testbildgenerator zur Verfügung, der eine Anpassung an das jeweilige Auflösungsvermögen des Monitors ermöglicht. Diesbezüglich sollten die Hersteller von Bildwiedergabegeräten kontaktiert werden, die eigentlich über derartige Testbildgeneratoren verfügen müssten. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr . Weber schrieb am 12.01.2015 - 15:09 Uhr:
Frage:2348 BETREFF: Begleitung von CT-Transporten durch schwangere Ärztinnen
Sehr geehrter Herr Prof. Ewen, in unserer Klinik kam die Frage auf, ob schwangere Ärztinnen CT-Transporte zwecks Überwachung von intensivpflichtigen Patienten durchführen dürfen. Natürlich soll dabei gewährleistet sein, dass die Kolleginnen sich während der eigentlichen Untersuchung im Bedienerraum aufhalten. Die Frage ist, ob die Kolleginnen bei der Vor- und Nachbereitung der Untersuchung im CT-Raum anwesend sein dürfen, sprich dass bei den modernen CT-Geräten grundsätzlich außerhalb des eigentlichen CT-Scans ein erhöhte Strahlenbelastung ausgeschlossen werden kann! Für Ihre Antwort besten Dank!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dr. Weber, in Umgebung einer medizinischen Röntgeneinrichtung, also auch eines Computertomographen, kann dann und nur dann eine Strahlenemission auftreten, wenn die Röntgenstrahlung explizit eingeschaltet wird. Und nur dann ist eine Exposition des Personals im Röntgenraum, der jetzt zum Kontrollbereich wird, möglich, und zwar durch die hauptsächlich vom Patienten ausgehende Röntgenstreustrahlung, gegen die man sich durch Tragen entsprechender Schutzkleidung schützen muss. Alle Räume außerhalb des Röntgenraumes (auch der sog. Bedienraum) sind in der Regel durch bauliche Maßnahmen (z.B. abgeschirmte Wände, Bleifolien in den Türen) geschützt, so dass dort Strahlenexpositionen vernachlässigbar sind und sich schwangere Ärztinnen oder Assistentinnen gefahrlos aufhalten können. Fazit: Außerhalb der Einschaltzeiten, z.B. zur Erzeugung von CT-Scans, ist diagnostisch genutzte Röntgenstrahlung aus eindeutigen physikalischen Gründen nicht existent. Nirgendwo! Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Dr. Julia Provenzano schrieb am 11.01.2015 - 16:48 Uhr:
Frage:2347 BETREFF: Strahlenschutzmaßnahmen im CT
Hallo! Könnten Sie mir bitte die aktuell empfohlenen Strahlenschutzmaßnahmen für CT-Untersuchungen nennen? Sind außer Augenschutz und Hosenkapseln z.B. Schilddrüsenabdeckungen und Mammaschutz obligat und wenn, für welche Altersgrenzen? Und: wo kann ich das am besten nachlesen? Vielen Dank für Ihre Antwort!


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Dr. Provenzano, in der so genannten Sachverständigen-Prüfrichtlinie (dort in der Anlage III) werden als Patientenschutzmittel bei CT-Untersuchungen verlangt: Hodenschutz, Schilddrüsenschutz und (wenn möglich, also wenn die Untersuchung nicht störend) Augenschutz bei Schädeluntersuchungen. Altersgrenzen sind nicht angegeben. Diese Richtlinie ist im Internet aufsuchbar. Allerdings befindet sie sich zurzeit in einem Novellierungsstadium, das aber öffentlich noch nicht zugänglich ist. Darin wird dann der oben erwähnte Augenschutz mit aufgenommen werden, der in der bisher noch geltenden alten Fassung noch nicht enthalten ist. Mammaschutz ist bisher nicht vorgesehen. Es gibt eine Publikation, an die Sie vielleicht rankommen können: B. Madsack, M. Walz: Strahlenschutz in der Computertomographie - Anwendung von Patientenschutzmitteln, radiologie/assistent 4/2009, S. 4-7. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Boris Rus schrieb am 08.01.2015 - 06:59 Uhr:
Frage:2346 BETREFF: Kinder Körperstamm
Sehr geehrter Herr Prof Even, in unserer Klinik röntgen wir sehr selten ( vielleicht 4 X im Jahr) den Körperstamm bei Kindern (unter 12 Jahren). Wir arbeiten Digital, an unsererm Buckyplatz lässt sich aber das Raster nicht entfernen. 1. Kann ich auch ohne Automatik, sprich Übertisch röntgen und frei belichten? 2. Ab wieviel Jahren muss ich mit Vollautomatik arbeiten ? 3. Darf ich überhaupt Kinder unter 12 Jahren röntgen, wenn das Raster nicht zu entfernen ist? 4. Und ... was ist , wenn wir in Zukunft mehr Kinder zum Röntgen bekommen ( ein Kinderchirurg soll eingestellt werden...). Vielen Dank für Ihre Antwort Boris Rus


1. Antwort: Sehr geehrter Herr Rus, zu Ihren 4 Fragen: 1) Wenn ich in Ihrer Frage das Wort ´Kann´ durch ´Darf´ ersetze, dann wäre die Frage mit ´ja´ zu beantworten. 2) Es gibt diesbezüglich in der ´Leitlinie der BÄK zur QS in der Röntgendiagnostik´ (im Internet einsehbar) kein ´muss´. Es wird dort empfohlen, in Abhängigkeit von Untersuchungsart, Alter und Körperdurchmesser des Kindes frei zu belichten, was eine gewisse Erfahrung voraussetzt. Wenn die Leitlinie in bestimmten Fällen nicht dagegen spricht, sollte man bei mangelnder Erfahrung lieber mit Belichtungsautomatik arbeiten. 3) Das Raster muss bei pädiatrischen Röntgenuntersuchungen nur dann entfernbar sein, wenn durchleuchtet werden soll (siehe E 14 der Anlage I in der Sachverständigen-Prüfrichtlinie, SV-RL; diese ist im Internet einsehbar). Wenn wir schon beim Raster sind, dann sollte das üblicherweise in einem Bucky-Tisch vorhandene Standard-Raster 12/40 bei pädiatrischen Röntgenaufnahmen durch ein Raster mit dem Schachtverhältnis R = 8 ersetzt werden (weniger Dosis). 4) Weder in der besagten Leitlinie noch in der SV-RL gelten die speziellen pädiatrischen technischen Aufnahmeregelungen grundsätzlich unabhängig von der Zahl der zu untersuchenden Kinder. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Sabrina Rudolph schrieb am 05.01.2015 - 18:07 Uhr:
Frage:2345 BETREFF: MFA in der Teleradiologie
Sehr geehrer Herr Professor Ewen, an unserem Haus ist für die Nachtstunden Teleradiologie beantragt wurden. Bisher war ein Radiologe immer vor Ort, so dass auch MFAs für Nachtdienste eingesetzt wurden. Aus Personalgründen muss dies auch in Zukunft so erfolgen. Ich habe unseren Strahlenschutzverantwortlichen darüber informiert, das MFAs keine Teilereadiologie durchführen dürfen. Eine Antwort erhielt ich trotz Nachfrage nicht, nur ein Kopie des Genehmigungsbescheides der Aufsichtsbehörde. Habe ich irgendwelche als Leitende Assistentin irgendwelche Konsequenzen zu befürchten, wenn ich die MFAs trotz bessen Wissens weiter zu Nachtdiensten einteile? Wie gesagt, aus personellen Gründen ist dies anders gar nicht machbar. Vielen Dank für Ihre Antwort.


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Rudolph, die Röntgenverordnung beschreibt in § 3 Abs. 4, dass eine Genehmigung zur Teleradiologie nur erteilt werden kann, wenn die technische Durchführung durch eine Person nach § 24 Abs. 2 Nr. 1 oder 2 RöV erfolgt. Diese Personen müssen über die notwendige Fachkunde im Strahlenschutz nach dieser Regelung verfügen. D.h., der Einsatz von MFA, die ja keine Fachkunde im Strahlenschutz haben, ist nicht zulässig. Sofern diese Vorgaben nicht beachtet werden, kann die zuständige Behörde die Genehmigung widerrufen oder die Nichteinhaltung von Auflagen mit einem Bußgeld ahnden. Vertreten müssen dies der Strahlenschutzverantwortliche und der Strahlenschutzbeauftragte. Sie können in der Tat nicht mehr tun, als auf den Mangel hinzuweisen. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



  Claudia Schneider schrieb am 05.01.2015 - 12:58 Uhr:
Frage:2344 BETREFF: Röntgenschein
Sehr geehrte Damen und Herren, gerne würde ich bei einem Radiologen in der Röntgenassistent beginnen. Als Voraussetzung bringe ich eine abgeschlossene Ausbildung zur Zahnarzthelferin. Leider habe ich eine lange Pause hinter mir. Vor zwanzig Jahren habe ich wegen dreifacher Mutterschaft beruflich pausiert. Welche Voraussetzungen bezüglich des Röntgens benötige ich. Ich lebe in Rheinland-Pfalz. Lieben Dank im Voraus. Claudia Schneider


1. Antwort: Sehr geehrte Frau Schneider, die Röntgenverordnung schreibt in § 24 Abs. 2 Nr. 4 vor, dass im Rahmen der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen Röntgenuntersuchungen auch von Personen technisch durchgeführt werden dürfen (Positionieren, Einstellen, Auslösen), die eine sonstige medizinische Ausbildung erfolgreich (!) abgeschlossen haben, sofern sie unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes tätig sind und die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz besitzen. In diesem Zusammenhang muss man berücksichtigen, dass die entsprechende sonstige medizinische Ausbildung (die Ausbildung zur Zahnarzthelferin gehört auch dazu) erfolgreich abgeschlossen sein muss, d.h. die Abschlussprüfung muss bestanden sein. Der Erwerb der erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz muss dem vorgesehenen Arbeitsgebiet entsprechen. Für den Bereich der Humanmedizin ist hierfür eine Ausbildung von 90 Stunden Theorie und Praxis vorgeschrieben (siehe Anlage 8 der Richtlinie Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin; siehe Internet). Nach erfolgreicher Teilnahme an einer solchen Ausbildung müssen die Kenntnisse dann von der zuständigen Stelle (häufig Ärztekammern) bescheinigt werden. Das Erfordernis der ständigen Aufsicht und Verantwortung durch den im Strahlenschutz entsprechend fachkundigen Arzt in Übereinstimmung mit der jeweiligen Aufgabenwahrnehmung ist seitens des Strahlenschutzverantwortlichen zu regeln. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass Sie mit einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zur Zahnarzthelferin auch die Kenntnisse im Strahlenschutz für die Humanmedizin erwerben können. Da eine Strahlenschutzausbildung aber immer mit zeitlichen und finanziellen Aufwänden verbunden ist, empfehle ich Ihnen, sich vorab bei dem in Rheinland-Pfalz für den Strahlenschutz zuständigen Ministerium (MINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFT, KLIMASCHUTZ, ENERGIE UND LANDESPLANUNG in Mainz) zu informieren. Mit freundlichem Gruß K. Ewen



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